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1. Januar 2009

Pusten nein, Blasen ja

Jeden Tag werden tausende wegen Alkohol am Steuer aus dem Verkehr gezogen (selbst in Utah, wo es nur etwas mühsamer ist, an den Stoff heranzukommen). Weshalb der Zwischenfall mit Charles Barkley in Scottsdale/Arizona (dem Reichen-Vorort von Phoenix) in der Nacht auf Silvester eigentlich nicht besonders bemerkenswert wäre. Aber die Vernehmung bei der Polizei brachte ein paar nette Details an den Tag: Barkley, der sich weigerte, ins Röhrchen zu pusten, war unterwegs, um sich einen blowjob zu gönnen. Und er hatte eine Waffe dabei. Über die Frau, die er kurz vor der Festnahme zu sich in den Wagen eingeladen hatte, gibt der Polizeibericht keine weiteren Auskünfte. Aber die Boulevard-Medien werden ihrer sicher noch habhaft werden. Sie besitzt ein Qualitätsmerkmal, das Charles Barkley folgendermaßen beschrieb: Sie habe ihm eine Woche vorher den besten blowjob "meines Lebens" verpasst. Wer nur diese Meldung kennt, wird über die pikantesten Infos im Dunkeln gelassen. Wir empfehlen die Kopie des Protokolls bei The Smoking Gun.

Bei dieser Gelegenheit entstand nicht das erste Polizeifoto von Barkley. Dies hier aus dem Jahre 1991 aus Milwaukee nach einer Schlägerei hat besonderen dokumentarischen Wert. Sie zeigt auf einen Blick, wie groß The big mound of rebound war, der sich in der NBA auf kämpferische Weise mit den ganz langen Kerlen unter dem Korb zu balgen pflegte: 6' 8'' = 2,03 Meter.

29. Oktober 2008

Charles Barkley: Hungrig auf Politik

Der ehemalige Basketball-Profi Charles Barkley, der inzwischen als Fernsehkommentator reüssiert, war schon immer ein Mann mit viel zu großen Ambitionen. Die waren manchmal auch zu breit und zu rund. Wie etwa vor den Olympischen Spielen 1984, als ihn Nationaltrainer Bob Knight aus dem Team warf, weil er nicht in der Lage war, sich auf ein ordentliches Kampfgewicht herunterzuhungern. In den NBA-Jahren reichte es nie zum Titel, weil man nun mal mit Sprüchen allein jemanden wie Michael Jordan und die Bulls der neunziger Jahre nicht in Verlegenheit bringen konnte. Inzwischen gehen die Wunschvorstellungen noch sehr viel weiter: Barkley möchte Gouverneur in seinem Heimatstaat Alabama werden. Auch diesmal gibt es ernsthafte Gegner: Die weiße Mehrheit in diesem Landstrich zwischen Golf von Mexiko und dem Raketentechno-Center Huntsville wird sich nicht von einem Mann regieren lassen wollen, der regelmäßig im Casino viel Geld verspielt und einst den denkwürdigen Satz geprägt hatte: "Ich bin kein Vorbild. Eltern sind Vorbilder." Barkley ist auch politisch eher ein wetterwendischer Vertreter: "Ich war Republikaner, bis sie ihren Verstand verloren haben", hat er vor einer Weile mal erklärt.

Er ist auch kein Vorbild auf dem Golfplatz. Sein Schwung dürfte das hässlichste sein, was man je gesehen hat. Und dies wäre dann endlich eine wunderbare Gelegenheit, den mal zu zeigen:

26. Mai 2008

Tipps fürs Verbrennen von Geld

Amerikas Athleten verdienen mittlerweile so viel Geld, dass sie Berater brauchen, um es zu verwalten. Sicher, man könnte es so anlegen wie die Chinesen das mit den Milliarden aus dem Handelsbilanzüberschuss mit Amerika machen. Sie kaufen Obligationen aus Washington. Festverzinslich. Mündelsicher. Aber das ist den meisten vermutlich zu langweilig. Von den Basketball-Profis, die zu einem erheblichen Teil den Lagerbestand ihrer Gage innerhalb weniger Jahre durchbringen, war hier schon mal die Rede. Die betrachten das Leben als Casino, wo jemand wie Charles Barkley dann gleich 400.000 Dollar verjubelt und nicht gleich bezahlen kann. Die Leute brauchen Rat, sagt der ehemalige Baseball-Profi Lenny Dykstra, der den unter anderem mit Hilfe einer edel gemachten Zeitschrift - Players Club - dem exklusiven Kreis zukommen lassen will (wirklich lesenswerte lange Geschichte über dieses Projekt und Dykstra im New Yorker vom März). Tipps vom einstigen Doper und Zocker (Bild links) zum Thema Geld? Der andere in seiner aktiven Zeit an Tonya Harding erinnerte?

Daran muss man unweigerlich an einem Tag denken, an dem einem die Nachricht vom Selbstmord eines Mannes in die Hände fällt, der allein mehrere NFL-Profis um 20 Millionen Dollar gebracht hat. Das Geld anderer Leute verbrennen ist nicht automatisch strafbar. Aber dieser Bursche, ein Harvard-Absolvent, scheint dabei ein paar Gesetze gebrochen zu haben und wurde verurteilt. Ehe er erfuhr, wie hoch die Strafe ausfallen würde, knüpfte er sich in seiner Zelle einen Strang aus Bettlaken. Trotz des Suizids noch nicht aus dem Schneider: die Spielergewerkschaft der NFL, die angeblich den schlechten Finanzberater noch weiter empfahl, als längst klar war, dass er nicht vertrauenswürdig ist.