Posts mit dem Label Los Angeles Galaxy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Los Angeles Galaxy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

23. November 2009

Als sei der Rasierapparat ausgerutscht

MLS Cup - Los Angeles Galaxy v Real Salt Lake
Von all den Frisuren, mit denen David Beckham im Laufe der Jahre seinen Sinn für überkandidelten gestalterischen Wagemut angedeutet hat, wirkt die Kreation “Herbst/Winter 2009” am ausgetüfteltsten. Links und rechts in der Nähe der Schläfen hat der Rasierapparat Löcher hinterlassen, die so aussehen, als sei dem Coiffeur die Hand ausgerutscht. Und oben wippen Büschel in der Signalfarbe blond, die nach hinten kürzer werden und den Schopf in einer kolorierten breiten Strähne auslaufen lassen.

Man könnte das Ganze einen “angedeuteten Irokesen” nennen. Genauso wie man David Beckham einen unvollendeten Fußballspieler nennen könnte. Aber eher wir uns in dieser Skizze verlieren, lieber der Hinweis auf den jüngsten Beitrag über ihn in der aktuellen FAZ – aus Anlass der Niederlage von Los Angeles Galaxy gegen Real Salt Lake im MLS Cup. Beckham geht zunächst wieder nach Mailand. Der Köder dafür, dass er in die USA zurückkehrt: Er soll Besitzer des 20. zu gründeten Clubs in der Liga werden. Wir sind zur Zeit bei 15.

1. November 2009

Im dritten Jahr konnte Beckham zeigen, was er kann

David Beckham hat zum ersten Mal im dritten Jahr in den USA das vollbracht, wofür man ihn eigentlich geholt hatte: Los Angeles Galaxy hat sich einen Platz in den Playoffs von Major League Soccer erarbeitet. Die anstehende Aufgabe ist die Auseinandersetzung mit dem Ortsrivalen Chivas USA. Beide Spiele finden im Home Depot Center in Carson statt, dem Heimstadion beider Mannschaften. Für die Playoffs qualifizieren sich acht der 15 Teams. Darunter befindet sich auch Seattle Sounders, die im ersten Jahr mit Kickern wie Kasey Keller im Tor und Freddie Ljungberg im Angriff gleich oben mitspielen konnte. Das Galaxy-Match beginnt in ein paar Minuten auf ESPN 2, während parallel die Rückkehr von Brett Favre nach Green Bay live in der NFL-Berichterstattung abgewickelt wird. Zappen ist angesagt.

Nachtrag: Beide Spiele waren nur halbspannend. Denn Galaxy verplemperte ziemlich schnell mit konzeptlosem Kick die Chance auf einen Sieg (Endstand 2:2, nächste Woche das Rückspiel). Und die Packers sahen nur eine Phase lang in der zweiten Hälfte so aus, als könnten sie Minnesota Angst einjagen. Am Ende deutlicher Sieg für die Vikings (38:26), bei denen nicht nur Favre ein Faktor ist. Die ganze Mannschaft ist stark.

6. März 2009

Landon kehrt zurück, Beckham ziert sich

Während die Gefühle zwischen den amerikanischen Fußballanhängern und David Beckham langsam abkühlen, weil der Tätowierte weder das Spiel von Los Angeles Galaxy verbessert hat noch sich an seine vielen Worte über sein angebliches Interesse an einem Konjunkturaufschwung für Fußball in den USA erinnern kann, bleiben die Briten beckhamfixiert. Jetzt hat man sogar bei der BBC versucht, den Effekt von Becks auf den Liga-Fußball in den Vereinigten Staaten zu ermessen. Und was lernen wir? Es würde für Major League Soccer auch ohne Beckham nach dem langen Winter demnächst wieder die Sonne scheinen. Beruhigend zu wissen....

Man bastelt übrigens noch immer mit AC Milan an einer Lösung herum, die dem Engländer gestattet, die Saison in Italien zu Ende zu spielen und erst dann wieder nach Kalifornien zurückzukehren. Demnächst wieder zuhause: Landon Donovan, der den Winter über bei Bayern München verbracht hat. Der ganze Komplex wurde soeben auch vom New-York-Times-Fußballblogger durchgekaut.

Mehr MLS-Stoff: Eine neuerliche Erweiterung der Liga soll dabei helfen, Wurzeln im Nordwesten zu schlagen. Seattle Sounders heißt der Club, der in einem handlichen Stadion spielen kann und nicht in dem dicken Ding der Seahawks antreten muss. Auf drei Spielern ruht das Auge der Öffentlichkeit: Heimkehrer Kasey Keller (Bild links) ist der prominenteste Amerikaner im Team. Dazu kommen der schwedische Mini-Beckham Freddie Ljungberg und der Franzose Sébastien Le Toux. Nicht zu unterschätzen: die Verpflichtung von Trainer Sigi Schmid, der in Columbus ohne Druck und ohne Not eine Meistermannschaft zurückließ. Schmid (Bild rechts) wanderte mit seinen Eltern als Kind von Tübingen nach Kalifornien aus und kann deshalb beim besten Willen nicht als deutsche Pflanze eingestuft werden. Seine Entwicklung zu einem Erfolgstrainer begann im Collegesport.

