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30. August 2008

Mit eins Komma zwei Frauen pro Tag ins Bett

Produkt: Buch.

Zielgruppe: weibliche Sportfans, die noch immer nicht genau begreifen, wie Sportler in den USA ticken und was man von ihnen erwarten darf.

Erkenntnisse: Athleten sind aggressiv und ehrgeizig. Weshalb erwarten wir von denen eigentlich, dass sie nach dem Spiel den Schalter umlegen und sich wie honorige Staatsbürger verhalten? "Profis haben viel Geld, sind berühmt und haben Egos in Überlebensgröße. Warum sollten sie nicht mit 1,2 Frauen am Tag ins Bett gehen, wenn sie dazu die Gelegenheit haben?"

Gute Frage (wenn auch irgendwie zu spät gestellt für Michael Vick oder Mike Tyson und ein paar andere US-Profis, die aufgrund ihrer Haltung gegenüber den Regeln der Zivilgesellschaft im Gefängnis landeten). Wirklich gute Frage vor allem an die Adresse jener Frauen, die sich mit Sportlern einlassen und dann später vergeblich auf die gut dotierten Alimentezahlungen warten, weil die Jungs pleite sind.

Übrigens spielt die Dezimalzahl 1,2 (eins Komma zwei) auf einen Wert an, der sich ergibt, wenn man die Behauptung des überragenden NBA-Centers Wilt Chamberlain herunterbricht. Der will es mit 20.000 Frauen getrieben haben.

Das Buch hat den Titel: Gameface: The Kick-Ass Guide for Women Who Love Pro Sports. Die Autoren sind Erica Boeke and Chris De Benedetti. Es ist nicht ihre Schuld, dass Leute, die ihr Buch bei Amazon kaufen, sich ganz offensichtlich auch für dieses Thema interessieren.

12. Dezember 2007

Die "Queen of Mean" und der Bär

Wenn eine 46jährige, übergewichtige Komödiantin in aller Öffentlichkeit erklärt, sie habe einen Quickie mit einem jungen Profi der Chicago Bears gehabt, geht eine ganze Lawine an Spekulationen los. Zumal wenn sie ihre frivole Geschichte mit ein paar Details garniert, die den Kreis der Beschäler stark reduzieren. Ob überhaupt was dran ist oder ob Lisa Lampanelli nur sehr geschickt ihren Namen ins Gedächtnis bringen wollte, bleibt bis auf weiteres unklar. Gelogen und imaginiert wird in dem Geschäft am laufenden Band. Und Frau Lampanelli hat sehr viel Phantasie. Ihre Art von Humor ist scharfkantig und aggressiv. Denn sie ("The Queen of Mean") fürchtet sich vor keinem Klischee - schon gar nicht, wenn es um Hautfarbe oder Sex und andere Tabuthemen der amerikanischen Gesellschaft geht. Dieser Ausschnitt von einem ihrer Auftritte bringt ihre gesamte Arbeit bestens auf den Punkt.

14. Oktober 2007

...oder Sex?

Das ist doch mal eine Idee für junge Reporter, die die Gelegenheit bekommen, einen ziemlich berühmten Sportler zu interviewen: Die Frage nach dem Qualitätsunterschied zwischen Sex und einem verwandelten Fallrückzieher, zwischen Sex und dem Gewinn einer Alpenetappe, zwischen Sex und dem Sieg im Hahnenkammrennen, zwischen Sex und dem ersten Platz beim Grand Prix in Monte Carlo. Man kann das auf jede Sportart ausdehnen und bekommt vermutlich nie eine gelangt. Und wenn man Glück hat, bekommt man sogar eine Antwort wie diese von Gilbert Arenas, der von einem Abgesandten des völlig unbedeutenden Magazins complex gefragt wurde (webexklusiv wohlgemerkt):
"Was fühlt sich besser an, Sekunden vor Schluss einen Korb zum Sieg zu erzielen [auf Englisch kurz und knapp: buzzer beater] oder Sex?
Gilbert Arenas: Verdammt. Weißt du was? Ein buzzer beater, weil es schwer ist. Sex kannst du jeden Tag haben. Wenn es Sex mit Halle Berry wäre? Dann würde ich allerdings Halle Berry sagen."
(via si.com)

Wer wissen will, wen er für Frau Berry von der Bettkante schubsen würde und welche Probleme Arenas in seiner gegenwärtigen Beziehung abarbeitet, sollte mal diese Geschichte lesen (Foto von Freundin Laura weiter unten).

