Mit sechzehn beim Dopen erwischt zu werden, ist für einen Baseballspieler in den USA vergleichsweise preiswert. Duanel Jones verlor zwar seinen Vertrag mit den San Francisco Giants, der ihm als hoch gehandelten jungen Third Baseman 1,3 Millionen Dollar garantierte. Aber die 50 Spieltage Sperre kann er gemütlich absitzen, sobald ihm ein neues Team eine Vereinbarung offeriert. Als Free Agent kann er mit jedem Club verhandeln. Jones kommt aus der Dominikanischen Republik, dem Land, aus dem sich Alex Rodriguez jahrelang die Anabolika besorgte.
• Wer weiß, ob er solche Anwandlungen wie sein Altersgenosse Brett Favre bekommt, der einfach nicht aufhören will und letzten Sonntag mit Minnesota nur knapp vor dem Einzug in den Super Bowl abgefangen wurde? Aber vielleicht tritt er endgültig ab? Von Kurt Warner ist die Rede, der von der Nachrichtenagentur Reuters zum Abschied mit dem Attribut "brilliant" ausgestattet wurde. Bilanz: so viele Super-Bowl-Erfolge wie Favre (einen mit den St. Louis Rams, aber mehr Auftritte im Finale – nämlich zwei weitere, einer mit den Rams und einer im letzten Jahr mit den Arizona Cardinals).
• Der Präsident der Vereinigten Staaten als Aushilfs-Fernsehkommentator beim College-Basketball mit Verne Lundquist, einem der besten der Branche. Auf dem Spielfeld Duke und Georgetown in einem Match in Washington, zu dem Barack Obama nicht weit fahren musste.
Jemand am Resultat des Spiels interessiert? 89:77 für die Hoyas. Coach K hatte seine Republikaner-Fahne wohl freiwillig vorher eingerollt.
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31. Januar 2010
26. August 2009
ESPN: Eine Forde-Setzungsgeschichte
Es macht den Leuten bei der Disney-Tochter offensichtlich nichts aus, dass die Nähe zwischen Subjekt (Autor, siehe Bild) und Objekt (Sportikone)
zu einer heuchlerischen Sicht der Dinge führt. Was nicht nur schlecht ist, wenn man entscheidet, tagelang nicht über die Klage gegen einen NFL-Quarterback zu berichten oder andere negativen Nachrichten ignoriert. Es ist ganz besonders schlecht, wenn man einen narzistischen Maniac wie Rick Pitino deckt, der seitdem seine außerehelichen Aktivitäten publik wurden, so tut, als sei er das Opfer und nicht etwa ein ganz durchschnittlicher Trieb-Täter, der mal eben zwischendurch in Restaurants der Stadt Lousville wildfremde Frauen begattet.Pitino, der vermutlich im Prozess gegen die mutmaßliche Erpresserin Karen Sypher (links in einem Screenshot von einem Interview mit Good Morning America von TV-Sender ABC) aussagen wird, aber bislang lieber den Mund
gehalten hatte, ist heute um 15 Uhr komplett ausgerastet und hat eine kurze Pressekonferenz gegeben. Er attackierte die Medien und nicht etwa die Polizei, die die Vernehmungsprotokolle mit seinen Aussagen der Ortszeitung zur Verfügung gestellt hatte: "Alles, was gedruckt worden ist, alles, was berichtet worden ist, alles, was an dem Tag, an dem Teddy Kennedy gestorben ist, in den Nachrichten gebracht wurde, ist eine Lüge. Eine Lüge."Pitino, der pro Jahr mehr als zwei Millionen Dollar verdient, ist im Prinzip nicht mehr tragbar. Und zwar aus einem eher nebensächlichen Grund. Je mehr die Öffentlichkeit von Sypher erfuhr – sie hatte nach der Sexkapade einen Anruf Pitinos auf ihrem Anrufbeantworter aufgezeichnet und die Aufnahme neulich einem örtlichen Fernsehsender gegeben, ihre Vergewaltigungsanschuldigungen wurden von der Polizei als nicht glaubwürdig eingestuft, Aufnahmen von Gesprächen mit den Ermittlern, die heute publiziert wurden, zeigen einen Menschen mit einer deutlichen Persönlichkeitsstörung – desto mehr regen sich die Zweifel an Pitino. Verfügt der Mann überhaupt über eine Spur von Menschenkenntnis? Sollte der wirklich die Kinder anderer Leute betreuen?
Man darf davon ausgehen, dass der Coach mit seinem jüngsten Auftritt eigentlich nur noch eine Strategie verfolgt: sich gegenüber der Leitung der Universität so zu positionieren, dass sie ihn feuern muss. Und dass er bei einer solchen Auseinandersetzung nicht den 3,6 Millionen Dollar Bonus verliert, der ihm laut Vertrag 2010 ausgeschüttet werden soll.
Übrigens das Buch von Pitino und Forde trägt einen seherischen Titel: Rebound Rules. Auch wenn der Trainer gezwungen werden sollte, in Louisville sein Amt aufgeben muss, wird er nach einer Pause woanders wieder auftauchen. Der Mythos des erfolgreichen College-Magiers ist ungebrochen. Solche Leute sind unbesiegbar. Hier noch eine Hörprobe aus dem Buch.
Blick zurück: Wie man bei ESPN mit Leuten umgeht, die man nicht mag
Blick zurück: Die Pitino-Saga, Teil 1
Blick zurück: Die Frau, die Michael Jordan per Blog hinterherlief
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Rick Pitino
14. August 2009
Der Klingelbeutel: Rehabilitation ist schwierig
Michael Vick hat bei den Philadelphia Eagles unterschrieben. Damit haben wir neben Terrell Owens und den Buffalo Bills ein zweites Dauerthema, das die NFL-Experten beschäftigen wird. ie Dauerwurst Brett Favre rückt damit auf einen Schlag endlich nach ganz hinten in den Ballschrank.
• Das Thema "Rick Pitino hat Sex mit einer Frau in einem Restaurant und gibt ihr ein paar Wochen später Geld für eine Abtreibung" bietet das perfekte Material aus dem sonst so lupenreinen College-Basketball für eine weitergehende Boulevardisierung der Sportberichterstattung. Der Fall kam ins Rollen, weil die Dame ganz offensichtlich mit den 3000 Dollar, die ihr der Coach der Mannschaft von Louisville gezahlt hatte, nicht zurecht kam und ihn zu weiteren "Geschenken" nötigen wollte. Eine Art von Erpressungsversuch, könnte man auch sagen. Was den angeht, wird die gute Frau vermutlich im Gefängnis landen. Denn die Gesetze in den USA sehen für vieles ziemlich hohe Strafen vor. Aber auch Pitino dürfte nicht schadlos davon kommen. Dabei geht es nicht nur um die Libido eines verheirateten und hochbezahlten Trainers, der die Aufsichtsperson und das Vorbild für junge Sportler ist, die offiziell zu hohen Verhaltensstandards angehalten werden. Sondern vor allem um das Stichwort "Abtreibung" - damit kann man in weiten Teilen der Vereinigten Staaten ganze Bevölkerungskreise gegen sich aufbringen. Vermutlich auch im Bundesstaat Kentucky. Pitino hatte die pikanten Details übrigens nicht freiwillig der Öffentlichkeit anvertraut. Die kamen aufgrund einer Anfrage der örtlichen Zeitung ans Tageslicht. In den USA gibt es auf Bundesebene, aber auch in den meisten Staaten, Gesetze, die es gestatten, dass man Einsicht in die Akten der Behörden nehmen darf. In dem Fall handelt es sich um Vernehmungsprotokolle der Polizei aus ihren Emittlungen rund um Erpressungsversuch. Wer sich für die Protokolle interessiert, kann sie bei Smoking Gun als pdf-Dateien herunterladen.