23. Oktober 2008

Anleihen bei einem Filmtitel

Eine Überschrift vom Feinsten (die Geschichte zum Thema von dieser Stelle aus steht morgen in der Printausgabe der FAZ.)

13. August 2008

Ende für Lalas in La-La-Land

Puh, das ist so gerade noch mal gut gegangen. Am Samstag lief im Deutschlandfunk mein Beitrag über David Beckham und Los Angeles Galaxy, wo er aufgrund einiger andere aktueller Ereignisse eine Weile auf der Warmhalteplatte lag. Drei Tage später sind zwei der Gesprächspartner nicht mehr in ihren Ämtern: Team-Manager Alexi Lalas wurde hinauskomplimentiert. Trainer Ruud Gullit, in seiner erste Saison in der amerikanischen Fußball-Liga MLS, nannte nicht näher spezifizierte persönliche Gründe, weshalb er die Brocken hingeworfen hat. Die Saison hatte sportlich sehr löblich begonnen. Als ich Anfang Juni zwei Tage lang in Los Angeles beim Training war, stand die Mannschaft an der Tabellenspitze im Westen und spielte guten Angriffsfußball. Was dem Team seitdem zugestoßen ist, bleibt ein Mysterium.

Der Nachfolger für Gullit ist der ehemalige Nationalspieler Cobi Jones, der keinerlei Erfahrung im Amt des Cheftrainers hat. Spekulationen machen Sinn, wonach Galaxy und vor allem die Firma dahinter – Anschutz Entertainment Group – tief in die Tasche greifen wird, um einen renommierten Ausländer zu verpflichten. Natürlich haben vor allem die Spieler an der Formkrise Schuld und müssen nach Ansicht vonAEG-Manager Tim Leiweke sich auch mal selbst fragen, was das Problem sein könnte. Aber wie immer wird erst mal an der Spitze der Pyramide herumgehackt, ehe man etwas tiefer einsteigt. Der Telegraph in London will allerdings etwas von einer Spielerrevolte gehört haben.

Lalas ist der bekannteste Cheerleader von Major League Soccer, immer bereit mit einem lockeren Spruch die Erwartungen hochzuhypen. Das hat ihm schon in New York den Job gekostet, als er von den neuen Besitzern von Red Bull an den Gang getan wurde. In Los Angeles wirkte er wie der perfekte Zirkusdirektor für eine ambitionierte Organisation, die in den Anfangsjahren der Liga ziemlich erfolgreich war. Er hatte sicher auch nichts dagegen, dass man David Beckham aus Spanien holte und schon gar nichts gegen den Ringelpiez, der sich dadurch entspann. Aber Beckham war im ersten Jahr eher eine Last für den Laden als ein Gewinn, auch wenn sich das Experiment finanziell ziemlich positiv auswirkte. In dieser Saison sah es nach einem Leistungssprung aus. Aber das Hauptproblem, ein wackliger Torwart und eine schläfrige Verteidigung, wurde nicht gelöst.

Die interessanteste Neuigkeit aus meinem Gespräch mit Landon Donovan, der übrigens hervorragend Deutsch spricht: Er liebäugelt nach den Frusterfahrungen in Leverkusen durchaus wieder mit einem Gastspiel in Europa. Der Mann ist erst 26 Jahre alt und der beste Spieler der US-Nationalmannschaft.

12. Juli 2008

Beckham: Die neue Normalität

Vor einem Jahr war er das große Thema im amerikanischen Sport. Alles rund um seinen Wechsel in die USA war blendend inszeniert. Sogar die Gattin spielte eine Rolle und trat zu bester Prime Time im Fernsehen auf, um US-Zuschauern einen Eindruck vom frivolen Lebensstil einer Popsängerin zu geben, die in Los Angeles am Ziel ihrer Träume angekommen ist. Die Realität fiel ein wenig schmalbrüstiger aus. David Beckham pendelte wie ein Derwisch zwischen den USA und der Nationalmannschaft in England hin und her, verletzte sich, musste zusehen, wie seine neue Mannschaft nicht mal die Playoffs packte (wirklich eine Kunst in der Liga mit diesen wenigen Clubs). Und so packten die Paparazzi wieder ihre Koffer, die wochenlang vor dem Haus der beiden in Bel Air campiert hatten und suchten sich neue Objekte ihrer Begierde.

So könnte man auf die Idee kommen, dass es um die Strahlkraft von David Beckham geschehen ist. Nach einem Abstecher nach Los Angeles neulich, verbunden mit zwei Besuchen auf dem Trainingsplatz der Los Angeles Galaxy in Carson und einem kurzen Dialog mit dem Star persönlich, möchte man das jedoch anders sehen. Warum? In den USA produziert der Fußball-Alltag keine Schlagzeilen. Das Reporter-Kontingent, das an einem normalen Trainingstag das Geschehen auf der Anlage verfolgt, lässt sich an einer Hand abzählen. Trotzdem ist Beckham in Kalifornien auch weiterhin eine Figur von Rang. Kein Wunder: Den Hauptteil seines Jahreseinkommens von 65 Millionen Dollar (Platz zwei in der jüngsten Forbes-Liste hinter Tiger Woods) verdient er mit Werbeaktivitäten.

