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26. Oktober 2009

NFL in London: Vogelscheuchen und rostige Messer

Die griffigste Depesche zum diesjährigen Ausflug der NFL nach London, wo die New England Patriots eine Demonstration ihrer Sportart gaben (und bei der Gelegenheit die Tampa Bay Buccaneers als Versammlung an ziemlich unbeweglichen Vogelscheuchen entlarvten), kann man heute in der Online-Ausgabe des Wall Street Journal lesen:

"Wir sind sehr für eine Expansion, aber das London-Spiel kommt einem wie der alljährliche Besuch beim Onkel vor: Pflicht, unbeeindruckend und kaum zu erklären. Trotz all dem Getöse um den guten Eintrittskartenverkauf – das Wembley-Stadion verkaufte angeblich die ersten 20.000 Tickets innerhalb von sieben Minuten, was uns glaube machte, das Spiel sei als Partie zwischen New England und Robbie Williams und der Königin angepriesen worden – sah es im dritten Viertel bereits so aus, als hätte ein Großteil der Zuschauer bereits vor ihrem Bier im Pub gesessen. Wer könnte es ihnen verübeln? Die Patriots nahmen die Rostigen-Messer-Piraten von Beginn an auseinander und gewannen 35:7. Amerikaner behaupten gerne, dass ihre Football-Version im Fernsehen sehr viel funkelnder aussieht. Aber wir schauen uns lieber an, wie Wayne Rooney eine Stunde lang seinen Kopf gegen den Torpfosten rammt als die Buccaneers."

Enough said.

17. Januar 2008

Lange Nase für Frankfurt - NFL wieder nach London?

Wir gehen - ungeschützt - davon aus, dass die Frankfurter Stadtverwaltung standfest die frivolen Forderungen der NFL zurückgewiesen hat, um sich das Privileg zu ersparen, ein Match der reichsten und mächtigsten Sportorganisation der Welt auszurichten und dabei drauf zu zahlen. Denn sonst hätte die Liga nicht heute zum zweiten Mal Großbritannien als Veranstaltungsland für ein reguläres Spiel im kommenden Herbst angekündigt. Die Details, sprich Termin und welche Mannschaften, werden erst in der Super-Bowl-Woche bekannt gegeben. Zwei Teams werden den Trip über den Ozean auf jeden Fall nicht antreten: Die Miami Dolphins und die New York Giants. Die haben es hinter sich.

Interessante Anmerkung im Artikel von Sports Illustrated: Die Eigentümer des Wembley Stadions waren nicht halb so happy wie die NFL über das letzte Match. Der Rasen wurde stark ramponiert, was der englischen Fußballmannschaft im entscheidenden Match gegen Kroatien um die Qualifikation für die Europameisterschaft zu schaffen machte. Deshalb wird auch ein Stadion in Cardiff in Erwägung gezogen. Schön zu wissen: Erst ziehen sie über die Dörfer, und dann kommen sie in Deutschland irgendwann angekrochen, wo die meisten NFL-Fans in Europa sitzen.

2. Dezember 2007

Kampfgruppe Kanu

Die britischen Bemühungen um die Olympischen Spiele 2012 werden immer ambitionierter. Sie wollen die Veranstaltung nicht nur für viel Geld über die Bühne bringen, sondern auch noch ganz viele Goldmedaillen gewinnen. Um das zu schaffen, gibt es ein Programm, um Leute in den Randsportarten wie Kanu oder Turmspringen nach vorne zu bringen. Die Briten spekulieren auf den vierten Rang im Medaillenspiegel - hinter den USA, Russland und China (via Deadspin).

16. Oktober 2007

Super Bowl in London?

Noch ehe das erste Pflichtspiel der NFL auf europäischem Territorium ausgetragen ist (28. Oktober: Miami Dolphins gegen New York Giants), hat Commissioner Roger Goodell bereits weitreichende Visionen: "Es gibt großes Interesse in London daran, einen Super Bowl auszurichten. Deshalb schauen wir uns die Möglichkeit an." Das Wembley-Stadion hat es ihm angetan. Und auch die angebliche Begeisterung der Fans auf der Insel. Die Andeutung machte er am Montag in Scottsdale/Arizona. Aufgeschnappt wurde sie von der Agentur Associated Press. Gedruckt hat sie kaum jemand, mal abgesehen von der Santa Barbara News-Press. Warum die sich nördlich von Los Angeles für solche Luftschlösser interessieren, ist schwer zu sagen. Aber wir bedanken uns trotzdem. Denn sonst hätten wir nicht davon erfahren (via SportsbyBrooks).

