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15. Januar 2010
Agent Zero geht mindestens sechs Monate ins Gefängnis
Gilbert Arenas wird ins Gefängnis gehen müssen. Das ist die Konsequenz eines Schuldgeständnisses, das er am Freitag vor Gericht in Washington abgelegt hat. Zum Strafmaß wird noch spekuliert. Aber unter sechs Monaten Freiheitszentzug gibt's für diese Verstöße gegen das Waffengesetz nichts. Das ist die Unterkante. Täter in schwereren Fällen erhalten bis zu fünf Jahren. Die nächste Frage: Werden sich die Wizards auf den Rahmentarifvertrag berufen und den mit insgesamt 111 Millionen Dollar bestens dotierten Vertrag aufkündigen? Ein Experte in einem Online-Chat der Washington Post wusste zu diesem Thema zumindest so viel: "Obwohl der Text auf Arenas Handlungsweise anwendbar scheint, hat noch keine Mannschaft die Klausel 16 [des Vertrags] erfolgreich umsetzen können. Zwei kleine Beispiele: Die Warriores habe das mit Latrell Srrewell versucht, nachdem er seinen Trainer gewürgt hatte. Ein Schiedsgericht entschied, dass das Verhalten war schrecklich sei, aber nicht notwendigerweise schwer genug, um seinen Vertrag aufzulösen. Das andere Beispiel war Vin Baker und die Celtics. Die Celtics haben ihm am Ende zu einem Buyout überredet, bei dem er ungefähr die Hälfte des Geldes erhielt, das ihm andernfalls im Rahmen seines Vertrages zustand. "
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Der Klingbeutel: Kugeldumm
Ein sehr ordentliches Stück Journalismus am Rand des Sportgeschehens kann man seit heute auf der Seite des amerikanischen GQ lesen (The Dirtiest Player geschrieben von Jason Fagone). ESPN hat gleich nachgelegt. Mit dem Interview des Mannes, der den ehemaligen Football-Profi Marvin Harrison (Indianapolis Colts) beschuldigt hatte, auf ihn geschossen zu haben. Mit einem Mann, der nicht mehr lebt, weil er ebenfalls erschossen wurde. Schauplatz der Geschichte, eines der schlimmeren Viertel von Philadelphia. Nebenschauplatz: Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Sache bisher allzu unmotiviert vorangetrieben. Jetzt wird womöglich das FBI mit einsteigen. Für Harrison sieht es nicht gut aus. Denn seine bisherigen Aussagen beim Verhör passen einfach nicht zusammen. Und eine Pistole, die ihm gehört, konnte mit Hilfe der Ballistik als ein Tatwerkzeug identifziert werden. Natürlich bestreitet Harrison, geschossen zu haben. Aber das heißt ja nicht, dass er es nicht trotzdem getan hat.
• Ein paar Kilometer weiter südlich hat die Staatsanwaltschaft hingegen reagiert. Und das obwohl keine Kugeln gefeuert wurden. Und obwohl niemand zu schaden kam. Die strengen Waffengesetze in Washington D.C. machen's möglich. Über dem Kopf von Gilbert Arenas hängt damit das Damokles-Schwert einer Gefängnisstrafe. Der erste Termin im Rahmen des Strafverfahrens steht für den heutigen Freitag an.
• Ein paar Kilometer weiter südlich hat die Staatsanwaltschaft hingegen reagiert. Und das obwohl keine Kugeln gefeuert wurden. Und obwohl niemand zu schaden kam. Die strengen Waffengesetze in Washington D.C. machen's möglich. Über dem Kopf von Gilbert Arenas hängt damit das Damokles-Schwert einer Gefängnisstrafe. Der erste Termin im Rahmen des Strafverfahrens steht für den heutigen Freitag an.
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13. Januar 2010
Agent Zero hat nichts mehr zu lachen
Mit ein bisschen Verspätung. Dafür etwas gründlicher: Die Causa Gilbert Arenas, der nach einem ironisch gemeinten Auftritt neulich vor einem Spiel der Washington Wizards auf unbestimmte Zeit von NBA Commissioner David Stern gesperrt wurde. Der Artikel in der FAZ geht auch auf den Spannungszustand zwischen dem antiautoritären Aufbegehren junger Sportler ein, die sich über die Konsequenzen ihres Tuns nicht im Klaren sind, und einem paternalistischen Groß-Wesir, der nervös über alles wacht, was dem sauberen Image der Liga schaden könnte. Die Liste dessen, was in der NBA alles nicht erlaubt ist, ist ellenlang. Allerdings gehört auch das Waffentragen in einer Halle (oder im Mannschaftsbus) dazu. So steht es im Tarifvertrag, den sich die Spieler vermutlich nur selten genau genug anschauen. Sehr zu empfehlen zum selben Thema: Die ausführliche Kritik an Stern, die Tom Scocca in Slate formuliert. Untertitel: "Weshalb sich David Stern schlimmer benimmt als Gilbert Arenas". Kernaussage: "Waffengewalt ist ernst. Aber Gilbert Arenas ist nicht Waffengewalt. Wenn die letzten Berichte stimmen, war er unbewaffnet, der jemand anderem vorschlug, er könne ihn mit einer ungeladenen Waffe erschießen. Das war dumm und möglicherweise ein Verstoß gegen die Gesetze, aber nicht besonders gangsta. Wenn es um das Image der Liga geht, sollte sich der Commissioner weniger Sorgen über Ron Artest und mehr über Tim Donaghy Sorgen machen. Falls Arenas die Integrität der NBA bedroht, dann nicht durch seine Handfeuerwaffen, sondern weil er zu einer Gruppe von Stars gehört, deren Hang zum Wetten und zum Glücksspiel außer Kontrolle geraten ist."
