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30. September 2009

Tiger Woods: Die erste Milliarde ist geschafft

Es kam der Tag, der kommen musste. Der letzte Tag im September und ein Tag, an dem das Wirtschaftsmagzin Forbes erklärte: Tiger Woods hat soeben die Marke von einer Milliarde Dollar an Einkünften im Rahmen seiner Profilaufbahn überschritten. Die Behauptung basiert in der Hauptsache auf Interpolationen und Annahmen, da die Details der Werbeverträge des besten Golfers der Welt nicht öffentlich bekannt sind. Mit anderen Worten: Kann sein, dass er noch ein gutes Stück drunter liegt. Kann aber auch sein, dass er schon mehr eingenommen hat. Üblicherweise rechnet Forbes beim Hochrechnen wirklich zu hoch.

Die Nachricht wirkt nicht überraschend. Denn so etwas hatten andere bereits vor Jahren prognostiziert. Allerdings dass er eine solche Summe bereits mit 33 Jahren zusammenkratzen konnte, hat dann doch kaum jemand vorhergesagt. Forbes meint übrigens, dass Woods allein bei Nike jedes Jahr um die 30 Millionen Dollar verdient. Was er mit dem Geld macht, weiß das Blatt nicht.

6. September 2009

Das Millionen-Spiel

Mal ein paar Zahlen aus der NFL aus einem Beitrag auf Deadspin vom Freitag:

Durchschnittliche Einnahmen pro Team
Eintrittskarten: 59 Millionen Dollar
Regulärer Fernsehvertrag: 94 Millionen Dollar
DirectTV Satelliten-Fernsehvertrag: 22 Millionen Dollar
Ertrag nach Abzug aller Kosten und Gehälter: 32,3 Millionen Dollar

Warum ist das alles interessant? Die Durchschnittszahlen basieren – anders als in den anderen großen Ligen in den USA – auf einer relativen Parität. Der Unterschied im wirtschaftlichen Bruttoergebnis zwischen dem einnahmestärksten Club (Washington Redskins) und dem schwächsten (Detroit Lions) liegt bei 66 Prozent.

Nicht im Text angesprochen, aber gerne an dieser Stelle hinzugefügt:
Die Salary Cap steigt in der kommenden Saison auf 128 Millionen Dollar. Mit anderen Worten: Die Spieler partizipieren in toto ganz ordentlich an den Erlösen. Die Probleme der Aktiven liegen woanders: Es gibt keine garantierten Verträge. Der Job geht extrem auf die Knochen. Die tarifvertraglich abgesicherte Altersvorsorge ist anämisch.

Darüber wird die Spielergewerkschaft demnächst mit der Liga zu reden haben. Denn der Tarifvertrag läuft aus. Ohne einen neuen Deal läuft auch die Salary Cap aus und ermöglicht den wohlhabenden Clubs, sich ähnlich zu verhalten, wie das die Hyperreichen in den anderen Ligen tun (New York Yankees, New York Knicks). Mal abgesehen davon, dass Geld allein nicht reicht, um sportlichen Erfolg zu erzielen, dürfte damit der große Zahltag für Top-Spieler kommen, die sich auf dem freien Markt befinden werden.

22. April 2009

Karriereweg: Blogger

Nachdem die Bloggerei jahrelang von den Kollegen in den etablierten Medien als irrelevant heruntergespielt wurde und in dem einen oder anderen Fall sogar die Zahlen über den Leserzuspruch falsch und viel zu niedrig angegeben wurden, spürt man jetzt den Umkehrtrend. Bloggen wird von Leuten in den Elfenbeintürmen zum lukrativem Berufsbild ausgerufen. Und natürlich entspricht auch das nicht der Realität. Der Mangel an Präzision in der Bewertung der Entwcklung betrifft noch nicht mal die Tatsache, dass der Blogosphäre gerne neue Informationsdienstleister zugeordnet werden, die lupenrein betrachtet dort gar nicht hingehören. So wie etwa die außerordentlich populäre Huffington Post, wo man sich an den Nachrichtenfluss der klassischen Produzenten anhängt, oder wie Talking Points Memo, wo scharfsinniger News-Journalismus mit vielen eigenen Recherchen angeboten wird und man den Aktualitätsanspruch von Nachrichtenagenturen mit dem Schreibstil und dem Themenesprit der Politmagazine kombiniert. Es geht auch diesmal wieder um Zahlen. Genauer: um die Einkommenssituation. Wieder haben sie nichts mit der Wirklichkeit zu tun, wie innerhalb kurzer Zeit gleich an mehreren Stellen als Reaktion auf diesen Artikel im Wall Street Journal angemerkt wurde. Es scheint so, als ob die Systematik des Denkens bei Themen, die etwas schwieriger zu recherchieren sind, nicht weiter reicht als irgendwelche Kennziffern aufzutreiben und von ihnen gewagte Schlussfolgerungen abzuleiten.