• Nach dem schlechten WM-Qualifikationsspiel der Amerikaner in Mexiko (1:2) hatte Landon Donovan zumindest eine Erklärung für seine Leistung: Er hat sich die Schweineinfluenza eingehandelt. Mutmaßlicher Übertragungsweg: zwei Galaxy-Mitarbeiter, die vom Virus in Boston bei den New England Revolution angesteckt wurden. Für die USA war das Resultat auch deshalb nicht gut, weil die Aspiranten in der Sechser-Tabelle näher zusammengerückt sind. Drei kommen weiter. Jedes Team hat noch vier Begegnungen abzuwickeln.
• Für Michael Phelps sind die Tage, an denen er nicht in einem Becken schwimmt, kein Vergnügen. Egal, was er macht, ob er tätowierte Barfrauen anbaggert oder Marihuana inhaliert – immer ist jemand zur Stelle, der die Nachricht ausplaudert. Diesmal ist es die Meldung von einem Autounfall, bei dem Phelps unverletzt blieb. Wer den Crash verursacht hat, steht noch nicht fest.
• Und der Sieger im diesjährigen Sportler-Wettbewerb "Die Reise nach Jerusalem" heißt? Quentin Richardson. Der Basketballprofi wurde zwischen dem Ende der letzten NBA-Saison und heute bereits viermal getradet. Der Trip begann bei den New York Knicks, ging über die Memphis Grizzlies, die Los Angeles Lakers und die Minnesota Timberwolves. Sein derzeitiger Arbeitgeber sind die Miami Heat. Jerusalem, here we come.
• Das Thema "Rick Pitino hat Sex mit einer Frau in einem Restaurant und gibt ihr ein paar Wochen später Geld für eine Abtreibung" bietet das perfekte Material aus dem sonst so lupenreinen College-Basketball für eine weitergehende Boulevardisierung der Sportberichterstattung. Der Fall kam ins Rollen, weil die Dame ganz offensichtlich mit den 3000 Dollar, die ihr der Coach der Mannschaft von Louisville gezahlt hatte, nicht zurecht kam und ihn zu weiteren "Geschenken" nötigen wollte. Eine Art von Erpressungsversuch, könnte man auch sagen. Was den angeht, wird die gute Frau vermutlich im Gefängnis landen. Denn die Gesetze in den USA sehen für vieles ziemlich hohe Strafen vor. Aber auch Pitino dürfte nicht schadlos davon kommen. Dabei geht es nicht nur um die Libido eines verheirateten und hochbezahlten Trainers, der die Aufsichtsperson und das Vorbild für junge Sportler ist, die offiziell zu hohen Verhaltensstandards angehalten werden. Sondern vor allem um das Stichwort "Abtreibung" - damit kann man in weiten Teilen der Vereinigten Staaten ganze Bevölkerungskreise gegen sich aufbringen. Vermutlich auch im Bundesstaat Kentucky. Pitino hatte die pikanten Details übrigens nicht freiwillig der Öffentlichkeit anvertraut. Die kamen aufgrund einer Anfrage der örtlichen Zeitung ans Tageslicht. In den USA gibt es auf Bundesebene, aber auch in den meisten Staaten, Gesetze, die es gestatten, dass man Einsicht in die Akten der Behörden nehmen darf. In dem Fall handelt es sich um Vernehmungsprotokolle der Polizei aus ihren Emittlungen rund um Erpressungsversuch. Wer sich für die Protokolle interessiert, kann sie bei Smoking Gun als pdf-Dateien herunterladen.
• Nach dem schlechten WM-Qualifikationsspiel der Amerikaner in Mexiko (1:2) hatte Landon Donovan zumindest eine Erklärung für seine Leistung: Er hat sich die Schweineinfluenza eingehandelt. Mutmaßlicher Übertragungsweg: zwei Galaxy-Mitarbeiter, die vom Virus in Boston bei den New England Revolution angesteckt wurden. Für die USA war das Resultat auch deshalb nicht gut, weil die Aspiranten in der Sechser-Tabelle näher zusammengerückt sind. Drei kommen weiter. Jedes Team hat noch vier Begegnungen abzuwickeln.
• Für Michael Phelps sind die Tage, an denen er nicht in einem Becken schwimmt, kein Vergnügen. Egal, was er macht, ob er tätowierte Barfrauen anbaggert oder Marihuana inhaliert – immer ist jemand zur Stelle, der die Nachricht ausplaudert. Diesmal ist es die Meldung von einem Autounfall, bei dem Phelps unverletzt blieb. Wer den Crash verursacht hat, steht noch nicht fest.
• Und der Sieger im diesjährigen Sportler-Wettbewerb "Die Reise nach Jerusalem" heißt? Quentin Richardson. Der Basketballprofi wurde zwischen dem Ende der letzten NBA-Saison und heute bereits viermal getradet. Der Trip begann bei den New York Knicks, ging über die Memphis Grizzlies, die Los Angeles Lakers und die Minnesota Timberwolves. Sein derzeitiger Arbeitgeber sind die Miami Heat. Jerusalem, here we come.
10. Juni 2009
An Mayo verschluckt: Trainer geht
Das erste Opfer, wenn auch spät in der Affäre rund um das kurze Jahr an University of Southern California, hat einen Namen: Es ist Trainer Tim Floyd, dem nachgesagt wird, er habe dem jungen Basketballspieler 1000 Dollar zustecken lassen, damit er bei ihm unterschreibt. Die Sache hatte nämlich einen Haken. Collegesport ist purer Amateursport mit ganz heiklen Regeln zum Thema Geld. Zumindest auf dem Papier (und meistens sogar in der Realität). Dazu gab es bereits vor einer Weile einen ausführlichen Beitrag hier. Ich habe in einem früheren Text zum gleichen Fall zwar schon solche Probleme angedeutet, aber dabei in die falsche Richtung gezeigt. Mayo selbst, inzwischen in der NBA bei den Memphis Grizzlies, wo er seine erste Saison absolviert hat, muss sich keine Gedanken über etwaige Sanktionen machen. Die betreffen allein die Bildungseinrichtung. Floyd hat jetzt nach nur vier Jahren seinen Rücktritt vom Traineramt erklärt. In den neunziger Jahren hatte er schon einmal eine fürs Ego extrem unangenehme Phase. Damals übernahm er nach dem zweiten und endgültigen Weggang von Michael Jordan (und dem von Phil Jackson und von Scottie Pippen etc.) die Chicago Bulls und häufte eine traurige sportliche Bilanz an.
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14. April 2009
Der Klingelbeutel: Eine Handvoll Rice
• Isiah Thomas, einer der Hauptverantwortlichen für die katastrophale Bilanz der New York Knicks in den letzten Jahren (und die damit verbundene aufgeblähte Gehaltsliste) wurde schon vor einer Weile Zug um Zug aus dem Madison Square Garden hinausgefegt. Finanziell hatte er das Arbeiten nicht nötig. Aber Menschen wie ihm wird irgendwann langweilig. Und so hat er einen neuen Job angenommen. Er wird Trainer der Basketballmannschaft von Florida International University, vermutlich im Bereich Sport die ambitionierteste Universität, die wir in den USA zur Zeit haben.
