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24. Juni 2009
Das Beispiel Landon Donovan
Nach der Lektüre dieser Geschichte erkennt man ziemlich schnell das Problem, das talentierte deutsche Fußballnachwuchsspieler haben, sobald sie die Leistungsstufe erreichen, in der sie sich nur dann weiterentwickeln können, wenn man ihnen Platz zur Entfaltung gibt. In diesem Fall handelt es sich um den Amerikaner Landon Donovan, der auch bei seinem dritten Abstecher in die Bundesliga zu Jürgen Klinsmanns Bayern (zweimal vorher hatte er es in Leverkusen versucht) kläglich scheiterte. Der Kontrast wird illustrativ beschrieben. Derselbe Spieler, den Hermann Gerland nicht mal in der zweiten Mannschaft aufstellen würde, zieht in der US-Nationalmannschaft nach Lust und Laune das Spiel auf und zeigt, was er wirklich kann (via Oliver Fritsch). Das Problem hat wirklich sehr wenig mit Donovan zu tun, der vermutlich besser beraten gewesen wäre, wenn er es mal in England probiert hätte, und der kein Weltklassespieler ist. Aber wer ist das schon von den jungen Typen aus der jüngsten Generation, die jetzt in der U21 ihr Können zeigen?
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6. März 2009
Landon kehrt zurück, Beckham ziert sich
Während die Gefühle zwischen den amerikanischen Fußballanhängern und David Beckham langsam abkühlen, weil der Tätowierte weder das Spiel von Los Angeles Galaxy verbessert hat noch sich an seine vielen Worte über sein angebliches Interesse an einem Konjunkturaufschwung für Fußball in den USA erinnern kann, bleiben die Briten beckhamfixiert. Jetzt hat man sogar bei der BBC versucht, den Effekt von Becks auf den Liga-Fußball in den Vereinigten Staaten zu ermessen. Und was lernen wir? Es würde für Major League Soccer auch ohne Beckham nach dem langen Winter demnächst wieder die Sonne scheinen. Beruhigend zu wissen....
Man bastelt übrigens noch immer mit AC Milan an einer Lösung herum, die dem Engländer gestattet, die Saison in Italien zu Ende zu spielen und erst dann wieder nach Kalifornien zurückzukehren. Demnächst wieder zuhause: Landon Donovan, der den Winter über bei Bayern München verbracht hat. Der ganze Komplex wurde soeben auch vom New-York-Times-Fußballblogger durchgekaut.
Mehr MLS-Stoff: Eine neuerliche Erweiterung der Liga soll dabei helfen, Wurzeln im Nordwesten zu schlagen. Seattle Sounders heißt der Club, der in einem handlichen Stadion spielen kann und nicht in dem dicken Ding der Seahawks antreten muss. Auf drei Spielern
ruht das Auge der Öffentlichkeit: Heimkehrer Kasey Keller (Bild links) ist der prominenteste Amerikaner im Team. Dazu kommen der schwedische Mini-Beckham Freddie Ljungberg und der Franzose Sébastien Le Toux. Nicht zu unterschätzen:
die Verpflichtung von Trainer Sigi Schmid, der in Columbus ohne Druck und ohne Not eine Meistermannschaft zurückließ. Schmid (Bild rechts) wanderte mit seinen Eltern als Kind von Tübingen nach Kalifornien aus und kann deshalb beim besten Willen nicht als deutsche Pflanze eingestuft werden. Seine Entwicklung zu einem Erfolgstrainer begann im Collegesport.

Man bastelt übrigens noch immer mit AC Milan an einer Lösung herum, die dem Engländer gestattet, die Saison in Italien zu Ende zu spielen und erst dann wieder nach Kalifornien zurückzukehren. Demnächst wieder zuhause: Landon Donovan, der den Winter über bei Bayern München verbracht hat. Der ganze Komplex wurde soeben auch vom New-York-Times-Fußballblogger durchgekaut.
