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12. Dezember 2007
Die "Queen of Mean" und der Bär
Wenn eine 46jährige, übergewichtige Komödiantin in aller Öffentlichkeit erklärt, sie habe einen Quickie mit einem jungen Profi der Chicago Bears gehabt, geht eine ganze Lawine an Spekulationen los. Zumal wenn sie ihre frivole Geschichte mit ein paar Details garniert, die den Kreis der Beschäler stark reduzieren. Ob überhaupt was dran ist oder ob Lisa Lampanelli nur sehr geschickt ihren Namen ins Gedächtnis bringen wollte, bleibt bis auf weiteres unklar. Gelogen und imaginiert wird in dem Geschäft am laufenden Band. Und Frau Lampanelli hat sehr viel Phantasie. Ihre Art von Humor ist scharfkantig und aggressiv. Denn sie ("The Queen of Mean") fürchtet sich vor keinem Klischee - schon gar nicht, wenn es um Hautfarbe oder Sex und andere Tabuthemen der amerikanischen Gesellschaft geht. Dieser Ausschnitt von einem ihrer Auftritte bringt ihre gesamte Arbeit bestens auf den Punkt.
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26. November 2007
Wie spielt man gegen Devin Hester?
Football der amerikanischen Provinienz wirkt oft wie das Treiben in Pamplona. Ein paar Stiere, die blind durch die Gegend laufen. Eine Schar von Verrückten, die herausfinden wollen, ob sie reaktionschnell genug sind, um nicht totgetrampelt zu werden. Und eine Faszination aus dem Blickwinkel der Medien, die Leuten, die in ihren weichen Sesseln die Kanäle abzappen diese Mischung aus Neugier und Kopfschütteln besorgen, die beim Kampf um die Quote so wichtig ist.
Wie jede Metapher ist auch diese schief. Denn Football bietet doch noch etwas mehr: zum Beispiel Diskussionsstoff zur Taktik und Strategie einzelner Teams. Beispiel gefällig? Selten gab es eine derartige Debatte wie die um die Frage: Wohin kickt man den Ball, wenn ein gewisser Devin Hester auf der anderen Seite steht? Seit Sonntagabend sagen fast alle Kommentatoren übereinstimmend: Bloß nicht Richtung Hester. Denn der mutmaßlich beste Punt- und Kick-Returner aller Zeiten hat am Sonntagabend mit Macht zugeschlagen und im Alleingang gleich zwei Touchdowns erzielt. Keine Frage: Seine zwölf Punkte (und die beiden aus den Point-After-Versuchen) waren der entscheidende Grund dafür, dass die Chicago Bears überhaupt die Verlängerung erreichen konnte, in der sie die eindeutig besseren Denver Broncos mit einem Field Goal abfertigten.
Hesters Laufstärke und seine Reflexe sind nur schwer einzuzäunen. Im letzten Super Bowl hatte er nach 14 Sekunden seine Mannschaft in Führung gebracht. Wer das Match gewann, wissen wir: Die Indianapolis Colts. Und zwar verdient. Mit anderen Worten: Dass Hester eine Gefahr darstellt, ist unbestritten. Aber er spielt bei einem Team, dass nur selten die Früchte seiner Arbeit erntet. Mit noch ganz anderen Worten: Wer eine Phobie vor Hester entwickelt, hat ohnehin gegen Chicago nichts zu bestellen. Dazu kommt: Hester verliert gerne den Ball. Und das tat er auch gegen die Broncos. Allerdings scheint eine Ansicht dieses Puzzles eher abwegig. Es gibt Leute, die sich auf die statistische Dimension der Hester-Sprints eingeschossen haben und aus dem eher dürftigen Datenmaterial zu der Schlussfolgerung kommen, dass man ruhig in seine Richtung kicken soll. Im Schnitt holt Hester nur fünf Yards an Field Position heraus. Wer anfängt, ihn bewusst zu vermeiden, macht sich hingegen das Leben schwer. Es gibt keine Kicker, die das Ei zielsicher genug und kurz vor der gegnerischen Endzone ins Aus befördern können. Das Spiel mag ja Football heißen. Aber das heißt nicht, dass die Leute, die vor allem mit ihrem Fuß arbeiten, einen Mann wie Hester ausschalten können.