• Sie war als Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten eine Fehlbesetzung. Als Außenministerin brachte sie nichts zustande. Nun zeigt sie in einem neuen Fach das Niveau ihrer Begabungen: Sie schreibt über Golf in Augusta und Tiger Woods. Condoleezza Rice heißt dieses Multitalent, dem nachgesagt wird, es habe Interesse daran, irgendwann NFL Commissioner zu werden. Übrigens: die Entscheidung am Sonntag beim Masters war wirklich sehenswert. Nicht nur weil Tiger Woods und Phil Mickelson die Nachbrenner anhatten und mit ganz erstaunlichen Leistungen den Männern an der Spitze ihren heißen Atem in die Kragen bliesen, sondern weil sie dann doch nicht zum Erfolg kamen und die drei Burschen vorne – Kenny Perry, Angel Cabrera und Chad Campbell – noch ein Stechen brauchten. Dabei entfalteten sie zwar nicht die hohe Kunst des Golfspiels. aber produzierten Spannung pur. Sieger Cabrera hatte mehr Glück als Verstand. Und die alten Herren vom Club zeigten, dass sie auf alles vorbereitet sind. Auch darauf, jemandem in ein grünes Sakko zu stecken, der – ohne Jacke – wie ein Preisboxer aussieht.
• Manchmal dauert es ein paar Jahre, bis sich die Kontrahenten darüber verständigt haben, wie sie ein Spiel beenden wollen, das dereinst mit einem Remis endete. Die Football-Mannschaften der beiden Lokalrivalen Easton (Pennsylvania) und Philipsburg (New Jersey) haben jetzt eine Lösung gefunden. Nach 16 Lenzen. Sie stellen auf beiden Seiten die gleichen, inzwischen etwas beleibteren Spieler auf und hoffen, dass es diesmal einen Sieger gibt.
• Sie war als Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten eine Fehlbesetzung. Als Außenministerin brachte sie nichts zustande. Nun zeigt sie in einem neuen Fach das Niveau ihrer Begabungen: Sie schreibt über Golf in Augusta und Tiger Woods. Condoleezza Rice heißt dieses Multitalent, dem nachgesagt wird, es habe Interesse daran, irgendwann NFL Commissioner zu werden. Übrigens: die Entscheidung am Sonntag beim Masters war wirklich sehenswert. Nicht nur weil Tiger Woods und Phil Mickelson die Nachbrenner anhatten und mit ganz erstaunlichen Leistungen den Männern an der Spitze ihren heißen Atem in die Kragen bliesen, sondern weil sie dann doch nicht zum Erfolg kamen und die drei Burschen vorne – Kenny Perry, Angel Cabrera und Chad Campbell – noch ein Stechen brauchten. Dabei entfalteten sie zwar nicht die hohe Kunst des Golfspiels. aber produzierten Spannung pur. Sieger Cabrera hatte mehr Glück als Verstand. Und die alten Herren vom Club zeigten, dass sie auf alles vorbereitet sind. Auch darauf, jemandem in ein grünes Sakko zu stecken, der – ohne Jacke – wie ein Preisboxer aussieht.
• Manchmal dauert es ein paar Jahre, bis sich die Kontrahenten darüber verständigt haben, wie sie ein Spiel beenden wollen, das dereinst mit einem Remis endete. Die Football-Mannschaften der beiden Lokalrivalen Easton (Pennsylvania) und Philipsburg (New Jersey) haben jetzt eine Lösung gefunden. Nach 16 Lenzen. Sie stellen auf beiden Seiten die gleichen, inzwischen etwas beleibteren Spieler auf und hoffen, dass es diesmal einen Sieger gibt.
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11. April 2009
Nachtrag zur Madness
Nicht alle werden den Sportteil der FAZ lesen oder online auf faz.net verfolgen. Deshalb hier ein Hinweis auf eine Geschichte über College-Basketball, die mit etwas Verspätung hochgeladen wurde. Im Mittelpunkt: Connecticut-Cheftrainer Jim Calhoun und sein Auftritt neulich vor laufender Kamera in einer Pressekonferenz. Während davon bereits hier die Rede war, habe ich bei den Recherchen eine nette Pointe zu Calhouns Erklärung gefunden, wonach er "not a dime" (auf Deutsch: "nicht einen Cent") an die Staatskasse und die Steuerzahler abgeben wird. Die Studiengebühren für normale Studenten von UConn wurden in diesem Jahr um sechs Prozent erhöht.
7. April 2009
Der Klingelbeutel: Obamas Wille geschehe
So sieht's aus in den USA: Der amtierende Präsident wird von ESPN vor dem K.O.-Turnier gefragt, wie es ausgeht, und er erklärt: North Carolina wird Meister. Gestern in Detroit wurde die Sache besiegelt. North Carolina gewann die NCAA Championship im Basketball. 89:72 bedeutet: ein ziemlich schnelles Spiel, in dem beiden Seiten im Angriff nicht lange fackelten. Gegner Michigan State hatte Sympathiepunkte, die nichts mit Basketball zu tun haben. Kein Bundesstaat leidet so sehr unter der akuten Krise und der wirtschaftlichen Abhängigkeit von der amerikanischen Autoindustrie. Die Arbeitslosigkeit liegt über 12 Prozent.
• Die Süddeutsche hat sich einem absoluten Minderheitenthema gewidmet: Sie berichtet über den Erfolg von Lacrosse in Deutschland. "Mehr und mehr etabliert" sagen sie, nachdem sie ganze 1600 Spieler ausgemacht haben. Gut zu wissen. Es gibt eine deutsche Nationalmannschaft. Und die war auch schon mal Europameister. Leider enthält der Bericht keinen Hinweis darauf, dass das Spiel in den USA und Kanada von zehntausenden von Mädchen gespielt wird (mit leicht modifzierten Regeln, denn die Sportart ist ruppig). Hier noch ein Link für Interessenten: Auch Lacrosse hat eine Hall of Fame. In Baltimore.
• Man durfte sich all die Jahre wundern, in denen immer mehr Sportveranstaltungen auf einen Tag in der Woche wanderten, den so manche christliche Konfession zum absolut freudlosesten von allen erklärt hatte, wo bleiben die Proteste? Sie waren einfach nur verstummt. Jetzt sind sie wieder da. Zumindest mit Blick auf den kommenden Sonntag, den österlichen. Und bezogen auf England und seine Traditionen, die da einst unverrückbar lautete: Sport? "Sonntags nie". Der nächste Erzbischof von Westminister, fast so etwas wie eine Eminenz, hat das Thema in die Öffentlichkeit getragen. Seiner Beschwerde an die Premier League liegt ein heftiges Argument zu Grunde. Die Liga würde die Gefühle ihrer Angestellten verletzen. Der Erzbischof ist Liverpool-Fan.
• Man kann das Thema Anabolika im Sport auch lustig sehen (wenn man zum Beispiel nicht über die medizinischen Folgen von Missbrauch nachdenkt). Und dann entwickelt man ein Online-Spiel wie dieses (via the Big Lead).
