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17. Januar 2010

Die Luxus-Suite und der Scrabble-Haufen

Vier Spiele und nur eines davon war halbwegs spannend. Leider war das mehr ein Punt-Festival und eine Ansammlung von unsinnigen Penalties und die Implosion eines Kickers, der in der laufenden Saison eine formidable Präzision an den Tag gelegt hatte, aber heute aus dem Tritt kam. Mit anderen Worten: Die NFL dokumentiert gegen Mitte der Playoffs eine Zweiklassen-Gesellschaft von krassem Zuschnitt: Die New Orleans Saints, die Minnesota Vikings und die Indianapolis Colts repräsentieren die Luxus-Suite. Der Rest wirkt wie ein Haufen zusammengeschüttete Scrabble-Buchstaben, aus dem man so gut wie keine vernünftigen Wahrheiten herausschnitzen kann. Die drei Top-Teams hingegen lassen sich leicht beschreiben: Rund um die hervorragenden Quarterbacks existieren quicklebendige, ideenreiche und zielstrebige Spieler. Die Defensivformationen sind unglaublich schnell zu Fuß unterwegs und kaltblütig.

Und was ist mit den New York Jets, die im letzten Spiel der Divisional Playoff-Runde in San Diego die Chargers demontierten? Die konnten echt froh sein, dass ihnen die Chargers einen Teil der schweren Arbeit abgenommen haben. Die Jets brauchten bis kurz vor Ende der ersten Halbzeit, um ihren allerersten First Down zu erzielen. Der entscheidende Touchdown entsprang einer Interception in der Nähe der Chargers-Endzone – in der Wirkung gedoppelt durch ein albernes Head-Butt-Foul, durch das die Jets noch ein paar wichtige Yards näher ans Ziel heranrücken durften. Und selbst danach hätte es San Diego zumindest in die Verlängerung schaffen können. Aber Kicker Nate Keading hatte heute einen tiefdunklen Tag. Er verschoss im entscheidenden Augenblick aus harmloser Distanz auf trockenem Rasen und ohne irgendwelchen Wind. Vermutlich werden die Jets den Colts in einer Woche das Leben schwer machen. New York hat zwar eine beeindruckende Defensive. Aber selbst wenn die Offensive 17 Punkte gegen die Colts schaffen sollte wie heute gegen die Chargers, wird das nicht reichen. Und viel mehr sind nicht drin.

Allerdings wird einem angesichts der Jets die Football-Saison wenigstens einigermaßen schmackhaft. Denn die straften die sogenannten Fachleute Lügen, von denen sage und schreibe vier im Studio der übertragenden Network CBS herumsitzen (auch Fox hat vier dieser Bauchredner im Einsatz). Alle vier erklärten die San Diego Chargers vor der Begegnung zum Sieger. Und alle vier werden wir nächste Woche wiedersehen (Colts gegen die Jets). Solche Leute werden einfach nicht entlassen.

Das Spiel der Woche wird allerdings auf Fox laufen. Mehr als 100 Oktan stecken in der NFC Championship-Begegnung zwischen den Vikings und den Saints im Tank. Die Auseinandersetzung im Superdome in New Orleans ist ein Sahneklecks auf zehn Jahre einer Evolution des Spiels zu einer ungemein schnellen und (vor allem auch) reaktionsschnellen Angelegenheit. Eine Spielkultur, die wirkt wie herausgemeißelt aus den Köpfen genialer Videospiel-Designer, die den Mut hatten, sich Spielzüge auszumalen, bei denen Quarterbacks zentimetergenaue Pässe werfen. Diese NFL sieht neuerdings wie eine Versammlung von Feinmechanikern aus. Gut, dass man das alles inzwischen auf HD serviert bekommt.

1. November 2009

Im dritten Jahr konnte Beckham zeigen, was er kann

David Beckham hat zum ersten Mal im dritten Jahr in den USA das vollbracht, wofür man ihn eigentlich geholt hatte: Los Angeles Galaxy hat sich einen Platz in den Playoffs von Major League Soccer erarbeitet. Die anstehende Aufgabe ist die Auseinandersetzung mit dem Ortsrivalen Chivas USA. Beide Spiele finden im Home Depot Center in Carson statt, dem Heimstadion beider Mannschaften. Für die Playoffs qualifizieren sich acht der 15 Teams. Darunter befindet sich auch Seattle Sounders, die im ersten Jahr mit Kickern wie Kasey Keller im Tor und Freddie Ljungberg im Angriff gleich oben mitspielen konnte. Das Galaxy-Match beginnt in ein paar Minuten auf ESPN 2, während parallel die Rückkehr von Brett Favre nach Green Bay live in der NFL-Berichterstattung abgewickelt wird. Zappen ist angesagt.

Nachtrag: Beide Spiele waren nur halbspannend. Denn Galaxy verplemperte ziemlich schnell mit konzeptlosem Kick die Chance auf einen Sieg (Endstand 2:2, nächste Woche das Rückspiel). Und die Packers sahen nur eine Phase lang in der zweiten Hälfte so aus, als könnten sie Minnesota Angst einjagen. Am Ende deutlicher Sieg für die Vikings (38:26), bei denen nicht nur Favre ein Faktor ist. Die ganze Mannschaft ist stark.

31. Mai 2009

Wenn die andern um den Titel spielen

Dies ist der Basketballspieler, für den Mark Cuban nichts übrig hatte (oder zumindest nicht genug). Und so bemühte er sich nicht um ihn (oder zumindest nicht genug) und überließ ihn den Los Angeles Lakers, wo er zum entscheidenden Puzzle-Stück in einer Mannschaft wurde, die ohne ihn keine Chance auf die NBA-Meisterschaft gehabt hätte.

