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23. Juli 2009

Gehälter für Nowitzki und Co.: Cuban lebt auf Pump

Der Chef von Dirk Nowitzki und der Mann, der den jungen Deutschen damals in Würzburg zusammen mit Trainer Don Nelson besuchte, um ihn dazu zu bewegen, in die NBA zu wechseln, tragen öffentlich eine interessante Fehde aus. Am lautesten kräht dabei Mark Cuban, der vermutlich Oberwasser hat, weil er erst vor kurzem einen Freispruch erster Klasse in einem anderen Fall erhalten hat. Im Grunde gar nichts sagt Ross Perot jr., der ehemalige Besitzer der Dallas Mavericks, der noch immer einen kleinen Anteil an der Halle hält, die der Club zusammen mit dem Eishockey-Team Dallas Stars vor ein paar Jahren gebaut hat. Was er nicht sagen will, sagt seine Klageschrift. Es geht um Darlehen in Höhe von 29 Millionen Dollar und eine komplizierte Schachtelbeteiligungssituation, in der Cuban offensichtlich sehr viel Management-Macht hat.

Zur Schachtelbeteiligung: Cuban gehört der Club und eine Mehrheitsbeteiligung an der Firma Radical Arena, der wiederum ein Drittel der Betriebsgesellschaft des American Airlines Center namens Center Operating Co. gehört. Perot ist mit der Firma Hillwood an Radical Arena beteiligt. Radical Arena erwirtschaftet Überschüsse, von denen Cuban in seiner Rolle als Chef das Geld seinem anderen Laden – den Mavericks – geliehen hat. Zunächst waren einfach nur die Zinssätze grandios niedrig. Dann aber schob Cuban die Fälligkeit des Kredits hinaus und spendierte sich für die ausstehende Summe eine noch niedrigere Verzinsung.

Sollten die von der Perot-Seite vorgebrachten Fakten stimmen, sehen wir hier nicht nur einen Finanzjongleur bei der Arbeit, sondern jemanden, der offensichtlich in seinem manischen Bedürfnis, seinen Spieleretat in die Höhe zu treiben, den Sinn für die Realitäten verloren hat. Tatsächlich verschleudern die Mavericks seit Jahren enorme Summen und müssen Luxussteuer an die NBA entrichten, weil sie über der Salary Cap liegen. Und das alles auf Pump. Die sportliche Leistung ist im Vergleich dazu undiskutabel. Auch wenn Cuban in seiner Stellungnahme seine Verschwendungssucht mit Worten wie "we tried to improve the team further" kaschiert.

Man sollte davon ausgehen, dass Nowitzkis Chef auch diesen Rechtsstreit nicht verlieren wird. Denn als Chef von all diesen Schachteln kann er schalten und walten und Geld von einer Ecke in die andere transferieren. Das wird ihm als nächstes ein Gericht bestätigen.

31. Mai 2009

Wenn die andern um den Titel spielen

Dies ist der Basketballspieler, für den Mark Cuban nichts übrig hatte (oder zumindest nicht genug). Und so bemühte er sich nicht um ihn (oder zumindest nicht genug) und überließ ihn den Los Angeles Lakers, wo er zum entscheidenden Puzzle-Stück in einer Mannschaft wurde, die ohne ihn keine Chance auf die NBA-Meisterschaft gehabt hätte.

Dies ist die Würdigung für diesen Basketballspieler aus der Feder von Peter Vecsey von der New York Post, der normalerweise alles und jeden niedermacht.

Dies ist der Spieler, den Mark Cuban dann statt dessen für eine enorme Summe und im Rahmen eines Megatrades nach Dallas holte, weil er sich keinen anderen Rat wusste.

Dies ist die Villa außerhalb von Seattle von einem Free Agent, der sicher gerne nach Dallas gekommen wäre, wenn die Kohle gestimmt hätte. Und dies ist die Mannschaft gegen die der Basketballspieler, von Memphis zu den Lakers ging, in seiner zweiten Finalserie in Folge antreten wird.

Und dies ist die Lage von Mark Cuban: Er denkt darüber nach, ob er seinem teuersten Spieler, der inzwischen stolze 36 Jahre alt ist, einen lukrativen Vertrag anbieten soll. Warum eigentlich nicht? Wer so gerne im Trüben fischt, sollte nicht nur deshalb von seiner Politik abweichen, nur weil die anderen den größeren Fang an Land ziehen.

21. April 2009

Zwischen Dementi und Demens

Mark Cuban ist nicht wie der Pauker im Spielmannszug, der hinten mitmarschiert und seinen Kollegen einfach nur stramm das Tempo signalisiert. Er ist auch der Tambourmajor und manchmal spielt er dazu noch eine schrille Flöte. Das klingt eigentlich nie gut, sondern immer nur nach Aufmerksamkeit heischend. Und es läuft mittlerweile auf unterschiedlichen Medienkanälen ab. Natürlich auch auf Twitter.

Das hat einen Blogger in Phoenix (von Bright Side of the Sun), der sich naturgemäß für den Status von Shaquille O'Neal interessiert und die Spekulationen über seinen eventuellen Wechsel nach Dallas, an seine Fähigkeiten als Ermittler in seiner Militärzeit erinnert. Und so hat er sich mit Emails an einen Bloggerkollegen in Texas gewannt und am Ende auch an Mark Cuban. Nur um festzustellen, dass Cuban selbst einfache Fragen, bei denen er in die Enge geraten könnte, rhetorisch geschickt nicht beantwortet (via Deadspin). In einem Interview mit spox hat Cuban zumindest eine Frage deutlich und klar beantwortet: Ja, es stimmt, er interessiert sich nicht mehr für den Kauf der Chicago Cubs. Allerdings ist die Begründung nachgerade unverständlich: "Dann kam aber die Wirtschaftskrise und plötzlich sah eine vernünftige Business-Entscheidung gar nicht mehr so vernünftig aus. Da habe ich mein Angebot zurückgezogen." Denn was soll die aktuelle Wirtschaftskrise mit einer langfristig gedachten Entscheidung über die Anschaffung eines populären Sportteams zu tun haben? Clubs wie die Cubs verdienen Geld. Auch in schlechten Zeiten. Und würde die Mannschaft es jemals wieder bis in die World Series schaffen und sie vielleicht sogar gewinnen, wären die finanziellen Eckdaten noch besser. Es kann aber sein, dass Meister Cuban mal wieder nur etwas ummänteln wollte und sich nicht klar ausdrücken. Sollte er das Projekt mit geliehenem Geld und mit Partnern finanzieren wollen, die im Moment auf dem Papier viel weniger wert sind als noch vor einem Jahr, hat er natürlich ein Problem.