19. März 2009

Gold, Silber, Bronze und das alte Eisen

Mir dräut schon länger, dass die "Olympischen Spiele der Neuzeit", wie sie immer gerne genannt werden, mit ihrem Gold-, Silber- und Bronzekram demnächst zum alten Eisen gehören werden. Die Prognose von dieser Stelle lautet: Nach 2016 Chicago wird das Licht ausgemacht.

Klingt gewagt, wird aber immer wahrscheinlicher. Erstens weil dieser Sportarten-Mix hundert Jahre nach der Erfindung der Mischung nur noch sehr wenig mit der Interessenlage des Publikums zu tun hat. Man kann zwar so tun, als ließe sich an Turnen oder Leichtathletik oder Eiskunstlauf im Vier-Jahres-Turnus hinreichend Interesse erzeugen. Aber dabei handelt es sich um Selbstbetrug. Würden die Olympischen Spiele über Eintrittsgelder im Stadion oder in der Halle finanziert, wäre diese Traumvorstellung vielleicht noch eine Weile länger gestattet. Aber die Spiele werden von Sponsoren und Fernsehgeldern getragen (und refinanziert durch Werbeinnahmen, die aus den Kassen der gleichen Sponsoren kommen). Und diese Firmen wollen einen ROI, einen return on investment. Und was bekommen sie statt dessen? Einen Wasserkopf plus zahllose von Verbänden organisierte quasiindustrielle Trainingskomplexe, die alle immer teurer werden, aber weder den olympischen Gedanken noch das Interesse an sportlichen Wettkämpfen fördern.

Das liegt zum einen daran, dass in den Gewölbekellern dieser Strukturen die Termiten hausen: die Manipulateure, die mit Geld (Stichwort: Korruption) und mit Chemie (Stichwort Doping) den Ausgang der Ereignisse beeinflussen. Und es liegt zum anderen daran, dass die olympische Idee aus einem Vielnationen-Europa stammt, in dem es eine jingoistische Rivalität der großen Länder gab, die im Sport ein Ventil für ihre kriegslüsterne, menschenverachtende, politische Grundeinstellung sah.

In der Zeit des Kalten Kriegs wurde diese Rivalität ein letztes Mal zum Spannungsfaktor für Sport, als zuerst die Sowjetunion die Hegemonie der Altmächte in Frage stellte und dann die DDR mit einer effizienten Leistungsfabrik, wie es sie noch nie gegeben hatten, den alten Amateurbegriff endgültig aushebelte. Die hohe Zeit wurde übrigens von Leichtathletikländerkämpfen markiert, die zwei Tage lang dauerten und riesige Stadien füllten. Sport als Symbol und Identifikationsszenario für den Wettstreit der Systeme — ja, das hatte noch was. Das machte Lust auf mehr.

(Empfehlenswert: dieser Ausschnitt aus der amerikanischen Wochenschau von 1962 zum Wettkampf zwischen den USA und der UdSSR in Stanford, der an zwei Tagen zusammen 150.000 Zuschauer auf die Beine brachte. Ab 2:18 Min.)