Mehr MLS-Stoff: Eine neuerliche Erweiterung der Liga soll dabei helfen, Wurzeln im Nordwesten zu schlagen. Seattle Sounders heißt der Club, der in einem handlichen Stadion spielen kann und nicht in dem dicken Ding der Seahawks antreten muss. Auf drei Spielern
die Verpflichtung von Trainer Sigi Schmid, der in Columbus ohne Druck und ohne Not eine Meistermannschaft zurückließ. Schmid (Bild rechts) wanderte mit seinen Eltern als Kind von Tübingen nach Kalifornien aus und kann deshalb beim besten Willen nicht als deutsche Pflanze eingestuft werden. Seine Entwicklung zu einem Erfolgstrainer begann im Collegesport.
11. Dezember 2008
Landon Donovan: Hängen im Schacht
Die vorweihnachtliche Stille aus München in Sachen
Landon Donovan kann vieles bedeuten. Dass man keine Eile hat, den Transfer verbindlich zu klären. Oder dass die Details zu vielfältig sind, um sie mit einem simplen Federstrich verbindlich abzuhandeln. Dieses ausführliche Spekulationsstück von einem der bestinformierten amerikanischen Fußball-Insider deutet an, dass vor allem Major League Soccer, aber vermutlich auch Los Angeles Galaxy verlegen von einem Bein aufs andere treten, weil sie nicht wissen, was ihnen der Verlust eines ihrer Vorzeigespielers wert ist. Der Text enthält zwei hübsche Randnotizen: Donovans Ehefrau Bianca Kajlich (im Bild oben rechts) ist im Moment noch ortsgebunden – als eine der Hauptdarstellerinnen in der Sitcom Rules of Engagement, der aber womöglich schon bald der Stecker herausgezogen wird. Und: David Beckham hat eine Klausel in seinem Fünf-Jahres-Vertrag mit Galaxy, der es ihm gestattet, schon nach Ende der kommenden Saison die Koffer zu packen. Nicht dass er Amerika wirklich fehlen würde, sollte er wieder von dannen ziehen. Aber es wäre ein weiterer Beleg dafür, dass MLS trotz einem enormen Einsatz (auch an Geld) einfach nicht vom Fleck kommt und noch mindestens zehn Jahre braucht, um sich auf ein Niveau im US-Sportgeschäft hochzuhangeln, wo man an das Wort Relevanz denkt.
Landon Donovan kann vieles bedeuten. Dass man keine Eile hat, den Transfer verbindlich zu klären. Oder dass die Details zu vielfältig sind, um sie mit einem simplen Federstrich verbindlich abzuhandeln. Dieses ausführliche Spekulationsstück von einem der bestinformierten amerikanischen Fußball-Insider deutet an, dass vor allem Major League Soccer, aber vermutlich auch Los Angeles Galaxy verlegen von einem Bein aufs andere treten, weil sie nicht wissen, was ihnen der Verlust eines ihrer Vorzeigespielers wert ist. Der Text enthält zwei hübsche Randnotizen: Donovans Ehefrau Bianca Kajlich (im Bild oben rechts) ist im Moment noch ortsgebunden – als eine der Hauptdarstellerinnen in der Sitcom Rules of Engagement, der aber womöglich schon bald der Stecker herausgezogen wird. Und: David Beckham hat eine Klausel in seinem Fünf-Jahres-Vertrag mit Galaxy, der es ihm gestattet, schon nach Ende der kommenden Saison die Koffer zu packen. Nicht dass er Amerika wirklich fehlen würde, sollte er wieder von dannen ziehen. Aber es wäre ein weiterer Beleg dafür, dass MLS trotz einem enormen Einsatz (auch an Geld) einfach nicht vom Fleck kommt und noch mindestens zehn Jahre braucht, um sich auf ein Niveau im US-Sportgeschäft hochzuhangeln, wo man an das Wort Relevanz denkt.
22. November 2008
Landon Donovan – das American-Arena-Interview (mit einem US-Blogger)
Joshua Mayers schreibt den besten amerikanischen Fußball-Blog The Beautiful Game. Wir wollten wissen, was er von Landon Donovan und seinem Umzug zu Bayern München hält.