Dies ist die Würdigung für diesen Basketballspieler aus der Feder von Peter Vecsey von der New York Post, der normalerweise alles und jeden niedermacht.

Dies ist der Spieler, den Mark Cuban dann statt dessen für eine enorme Summe und im Rahmen eines Megatrades nach Dallas holte, weil er sich keinen anderen Rat wusste.

Dies ist die Villa außerhalb von Seattle von einem Free Agent, der sicher gerne nach Dallas gekommen wäre, wenn die Kohle gestimmt hätte. Und dies ist die Mannschaft gegen die der Basketballspieler, von Memphis zu den Lakers ging, in seiner zweiten Finalserie in Folge antreten wird.

Und dies ist die Lage von Mark Cuban: Er denkt darüber nach, ob er seinem teuersten Spieler, der inzwischen stolze 36 Jahre alt ist, einen lukrativen Vertrag anbieten soll. Warum eigentlich nicht? Wer so gerne im Trüben fischt, sollte nicht nur deshalb von seiner Politik abweichen, nur weil die anderen den größeren Fang an Land ziehen.

16. April 2009

Playoff-Zeit

Die Playoffs in der NBA und der NHL finden jedes Frühjahr parallel statt. Aber das heißt auch, dass sich am Anfang immer alles ballt. Auch auf diesem Schreibtisch. Gestern bei den New Jersey Devils ein Gespräch mit Dennis Seidenberg von den Carolina Hurricanes (dazu heute abend im Deutschlandfunk in "Sport aktuell" um 22.50 h etwas mehr). Heute morgen Telefonpressekonferenz mit Dirk Nowitzki. Zum Abschluss der Tabellenrunde am Anfang der Woche habe ich die Konstellation der Mavericks beleuchtet. Dallas konnte sich seitdem doch noch auf den sechsten Platz der Western Conference retten und damit die Chancen auf das Erreichen der zweiten Runde ganz erheblich verbessern. Die San Antonio Spurs (ohne den verletzten Manu Ginobili) sind schlagbar. In der nächsten Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wird es ein weiteres NBA-Thema geben. Um was genau es geht, wird noch nicht verraten.

17. Oktober 2008

Die roten Socken sind nicht kaputtzukriegen

Was für ein Fehler: Nachdem Tampa Bay in Fenway Park im siebten Inning mit 7:0 in Führung ging, sind die ersten Fans aus dem Stadion abgewandert. Und ich habe auf die Politkanäle und danach auf Jon Stewart umgeschaltet. Andern Tags wacht man auf und muss lesen: Die Boston Red Sox haben das Ding im fünften Spiel der Serie um die American League Championship doch noch umgedreht und mit 8:7 gewonnen. Es ist kein Trost, dass Kollegen schreiben, das sei eines der unwahrscheinlichsten Resultate aller Zeiten gewesen. Denn tatsächlich möchte man solche Sachverhalte schon gerne so live wie möglich erleben und nicht erst Stunden später aus den Beschreibungen anderer Leute zusammenklauben. Die Serie, die schon zu Ende schien, geht also weiter: Das sechste Spiel ist am Sonntag in St. Petersburg.

8. Juni 2008

NBA-Finalserie: Nostalgie plus Star-Power

Natürlich gab es in den letzten Tagen ein paar Dinge zu der Finalserie der NBA zwischen den Lakers und den Celtics zu sagen. Hier zwei Ausschnitte aus Texten für die FAZ – beide liefen in der gedruckten Ausgabe, wurden aber nicht online berücksichtigt. Heute abend gibt es Spiel Nummer zwei in der Serie, die nach einer Simulation mit NBA Live 09 in sieben Begegnungen an die Lakers gehen wird. Bill Russell hat Kelvin Garnett fürs Fernsehen (ESPN)neulich schon mal vorsorglich getröstet ("You're my favorite player to watch. And you never disappointed me.")


Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
von heute, 8. Juni

"Von dem alten Kontrast im Spielstil der beiden Teams ist nichts geblieben. Die Lakers waren mit ihrer Showtime-Offensive und ihrem Hollywood-Publikum stets auf Entertainment bedacht, während die Celtics eher nüchtern und eckig spielten. Trotzdem etikettieren viele Beobachter die herbeigesehnte Finalserie als Neuauflage der alten Rivalität. Die Sentimentalität zeigt Wirkung. Nachdem die Liga in den letzten Jahren, in denen die San Antonio Spurs regelmäßig mit ihrem methodischen Basketball den Goldpokal holten und die Einschaltquoten massiv absackten, machte allein die Aussicht auf eine Lakers-Celtics-Serie in den ersten Play-off-Runden Millionen von Zuschauern neugierig. Im Vergleich zum vergangenen Jahr stiegen die Zahlen um mehr als zwanzig Prozent. Der Trend nach oben dürfte nicht nur an der Grundkonstellation liegen - eine Best-of-seven-Serie zwischen zwei populären Mannschaften von der West- und der Ostküste - und auch nicht an den nostalgischen Erinnerungen der älteren Fans. Der größte Reiz besteht in den Protagonisten auf dem Spielfeld. Da ist auf der einen Seite Kobe Bryant, der unbestritten populärste Spieler der NBA, der nach einem Sommer, in dem er das Team verlassen wollte, dank der Verpflichtung des Spaniers Pau Gasol einen erstklassigen Nebenmann erhalten hat und zum Führungsspieler gereift ist.