Wie jede Metapher ist auch diese schief. Denn Football bietet doch noch etwas mehr: zum Beispiel Diskussionsstoff zur Taktik und Strategie einzelner Teams. Beispiel gefällig? Selten gab es eine derartige Debatte wie die um die Frage: Wohin kickt man den Ball, wenn ein gewisser Devin Hester auf der anderen Seite steht? Seit Sonntagabend sagen fast alle Kommentatoren übereinstimmend: Bloß nicht Richtung Hester. Denn der mutmaßlich beste Punt- und Kick-Returner aller Zeiten hat am Sonntagabend mit Macht zugeschlagen und im Alleingang gleich zwei Touchdowns erzielt. Keine Frage: Seine zwölf Punkte (und die beiden aus den Point-After-Versuchen) waren der entscheidende Grund dafür, dass die Chicago Bears überhaupt die Verlängerung erreichen konnte, in der sie die eindeutig besseren Denver Broncos mit einem Field Goal abfertigten.
Hesters Laufstärke und seine Reflexe sind nur schwer einzuzäunen. Im letzten Super Bowl hatte er nach 14 Sekunden seine Mannschaft in Führung gebracht. Wer das Match gewann, wissen wir: Die Indianapolis Colts. Und zwar verdient. Mit anderen Worten: Dass Hester eine Gefahr darstellt, ist unbestritten. Aber er spielt bei einem Team, dass nur selten die Früchte seiner Arbeit erntet. Mit noch ganz anderen Worten: Wer eine Phobie vor Hester entwickelt, hat ohnehin gegen Chicago nichts zu bestellen. Dazu kommt: Hester verliert gerne den Ball. Und das tat er auch gegen die Broncos. Allerdings scheint eine Ansicht dieses Puzzles eher abwegig. Es gibt Leute, die sich auf die statistische Dimension der Hester-Sprints eingeschossen haben und aus dem eher dürftigen Datenmaterial zu der Schlussfolgerung kommen, dass man ruhig in seine Richtung kicken soll. Im Schnitt holt Hester nur fünf Yards an Field Position heraus. Wer anfängt, ihn bewusst zu vermeiden, macht sich hingegen das Leben schwer. Es gibt keine Kicker, die das Ei zielsicher genug und kurz vor der gegnerischen Endzone ins Aus befördern können. Das Spiel mag ja Football heißen. Aber das heißt nicht, dass die Leute, die vor allem mit ihrem Fuß arbeiten, einen Mann wie Hester ausschalten können.
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18. September 2007
Gold Digger goes Zweite Liga
Die ehemalige Striptease-Tänzerin Tyna Marie Robertson hat im Laufe der letzten Jahre
• einen Arzt beschuldigt, sie belästigt zu haben und dann den Vorwurf wieder zurückgezogen,
• den irischen Tänzer Michael Flatley (Riverdance) beschuldigt, sie im Badezimmer eines Casinos in Las Vegas vergewaltigt zu haben und ihn auf 35 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt, (ein Vorwurf, der gerichtsseitig als grundlos eingestuft wurde, aber eine Gegenklage wegen Erpressung nach sich zog, die soeben zu einer außergerichtlichen Einigung führte),
• den Football-Profi Brian Urlacher von den Chicago Bears vor Gericht gezerrt, weil er nur 2000 Dollar im Monat Unterhalt für das gemeinsame zwei Jahre alte Kind Kennedy zahlt, was ihr angesichts der Millioneneinkünfte des Linebackers als zu wenig vorkam,
• einen Mann aus der zweiten deutschen Basketball-Bundesliga gefunden, der sie geschwängert, aber dann brav auch geheiratet hat, wie die Chicago Sun-Times heute meldet. William "Bill" Goehrke ist zehn Jahre jünger als die 35jährige Frau, deren Erfahrungen mit Männern immer wieder in den Schlagzeilen landen. "Er ist ein guter Kerl", sagte sie. "Einfach ein großartiger Kerl." Goehrke, der in der Chicago-Gegend aufwuchs und wohl einen deutschen Pass hat, hat sich nach der letzten Saison bei den Knights in Kirchheim/Teck abgemeldet.
Wir warten jetzt auf die nächsten News. Kehrt Bill mit Tyna nach Deutschland zurück? Wird Bill soviel Geld verdienen, dass er die finanziellen Bedürfnisse seiner Gattin zufrieden stellen kann? Hat sie ihre gerichtsnotorischen Glücksspielgewohnheiten im Griff? Und wird's ein Junge oder ein Mädchen?
