Puh, das ist so gerade noch mal gut gegangen. Am Samstag lief im Deutschlandfunk mein Beitrag über David Beckham und Los Angeles Galaxy, wo er aufgrund einiger andere aktueller Ereignisse eine Weile auf der Warmhalteplatte lag. Drei Tage später sind zwei der Gesprächspartner nicht mehr in ihren Ämtern: Team-Manager Alexi Lalas wurde hinauskomplimentiert. Trainer Ruud Gullit, in seiner erste Saison in der amerikanischen Fußball-Liga MLS, nannte nicht näher spezifizierte persönliche Gründe, weshalb er die Brocken hingeworfen hat. Die Saison hatte sportlich sehr löblich begonnen. Als ich Anfang Juni zwei Tage lang in Los Angeles beim Training war, stand die Mannschaft an der Tabellenspitze im Westen und spielte guten Angriffsfußball. Was dem Team seitdem zugestoßen ist, bleibt ein Mysterium.
Der Nachfolger für Gullit ist der ehemalige Nationalspieler Cobi Jones, der keinerlei Erfahrung im Amt des Cheftrainers hat. Spekulationen machen Sinn, wonach Galaxy und vor allem die Firma dahinter – Anschutz Entertainment Group – tief in die Tasche greifen wird, um einen renommierten Ausländer zu verpflichten. Natürlich haben vor allem die Spieler an der Formkrise Schuld und müssen nach Ansicht vonAEG-Manager Tim Leiweke sich auch mal selbst fragen, was das Problem sein könnte. Aber wie immer wird erst mal an der Spitze der Pyramide herumgehackt, ehe man etwas tiefer einsteigt. Der Telegraph in London will allerdings etwas von einer Spielerrevolte gehört haben.
Lalas ist der bekannteste Cheerleader von Major League Soccer, immer bereit mit einem lockeren Spruch die Erwartungen hochzuhypen. Das hat ihm schon in New York den Job gekostet, als er von den neuen Besitzern von Red Bull an den Gang getan wurde. In Los Angeles wirkte er wie der perfekte Zirkusdirektor für eine ambitionierte Organisation, die in den Anfangsjahren der Liga ziemlich erfolgreich war. Er hatte sicher auch nichts dagegen, dass man David Beckham aus Spanien holte und schon gar nichts gegen den Ringelpiez, der sich dadurch entspann. Aber Beckham war im ersten Jahr eher eine Last für den Laden als ein Gewinn, auch wenn sich das Experiment finanziell ziemlich positiv auswirkte. In dieser Saison sah es nach einem Leistungssprung aus. Aber das Hauptproblem, ein wackliger Torwart und eine schläfrige Verteidigung, wurde nicht gelöst.
Die interessanteste Neuigkeit aus meinem Gespräch mit Landon Donovan, der übrigens hervorragend Deutsch spricht: Er liebäugelt nach den Frusterfahrungen in Leverkusen durchaus wieder mit einem Gastspiel in Europa. Der Mann ist erst 26 Jahre alt und der beste Spieler der US-Nationalmannschaft.
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13. August 2008
20. Juni 2007
Beckham-Malus: Gelalle von Lalas
Das ist der eigentliche Nachteil des Wechsels von David Beckham nach Kalifornien: Jetzt muss man sich dauernd das Geschwätz von Alexi Lalas anhören, dem Manager der Los Angeles Galaxy. Der Mann ist geschult in der amerikanischen Art des Marktschreiers an der Losbude auf der Kirmes und war das schon als mäßiger, wenn auch knüppelharter Verteidiger in seinen aktiven Zeiten. Wie wenig er wirklich drauf hat, haben die Leute von Red Bull ziemlich schnell gesehen, als sie den Club kauften, der früher unter dem Namen New York-New Jersey MetroStars in der US-Fußballliga firmierte. Also taten sie ihn an den Gang. Bei Galaxy, wo man mit dem passenden Stadion und einer Fanverankerung im hispanifizierten Großraum Los Angeles einen anderen sportwirtschaftlichen Stellenwert genießt, hat man ihn gerne mit offenen Armen aufgenommen. Die Entscheidungen werden dort ohnehin auf einer höheren Etage getroffen. Lalas jüngster Klops: ein anmaßender Vergleich zwischen Major League Soccer und der Premier League, den man in England nicht mehr als humorvoll empfindet. Die Hybris ("Die Tatsache, dass ein Teil der Welt in Form der Premier League ein minderwertiges Produkt verehrt, ist deren Sache...") ist beeindruckend. Weniger angesichts der Tatsache, dass die Amerikaner allenfalls auf Regionalliga-Niveau spielen. Sondern vielmehr im Licht all der massiven Investitionen amerikanischer Sportunternehmer in Clubs wie Arsenal, Liverpool, und Manchester United, die demnach als Vollidioten eingestuft werden müssten, weil sie einen viel zu hohen Preis für ihre Anteile bezahlt hätten. Das werden die natürlich sehr gerne hören, besonders jemand wie Arsenal-Mann Stan Kroenke, der mit den Colorado Rapids einen Club in der MLS besitzt.Übrigens: Bis man in den USA mal solche wahren Fußball-Fans wie den Engländer Jim Coan
findet, wird noch viel Wasser an die Gestade von Los Angeles schwappen. Der kann sich kein Spiel seines Lieblingsvereins FC Liverpool anschauen, weil es ihnen komplett aus den Pantinen haut.
