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6. Juli 2008

Auch ein Blogger findet mal ein Rice-Korn

In einem Interview mit der golfenden Außenministerin Condoleezza Rice hat Blog-Meister Dan Steinberg eulenspiegelhaft einen hübschen Hinweis auf einen älteren Beitrag von ihm eingebunden, der zeigt, dass Barack Obama bei Sportlern einen Sympathiebonus genießt. Man möchte an dieser Stelle noch mehr über die Frau sagen (und nicht über ihren Amtskollegen auf diesem Foto). Eine Frau, die dem amtierenden Präsidenten der USA anno 2000 eine Einweisung in die internationale Politik gab und die später vor dem Untersuchungsauschuss des Kongresses zum 11. September so tat, als sei jemand wie sie – der "Sicherheitsberater" Dr. Rice – zwar klug genug, um alles mögliche zu wissen, aber auf jeden Fall zu blöd, um eins und eins zusammenzurechnen und ein paar Terroristen das Handwerk zu legen, die seit Monaten im Land herumreisen. Aber das sparen wir uns und freuen uns auf den Tag, an dem sie endlich von der Bühne verschwindet. Rice war als Kind übrigens eine ambitionierte Eiskunstläuferin. Obama ein Basketballer.

3. Januar 2008

Peyton Manning hat ein Herz für Politik

Heute abend beginnt mit der ersten parteiinternen Abstimmung in Iowa das lange Wahltheater um die Position im Weißen Haus. Nachdem der gegenwärtige Amtsinhaber zusammen mit seinen Freunden das Land hinreichend ausgeplündert hat (Steuersenkungen für Reiche, Riesenaufträge rund um das Irak-Abenteuer an die Kumpane, Jobs in der Verwaltung des Landes für Adabeis, die's nicht können), sollte man auf Besserung hoffen. Aber die unsägliche Verknüpfung von Geld und Stimmenfang führt auch diesmal nur dazu, dass sich am Ende Kandidaten durchsetzen, die gar nichts wollen und gar nichts können. Schon gar nicht den Abstieg der US-Wirtschaft im globalen Sackhüpfen in die zweite Liga verhindern. Aber wir haben ja sonst keine Probleme, nicht wahr?

Ach, ja, Geld: Auch Sportler und Sportmanager haben den Kandidaten Geld gespendet. Und da solche Akte der politischen Willensbildung auf Listen auftauchen, kann man das dann hinterher auch nachlesen. Die Arbeit, die Informationen zusammenzutragen, hat sich der Blog Deadspin gemacht, was wir sehr löblich finden:

Wer die Zahlen wissen will, sollte dort weiterlesen. Hier nur Auszüge aus der Liste der Spender und Empfänger:


Republikanische Partei

Rudy Giuliani: George Steinbrenner, Brian France, Jeff Gordon, Alex Rodriguez.
John McCain: Roger Goodell, Jerry Reinsdorf, Jerry Jones, Robert Kraft, George Bodenheimer.
Mitt Romney: Robert Kraft, Vin Scully.
Fred Thompson: Peyton Manning.

Demokratische Partei

Hillary Clinton: David Stern, Maloof Brothers, James Dolan.
Chris Dodd: Bud Selig, Dick Ebersol, George Bodenheimer, Jim Calhoun.
John Edwards: Scott Boras.
Barack Obama: Juanita Jordan, Jerry Reinsdorf, Stephon Marbury, Emmitt Smith, Phil Jackson.

Interessant: die Doppelspender Bodenheimer (ESPN-Chef), Reinsdorf (Bulls- und White-Sox-Besitzer) und Kraft (Eigentümer der New England Patriots). Die würden wahrscheinlich im Casiono auch auf einfache Chance setzen, um bloß nichts zu verlieren.

11. Dezember 2007

Ditka zuckt zurück

Hey, USA Today: das war Journalismus mit Wirkung. Soeben hat Mike Ditka angekündigt, dass er seine seltsame caritative Nummer auflöst und das übrige Geld an zwei andere Organisationen überweist. Darunter befindet sich eine, die sich wirklich um die menschlichen Wracks kümmert, die die NFL im großen Stil produziert. ESPN hat die Reaktion des berühmten Misanthropen und Medienmonsters verbreitet, die zeigt, dass man Leute, die in der Öffentlichkeit stehen und Geld als Fernsehkommentatoren verdienen, durchaus bei der Ehre packen kann. Und damit kann sich Ditka wieder jenen Themen widmen, bei denen er sich nur halb so lächerlich macht, aber doppelt so gut verdient. Siehe hier:

7. Dezember 2007

Ditka: Auf Kosten der alten Männer

Mike Ditka ist eine legendäre Gestalt. Früher als Spieler bei den Dallas Cowboys erfolgreich. Dann als Trainer bei den Chicago Bears. Und danach als überlebensgroße Karikatur seiner selbst, der es bis in den Pantheon von Saturday Night Live geschafft hat. Weil er eine große Klappe hat, wird er auch immer wieder gerne als Studiokommentator für NFL-Übertragungen genommen. Zumal die Personaldecke da ziemlich dünn ist - mit fünf ins Livegeschäft involvierten Networks. Große Klappe ist ein gutes Stichwort. Seit einiger Zeit trommelt er für eine Verbesserung der Lebensbedingungen ehemaliger NFL-Profis, die unter beträchtlichen gesundheitlichen Dauerschäden leiden. Aber Ditka ist kein Heiliger. Was hat USA Today herausgefunden? Der Mann hat zwar eine Stiftung aufgemacht, um Spielern zu helfen und 1,3 Millionen Dollar eingenommen. Aber was kam bisher hinten für die Betroffenen heraus? Die schnöde Summe von 57.000 Dollar. Das meiste Geld geht für die Verwaltung und für das Organisieren von spendenträchtigen Veranstaltungen drauf. Das eigentliche Problem: Ditka hat bisher angesichts des Problems immer mit dem Finger auf andere gezeigt.
Blick zurück: Das Leid der alten Männer
Blick zurück: Saturday Night Live und Ditka