12. Juli 2007

NHL: London on Ice

Erst die NFL, jetzt die NHL: London ist das neue heiße Pflaster für den amerikanischen Ligasport auf der Suche nach den Erträgen in der Welt von morgen. Was sich die Eishockey-Leute dabei gedacht haben, zwei Teams aus Kalifornien - Stanley-Cup-Sieger Anaheim Ducks und die Los Angeles Kings - acht Zeitzonen weiter östlich antreten zu lassen, um gleich zwei Begegnungen gegeneinander auszutragen (am 29. UND 30. September), die in der Heimat als Lokal-Derbys sicher sehr viel mehr Aufsehen erregen würden, lässt sich einfach nicht erkennen. Also verzichten wir hier auf weitere sarkastische Anmerkungen. Austragungort: die 02 Arena. Anpfiff: so das die Fans zuhause morgens um 9 Uhr ihre Fernseher einschalten müssen, wenn sie live dabei sein wollen.

6. Juli 2007

Wissenwertes über London: Alle sind NFL-Fans, aber haben keine Ahnung

Die NFL hat sich die Suppe eingebrockt. Jetzt muss sie sie auch auslöffeln. Sie hat zum ersten Mal ein reguläres Ligaspiel nach London verlegt (Miami Dolphins gegen New York Giants) und darf jetzt feststellen, dass die Briten nicht besonders viel über die Teams und die Sportart wissen ("It's wonderful that they are bringing the Super Bowls here.") 40.000 Eintrittskarten für das Match am 28. Oktober im neuen Wembley-Stadion sind verkauft. Sind all diese Leute inzwischen vom Erdboden verschwunden? (via With Leather)
Blick zurück: Geht das nächste Auswärtssspiel der NFL nach Deutschland?

2. April 2007

NFL: Projekt China wird verschoben. Europa ist wichtiger

Die Pläne der National Football League, sich einen Platz auf dem Milliarden-Markt China zu erkämpfen, sind vorläufig wieder auf Eis gelegt. Die Liga gab heute bekannt, das sie das für den 9. August geplante Preseason-Spiel zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots aus Peking abzieht. Wegen der Olympischen Spiele 2008 wird man auch im kommenden Jahr kein NFL-Spiel in China ansetzen. Der Grund für die Absage heißt London. Genauer: das erste reguläre Meisterschafts-Match der NFL am 28. Oktober im neuen Wembley-Stadion zwischen den Miami Dolphins und den New York Giants. Das Auswärtsspiel wird viele Energien in der Liga binden. Das Peking-Projekt war im letzten August angekündigt worden. Damals stand der Europa-Ausflug noch in den Sternen.

30. März 2007

Ski unheil

Aus der Abteilung: "So was könnte auch in Amerika passiert sein, war aber nicht möglich, weil die Rolltreppen in London länger sind". Unterabteilung: "Noch ein Norweger versucht Julia Mancuso zu beeindrucken - mal schauen, wer gewinnt". Der Bursche heißt angeblich Andreas Hatveit. Und angeblich stand unten einer, der die Passanten abgehalten hat. Na, hoffentlich.

(via Deadspin)

16. März 2007

Das jüngste Gerücht: NBA-All-Star-Wochenende 2009 in Europa

Zur Zeit ist es nicht mehr als ein Gerücht, das die kalifornische Tageszeitung Sacramento Bee am Donnerstag in Umlauf gebracht hat. Aber es ist ein Gerücht, das Sinn macht. Es lautet: Im Jahr 2009 will die NBA ihr All-Star-Wochenende in Europa ausrichten. Gespräche mit Ausrichtern hat es offensichtlich bereits gegeben. Entscheidungen wurden noch nicht getroffen. Das Thema war durch die Ereignisse am Rand der alljährlichen Veranstaltung in Las Vegas aufgetaucht, als der Kolumnist und AOL-Blogger Jason Whitlock der Liga die Empfehlung gab, im nächsten Jahr nicht wie geplant nach New Orleans zu gehen - in eine Stadt, die noch immer auf der Nase liegt und die seiner Ansicht nach zum idealen Magneten für Zuhälter, Gangster, Prostituierte und Drogenhändler werden würde. Die NBA habe so "die perfekte Entschuldigung, um das All-Star-Spiel nach Deutschland, China, England zu verlegen".