American Arena: Als Landon zum zweiten Mal aus Leverkusen in die USA zurückgekehrt ist, wurde er von vielen verspottet. Sie sahen in seiner Haltung einen Mangel an Durchhaltewillen. Er sagte in einem Interview: "Ich wollte mich nicht elend fühlen. Ich bin 23. Ich muss das nicht haben." Stimmt meine Einschätzung, was die Reaktion der Fans angeht? Und hat sich sein Image gewandelt?
Joshua Mayers: Ich denke, dass die Art und Weise wie Landon nach seinem Versagen in der Bundesliga dargestellt wurde, gerechtfertigt war. Es ist klar, dass er mental nicht ganz auf der Höhe war, um mit Widrigkeiten fertig zu werden. Er hatte die Kritik verdient. Seine Reaktion war die eines Teenagers. Da war es berechtigt, ihn entsprechend zu behandeln, bis er das Gegenteil beweist. Allerdings glaube ich wirklich, dass er reifer geworden ist und diesmal mit den Herausforderungen umgehen kann. Er ist Spielführer der amerikanischen Nationalmannschaft geworden und ein Botschafter für Major League Soccer. Ich glaube, diesmal passt alles viel organischer zusammen. Und seine Leistung wird das zeigen.
American Arena: Was du vermutlich nicht weißt: Landon spricht überraschend gut Deutsch. Das habe ich bei einem Interview mit ihm im Juni festgestellt, und es hat meine Einschätzung seiner Person auf einen Schlag verändert. Er spricht sehr gut Spanisch. Welchen Eindruck von ihm gewinnst du aus seinen englischen Interviews?
Joshua Mayers: Landon ist ein sehr ehrlicher Mensch. Ich lese aus seinen Interviews heraus, dass er unverfälscht und glaubwürdig ist. Das Zitat aus der ersten Frage spiegelt die Ehrlichkeit wider. Er sagt, was ihm durch den Kopf geht. Vermutlich in jeder Sprache.
American Arena: Wie beurteilst du ihn als Fußballspieler, sein technisches Können, seinen Blick fürs Spielgeschehen?
Joshua Mayers: Ich habe ihn als Spieler immer sehr verehrt. Manchmal schient es schwierig zu sein, die beste Position für ihn zu finden. Und er kämpft darum, einen großen Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Davon mal abgesehen wird er immer der Star in seiner Mannschaft sein, egal ob in der Liga oder in der Nationalmannschaft. Er musste immer alles machen. Ich glaube sein Leistungsvermögen wird sich deutlicher in einer Mannschaft mit überragenden Talenten und geringeren Erwartungen zeigen. Im Zusammenspiel mit Leuten wie Toni und Klose wird Donovan nach meinem Gefühl zu einem besseren Spieler.
American Arena: Wird man ihn in der MLS vermissen?
Joshua Mayers: Ich denke, man wird ihn der MLS ein bisschen vermissen. Wahre amerikanische Fußballfans allerdings wollen, dass sich die besten US-Spieler in Europa weiterentwickeln. Wir wissen, er ist ein großartiger Spieler und wollen erleben, dass er auf einem höheren Niveau Erfolg hat. Es ist zwar traurig, ein Toptalent gehen zu sehen, die meisten werden jedoch erkennen, dass dies besser für den amerikanischen Fußball ist.
American Arena: Millionen von jungen Amerikanern spielen Fußball, aber die besten Talente legen eine Einstellung an den Tag, die von dem im Rest der Welt abweicht. Was für ein Typus spielt in den USA eigentlich Fußball (und nicht Basketball oder Football)? Der intelligentere Typ? Jemand, der weniger streit- und rauflustig ist?
Joshua Mayers: Ich bin nicht sicher, ob ich eine genaue Einschätzung darüber abgeben kann, welche Jugendlichen sich für Fußball entscheiden. Ich denke, die Attraktivität der Sportart besteht darin, dass jeder mitmachen kann. Wenn ich raten soll, würde ich sagen: die Sportart zieht generell eher kleinere und aggressivere Kinder an.