25. September 2007

Marbury hat ein wirklich großes Herz für Praktikantinnen

Wer geglaubt hatte, die Praktikantin der New York Knicks, die sich damals von Basketballer Stephon Marbury zu einer kleinem Sexeinlage in sein Auto locken ließ, habe Mitleid verdient, der muss sich eines besseren belehren lassen. Ms. Kathleen Decker wurde wenig später vom Club-Management MSG Sports mit einem richtigen Job bedacht. Und nicht nur das. Vor sechs Wochen erhielt sie eine Beförderung. Was das mit ihrer Zeugenaussage im laufenden Prozess zu tun hat? Das wissen wir noch nicht. Aber Spekulationen sind erlaubt. Vielleicht macht man in einem Männerverein alter Prägung immer noch am besten auf die Decker-Tour Karriere. Jedenfalls nicht so wie Anucha Browne Sanders (Bild hier), die den Laden verklagt hat, weil sie nach einer internen Beschwerde wegen sexueller Nötigung ihren gut bezahlten Job verlor. Deckers Auftritt am Montag als Zeugin der Verteidigung warf aber auch ein schlechtes Licht auf die Klägerin. Das interessanteste Detail (denn die meisten bisher vor Gericht zitierten Protagonisten - Isiah Thomas, Chefmanager Steve Mills und Browne Sanders sind schwarz) : Decker ist weiß.

20. August 2007

"Wie ein toter Frosch"

Man sieht Maria Scharapowa beim Tennis zu und denkt, wie kann man bloß den Ton abstellen, damit man nicht mehr dieses tierisch blöden Stöhnen hören muss. Und dann dieses: Wenn's wirklich mal etwas zu Stöhnen gäbe, kommt nichts. Angeblich weil Geräusche in solchen Momenten ihre Konzentration stören. So etwas kommt vermutlich nicht nur solchen Männern komisch vor ("Sie lag da wie ein toter Frosch"). Aber auf die sachverständigen Kommentare der anderen warten wir noch (via Sports By Brooks und Deuce of Davenport).

11. Oktober 2006

Ex-Football-Groupie geht in die Politik

Nur wenige Frauen berichten stolz in aller Öffentlichkeit über ihre sexuellen Eskapaden. Nicht mal jene Groupies, wie es sie im Sport gibt, wo sich eine erstaunliche Goldgräber-Spezies an die Stars heranwanst und ihnen später die Rechnung präsentiert - in Form von Vaterschaftsklagen zum Beispiel. Oder wie im Fall von Michael Jordan als Antrag auf Schweigegeld in Millionenhöhe. Umso bemerkenswerter ist das Buch der 65jährigen Sandy Sullivan, die vor zwei Jahren im Eigenverlag ihre Memoiren unter dem Titel Green Bay Love Stories and Other Affairs veröffentlichte. Darin outete sie sich als ehemalige Gespielin von solchen Hall-of-Fame-Größen wie Paul Hornung und Dan Currie, die in den sechziger Jahren unter dem legendären Trainer Vince Lombardi für die Green Bay Packers spielten und zu einem Inbegriff für Profi-Football wurden. Ihr Leitmotiv: Stolz darauf, dass sie - anders als die meisten anderen Frauen - hautnah herausfinden konnte, worüber Footballprofis die ganze Zeit nachdenken: "Football und Sex und selten in dieser Reihenfolge".

Hätte sich Sullivan nicht für das Amt des Secretary of State in Wisconsin beworben - ihrem Heimatstaat und dem der Green Bay Packers - die Geschichte wäre vermutlich nie an die große Glocke gekommen. Aber als Mitglied der von hohen moralischen Ansprüchen und religiösen Vorstellungen geprägten Republikanischen Partei fand ihre Kandidatur enormes Echo. Übrigens: die Dunkelhaarige von einst blondiert sich heute die Haare. Blondinen sollen angeblich mehr Spaß haben. Dass sie Wahl gewinnt, glaubt kaum jemand in Wisconsin. Dazu ist ihr Gegner zu stark. Und ihre Vita zu....sexy.

Links: Die Webseite zum der Autorin zum Buch, der Blog zur Wahlkampagne