Zum gegenwärtigen Stand der Entwicklung rund um die Cubs lohnt sich die Lektüre dieser Reuters-Meldung von vor ein paar Tagen. 900 Millionen Dollar wurde als Preis für das Team plus Wrigley Field und einen 25prozentigen Anteil an einem Sportfernsehkanal ausgehandelt, der viele Spiele der Mannschaft überträgt. Ob der Verkauf stattfindet, hängt davon ab, ob die anderen Clubeigentümer von Major League Baseball mehrheitlich dafür sind. Und der Konkursverwalter des gegenwärtigen Besitzers, des Tribune-Medienkonzerns, hat noch ein Wort mitzureden. Vielleicht denkt er ja, man hätte für das Paket weit mehr Geld herausholen können.

4. März 2009

Der Klingelbeutel: Die Walze kommt wieder in Bewegung

Dann wollen wir die alte müde Walze mal wieder ins Rollen bringen. Vielleicht quietscht es noch ein bisschen, bis wieder alles rund läuft.

Aus dem Töpfchen mit den frischeren Sachen:
Dallas-Mavericks Mark Cuban ist nach mehr als einer halben Saison aus Anlass einer fraglos grottigen Vorstellung seiner Mannschaft gegen Oklahoma City Thunder endlich der Kragen geplatzt. Wenn sich die Spieler nicht mehr anstrengen, stehen alle Jobs zur Disposition, auch der vermeintlich unverzichtbare Dirk Nowitzki. Wollen wir schon mal spekulieren, wohin Nowitzki getauscht wird? Leider steht ein Job überhaupt nicht zur Disposition: der des Teambesitzers.

Quarterback Kurt Warner hat gepokert und ganz gut ab geschnitten. Nachdem ihm die Arizona Cardinals zunächst bis zum Ende der Saison keinen neuen Vertrag angeboten hatten, obwohl sie ohne ihn die Super-Bowl-Erfahrung wohl auch weiterhin nur aus dem Fernsehen bezogen hätten (mit ihm hätten sie ihn fast gewonnen), hatten sie jetzt ein Einsehen. 23 Millionen Dollar über zwei Jahre auf dem Papier sind für Warner drin. Garantiert sind allerdings nur 10 Millionen Dollar. Eine solche Differenz ist typisch für die NFL, die, obwohl die körperlich brutalste von allen populären Mannschaftssportarten, die unromantischste Einstellung über die Einhaltung von Versprechen seitens der Clubbesitzer pflegt. Wenn einem Eigentümer oder Manager die Nase eines Spielers nicht mehr passt, kann er sich von ihm trennen und muss nicht bis zum Ablauf der ursprünglich vereinbarten Vertragsfrist weiterzahlen.

Ehe Rupert Murdoch den Laden übernahm, dachte man beim Wall Street Journal, dass es klug wäre, weibliche Leser aufzutreiben und ans Blatt zu binden. Und so entstand eine sehr brauchbare Wochenendbeilage, die nicht nur Frauen neugierig machte. Aber nun wird gegengesteuert. Das Wirtschaftsorgan mit der zweithöchsten Auflage von allen Tageszeitungen in den USA (hinter USA Today und vor der New York Times) will auch den Männern mehr bieten. Sechs Tage in der Woche wird es einen Sportteil geben. Dass der Themenkontext Wirtschaft und Sport untrennbar verwoben ist, sollte niemanden neu sein. Und dass man daraus publizistisch noch viele heiße Funken schlagen kann, ebensowenig. Aber was der Wahrheitsfindung dient (um mal mit Fritz Teufel einfach einen an die Wand zu malen), dient noch lange nicht der Gewinn- und Verlustrechnung. Mal sehen.

A propos Wahrheitsfindung. Es brummt einem noch im Ohr aus dem letzten Jahr, dass ein gewisser Theo Zwanziger öffentlich erklärte, er sei kein Prozesshansel. Inzwischen wissen wir nämlich, dass es sich damit wohl nur um eine schlichte Absichtserklärung gehandelt haben kann. Nicht um eine ehrliche und redliche Einschätzung seiner Neigungen und Ambitionen im Kampf um die Kommunikationsherrschaft. Mit seinem Geschwätz von gestern darf man dem Mann, der zwischendurch sogar seinen Rücktritt für den Fall ankündigte, dass er den Rechtsstreit mit Jens Weinreich verliert, aber vermutlich nicht kommen. Vom Rücktrittsgedanken ist er schließlich auch wieder zurückgetreten. Das wäre ja auch zu schön gewesen, wenn der Präsident des DFB seinen eigenen Worten eigene Taten folgen lassen würde. Das Dumme ist allerdings, dass der ohne Not von diesem Prozesshansel mit allen anwaltlichen Mitteln verfolgte Journalist Jens Weinreich, davon nichts hat. Im Gegenteil. Seine eigenen Anwalts- und Gerichtskosten steigen mit jedem neuen Verfahren und jedem neuen Versuch, die Wahrheitsfindung in dem seit Monaten brodelnden Streit hinauszuzögern. Kollege Weinreich hat angesichts der wirtschaftlichen Belastung erstmals um Hilfe nachgesucht. Das Sportnetzwerk und viele Blogger haben den Wink aufgenommen und den Ruf nach Unterstützung und Solidarität aufgegriffen. Es sollte allerdings an der Zeit sein, sich darüberhinaus wirksame Aktionen einfallen zu lassen, die das Verhalten und das Vorgehen der DFB-Spitze bloßstellen und kritisieren. Mehr dazu in den kommenden Tagen. Wer Lust und eigene Ideen hat, kann sich jetzt schon per E-Mail melden.

Die beste Quelle für den aktuellen Stand ist Jens Weinreichs eigene Webseite, wo er seit Monaten über alle Details berichtet. Überraschend kernig: der Kommentar von Stefan Niggemeier. Eine gute Ergänzung: Weinreichs Interview mit den 11 Freunden, das von der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung nachgezogen wurde.

30. November 2008

Dem Aktionär ist nichts zu schwer

Ein Hinweis auf einen Text, in dem es sehr viel um Aktien geht, aber noch mehr um Mark Cuban. Der Eigentümer der Dallas Mavericks bestreitet, auch nur irgendetwas Widerrechtliches getan zu haben (ein Vorwurf, der ihm von der Aufsichtsbehörde des US-Aktienhandels gemacht wird). Das Verfahren schwebt. Und wird wohl noch eine Weile weiterschweben.