Auf der anderen Seite: Kevin Garnett, der beste Allround-Spieler in der NBA, der nach Art eines braven Kärrners jahrelang in Minneapolis seine Mitspieler mitschleppte, ohne auch nur je in die Nähe eines Titels gekommen zu sein. Sein Wechsel nach Boston war die spektakulärste Spielertauschaktion der vergangenen zwanzig Jahre. Eingerahmt wird der defensivstarke Reboundspezialist von den beiden erfahrenen und wurfstarken Mannschaftskameraden Ray Allen und Paul Pierce, die ebenfalls noch nie ihr ganzes Können zeigen konnten, weil sie noch nie im Finale standen."

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 5. Juni

"... anders als Bryant, der in seiner Karriere bereits dreimal Meister war, haben die drei sich und ihren Fans noch eine Menge zu beweisen.Wie viel, das können sie jeden Abend beim Blick hinauf unter die Decke der Halle sehen. Da oben hängen, schön ordentlich aufgereiht, wie Wäsche auf der Leine, jede Menge Stofftücher. Auf einigen steht jeweils das Jahr, in dem die Celtics in der 62-jährigen Geschichte der NBA Meister wurden - 16 Mal, so viel wie kein anderes Team. Die anderen tragen die Namen ehemaliger Spieler, deren Rückennummer aus Respekt vor ihrer Leistung offiziell aus dem Verkehr gezogen wurde.

Keine Mannschaft hat im Laufe der Jahre auf diese Weise so viele Profis geehrt wie die Boston Celtics. Von 00 bis 35 wurde so gut wie jede Zahl zu den Akten gelegt. Als vor sechzehn Jahren die 33 von Larry Bird in einer speziellen Feierstunde unters Dach gehievt wurde, hatte kaum jemand gedacht, dass der Traditionsklub, sportlich gesehen, am Ende der Fahnenstange angekommen sei. Man rechnete mit ein paar Jahren des Wiederaufbaus, um rasch an die Glanzzeiten anzuknüpfen. Doch daraus wurde nichts. Mit dem Abgang von "Larry Legend" begann in Boston eine lange Durststrecke.

Dass die in diesem Winter endlich zu Ende ging, liegt nicht nur an Kevin Garnett, der mit der 5 eine der wenigen niedrigen Nummern trägt, die die Celtics noch frei haben. Es liegt auch an Kevin McHale, dessen 32 ebenfalls unter Decke hängt. Der ist heute Manager der Minnesota Timberwolves und bot in dieser Funktion im letzten Sommer seinem alten Klub das Kernstück für eine neue Ära an. Jenen All-Star Kevin Garnett nämlich, dessen Karriere unter McHales Aufsicht eher bescheiden verlaufen war."

6. April 2008

Man nennt es: Turmwochen

Es wird deutlich schwieriger, die regelmäßigen Besucher dieses Schaufensters zu entertainen, wenn sich die Arbeit türmt. Und die letzte Woche war solch eine Turmwoche, in der eine ganze Reihe von guten Themen und Geschichten umgesetzt werden mussten. Manchmal sogar im Eiltempo. Kaum ist die Woche um und kaum ist der Beitrag über Doping, BALCO, das Urteil gegen Tammy Thomas wegen Meineid und den Ermittler Jeff Novitzky im Deutschlandfunk gelaufen, geht es auch schon weiter. Für American Arena bleibt da meistens nur noch wenig Zeit. Nicht mal, um auf solche Abhandlungen hinzuweisen wie die über die Pläne und Konzepte der NBA, die mit einer Ausdehnung nach Europa liebäugelt, aber von einem Optimismus getrieben werden, der jeder Grundlage entbehrt. Die FAZ wird Anfang der Woche - rechtzeitig vor den Playoffs der NHL eine Geschichte über Christoph Schubert und sein komisches Los in Ottawa bringen.

Die Senators haben sich qualifiziert, dürften aber in der ersten Runde nur dann eine Chance haben, wenn sie - ohne den verletzten Kapitän Daniel Alfredsson - auf einen müden Gegner treffen. Boston - mit Marco Sturm - hat es übrigens mal wieder in die Playoffs geschafft. Buffalo - mit Jochen Hecht - war nach dem Aderlass vor der letzten Saison zu schwach. Gespannt sein darf man auf die San Jose Sharks mit Christian Ehrhoff und Marcel Goc, die bestechend spielen und Trainer Ron Wilson endlich den Pott bringen sollen, den er als Spieler nicht gewonnen hat. Wir werden wenigstens immer wieder ein Auge darauf werfen. Versprochen.