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5. April 2009
Frauen im Sport: Eine andere Facette
Man wird von Frauen im Sport häufiger verblüfft als von den Männern. Die meisten Männer surfen Stromlinie, reden viel angelerntes Blech, wenn sie etwas gefragt werden, und wirken, sobald sie enormen Erfolg haben, als seien sie unansprechbar. Es sei denn, man redet mit ihnen über jenen Kram, den sie tagein tagaus inhalieren. Technik. Taktik. Training. Matchfacetten. Machofacetten.Frauen sind anders. Keine Ahnung warum. Vielleicht liegt es nur daran, dass sie froh sind, wenn sie von den Medien überhaupt beachtet werden. Vielleicht haben sie einen anderen Sinn für Selbstdarstellung und Kommunikation. Vielleicht haben einige einfach einen unprogrammierten Blick auf Sport, weil sie wissen, dass sie schon bald in ihrem Leben etwas anderes machen werden. Was Ernsthaftes. Was Vernünftiges.
Also bürsten manche vorher einfach gegen den Strich. Wie eine gewisse Courtney Paris (Bild oben rechts auf dem SI-Cover), über die heute bei National Public Radio in der Weekend Edition die erstaunliche Nachricht vermeldet wurde: Sie habe angeboten, der Universität Oklahoma das gesamte Stipendium (vier Jahre, mehr als 60.000 Dollar) zurückzuzahlen, wenn die Mannschaft nicht NCAA-Meister wird. Sie meinte das ernst und nicht als Jux. Paris ist Tochter eines ehemaligen Football-Profis, der mit den San Francisco 49ers dreimal den Super Bowl gewann, kennt also den Sport auch aus einer anderen Warte. Oklahoma hat übrigens zwei Töchter von Bubba Paris in der Mannschaft. Die andere ist die Zwillingsschwester Ashley, die allerdings nicht ganz so talentiert und nicht ganz so couragiert auftritt. An beiden fällt noch etwas anderes auf: Sie haben nicht den Akzent so vieler schwarzer Amerikaner, sie klingen weiß, was unter vielen dunkelhäutigen US-Bürgern als Defätismus empfunden wird.
Einen Beitrag später hatte der Sender eine weitere Frau im Programm, die aus der Reihe tanzt: eine Mathematiklehrerin aus England, die sich innerhalb von vier Jahren von ihrem gegenwärtigen Trainingsstand und Können (geht gegen null) in die Nationalmannschaft der Briten im Modernen Fünfkampf bei den Olympischen Spielen 2012 in London vorarbeiten will. Wenn man das hört, denkt man unweigerlich: Ein besseres Statement zu der Frage – was soll diese Disziplin bei Olympia? – hat es noch nie gegeben. Wenn jemand in vier Jahren so gut reitet, fechtet, schießt, schwimmt und läuft, dass man ihn zu einem Event auf Weltniveau schickt, scheinen die Voraussetzungen nicht besonders hoch zu sein.
Aber das ist nicht die ungewöhnlichste Geschichte, die zuletzt aus dem Frauensport an die Öffentlichkeit drang. Der Preis geht an Elene Delle Donne, die obwohl während der Schulzeit alle Weichen gestellt waren und ein Stipendium der University of Connecticut zurückgab – im College-Basketball der Frauen seit Jahren tops – einfach ausgebrannt alles aufgab. Und das obwohl dank der WNBA und einiger Ligen in Europa die Sportart relativ lukrativ geworden ist. Sie machte nicht etwa eine Pause. Sie dachte gar nicht noch einmal nach. Nein, sie drehte sich auf der Hacke um und verzichtete. Sie spielt heute Volleyball. Und das sicher nicht, weil die Beach-Volleyballerinnen mehr Geld verdienen. Sie musste einfach von dem Zug abspringen, dessen Fahrt sie nicht mehr kontrollieren konnte und etwas Neues probieren. Hut ab vor so viel Konsequenz.
Teil zwei.
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29. März 2009
Auf Socken rocken
Für Leute, die schon die erste Lip-Sync-Version des Bob-Seeger-Songs aus dem Tom-Cruise-Film Risky Business daneben fanden, mit dem die Firma Guitar Hero sich vor ein paar Monaten viral in Szene setzte, gibt es jetzt die Steigerung: Noch mehr daneben (oder sagt man da vielleicht sogar: danebener?). Coach K (Duke und US-Nationalmannschaft) sowie Basketball-Zampanos aus dem College wie Bob Knight (zuletzt bei Texas Tech, jetzt bei ESPN), Rick Pitino (Louisville, heute als hoher Favorit vorgeführt worden und ausgeschieden) und Roy Williams (North Carolina, ziemlich sicher nächste Woche der Titelgewinner) alle in kurzen Hosen und auf Socken und mit unbewegten Mienen. Der Witz besteht angeblich darin, dass sie Metallica-Songs spielen sollen, was natürlich bei Leuten aus dieser Generation eine konsternierte Reaktion hervorruft. Worauf man besonders achten sollte, sind die Frisuren der vier, die auch sonst so etwas wie Teil ihres Images sind. Zusätzlich zu den schlecht gelaunten Gesichtern.
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28. März 2009
Kampf um jeden Soundbite
March Madness hat ein erstes prominentes Opfer: den Trainer der University of Kentucky, der seinen Job verlor, nachdem die Mannschaft nicht nur die 65 Plätze im K.O.-Turnier um die NCAA-Mannschaft verpasste, sondern auch noch früh im Trostprogramm namens NIT ausschied. Billy Gillispie hatte keine Lust, mit den Fernsehjournalisten zu reden und lief ihnen davon. Solch ein Manöver sieht manchmal sehr bizarr aus. Zum Video selbst: Es wird mit einem Kommentar zweier anderer Fernsehvögel eingeleitet, die offensichtlich das Gefühl hatten, dass es ihre Kollegen ein wenig übertrieben hatten. Nun sollte man aber über Kentucky und seine Beziehung zum Basketball wissen: Es ist seit Jahrzehnten eine Hochburg des Sports. Dort hat man Ansprüche. Innerhalb des Bundesstaats hat Louisville der Konkurrenz so deutlich den Rang abgelaufen, dass der Sportdirektor nicht länger tatenlos bleiben konnte. Louisville ist hoher Favorit auf den Titel. Und drittens: Kentucky hat abgesehen von der Pferdezucht und dem Derby nicht viel zu bieten, worauf sich die übersteigerte Neugier der örtlichen Sportfans fixieren könnte. Enjoy.
(via Online Sports Guy)
Nachtrag: Inzwischen hat sich Gillispie in einer Pressekonferenz zu Wort gemeldet. Im Hintergrund brodelt ein anderes Thema: Stehen ihm die 6 Millionen Dollar für den Rest aus seinem Vertrag zu? Oder kann die Universität ihn dazu zwingen, auf einen Teil des Geldes zu verzichten?
Was hatte unser Ur-Kentuckyianer Kige Ramsey zu dem Vorgang zu sagen? Er war nicht überrascht. Und er hat schon drei Namen für die Nachfolge ins Gespräch gebracht.
(via Online Sports Guy)
Nachtrag: Inzwischen hat sich Gillispie in einer Pressekonferenz zu Wort gemeldet. Im Hintergrund brodelt ein anderes Thema: Stehen ihm die 6 Millionen Dollar für den Rest aus seinem Vertrag zu? Oder kann die Universität ihn dazu zwingen, auf einen Teil des Geldes zu verzichten?