Schauen wir nach vorne und malen wir uns aus, was uns wohl in der Zukunft Lust auf mehr machen wird, kommt man ganz bestimmt nicht auf Leichtathletik oder Schwimmen, die beiden Kernelemente der Sommerspiele. Man kommt eigentlich auf gar nichts. Was nicht weiter schlimm sein sollte. Das hat es schon immer gegeben, dass Strukturen und Organisationsweisen verschwinden, die eine Zeitlang überhaupt nicht wegzudenken waren. Der Adel, der vor hundert Jahren noch das Heft in der Hand hatte, ist heute nur noch so eine Art Deko. Der real existierende Sozialismus, der einst unverrückbar und machtvoll schien, ist zerkrümelt. Kolonien wurden in die Unabhängigkeit entlassen und könnten, wie etwa im Falle Indiens, noch eines Tages ziemlich groß raus kommen. Und dass die neue Generation der Oligarchen (egal aus welchem Land) am Ruder bleibt, darf man bezweifeln. Denn bei denen handelt es sich nicht um nützliche Mitglieder des Sozialverbands, sondern um Parasiten, die notfalls mit purer Brutalität ihre Machtstellung behaupten.

Warum dieses Traktat heute und an dieser Stelle? Weil im IOC der Verteilungskampf um ein knappes Gut begonnen hat – das liebe Geld – und weil die wichtigen Leute auf beiden Seiten schon mal die Schienbeinschoner angezogen haben. Dieser Kampf markiert den Anfang vom Ende.

16. März 2009

Bei Lenny ist der Lack ab

Die Zeit des Eindruckschindens für Lenny Dykstra ist vorbei. Und die erste große Geschichte, die seine fragwürdigen Geschäftsmethoden beschreibt, kann man jetzt auch lesen.  Es dürfte viele Leute geben, denen der Großkotz noch Geld schuldet. Sicher vor allem Schreiber, Fotografen und andere Kreative, die im Zweifel meistens eher leichtgläubig durchs Leben marschieren und an das gute im anderen Menschen glauben.  Zur Einstimmung möge man sich diese beiden vorausgegangenen Posts aus dem letzten Jahr gönnen. Und zum Schluss die Propaganda in diesem Trailer für einen HBO-Dokumentarfilm aus der Zeit, als Dykstra noch jedem direkt ins Gesicht lügen konnte.

29. Mai 2008

Lenny will nicht zahlen

Kaum schreibt man über Lenny Dykstra und sein Magazin-Projekt, muss man auch schon eine schlechte Nachricht hinterherschieben: Weil sich der ehemalige Baseball-Profi und der Hersteller seines Magazins streiten, warten die freien Journalisten, die für die zweite und dritte Ausgabe gearbeitet haben, auf ihre Honorare. Dass sie das Geld noch bekommen werden, scheint unwahrscheinlich. Merke: Die sind zwar nicht halb so hoch wie die Gagen amerikanischer Athleten in den vier bedeutendsten Ligen. Aber auch nicht so niedrig, dass es sich die Autoren leisten könnten, ihre Texte ohne Entschädigung zu recherchieren und zu schreiben. Die New York Post hat versucht, Licht in die düstere Affäre zu bringen. Einzige Moral: Vor großkotzigen Typen wird (noch einmal) gewarnt. Sie halten (meistens) nicht, was sie versprechen.

26. Mai 2008

Tipps fürs Verbrennen von Geld

Amerikas Athleten verdienen mittlerweile so viel Geld, dass sie Berater brauchen, um es zu verwalten. Sicher, man könnte es so anlegen wie die Chinesen das mit den Milliarden aus dem Handelsbilanzüberschuss mit Amerika machen. Sie kaufen Obligationen aus Washington. Festverzinslich. Mündelsicher. Aber das ist den meisten vermutlich zu langweilig. Von den Basketball-Profis, die zu einem erheblichen Teil den Lagerbestand ihrer Gage innerhalb weniger Jahre durchbringen, war hier schon mal die Rede. Die betrachten das Leben als Casino, wo jemand wie Charles Barkley dann gleich 400.000 Dollar verjubelt und nicht gleich bezahlen kann. Die Leute brauchen Rat, sagt der ehemalige Baseball-Profi Lenny Dykstra, der den unter anderem mit Hilfe einer edel gemachten Zeitschrift - Players Club - dem exklusiven Kreis zukommen lassen will (wirklich lesenswerte lange Geschichte über dieses Projekt und Dykstra im New Yorker vom März). Tipps vom einstigen Doper und Zocker (Bild links) zum Thema Geld? Der andere in seiner aktiven Zeit an Tonya Harding erinnerte?