Zu Beckham und der neuen Normalität steht heute in der Printausgabe der FAZ ein Bericht. Die Online-Fassung gibt es hier.

Das YouTube-Video haben wackere Fans beim offiziellen Start der neuen Unterhosen-Kampagne in San Francisco aufgenommen. Sein Auftritt war gut getimed. Der fand nämlich an einem Mittwoch statt. Mittwochs haben die Galaxy-Kicker trainingsfrei.

28. November 2007

Der Klingelbeutel: Hundefutter im Stadion

Ruud Gullit ist seit ein paar Tagen bei den Los Angeles Galaxy im Einsatz. Der neue Trainer von David Beckhams Team kommt auf diese Weise in den Genuss einer kleinen Weltreise. Die Mannschaft ist auf einer bestens bezahlten Tournee und produzierte soeben in Sydney eine mittelschwere Sensation. Nicht auf dem Rasen des Olympiastadions, wo man gegen den Sydney FC mit 3:5 verlor. Aber auf den Rängen. Mehr als 80.000 Zuschauer waren gekommen um, sich das Gastspiel anzuschauen.

Dass Footballspieler gefährlich leben, muss man keinem sagen. In Miami wurde gerade mit Sean Taylor ein Profi der Washington Redskins unter noch immer nicht geklärten Umständen angeschossen - in seinem eigenen Haus - und starb später an den Folgen. In derselben Stadt, in der vor einem Jahr ein prominenter Collegespieler ermordet wurde. Aber bislang konnte davon davon ausgehen, dass die Gefahr nur außerhalb des Stadions lauerte. Seit der Geschichte mit Michael Vick scheint das nicht mehr der Fall zu sein. Jetzt attackieren sogar die Polizeihunde (via Deadspin):

Die vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit zwischen der Bundesliga und Major League Soccer hat bislang so gut wie keine Resultate gezeigt. Das soll sich jetzt ändern. Ein bis zwei Mannschaften aus Deutschland sollen in Zukunft Trainingslager in den USA beziehen. Und im All-Star-Spiel soll nach Gastauftritten von Celtic Glasgow und Chelsea ein noch nicht benannter Vertreter der Bundesliga antreten.

8. November 2007

Pannendienst aus Übersee: Gullit wird Beckhams Trainer


Offensichtlich kam der soeben in New York entlassene ehemalige Nationaltrainer Bruce Arena für eine derartig feinfühlige Position nicht in Frage. Und andere Amerikaner gab es anscheinend nicht. Also hat Alexi Lalas von den Los Angeles Galaxy mal schnell in Europa herumtelefoniert und dort den Mann gefunden, der die Beckham-Bagage im nächsten Jahr auf Vordermann bringen soll. Er heißt Ruud Gullit und wartet seit zwei Jahren auf einen Trainerposten. Zeit, die er als Fernsehkommentator zugebracht hat. Seine Vita als Übungsleiter war nach Ansicht des Daily Telegraph in London bislang "nicht besonders erfolgreich". Dann kommt die zukünftige Aufgabe ja gerade richtig. Die Erwartungen an die Resultate in der nächsten Saison sind nicht besonders hoch. Ein Platz in den Playoffs wäre schon eine Leistung. Der Vertrag soll über drei Jahre gehen und den Gegenwert von etwa 10 Millionen Dollar wert sein. Die Zahl klingt sehr hoch. Übrigens war auch Jürgen Klinsmann für den Posten im Gespräch. Dass Gullit ihm vorgezogen wurde, mag man sich nicht vorstellen. Der Holländer war sicher eher so etwas wie zweite Wahl.

5. November 2007

Wer nicht hören will, muss gehen

Aus der Abteilung: Besser nicht weiter darüber nachdenken, denn am Ende ist es sowieso egal. Frank Yallop, bislang Trainer Los Angeles Galaxy, hat sein Amt zur Verfügung gestellt. Dem Vernehmen nach bekommt er den Posten in San Jose, wo ein neuer Club aufgemacht wird, nachdem der alte neulich nach Houston abgewandert war. Landon Donovan hatte Verständnis für die Entscheidung im Kielwasser des Beckham-Gebrauses: "Ihm lagen dauernd Leute in den Ohren, die ihm gesagt haben, was er tun soll. Als man ihn endlich in Ruhe gelassen hat, haben wir sieben Spiele in Folge gewonnen. Ich denke nicht, dass es Leute gibt, die unter solchen Umständen arbeiten wollen."