10. Oktober 2008

Zu früh gefreut


Ein Möbelhaus in Chicago hat vorher den Werbefilm gedreht, den man hinterher nicht mehr rechtzeitig fertigbekommen würde: den Film mit den strahlenden Gesichtern von ehemaligen Chicago-Cubs-Spielern, die sich über den World-Series-Erfolg der Mannschaft freuen. Das wäre wirklich was gewesen. Die Cubs haben schließlich seit hundert Jahren nicht mehr gewonnen und sind nach dem Ende der Durststrecke in Boston so etwas wie das arme Waisenkind von Major League Baseball. Die Hoffnungen der Alten und der Jungen platzten in der ersten Runde der Playoffs gegen die Los Angeles Dodgers.

Andere Hoffnungen platzen in diesen Tagen ebenfalls. Zum Beispiel jene von Team-Besitzer Sam Zell, der bis vor kurzem den Eindruck hatte, dass er den Club für über eine Milliarde Dollar verkaufen kann. Das war der Preis, den Mark Cuban geboten hatte. Die Finanzkrise, die soeben an der Wall Street alle in Dollar und Cent ermittelten Wertmaßstäbe pulverisiert, wird auch auf den Marktwert von Teams durchschlagen. Vor allem dann, wenn jemand gezwungen ist, wie vor ein paar Minuten auf dem Börsensender CNBC geunkt wurde, den gesamten Club oder Anteile daran zu verkaufen, weil er dringend Geld braucht. So etwas drückt die Preise. Ob der Kollege dabei an die Probleme der Moores-Familie gedacht hat?

Mark Cuban war mit den Dallas Mavericks am Donnerstag zu einem Vorbereitungsspiel gegen die Chicago Bulls in Chicago und wurde natürlich vor allem wegen der Cubs von den Reportern gelöchert.

19. September 2008

Howard und die Hymne

Als das Video vor ein paar Tagen in der Blogosphäre die Runde machte, hielten sich die meisten mit ihren Beschwerden zurück. Josh Howard von den Dallas Mavericks hatte vor einem Fun-Event im Juni, das Allen Iverson ausrichtet, während des Abspielens der amerikanischen Nationalhymne schließlich nichts anderes gesagt als: 'The Star-Spangled Banner' is going on. I don't celebrate this shit. I'm black." Aber als sich die Sache herumsprach, krochen die Rassisten aus ihren Löchern. Howard, der sich bereits als Marihuana-Konsument geoutet hatte, ist eine ideale Zielscheibe. Er beißt sich nie auf die Zunge, ehe er etwas sagt. Die Resonanz hat dann aber irgendwann Mark Cuban entsetzt, weil der eine Menge des schlimmsten Materials in seiner Inbox fand. Seine Reaktion: Er publizierte in seinem Blog die krassesten Beispiele inklusive E-Mail-Adressen der Autoren.

So schnell kann es gehen. Im Amerika, "dem Land der Freien und der Heimat der Mutigen" (Zitat Nationalhymne). Frei und mutig dürfen nur die sein, die die patriotischen Parolen nachbeten und den Nationalstolz auf der Zunge tragen. Die anderen sollen gefälligst ihre Ansichten für sich behalten. Dass Profis, die im Jahr 80mal oder mehr stramm stehen müssen, um sich das Musikstück anzuhören, irgendwann allergisch werden, kann man verstehen. Die Tradition geht übrigens noch nicht so lange zurück und ist längst in eine inhaltsleere Routine abgedriftet, die von zweitklassigen Sängern bestritten wird. Aber wer stellt sich hin und sagt: Was soll der Scheiß? Niemand. Es gab immer wieder Fälle, in denen das Thema hochkocht. Zum Beispiel bei dem muslimischen NBA-Profi Mahmoud Abdul-Rauf von den Denver Nuggets, der sich demonstrativ umdrehte, wenn das einstmalige englische Trinklied mit dem Flaggen-Text vorgetragen wurde. Selbst wer etwas gegen das Abspielen der neuen Quasi-Hymne God Bless America hat, muss mit Ärger rechnen. Man denke an Carlos Delgado, der gegen den Krieg im Irak ist.

Wie geht es weiter? Wie geht Mark Cuban mit einem Spieler um, den er eigentlich schon vor Monaten hätte abgeben sollen? Wir bleiben am Ball.

5. August 2008

Nachschlag für Nellie und Nowitzkis Knie

Außerhalb von Dallas tauchte diese Geschichte neulich gar nicht auf dem Radarschirm auf. So melden wir mit ein paar Tagen Verspätung: Don Nelson hat vor einem Schiedsgericht seinen Streit um ausstehende Honorare gegen Mark Cuban und die Dallas Mavericks gewonnen. Der ehmalige Mavericks-Coach und Förderer von Dirk Nowitzki erhält 6,3 Millionen Dollar, und zwar zack-zack. Die Kosten für die Auseinandersetzung, die sich auf rund 500.000 Dollar belaufen, darf Cuban obendrein bezahlen. Der Streit, der zwei Jahre schwelte, brachte mehr an den Tag als die abfällige Haltung des Clubbesitzers gegenüber einem ehemaligen leitenden Mitarbeiter. Nellies Anwälte baggerten unter anderem folgende Details aus:

Die Probleme zwischen den beiden Männern begannen während des Western Conference Finals, als sich Nowitzki eine Knieverletzung zuzog und der Coach seinen besten Mann lieber auf die Bank setzen wollte, damit der Schaden nicht größer wird. Cuban verlangte jedoch, dass der Würzburger spielt und setzte sich durch.

Anschließend wurde Nelson bei wichtigen Fragen von der Chefetage nicht mehr zu Rate gezogen. Auch nicht, als Cuban Spielmacher Steve Nash ziehen ließ, anstatt ihm mit einem respektablen Gehalt zu halten. Wie gut Nash war, zeigte er anschließend in Phoenix, wo er zweimal nacheinander MVP der Liga wurde.

Nelson revanchierte sich in einem ersten Akt auf sportliche Weise, als er vor einem Jahr in der ersten Runde der Playoffs mit den Golden State Warriors den hohen Favoriten aus Texas und seinen Nachfolger im Amt regelrecht blamierte.
Blick zurück: Schon vor einem Jahr zeichnete sich ab, dass Cuban das Ding verliert

1. April 2008

Der Klingelbeutel: Alles Liebe

Die Leidenschaft für Basketball artikuliert sich auf vielerlei Weise. Auf Mark Cubans Weise, der jetzt eingeführt hat, dass alle Blogger, die eine Akkreditierung von den Mavericks haben wollen, erst mal bei ihm in der Kommentarspalte ihren Senf abliefern müssen. Der Blogger von fireavery.com bekam übrigens von Cuban persönlich eine Absage, die nur noch mal dokumentiert, wes Geistes Kind der Eigentümer der Dallas Mavericks ist (oder sollten wir sagen: was für ein Kind er ist?)