• einen Arzt beschuldigt, sie belästigt zu haben und dann den Vorwurf wieder zurückgezogen,
• den irischen Tänzer Michael Flatley (Riverdance) beschuldigt, sie im Badezimmer eines Casinos in Las Vegas vergewaltigt zu haben und ihn auf 35 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt, (ein Vorwurf, der gerichtsseitig als grundlos eingestuft wurde, aber eine Gegenklage wegen Erpressung nach sich zog, die soeben zu einer außergerichtlichen Einigung führte),
• den Football-Profi Brian Urlacher von den Chicago Bears vor Gericht gezerrt, weil er nur 2000 Dollar im Monat Unterhalt für das gemeinsame zwei Jahre alte Kind Kennedy zahlt, was ihr angesichts der Millioneneinkünfte des Linebackers als zu wenig vorkam,
• einen Mann aus der zweiten deutschen Basketball-Bundesliga gefunden, der sie geschwängert, aber dann brav auch geheiratet hat, wie die Chicago Sun-Times heute meldet. William "Bill" Goehrke ist zehn Jahre jünger als die 35jährige Frau, deren Erfahrungen mit Männern immer wieder in den Schlagzeilen landen. "Er ist ein guter Kerl", sagte sie. "Einfach ein großartiger Kerl." Goehrke, der in der Chicago-Gegend aufwuchs und wohl einen deutschen Pass hat, hat sich nach der letzten Saison bei den Knights in Kirchheim/Teck abgemeldet.
Wir warten jetzt auf die nächsten News. Kehrt Bill mit Tyna nach Deutschland zurück? Wird Bill soviel Geld verdienen, dass er die finanziellen Bedürfnisse seiner Gattin zufrieden stellen kann? Hat sie ihre gerichtsnotorischen Glücksspielgewohnheiten im Griff? Und wird's ein Junge oder ein Mädchen?
16. März 2007
Bears-Verteidiger Tank Johnson ins Gefängnis
Hinterher tat der Anwalt so, als würde ein prominenter Sportler in den USA gewöhnlich härter bestraft als irgendein armer Schlucker, der in die Mühlen der Justiz geraten ist und sich keinen vernünftigen Rechtsbeistand leisten kann. Das war natürlich Unsinn: Tank Johnson hatte die Bewährungsauflagen ignoriert, die ihn ein Jahr vorher vor dem Gefängnis bewahrt hatten. So konnte der Verteidiger der Chicago Bears diesmal wirklich nicht damit rechnen, dass der Richter Verständnis zeigt. Zumal es sich um das gleiche Delikt handelte: illegaler Besitz von Waffen (nicht von einer, sondern von sechsen). Sein berühmter Mitspieler Brian Urlacher hatte vergeblich ausgesagt und erklärt: "Ich denke nicht, dass er ein Krimineller ist. Ich denke, er ist guter Kerl." Genauso wie sein Trainer Lovie Smith, der ein ähnlich tolles Bild von ihm zeichnete. Was einem leicht fällt, wenn man ignoriert, dass erst vor ein paar Monaten ein Leibwächter von Johnson erschossen wurde. Der Football-Profi hatte zwar keine unmittelbare Schuld an dem Zwischenfall, aber er stand nicht weit weg, als es passierte. Ein guter Kerl?
Richter John Moran sah das anders und verhängte eine Strafe von 120 Tagen Gefängnis. Polizisten nahmen den Sportler anschließend in Gewahrsam. Der sah "sichtlich überrascht" aus, wie die Chicago Sun-Times meldete. Bei guter Führung muss er nur die Hälfte absitzen. Wenn er sich hinter Gittern fit hält, ist rechtzeitig zur nächsten Saison wieder im Einsatz und hat keinerlei finanzielle Einbußen. Abgesehen von den Kosten für Anwalt und Verfahren und einer zusätzlichen Geldstrafe von 2500 Dollar. Johnson verdient eine halbe Million Dollar im Jahr und konnte aufgrund einer Ausnahmeregelung im Februar mit seiner Mannschaft am Super Bowl in Miami teilnehmen. Die Bears verloren das Spiel gegen die Indianapolis Colts.
Blick zurück: Footballspieler mit Schwierigkeiten - der Fall Cincinnati
Blick zurück: Ein Collegefootballspieler in Miami erschossen
Blick zurück: Waffennarren in der NBA - der Commissioner warnt
Blick zurück: Silvesternacht in Denver - Broncos-Profi stirbt im Kugelhagel
Richter John Moran sah das anders und verhängte eine Strafe von 120 Tagen Gefängnis. Polizisten nahmen den Sportler anschließend in Gewahrsam. Der sah "sichtlich überrascht" aus, wie die Chicago Sun-Times meldete. Bei guter Führung muss er nur die Hälfte absitzen. Wenn er sich hinter Gittern fit hält, ist rechtzeitig zur nächsten Saison wieder im Einsatz und hat keinerlei finanzielle Einbußen. Abgesehen von den Kosten für Anwalt und Verfahren und einer zusätzlichen Geldstrafe von 2500 Dollar. Johnson verdient eine halbe Million Dollar im Jahr und konnte aufgrund einer Ausnahmeregelung im Februar mit seiner Mannschaft am Super Bowl in Miami teilnehmen. Die Bears verloren das Spiel gegen die Indianapolis Colts.