28. März 2008

Liga gibt Cuban contra

Mark Cuban, der selbst ernannte Chefideologe in allen Fragen der neuen Medien, der neuen Basketballwelt und aller restlicher Fragen, die man ihm stellt, darf in der NBA noch immer nicht alles das machen, was er möchte. Neulich hat er die Blogger aus der Umkleidekabine der Mavericks hinausgescheucht (um ehrlich zu sein: es war einer). Nun hat die Liga in New York den Sachverhalt aufgegriffen und entschieden: So geht das nicht. Wie reagiert Cuban? Gagamäßig. Jetzt will er, dass alle Blogger kommen. Er möchte nämlich belegen, dass dann plötzlich genau das passiert, was er prophezeite, als er den einen Blogger aussperrte: Dass in der Kabine nicht genug Platz für alle ist. In dieser Saison müssen wir allerdings nicht mehr mit viel Andrang rechnen. Die Mavericks sind dabei, sich aus den Playoffs hinauszuspielen. Die Niederlage am Donnerstag in Denver gegen einen der zwei Rivalen um Platz 8 der Conference-Tabelle war bezeichnend. In der ersten Hälfte war das Fehlen von Dirk Nowitzki überhaupt kein Problem. Die Mannschaft spielte schnell. Jason Kidd traf endlich mal den Korb und schwuppidiwupp hatte Dallas eine Führung von 70:60 herausgespielt. Das war der Halbzeitstand (fast so wie in den alten Zeiten, als Nellie noch am Ruder war). Aber für ein ganzes Match reichte die Energie nicht. Und so ging die Partie verloren. Und zwar deutlich genug. Samstag gibt es die nächste Abreibung - gegen die Golden State Warriors.

14. Januar 2008

Es liegt am Kollen

Manchmal möchte man einfach ein neues Wort erfinden, weil man mit den existierenden Begriffen nicht ausdrücken kann, was man sagen will. Der Playoff-Sonntag gestern in der NFL zum Beispiel - der schreit danach. Wie soll man schließlich erklären, dass mit den Indianapolis Colts und den Dallas Cowboys gleich zwei Favoriten vor eigenem Publikum ausgeschieden sind? Und wie, dass sie das beide auf ähnliche Weise hinbekommen haben - durch das Versieben von zahlreichen Chancen im letzten Spielabschnitt? Denn sie waren beide wirklich nicht die schlechteren Mannschaften.

Ich sage: es liegt am Kollen. Komisches Wort, sicher. Aber man wird sich daran gewöhnen. Kollen ist so etwas wie die Schnittmenge aus Wollen und Können. Ist die Essenz aus der antrainierten athletischen Fähigkeit und der mentalen Kraft, im entscheidenden Moment das richtige zu tun. Dass die Colts nicht immer kollen, war ja eigentlich bekannt. Man hatte es nur nach dem Super-Bowl-Erfolg im letzten Jahr schlichtweg vergessen. Aber jetzt fällt einem das wieder ein: dass Tony Dungy immer so an der Seitenlinie steht, als wisse er nicht weiter, und dass Peyton Manning die Bälle streut, als spiele er in einer Fata Morgana - das gab's früher dauernd. Und nun war es wieder da. Gegen die San Diego Chargers, deren bester Mann, Running Back LaDainian Tomlinson, über weite Strecken genauso ausfiel wie Stamm-Quarterback Philip Rivers. Und gegen einen Coach wie Norv Turner, der noch nie gekollt hat und dies auch nächste Woche gegen die New England Patriots dokumentieren wird.

Zu Dallas fällt einem auch eine Menge ein, sobald man mal das richtige Wort gefunden hat. Kollen hieße, die Finger von einer Trutsche wie Jessica Simpson zu lassen und sich damit den ganzen Gossip-Trubel zu ersparen. Kollen hieße eine Angriffsgestaltung zu betreiben, bei der man nicht ausgerechnet dann mit dem Ball Richtung eigene Endzone rennt, wenn man plant, den Ball festzuhalten (Sack mit Verlust von ganz vielen Yards), ihn aber dann ins Aus zu werfen, wenn man sich noch in der Pocket befindet (Intentional Grounding, also Strafe). Wade Phillips, der Trainer hat das Kollen auch nicht gelernt, sonst würde er im entscheidenden Moment andere Spielzüge bestellen (siehe auch Kommentar von freddy7 bei allesaussersport, wo dogfood beide Spiele mitgebloggt hat).

Nun fliegen also die Chargers nach Boston und die Giants nach Green Bay und ermitteln in den Conference Finals die zwei Teilnehmer für den Super Bowl. Alles andere als Pats gegen Packers wäre eine Sensation. Denn die zwei Mannschaften sind jene, die die ganze Saison über gezeigt haben, dass sie kollen.

P.S.: Terrell Owens, der einst mit Tatütata ins Krankenhaus gebracht wurde, weil seine Assistentin glaubte, er wolle sich mit einer Überdosis Tabletten das Leben nehmen, hat die Niederlage und den Simpson-Faktor sehr persönlich genommen. Ihm sind nach dem Spiel die Tränen gekommen. Extrem sehenswert.

12. Januar 2008

Es kann schon sein...

...dass der Chef vom Madison Square Garden doch noch die Geduld verliert, die er bisher mit Isiah Thomas in seiner Rolle als Manager und Trainer der New York Knicks hatte. Bloss wann?

...Dirk Nowitzki nie wieder Trompete spielt, vielleicht auch nie wieder wieder Scottie Pippen als Arschloch bezeichnet und nie wieder eine ausführliche Fernsehdokumentation mit einem Sender in Europa dreht, in der er soviel von seiner privaten Seite zeigt. Denn dieser Beitrag auf arte (auf YouTube in sieben Teilen) ist bereits vier Jahre alt. Und wenn überhaupt, dann ist er mit zunehmendem Erfolg noch zugeknöpfter geworden. Aber damals mit Till Brönner war das noch ganz anders (via Ball in Europe).