Nachtrag: Das Fußball-Establishment stuft Donovans Erfolgsaussichten eher niedrig ein und sagt das auch klar und deutlich – bei ESPN. Hier der Schnipsel:
Jürgen Klinsmann sieht das anders und erklärt es ganz locker auf Englisch:
Beide Links bei The Beautiful Game gefunden.
American Arena: Als Landon zum zweiten Mal aus Leverkusen in die USA zurückgekehrt ist, wurde er von vielen verspottet. Sie sahen in seiner Haltung einen Mangel an Durchhaltewillen. Er sagte in einem Interview: "Ich wollte mich nicht elend fühlen. Ich bin 23. Ich muss das nicht haben." Stimmt meine Einschätzung, was die Reaktion der Fans angeht? Und hat sich sein Image gewandelt?
Joshua Mayers: Ich denke, dass die Art und Weise wie Landon nach seinem Versagen in der Bundesliga dargestellt wurde, gerechtfertigt war. Es ist klar, dass er mental nicht ganz auf der Höhe war, um mit Widrigkeiten fertig zu werden. Er hatte die Kritik verdient. Seine Reaktion war die eines Teenagers. Da war es berechtigt, ihn entsprechend zu behandeln, bis er das Gegenteil beweist. Allerdings glaube ich wirklich, dass er reifer geworden ist und diesmal mit den Herausforderungen umgehen kann. Er ist Spielführer der amerikanischen Nationalmannschaft geworden und ein Botschafter für Major League Soccer. Ich glaube, diesmal passt alles viel organischer zusammen. Und seine Leistung wird das zeigen.
American Arena: Was du vermutlich nicht weißt: Landon spricht überraschend gut Deutsch. Das habe ich bei einem Interview mit ihm im Juni festgestellt, und es hat meine Einschätzung seiner Person auf einen Schlag verändert. Er spricht sehr gut Spanisch. Welchen Eindruck von ihm gewinnst du aus seinen englischen Interviews?
Joshua Mayers: Landon ist ein sehr ehrlicher Mensch. Ich lese aus seinen Interviews heraus, dass er unverfälscht und glaubwürdig ist. Das Zitat aus der ersten Frage spiegelt die Ehrlichkeit wider. Er sagt, was ihm durch den Kopf geht. Vermutlich in jeder Sprache.
American Arena: Wie beurteilst du ihn als Fußballspieler, sein technisches Können, seinen Blick fürs Spielgeschehen?
Joshua Mayers: Ich habe ihn als Spieler immer sehr verehrt. Manchmal schient es schwierig zu sein, die beste Position für ihn zu finden. Und er kämpft darum, einen großen Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Davon mal abgesehen wird er immer der Star in seiner Mannschaft sein, egal ob in der Liga oder in der Nationalmannschaft. Er musste immer alles machen. Ich glaube sein Leistungsvermögen wird sich deutlicher in einer Mannschaft mit überragenden Talenten und geringeren Erwartungen zeigen. Im Zusammenspiel mit Leuten wie Toni und Klose wird Donovan nach meinem Gefühl zu einem besseren Spieler.
American Arena: Wird man ihn in der MLS vermissen?
Joshua Mayers: Ich denke, man wird ihn der MLS ein bisschen vermissen. Wahre amerikanische Fußballfans allerdings wollen, dass sich die besten US-Spieler in Europa weiterentwickeln. Wir wissen, er ist ein großartiger Spieler und wollen erleben, dass er auf einem höheren Niveau Erfolg hat. Es ist zwar traurig, ein Toptalent gehen zu sehen, die meisten werden jedoch erkennen, dass dies besser für den amerikanischen Fußball ist.