Auf David Sterns Weise, der - obwohl 65 Jahre alt - nicht müde wird, die Ausdehnung der NBA nach Europa zu propagieren (dazu in dieser Woche mehr in der FAZ). Auf die Weise von Leuten, die so starverrückt sind, dass sie Geld für das alte Bett von Michael Jordan bei ebay (Foto) ausgeben. Und dann gibt es noch solche Phänomene wie das große Lesben-Treffen in Tampa Bay am kommenden Wochenende aus Anlass der Final Four im College-Basketball der Frauen. Im letzten Jahr in Cleveland, so besagen Recherchen von tampabay.com und der St. Petersburg Times, waren wohl 50 Prozent der Zuschauer von der anderen Fakultät, wie Franz Beckenbauer das nennt. Obwohl manche Schätzungen sogar noch höher liegen. Normalerweise wird über solch eine Entwicklung gerne geschwiegen. Wegen Tabu-Thema und so. Aber in Florida sieht man so etwas inzwischen ganz cool als interessante Geschichte für den Wirtschaftsteil.

28. März 2008

Liga gibt Cuban contra

Mark Cuban, der selbst ernannte Chefideologe in allen Fragen der neuen Medien, der neuen Basketballwelt und aller restlicher Fragen, die man ihm stellt, darf in der NBA noch immer nicht alles das machen, was er möchte. Neulich hat er die Blogger aus der Umkleidekabine der Mavericks hinausgescheucht (um ehrlich zu sein: es war einer). Nun hat die Liga in New York den Sachverhalt aufgegriffen und entschieden: So geht das nicht. Wie reagiert Cuban? Gagamäßig. Jetzt will er, dass alle Blogger kommen. Er möchte nämlich belegen, dass dann plötzlich genau das passiert, was er prophezeite, als er den einen Blogger aussperrte: Dass in der Kabine nicht genug Platz für alle ist. In dieser Saison müssen wir allerdings nicht mehr mit viel Andrang rechnen. Die Mavericks sind dabei, sich aus den Playoffs hinauszuspielen. Die Niederlage am Donnerstag in Denver gegen einen der zwei Rivalen um Platz 8 der Conference-Tabelle war bezeichnend. In der ersten Hälfte war das Fehlen von Dirk Nowitzki überhaupt kein Problem. Die Mannschaft spielte schnell. Jason Kidd traf endlich mal den Korb und schwuppidiwupp hatte Dallas eine Führung von 70:60 herausgespielt. Das war der Halbzeitstand (fast so wie in den alten Zeiten, als Nellie noch am Ruder war). Aber für ein ganzes Match reichte die Energie nicht. Und so ging die Partie verloren. Und zwar deutlich genug. Samstag gibt es die nächste Abreibung - gegen die Golden State Warriors.

11. März 2008

Medienarbeit in Dallas: Ein Blogger sperrt die Blogger aus

Foto: flckr/creative commons/mil8 via valleywag

Mark Cuban hat ein Mantra, das er vermutlich ernst meint, wenn es aus ihm heraus oooooohhhmt. "Regel Nummer eins für mich beim Bloggen ist, ehrlich zu sein." Klingt gut. Aber immer mehr Leute bezweifeln, dass Dirk Nowitzkis Arbeitgeber wirklich weiß, was das ist: ehrlich. Cuban hat vor wenigen Tagen einen Blogger der Dallas Morning News per Dekret aus der Umkleidekabine der Mavericks geworfen. Das ist deshalb bemerkenswert, weil akkreditierte Journalisten in der NBA und in anderen Ligen Zugang zur Umkleidekabine haben, um dort mit den Spielern sprechen zu können - vor einem Match und hinterher. Und der Blogger ist nicht anderes als ein Journalist, der auf der Website seiner Zeitung einen anderen Berichterstattungsstil pflegt. Cuban behauptet, er müsse einen Strich ziehen und Bloggern diese Arbeitsmöglichkeit nehmen, die er ihnen bislang eingeräumt hatte, weil es an Platz fehlt. Alles nach dem Motto: Die vielen Blogger treten den normalen Journalisten auf die Füße und stören bei der Arbeit.

Das wäre vielleicht noch zu verstehen, wenn die Umkleidekabine wirklich eng wäre. Sie ähnelt aber mehr einer kleinen Halle. Es wäre vielleicht auch noch zu verstehen, wenn sich Journalisten über die Blogger beklagt hätten. Aber davon redet Cuban gar nicht. Er redet auch nicht davon, dass er neulich eine eigenartige Beschwerde gegenüber Deadspin-Blogger Will Leitch los lies, weil der nach der Veröffentlichung des Interviews mit Cuban für das Magazin GQ noch ein paar Sätze in einem Schwester-Blog absonderte. Er redet von einem Prinzip. Es geht ihm um Gleichbehandlung und Fairness und all der hochgestochene Unsinn, der einem Mann über die Zunge rollt, wenn er die Macht hat, die Regeln festzulegen und dem Publikum die Regeln nach Gusto zu erklären.

Cuban ist ein seltsamer Mann. Und diese Aktion bestätigt es nur aufs Neue. Bezeichnend dass die Maßnahme in eine Zeit fällt, in der die Fans anspruchsvoller werden und zum ersten Mal mit sehr klugen Argumenten die Qualitäten des Trainers Avery Johnson in Zweifel ziehen. Extreme Eitelkeit schimmerte durch, als Johnson vor ein par Tagen aus Anlass des neuen von Dirk Nowitzki aufgestellten Clubrekords folgendes erklärte: "Er hat mir gestattet, das Beste aus ihm herauszuholen. Er hatte einen Triple Double in diesem Jahr. Er ist MVP gewesen...." Der Hinweis auf seine eigene angebliche Rolle in der Entwicklung des Würzburgers nervt Anhänger. Denn sie haben nicht vergessen, dass es Holger Geschwindner war, der ihn entdeckte und förderte. Und dass es Don Nelson war, der ihn draftete und das erste schwierige Jahr durchhielt und ihm zur Entfaltung seiner Sprungwurf-Fähigkeiten verhalf. Sie wissen auch, dass Nowitzki niemand braucht, der ihn motiviert. Kaum jemand in der NBA trainiert mehr und härter. Und das seit Jahren.

Obendrein spricht sich allmählich herum, dass Johnson ein lausiger Playoff-Coach ist und weit mehr Verantwortung für die beiden Pleiten der letzten Jahre hat als sein bester Spieler, der auf dem Platz nicht genug Hilfe bekommt. Johnson hat bisher kurioserweise stets einen Freifahrtschein erhalten - von den Medien und auch von den Fans. Nach dem Jason-Kidd-Trade will ihm niemand mehr irgendwelche Fehlleistungen nachsehen. Der Lack ist ab. Jetzt muss er beweisen, dass er etwas hinbekommt. Dass Johnson der falsche Trainer für den Deutschen ist, sollte man spätestens seit dieser Nachricht wissen.