Was hatte unser Ur-Kentuckyianer Kige Ramsey zu dem Vorgang zu sagen? Er war nicht überrascht. Und er hat schon drei Namen für die Nachfolge ins Gespräch gebracht.
19. März 2009
Madness und Anwälte: Die NCAA fährt einen harten Kurs
Das kommt dabei heraus, wenn eine Institution, die dem Allgemeinwohl verpflichtet ist, sich geistig zu einer Cash-Maschine entwickelt. Nein, wir reden diesmal nicht vom IOC und nicht vom Württembergischen Fußballverband, sondern von der NCAA und jenem Theater, das heute offiziell beginnt und ein paar Wochen lang die meisten Sportfans in den USA in Bann schlagen wird. Die National Collegiate Athletic Association ist derart angetan von der Begeisterung, dass sie jetzt die Anwälte losschickt, um jene Leute zu Schadensersatzzahlungen heranzuziehen, die einfach warenzeichenrechtlich geschützten Begriffe wie "March Madness," "Elite Eight" oder "Final Four" benutzen. Angeblich bringt die schwierige wirtschaftliche Lage immer mehr Leute auf die Idee, sich per Huckepack-Marketing an der Euphorie zu beteiligen.
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15. März 2009
Zeit für Madness und Choleriker: College-Basketball, bitte
Für alle, die sich tatsächlich für March Madness und College-Basketball interessieren, gibt es hier das aktuelle Tableau mit den 65 Teams, die es in diesem Jahr geschafft haben. Kai Pahl von allesaussersport hat zwischendurch immer wieder jede Menge gebloggt. Ich gehe mal davon aus, dass er das Geschehen intensiv weiterverfolgt. Man sollte also dort immer mal wieder vorbeischauen.
Für alle, die sich nicht so sehr für das Thema interessieren, die sich aber womöglich fragen: Müssen die Halbgötter an der Seitenlinie eigentlich so viel Geld verdienen und warum haben sie so eine große Schnauze, wenn sie sich für das viele Geld rechtfertigen sollen? Hier eine Delikatesse aus dem Februar dieses Jahres. Jim Calhoun, Trainer des Basketball-Teams der University of Connecticut fährt einem Nicht-Sportreporter über den Mund, der die Courage hatte und nichts anderes wissen wollte, ob der höchstbezahlte Angestellte des Staates Connecticut (1,6 Millionen Dollar pro Jahr von der Universität, nicht zu reden von zusätzlichen Werbeeinnahmen), angesichts eines akuten Einnahmelochs im Staatshaushalt, das sich nach Hochrechnungen in den kommenden zwei Jahren auf über acht Milliarden Dollar belaufen wird, vielleicht einen Solidaritäts-Beitrag leisten möchte.
Calhoun behauptet in seiner Tirade, dass "wir 12 Millionen Dollar erwirtschaften". Das ist eine beliebte verzerrende Darstellung von Leuten, die ihre extremen Einnahmen auf einer Behauptung aufbauen, die man nur als geisteskrank bezeichnen kann. Der Präsident der Universität, der nur einen Bruchteil von Calhoun verdient, erwirtschaftet nach diesem Denkschema sehr viel mehr Geld – in Form von Studiengebühren. Müsste er demnach nicht ebenfalls sehr viel stärker an der Beute beteiligt werden?
Es gab im Nachklang des cholerischen Ausbruchs des Coachs/Patriarchen einige Beiträge in den amerikanischen Medien, die das Zahlenwerk untersucht haben. Empfehlenswert ist dieser Blogbeitrag auf der Seite der größten Tageszeitung des Bundesstaates, des Hartford Courant. Fazit: Die Männermannschaft produziert Bruttoeinnahmen von 7,3 Millionen Dollar pro Jahr. Nach einem undurchsichtigen Schema werden ihr weitere 5 Millionen Dollar als Anteil an den Sponsorenverträgen der Universität zugeschlagen. Die Kosten des Programms (inklusive des Gehalts von Calhoun), belaufen sich auf über 6 Millionen Dollar. Aber diese Summe ignoriert alle Bau- und Unterhaltungskosten, die entstehen, wenn man nach den hohen amerikanischen Maßstäben der Division 1 in der NCAA Einrichtungen wie Hallen oder Trainingsanlagen betreibt. Woanders nennt man einen solchen Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung "Abschreibungen".
Man darf also im konkreten Fall davon ausgehen, dass ein Mann wie Calhoun und seine Arbeit bestenfalls plus minus null arbeitet. Und das auch nur, weil die Studenten im Kader nicht für ihre Dienste entlohnt werden. Die arbeiten für die Hoffnung, eines Tages irgendwo als Profi angeheuert zu werden, was natürlich leichter gelingt, wenn man für einen Erfolgscoach wie Calhoun spielt. Er hat mit seinen Teams zweimal die Final Four gewonnen. Die Bilanz seiner Ex-Spieler ist nicht besonders aufregend. Abgesehen von Richard Hamilton, der bei den Detroit Pistons Meister wurde, sieht die Liste nicht weiter bemerkenswert aus. Weitaus interessanter ist die Zusammenstellung der New York Times von vor ein paar Jahren über die Probleme von Calhouns Spielern mit der Polizei. Drogen, Diebstahl, Körperverletzung. Das übliche.
Für alle, die sich nicht so sehr für das Thema interessieren, die sich aber womöglich fragen: Müssen die Halbgötter an der Seitenlinie eigentlich so viel Geld verdienen und warum haben sie so eine große Schnauze, wenn sie sich für das viele Geld rechtfertigen sollen? Hier eine Delikatesse aus dem Februar dieses Jahres. Jim Calhoun, Trainer des Basketball-Teams der University of Connecticut fährt einem Nicht-Sportreporter über den Mund, der die Courage hatte und nichts anderes wissen wollte, ob der höchstbezahlte Angestellte des Staates Connecticut (1,6 Millionen Dollar pro Jahr von der Universität, nicht zu reden von zusätzlichen Werbeeinnahmen), angesichts eines akuten Einnahmelochs im Staatshaushalt, das sich nach Hochrechnungen in den kommenden zwei Jahren auf über acht Milliarden Dollar belaufen wird, vielleicht einen Solidaritäts-Beitrag leisten möchte.
Calhoun behauptet in seiner Tirade, dass "wir 12 Millionen Dollar erwirtschaften". Das ist eine beliebte verzerrende Darstellung von Leuten, die ihre extremen Einnahmen auf einer Behauptung aufbauen, die man nur als geisteskrank bezeichnen kann. Der Präsident der Universität, der nur einen Bruchteil von Calhoun verdient, erwirtschaftet nach diesem Denkschema sehr viel mehr Geld – in Form von Studiengebühren. Müsste er demnach nicht ebenfalls sehr viel stärker an der Beute beteiligt werden?