Daran muss man unweigerlich an einem Tag denken, an dem einem die Nachricht vom Selbstmord eines Mannes in die Hände fällt, der allein mehrere NFL-Profis um 20 Millionen Dollar gebracht hat. Das Geld anderer Leute verbrennen ist nicht automatisch strafbar. Aber dieser Bursche, ein Harvard-Absolvent, scheint dabei ein paar Gesetze gebrochen zu haben und wurde verurteilt. Ehe er erfuhr, wie hoch die Strafe ausfallen würde, knüpfte er sich in seiner Zelle einen Strang aus Bettlaken. Trotz des Suizids noch nicht aus dem Schneider: die Spielergewerkschaft der NFL, die angeblich den schlechten Finanzberater noch weiter empfahl, als längst klar war, dass er nicht vertrauenswürdig ist.

31. Januar 2008

NBA-Spieler: Fünf Jahre nach dem Ende der Karriere sind die meisten pleite

Die Nachricht des Tages aus dem amerikanischen Sport, dessen Medienvertreter zur Zeit damit beschäftigt sind, lieber Nachrichten vom Super Bowl aus Phoenix zu produzieren, die keine sind: 60 Prozent aller NBA-Profis sind fünf Jahre nach dem Ende ihrer Karriere pleite. Das hat die Spielergewerkschaft neulich in einem Treffen mit Spielern auf den Tisch gebracht und betont, es handle sich dabei um eine Schätzung, nicht das Resultat einer Studie. Vielleicht ist die Zahl leicht aufgepeppt. Aber selbst wenn. Das wären immer noch eine Menge Leute, die mittlerweile im Schnitt 5 Millionen Dollar im Jahr brutto verdienen und im Regelfall mit mehrjährigen Verträgen ausgestattet werden, aber weder vorher noch hinterher den Peil haben, wie man mit dem Geld so komfortabel wirtschaftet, dass man nicht in die Bredouille kommt.

Die Ursache für das selbst verschuldete Elend liegt in einer seltsamen Verhaltenskultur. "Viele Spieler wollen, dass die Leute Menschen in ihrer Umgebung so teuer leben wie sie. Damit fällst du in ein Loch:, sagte Jason Kapono dem Toronto Star. "Du kaufst das große Haus für diese Leute. Sie wollen nicht länger in dem billigen Auto fahren. Das große Haus führt zum großen Auto, zu besserer Kleidung, besseren Restaurants und solchen Sachen. Es ist ein Lawine. Deshalb schockiert mich die Statistik auch nicht. Ich habe das alles gesehen." (via The Big Lead)

15. Dezember 2007

Gazprom heizt der NHL ein: Neue Liga in Europa auf dem Reißbrett

Der ehemalige russische Nationalspieler und NHL-Profi Igor Larionow und Bob Goodenow, der frühere Geschäftsführer der NHL-Spielergewerkschaft arbeiten an einem ambitionierten Projekt: Sie sollen im Auftrag des russischen Unternehmers Alexander Medwedjew eine Europaliga auf die Beine stellen, die es sportlich gesehen mit der National Hockey League aufnehmen kann. Medwedjew ist zweiter Mann bei Gazprom, wo man sich schon länger für eine Achse zum Sport interessiert. Der früheste Termin für die Aufnahme des Spielbetriebs wäre der kommende September. Hinter den Kulissen finden nach Recherchen des Toronto Star bereits Gespräche über Fernsehrechte und Kommentatorenverträge statt.

In Russland dürfte die Idee ganz gewiss auf fruchtbaren Boden fallen. Dort stehen die Verantwortlichen schon länger auf der Bremse und lassen keine jungen Spieler Richtung Nordamerika ziehen, weil man keine Lust mehr hat, als billige Nachwuchsausbildungsstätte für die NHL zu fungieren. Die Abgeltung pro Jungprofi liegt bei müden 200.000 Dollar. In Schweden sieht man die Sache ähnlich.

Gazprom ist Eigentümer von SKA St. Petersburg, wo Medwejew als Präsident im Einsatz ist. Die neue Liga soll sich zuerst einmal mit Teams im Westen Russlands und im Baltikum etablieren. Es scheint Interesse aus Finnland zu geben, wo man unter den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines kleines Landes Profieishockey nur schwer im Alleingang unterhalten kann.