Etwas weniger deutlich habe ich das bereits vor dem Anfang der Saison in der FAZ geschrieben, als ich meine Verwunderung darüber formulierte, dass Nowitzki sich nicht endlich gegen die Bevormundung von Johnson zur Wehr setzt. Die Zeichen standen schon damals an der Wand. Nur wollte sie kaum jemand lesen.

20. Februar 2008

Der Magier ist da

Den Kidd-Trade und den Dallas Mavericks werden die meisten wohl mittlerweile im Blickwinkel der Frage abgehandelt haben: Macht der Neue Nowitzki und Co. besser? Die Antwort darauf haben wir schon vor mehreren Tagen versucht, als sich die Transaktion abzeichnete. Der Artikel in der morgigen Printausgabe der FAZ dröselt das Thema aus einer Perspektive auf, die vor allem den Nichtfachleuten und den Leuten mit einem Elephantengedächtnis etwas bietet: Wir erinnern an das katastrophale Versagen von Mark Cuban, einen der besten Playmaker der NBA zu halten. Was die Hälfte des Geldes gekostet hätte, das er jetzt Jason Kidd und über die Luxury Tax an die anderen Clubs bezahlt. Der Artikel ist nicht online gestellt (Nachtrag einen Tag später: Es gibt ihn jetzt bei faz.net). Hier der Einstieg in den Text:
"Als Mark Cuban vor vier Jahren einen der besten Spielmacher der National Basketball Association ziehen ließ, setzte er sich an den Computer und schrieb einen langen Sermon von mehr als 4000 Worten für sein Internet-Tagebuch “Blogmaverick”. Die ellenlange Rechtfertigung dafür, weshalb er Steve Nash nicht einen Vertrag mit einer angemessenen Gage angeboten hatte, vernebelte die eigentlichen Gründe für seine Entscheidung: Der Eigentümer der Dallas Mavericks hielt den damals 30-jährigen Kanadier einfach für zu alt, um ihm eine Entlohnung zu garantieren, wie er er sie Nashs bestem Freund Dirk Nowitzki ohne weiteres zahlen wollte.

Für seinen damaligen Geiz zahlt Cuban noch heute. Nicht nur weil Nash bei den Phoenix Suns zweimal in Folge zum wertvollsten Spieler der NBA avancierte und er im entscheidenden Moment in Dallas fehlte, um dem Team im Frühjahr 2006 zu einer Meisterschaft zu verhelfen. Seit Dienstag dieser Woche kippt der selbstbewusste Basketballunternehmer das Geld förmlich mit beiden Händen aus, um das Leistungsloch zu stopfen, das damals entstand. Der Empfänger: Jason Kidd, der seine Profikarriere 1994 in Dallas begonnen hatte. Sein Alter: Er wird in einem Monat 35. Seine Entlohnung: 19,4 Millionen Dollar pro Saison und damit der viertteuerste Profi in der NBA...."

Und weil's so schön war: Hier noch mal die Szene mit Avery Johnson und Jason Kidd in jener Zeit, als der Spielmacher zum ersten Mal in Dallas spielte:

21. November 2007

Der Über-Bobble

Morgen ist Thanksgiving, was in den USA folgendes bedeutet: Wer eine Familie hat, kommt mit seinen Verwandten zusammen und isst Truthahn. Wem das zu langweilig ist, der geht Einkaufen oder ins Kino. Oder er schaltet den Fernsehapparat ein und schaut NFL. Thanksgiving bedeutet allerdings auch: Das Rennen um das Beschaffen von Weihnachstageschenken hat begonnen. Und so darf es nicht verwundern, dass sich unser aller liebster Clubbesitzer, der ehrenwerte Mark Cuban in Fragen von gewaltiger Geschenkeeuphorie zu Wort meldet. Vorweg gesagt: Wer das Geld hat und sich für diesen Kram interessiert, gehört verwarnt oder für Wochen auf eine einsame Insel verbannt. Aber wer wissen will, um was es geht, möge sich auf was gefasst machen:

Die Above the Rim Collection der Dallas Mavericks. Was kann man in dem Katalog bestellen? Einen Ford Mustang mit einem Mavericks-Logo für 90.000 Dollar. Eine Puppe mit Wackelkopf (bobblehead), die Dirk Nowitzki nachgebildet ist - in Lebensgröße für 20.000 Dollar, genannt der Über-Bobble. Ein dreitägiger Ausflug mit Devin Harris auf die Bahamas mit Golf und Ringelpiez mit dem Flieger der Mavericks (300.000 Dollar). Mann kann für 20.000 Dollar einen Tag lang exklusiv die Managementwelt des Clubs kennenlernen. Frauen können sich für 20.000 Dollar für einen Tag in die Cheerleader-Staffel einkaufen (via With Leather)

29. Juni 2007

Späte Revanche nach Playoff-Niederlage: Mavericks-Besitzer verklagt Ex-Trainer

Wäre da nicht der Nowitzki-Aufhänger würden wir uns eher selten mit Mark Cuban beschäftigen. Der Mann ist selbstdarstellungstechnisch ziemlich eindimensional unterwegs. Aber diese Geschichte wäre trotzdem eine Meldung wert. Denn so etwas gab es in der NBA noch nie: Cuban, Eigentümer der Dallas Mavericks, hat seinen ehemaligen Trainer Don Nelson verklagt, weil der seinen Sieg über sein altes Team in der ersten Playoff-Runde mit Hilfe von Betriebsgeheimnissen zustande gebracht habe. Diese Information hat Nelsons Anwalt ausgeplaudert, der schon seit einer Weile dem derzeitigen Coach der Golden State Warriors dabei hilft, einen finanziellen Anspruch von 6,5 Millionen Dollar in ausstehenden Gehaltszahlungen gegen Cuban durchzudrücken. Nelson, früher mal in Doppelfunktion als Trainer und Manager in Dallas tätig, hatte zuletzt nur noch eine Rolle als Berater. Pikanter Nebenaspekt: sein Sohn ist (immer noch) für den Basketballbetrieb bei den Mavericks verantwortlich.