...dass Marion Jones demnächst als Zeugin der Anklage gegen ihren alten Trainer Trevor Graham aussagen wird. Weil ihr Prozess am Freitag mit einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten zu Ende ging, kann sie nicht mehr ihre Kooperation verweigern. Mehr über den Urteilsspruch morgen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

...dass Brett Favre noch eine Saison dranhängt. Mit 38 Jahren. Heute spielt er erst mal gegen seinen Ex-Coach Mike Holmgren und die Seahawks. Playoff-Time in der NFL. Wir sind gespannt.

...dass Glen Rice einfach zu keiner anderen Reaktion fähig war, als er den Geliebten seiner Gattin in einem Kleiderschrank vorfand. Obwohl: Es gibt da so einen Besitzstandskomplex, der durch zuviel Testosteron eher schlimmer wird. Dann zählt auch nicht mehr, dass man selbst und die Gattin ein ziemlich abgearbeitetes Verhältnis haben, das Richtung Scheidung driftet. Der Bericht sagt, dass der Mann ins Krankenhaus musste, wo eine Wunde, die ihm der ehemalige Basketballprofi zugefügt hatte, mit neun Stichen genäht werden musste. Schlecht für Rice. Das nennt man Körperverletzung. Und es ist strafbar.

...dass es keine bessere Lösung gab, als die letzten 51,8 Sekunden des Spiels Miami Heat gegen die Atlanta Hawks noch einmal neu zu spielen. Die Fehlentscheidung in Sachen Shaquille O'Neal, der fälschlicherweise wegen zu vieler Fouls gegen Ende des Matches in die Kabine geschickt wurde, war schließlich von einer spielentscheidenden Bedeutung. Es kann aber auch sein, dass einem unsereins diese dauernden Live-Übertragungen mit den Miami Heat im Fernsehen langsam zum Hals raushängen. Gestern war es das Match gegen die New Orleans Hornets. Kann nicht jemand mal den Programmplanern sagen, das es kaum eine Mannschaft in der NBA gibt, die schlechter spielt? Und dass wir gerne mal die Portland TrailBlazers sehen würden? Oder genießen die auch nach ihrer jüngsten Bilanz - 17 Siege in 19 Spielen im Dezember und Januar - noch immer keinen Respekt?

10. Januar 2008

NFL: Heimmannschaften sind favorisiert

Hinweis: Für die Samstagausgabe der FAZ ist eine Geschichte über Brett Favre geplant. Die Green Bay Packers spielen schließlich am Nachmittag zu Hause gegen die Seattle Seahawks um den Einzug ins Conference Final der NFC. Abends gibt es bei den New England Patriots in Foxboro die Begegnung gegen die Jacksonville Jaguars. Die anderen beiden Auseinandersetzungen - Indianapolis Colts gegen San Diego Chargers und Dallas Cowboys gegen die New York Giants finden am Sonntag statt. Der Trend bei den Wettern ist simpel: Alle Heimmannschaften gelten als Favorit.

Nachtrag: Es gibt Leute, die glauben, dass Favre mit seinen 38 Jahren noch ein Jahr dran hängt. Um all die Bestmarken weiter hochzuschrauben? Weil ihm langweilig ist? Weil die beiden Töchter das gut finden?

6. Januar 2008

Die Packers und das Brautpaar

Die kuriosen Nachrichten aus Wisconsin rund um die Green Bay Packers brechen nicht ab. Wahrscheinlich weil die kuriose Wiederauferstehung der Mannschaft und vor allem ihres Quarterbacks Brett Favre nicht enden will. Haben wir hier den Grundstein einer neuen Religion? Oder handelt es sich nur um ganz normale Packeritis, Packermania, Packerlogie? Wahrscheinlich das letztere. Denn die Kirche im Dorf zum Beispiel gibt den Packer-Fans zwar ihren Segen, aber (noch) nicht den ganzen Parkplatz. Den hatte sie nämlich vor elf Monaten eigentlich dem jungen Brautpaar Beth Zaidel und Luke Beno versprochen, die den 12. Januar ausgewählt hatten, um sich in der Nativity of Our Lord Catholic Church das Ja-Wort zu geben. Und dann sowas: Auf einmal kam der Spielplan der NFL dazwischen und die konstant gute Leistung der Mannschaft und die Tatsache, dass die besagte Kirche nur vier Blocks von Lambeau Field (Bild oben, wie man sieht, gut beschützt von der Air Force) entfernt steht, der größten Kathedrale von Green Bay, und bei Heimspielen immer ihre Parkflächen bereit hält (wir tippen mal, dass die Kollekte sehr attraktiv ist). Und nun muss man jonglieren.

Wenn die Hochzeitsgäste pünktlich sein wollen, müssen sie vermutlich Stunden eher los fahren, um durch das Verkehrsgewühl durchzukommen. Aber das ist noch nicht alles. Für die anschließende Feier, zu der 300 Leute eingeladen sind, wurde plötzlich ein riesiger Plasma-Bildschirm benötigt. Ohne den würden die Gäste vermutlich gleich zu Hause bleiben.

Übrigens: die Favres sind auch Katholiken und behaupten, dass ihr Glaube viel mit seinem Erfolg und ihrer Ehe zu tun hat. Benedikt? Hast du da deine Finger im Spiel?