Sollten sich finanzstarke Unternehmen an dem Projekt beteiligen, wird man das schon bald in der NHL zu spüren bekommen, weil Qualitätsspieler abwandern. Den Kanadiern dürfte das in ihrem bornierten Blick auf die Geschichte des Spiels eher recht sein. Vor allem ihr Nachwuchs hatte in den letzten 15 Jahren angesichts der Invasion von stocktechnisch besseren Talenten aus Europa oft das Nachsehen.

9. Dezember 2007

Der Klingelbeutel: Urteil für Vick

• MONTAG IST großer Michael-Vick-Tag. Dann erfährt der ehemalige Quarterback der Atlanta Falcons, der schon seit ein paar Wochen aus freien Stücken im Gefängnis sitzt, wie lang die Strafe ausfallen wird, die er sich mit seinen Hundekämpfen eingehandelt hat. Das Maximum liegt bei fünf Jahren.

• VOR EINER GANZEN WEILE erlitt ein Projekt Schiffbruch, das auf dem Papier zumindest nach Gold und Diamanten roch: Es hieß mvp und hatte als Protagonisten die Herren Michael Jordan, Wayne Gretzky und John Elway. Es sollte auf den Wogen des ersten Internetbooms segeln, bis sich zeigte, dass die enormen finanziellen Erwartungen der Vermarktungsplattform dreier Sportlegenden außer Spesen und vielen Kosten nichts produziert. Die Stars verbrannten 65 Millionen Dollar aus der eigenen Tasche. Man fühlt sich unweigerlich daran erinnert, wenn man liest, wie sich Basketballer LeBron James im zarten Alter von 22 auf eine Rolle als primus inter pares bei der Vermarktung anderer Sportler zutraut. Sein Laden - genannt LRMR - dürfte zwar im Moment sehr viel Rückenwind haben, weil seine Position als erfolgreiche Werbefigur unangetastet ist. Aber das viele Geld, das er und seine engen Berater in die Hand nehmen, um langsamm aber sicher ein kleines Imperium aufzubauen, bringt vorläufig überhaupt keine Zinsen, falls es überhaupt je dazu kommt. Viel mehr über die Rolle, die James im amerikanischen Sportkommerz spielen will, findet man in einer umfangreichen und ausführlich recherchierten Geschichte des US-Wirtschaftsmagazins Fortune (via nba-blog).

• DAVID BECKHAM will bekanntlich dem Fußball in den USA aus seinem Stadium eines Schwellenlandes heraushelfen und ganz nach oben führen. Und zwar ganz persönlich. Wenn er so weiter macht, wird er in etwa 3000 Jahren jedem Aspiranten im direkten Gegenüber eine kleine Unterrichtseinheit vermittelt haben. So eine wie im Fall der Kinder des Rappers Snoop Dog. Diese soll allerdings im Fernsehen laufen. Sie muss besonders beeindruckend ausgefallen sein. Was aus der Sache mit Angelina Jolies Sohn geworden ist, bleibt weiterhin ein Rätsel. Im Moment ist der allerdings in New Orleans schwer beschäftigt und hat das Projekt vielleicht schon wieder vergessen.

29. November 2007

"Die größten NBA-Diebe"

Dies ist mal eine Liste, die weit weniger willkürlich ist als die meisten anderen und die auch noch ein paar nützliche Informationen enthält. Der Blog Epic Carnival hat sie mit der Überschrift versehen: "Die dreizehn größten NBA-Diebe". Ein paar der Namen werden Lesern bereits geläufig sein (Stephon Marbury, Erick Dampier, Shaquille O'Neal, Ben Wallace, Michael Finley) andere sind den Fachleuten vermutlich ein Begriff. Nur zur Erklärung: Was die Burschen tun, ist nicht verboten. Sie erhalten einfach nur viel zu viel Geld für eine allenfalls mediokre Leistung. Man könnte sie also auch Nichtsnutze nennen.

