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11. Dezember 2007

Ditka zuckt zurück

Hey, USA Today: das war Journalismus mit Wirkung. Soeben hat Mike Ditka angekündigt, dass er seine seltsame caritative Nummer auflöst und das übrige Geld an zwei andere Organisationen überweist. Darunter befindet sich eine, die sich wirklich um die menschlichen Wracks kümmert, die die NFL im großen Stil produziert. ESPN hat die Reaktion des berühmten Misanthropen und Medienmonsters verbreitet, die zeigt, dass man Leute, die in der Öffentlichkeit stehen und Geld als Fernsehkommentatoren verdienen, durchaus bei der Ehre packen kann. Und damit kann sich Ditka wieder jenen Themen widmen, bei denen er sich nur halb so lächerlich macht, aber doppelt so gut verdient. Siehe hier:

7. Dezember 2007

Ditka: Auf Kosten der alten Männer

Mike Ditka ist eine legendäre Gestalt. Früher als Spieler bei den Dallas Cowboys erfolgreich. Dann als Trainer bei den Chicago Bears. Und danach als überlebensgroße Karikatur seiner selbst, der es bis in den Pantheon von Saturday Night Live geschafft hat. Weil er eine große Klappe hat, wird er auch immer wieder gerne als Studiokommentator für NFL-Übertragungen genommen. Zumal die Personaldecke da ziemlich dünn ist - mit fünf ins Livegeschäft involvierten Networks. Große Klappe ist ein gutes Stichwort. Seit einiger Zeit trommelt er für eine Verbesserung der Lebensbedingungen ehemaliger NFL-Profis, die unter beträchtlichen gesundheitlichen Dauerschäden leiden. Aber Ditka ist kein Heiliger. Was hat USA Today herausgefunden? Der Mann hat zwar eine Stiftung aufgemacht, um Spielern zu helfen und 1,3 Millionen Dollar eingenommen. Aber was kam bisher hinten für die Betroffenen heraus? Die schnöde Summe von 57.000 Dollar. Das meiste Geld geht für die Verwaltung und für das Organisieren von spendenträchtigen Veranstaltungen drauf. Das eigentliche Problem: Ditka hat bisher angesichts des Problems immer mit dem Finger auf andere gezeigt.
Blick zurück: Das Leid der alten Männer
Blick zurück: Saturday Night Live und Ditka

26. Januar 2007

"Da Bears" und "Da Bulls": Als die Superfans Michael Jordan zu Gast hatten

Dies ist Teil drei in der Serie der Parodien der Sendung Saturday Night Live vom Anfang der neunziger Jahre. Wir erinnern uns: Eine Gruppe von ziemlich unerbittlichen Anhängern der Chicago Bears und ihres damaligen Trainers Mike Ditka treffen sich in Ditka's Restaurant und tauschen sich über die Chancen ihrer Mannschaft und ihres Trainers aus, die die in teilweise völlig überdrehten Situationen hätten. An diesem Abend ist der leibhaftige Michael Jordan als Gast zur Stelle. Der überragende Spieler der Mannschaft, die die Superfans "Da Bulls" nennen, weiss nicht so ganz genau, wie er das alles nehmen soll. Wir schalten um nach Chicago, die "Stadt der breiten Schultern". Ergänzung: Leider hat NBC Universal bei YouTube durchgesetzt, dass das Video vom Server genommen wurde. Sorry. Wir suchen nach Ersatz.

Blick zurück: Der erste Auftritt der Superfans in der Arena
Blick zurück: Der zweite Auftritt der Superfans in der Arena mit dem Hinweis auf die Wikipedia-Infos über die Erfolgsparodie

20. Januar 2007

"Da Bears" - Reverenz an den legendären Mike Ditka

"Am Donnerstagmorgen eierte Mike Ditka in das Restaurant, das seinen Namen und sein Gesicht an der Fassade trägt, und ging durch eine Menge, die sich so respektvoll teilte wie das Wasser des Roten Meers. Ditka hat in dieser Stadt seit über 40 Jahren keinen Pass mehr gefangen. Und es ist 14 Jahre her, dass er an der Seitenlinie stand. Aber die Stadt hängt an seinen Lippen. Und in diesem Moment schienen die Worte förmlich dran zu baumeln. Am Sonntag wird Chicago als Gastgeber das NFC Championship-Spiel gegen New Orleans ausrichten, dessen Sieger den Super Bowl in Miami erreicht. Und als waere es noch nicht genug, dass der Rest Amerikas bereits den Saints die Daumen drückt, hatten die Leute in Chicago die letzten vier Tage darauf gewartet zu erfahren, dass wenigstens er, "Da Coach", noch immer auf ihrer Seite ist. Aber bis dahin: nichts.

Die Stadt ist die Basis für Ditkas wachsendes Imperium geblieben, Sitz seines über die Maßen erfolgreichen Restaurants und Hintergrund für viele seiner lukrativen Jobs als Werbebotschafter und das "Medienmonster von Midway". Aber von dem Augenblick an, als die Bears die Seahawks ausgeschaltet hatte, machte er auf verschämt."
Das ist ein Ausschnitt aus dem Artikel von Associated-Press-Kolumnist Jim Litke über Mike Ditka - vor 20 Jahren der Trainer der Bears, als sie den Super Bowl gegen die New England Patriots gewannen und eine der überragenden Mannschaften der NFL-Geschichte beieinander hatten. Ditka war später auch Trainer in New Orleans, wo er das Missgeschick fertig brachte, jede Menge Draftplätze wegzuschenken, um einen gewissen Ricky Williams zu draften. An Williams erinnert man sich inzwischen in Louisiana genausowenig wie an Ditka, Urgestein der grimmigen osteuropäischen Sorte, der als Tight End mit den Bears 1963 eine NFL-Meisterschaft gewann (damals gab es noch keinen Super Bowl) und inzwischen zwei künstliche Hüftgelenke sein eigen nennt. Football geht auf die Knochen.

Welchen Stellenwert Ditka im Laufe der Jahre in den USA errungen hat, kann man sehen, wenn man den inzwischen klassischen Sketch von Saturday Night Live aus dem Jahre 1991 betrachtet, in dem die Schauspieler einen polnisch angehauchten Akzent mimen, in dem aus dem bestimmten Artikel "the" ein "da" wird - wie in "Da Bears" oder "Da Bulls". Was ebenfalls mitschwingt ist jene einzigartige Sportbegeisterung in der Stadt Chicago, die sich gerne als "Second City" etikettiert (nach New York), was eigentlich nur liebenswürdiger, purer Größenwahn ist. Die Zeit ist längst an der Metropole mit der attraktivsten Wolkenkratzerlandschaft der Welt vorbeigerast. Zu mehr über Chicago und seinen Wahn schalten wir direkt zu Ditka's Restaurant und zu den "Superfans":

"Da Coach" Mike Ditka hat sich übrigens inzwischen geoutet: Er ist für "Da Bears". Was blieb ihm wohl auch anderes übrig? Und so schlecht wie 1991 sind die Bears ja beim besten Willen nicht. Die Saints allerdings sind die Favoriten - auch bei den Buchmachern.