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4. Februar 2007
Super Bowl: Chicago wird alle ü-bear-rushen
Der Kollege dogfood von allesaussersport (auch diesmal wieder die erste Adresse online für alle, die sich in den Stunden vor dem Super Bowl und während der Übertragung in der ARD eine große Tüte Infos und Sportsgeist besorgen wollen) hat als erster gezuckt. Er drückte vor kurzem nach längerem In-sich-Gehen ("Unveränderter Gefühlszustand: ich werde mit dem Superbowl heute nicht warm.") und einem Besuch auf der Bandwagon-Seite der NFL in abwägender Weise den Colts den Favoritenstempel auf die weiße Trikotage. Ich komme gerade von einem Besuch derselben Seite zurück und erhielt die Auskunft: Mein Team seien die Bears.
Das hatte ich schon befürchtet. Nicht, weil man bei der NFL womöglich diesen Blog auswertet und auf heimliche und unheimliche Botschaften hin abklopft. Sondern weil mir hier seit Tagen nur Dinge eingefallen sind, die für Chicagos Chancen sprechen. Damit befindet man sich im Kontrast zu einer riesigen Menge sogenannter Experten. Von denen hat unter anderem kaum jemand Devin Hester auf dem Zettel, den besten Kick-off-Returnspezialisten, den die Liga je gesehen hat. Fünf Touchdowns hat er in diesem Jahr hingelegt (zwei nach Kick-offs, drei nach Punts). Also in jedem dritten Spiel einer. In den zwei Playoff-Spielen fand er nicht die Gasse. Aber wir sagten ja: Er bringt's in jedem dritten Spiel (und die Special-Teams-Formation der Colts - Unterabteilung "Return Coverage" - gehört zum schlechtesten, was die Liga zu bieten hat). Was heißt: Hester wird in jedem Fall Feldvorteile produzieren. Je mehr Field Goals die Colts schießen, desto häufiger. Dann haben wir Cornerback Nathan Vasher. Sammelt Interceptions mit Vorliebe von Quarterbacks ein, bei denen im letzten Moment vor dem Wurf auf der Netzhaut ein freier Mann aufschimmert. Oder wird Manning diesmal den Ball woanders hinwerfen? Zum Beispiel dorthin, wo der Manning (Vorname: Danieal) der Bears herumturnt? Das könnte spannend werden.
Vielleicht sollten wir der Ordnung halber noch Brian Urlacher erwähnen. Wer in der Colts-Offense soll den bremsen oder gar festnageln? Der Tight End? Der Full Back? Mannschaften, die Peyton Manning mit Macht unter Druck setzen, haben ihn immer wieder in Verlegenheit gebracht. Zum guten Schluss: Die Bears werden sich darüber freuen, dass man sie zum Außenseiter erklärt hat. Das war alles, was sie brauchten, um sich bei Laune zu halten. Die Bears packen es - mit einem Tatz-down Vorsprung.
Das hatte ich schon befürchtet. Nicht, weil man bei der NFL womöglich diesen Blog auswertet und auf heimliche und unheimliche Botschaften hin abklopft. Sondern weil mir hier seit Tagen nur Dinge eingefallen sind, die für Chicagos Chancen sprechen. Damit befindet man sich im Kontrast zu einer riesigen Menge sogenannter Experten. Von denen hat unter anderem kaum jemand Devin Hester auf dem Zettel, den besten Kick-off-Returnspezialisten, den die Liga je gesehen hat. Fünf Touchdowns hat er in diesem Jahr hingelegt (zwei nach Kick-offs, drei nach Punts). Also in jedem dritten Spiel einer. In den zwei Playoff-Spielen fand er nicht die Gasse. Aber wir sagten ja: Er bringt's in jedem dritten Spiel (und die Special-Teams-Formation der Colts - Unterabteilung "Return Coverage" - gehört zum schlechtesten, was die Liga zu bieten hat). Was heißt: Hester wird in jedem Fall Feldvorteile produzieren. Je mehr Field Goals die Colts schießen, desto häufiger. Dann haben wir Cornerback Nathan Vasher. Sammelt Interceptions mit Vorliebe von Quarterbacks ein, bei denen im letzten Moment vor dem Wurf auf der Netzhaut ein freier Mann aufschimmert. Oder wird Manning diesmal den Ball woanders hinwerfen? Zum Beispiel dorthin, wo der Manning (Vorname: Danieal) der Bears herumturnt? Das könnte spannend werden.