Es gab im Nachklang des cholerischen Ausbruchs des Coachs/Patriarchen einige Beiträge in den amerikanischen Medien, die das Zahlenwerk untersucht haben. Empfehlenswert ist dieser Blogbeitrag auf der Seite der größten Tageszeitung des Bundesstaates, des Hartford Courant. Fazit: Die Männermannschaft produziert Bruttoeinnahmen von 7,3 Millionen Dollar pro Jahr. Nach einem undurchsichtigen Schema werden ihr weitere 5 Millionen Dollar als Anteil an den Sponsorenverträgen der Universität zugeschlagen. Die Kosten des Programms (inklusive des Gehalts von Calhoun), belaufen sich auf über 6 Millionen Dollar. Aber diese Summe ignoriert alle Bau- und Unterhaltungskosten, die entstehen, wenn man nach den hohen amerikanischen Maßstäben der Division 1 in der NCAA Einrichtungen wie Hallen oder Trainingsanlagen betreibt. Woanders nennt man einen solchen Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung "Abschreibungen".
Man darf also im konkreten Fall davon ausgehen, dass ein Mann wie Calhoun und seine Arbeit bestenfalls plus minus null arbeitet. Und das auch nur, weil die Studenten im Kader nicht für ihre Dienste entlohnt werden. Die arbeiten für die Hoffnung, eines Tages irgendwo als Profi angeheuert zu werden, was natürlich leichter gelingt, wenn man für einen Erfolgscoach wie Calhoun spielt. Er hat mit seinen Teams zweimal die Final Four gewonnen. Die Bilanz seiner Ex-Spieler ist nicht besonders aufregend. Abgesehen von Richard Hamilton, der bei den Detroit Pistons Meister wurde, sieht die Liste nicht weiter bemerkenswert aus. Weitaus interessanter ist die Zusammenstellung der New York Times von vor ein paar Jahren über die Probleme von Calhouns Spielern mit der Polizei. Drogen, Diebstahl, Körperverletzung. Das übliche.
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18. Oktober 2008
Der Klingelbeutel: Womit man immer rechnen muss
• Tampa Bay macht es wirklich spannend in diesem Jahr. Oder sind die Boston Red Sox dafür verantwortlich? Nach der 2:4-Niederlage im sechsten Match der Serie gibt es Spiel sieben am Sonntag. Komisch. Kaum jemand glaubt, dass die Rays noch nachlegen können. Und alles nur wegen dieser seltsamen Klatsche am Donnerstag. Am Samstag klappte auch beim übertragenden Sender TBS nicht alles. Es gab am Anfang einen längeren Bild- und Tonausfall.• Wie bringt man amerikanischen Kindern Mathematik bei? In dem man sie im Unterricht Fantasy Football spielen lässt.
• Der größte Spieler im amerikanischen College-Basketball musste seine Karriere aufgeben. Der Grund: eine Teilamputation am rechten Fuß, die Ärzte vornahmen, weil sie kein anderes Mittel fanden, um eine antibiotikaresistente Infektion zu bekämpfen. Kenny George wäre sicher allein wegen seiner körperlichen Voraussetzungen als Rollenspieler in der NBA zum Einsatz gekommen: 2,31 Meter vom Scheitel bis zur Sohle, Spannbreite 2,60 Meter. (via The Big Lead).
• Camilo Villegas, einer der erfolgreichen neuen Spitzengolfer auf der amerikanischen PGA-Tour, bekam am Samstag schlechte Nachrichten aus seiner kolumbianischen Heimat. Sein Patenonkel wurde in Bogota bei einem Raubüberfall erschossen.
16. Oktober 2008
Vitamin B(easley)
Nichts gegen Assistenztrainer am College. Schon gar nicht gegen gute. Aber 420.000 Dollar im Jahr als Gehalt an einer staatlichen Bildungseinrichtung für einen Job in der Basketballabteilung? Ist das nicht ein wenig exzessiv? Das sind ja fast schon Wall-Street-Dimensionen. Der Mann, der soviel kassiert, heißt Dalonte Hill. Sein Ticket bei Kansas State war seine gute Beziehung zu Michael Beasley, der soeben in die NBA verduftet ist. Hier gibt es eine vergleichende Statistik mit der Bezahlung von Assistenztrainern an anderen Universitäten mit erfolgreichen Basketballmannschaften. Ein Augenöffner. Die meisten verdienen mehr als die Professoren, die den Studenten wirklich etwas beibringen. Und zwar in den Fächern, in denen die Studenten am Ende auch noch einen Abschluss machen. Hill ist noch nicht lange in Manhattan (Kansas), aber lange genug, um sich eine kleine Alkohol-am-Steuer-Sache einzuhandeln. Wie lange war Beasley in Kansas State? Keine zwölf Monate. Wie lange wird Hill der Uni noch auf der Tasche liegen? Mehrere Jahre.
P. S. Das alles passiert unter demselben Dach, unter dem die
beiden deutschen Basketball-Talente Lucca Staiger (Bild) und Fabian Böke mit einer einjährigen Sperre belegt wurden, weil sie in Deutschland in der zweiten Liga einer Mannschaft mit (schlecht bezahlten) Profis gespielt haben. Zumindest in seiner Heimat hat Staiger noch Freunde. Der Verband hat ihn eingeladen, sich in diesem Winter um einen Platz in der Nationalmannschaft zu bemühen. Das Problem: die Sichtung trifft genau in jene Zeit, in der er am College Iowa State gebraucht wird.
P. S. Das alles passiert unter demselben Dach, unter dem die
beiden deutschen Basketball-Talente Lucca Staiger (Bild) und Fabian Böke mit einer einjährigen Sperre belegt wurden, weil sie in Deutschland in der zweiten Liga einer Mannschaft mit (schlecht bezahlten) Profis gespielt haben. Zumindest in seiner Heimat hat Staiger noch Freunde. Der Verband hat ihn eingeladen, sich in diesem Winter um einen Platz in der Nationalmannschaft zu bemühen. Das Problem: die Sichtung trifft genau in jene Zeit, in der er am College Iowa State gebraucht wird.
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22. Juli 2008
Benzing bekommt in Michigan kein Stipendium
Was genau passiert ist, wurde aus der Presseerklärung und einer AP-Meldung vor ein Tagen nicht deutlich. Eine Andeutung in der Chicago Tribune weist auf ein neues Problem hin: Hatte Benzing womöglich nicht die Noten, die man braucht, um ein Stipendium zu bekommen? Staiger und Böke wurden das Opfer einer verschärften Auslegung der Amateurregeln seitens der NCAA.
Für Staiger wurde sogar eine Online-Petition angeschoben, die mehr als 3000 Sympathisanten fand, und eine eigene Webseite gestartet: FreeLucca.com. In der Zwischenzeit wurde er auch noch das Opfer einer eigenartigen Politik: Im Staat Iowa können Menschen unter 21 nicht einfach in jede Kneipe gehen. Und wenn sie dabei ihr Alter nach oben lügen und erwischt werden, müssen sie sogar noch eine Busse bezahlen. Staiger ist 19 Jahre alt und damit auch in den USA voll geschäftsfähig. Aber amerikanische Alkoholgesetze berücksichtigen solche Sachverhalte nicht.Die erste Hürde betreffend der rein schulischen Seite hat ein weiterer Spieler, Christopher Niemann, inzwischen genommen. Er wurde von der Universität Nebraska verpflichtet. Aber vor September wird in Lincoln niemand wissen, ob die NCAA eine ähnliche Strafaktion vorhat wie im Fall von Staiger und Böke. Auch Niemann hat an der Urspring-Schule Abitur gemacht, einem Internat, an dem Trainer Ralph Junge den talentierten Nachwuchs parallel in der Zweiten Bundesliga spielen lässt – bei Ehingen. Und darin besteht der Knackpunkt. Die NCAA betrachtet die Tatsache, dass diese Mannschaft auch Profis einsetzt, als Verstoß des Amateuerstatus für Spieler wie Junges Internatszöglinge, die überhaupt kein Geld erhalten. Der Coach hat vor Monaten auf einer Reihe in den USA versucht, die Probleme ganz grundsätztich in Gesprächen mit der Collegeaufsicht abzuklären. Der Fall Niemann wird zeigen, wie sehr das gefruchtet hat.