Galaxy hatte es nicht in die Playoffs geschafft, die am Wochenende die vier Semifinalisten produzierte, die kommenden Samstag gegeneinander spielen: Chicago Fire gegen New England Revolution und Kansas City Wizards gegen Houston Dynamo. Galaxy geht auf Ttour und trägt gegen üppige Antrittsgagen Freundschaftsspiele unter anderem in Australien und Neuseeland aus. Alle wollen David Beckham sehen (via the Big Lead).

22. Oktober 2007

Galaktisches Aus

David Beckham war es nicht vergönnt, der verpatzten Saison der Los Angeles Galaxy noch ein Happy-end zu bescheren. Die Mannschaft verlor am letzten Spieltag der Tabellensaison - mit ihm - und verpasste knapp die Playoffs. Glas halb voll oder halb leer? Das kann man aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Die Ankunft von Beckham in den USA produzierte das vorausgesehene enorme Zuschauerinteresse. Der sportliche Erfolg blieb hingegen aus. Und das ganz bestimmt nicht, weil der Spielgestalter zwischendurch verletzt ausfiel. Ausgerechnet in jener Phase - ohne ihn - gewann die Mannschaft zahlreiche Spiele in Folge. Wenn man Lust auf eine ganz gewagte Verschwörungstheorie hat - hier das Angebot der Woche: Das Team mit dem alten Kapitän Landon Donovan hat bewusst so gespielt. Am Anfang der Saison ließen sie es langsam angehen, damit alle bei der Ankunft von Beckham sehen können, ob er wirklich etwas bringt und das viele Geld verdient hat. Die Antwort lautete: nein. Als er ausfiel, wurde aufgedreht, um zu zeigen, dass es ohne ihn geht. Und nach seiner Rückkehr war es nur konsequent, die Flügel hängen zu lassen. Wie gesagt, kaum zu glauben, aber wir sind in Los Angeles. Da werden noch ganze andere Fiktionen inszeniert.

21. September 2007

Wenn der Roadie die Groupies anbaggert

José Mourinho und Los Angeles Galaxy, Los Angeles Galaxy und José Mourinho. Das muss man sich einen Augenblick lang auf der Zunge zergehen lassen... Gut. Vorbei. War nur eine Idee. Eine Idee der Anschutz Entertainment Group, die dieser Tage wie der Roadie einer Rock-Band wirkt, der jedes zottelige Groupie anbaggert, das mit der Absicht am Hinterausgang des Konzertsaals steht, sich mit einem der Stars zu vergnügen. Zuerst wollten sie Jürgen Klinsmann. Nun also den Portugiesen. Und alles, alles nur, weil mit dem Anheuern von David Beckham die Ansprüche gestiegen sind und man jetzt als Tingetangel-Attraktion um die Welt reist.

In Neuseeland können sie's kaum erwarten, dass die Mannschaft mit dem verletzten Alt-Star kommt, für dessen Auftritt man in Wellington zwei Millionen Dollar ausgelobt hat - darunter wohl auch Steuergelder. Der Bürgermeister hat erklärt, dass die Visite der Stadt einen wirtschaftlichen Gegenwert von 6 Millionen Dollar einbrächte. Man sieht: Selbst in einem Land mit so vielen vernünftigen Menschen wie Neuseeland bringt das Phantom Beckham die Zahlenspiele durcheinander.

Die eigentliche Nachricht aber lautet: Die Nahrungsmittelzusatzpräparate, die der neue Trikotsponsor Herbalife zur Verfügung stellt, zeigen angeblich Wirkung: Die Galaxy-Spieler denken klarer, haben mehr Energie und geben Noch-Trainer Frank Yallop die Zuversicht, die man braucht, wenn man sieht, wie der eigene Posten ständig anderen Leuten angeboten wird: "Danke Herbalife dafür, dass du meine Arbeit leichter machst, den Spielern dabei zu helfen, ihr wahres Potenzial zu erreichen." So steht es auf der Webseite des Sponsors, der offensichtlich noch nicht gemerkt hat, dass die Mannschaft dank ihres wahren Potenzials den schlechtesten Punktestand von allen Teams von Major League Soccer aufweist.

31. August 2007

Die Beckham-Oper, Knöchelverzeichnis Nr. 6: "Done for the season"