Es gibt in den USA viele seltsame Rechtsstreitigkeiten. Aber nicht alle werden am Ende auch verhandelt. Richter haben die Befugnis, jedweden baren Unsinn von vornherein abzulehnen. Diese Geschichte hat jedoch abseits aller vordergründiger Absurdität (was ist ein Betriebsgeheimnis in einem Sportclub? Die Doping-Dosis für die Teammitglieder?) den Hauch eines Musterprozesses, der für den ständig wachsenden Sportkommerz und seine Vertragsrealität von Belang sein könnte. Dass Cuban mit seinem Prozess durchkommt, ist unwahrscheinlich. Die Gegenattacke dürfte eher ein Versuch sein, vor einem Schiedsgericht einen Verhandlungsstand zu erreichen, der ihm ermöglicht, Nelson weniger Geld hinterherzuwerfen (via deadspin und Uwe Blog).
Blick zurück: Nellies Welt ist voller Wendungen
Blick zurück: Playoff-Betrachtungen
Blick zurück: Nelson wechselt zu Golden State

30. Mai 2007

Die Katze ist aus dem Sack: Neue Football-Liga tritt gegen NFL an

Gestern mittag hatte ich das Gefühl, ich könnte einen Mini-Scoop landen. Da machte jemand aus der New Yorker PR-Branche bei einem Pressetermin Andeutungen über eine neue amerikanische Profi-Football-Liga, die in direkter Konkurrenz parallel zur NFL antreten will. Die Information hatte nur einen Haken: Niemand in der Online-Welt wusste mehr. Heute sickerte mehr über die UFL durch - und darüber, wer unter anderem involviert sein wird: ein relativ bekannter Risikokapitalspezialist, der Anfang der achtziger Jahre, als erstmals eine Alternativliga namens USFL (1983 - 1985) ihr Glück versuchte, als Investor beim Club Oakland Invaders beteiligt war, dazu ein Topmanager von Google und Mark Cuban, der Besitzer Dallas Mavericks.

Der Initiator, er heißt Bill Hambrecht, hat nach Auskunft der New York Times schon seit jenen Tagen über eine Konkurrenzliga nachgedacht, als die Rams aus Anaheim nach St. Louis zogen und die Oilers nach Tennessee (wo sie sich in Titans umbenant haben). Los Angeles und Umgebung und Houston gehören zu den größten zehn bevölkerungsreichsten Agglomerationen in den USA. Die haben Zuschauer für alle möglichen Profi-Sportarten. Inzwischen wurde durch eine weitere Expansion ein schwächelndes Team nach Houston vergeben. In Los Angeles gibt es keinen Club. Also will die UFL genau dorthin und nach Las Vegas, nach Mexico City und andere Städte von einer akzeptablen Größe, in denen das Mutterschiff des amerikanischen Sports nicht vertreten ist.

Jeder, der mitmachen will, muss 30 Millionen Dollar mitbringen und bekommt dafür den halben Anteil eines Clubs. Weitere Anteile sollen nach einem aktienartigen System an Otto Normalverbraucher gehen. Die Spieler kommen aus dem Reservoir der unteren Draftränge der NFL, die aufgrund ihrer Salary Cap einen erheblichen Druck auf das Gehaltsninveau ausübt. Was wiederum gut ist für die neue Liga. Die alte USFL warf mit Geld nur so um sich, um einigermaßen attraktive Spieler anzulocken. Zu denen gehörte unter anderem Running Back Herschell Walker, der später den Dallas Cowboys bei einem Monster-Trade mit Minnesota Vikings noch viel Freude bereitete. Und Jim Kelly, später Quarterback der viermal im Super Bowl geschassten Buffalo Bills.

Die UFL muss mit dem Image der neulich gescheiterten XFL kämpfen und mit der Frage, ob sie überhaupt das Niveau einer Liga erreichen kann, die unersättliche Fans zufrieden stellt (via Can't Stop the Bleeding)

Nachtrag: Wer besser verstehen möchte, wieso weshalb warum Mark Cuban involviert ist, sollte seinen Blog-Eintrag zum Thema lesen.

12. Mai 2007

Trump vs. Cuban: Zwei Milliardäre spielen Fehde

Als Institution in Sachen Selbstvermarktung und Profilneurose ist Donald Trump in den USA unübertroffen. Er überlebt sogar Attacken, die ans Eingemachte gehen. Zum Beispiel wenn ihm ein angesehener Journalist in einem Buch nachweist, dass es mit dem von ihm behaupteten Milliardenbesitz nicht so weit her ist. Und er dann den Journalisten verklagen will. Trumps Casinogeschäften geht es nicht gut. Seine Reality-TV-Fernsehserie hingegen läuft immer noch einigermaßen. Und damit das so bleibt, bringt er sich mit irgendwelchen öffentlichen Pseudo-Fehden über die Klatschspalten immer wieder ins Gespräch. Sein jüngstes Opfer ist Dallas-Mavericks-Besitzer Mark Cuban, selber kein verschrumpeltes Veilchen, wenn es um die Inszenierung des eigenen Egos geht.

Was hat Trump, der eitle Unternehmer mit Gebäuden, auf denen sein Name steht, gegen Mark Cuban, der eitle Unternehmer mit einer zuletzt erstaunlich schlappen Basketballmannschaft? "Die Mavericks haben eine großartige Mannschaft. Sie werden nie gewinnen, solange Mark Cuban der Club gehört, denn er ist kein Siegertyp." Trump spielte bei einem Interview mit ESPN Radio darauf an, wie Cuban aussieht, warf ihm vor, dass er die Spieler zu sehr unter Druck setzt und kritisiert ihn für seinen Versuch, vor ein paar Jahren eine Reality-TV-Serie mit dem Titel The Benefactor auf die Beine zu stellen, die starke Ähnlichkeiten mit Trumps Erfolgsprogramm The Apprentice hatte. Er habe Cuban eine kurze Notiz geschickt und gesagt: "Mark, du besitzt absolut keine Fernsehausstrahlung. Ich hätte mir gewünscht, du redest mit mir, ehe du das tust. Ich hätte dir sagen können, dass es nicht hinhaut."

Cuban ließ die Stiche nicht auf sich sitzen und keilte zurück. "Ich nehme an, Donald ist immer noch sauer, dass er es sich nicht leisten kann, ein NBA-Team zu kaufen. Hoffentlich verkauft er genügend Trump-Steaks, Trump-Parfüm und Trump-Puppen, um Geld zu sparen und ein Team zu kaufen. Bis dahin ist er ein Möchtegern auf der Suche nach einem neuen Spielzeug." (via deadspin).

Über die Nowitzki-Ehrung in Sachen MVP gibt es noch keine vernünftigen Details. Offensichtlich ist für Dienstag eine Pressekonferenz geplant, bei der die Liga das Resultat der Abstimmung offiziell bekannt geben will. Ob Dirk dabei sein wird und wo das Ganze stattfindet, ist noch unklar.