17. Juli 2008
Der erste geht nach Europa
Die von David Stern betriebene Politik, wonach High-School-Absolventen nicht mehr direkt in der NBA zugelassen werden, hat die schon heraufbeschworenen Folgen. Der 18jährige Brendan Jennings wird im nächsten Winter für 600.000 Dollar Gage in Italien spielen. Sein Wechsel nach Europa wird nicht nur andere US-Nachwuchsspieler ermuntern, sich nicht mehr mit einem Jahr College-Basketball abzumühen, wo es keinen Cent zu verdienen gibt. Er wird auch für die dortigen Clubs wirtschaftlich interessant. Denn für jemanden wie Jennings muss das NBA-Team, das ihn irgendwann draftet, eine Ablöse bezahlen. Während Stern hofft, das Altersminimum um noch ein Jahr mehr nach oben zu schrauben – von 19 auf 20 – , dürften sich die Colleges allmählich Gedanken darüber machen, wie sie mit den alten strengen Amateurregeln umgehen werden. Die Ein-Jahres-Studenten wie O. J. Mayo sind schließlich ganz offensichtlich nicht an der Einhaltung dieser Regeln interessiert und höhlen die Integrität des Konzepts schon seit seiner ganzen Weile wie die Maulwürfe aus. Natürlich könnte man Collegesportler theoretisch bezahlen. Sie fungieren schließlich in den populären Sportarten Football und Basketball als Teil eines Einnahmen erzeugenden Geschäftsbetriebs, aus dem die Trainer mit ihren Millionengehältern einen unverschämt hohen Anteil für sich abzweigen. Sie werden als Werbefiguren für Schuh-Verträge missbraucht und können sich gegen keine einzige dieser Rahmenbedingungen wehren.
Der Fall Jennings entwickelte nur deshalb diese Dynamik, weil der Junge aus Kalifornien trotz guter Schule nicht die Noten produzieren konnte, die man als Mindestanforderung für ein Studium an einer normalen Universität braucht. Die Alternative wäre ein sogenanntes Junior College gewesen (etwa mit einer Fachhochschule zu vergleichen). Aber da lungern keine NBA-Scouts herum und Geld gibt es auch keines. Und das nächste Ziel ist schließlich klar: So weit oben wie möglich gedraftet werden.
Der Fall Jennings entwickelte nur deshalb diese Dynamik, weil der Junge aus Kalifornien trotz guter Schule nicht die Noten produzieren konnte, die man als Mindestanforderung für ein Studium an einer normalen Universität braucht. Die Alternative wäre ein sogenanntes Junior College gewesen (etwa mit einer Fachhochschule zu vergleichen). Aber da lungern keine NBA-Scouts herum und Geld gibt es auch keines. Und das nächste Ziel ist schließlich klar: So weit oben wie möglich gedraftet werden.
25. Juni 2008
Statt College: Als NBA-Aspirant nach Europa
Die zusammengestöpselte amerikanische Basketball-Welt hat einen der engsten Flaschenhälse, den man sich vorstellen kann: die Draft der NBA. Da kommen jedes Jahr 60 Spieler durch. Aber für 18-jährige, frisch von der High School, ist der Hals noch enger. Von denen kommt keiner durch. Denn Commissioner David Stern hat vor ein paar Jahren eine Altersgrenze eingeführt. Warum? Das Experiment mit den Schulabgängern Kobe Bryant und Kevin Garnett war schlichtweg zu gut gelaufen. Und so tauchten ganz viele neue Aspiranten auf. Aber auf jeden LeBron James, der noch vor der neuen Regelung durchrutschte, kommt so mancher Kwame Brown, der einfach nichts reißt. Ganz abgesehen davon nehmen die jungen Talente dem sehr populären College-Basketball die letzte sportliche Legitimität und damit auf Dauer womöglich auch die Luft und das Fernsehgeld zum Atmen.
Stern würde am liebsten das Altersminimum um ein weiteres Jahr hochschrauben. Denn tatsächlich spielen sich dieser Tage im College-Basketball absurde Szenen ab. Die Universitäten werden von Jung-Stars mit Potenzial ganz bewusst danach ausgesucht, wo der PR-Effekt und die Sprungbrett-Situation am ertragreichsten ist. Und nach einem Jahr zieht der Jung-Spunt von dannen. Nicht selten unter Hinterlassung dubioser Spuren, die den Amateurgedanken an den Hochschulen untergraben (siehe hier).
Dass sich die Sportler so verhalten, kann man verstehen. Sie kommen oft aus armen Verhältnissen und können sich ein College-Stipendium gar nicht leisten. Denn an der Universität werden einem zwar die teuren Studiengebühren erlassen, und man muss nichts für die Unterbringung und das Essen in der Mensa bezahlen. Aber was ist mit einem Taschengeld für Auto, Ausgehen, iPod, Tätowierungen und was sonst noch zum Lifestyle gehört? Wenn die Eltern nichts übrig haben, muss der Stipendiat neben seinem Trainingspensum und Studium auch noch arbeiten gehen. Das mache man mal einem 18-jährigen schmackhaft, der weiß, dass er als Profi theoretisch mehr als 1 Million Dollar pro Saison verdienen kann.
So ist denn auch keine Überraschung, dass der erste 18-jährige mit der Idee flirtet, das Übergangsjahr in Europa zu verbringen. Dort bezahlt man zwar nicht so viel wie in der NBA, aber genug zum Überleben. Solche existenziellen Überlegungen wirken in den Ohren von altväterlichen Sportkommentatoren wie Defätismus. Komisch eigentlich, diese Einschätzung. Kommt nicht inzwischen der Großteil des guten Basketballnachwuchses sowieso aus Europa? Könnten die Jungs dort nicht womöglich noch etwas lernen?
Im Sektor College-Baseball läuft übrigens auch nicht alles rund. Hier ein paar Informationen und Überlegungen zum Thema "Wieso spielen da fast nur Weiße, wenn fast ein Drittel aller Profis in den Major Leagues aus Mittel- und Südamerika kommen?"
Stern würde am liebsten das Altersminimum um ein weiteres Jahr hochschrauben. Denn tatsächlich spielen sich dieser Tage im College-Basketball absurde Szenen ab. Die Universitäten werden von Jung-Stars mit Potenzial ganz bewusst danach ausgesucht, wo der PR-Effekt und die Sprungbrett-Situation am ertragreichsten ist. Und nach einem Jahr zieht der Jung-Spunt von dannen. Nicht selten unter Hinterlassung dubioser Spuren, die den Amateurgedanken an den Hochschulen untergraben (siehe hier).