American Arena: Millionen von jungen Amerikanern spielen Fußball, aber die besten Talente legen eine Einstellung an den Tag, die von dem im Rest der Welt abweicht. Was für ein Typus spielt in den USA eigentlich Fußball (und nicht Basketball oder Football)? Der intelligentere Typ? Jemand, der weniger streit- und rauflustig ist?
Joshua Mayers: Ich bin nicht sicher, ob ich eine genaue Einschätzung darüber abgeben kann, welche Jugendlichen sich für Fußball entscheiden. Ich denke, die Attraktivität der Sportart besteht darin, dass jeder mitmachen kann. Wenn ich raten soll, würde ich sagen: die Sportart zieht generell eher kleinere und aggressivere Kinder an.
Nachtrag: Das Fußball-Establishment stuft Donovans Erfolgsaussichten eher niedrig ein und sagt das auch klar und deutlich – bei ESPN. Hier der Schnipsel:
Jürgen Klinsmann sieht das anders und erklärt es ganz locker auf Englisch:
Beide Links bei The Beautiful Game gefunden.
11. November 2008
Next Stop: Säbener Straße
Die Frage schwebte Ende Oktober noch prophetisch im Raum herum: Wohin geht Landon Donovan? Jetzt wissen wir die Antwort: zu den Bayern nach München. Das heißt: Er ist schon da. Erst mal gilt das Arrangement nur für zehn Tage. Den Rest werden wir sehen. Auffällig: Trainer Klinsmann wollte den Spielgestalter von Los Angeles Galaxy und Nationalspieler, der einst bei Bayer Leverkusen versauert war, schon vor einer Weile und setzt jetzt anscheinend seinen Willen in Raten durch.
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14. September 2008
Klinsmann wollte Donovan für Bayern
Seit Juni durfte man gespannt sein, wann und wo das Thema hochköchelt. Denn da erzählte Landon Donovan im Interview auf dem Trainingsgelände von Los Angeles Galaxy ganz freimütig, dass er mit einem Wechsel nach Europa liebäugelt. Derselbe Landon Donovan, der noch vor einer Weile aus Leverkusen abgehauen war und dabei so tat, als brauche er das nicht: den Bundesliga-Alltag, sich beweisen müssen und die Einsätze in der zweiten Mannschaft. Was an unserem Gespräch vor allem verblüffte, war sein formidables Deutsch (einen Soundbite findet man in diesem Beitrag für den Deutschlandfunk) nach so langer Abwesenheit.
Wir haben uns nur über den Alltag bei Galaxy unterhalten und nicht über seine Karrierepläne. Ich bin sicher, er hätte sich auch nicht so einfach in die Karten schauen lassen. Obwohl seine Situation ziemlich klar auf der Hand liegt: Er verdient weit weniger als sein Mannschaftskollege David Beckham und die anderen Ausländer, die ihm Rahmen der Ausnahmeregelung in die Liga geholt haben. Auf der anderen Seite, ist der Spielgestalter deutlich der beste Amerikaner in Major League Soccer und ein wichtiger Faktor in der Nationalmannschaft und damit auch sehr viel mehr Geld wert, als die 900.000 Dollar, die er im Moment ausgeschüttet bekommt.
Jürgen Klinsmann, dem man zutrauen darf, dass er das Potenzial von Donovan aus dem Blickwinkel seiner Zeit in Kalifornien beurteilen kann, wollte ihn nach München holen, wie die Washington Post als erste berichtet hat. Der Deal scheiterte an den Vorbehalten im Bayern-Vorstand, heißt es. Donovan gilt aufgrund seines Abgangs aus Leverkusen von einst als nicht attraktiv genug. Ihn leihweise nach Deutschland zurückzuholen, kam für die Verantwortlichen von Major League Soccer nicht in Frage, wo man jeden Spielertransfer abnickt. Die Liga hätte schon gerne eine fette Ablösesumme, wenn sie das Aushängeschild ziehen lässt.
