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25. November 2009

Mehr NBA-Schiedsrichter in Wettskandal verwickelt?

Im Schatten der umfangreichen Ermittlungen über den organisierten Betrug im Fußball wirken die Anschuldigungen eines der Gangster, die im NBA-Schiedsrichter-Skandal eine entscheidende Rolle spielten, fast schon harmlos. Aber der Vorwurf steht seit kurzem im Raum: Angeblich wurden damals 13 Referees in die Affäre hineingezogen. Die bestand nach dem bisherigen Wissensstand wohl nicht hauptsächlich daraus, den Ausgang von Spielen zu manipulieren, sondern Informationen von Unparteiischen zu erhalten, durch die sich das Resultat leichter voraussagen lassen kann. Die berühmteste Figur – Tim Donaghy – hat inzwischen die Gefängnisstrafe abgesessen und versucht ein Buch auf den Markt zu bringen. Der erste Verlag bekam allerdings kalte Füße, nachdem Auszüge aus dem Manuskript in der Öffentlichkeit auftauchten. Eine Reaktion seitens der Liga steht noch aus.
Blick zurück: Die erste Geschichte über die Anklage gegen Tim Donaghy in der FAZ
Blick zurück: Der jüngste Bericht über Donaghys Versuch, sein Enthüllungesbuch zu publizieren – ebenfalls in der FAZ
Blick zurück: Die American-Arena-Beiträge zu Stichwort Donaghy

29. Oktober 2009

Verlag zieht Enthüllungsbuch des NBA-Schiedsrichters zurück

Der amerikanische Verlag, der das Buch des verurteilten NBA-Schiedsrichters Tim Donaghy veröffentlichen wollte, hat sich kurzfristig dazu entschieden, von dem Projekt zurückzutreten. Das Unternehmen, eine Unterabteilung des Bertelsmann-Verlags, der seit einiger Zeit seine Buchaktivitäten unter dem Namen Random House betreibt, hat kalte Füße bekommen. Man ließ zumindest intern durchblicken, dass man Angst vor Prozessen wegen Verleumdung hat. Weshalb die Furcht erst so spät hochkroch, nachdem Blowing the Whistle – The Culture of Fraud in the NBA eigentlich in wenigen Tagen auf den Markt kommen sollte, lässt sich nicht ergründen. Denn Donaghys detaillierte Beschreibungen des merkwürdigen Verhaltens seiner Kollegen gegenüber bestimmten Spielern standen sicher bereits im Rohmanuskript. Wer angesichts solcher Vorwürfe nicht gleich den Hausanwalt konsultiert, macht sich selbst das Leben schwer.

Die Sache spitzte sich allerdings erst in dieser Woche zu, als Deadspin Auszüge aus dem Buch druckte, nachdem man eine Kopie zugespielt bekommen hatte. Darin wird namentlich genannten NBA-Schiedsrichtern vorgeworfen, dass sie Star-Spieler wie Kobe Bryant bei der Zumessung von Fouls besser behandelten, einer zeigte in seinem Hass auf Allan Iverson dem kleinen Dribbler meistens die kalte Schulter. Selbst wenn er regelwidrig behindert wurde.

Wegen üblicher Nachrede oder Verleumdung eines Prominenten belangt zu werden, ist in den USA übrigens ziemlich schwierig. Und dass NBA-Schiedsrichter den Status von Prominenten genießen, dürfte unbestritten sein. Dazu muss der Betroffene einem Gericht glaubwürdig nachweisen, dass der Urheber der Vorwürfe mit voller Absicht etwas behauptet hat, das komplett unwahr ist.

Dass das Buch das Zeug zu eine Beststeller hat, dürfte unbestritten sein. Da Donaghy keine Repressalien zu fürchten hat, dürfte er kein Blatt vor den Mund genommen haben. Dass in der NBA Manipulationen seitens der Unparteiischen vorkommen, ist ein offenes Geheimnis. Nur wie sie ablaufen und von wem sie auf welche Weise betrieben werden, das hat sich bisher noch niemand zu sagen getraut.

Blick zurück: Der NBA-Schiedsrichter und die Mafia

Das AP-Video zur Urteilserkündung:

15. Juli 2008

Der NBA-Schiedsrichter und die Mafia: War noch ein anderer Referee verwickelt?

Seit Wochen wird von Seiten des Gerichts die Verkündung des Strafmaßes für den geständigen NBA-Schiedsrichter Tim Donaghy verschoben. Parallel sickern allerdings immer wieder ein paar Informationen durch, die so wirken, als könnten sie den Referee in einem etwas besseren Licht darstellen. Was schwierig wird – von wegen Mafia-Kontakte und so. Sportfans wird vor allem die Frage interessieren, ob und, wenn ja, wie er Spiele verschoben hat. Dazu gibt es keine konkreten Anhaltspunkte. Allerdings ist jetzt eine Auffälligkeit bekannt geworden, die dafür spricht, dass der Unparteiische zumindest mit einem anderen Kollegen immer sehr viel besprochen hat. Und zwar am Telefon. Die NBA hat die mit dem Fund verbundene Unterstellung pauschal zurückgewiesen. Der fragliche Schiedsrichter sagt nichts von Belang.

24. Januar 2008

Warten auf das Urteil für den Pfeifenheini

Wir warten weiter auf das Urteil gegen den NBA-Schiedsrichter Tim Donaghy, der mit seinen Kontakten zur Mafia die Liga in Bestechungs- und Betrugsverdacht gebracht hat. Warum die Verkündung des Strafmaßes, die für den 25. Januar angesetzt war, erneut hinausgeschoben wurde, lässt sich nicht nachvollziehen. Es darf spekuliert werden, dass der Ex-Referee erst mal noch den Staatsanwälten als Zeuge im Rahmen assoziierter Verfahren zeigen muss, dass er auf den richtigen Weg zurück gefunden hat. Gut für ihn. Schlecht für uns. Wir wissen noch immer nichts Genaues über seinen Modus operandi.
Blick zurück: Ab nach Canossa - wie man in Deutschland den Fall abgehandelt hat