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8. Juli 2009

Der Klingelbeutel: Wie steigert man bizarr?

Die Mordsache Steve McNair bleibt bizarr. Nachdem bekannt wurde, dass die tote Freundin neben ihm wenige Tage vorher eine Waffe gekauft hatte, wurden Rap-Songs ihres Ex-Freundes aufgestöbert. In einem der Musikstücke spricht er eine ähnliche Situation mit kaputtgegangenen Beziehungen und Rachgelüsten an. Jetzt ließ seine Schwester ausrichten, dass der Text nichts mit dem akuten Fall zu tun hat, sondern mit einer Geschichte, die ihren eigenen Ex betrifft. Wer blickt noch durch?

Nachtrag sieben Stunden später: Die Polizei geht nun mehr ganz offiziell davon aus, dass die Freundin erst McNair erschossen hat und dann sich selbst.

• Coach K bleibt wohl der Trainer der US-Basketballnationalmannschaft. Das spricht dafür, dass es aus dem Lakers-Gig nichts wird.

• Die NBA inszeniert die Deflation jenes Schwellenwerts, den sie einst selbst erfunden hatte, um den Anstieg der Spielgehälter zu bremsen. Anstieg? Nichts mehr mit Anstieg. Die Salary Cap sinkt. Demnächst vermutlich sogar dramatisch. Wir werden uns sich demnächst mal etwas ausführlicher mit der Geschichte beschäftigen müssen. Denn sie wird sich ganz direkt auf den nächsten Nowitzki-Vertrag auswirken. Bis dahin sollte mal ein kurzer Blick zurück genügen. In diesem Post steht ziemlich klar, dass die NBA unter einer extremen Verzerrung des Gehaltssystem leidet. Nicht die Besten und Erfolgreichsten verdienen querbeet am besten. Wenn das so wäre, wäre der Druck auf die Gehaltsstruktur nicht halb so stark.

5. Juli 2009

McNair-Mord weiter ungeklärt

Die Polizei hat den Tod von Steve McNair als Gewaltverbrechen eingestuft. Mit anderen Worten: Er wurde von jemandem erschossen. Von wem bleibt unklar. Denn zumindest theoretisch kommt auch die tote Frau an seiner Seite für die Tat in Frage. Dann hätte sie die Schüsse mit der Handfeuerwaffe abgegeben, die die Ermittlungsbehörden neben ihrer Leiche gefunden hat und anschließend sich selbst. Solche Dinge kommen vor. Erst recht in den USA, wo viele Leute ganz legal Waffen haben und – ob geplant oder im Affekt – auch oft genug davon Gebrauch machen. Für eine solche Tat bräuchte es aber ein Motiv. Und darauf gibt es vorläufig keine Hinweise. Statt dessen gibt es kryptische Fingerzeige auf einen jungen Herrn aus Tennessee, der per MySpace eine Andeutung gemacht hat, die zumindest eine denkbare Motivversion ins Spiel bringt: Die von jenem Mann, der von seiner Freundin verlassen wurde, weil sie sich für den berühmten Exsportler interessierte.

Es gibt erste kolportierte Darstellungen, in denen der Ex mit dem Namen Keith Norfleet zitiert wird: Er glaube, seine ehemalige Freundin, mit der er mehrere Jahre zusammengelebt hatte, sei von dem verheirateten McNair an der Nase herumgeführt worden.

4. Juli 2009

Ex-NFL-Profi McNair erschossen

Der ehemalige Quarterback der Tennessee Titans und Baltimore Ravens wurde zusammen mit einer Frau am Samstag erschossen in einer Wohnung in Nashville aufgefunden. Wer der oder die Täter ist/sind, ist ungeklärt. Steve McNair (Spitzname: "Air McNair")war einer ersten schwarzen Spielgestalter in der NFL, der sich mit einem Hybrid-Stil aus starkem Arm und Laufenergie durchsetzen konnte und die Titans bis in den Super Bowl brachte. In späteren Jahren, auch aufgrund von Verletzungen, die ihm ein langsameres Spiel aufnötigten, spielte er eher klassisch aus der Pocket heraus. Vor einem Jahr hatte er seine Profilaufbahn beendet, nachdem er noch zwei Jahre für die Baltimore Ravens gespielt hatte. Er wurde ganze 36 Jahre alt und hinterlässt eine Frau, die der Polizei berichtete, sie habe McNair schon zwei Tage nicht mehr gesehen, und vier Kinder. Der Ex-Profi hatte erst im Juni in Nashville ein Restaurant eröffnet.