21. März 2007

Mark Cuban wollte Mavericks verkaufen

Ein frustrierter Mark Cuban hat im vergangenen Sommer mit vollem Ernst zum ersten Mal mit dem Gedanken gespielt, die Dallas Mavericks zu verkaufen. Die enttäuschende Niederlage in der Finalserie gegen die Miami Heat und die ständigen Geldstrafen von NBA-Commissioner David Stern hatten ihn so frustriert, dass der Milliardär Investmentbanker bat, sich in aller Stille nach Interessenten umzuschauen. Ein bisschen Zeit und ein paar Abende auf freundschaftlicher Basis mit Dirk Nowitzki sorgten dann jedoch für einen Stimmungswandel. Über die wahren Gründe dafür kann man nur spekulieren. Sicher wäre ein Club nach einem Titelgewinn mehr wert als vorher. Auf jeden Fall erklärt diese Hintergrundinformation die relative Großzügigkeit, mit der Cuban Spieler wie Nowitzki und Josh Howard neue Verträge gab. Der Superfan, der am liebsten bei der Auszeit am Huddle teilnimmt, klingt auch Monate später wie ein reicher Geschäftsmann, der in einem Basketball-Club so etwas wie einen überdimensionierten Spielzeugladen sieht, den man irgendwann sausen lässt, weil man einen interessanteren Laden gefunden hat: "Ich hätte das überhaupt nicht bedauert, weil ich dann eine hübsche Gelegenheit gehabt hätte, mir einige Dinge von der Seele zu reden. Das hätte mit enormen Spaß gemacht."

Aufgetrieben wurde diese Geschichte exklusiv von Ken Berger, der einen Blog für die New Yorker Zeitung Newsday produziert. Sie wurde von TrueHoop aufgelesen, dem ersten unabhängigen Blog, der vom Branchenriesen ESPN in seine neue Palette aufgenommen wurde und der seit kurzem von dieser neuen Plattform aus arbeitet.

Die Mavericks hat Cuban 2000 für 285 Millionen Dollar erworben. Er investierte anschließend nicht nur in die Mannschaft, deren Gehälter heute weit über Salary-Cap-Niveau liegen. Er baute zusammen mit den Eigentümer der Dallas Stars (NHL) eine neue Halle, die ebenfalls den Wert des Teams steigerte. Das Wirtschaftsmagazin Forbes rechnete vor einem Jahr den Marktwert auf 463 Millionen Dollar hoch. In dem Betrag versteckt ist auch der Anteil für die Arena (120 Millionen Dollar). Rechnet man den heraus, wirkt der Wertzuwachs über sechs Jahre eher bescheiden.

9. März 2007

Krokodilstränen für drei Flüsse

Man kann so langsam sehen, wie die großen Krokodilstränen in die drei Flüsse kullern, auf die sich Pittsburgh so viel zugute hält. Das muss so ähnlich aussehen wie damals, als das letzte Stahlwerk zugemacht hat. Mit einem Unterschied: Als die einstmalige Kernindustrie der Region den Bach runter ging, hatte das zumindest einen Vorteil: Man konnte überhaupt erstmal wieder etwas sehen. Die Luft war so klar und so gesund wie hundert Jahre lang nicht mehr. In dieser Klarheit ließe sich in Pittsburgh sicher auch noch anderes sehr genau betrachten. Zum Beispiel die Frage: Ob die Stadt und die ausufernden Gemeinden drumherum überhaupt die Wirtschaftskraft haben, drei Major-League-Clubs zu finanzieren. Das Bild täuscht, wenn man sich von der Erfolgsgeschichte der Pittsburgh Steelers leiten lässt. Die Steelers profitieren von einer knallharten Salary Cap in der NFL und einer konsequenten genossenschaftlichen Gewinnverteilung unter den Clubeigentümern, die sie unabhängig macht von örtlichen Gegebenheiten. Die Erosion lässt sich weit besser im Baseball ausmachen, wo die Pittsburgh Pirates (Baseball) seit den Tagen, als der junge Barry Bonds hier spielte, in der National League nicht mehr oben mitgemischt haben. Aber am krassesten sind die Verhältnisse im Eishockey. Denn nicht nur ist die Mannschaft nach Jahren einer sportlichen Baisse dank hochrangiger junger Talente wie Sydney Crosby und Jewgeni Malkin auf dem Weg nach oben. Die Penguins spielen vor einem begeisterten Publikum. Die Eintrittskarten sind begehrt.

Das allein genügt Mario Lemieux jedoch nicht, der vor Jahren durch eine Laune des Schicksals zuerst zum größten Gläubiger des Clubs wurde, als der Ende der neunziger Jahre in den Konkurs schlitterte. Es ging um 31 Millionen Dollar, die ihm vertraglich zustanden, owohl er bereits vom Sport zurückgetreten war. Dann wurden im Vergleichsverfahren die Schulden in Anteile umgewandelt, was Lemieux zum Haupteigentümer machte. Der Kanadier, der so gut wie gar kein Englisch sprach, als 1984 aus Montreal als riesiges Talent in die National Hockey League kam, redet heute eine Sprache wie die Leute an Wall Street. Unsentimental. Knallhart. Ohne Umschweife. Entweder die Steuerzahler geben ihm und den Penguins eine neue Halle mit all dem Schnickschnack, aus dem man heutzutage als Clubbesitzer Extra-Einnahmen herausschinden kann. Oder der Club wird in eine andere Stadt verlagert.

Die Auseinandersetzung ist normal (für die Gier von Sportclubbesitzern in den USA und Kanada) und absurd zugleich. Denn die beiden in Frage kommenden Städte - Kansas City, das sein Begehren mehr als deutlich artikuliert hat, und Las Vegas, das anscheinend ebenfalls Interesse hat - haben beide im Laufe der Jahre gezeigt, dass sie auf Dauer kein Eishockey-Team tragen können. Die weitaus klügere Entscheidung wäre demnach, den Club an jemanden mit größeren Taschen zu verkaufen, der unter anderem in der Lage wäre, seine eigene Halle selbst zu finanzieren. Auch solche Gespräche hat es gegeben. Aber nichts klappte: Im Oktober wurde mit Jim Balsillie ein Käufer gefunden, der jedoch von der Zusage zurücktrat, als ihm die NHL die Auflage macht, das Team bis 2013 nicht aus Pittsburgh abzuziehen. Fünf Tage danach kam die Nachricht, dass das Projekt einer Glücksspielfirma gescheitert war, eine neue Arena zu bauen. Der Staat Pennsylvania sah nicht ein, dass er dafür eine Lizenz herausrücken sollte.