Vielleicht sollten wir der Ordnung halber noch Brian Urlacher erwähnen. Wer in der Colts-Offense soll den bremsen oder gar festnageln? Der Tight End? Der Full Back? Mannschaften, die Peyton Manning mit Macht unter Druck setzen, haben ihn immer wieder in Verlegenheit gebracht. Zum guten Schluss: Die Bears werden sich darüber freuen, dass man sie zum Außenseiter erklärt hat. Das war alles, was sie brauchten, um sich bei Laune zu halten. Die Bears packen es - mit einem Tatz-down Vorsprung.
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1. Februar 2007
Bears vs. Colts: Eine Super-Bowl-Vorschau in Bildern
Wir beginnen unsere aktuelle Super-Bowl-Vorberichterstattung mit einer kleinen Auswahl an Videos, die auf jene Qualitäten der beiden Mannschaften aufmerksam machen sollen, die das Spiel entscheiden können. Der erste Spieler ist Devin Hester, Spitzname Windy City Flyer. Ein Kick-off- und Punt-Return-Spezialist, der in der vergangenen Saison mit seinen sechs Touchdowns sehr viel Aufsehen erregt hat. SECHS Touchdowns in einer Saison. Das hat es noch nie gegeben. DAs Video oben bringt die entscheidenden Läufe aus den letzten Monaten.
Nike strengt sich sehr an, aus dem Vertrag mit Brian Urlacher möglichst viel herauszuholen. Dieses Video zeigt den Linebacker und Chef der Bears-Abwehr dabei, wie er auf bestimmte Formationen reagiert und seine Verteidigerkollegen vorwarnt. Die Erläuterungen sind nicht ganz leicht für Football-Anfänger nachzuvollziehen. Sie zeigen allerdings, dass das Spiel extrem durchdacht ist und von planvollem Handeln lebt. Urlacher ist einer der schnellsten, reflexstärksten und körperlich wuchtigsten Defensivspieler in der Liga. In den schlechten Jahren zehrten die Bears fast von ihm alleine, weil er eine Deckung kommandiert, die in der Lage ist, den Gegner komplett alle Wege zu verriegeln und Interceptions einzusammeln. Dass die Mannschaft den Super Bowl erreichen konnten, verdanken sie zwar auch Urlacher. Aber inzwischen hat er tatkräftige Hilfe. Vor allem im Angriff. Wir wollen nicht vergessen zu erwähnen, dass Urlacher im Jahre 2003 ein kurzes Techtelmechtel mit Paris Hilton gehabt haben soll. Wir wollen hier schließlich die Clickrate hochbringen.
Die Automarke Cadillac hat zum ersten Mal ein Interview-Programm vor dem Super Bowl gesponsert, das über YouTube publiziert wird, aber dort nur sehr wenig Leute erreicht. Warum? Das Konzept ignoriert, dass amerikanische Football-Zuschauer all das bereits wissen, was die Experten am Mikrofon abhandeln. Interessenten aus Deutschland, die sich auf das Match einstellen wollen, bietet das Ganze durchaus ein paar gute Aspekte. Einziges Problem: Die Burschen reden ziemlich schnell. Man kann leicht den Faden verlieren. Hier ist Teil 2 mit Bilder von einem fürchterlich dicken Typen, der beim Media Day Spieler zu einem Spiel herausforderte.
Die folgenden zwei Videos sind Teil 1 und 2 einer sehr gut montierten Zusammenfassung des American Conference Championship-Matches der Colts gegen die New England Patriots. Ein Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Hälften. Die Aufnahmen zeigen, dass die Colts nicht nur einen guten Quarterback haben - Peyton Manning - sondern auch eine unerhört vielseitige Angriffsformation, der es nicht schwer fällt, unter Zeitdruck zu punkten.