Kommerziell kommt MLS inzwischen einigermaßen vom Fleck. Die Betreiber von neuen Expansion Teams müssen 40 Millionen Dollar in die Gemeinschaftskasse einzahlen. Das eigentliche Problem ist die Zwickmühle, dier sich daraus ergibt, dass gute Jungstars wie Josy Alitdore und Michael Bradley (jetzt in Mönchengladbach) ständig abwandern, weil sie zuhause nicht viel dazulernen können und man dafür Alt-Stars von Rang und Namen einkaufen muss, die einen fremden Pass haben. Hier ein Stimmungsbericht.
Blick zurück: Das Stühlerücken neulich bei Galaxy
Wir haben uns nur über den Alltag bei Galaxy unterhalten und nicht über seine Karrierepläne. Ich bin sicher, er hätte sich auch nicht so einfach in die Karten schauen lassen. Obwohl seine Situation ziemlich klar auf der Hand liegt: Er verdient weit weniger als sein Mannschaftskollege David Beckham und die anderen Ausländer, die ihm Rahmen der Ausnahmeregelung in die Liga geholt haben. Auf der anderen Seite, ist der Spielgestalter deutlich der beste Amerikaner in Major League Soccer und ein wichtiger Faktor in der Nationalmannschaft und damit auch sehr viel mehr Geld wert, als die 900.000 Dollar, die er im Moment ausgeschüttet bekommt.
Jürgen Klinsmann, dem man zutrauen darf, dass er das Potenzial von Donovan aus dem Blickwinkel seiner Zeit in Kalifornien beurteilen kann, wollte ihn nach München holen, wie die Washington Post als erste berichtet hat. Der Deal scheiterte an den Vorbehalten im Bayern-Vorstand, heißt es. Donovan gilt aufgrund seines Abgangs aus Leverkusen von einst als nicht attraktiv genug. Ihn leihweise nach Deutschland zurückzuholen, kam für die Verantwortlichen von Major League Soccer nicht in Frage, wo man jeden Spielertransfer abnickt. Die Liga hätte schon gerne eine fette Ablösesumme, wenn sie das Aushängeschild ziehen lässt.
Kommerziell kommt MLS inzwischen einigermaßen vom Fleck. Die Betreiber von neuen Expansion Teams müssen 40 Millionen Dollar in die Gemeinschaftskasse einzahlen. Das eigentliche Problem ist die Zwickmühle, dier sich daraus ergibt, dass gute Jungstars wie Josy Alitdore und Michael Bradley (jetzt in Mönchengladbach) ständig abwandern, weil sie zuhause nicht viel dazulernen können und man dafür Alt-Stars von Rang und Namen einkaufen muss, die einen fremden Pass haben. Hier ein Stimmungsbericht.
Blick zurück: Das Stühlerücken neulich bei Galaxy
13. August 2008
Ende für Lalas in La-La-Land
Puh, das ist so gerade noch mal gut gegangen. Am Samstag lief im Deutschlandfunk mein Beitrag über David Beckham und Los Angeles Galaxy, wo er aufgrund einiger andere aktueller Ereignisse eine Weile auf der Warmhalteplatte lag. Drei Tage später sind zwei der Gesprächspartner nicht mehr in ihren Ämtern: Team-Manager Alexi Lalas wurde hinauskomplimentiert. Trainer Ruud Gullit, in seiner erste Saison in der amerikanischen Fußball-Liga MLS, nannte nicht näher spezifizierte persönliche Gründe, weshalb er die Brocken hingeworfen hat. Die Saison hatte sportlich sehr löblich begonnen. Als ich Anfang Juni zwei Tage lang in Los Angeles beim Training war, stand die Mannschaft an der Tabellenspitze im Westen und spielte guten Angriffsfußball. Was dem Team seitdem zugestoßen ist, bleibt ein Mysterium.