Wie gewonnen so zerronnen? Die Bänderdehnung im Knie, die sich David Beckham am Mittwoch bei einem Pressschlag im Finale der SuperLiga-Begegnung gegen Pachuca zugezogen hat, verführt die Los Angeles Times zu folgender Spekulation: Die Neuanschaffung sei "done for the season". Die Bilanz: 310 Minuten in sechs Spielen für 6,5 Millionen Dollar Garantiegehalt. Damit geht der Schuss, den sich Los Angeles Galaxy und die Anschutz Entertainment Group ausgedacht haben, geradewegs nach hinten los. Beckham braucht sich nichts vorzuwerfen. Er kam bereits mit Verspätung (weil er die Saison in Spanien pflichtgemäß zu Ende spielen musste) und mit einem angeschlagenen Knöchel. Die Verletzung vom Mittwoch kam in einer Szene zustande, in der er sich in der Nähe des Pachuca-Strafraums um einen Abpraller bemühte und das Bein zum Schuss durchzog, anstatt in letzter Sekunde zurückzuziehen. Eine alltägliche Reflexentscheidung, die sich schon mal rächt. Mal abgesehen davon, dass nun viele Zuschauer murren werden, weil sie bereits Karten für weitere Spiele gekauft haben: die eigentliche Malaise ist einziehende landesweite Erwartungsenttäuschung, die durch das große Tingeltangel vorneweg provoziert wurde. Ein verletzter Star ist keine Werbung für die Sportart, die mit Beckham ihre Einschaltquoten im Fernsehen verfünffacht und ohne ihn weiter in der Bedeutungslosigkeit hängen bleibt. In der nächsten Saison wird sich der Neuigkeitseffekt längst verflüchtigt haben. Die Werbetrommeln werden verklungen sein. Noch schlimmer: Bis dahin werden mehr als sechs Monate ins Land ziehen. Eine lange fußballtote Zeit.

27. August 2007

Klinsmann-Watch: Das Galaxy-Gerücht

Schwer zu sagen, ob ein anderer Trainer bereits die Lösung für die sportliche Misere bei Los Angeles Galaxy wäre. Aber da man in den Mannschaftssportarten gewöhnlich an dieser Position zuerst umräumt, darf man davon ausgehen, dass die Anschutz Entertainment Group solche Gedanken hegt, um den Beckham-Hype auf hoher Flamme zu halten. Aber mehr als ein Gerücht kann es nicht sein, was die Times in London heute berichtet: dass Jürgen Klinsmann im Gespräch sein soll, den bislang amtierenden Frank Yallop zu ersetzen. Nur weil der Mann, der fast amerikanischer Nationaltrainer geworden wäre, so nahe am Stadion wohnt und Kontakte zu den Besitzern des Clubs hat, wird er sicher nicht den Job übernehmen. Da muss schon mehr geboten werden. Unter anderem der Kopf von Alexi Lalas. So einen General Manager an seiner Seite/über ihm kann der Klinsi bestimmt nicht ab. Aber da Klinsmann ausgeruht und tatkräftig wirkt und weil er ganz offensichtlich die Offerte aus Tottenham abgelehnt hat, scheint man ihm alles zuzutrauen.

24. August 2007

Die Beckham-Oper, Knöchelverzeichnis Nr. 5: Das falsche Sendungsbewusstsein

Der Worldwide Leader in Sports (so die Eigenwerbung), den meisten unter dem Kürzel ESPN bekannt, hatte am Donnerstagabend auf seinem zweiten Kanal ESPN 2 ein Problem, das es nicht zu lösen gab. Eingeschaltet hatten die, die der nächsten Arie in der Beckham-Oper beiwohnen wollten. Serviert wurden ihnen erstmal eine nach der anderen Verlängerung in der Playoffs der WNBA zwischen Connectict Sun und Indiana Fever. Die beiden brauchten dreimal fünf Minuten Extra, um ein Basketballspiel zu entscheiden, das wirklich bestenfalls in den Kanaldschungel ganz hinten jenseits der Nummer 200 gehört. Aber Sendungsbewusstsein und Pflichtgefühl gegenüber der NBA ließen das nicht zu. Die Fußballfreunde mussten warten und konnten erst ab der zehnten Minute ihr Spiel sehen, das live aus dem Home Depot Center in Carson übertragen wurde.

Seit zehn Jahren gibt es Profi-Basketball für Frauen in den USA und seit zehn Jahren ist an diesem eigenartigen Konstrukt einer Sommerliga sportlich rein gar nichts besser geworden. Im athletischen Bereich überwiegen die plattfüßigen Trampler - egal wie groß oder wie schwer. Wurftechnisch gibt es keine, die auch nur einen Hauch von Eleganz und Flair verbreitet - alles sieht handgestrickt aus. Und fangen wir gar nicht erst vom taktischen Repertoire an. Wenn man nicht mal rafft, wann man einen Gegner foult und wann nicht, damit man ihn (sie) nicht unnötigerweise an die Freiwurflinie schickt, wirkt das schon sehr nach...ach, lassen wir das. Reden wir lieber von Fußball - Frauenfußball. Der hat sich in der gleichen Zeit in den USA sehr stark entwickelt. Und das nicht nur, was die Zahl der Aktiven angeht und den Aufmerksamkeitswert in der Öffentlichkeit. Die besten von ihnen schauen zur Zeit leider in die Röhre, weil das Experiment einer eigenen Liga an den wirtschaftlichen Schwierigkeiten scheiterte. Für 2008 ist eine Wiederauferstehung im Gespräch. Was als Zeitpunkt gar nicht so schlecht gewählt ist. Denn die Beckham-Manie schafft Neugier, aber befriedigt sportlich keineswegs.