5. Januar 2008

NFL: Die ersten Wild-Card-Spiele machen Lust auf mehr

Zwei richtig gute Playoff-Spiele zum Auftakt der K.O.-Runde in der NFL machen Lust auf mehr. Die 14:35-Niederlage der Washington Redskins in Seattle wirkt klarer, als sie war. Die Mannschaft fand durchaus Mittel und Wege gegen die unglaublich schnelle und athletische Verteidigung der Seahawks und schaffte zwischendurch die Führung mit 14:13. Am Ende waren die Interceptions, die Quarterback Todd Collins warf, nicht wett zu machen. Der einzige Redskin, der in diesem Jahr noch mit von der Partie ist: Der tote Safety Sean Taylor, dessen Rückennummer alle Spieler auf dem Helm tragen. Ob er heute als der Top-Mann der Mannschaft der Begegnung einen anderen Dreh gegeben hätte? Wohl kaum. Die Offensivleistung war das Problem. Seattle spielt am kommenden Wochenende in Green Bay. Die Konstellation hat zumindest eine pikante Note: Seahawks-Coach Mike Holmgren hat bei den Packers deren letzten Super-Bowl-Sieg bewerkstelligt und sicher noch heute dort, wenn man ihm so viel Macht und Einfluss gegeben hätte wie in Seattle.

Rasierklingenscharf ging es in Pittsburgh zu, wo der Rasen mal ausnahmsweise trotz des schlechten Wetters halbwegs hielt und nicht zum Faktor wurde. Das vierte Viertel war großartig, rasant und spannend, weil die Steelers einen 18-Punkte-Rückstand aufholten und knapp drei Minuten vor Schluss zum 29:28 in Führung gingen. Die Jacksonville Jaguars hatten zu dem Zeitpunkt durchaus genug Zeit, um die Line of Scrimmage in den Field-Goal-nahen Bereich zu schieben. Aber wenn nicht Quarterback David Garrard bei einem 4th Down alles auf eine Karte gesetzt und mit dem Ball unterm Arm nach vorne gestampft wäre, hätte sich die Chance beizeiten erledigt. Die Quarterback-Entdeckung des Jahres legte nicht nur die zwei Yards zurück, die er brauchte, um seiner Mannschaft den Ballbesitz zu erhalten. Er schleppte das Ei fast unwiderstehlich über 32 Yards nach vorne und schlug dabei auf seinen riesigen Oberschenkel-Tröten noch einen wirkungsvollen Haken. Wenige Spielzüge machten die Jaguars mit eine Field Goal zum 31:29 den Sack zu.

Ihr Gegner in einer Woche steht noch nicht fest. Der hängt davon ab, wer am Sonntag im zweiten Wild-Card-Spiel der AFC gewinnt: die San Diego Chargers oder die Tennessee Titans. Leichter wird's auf keinen Fall. Denn es sind entweder die Indianapolis Colts oder die New England Patriots.

2. Oktober 2007

Der Klingelbeutel: Wer sieht schon gerne seine Ex im Kino?

Nachdem die acht Kandidaten ausgesiebt sind, wird Baseball in den nächsten Wochen in den USA Partygesprächsstoff sein. Das verursacht vor allem jenen Leuten Probleme, die die monatelange dahinplätschernde Saison nicht verfolgt haben und sich jetzt überhaupt keine Ahnung haben, worin der Kitzel der Neuauflage 2007 dieses Herbstklassikers besteht. Zum Glück gibt es Autoren, die so etwas kommen sehen. Und die setzen sich dann hin und schreiben kleine Spickzettel wie diesen: "How to fake your way through the 2007 postseason". Man sollte die Links benutzen. Dahinter verbergen sich reizvolle kleine Dinge wie in einem Adventskalender. Übrigens: Major League Baseball hat erneut einen Zuschauerrekord für die reguläre Saison aufgestellt. Fast 80 Millionen Besucher haben die Spiele gesehen. Wenn man bedenkt, wie schwach der Zuspruch in Washington und Florida ist, wirkt der Zuwachs noch verblüffender. Genauso beachtlich wie der Schnitt der New York Yankees von 52.729 pro Heimspiel - eine neue Bestmarke in der American League.

Quarterback Tom Brady hat Macht mit dem Exponenten n. Zumindest im Mannschaftsflugzeug. Dort ließ er auf dem Trip zum Spiel gegen die Cinicinnati Bengals einen Film vom Fernsehschirm verbannen (The Recruit, 2003), weil seine Ex-Freundin Bridget Moynahan in dem Streifen eine Rolle neben Al Pacino spielt. Die Dame kam soeben mit dem Sohn der beiden nieder (Foto). Brady mag es wohl nicht, wenn ihn seine Vergangenheit einholt. Es reicht ja schon, dass ihm ständig irgendwelche Fotografen auf den Socken stehen, wenn er mit Giselle Bündchen spazieren geht.

Der nächste Open-Wheeler sucht sein Heil in der NASCAR-Serie um den Nextel-Cup (ab nächstem Jahr heißt er Sprint-Cup). Nach Juan Pablo Montoya nun Jacques Villeneuve. Der erste Auftritt vor großem Publikum des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters findet am kommenden Sonntag in Talladega statt. Ein paar Leute sind nölig. Villeneuve eher vorsichtig. Der übliche Tanz um die entscheidenden Fragen - warum vollzieht einer den Wechsel und hat er's drauf? - kann man hier nachlesen. Villeneuves Wagen? Ein Toyota. Die Musik aus dessen Auspuff wird anders klingen als die, der Kanadier in diesem Jahr auf einer CD veröffentlicht hat.