27. Mai 2007
Beckham-Rückkehr ins England-Team macht Galaxy-Manager nervös
Niemand gibt gerne viel Geld aus und setzt alles in Bewegung, um sich ein hübsches Stück fürs Schaufenster zu besorgen, um dann zu erleben, dass andere aufgrund eigener Begehrlichkeiten auch noch mitmischen. So wie im Fall der Los Angeles Galaxy, dessen Management nie und nimmer damit gerechnet hatte, dass David Beckham noch einmal als ernsthafter Kandidat für die englische Nationalmannschaft in Frage kommen würde. Doch da "Becks" vom neuen Trainer Steve McClaren für das Freundschaftsspiel am Freitag gegen Brasilien und das EM-Qualifikationsspiel gegen Estland am Mittwoch der kommenden Woche einberufen wurde, muss man sich in Kalifornien plötzlich mit neuen Begebenheiten abfinden. Der Mann, der zum Treibmittel für den langfristigen Erfolg von Major League Soccer in den USA werden soll und für viel Geld eingekauft wurde, hat wohl noch immer Gefühle für seine sportliche Heimat - die Football Association und ihren Präsidenten William Mountbatten-Windsor, auch Prince William of Wales genannt. So macht sich Club-Manager Alexia Lalas bereits Sorgen, dass der Neueinkauf eventuell erneut im September und Oktober für England spielen muss, wenn weitere vier EM-Pflichtbegegnungen auf dem Programm stehen. "Geschäftlich gesehen ist das keine gute Nachricht", sagte er einem englischen Rundfunksender. "Denn wir verkaufen das das Team mit David Beckham. Und sehr viele Menschen sind darauf gespannt, ihn mit den Galaxy spielen zu sehen."
Verbandspolitisch kann der MLS-Club nichts machen. Er muss Spieler in solchen Situationen freistellen. Lalas deutete aber an, dass er nicht daran denkt, Beckham auch noch für Freundschaftsspiele abzugeben. "Er hat unserer Organisation und unseren Fans gegenüber eine Verantwortung, auf dem Platz und außerhalb."
Verbandspolitisch kann der MLS-Club nichts machen. Er muss Spieler in solchen Situationen freistellen. Lalas deutete aber an, dass er nicht daran denkt, Beckham auch noch für Freundschaftsspiele abzugeben. "Er hat unserer Organisation und unseren Fans gegenüber eine Verantwortung, auf dem Platz und außerhalb."
12. Februar 2007
Talent-Suche im Beckham-Club LA Galaxy: Zwei kamen durch
Mehr als 800 Bewerber aus 20 Ländern hatten sich am Samstag bei einem öffentlichen Probetraining der Los Angeles Galaxy eingefunden. Einige kamen sogar aus London und aus Mittelamerika angeflogen. Was sie können, durften sie in kurzen Testspielen auf der Anlage in Carson zusamengewürfelt in Siebener-Mannschaften zeigen. Die Idee war Galaxy-Manager Alexi Lalas gekommen, nachdem der Club David Beckham verpflichtet hatte. Er schien das Echo erwartet zu haben und machte sich Hoffnungen, dass er auf diese Weise den einen oder anderen zukünftigen MLS-Profi aufspüren würde. Resultat: Viele trauen sich etwas zu, was sie schon aus konditilelen Gründen überhaupt nicht packen können - wegen Bierbauch und so. "Das ist beschämend" , meinte Lalas. Obwohl: die 130 Dollar Gebühr, die jeder Teilnehmer zu bezahlen hatte, wollter er ihnen denn auch nicht wiedergeben.
Am Ende des Tages hatte Trainer Frank Yallop und seine Assistenten unter den neugierigen Augen britischer Kamerateams das Kontingent auf 133 Spieler reduziert, die man am Sonntag genauer unter die Lupe nahm. Am Ende gaben sie zwei Aspiranten den Zuschlag, die eine Woche lang am Training der Mannschaft teilnehmen dürfen, wo sie weiter beobachtet werden: Laurent Merlin aus Marseille, 22 Jahre alt, der durch das Nachwuchssystem von Olympique marschiert ist, und Rui Fortes, 24, ein Amerikaner, der lange Zeit in Rhode Island an der Ostküste gespielt hat.
Am Ende des Tages hatte Trainer Frank Yallop und seine Assistenten unter den neugierigen Augen britischer Kamerateams das Kontingent auf 133 Spieler reduziert, die man am Sonntag genauer unter die Lupe nahm. Am Ende gaben sie zwei Aspiranten den Zuschlag, die eine Woche lang am Training der Mannschaft teilnehmen dürfen, wo sie weiter beobachtet werden: Laurent Merlin aus Marseille, 22 Jahre alt, der durch das Nachwuchssystem von Olympique marschiert ist, und Rui Fortes, 24, ein Amerikaner, der lange Zeit in Rhode Island an der Ostküste gespielt hat.
"Merlin und Fortes sind rohe Talente, aber sie haben Potenzial gezeigt", sagte Lalas.
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