Das konnte man nach dem Basketball-Spiel sehen, als Los Angeles Galaxy gegen Chivas USA spielte. Obwohl: ein Mann war richtig klasse. Er heißt Maykel Galindo und ist ein gefährlicher Stürmer mit dem Auge für den Nebenmann. Galindo hatte sich vor zwei Jahren bei einer USA-Reise von der kubanischen Nationalmannschaft abgesetzt und spielt in diesem Jahr erstmals Major League Soccer - für schlappe 72 500 Dollar Gehalt. Er ist 26 Jahre alt und als Talent noch überhaupt nicht ausgetestet. am Donnerstagabend produzierte er zwei Tore und fädelte mehrere gefährliche Chancen ein.

Anmerkung: Die BILD-Zeitung hat in ihrer Berichterstattung über das Match ("Beckham: Bekommt er die Quittung für Poshs aufwendiges Leben?") mit gestrecktem Bein gearbeitet. "Beim Derby kam es jetzt nach einem Brutalo-Foul von Gegenspieler Jesse Marsch zur Fast-Prügelei", heißt es. Das war mehr als übertrieben. Es war ein Tritt, wie er ständig vorkommt, allerdings war die Stimmung zwischen Marsch und Beckham schon vorher leicht gereizt. Der Engländer hofft wohl insgeheim auf sanfte Behandlung, da er sich doch so intensiv für die Liga bemüht. Von einer Prügelei zwischen "Galaxys Harmse und Chivas' Zotinca, die mit Rot vom Platz flogen", konnte man auch nichts sehen. Die unübersichtliche Situation führte zu einer Fehlentscheidung. Zotinca hatte Harmse einen Kopfstoß ins Gesicht verpasst und hätte als einziger vom Platz gestellt werden müssen.

19. August 2007

Die Beckham-Oper, Knöchelverzeichnis Nr. 4: Wer macht hinten den Laden dicht?

Unter anderen Umständen wäre dies ein guter Grund gewesen, ins Giants Stadium zu fahren und sich das Spiel der New York Red Bulls gegen Los Angeles Galaxy anzuschauen. Beckhams erster Auftritt in jenem Stadion, in dem Pele und Beckenbauer einst Fußball-Festivals entfachten, wirkte eigentlich wie ein Pflichttermin. Aber andere Projekte kamen dazwischen. Und so vermelden wir hier nur die wichtigsten Kennziffern:
66.237
5:4
3
Die erste Zahl (soviele Zuschauer waren im Stadion) war noch einen Hauch beeindruckender als die zweite (das Ergebnis eines Spiels, bei dem es die Verteidiger locker angehen ließen). Die dritte (Beckhams Vorlagen, die zu Toren führten) darf man ebenfalls nicht gering schätzen. Der neue Mann zeigt Wirkung. Ob er aber den Jet-Lag der nächsten Tage aushält? Am Mittwoch will er in Wembley in London beim Freundschaftsspiel England-Deutschland mit dabei sein. Am Donnerstag spielt Galaxy in Carson gegen Chicas USA. Mit Becks, dessen linker Knöchel noch immer nicht hundertpozentig ist.

16. August 2007

Die Beckham-Oper, Knöchelverzeichnis Nr. 3: Ein Schuß, ein Treffer


Wir werden nicht jedes Freistoßtor von David Beckham für Los Angeles Galaxy abfeiern. Nur das erste. Und weshalb dieses? Weil sie hinterher im Home Depot Center in Carson Konfetti von den Tribünen herunterregnen ließen. Und weil Beckham lang herbeigewünschte Magie endlich funktioniert. Mein Lieblingsdetail: Landon Donovan steht in der Mauer und hüpft herum, um dem gegnerischen Torwart die Sicht zu versperren. Zu mehr ist er offensichtlich nicht zu gebrauchen. Seine Kapitänsbinde hatte er bereits vor dem Spiel an Beckham abgegeben. Das Match wurde für die sogenannter SuperLiga gewertet, nicht für Major League Soccer. Die SuperLiga ist eine neue Einrichtung, die den Club-Fußball von Mexiko und den USA miteinander verknüpfen soll. Vorbild: die europäischen Cup-Wettbewerbe. Am 29. August spielt Galaxy, das neben dem Beckham-Tor auch noch eine Vorlage vom neuen Mann verbuchte, im Finale gegen Pachuca.

Die Rolle als Leitfigur wird ihm helfen, in den USA endlich wirklich berühmt zu werden. Was Beckham eindeutig noch immer nicht ist. Bei einem Besuch der Mannschaft im Weißen Haus beim Trip letzte Woche nach Washington wurde er von den meisten Mitarbeitern von Herrn Bush nicht erkannt. Die Sekretärin des Präsidenten packte ihn in eine ganz andere Kategorie: Sie fragte ihn ob er mit einem Arbeitskollegen von ihr verwandt sei. Jemand, der die Szene erlebte, erzählte später: "Das war ziemlich beschämend."

Hier ein Blog-Beitrag von jemandem, der Beckham durchaus wiedererkennen wird, wenn er ihn am Samstag im Giants Stadium vor den Toren der Stadt New York über den Weg läuft: Jozy Altodire, der junge wuchtige Stürmer, für den man sich inzwischen in Europa interessiert.