Kellerkinder machen Party

Nach sechs Monaten Baseball und tausenden von Spielen (wirklich!!) steht endlich fest, welche acht Mannschaften sich um die World Series-Trophäe balgen. Dabei musste in der Frage, welche Mannschaft qualifiziert sich für die Playoffs der National League, ein einziges Match entscheiden. Die Entscheidungsbataille zwischen den Colorado Rockies und den San Diego Padres wurde am Montagabend entschieden, während Monday Night Football lief (die New England Patriots verpassten den Cincinnati Bengals eine Packung) und während die US-Armee in der Mammutserie The War auf dem Fernsehkanal PBS noch einmal mit bislang ungenutztem Archivmaterial aus den Nahkampfzonen vor Aachen, auf den Philippinen und in Iwojima auf brutale Weise die entscheidende Phase des Zweiten Weltkriegs vorführte. Während der Ausgang der Football-Begegnung und der des Dokumentarfilms vorhersehbar waren, machten es die Baseballer in Denver wirklich spannend. Sie brauchten 13 Innings und eine fragwürdige Schiedsrichterentscheidung, um einen Sieger zu ermitteln: die Colorado Rockies, die seit 1995 nicht mehr in den Playoffs waren und nun ab Mittwoch in einer Best-of-Five-Serie gegen die Philadelphia Phillies antreten werden. Auch ein Club, bei dem man sich kaum erinnert, wann die zum letzten Mal so gut waren.

Um noch mit 9:8 zu gewinne, mussten die Rockies im 13. Inning drei Runs einfahren, nachdem die Padres, als sie am Schlag waren, eine Führung von zwei Runs vorgelegt hatten. Fernsehwiederholungen machten deutlich, dass der entscheidende Run keiner war. Rookies-Spieler Matt Holliday berührte nicht die Home Plate, als sich ihm am Ende eines Wettlauf mit einer Ballstaffette aus dem Outfield Padres-Catcher Michael Barrett mit dem Ball im Handschuh in den Weg stellte. Holliday landete dabei mit dem Kopf voran im Sand und zog sich eine hübsche Kinnwunde zu. In typischer Profi-scheiß-egal-Manier akzeptieren die Rookies den Erfolg und ließen sich von ihren Fans feiern. Die Denver Post sprach von Magie. Wie wär's mit einem Wort wie Blindheit?

In der anderen Playoff-Serie in der National League treffen die Chicago Cubs in Phoenix auf die Arizona Diamondbacks. In der American League haben wir die Los Angeles Angels of Anaheim gegen die Boston Red Sox und die New York Yankees gegen die Cleveland Indians. Mehr aktuelle Infos zum US-Baseball findet man bei Philipp Würfel und seinem Blog MLB Saison 2007.

5. Juni 2007

Alle, die mit uns auf Kaperfahrt gehen, müssen Männer mit Bärten sein...

Die Ottawa Senators haben nicht das Zeug zum Stanley-Cup-Sieger. Das konnte man in den ersten vier Spielen der Serie deutlich genug erkennen. Am Montag war es ganz besonders grausam. Da fehlte den Anaheim Mighty Ducks wegen einer Spielsperre Chris Pronger, einer ihrer besten Verteidiger, und trotzdem wirkten die Burschen aus der kanadischen Hauptstadt meistens klar schwächer. Körperlich schwächer und aufgrund mangelender Energiereserven auch mental und stocktechnisch schwächer. Das ist schade für den Münchner/Straubinger Christoph Schubert, der eine hervorragende Saison gespielt und die ihm zugeteilte Rolle als umgeschulter Angreifer im vierten Sturm sehr gut gelöst hat. Was den Senators auf gar keinen Fall hilft, sind ihre Playoff-Bärte, die sie natürlich genauso tragen wie die Mighty Ducks. Seit dreißig Jahren machen Eishockey-Profis das schon und hören nach dem Ende der Tabellenrunde mit dem Rasieren auf. Eine Form von Aberglauben, die längst ihren tieferen Sinn eingebüßt hat und nur noch lächerlich wirkt.

Zu den Ottawa Senators gab es am Montag in der Printausgabe er FAZ einen Beitrag von dieser Stelle aus. Kernzitat (mit leicht hellseherischen Andeutungen):
"Aber selbst eine Zwangspause von einem Match für Pronger wird den Senators nicht genügen, um der ruppigsten Mannschaft der gesamten Saison, die die meisten Strafminuten auf dem Konto hat, den Cup streitig zu machen. Ottawas Probleme manifestieren sich meistens dann, wenn das Team mit einem oder sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis Chancen herausarbeiten soll. Gegen die geschickte Verteidigung der Mighty Ducks findet sich kaum mal für Sekundenbruchteile eine Lücke für einen Schlagschuss aufs Tor."
Zum Thema Bärte und vor allem zu dem zunehmenden Angebot an Barbieren in den USA, die einem eine perfekte Nassrasur verabreichen, gab es neulich ebenfalls einen Text. Der lief zuerst in der Zeitschrift Capital und später in der Sonntagsausgabe der Südostschweiz, einer Zeitung, die in Chur herausgegeben wird. Dort kann man die Online-Version zwar auch nur lesen, wenn man sich die pdf-Datei herunterlädt. Aber es soll ja Menschen geben, die sich für ein Thema derart intensiv interessieren, dass sie das in Kauf nehmen.