Der Nachfolger für Gullit ist der ehemalige Nationalspieler Cobi Jones, der keinerlei Erfahrung im Amt des Cheftrainers hat. Spekulationen machen Sinn, wonach Galaxy und vor allem die Firma dahinter – Anschutz Entertainment Group – tief in die Tasche greifen wird, um einen renommierten Ausländer zu verpflichten. Natürlich haben vor allem die Spieler an der Formkrise Schuld und müssen nach Ansicht vonAEG-Manager Tim Leiweke sich auch mal selbst fragen, was das Problem sein könnte. Aber wie immer wird erst mal an der Spitze der Pyramide herumgehackt, ehe man etwas tiefer einsteigt. Der Telegraph in London will allerdings etwas von einer Spielerrevolte gehört haben.
Lalas ist der bekannteste Cheerleader von Major League Soccer, immer bereit mit einem lockeren Spruch die Erwartungen hochzuhypen. Das hat ihm schon in New York den Job gekostet, als er von den neuen Besitzern von Red Bull an den Gang getan wurde. In Los Angeles wirkte er wie der perfekte Zirkusdirektor für eine ambitionierte Organisation, die in den Anfangsjahren der Liga ziemlich erfolgreich war. Er hatte sicher auch nichts dagegen, dass man David Beckham aus Spanien holte und schon gar nichts gegen den Ringelpiez, der sich dadurch entspann. Aber Beckham war im ersten Jahr eher eine Last für den Laden als ein Gewinn, auch wenn sich das Experiment finanziell ziemlich positiv auswirkte. In dieser Saison sah es nach einem Leistungssprung aus. Aber das Hauptproblem, ein wackliger Torwart und eine schläfrige Verteidigung, wurde nicht gelöst.
Die interessanteste Neuigkeit aus meinem Gespräch mit Landon Donovan, der übrigens hervorragend Deutsch spricht: Er liebäugelt nach den Frusterfahrungen in Leverkusen durchaus wieder mit einem Gastspiel in Europa. Der Mann ist erst 26 Jahre alt und der beste Spieler der US-Nationalmannschaft.
Der Nachfolger für Gullit ist der ehemalige Nationalspieler Cobi Jones, der keinerlei Erfahrung im Amt des Cheftrainers hat. Spekulationen machen Sinn, wonach Galaxy und vor allem die Firma dahinter – Anschutz Entertainment Group – tief in die Tasche greifen wird, um einen renommierten Ausländer zu verpflichten. Natürlich haben vor allem die Spieler an der Formkrise Schuld und müssen nach Ansicht vonAEG-Manager Tim Leiweke sich auch mal selbst fragen, was das Problem sein könnte. Aber wie immer wird erst mal an der Spitze der Pyramide herumgehackt, ehe man etwas tiefer einsteigt. Der Telegraph in London will allerdings etwas von einer Spielerrevolte gehört haben.
Lalas ist der bekannteste Cheerleader von Major League Soccer, immer bereit mit einem lockeren Spruch die Erwartungen hochzuhypen. Das hat ihm schon in New York den Job gekostet, als er von den neuen Besitzern von Red Bull an den Gang getan wurde. In Los Angeles wirkte er wie der perfekte Zirkusdirektor für eine ambitionierte Organisation, die in den Anfangsjahren der Liga ziemlich erfolgreich war. Er hatte sicher auch nichts dagegen, dass man David Beckham aus Spanien holte und schon gar nichts gegen den Ringelpiez, der sich dadurch entspann. Aber Beckham war im ersten Jahr eher eine Last für den Laden als ein Gewinn, auch wenn sich das Experiment finanziell ziemlich positiv auswirkte. In dieser Saison sah es nach einem Leistungssprung aus. Aber das Hauptproblem, ein wackliger Torwart und eine schläfrige Verteidigung, wurde nicht gelöst.
Die interessanteste Neuigkeit aus meinem Gespräch mit Landon Donovan, der übrigens hervorragend Deutsch spricht: Er liebäugelt nach den Frusterfahrungen in Leverkusen durchaus wieder mit einem Gastspiel in Europa. Der Mann ist erst 26 Jahre alt und der beste Spieler der US-Nationalmannschaft.
