Als das Video vor ein paar Tagen in der Blogosphäre die Runde machte, hielten sich die meisten mit ihren Beschwerden zurück. Josh Howard von den Dallas Mavericks hatte vor einem Fun-Event im Juni, das Allen Iverson ausrichtet, während des Abspielens der amerikanischen Nationalhymne schließlich nichts anderes gesagt als: 'The Star-Spangled Banner' is going on. I don't celebrate this shit. I'm black." Aber als sich die Sache herumsprach, krochen die Rassisten aus ihren Löchern. Howard, der sich bereits als Marihuana-Konsument geoutet hatte, ist eine ideale Zielscheibe. Er beißt sich nie auf die Zunge, ehe er etwas sagt. Die Resonanz hat dann aber irgendwann Mark Cuban entsetzt, weil der eine Menge des schlimmsten Materials in seiner Inbox fand. Seine Reaktion: Er publizierte in seinem Blog die krassesten Beispiele inklusive E-Mail-Adressen der Autoren.
So schnell kann es gehen. Im Amerika, "dem Land der Freien und der Heimat der Mutigen" (Zitat Nationalhymne). Frei und mutig dürfen nur die sein, die die patriotischen Parolen nachbeten und den Nationalstolz auf der Zunge tragen. Die anderen sollen gefälligst ihre Ansichten für sich behalten. Dass Profis, die im Jahr 80mal oder mehr stramm stehen müssen, um sich das Musikstück anzuhören, irgendwann allergisch werden, kann man verstehen. Die Tradition geht übrigens noch nicht so lange zurück und ist längst in eine inhaltsleere Routine abgedriftet, die von zweitklassigen Sängern bestritten wird. Aber wer stellt sich hin und sagt: Was soll der Scheiß? Niemand. Es gab immer wieder Fälle, in denen das Thema hochkocht. Zum Beispiel bei dem muslimischen NBA-Profi Mahmoud Abdul-Rauf von den Denver Nuggets, der sich demonstrativ umdrehte, wenn das einstmalige englische Trinklied mit dem Flaggen-Text vorgetragen wurde. Selbst wer etwas gegen das Abspielen der neuen Quasi-Hymne God Bless America hat, muss mit Ärger rechnen. Man denke an Carlos Delgado, der gegen den Krieg im Irak ist.
Wie geht es weiter? Wie geht Mark Cuban mit einem Spieler um, den er eigentlich schon vor Monaten hätte abgeben sollen? Wir bleiben am Ball.
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19. September 2008
18. Juli 2008
Mavericks: Lieber keine Kopfschmerzen
Die Dallas Mavericks wollen sich nicht so locker von Josh Howard trennen, auch wenn der zuletzt eher durchschnittlich gespielt hat und nicht so stark wie sein gut dotierter Vertrag dies normalerweise erwarten lassen würde. Der Faux-Pas mit dem Marihuana-Geständnis scheint nicht so lange nachgewirkt zu haben. Dabei wäre ein Tausch mit den Sacramento Kings für Ron Artest wirtschaftlich durchaus attraktiv. Der zweitberühmteste Übeltäter der Liga (nach dem Würger Latrell Sprewell, der bei Golden State seinen Trainer malträtiert hatte) verdient drei Millionen Dollar weniger pro Saison. Sein Vertrag läuft obendrein in einem Jahr aus. Aber die Mavericks haben offensichtlich noch mehr Sperrmüll im Keller, den sie erst mal los werden wollen: namentlich Jerry Stackhouse. Und so wurde aus der Transaktion nichts. Zumindest ist das die Version, die man den Zeitungen gefüttert hat. Tatsächlich liegt eine andere sehr viel näher: Rick Carlisle, der neue Trainer der Mavericks hatte hinreichend Kopfschmerzen dank Artest, als sie beide noch bei den Pacers waren. Dass sich ein Coach in seinem ersten Jahr bei einem neuen Club nicht schon wieder solchen Stress einhandeln möchte, liegt auf der Hand.
