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23. Oktober 2008

Vorbild für viele

Der Mann hinter einer der ikonografischen Ilustrationen aus dem amerikanischen Sport, die im Laufe der viele Nachahmer gefunden hat: Er heißt Jerry Dior und sein Entwurf ist das blau-weiß-rote Logo von Major League Baseball. Das Wall Street Journal hat ihn getroffen – rechtzeitig zum Beginn der World Series, die am Mittwoch in Tampa Bay mit einem 3:2-Sieg der Philadelphia Phillies über die Rays begann. Obwohl man in Florida extrem gut auf die Kosten achtet und sich zum Beispiel 30 Millionen Dollar im Jahr aus dem Top der Luxussteuer abholt, sieht die wirtschaftlche Prognose für den Club nicht gut aus. Auch dazu in einem anderen Artikel sehr viel mehr im Journal.

19. Oktober 2008

Bye-Bye Boston


Wir verabschieden uns für dieses Jahr mit dieser kleinen Filmszene von den Boston Red Sox. Wie sagte Adam Sandler in Anger Management (Deutscher Titel: Die Wutprobe) beim Anblick der Unterwäsche?
"I love to see you take that bra off, because it represents a team I've hated my entire life. But you gotto keep it on."

"Why?" fragte Heather Graham, die bereits an dem BH nestelte.
"I got a girlfriend", sagte Sandler. Und damit war der Fall erledigt.

Die Tampa Bay Rays gewannen Spiel 7 mit 3:1 und treten nun in der World Series gegen die Philadelphia Phillies an. Mittwoch geht's los. Kuriosität am Rande: Während die Rays sich im Rundbau des Tropicana Field in St. Petersburg mühten, trugen die NFL-Buccaneers in ihrem Stadion in Tampa ihr Heimspiel gegen die Seattle Seahawks aus (live von NBC übertragen). Jemand bei NBC hat wohl nicht damit gerechnet, dass es die Baseballmannschaft so weit bringt.

18. Oktober 2008

Der Klingelbeutel: Womit man immer rechnen muss

• Tampa Bay macht es wirklich spannend in diesem Jahr. Oder sind die Boston Red Sox dafür verantwortlich? Nach der 2:4-Niederlage im sechsten Match der Serie gibt es Spiel sieben am Sonntag. Komisch. Kaum jemand glaubt, dass die Rays noch nachlegen können. Und alles nur wegen dieser seltsamen Klatsche am Donnerstag. Am Samstag klappte auch beim übertragenden Sender TBS nicht alles. Es gab am Anfang einen längeren Bild- und Tonausfall.

• Wie bringt man amerikanischen Kindern Mathematik bei? In dem man sie im Unterricht Fantasy Football spielen lässt.

• Der größte Spieler im amerikanischen College-Basketball musste seine Karriere aufgeben. Der Grund: eine Teilamputation am rechten Fuß, die Ärzte vornahmen, weil sie kein anderes Mittel fanden, um eine antibiotikaresistente Infektion zu bekämpfen. Kenny George wäre sicher allein wegen seiner körperlichen Voraussetzungen als Rollenspieler in der NBA zum Einsatz gekommen: 2,31 Meter vom Scheitel bis zur Sohle, Spannbreite 2,60 Meter. (via The Big Lead).

• Camilo Villegas, einer der erfolgreichen neuen Spitzengolfer auf der amerikanischen PGA-Tour, bekam am Samstag schlechte Nachrichten aus seiner kolumbianischen Heimat. Sein Patenonkel wurde in Bogota bei einem Raubüberfall erschossen.

17. Oktober 2008

Die roten Socken sind nicht kaputtzukriegen

Was für ein Fehler: Nachdem Tampa Bay in Fenway Park im siebten Inning mit 7:0 in Führung ging, sind die ersten Fans aus dem Stadion abgewandert. Und ich habe auf die Politkanäle und danach auf Jon Stewart umgeschaltet. Andern Tags wacht man auf und muss lesen: Die Boston Red Sox haben das Ding im fünften Spiel der Serie um die American League Championship doch noch umgedreht und mit 8:7 gewonnen. Es ist kein Trost, dass Kollegen schreiben, das sei eines der unwahrscheinlichsten Resultate aller Zeiten gewesen. Denn tatsächlich möchte man solche Sachverhalte schon gerne so live wie möglich erleben und nicht erst Stunden später aus den Beschreibungen anderer Leute zusammenklauben. Die Serie, die schon zu Ende schien, geht also weiter: Das sechste Spiel ist am Sonntag in St. Petersburg.

15. Oktober 2008

Skipper Schmalhans hält den Kurs

Wir gehen in die entscheidende Phase der Baseball-Saison und müssen uns mit dem Gedanken anfreunden, dass sich demnächst zwei Mannschaften in der World Series gegenüberstehen, auf die sich kaum jemand freut. Die Tampa Bay Rays und die Philadelphia Phillies. Die meisten Leute wollen die Oligarchen-Teams sehen: die New York Yankees, Boston Red Sox oder die New York Mets. Die werfen mit dem Geld nur so um sich, kaufen die bekannteren Spieler vom Markt und inszenieren Baseball mit dem Hauch des Besonderen. Wer hat, der hat. Richtig?

Meistens ja. Aber in dieser Saison scheint Schmalhans der beste Skipper zu sein. Obwohl: Hinter den Rays zum Beispiel steckt durchaus jemand, der in den guten Wall-Street-Jahren beim Investmentbanker Golfman Sachs extrem viel Geld verdient hat. Aber jetzt spielt Tampa Bay mit der zweitniedrigsten Gehaltsliste von Major League Baseball. Mit anderen Worten: Da sitzen Leute, die ein Auge für junge Talente haben und sich nicht vom Glanz der großen Namen blenden lassen. Mehr zu Tampa Bay habe ich vor ein paar Tagen in einem Artikel für die FAZ zusammengetragen. Der steht jetzt auch online zur Verfügung.

Aktueller Stand: Phillies gegen Dodgers 3:1, Rays gegen Red Sox 3:1.

Hinweis: Im letzten Jahr lag Boston gegen die Cleveland Indians ebenfalls mit 1:3 zurück. Sie drehten den Spieß um, gewannen die Serie mit 4:3 und machten in der World Series den Sack zu. Ob sie aber auch in diesem Jahr die Pitcher haben, um so etwas hinzubekommen, darf man bezweifeln.