Dass sich die Sportler so verhalten, kann man verstehen. Sie kommen oft aus armen Verhältnissen und können sich ein College-Stipendium gar nicht leisten. Denn an der Universität werden einem zwar die teuren Studiengebühren erlassen, und man muss nichts für die Unterbringung und das Essen in der Mensa bezahlen. Aber was ist mit einem Taschengeld für Auto, Ausgehen, iPod, Tätowierungen und was sonst noch zum Lifestyle gehört? Wenn die Eltern nichts übrig haben, muss der Stipendiat neben seinem Trainingspensum und Studium auch noch arbeiten gehen. Das mache man mal einem 18-jährigen schmackhaft, der weiß, dass er als Profi theoretisch mehr als 1 Million Dollar pro Saison verdienen kann.
So ist denn auch keine Überraschung, dass der erste 18-jährige mit der Idee flirtet, das Übergangsjahr in Europa zu verbringen. Dort bezahlt man zwar nicht so viel wie in der NBA, aber genug zum Überleben. Solche existenziellen Überlegungen wirken in den Ohren von altväterlichen Sportkommentatoren wie Defätismus. Komisch eigentlich, diese Einschätzung. Kommt nicht inzwischen der Großteil des guten Basketballnachwuchses sowieso aus Europa? Könnten die Jungs dort nicht womöglich noch etwas lernen?
Im Sektor College-Baseball läuft übrigens auch nicht alles rund. Hier ein paar Informationen und Überlegungen zum Thema "Wieso spielen da fast nur Weiße, wenn fast ein Drittel aller Profis in den Major Leagues aus Mittel- und Südamerika kommen?"
27. Mai 2008
College-Basketball: Benzing nach Michigan
Keiner weiß allerdings, ob Benzing ähnlich wie die jungen Deutschen Lucca Staiger and Fabian Böke erstmal ein Jahr aussetzen muss. Die Probleme der beiden entsprangen der Auslegung der Amateurregeln seitens der Collegesport-Aufsichtsgremien. Ab der kommenden Saison sind sie spielberechtigt.
14. März 2008
Der Klingelbeutel: Gebrauchte Urinale teuer abzugeben
MITTEN IN INDIANA, also mitten in den USA, haben die Menschen das ziemlich auspeprägte Gefühl, den wahren Geist des Landes zu repräsentieren. Wir in New York nennen das auch gerne Fly-Over Country, weil wir auf solche Dinge wie dies nur von oben herabschauen: Die Indianapolis Colts versteigern die Urinale aus der Umkleidekabine der Spieler im RCA Dome.
Die Porzellangefäße sind überflüssig geworden, weil die Mannschaft ein nagelneues Stadion bezieht und die alten Dinger nicht mitnehmen will.
NEULICH HABEN wir Martin Kaymer von dieser Stelle aus den Tipp gegeben, eine Scorekarte gut aufzuheben - als Souvenir und zur Erinnerung an eine formidable Runde. Diese hier sollte er allerdings gleich in Orlando lassen oder verbrennen. Hatte der 23-jährige nach der ersten Runde durchaus noch eine realistische Chance, den Cut zu schaffen, kegelte er sich heute in der zweiten Runde mit zwei frühen Doppel-Bogeys aus dem Feld der Geldverdiener heraus. Alex Cejka ist mit einem 17. Platz in der Zwischenwertung auf einem guten Weg. Kaymer hat nächste Woche in Miami eine neue Chance. Es ist, weil unter dem Banner der World Golf Championship ein auserlesenes Teilnehmerfeld. Der Platz - Doral - sollte ihm jedoch liegen.
IN DER HEIMAT von Kige Ramsey hat man die Nase voll von anonymen Bloggern und Kommentaristas. Und so hat jemand einen Gesetzesentwurf eingebracht, um dem Internet endlich Manieren beizubringen. Nicht anzunehmen, dass es durchkommt. Und wenn, betrifft es nur die Hinterwäldler in diesem Landstrich. Kige ist nicht betroffen. Er nennt ja jedes Mal brav seinen Namen, wenn er sich von seinen Videozuschauern verabschiedet. Der Blogger, bei dem der Hinweis auf dieses Thema heute auftauchte, hat übrigens nach mehreren Jahren seine Anonymität frewillig aufgegeben. Das könnte ein Trend werden, denn im Februar hatte bereits Fire Joe Morgan die Maske fallen lassen. Eine der Mitstreiter schreibt übrigens für die Sitccom The Office.
NIEMAND WEISS WIRKLICH, wieviel die amerikanische Wirtschaft an Sozialprodukt einbüßt, wenn Millionen die Live-Übertragungen vom College-Basketball anschauen und wegen March Madness ihre Arbeit ignorieren. Aber die Zahlen sind wilde Schätzungen und provozieren zurecht jemanden wie King Kaufman bei salon.com zu einem Beschwerde-Post.
Die Porzellangefäße sind überflüssig geworden, weil die Mannschaft ein nagelneues Stadion bezieht und die alten Dinger nicht mitnehmen will.
NEULICH HABEN wir Martin Kaymer von dieser Stelle aus den Tipp gegeben, eine Scorekarte gut aufzuheben - als Souvenir und zur Erinnerung an eine formidable Runde. Diese hier sollte er allerdings gleich in Orlando lassen oder verbrennen. Hatte der 23-jährige nach der ersten Runde durchaus noch eine realistische Chance, den Cut zu schaffen, kegelte er sich heute in der zweiten Runde mit zwei frühen Doppel-Bogeys aus dem Feld der Geldverdiener heraus. Alex Cejka ist mit einem 17. Platz in der Zwischenwertung auf einem guten Weg. Kaymer hat nächste Woche in Miami eine neue Chance. Es ist, weil unter dem Banner der World Golf Championship ein auserlesenes Teilnehmerfeld. Der Platz - Doral - sollte ihm jedoch liegen.
IN DER HEIMAT von Kige Ramsey hat man die Nase voll von anonymen Bloggern und Kommentaristas. Und so hat jemand einen Gesetzesentwurf eingebracht, um dem Internet endlich Manieren beizubringen. Nicht anzunehmen, dass es durchkommt. Und wenn, betrifft es nur die Hinterwäldler in diesem Landstrich. Kige ist nicht betroffen. Er nennt ja jedes Mal brav seinen Namen, wenn er sich von seinen Videozuschauern verabschiedet. Der Blogger, bei dem der Hinweis auf dieses Thema heute auftauchte, hat übrigens nach mehreren Jahren seine Anonymität frewillig aufgegeben. Das könnte ein Trend werden, denn im Februar hatte bereits Fire Joe Morgan die Maske fallen lassen. Eine der Mitstreiter schreibt übrigens für die Sitccom The Office.
NIEMAND WEISS WIRKLICH, wieviel die amerikanische Wirtschaft an Sozialprodukt einbüßt, wenn Millionen die Live-Übertragungen vom College-Basketball anschauen und wegen March Madness ihre Arbeit ignorieren. Aber die Zahlen sind wilde Schätzungen und provozieren zurecht jemanden wie King Kaufman bei salon.com zu einem Beschwerde-Post.
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10. März 2008
March Madness für Fortgeschrittene: Wie wär's mit einem kleinen Eingriff?
Der Blog, auf dem es die Illustration gibt, hat übrigens noch eine ganz andere Idee, wie man die Zeit überbrücken kann: mit Musik, die irgendwie zum Thema passt: Dies ist die Liste der "zehn Songs für deine Vasektomie". Auf Platz eins steht Love Removal Machine von The Cult.
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