19. August 2007

Amerikas größter Olympia-Sponsor zieht sich zurück

Und dann kam irgendwann der Tag, an dem der Vorstand des Automobilkonzerns General Motors die vorliegenden Zahlen genauer betrachtete und feststellte, dass es sich wirklich nicht rentiert, pro Jahr 100 Million Dollar in die mit den Olympischen Spielen verbundenen amerikanischen Sportler und Sportverbände und die dazugehörige Werbung im Fernsehkanal NBC zu investieren. Und dann taten sie, was alle Leute tun würden, die rechnen können: Sie erklärten ihre Rolle als Sponsor für beendet. Wirksam wird die Maßnahme nach den Spielen in Peking im kommenden Jahr. Wie die US-Verbände das riesige Loch stopfen wollen, ist niemandem klar. Dass das Geld weiter aus der Autoindustrie kommen wird, gilt als unwahrscheinlich. Detroit pfeift aus dem letzten Loch und macht Milliardenverluste. Die einzigen Wirtschaftszweige, die wirklich gut verdienen - Rüstung, Pharma und der Elektronikbereich - werden sich schwer tun, das Geld übrig zu machen, um sportliche Wettbewerbe zu finanzieren, die sich allmählich von innen heraus selbst aushöhlen (Stichwort: Doping). Sollte Chicago den Zuschlag für die Spiele 2016 bekommen, gibt es vielleicht noch mal Motivation.

25. Juni 2007

Marion Jones ist pleite

Marion Jones hat einst als alles überragende Figur der amerikanischen Leichtathletik sehr viel Geld verdient. Inzwischen ist sie offensichtlich pleite, während sie gleichzeitig einigen Leuten noch immer erhebliche Beträge schuldet. Nach Recherchen der Los Angeles Times hat die 31-jährige im Rahmen eines anhängigen Zivilgerichtsverfahrens erklärt, dass die Gesamtsumme ihrer flüssigen Mittel bei unter 2000 Dollar liegt. Im letzten Jahr nahm ihr danach sogar die Bank ihre Villa in Chapel Hill/North Carolina ab, nachdem sie die Hypothekenzahlungen schuldig geblieben war. Sie musste angeblich zwei weitere Häuser in North Carolina verkaufen, um ausstehende Rechnungen zu bezahlen und verlegt sich seitdem aufs Beten, wie sie dem Anwalt der Gegenseite im Streit mit Ex-Trainer Dan Pfaff um ausstehende Honorarzahlungen vonmehr als 200 000 Dollar erklärte. Der wollte herausfinden, wo denn die Millionen geblieben seien, die sie in den Jahren zuvor verdient hatte. “Das wüsste ich auch gerne”, sagte sie. “Rechnungen. Anwälte. Eine Menge unterschiedliche Dinge, um den Lebensstil aufrecht zu erhalten.”

Jones lebt inzwischen in Austin mit ihrem zweiten Ehemann, dem Sprinter Obadele Thompson aus Barbados, der in Sydney über 100 Meter die Bronzemedaille gewonnen hatte. Ob sie ihre sportliche Karriere fortsetzen wird, ist nicht bekannt.
Blick zurück: Jones ist verschwiegen

27. März 2007

Richterlich bestätigt: Dirk ist ein Künstler

Es gab mal eine Zeit, da konnte man sich von der Künstlersozialkasse befreien lassen. Für manche machte das eine Menge Sinn, besonders für jene, die damals bereits eine Menge für die eigene Altervorsorge getan haben. Und natürlich für Millionäre. Dirk Nowitzki hat das offensichtlich versäumt. Sonst hätte es jetzt nicht diesen Rechtsstreit um seinen Auftritt in einem Werbespot für die Frankfurter Bank ING-DiBa gegeben. Die Richter des hessischen Landessozialgerichts folgten erstens nämlich nicht nur der Auffassung der Sozialversicherung, wonach das Finanzinstitut für die fraglichen Werbespots mit Nowitzki einen fünfstelligen Betrag an die Künstlersozialkasse abführen muss. Es entschied zweitens, dass der Mann von den Mavericks nicht befreit ist, woraus sich drittens ergibt, dass er seinen Teil spätestens mit der nächsten Steuererklärung noch nachschieben muss. Und viertens ist damit (vorläufig, weil niederinstanzlich entschieden) klar, dass der manchmal etwas staksig wirkende Basketballprofi ein Künstler ist - wenn er vor der Kamera steht. Das Ganze reimt sich nicht wirklich zusammen, außer für die Künstlersozialkasse, die nun auch noch einen üppigen Betrag von Nowitzki erwartet. Daraus lässt sich übrigens hochrechnen, wieviel Honorar bei diesem Deal zwischen Trikotsponsor ING und dem wackeren Franken über den Tisch gegangen sein müssen: Minimum eine Million Euro. In der Meldung, die den Sachverhalt in knappen Worten wiedergibt, steht nicht, was den Ausschlag für die Entscheidung des Gerichts gegeben hat. Hoffentlich nicht das Video von der Gitarreneinlage mit Steve Nash:

Das haben übrigens laut YouTube erst 31 American-Arena-Leser angeschaut. Wird Zeit, dass sich das ändert. (Stand Januar 2008: Es hat sich geändert. Jetzt waren es schon 159. Wir zählen weiter mit...)

23. Februar 2007

Pippens Comeback: Der Mann ist so was von pleite

Was macht ein alternder Profisportler, wenn all die Geschäfte nach dem Karrierende in einer tiefdunklen Ecke im Keller enden? Er bemüht sich um ein Comeback. Henry Maske wird nachgesagt, dass das sein Hauptmotiv sei (da war etwas mit Immobiloien und Verlusten, heißt es). Am 31. März ist Kassensturz gegen Virgil Hill. Scottie Pippen braucht ebenfalls Geld. Viel Geld, wie die Chicago Sun-Times heute meldet. Der 41jährige schuldet einem Finanzinstitut 5,021 Millionen Dollar aus einem Streit, der auf jene Zeit zurückgeht, als dem ehemaligen NBA-Profi sein eigenes Privatflugzeug gehörte, eine Grumman Gulfstream II. Das hat ein Gericht noch einmal bestätigt. Aber das ist nicht alles. Die Zeitung rechnete hoch, dass Pippen etwa 27 Millionen Dollar verloren hat, weil er miserable Berater hatte. Als er 2005 mit Hilfe einer Klage zumindest einen Teil dieser Verluste wieder hereinholen wollte, verlor er den Prozess. Pippen war schon immer vergleichsweise schlechter dran als sein hervorragend entlohnter Nebenmann Michael Jordan. Aber nicht ohne eigene Schuld. Bei dem ersten langfristigen Vertrag mit den Bulls nahm er auch deshalb Abschläge in Kauf, weil ihm die Arbeitsplatzssicherheit vorging. Später, ohne Jordan, fiel er in Chicago meistens als Schmoll- und Mecker-Miesepeter auf. Auch das war keine gute Voraussetzung, um lukrative Abschlüsse hinzubekommen. Das Resultat all dessen ist trotzdem ungerecht. Pippen gehört zu den besten 50 NBA-Spielern aller Zeiten.
Blick zurück: Pippen kündigt sein Interesse an einer Rückkehr in die NBA an

14. Januar 2007

Warnung an alle NFL-Profis: Frauen sind gefährlich

Die NFL veranstaltet jedes Jahr für die jungen Nachwuchsspieler ein viertägiges Seminar, bei dem ihnen eindringlich der bestmögliche Umgang mit einer Reihe von Nicht-Football-Fragen eingeschärft wird: der Umgang mit Geld etwa, der Umgang mit schrägen Vögeln aus dem Ghetto und aus anderen gesellschaftlichen Bereichen. Auch der Umgang mit Frauen wird besprochen. Und zwar aus dem Blickwinkel eines Mannes, der glaubt - weil nicht besonders helle im Kopf, aber ziemlich wohlhabend und stolz darauf - dass die Vertreter des anderen Geschlechts ihn nur deshalb so attraktiv finden, weil er so attraktiv aussieht (selbst wenn er überhaupt nicht attraktiv aussieht, sondern wie ein Panzer aus Haut und Fett).

Die Veranstaltung sollte, abgesehen von ihrer subtil mysogynistischen Ausrichtung, jedem NFL-Profi eine massive Warnung sein, besonders vor Frauen, die nur das eine wollen: den Kassensturz nach der Scheidung. Oder lange vor einer Heirat eine Vaterschaftsklage mit einer Gewinnquote wie beim Lottogewinn. Aber was macht Michael Strahan von den New York Giants, der sich in einer langen Karriere den Ruf einer der besten Defensivspieler in der Liga erarbeitet hat? Er lässt seinen eigenen Anwalt einen Ehevertrag entwerfen, der ihm mehr als die Hälfte seines Vermögens kostet.