Im November hatte Mark Cuban, der aus Pittsburgh stammt, in seinem Blog geweint, dass er sich nicht genug angestrengt hatte, um eine Gruppe von wohlhabenden Interessenten zu formieren, die Lemieux die Penguins und die damit verbundenen Sorgen abnehmen können. Vielleicht findet er in diesen Tagen die Zeit, sich noch einmal um das Thema zu kümmern. Der Eigentümer der Dallas Mavericks stammt aus Pittsburgh und hat eine sentimentale Beziehung zum Club, der 1967 gegründet wurde.

A propos Cuban: Seine Filmproduktionsfirma Magnolia Pictures hat sich dazu entschlossen, zum ersten Mal eine Attacke in Richtung Google und YouTube zu reiten. Das Unternehmen zog vor ein Gericht, um Google dazu zu zwingen, die Namen der Nutzer herauszugeben, die copyrightgeschütztes Magnolia-Material hochgeladen haben. Zu den Filmen gehören Titel wie den Dokumentarfilm Enron: The Smartest Guys in the Room und Bubble von Stephen Soderbergh. Cuban gehört zu den lautstärksten Kritikern von YouTube und hatte vor dem Verkauf jeden als Dummkopf bezeichnet, der sich das Videoportal anlacht.
Blick zurück: Liga-Sport in Las Vegas - irgendetwas funktioniert nicht richtig

28. Februar 2007

Kein Miller und keine Cubs - Mark Cuban dementiert

Das Gerücht wurde anfänglich Mark Cuban zugeschrieben. Aber mittlerweile will keiner bei den Dallas Mavericks auch nur wissen, wie es entstanden ist. Und so wurde es am Mittwoch offiziell von Chefmanager Donnie Nelson beerdigt: Der 41jährige Reggie Miller wird nicht von seinem Reporterplatz beim Fernsehsender TNT geholt, um den freien Platz im Kader zu besetzen. Die Zeiten sind vorbei, in denen man in Dallas wild an der Mannschaft herumbastelte, um wenigstens Stimmung in den halb leeren Laden zu bringen. So kam damals Dennis Rodman für kurze Zeit zu den Mavericks und gab den viel beachteten Pfau. Die Mavericks von heute sind zu gut und zu eingespielt, als dass man mit einem Mann vom Zuschnitt Reggie Millers die Gemengelage verbessern würde. Die Integrationsprobleme wären größer als der Ertrag, den man sich von jemandem erhoffen darf, der sein ganzes Basketballerleben lang ein hervoragender Distanzschütze war, den seine Nebenleute aber suchen und finden müssen, um ihn produktiv zu nutzen. Die Chance, dass mehr Chaos entsteht, als Avery Johnson ertragen kann, ist groß. Ganz zu schweigen von dem, was Nelson "die Balance in der Umkleidekabine" nannte. Ein Euphemismus für die Art der Spieler, ganz genau nachzuhalten, wie viele Minuten sie eingesetzt werden, und zu murren und zu maulen, wenn sie nicht oft und lange genug auf dem Platz stehen.

Aber wo wir schon bei Gerüchten sind: Wie wär's mit diesem? Angeblich will Mark Cuban den Baseball-Club Chicago Cubs kaufen. Mehr als 600 Millionen Dollar wären wohl fällig, um eine der traditionsreichsten Institutionen Amerikas zu übernehmen und eines der traurigsten Kapitel in der US-Sportgeschichte anzugehen: Die Cubs sind die Mannschaft, die am längsten keine World Series mehr gewonnen hat: seit 1908. Cuban hatte 2005 signalisiert, dass ihn die Anschaffung interessieren würde ("wenn sie zu haben sein sollten"). Inzwischen scheinen die gegenwärtigen Eigentümer, der Tribune-Medienkonzern, durchaus an einem Abstoßen interessiert zu sein. Vor einem Jahr wurde er von Fans bezirzt, es ernsthaft zu bedenken. Am Mittwoch hat Cuban auch diese Fama dementiert: "Nicht wahr. Passiert nicht", schrieb er in einer knappen E-Mail-Mitteilung an die Nachrichtenagentur Reuters.

Wahr war bisher nur soviel: Er hatte sich vor einiger Zeit mit einigen anderen Interessenten zusammen offiziell um die Pittsburgh Penguins bemüht. Das Projekt hatte zumindest etwas sentimental Zwingendes. Die Penguins sind der Eishockey-Club seiner Heimatstadt. Und der ist davon bedroht, woanders hin verkauft zu werden. Dass der erfolgreiche Unternehmer Sportclubs sammelt, um sein Vermögen oder auch nur seinen Wirkungskreis als egozentrischer Zirkusdirektor auszubauen, scheint unwahrscheinlich. Er ist bei den Mavericks ungeheuer präsent und findet das das Größte. Und als Ausgleichssport investiert er in Film- und Fernsehprojekte.

14. Februar 2007

Freddy Mercury und Queen: "We Are the Champions"

Als neulich die Geschichte mit dem ehemaligen britischen NBA-Profi John Amaechi hochkam, der sich als erster Profi-Basketballer in den USA öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte und ein Buch veröffentlichte, hatte Mark Cuban mal wieder einen seiner gefürchteten Geistesblitze. Diesmal funkte es in der Dallas Morning News: "Von der Vermarktung her gesehen solltest du dich outen, wenn du zufälligerweise schwul bist und unglaublich reich werden willst. Du würdest für mehr Amerikaner zum Held als du das als Sportler sein könntest. Und das würde bedeuten, dass du Geld verdienen kannst." Merke: Es kann richtig viel bringen, schwuler Sportler zu sein. Die Stigmatisierung erträgst du mit einem Lächeln. So wie Mark Cuban das eben erträgt, dass ihn jeder für einen durchgeknallten Typen hält und von NBA-Commissioner David Stern mit Geldstrafen belegt wird. Wie man sieht: er verkauft sich und seine Arbeit bestens und verdient auf diese Weise Geld wie Heu.

Schwer zu sagen, weshalb einem in einem solchen Moment der Song We Are the Champions einfällt. Sicher nicht, weil Freddy Mercury, der an AIDS zugrunde, Geld wie Heu verdient hat. Eher, weil man sich fragt, wie seine Karriere verlaufen wäre, wenn er von Anfang an öffentlich zu seiner Homosexualität gestanden hätte. Und was dann mit diesem Lied geworden wäre: We Are the Champions, die Sport-Hymne schlechthin. Es gibt keine bessere Aufnahme von Freddy Mercury und Queen bei YouTube als den Mitschnitt vom Live-Aid-Konzert in Wembley 1985. Energie pur. Bühnepräsenz. Hervorragender Sound auch ohne Soundcheck. Mercury starb vor 15 Jahren.