Das Spiel war eine der attraktivsten Begegnungen der letzten 20 Jahre. Bislang hatte noch keine Mannschaft in der Conference-Championship-Spiel einen Rückstand von 18 Punkten aufgeholt. Allerdings bleibt die Aufholjagd der Buffalo Bills in den Playoffs des Jahres 1993 gegen die Houston Oilers auch weiterhin das dramatischste Comeback aller Zeiten. Damals machten die Bills 32 Punkte wett und gewann in der Verlängerung. Doch zurück zu den Colts und dem Spiel, mit dem sie zum ersten Mals im entscheidenden Moment den alten Rivalen aus New England bezwingen konnten. Dies ist Teil 2:
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23. Januar 2007
Mehr von den Chicago-Bears-Superfans
Die NFL hat schon vor langer Zeit beschlossen, dass sie zwischen die Conference Championships und den Super Bowl einen zweiwöchigen Puffer einschiebt. Das macht im Zeitalter von Privatflugzeugen im Prinzip keinen Sinn, denn die Mannschaften sind an den Ein-Wochen-Takt gewöhnt. Es steigert auch nicht etwa die Spannung, sondern produziert das Gegenteil: ein atmosphärisches Loch. Das müssen alle irgendwie füllen, ehe in den Tagen vor dem Spiel die Pressekonferenzen und die Sponsoren-Partys steigen, die zumindest den Anschein von Nachrichtenwert haben. Wir werden uns also durchhangeln. Für den Anfang ein weiterer Superfans-Sketch von Saturday Night Live. Dies ist - chronologisch gesprochen - der allererste in der Serie aus dem Jahr 1991. Übrigens gibt es zu den Superfans eine ganze Wikipedia-Seite, die den Hintergrund und die Inspiration für die Figuren erläutert. Sie tauchten zwischen 1991 und 1993 neunmal im Programm auf. Dann gab Mike Ditka seinen Posten als Coach der Chicago Bears auf und die Parodie verlor ihren Reiz.
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21. Januar 2007
Eine Premiere: Der erste schwarze Trainer im Super Bowl
Der erste schwarze Trainer im Super Bowl: Das ist Lovie Smith, der mit den Chicago Bears die New Orleans Saints auseinandergenommen hat. So gut die Gäste aus Louisiana im Schneeregen von Soldier Field zwischendurch aussahen - am Ende produzierten sie zuviele Fehler, um die Schraubzwingen anzubringen. Am Anfang verloren sie häufiger den Ball und konnten froh sein, dass die Bears die sich eröffnenden Chancen nur zu drei Field Goals ummünzen konnten. Als die Saints fast aufgeholt hatten und alles auf der Kippe stand, machte Quarterback Drew Brees einen dummen Fehler und warf regelwidrig und mit Absicht den Ball weg. Das wird immer bestraft, aber ist am teuersten, wenn man dabei in der eigenen Endzone steht. Dann kostet es einen Safety (zwei Punkte für den Gegner) und man gibt den Ball mit einem Punt an den Gegner. Alle weiteren individuellen Fehlleistungen aufzuzählen, macht wenig Sinn. Die Mannschaft ist so gut wie noch nie und kam so weit wie noch nie. Was fehlte, war Cleverness, Abgeklärtheit, Erfahrung. 39:14 ist eine Packung und ein Resultat, das verdeckt, wie gut die Saints geworden sind (nachdem sie im letzten Jahr extrem schlecht waren). Über die Bears werden wir noch bei anderer Gelegenheit ein paar Worte verlieren. Sie haben heute über weite Strecken so gut gespielt wie am Anfang der Saison, als sie wie ein früher Favorit auf den Titel wirkten. Im November und Dezember war all das verschwunden - unter anderem auch, weil Quarterback Rex Grossman ziemlich viel Mist produzierte.
Aus Pittsburgh gibt es übrigens die Bestätigung - nach vielem Hin und Her -, dass der neue Trainer Mike Tomlin heißt, ein weiterer schwarzer Head Coach in der Liga und mit 34 Jahren der jüngste von allen. Was die Steelers an einem Mann mit einem Jahr NFL-Erfahrung (als Defensive Coordinator in Minnesota) finden, ist schwer herauszulesen. In den letzten Jahren haben sich die Männer auf diesem Stuhl in West-Pennsylvania sehr lange gehalten. Tomlin ist der dritte Head Coach in mehr las 30 Jahren. Normalerweise müsste die Entscheidung einen weiteren Mann auf den Arbeitsmarkt drängen: Russ Grimm, der als zweiter Mann in der Hierarchie übergangen wurde. Tomlin könnte dann komplett neu anfangen. Der anderen wichtige Trainer bei den Steelers - Ken Whisenhunt - wurde vor ein paar Tagen neuer Chef bei den Arizona Cardinals.