21. April 2007

NHL: Die Jungs vom D-A-CH-Verband sind weiter

Die gesamte Garde aus dem D-A-CH-Verband, die in der ersten Runde der NHL-Playoffs im Einsatz war, ist weitergekommen: Sowohl Ehrhoff und Goc in San Jose (4:1 gegen die Nashville Predators) , Schubert und Gerber in Ottawa (4:1 gegen die Pittsburgh Penguins), Hecht und Vanek in Buffalo (4:1 gegen die New York Islanders) und Pöck bei den New York Rangers (4:0 gegen die Atlanta Thrashers) können sich geistig auf den nächsten Gegner einstimmen. Die ruhigste Kugel schiebt Martin Gerber bei den Senators. Der Schweizer Nationaltorhüter war zu Beginn der Saison von Stanley-Cup-Gewinner Carolina Hurricanes als die nominelle Nummer eins gekommen und hatte ein fürstliches Salär von 3,7 Millionen Dollar im Jahr ausgehandelt. Er stand jedoch im Laufe der Saison nur 29mal zwischen den Metallstangen und muss damit als wahrer Krösus angesehen werden: rund 78.000 Dollar pro Einsatz ist wahrlich kein schlechter Lohn. Wenn sich Ray Emory nicht verletzt, wird er auch diesmal nur die Playoffs nur von draußen erleben - wie schon mit Anaheim und mit Carolina.

20. April 2007

Don gegen Dirk - ein besonderer Hinweis

Morgen in der gedruckten Ausgabe der FAZ und jetzt schon hier auf faz.net: die ausführliche Einstimmung auf die interessanteste Auseinandersetzung in der ersten Playoff-Runde der NBA. Dirk Nowitzki trifft auf seinen ehemaligen Förderer Don Nelson, den Mann, der auch noch an den Deutschen glaubte, obwohl zwischendurch bereits sein Stuhl wackelte, weil Dirk am Anfang seiner Zeit in Dallas weitaus weniger gut spielte als erhofft. Damals fing sich Nowitzki den Spitznamen "Irk" ein ("there is no D in Dirk"). Das erste Match in der Best-of-Seven-Serie zwischen den Mavericks (Nummer eins der Western Conference) und den Golden State Warriors (Nummer acht) findet am Sonntagabend (Ortszeit) in Dallas statt. Hier alle Ansetzungen der Serie:
Spiel 1: in Dallas
Sonntag, 22. April - 21.30 Uhr (Eastern Standard Time)
Spiel 2: in Dallas
Mittwoch, 25. April - 21.30 Uhr (Eastern Standard Time)
Spiel 3: in Golden State
Freitag, 27. April - 22.30 Uhr (Eastern Standard Time)
Spiel 4: in Golden State
Sonntag 29. April - 22.00 Uhr (Eastern Standard Time)
Spiel 5 (falls notwendig): in Dallas
Dienstag, 1. Mai
Spiel 6 (falls notwendig): in Golden State
Donnerstag, 3. Mai
Spiel 7 (falls notwendig): in Dallas
Samstag, 5. Mai

5. Januar 2007

Wie Dr. Z rechnet: Eine Wild-Card-Betrachtung

Das kuriose an den Vorhersagen sogenannter Experten vor einem Football-Wochenende sind nicht die Begründungen. Die klingen immer plausibel oder gegen den Strich oder beides. Das verrückte sind die ganz konkreten Ergebnisprognosen. Angesichts so vieler Punktsammel-Möglichkeiten wie Touchdown (6), Point after (1), Field Goal (3), Safety (2), Two-Point-Conversion (2) scheint es absurd, ein Resultat wie dieses an die Tafel zu schreiben: 23:20. Damit hat sich der seit Jahrzehnten hoch angesehene Dr. Z. (bürgerlich: Paul Zimmerman) von Sports Illustrated in der Expertenrunde der offiziellen SI-Webseite verewigt. Seine Gedanken zum Match zwischen den Dallas Cowboys und Seattle Seahawks sind eher spärlich und enthüllen nur, dass er den Gästen aus Texas den Sieg zubilligt, weil er denkt, dass deren Quarterback Tony Romo das Ding in feindlicher Umgebung schon schaukeln wird. Aber wie würde Dallas diese 23 Punkte zusammenharken? Vielleicht so: Zwei Touchdowns plus Points After (14) und drei Field Goals (9) - das spräche eher für eine schwache Offensivleistung. Und ganz nebenbei: Die Cowboys haben keinen herausragenden Kicker: Den richtig guten haben sie rausgeworfen, weil er dann doch nicht so gut war wie erhofft. Und sein Ersatzmann Martin Grammatica ist bei allem von jenseits der 40 Yards ein Wackelkandidat. Um aber ein Field Goal von weniger als 40 Yards treten zu können, muss die Offensivformation den Ball noch ein gutes Stück näher an die Endzone herangeschleppt haben, weil die Torstangen hinter der Endzone stehen. Und zwar dreimal. Das trauen wir Tony Romo zu? Das Bild in Sachen Special Teams bei den Cowboys ist übrigens verheerend (wenn man die Auswertung der Spielstatistiken zu Grunde legt, wie dies von der Webseite Football Outsiders betrieben wird.

Wiederum: Weshalb sollten die Cowboys NICHT gewinnen? Zum Beispiel durch Interceptions, die zum Touchdown führen. Und warum sollten sie nicht mit einem Vorsprung von drei Punkten gewinnen? Nicht ausgeschlossen. Aber es wäre besser, das auch so bei der Prognose auszudrücken: Ganz genauso wie das die Wetter in Las Vegas tun, die die Punktdifferenz um Maß der Dinge machen und nicht ihre seherischen Fähigkeiten in Sachen Score. Bei den meisten Buchmachern würde man mit Dr. Z.'s Prognose ganz gut Geld machen. Die haben die Cowboys als Außenseiter vorgemerkt. Mit einem Punkterückstand von dreien.