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21. September 2007

Wenn der Roadie die Groupies anbaggert

José Mourinho und Los Angeles Galaxy, Los Angeles Galaxy und José Mourinho. Das muss man sich einen Augenblick lang auf der Zunge zergehen lassen... Gut. Vorbei. War nur eine Idee. Eine Idee der Anschutz Entertainment Group, die dieser Tage wie der Roadie einer Rock-Band wirkt, der jedes zottelige Groupie anbaggert, das mit der Absicht am Hinterausgang des Konzertsaals steht, sich mit einem der Stars zu vergnügen. Zuerst wollten sie Jürgen Klinsmann. Nun also den Portugiesen. Und alles, alles nur, weil mit dem Anheuern von David Beckham die Ansprüche gestiegen sind und man jetzt als Tingetangel-Attraktion um die Welt reist.

In Neuseeland können sie's kaum erwarten, dass die Mannschaft mit dem verletzten Alt-Star kommt, für dessen Auftritt man in Wellington zwei Millionen Dollar ausgelobt hat - darunter wohl auch Steuergelder. Der Bürgermeister hat erklärt, dass die Visite der Stadt einen wirtschaftlichen Gegenwert von 6 Millionen Dollar einbrächte. Man sieht: Selbst in einem Land mit so vielen vernünftigen Menschen wie Neuseeland bringt das Phantom Beckham die Zahlenspiele durcheinander.

Die eigentliche Nachricht aber lautet: Die Nahrungsmittelzusatzpräparate, die der neue Trikotsponsor Herbalife zur Verfügung stellt, zeigen angeblich Wirkung: Die Galaxy-Spieler denken klarer, haben mehr Energie und geben Noch-Trainer Frank Yallop die Zuversicht, die man braucht, wenn man sieht, wie der eigene Posten ständig anderen Leuten angeboten wird: "Danke Herbalife dafür, dass du meine Arbeit leichter machst, den Spielern dabei zu helfen, ihr wahres Potenzial zu erreichen." So steht es auf der Webseite des Sponsors, der offensichtlich noch nicht gemerkt hat, dass die Mannschaft dank ihres wahren Potenzials den schlechtesten Punktestand von allen Teams von Major League Soccer aufweist.

24. März 2007

Der Beckham-Effekt: Erstmals Fernsehgeld für US-Fußball-Liga

Beckham macht's möglich: Zwischen 3,5 und 5 Millionen Dollar soll der Trikotsponsoren-Vertrag bis 2011 jedes Jahr bringen, den Los Angeles Galaxy mit der Nahrungsergänzungsmittel-Firma Herbalife abgeschlossen hat. Das schrieb das Wall Street Journal am Freitag (online nur für Abonnenten erhältlich), das überraschenderweise ein relativ positives Licht auf den Club und Major League Soccer warf und die Geschichte als Aufmacher im Marketplace-Bund druckte. Überschrift: "US Fußball-Liga hofft endlich ein Tor zu schießen". Positiv herausgehoben wird der Vertrag mit der Bundesliga, der neue Wettbewerb zwischen MLS-Clubs und Mannschaften aus Mexiko, die Zusammenarbeit zwischen den Colorado Rapids und Arsenal und die Tatsache, dass die Liga erstmals richtiges Geld vom Fernsehen bekommt: 20 Millionen Dollar pro Saison. Die Zuversicht, die aus dem Artikel spricht, wird die Ligaverantwortlichen freuen: Das Blatt hat eine Auflage von mehr als einer Million pro Tag und ist Pflichtlektüre von allen, die in der Finanzindustrie und in Topmanagementpositionen arbeiten. Die Einkünfte aus dem Herbalife-Vertrag liegen damit ein gewaltiges Stück unter der Zahl, die vor ein paar Wochen als Spekulation in die Welt gesetzt wurde.