Blick zurück: Die Dampfwalze namens Bears am Anfang der Saison
Blick zurück: "Da Bears" - eine Liebeserklärung an einen Trainer und "sein" Team
Blick zurück: Der Höhepunkt der Saints-Saison
Blick zurück: Das Trainerkarussell in der NFL
Aus Pittsburgh gibt es übrigens die Bestätigung - nach vielem Hin und Her -, dass der neue Trainer Mike Tomlin heißt, ein weiterer schwarzer Head Coach in der Liga und mit 34 Jahren der jüngste von allen. Was die Steelers an einem Mann mit einem Jahr NFL-Erfahrung (als Defensive Coordinator in Minnesota) finden, ist schwer herauszulesen. In den letzten Jahren haben sich die Männer auf diesem Stuhl in West-Pennsylvania sehr lange gehalten. Tomlin ist der dritte Head Coach in mehr las 30 Jahren. Normalerweise müsste die Entscheidung einen weiteren Mann auf den Arbeitsmarkt drängen: Russ Grimm, der als zweiter Mann in der Hierarchie übergangen wurde. Tomlin könnte dann komplett neu anfangen. Der anderen wichtige Trainer bei den Steelers - Ken Whisenhunt - wurde vor ein paar Tagen neuer Chef bei den Arizona Cardinals.
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20. Januar 2007
"Da Bears" - Reverenz an den legendären Mike Ditka
"Am Donnerstagmorgen eierte Mike Ditka in das Restaurant, das seinen Namen und sein Gesicht an der Fassade trägt, und ging durch eine Menge, die sich so respektvoll teilte wie das Wasser des Roten Meers. Ditka hat in dieser Stadt seit über 40 Jahren keinen Pass mehr gefangen. Und es ist 14 Jahre her, dass er an der Seitenlinie stand. Aber die Stadt hängt an seinen Lippen. Und in diesem Moment schienen die Worte förmlich dran zu baumeln. Am Sonntag wird Chicago als Gastgeber das NFC Championship-Spiel gegen New Orleans ausrichten, dessen Sieger den Super Bowl in Miami erreicht. Und als waere es noch nicht genug, dass der Rest Amerikas bereits den Saints die Daumen drückt, hatten die Leute in Chicago die letzten vier Tage darauf gewartet zu erfahren, dass wenigstens er, "Da Coach", noch immer auf ihrer Seite ist. Aber bis dahin: nichts.Das ist ein Ausschnitt aus dem Artikel von Associated-Press-Kolumnist Jim Litke über Mike Ditka - vor 20 Jahren der Trainer der Bears, als sie den Super Bowl gegen die New England Patriots gewannen und eine der überragenden Mannschaften der NFL-Geschichte beieinander hatten. Ditka war später auch Trainer in New Orleans, wo er das Missgeschick fertig brachte, jede Menge Draftplätze wegzuschenken, um einen gewissen Ricky Williams zu draften. An Williams erinnert man sich inzwischen in Louisiana genausowenig wie an Ditka, Urgestein der grimmigen osteuropäischen Sorte, der als Tight End mit den Bears 1963 eine NFL-Meisterschaft gewann (damals gab es noch keinen Super Bowl) und inzwischen zwei künstliche Hüftgelenke sein eigen nennt. Football geht auf die Knochen.
Die Stadt ist die Basis für Ditkas wachsendes Imperium geblieben, Sitz seines über die Maßen erfolgreichen Restaurants und Hintergrund für viele seiner lukrativen Jobs als Werbebotschafter und das "Medienmonster von Midway". Aber von dem Augenblick an, als die Bears die Seahawks ausgeschaltet hatte, machte er auf verschämt."
Welchen Stellenwert Ditka im Laufe der Jahre in den USA errungen hat, kann man sehen, wenn man den inzwischen klassischen Sketch von Saturday Night Live aus dem Jahre 1991 betrachtet, in dem die Schauspieler einen polnisch angehauchten Akzent mimen, in dem aus dem bestimmten Artikel "the" ein "da" wird - wie in "Da Bears" oder "Da Bulls". Was ebenfalls mitschwingt ist jene einzigartige Sportbegeisterung in der Stadt Chicago, die sich gerne als "Second City" etikettiert (nach New York), was eigentlich nur liebenswürdiger, purer Größenwahn ist. Die Zeit ist längst an der Metropole mit der attraktivsten Wolkenkratzerlandschaft der Welt vorbeigerast. Zu mehr über Chicago und seinen Wahn schalten wir direkt zu Ditka's Restaurant und zu den "Superfans":
"Da Coach" Mike Ditka hat sich übrigens inzwischen geoutet: Er ist für "Da Bears". Was blieb ihm wohl auch anderes übrig? Und so schlecht wie 1991 sind die Bears ja beim besten Willen nicht. Die Saints allerdings sind die Favoriten - auch bei den Buchmachern.