An 2008 New Orleans will allerdings niemand rütteln. Besonders nicht, um der vom Hurricane Katrina gebeutelten Metropole nicht die Einnahmen aus dem Geschäft mit den Besuchern vorzuenthalten und um den Stand der Hornets zu stärken, die in der nächsten Saison aus dem Notquartier Oklahoma City zurückkehren werden. Aber für 2009 gibt es noch keine verbindlichen Pläne, nur ein paar lose Absichtserklärungen unter anderem von den Dallas Mavericks.

Mitten in der Saison nach Europa zu gehen, wirft ein paar logistische Schwierigkeiten auf, wo zu auch der Jet-Lag gehört. Aber das sollte sich durch ein paar Tage Extrapause regeln lassen. Die Delegation würde nicht nur aus Amerikanern bestehen. Dirk Nowitzki wäre dabei. Sicher auch der Italiener Andrea Bargnani. Vielleicht auch der eine oder andere Franzose. London, so schreibt die Zeitung, wäre der aussichtsreichste Kandidat - da hat man die Hotels, die Non-Stop-Flugverbindungen für die Besucher aus den USA und eine neue Arena, in der die Minnesota Timberwolves und Boston Celtics vor Beginn der nächsten Saison ein Freundschaftsspiel austragen werden. Die Halle spricht gegen Paris, wo man keine adäquate Arena anbieten kann. Köln und Athen kommen wohl aus verkehrstechnischen Gründen nicht in Frage. Als Alternative wird San Juan, die Hauptstadt von Puerto Rico, angedacht. Es wuare kein Slam-Dunk. Denn dort erreicht man nicht die internationale Fangemeinde.

3. Februar 2007

Super Bowl: Die Briten schalten ein

Im Wettbewerb zwischen Großbritannien und Deutschland um die Begeisterung für den Super Bowl scheinen die Briten die Nase vorn zu haben. Die Los Angeles Times schätzt, dass ungefähr 1,2 Millionen der 60 Millionen Untertanen von Königin Elizabeth II. die Nacht zum Montag vor dem Fernseher verbringen werden. Mit rund 4000 Besuchern rechnet man allein bei einer Riesenparty im Battersea Park in London. Die ARD hatte im vergangenen Jahr etwa 500 000 Zuschauer. Die bessere Quote könnte der X-Faktor bei der Entscheidung der NFL gewesen sein, dass erste offizielle Punktspiel der Liga im Ausland an London zu vergeben und nicht nach Deutschland.
Blick zurück: Die Wahl fiel aufs Wembley-Stadion

28. Januar 2007

Strahlende Sieger: Olympiagelände in London radioaktiv verseucht

Das Grundstück, dass die Veranstalter der Olympischen Spiele 2012 in London für die Unterbringung der Athleten nutzen wollen, ist radioaktiv verseucht. Das berichtete die Daily Mail am späten Samstagabend. Die Radium- und Uranwerte, die auf dem Gelände in Stratford bei einer Untersuchung vor 14 Jahren festgestellt wurden, lagen damals weit über den zulässigen Grenzwerten. Die Verstrahlung ist das Erbe der fünfziger Jahre, als in diesem Gebiet unter anderem ein Öl-Depot, eine Teerfabrik und ein Chemieunternehmen ansässig waren. Die IOC-Mitglieder hatten während des Bewerbungsverfahrens keine Informationen über die Emissionsbelastung des Areals erhalten. Die Schätzungen über die Kosten, die entstehen, um die verseuchte Erde zu beseitigen, damit trotzdem das Olympische Dorf an dieser Stelle gebaut werden kann, belaufen sich auf mehr als 200 Millionen Pfund (via Huffington Post)