14. August 2007

Die Beckham-Oper, Knöchelverzeichnis. Nr 2


Dan Steinberg, der Sport-Blogger der Washington Post, schreibt nicht nur viel und gut. Er serviert regelmäßig kleine Video-Schmankerl, die bei YouTube geparkt werden und teilweise auch auf einem Kanal im Lokal-TV der amerikanischen Hauptstadt laufen. Prognose von hier aus: Das ist die Richtung, in die sich die Sportbloggerei weiterentwickeln wird, sobald es eine gewisse finanzielle Grundlage gibt. Denn solche Elemente (gepaart mit einer besonderen Art von Fan-Haltung und Humor) werden auf den konventionellen Medienschienen keine Chance haben, weil sie nämlich ohne den überkandidelten Ernst daher kommen, mit dem das Fernsehen Sport präsentiert. Ihre wichtigste Qualität: Sie repräsentieren eine neue, ungefilterte, subversive und spontane Beschäftigung mit Sport mit dem Potenzial für andere Sichtweisen. Wer die abweisende Haltung der Bundesliga zu Fan-Videos und Fotos erlebt, kann sich kaum vorstellen, dass sich so etwas auch mal in Deutschland sich solche Expeprimente auch in Deutschland entwickeln wird. Aber es wird kommen...vermutlich über die Beschäftigung mit anderen Sportarten, denen etwas daran liegt, von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.

In dem Schnipsel ging es um David Beckham und seinen Auftritt in Washington, bei dem er zum ersten Mal offiziell im Trikot der Los Angeles Galaxy an einem MLS-Spiel teilnahm. Es ist bedeuted attraktiver und informativer als das Video von SpOn aus selbigem Anlass, das so tut, als wäre dies ein Ereignis gewesen, das eine Art von Nachrichtenbeitrag nach alter (pseudo-seriöser) Tagesschau-Fernsehmanier rechtfertigt, trotz schlapper Bilder und Interviews.
Blick zurück: "Die Sportblogosphäre ist ein Bewusstseinzustand"
Blick zurück: Die weisen Worte des Mr. Stone Mountain

5. August 2007

Durch die Vereinsbrille

Aufgeschreckt durch einen Hinweis von Trainer Baade habe ich mir gestattet, die deutschsprachige Wikipedia-Seite über Los Angeles Galaxy durchzulesen, und habe beschlossen, angesichts solcher Karteileichen so etwas in Zukunft lieber bleiben zu lassen. Das mit den deutschen Seiten. Während der Trainer offensichtlich nur zu beanstanden schien, dass der Fußballclub der Anschutz Entertainment Group als "Fußballverein" bezeichnet wurde, was er aufgrund der unterschiedlichen Rechtsverhältnisse nicht sein kann (Vereine werden im deutschen Vereinsrecht definiert und haben als eine Besonderheit eine Gemeinnützigkeitverpflichtung). Galaxy ist die Filiale eines Unternehmens und Anteilseigner von Major League Soccer, einer kartellartigen Wirtschaftsgruppe, die nur von einem Motiv beseelt ist: Geld verdienen. Es handelt sich auch genau genommen nicht um einen Club aus Los Angeles, wie man behauptet, sondern aus Carson, was eine selbständige Stadt im Los Angeles County ist.

Und so geht es weiter: Bei Wikipedia hat man nur das alte Logo in petto, obwohl eine Reihe von Textinformationen darauf hindeuten, dass der Eintrag in diesem Jahr wegen David Beckham überarbeitet wurde. Die Anlehnung an die englische Textvorlage ist nachvollziehbar, aber auch kurios. So wird der Hinweis, dass der Club schon einmal eine Saison mit Profit abgeschlossen hat (was für die Liga und ihre bislang angehäuften Millionenverluste durchaus bemerkenswert ist, folgendermaßen hingeschludert:
Der Verein war der erste MLS-Club, der eine Saison mit einem Gewinn abgeschlossen hat. Neben sind die Galaxy die einzigen US-amerikanischen Vereine, die den gewinnen konnten.
Gewinn (Geld) und Gewinnen (Sport) in zwei unmittelbar aufeinander folgenden Sätzen: Wer soll das auseinanderhalten? Wie konfus das Thema für den deutschen Übersetzer sein muss, ergibt sich aus einem hineingestrickten Hinweis, der den Aspekt Rivalität zwischen Clubs in der noch jungen Liga erklären will, aber daneben geht:
"Für viele Fans geht es bei dieser Rivalität mehr um Marketing als um Sport."
Es handelt sich hierbei um eine völlig verkorkste Interpretation von Fanverhalten, das sich im Sport heutzutage oft durch den Kauf von Trikots und anderer Souvenirs artikuliert. Aber wieso sollte es den Anhängern um Marketing gehen? Und falls ja, wessen Marketing?