Blick zurück: Arenas und seine Pistolen
Blick zurück: Arenas und seine Pistolen
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26. Dezember 2009
Agent Zero weiß nicht, wie man mit Schusswaffen umgehen sollte
Die Haltung von Gilbert Arenas gegenüber Handfeuerwaffen war lange Zeit wohl ziemlich eindeutig: Haben ist besser als Nichthaben. Und registrieren derselben, wie das in einzelnen Bundesstaaten zum Teil verlangt wird, war nicht seine Sache. Siehe: die Episode aus jener Zeit in Kalifornien, wo die Gesetze etwas strenger sind und wo er sich 2003 eine Ordnungswidrigkeiten-Buße einhandelte. Dass man jetzt in der Umkleidekabine der Washington Wizards (die früher ironischerweise mal Bullets hießen) wieder Waffen fand, macht die Sache eher schlimmer. Nicht nur wegen der strikten Politik der NBA in solchen Dingen, sondern auch weil man in Washington D.C. mit dem Gesetz in Konflikt kommen kann, wenn man so etwas macht. Die Waffen waren angeblich nicht geladen. Und Munition hatte Arenas in seinem Spind wohl auch nicht aufbewahrt. Trotzdem klingt die Geschichte seltsam, die Agent Zero jetzt Reportern erzählte: Er habe die Knarren aus den Haus haben wollen und habe sie schlussendlich dem Sicherheitspersonal der Wizards-Halle gegeben, weil er sich von ihnen trennen wollte. Ein Konvertit sozusagen, der jetzt für seine Umsicht bestraft wird, weil er sich formaljuristisch falsch verhalten hat? Es gibt in den USA durchaus auch andere Möglichkeiten, seine Balerlmänner loszuwerden - auch ohne sie gleich in die Mülltonne zu werfen. Zwei fallen einem sofort ein: Man geht zur Polizei und gibt sie dort ab. Oder man geht zu einem Waffenhändler und verkauft sie ihm. Es ist allerdings in beiden Fällen besser, man hat sie legal erworben und kann das beweisen.
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11. Oktober 2009
Bewaffnete Soccer Mom ist tot: Vom Ehemann erschossen
Es gibt in den USA viele kuriose Argumente, mit denen die Waffenlobby den Besitz von Handfeuerwaffen aller Art rechtfertigt. Zu ihnen gehört, dass Menschen, die geladene Pistolen tragen, sich auf diese Weise jeder Zeit gegen gefährliche Übergriffe verteidigen können. Die Tatsache selbst soll eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Gewalttäter haben. So gibt es Leute in diesem Land, die in Diskussionen zum Thema ernsthaft behaupten, dass die Schweiz im Zweiten Weltkrieg nur deshalb nicht von Hitlers Armeen überfallen wurde, weil jeder Eidgenosse in seiner Rolle als wehrpflichtiger Milizionär ein Gewehr im Schrank hat. Das Risiko, von diesen Soldaten zurückgeschlagen zu werden, war den Nazis angeblich zu groß. Dieselbe Wehrmacht, die in die Sowjetunion einmarschierte, Polen und Frankreich trotz beachtlichen Widerstands im Eiltempo besetzte, in Norwegen und Nordafrika landete und tausende von Fallschirmjägern über Kreta aus dem Flugzeugen kippte, besaß demnach vor niemandem Respekt außer vor den Schweizern und ihren Karabinern.
Natürlich brauchen Amerikaner im Grunde überhaupt keine Rechtfertigung für ihre Ballermänner, denn die Verfassung garantiert den Bürgern dieses Privileg im Second Amendment. Das wurde zwar damals kryptisch formuliert, aber neulich vom Obersten Gerichtshof im Kern noch einmal so ausgelegt: Eine Stadt wie Washington, D. C. kann selbst, wenn die Gewalt- und Waffenkriminalität ins Unkontrollierbare steigt, nicht per Beschluss der politischen Organe den Besitz von Pistolen und Gewehren pauschal verbieten.
Und so könnte nach dem Willen des Supreme Court keine Stadt und kein Bundesstaat verhindern, was Meleanie Hain vorgestern zugestoßen ist. Sie wurde in ihrem eigenen Haus von ihrem eigenen Ehemann erschossen. Der brachte sich anschließend mit einer Schrotflinte um. Die drei Kinder waren aus dem Haus geflüchtet. Meleanies Glock hing im Holster an der Tür.
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