Die Geschichte wurde soeben von der New York Post en detail ausgebreitet und ist vor allem deshalb interessant, weil sie zeigt, dass Strahan, der inzwischen auch mit Werbespots Geld verdient, nicht nur beschränkt, sondern auch grenzfällig sozialgefährlich ist. So hat er wohl unter anderem die Schwester seiner Ex-Frau mit einer versteckten Kamera gefilmt, als sie sich bei einem Besuch im Haus der beiden in ihrem Zimmer entkleidete. Er soll außerdem auf Dokumenten die Unterschrift seiner Ex-Frau gefälscht haben, um in dem Streit ums Geld bessere Karten zu haben. Und mit Hilfe von Anwälten versucht haben, sie einzuschüchtern, damit sie nachträglich der Änderung des Ehevertrags zustimmt. Dem Richter hat das alles überhaupt nicht gefallen und so darf Strahan von seinem Vermögen von rund 22 Millionen Dollar einen Betrag von 15,3 Millionen Dollar an Jean, die Mutter seiner Zwillingstöchter, abzweigen und jedes Jahr noch Alimente nachreichen. Das Paar hatte 1999 geheiratet. (via Can't Stop the Bleeding)

14. August 2006

Reich und einflußreich: Die 20 Top-Sportler

Jedes Jahr machen sich die Kollegen des Wirtschaftsmagazins Forbes in New York die viele Arbeit und versuchen herauszufinden, wieviel Geld Menschen verdienen, die berühmt dafür sind, berühmt zu sein. Zu dieser Kategorie gehören Filmschauspieler und Regisseure, Popmusiker, Talkshow-Gastgeber, Schriftsteller, Köche, ja, Köche sowie ehemalige und aktive Sportler. Anschließend machen sich die Kollegen daran, die Zahlen mit ein paar Popularitätsmessungen abzugleichen (wer ist wie oft auf welchen Titelseiten und in welchen Talk-Shows) und am Ende ermitteln sie ein Power-Ranking. Auf Platz eins in diesem Jahr landete die Hollywood-Figur Tom Cruise. Wie es den Sportlern erging, die insgesamt 20 der 100 Spitzenplätze belegen, zeigt die nachfolgende Tabelle (in Klammern die Positionen des Vorjahres). Rein von den Einnahmeverhältnissen müsste man auch einen Mann wie Dirk Nowitzki in diese Liste einordnen. Aber offensichtlich fehlt es ihm noch immer an Power. Kein Wunder, wenn man nicht Meister wird…

5. (2.) Tiger Woods, Golfspieler $90 Millionen
13. ( - ) Muhammad Ali, Boxer $55 Millionen
18. (47.) Phil Mickelson, Golfspieler $47 Millionen
25. (19.) Kobe Bryant, Basketballer $31 Millionen
26. (16. Michael Jordan, Basketballer $32 Millionen
30. (17.) Michael Schumacher, Formel-1-Rennfahrer $58 Millionen
41. (5.) Shaquille O'Neal, Basketballer $30 Millionen
43. (26.) David Beckham, Fußballer $27 Millionen
46. (53.) LeBron James, Basketballer $26 Millionen
48. (48.) Alex Rodriguez, Baseballspieler $29 Millionen
52. ( - ) Tom Brady, Football-Quarterback $29 Millionen
53. ( - ) Ronaldinho, Fußballer $26 Millionen
58. (38.) Derek Jeter, Baseballspieler $27 Millionen
63. (57.) Maria Scharapowa, Tennisspielerin $19 Millionen
64. (63.) Valentino Rossi, Motorradrennfahrer $30 Millionen
73. ( - ) Carson Palmer, Football-Quarterback $28 Millionen
74. ( - ) Michelle Wie, Golfspielerin $17 Millionen
87. (62.) Serena Williams, Tennisspielerin $10 Millionen
90. (81.) Venus Williams, Tennisspielerin $7 Millionen
91. (89.) Annika Sörenstam, Golfspielerin $8 Millionen

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