Man kommt auch nicht gut mit der Grammatik zurecht. So wird der Club Deportivo Chivas USA, der sich mit Galaxy das Anschutz-Stadion in Carson teilt, in einem geschlechtlich nicht nachzuvollziehenden Plural definiert ("die seit 2005 in der MLS spielen"). Eine Eigenart, die sich auch im Eintrag über den Club wiederfindet ("die Chivas").

Wenn man durch die anderen fußball-spezifischen Einträge geht, findet man einen Bolzen nach dem anderen. So wird etwa im MLS-Kapitel behauptet, dass die neuen kleinen Stadien der Grund für verbesserte Gewinnaussichten sei. Das ist natürlich Humbug. Dies sind die wichtigsten Punkte: Konsequente sparsame Lohnpolitik auf dem Rücken der Spieler. Aufnahmegebühren ("expansion fees") aus den Taschen von neu gegründeten Clubs wie Chivas, Real Salt Lake und Toronto FC (weitere werden folgen). Das Geld aus dem Verkauf von Fernsehrechten, der Deal mit Ausrüster adidas, Ablöseummen für amerikanische Spieler, die nach Europa wechseln. Das läppert sich zusammen. Der Eintrag ignoriert die Existenz einer (relativ machtlosen) Spielergewerkschaft und macht keinen Versuch, das wirtschaftliche Liga-Konstrukt mit seinen Investoren hinreichend zu beschreiben.

Mit anderen Worten: Finger weg vom deutschen Wikipedia, wenn es um amerikanischen Fußball geht. Die englische Version ist genauer, kompetenter, durchdachter und informativer.

1. August 2007

Die Beckham-Oper, Knöchelverzeichnis Nr. 1

David Beckham hat ein Problem mit seinem Knöchel (angeblich sind die Spritzen dafür verantwortlich, die er noch in Madrid erhalten hat, damit er am Ende der spanischen Meisterschaft trotz Verletzung mitpielen konnte). Die Manager vom FC Dallas haben ein Problem mit David Beckham. Sie mussten mit Schrecken feststellen, dass sich die Neuanschaffung der Los Angeles Galaxy nicht mal die Mühe macht und mit dem Team reist, um sich im Stadion auf die Bank zu setzen. Dabei waren nur seinetwegen alle Eintrittskarten verkauft worden (zu Preisen bis zu 265 Dollar). David Beckham wiederum hat auch ein Problem mit dem Kunstrasenbelag auf dem Platz von Liga-Neuling FC Toronto. Auf so etwas hat er noch nie gespielt. Der FC Toronto hat aber - noch - kein Problem mit David Beckham, weil man in Kanada davon ausgeht, dass der Untertan der britischen Königin die kanadischen Untertanen derselben Königin mit mehr Repekt behandelt und sogar am Samstag zu einer Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel antreten wird. Karten für das Spiel sind wohl noch zu haben.

23. Juli 2007

Beckham: Glücksdrogen im Spiel

Wenn einem nach 60 Minuten die Lust ausgeht, sich die Premiere von David Beckham im Trikot der Los Angeles Galaxy anzuschauen und man deshalb die minutenkurze Premiere von David Beckham im Trikot der Los Angeles Galaxy verpasst, ist man nicht in der Stimmung, diesen Eindruck auch noch in Worte zu fassen. Hier ist jemand, der sich intensiver mit dem Thema beschäftigt hat. Fazit. Die Fußball-Verantwortlichen bei ESPN müssen entweder Glücksdrogen nehmen, um sich vor einem Match derart in Stimmung zu bringen oder sie haben keine Ahnung. Oder beides?

Dabei lohnt es sich manchmal wirklich, stundenlang am Schirm zu verweilen. Bestes Beispiel: die British Open am Sonntag aus Schottland mit der vierten und letzten Runde und einem Mann, der das ganze Turnier über in Führung gelegen hatte: Sergio Garcia (sein Vorsprung zu Beginn der Runde: drei Schläge). Nur wenige deutsche Blätter hatten Berichterstatter vor Ort. Schade. Hier die Zusammenfassung von Florian Haupt bei welt.de:
"In Carnoustie spielte sich das intensivste Finale ab, seit der Franzose Jean van de Velde an selber Stelle 1999 den Sieg mit einem Triple-Bogey an Bahn 18 verschenkt hatte. Zunächst verlor der Argentinier Andres Romero nach zuvor zehn Birdies mit einem Doppel-Bogey an Bahn 17 die Führung. Dann versenkte Harrington die Kugel an der letzten Hürde zweimal im Wasser. Der Titel lag wieder in den Händen von Sergio Garcia, der das Turnier zuvor dominiert hatte. Doch sein Putt auf dem 18. Grün prallte an der Lochkante ab."
Es kam zum Stechen, das bei den British Open über vier Löcher geht. Und es ging wieder extrem knapp zu. Garcia hatte am Schluss die Chance, eine weitere Verlängerung zu erzwingen, aber ließ den Ball um Millimeter am Loch vorbeikullern. Bei der Siegerehrung hing vor den dunklen Wolken ein Regenbogen über der Nordsee. Auf dem 18. Grün schien die Sonne.