13. Dezember 2006
Suppentasse fürs Weichei
Es kann schon sein, dass Landon Donovan nicht gerne an seine zwei Ausflüge auf die Ersatzbank von Bayer Leverkusen erinnert wird. Für den einst als Riesentalent gehandelten kalifornischen Mittelfeldspieler blieb die Bundesliga ein Buch mit mindestens sieben Siegeln. Und so kehrte er lieber in sein Heimatland zurück, als sich zu plagen. Dort wird er am 31. Dezember seine fünf Jahre ältere Lebensgefährtin Bianca Kajlich ehelichen. Die beiden wohnen schon eine Weile in Manhattan Beach zusammen und wirkten bei ihrer MTV-Haustour nicht so, als fehlte ihnen viel an Einrichtungsgegenständen oder Geschirr. Das wird durch die Geschenkeliste bestätigt, die vom Brautpaar beim riesigen Kaufhaus Macy's hinterlegt wurde. Man kann sich selbst ein Bild von den Wünschen machen: The Big Lead hat das Link zur Liste ausgegraben. Na, Herr Augenthaler, vielleicht wollen Sie eine der Calvin-Klein-Suppentassen spendieren? Zur Erinnerung an die guten alten Zeiten?
Blick zurück: Weichei lässt grüßen - Landon Donovan mag's kuschelig
Blick zurück: Die Haustour auf MTV
Ergänzung: Der Blog Through Ball hat bei Pottery Barn, Crate & Barrel und Williams Sonoma weitere Geschenkelisten gefunden. Da müsste das Bayer-Leverkusen-Management doch wirklich etwas Passendes finden, um dem ehemaligen Angestellten eine kleine Freude zu machen.
Blick zurück: Weichei lässt grüßen - Landon Donovan mag's kuschelig
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Ergänzung: Der Blog Through Ball hat bei Pottery Barn, Crate & Barrel und Williams Sonoma weitere Geschenkelisten gefunden. Da müsste das Bayer-Leverkusen-Management doch wirklich etwas Passendes finden, um dem ehemaligen Angestellten eine kleine Freude zu machen.
31. Oktober 2006
Haus der offenen Tür bei den Donovans
Leverkusen liegt am Wasser. Manhattan Beach liegt am Meer. Leverkusen ist ein Vorort von Köln. Manhattan Beach ist ein Vorort von Los Angeles. Leverkusen hat McDonald's (dank Henry Maske). Aber Manhattan Beach hat den In-N-Out-Burger. Und viele prominente Sportler in großen Villen. Und besseres Wetter. Und seit einer Weile hat Manhattan Beach auch Landon Donovan, der sein Geld in ein Haus gesteckt hat, durch das er unlängst für MTV eine Führung gab. Fünf Schlafzimmer, viereinhalb Bäder, drei Hunde, zwei komische Bewohner und ein Motto: Leicht schräg das Ganze. Mit der schauspielernden Freundin namens Bianca Kajlich (fünf Jahre älter als er) wie die Glucke ständig im Bild. Mit Bier im Kühlschrank (aber nicht viel an Essensvorräten). Und einem Bett mit einer Spezialkunststoffmatratze der Marke Tempurpedic. Dort passiert angeblich "the magic". Das sagt er wirklich, ehe er uns noch stolz (und ohne seinen Schatten) sein Jaguar-Cabriolet mit den seltsam blauen Recaro-Sitzen zeigt.
Das ist der Stoff, aus dem in den USA die Fußballhelden sind. Stil? Geschmack? Yikes. Eine Welt aus dem Katalog der abgestandenen Wohnträume, wie man sie in manchen Hotels findet. Was man nicht hat, kann man nun mal nicht vortäuschen. Nicht mit vielen Kissen und nicht mit vielen Kerzen. (via soccernista)
Das ist der Stoff, aus dem in den USA die Fußballhelden sind. Stil? Geschmack? Yikes. Eine Welt aus dem Katalog der abgestandenen Wohnträume, wie man sie in manchen Hotels findet. Was man nicht hat, kann man nun mal nicht vortäuschen. Nicht mit vielen Kissen und nicht mit vielen Kerzen. (via soccernista)
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