6. November 2006
NFL: Die Colts haben die perfekte Saison im Visier
Manche Geschichten haben Hand und Fuß. Andere gehören in die Kategorie urban legends. Sie sind Mythen in Tüten, die alle Jahre wieder aufgeblasen und zum Platzen gebracht werden. So weit es um die Angehörigen der Miami Dolphins des Jahres 1972 geht, ist das schwer zu beurteilen. Es heißt, sie entkorken jede Saison immer dann eine Flasche Champagner, wenn sich das letzte NFL-Team seine erste Niederlage eingehandelt hat. Falls ja, gibt es dafür zumindest eine Erklärung. Jene Dolphins sind die einzige Mannschaft in der Geschichte der NFL, die alle Spiele - reguläre Saison, Playoffs und Super Bowl - gewinnen konnten. Eine makellose Statistik. Den Chicago Bears mochte man einen solchen Lauf in diesem Jahr auch zutrauen. Aber der ging am Sonntag ausgerechnet gegen die Dolphins und vor eigenem Publikum nach sieben Siegen in Folge mit 13:31 zu Ende.Nun kann nur noch eine Mannschaft von der sogenannten "perfekten Saison" träumen: die Indianapolis Colts, die nach dem 27:20 über die New England Patriots über eine Bilanz von 8:0 verfügen. Das muss nicht viel heißen. Das Team war schon in den letzten Jahren ziemlich gut, aber fing sich jedes Mal kurz vor Schluss eine hässliche Schlappe ein.
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8. Oktober 2006
Chicago Bears: So gut wie unwiderstehlich
Es ist dringend an der Zeit, eine kleine Eloge auf die Chicago Bears zu schreiben. Denn da kommt eine richtige Dampfwalze auf uns zu: eine Mannschaft, die mit knochenkrachender Konsequenz alles platt macht, was sich ihr in den Weg stellt. Vor zwanzig Jahren war das Team aus der Second City zum letzten Mal so gut wie jetzt. Gegen die Washington Redskins, Dallas Cowboys, San Francisco 49ers, Green Bay Packers und St. Louis Rams, die in den Jahren danach das Banner der National Conference trugen hatten sie nichts mehr zu melden. In den letzten Jahren jedoch rührte sich bereits was in Soldier Field, wo es im Winter manchmal so kalt ist, dass man zum Eiszapfen wird, wenn man sich nicht ständig bewegt. Die Deckungsspieler erarbeiten sich die Unerbittlichkeit einer Zwangsjacken-Einheit aus der Nervenklinik. Das reichte hin und wieder zu Spielen, bei denen man die Punkte der Gegner an den Fingern beider Hände abzählen konnte. Aber seit kurzem verfügt das Team von Trainer Lovie Lee Smith auch über eine Angriffsformation, die Spiele entscheiden kann. Dabei ist Smith eher ein Verteidigungsspezialist, der sich unter Tony Dungy in Tampa Bay profilierte, ehe er bei dem Rams als Defensive Coordinator anheuerte und deren Erfolge mitfeierte.
Dass die Bears unwiderstehlich geworden sind, konnte man heute beim Match gegen die Buffalo Bills erkennen. Sie gingen mit 40:0 Punkten in Führung, ehe sie kurz vor Schluss noch einen Touchdown zuließen. Endstand 40:7. Einer der Hauptgründe für die Offensivkraft ist Quarterback Rex Grossman, der nach den sehr akkuraten statistischen Kalkulationen des Statistik-Blogs The Wages of Win nach der letzten Woche auf Platz 3 von allen Spielgestaltern in der NFL stand. Mit diesem Sieg müsste sich seine Position noch verbessert haben.
Chicago spielt als nächstes gegen ziemliche leichte Gegner und trifft am 16. November in Foxboro auf die New England Patriots, dem einzigen noch verbliebenen Schwergewicht auf dem Kalender in dieser Saison, nachdem die Mannschaft letzte Woche die Seattle Seahawks aus den Angeln gehoben hatten. Der Super-Bowl-Teilnehmer des letzten Jahren sah aus, als hätte man ihn den Schwitzkasten genommen. 37:6 lautete der Endstand.
Das Video von YouTube gibt ein paar schöne Highlights, hübsch geschnitten zur Musik
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