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28. Juni 2007
Draft-Tag in der NBA: Hochgejazzt und doch so tonlos
Nichts an den Spekulationen rund um die heute anstehende NBA-Draft ist wirklich inspirierend. Außer den Chefs von Portland und Seattle (und vielleicht noch Atlanta) weiß sowieso niemand, welche Szenarien greifen. Und die reden nicht darüber. Ein Grund mehr, sich mit anderen Aspekten der Draft zu beschäftigen, zum Beispiel den Edelsteinen, die manche Manager immer wieder weiter unten ausbuddeln. Aber das ist schwieriger, als wieder und wieder der hochgejazzten Frage nachzuhetzen, wer denn wohl die vermeintlichen Stars pickt. Warum? Dazu muss man sich ausführlicher mit dem weiten Angebot an Nachwuchsspielern beschäftigen, muss Collegemannschaften kennen, die es nicht bis zu den Final Four geschafft haben, und Basketballer aus anderen Ländern. Man muss sich auch ausmalen können, dass das Spiel Fünf gegen Fünf nicht nur von dominanten Figuren geprägt wird, sondern von einer geheimnisvollen Mischung von Talenten, die einander in einem bestimmten taktischen Gefüge ergänzen und sich gegenseitig besser machen. Und da müssten viele, nein, fast alle, eingestehen, dass sie gar nicht genug wissen, um sich auch nur leicht aus dem Fenster zu lehnen. Also gibt es von dieser Stelle aus keinen Piep zum Vor-Draft-Gedöns - nur ein Hinweis auf eine hübsche Geschichte in der New York Times von heute, in der jemand recht kundig die Schieflage in den populären Einschätzungen analysiert. Sein stärkstes Beispiel: Josh Howard, den Don Nelson 2003 nach Dallas holte - mit dem 29. Pick. Vier Jahre später schaffte er es ins All-Star-Team.
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19. Oktober 2006
Mavericks: Goldesel streckt sich
Irgendwann könnte Dirk Nowitzki mal die Fassung darüber verlieren, was die Leute um ihn herum alle für ein Geld verdienen. Geld, das zwar offiziell Mark Cuban gehört, aber ohne die Leistung des Deutschen und seine Sympathie beim Publikum überhaupt nicht zur Debatte stände. Wir reden nicht von Avery Johnson, der mit 4 Millionen Dollar im Vergleich zu anderen NBA-Trainern eher wenig verdient (siehe die Meldung von vor ein paar Tagen und die Gehaltsliste dazu). Nein, wir reden von Leuten wie Josh Howard, der heute seinen Vertrag verlängert hat. Die neue Vereinbarung bedeutet: Er bekommt im Verlauf von vier Jahren 40 Millionen Dollar und damit fast so viel wie Jason Terry. Erick Dampier - ein Null-Faktor in allen entscheidenden Belangen und ein Spieler, der bestenfalls die Hälfte eines Matches im Einsatz ist, weil er den Rest mit zu vielen Fouls auf der Bank verbringt - erhält dieses Jahr 9,6 Millionen Dollar und danach jedes Jahr ein bisschen mehr. Michael Finley, der seit über einem Jahr in San Antonio spielt, bezieht 17 Millionen Dollar (im nächsten Jahr sind es sogar 18 Millionen).
Der Wahnsinn sind nicht die Summen selbst, sondern die mangelhafte Ausgewogenheit. Center DeSanaga Diop ist inzwischen mindestens so wirkungsvoll wie Dampier, aber wird mit 2 Millionen Dollar abgespeist. So etwas ruiniert die Chemie in einer Mannschaft, die ohnehin - chemisch gesehen - nicht viel zusammenhält. Das konnte man in der Finalserie sehen, als die Mannschaft im dritten Spiel gegen Miami in Führung liegend einknickte und in den darauffolgenden drei Begegnungen wie nasse Pappe spielte.
Der Wahnsinn sind nicht die Summen selbst, sondern die mangelhafte Ausgewogenheit. Center DeSanaga Diop ist inzwischen mindestens so wirkungsvoll wie Dampier, aber wird mit 2 Millionen Dollar abgespeist. So etwas ruiniert die Chemie in einer Mannschaft, die ohnehin - chemisch gesehen - nicht viel zusammenhält. Das konnte man in der Finalserie sehen, als die Mannschaft im dritten Spiel gegen Miami in Führung liegend einknickte und in den darauffolgenden drei Begegnungen wie nasse Pappe spielte.
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