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10. Februar 2010
Vonns Verletzung könnte Olympia-Start verhindern
Lindsay Vonn signalisiert Schmerz-Alarm. Die Amerikanerin hat sich neulich im Training in Österreich bei einem Sturz am Schienbein verletzt. Sie weiß nicht mal, ob sie in Whistler starten kann. Das wäre eine der größten Pannen im Vermarktungstheater dieser Olympischen Spiele. Die Dominanz der Pisten-Lindsay hat in den USA Hoffnungen geschürt, dass sie reichlich Edelmetall gewinnen wird. Die Nachrichten in der New York Times klingen ahnungsvoll und düster.
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25. August 2009
Toni Sailer in Badgastein
Die Nachricht vom Tod von Toni Sailer bringt Erinnnerungen an einen der besten Skifahrer aller Zeiten. Er war der Roger Federer, Tiger Woods und Michael Jordan einer Epoche im Sport, die noch ganz unschuldig wirkte und keine Vermarktungsmaschine unter Dampf hielt. Mit nur 24 Jahren stieg er aus dem alpinen Renngeschehen aus, obwohl er vermutlich noch Jahre lang die Konkurrenten hinter sich gelassen hätte.
Als Schauspieler und Sänger hinterließ er nicht ganz so tiefe Spuren im kollektiven Gedächtnis. Aber das gilt für alle Sportler jener Zeit, die sich von ambitionierten Produzenten in die gleiche Richtung drängen ließen. Während Wikipedia rasch den Sailer-Eintrag modifizierte, hat man bei tonisailersports.com schon vor einiger Zeit vergessen, dass die Zeit weiter geht. Die Seite hätte eine Nachruf auf den "Blitz von Kitz" verdient. Über die schwere Krankheit, unter der er litt, wurde schon früh spekuliert. Sailer wurde 73 Jahre alt.
Das Video ist ein Ausschnitt aus einer amerikanischen Wochenschau aus dem Jahr 1958. Das Material hat den Urheberrechtsstatus "Public Domain".
Leseempfehlungen zu Toni Sailer aus dem Archiv von Sports Illustrated:
"He Wins Uphill Battles, Too" – eine Geschichte aus dem Jahr 1975, die seine erfolgreiche Arbeit als Trainer der österreichischen Nationalmannschaft beschreibt.
"Bad Day at Bad Gastein" – Eindrücke von der WM 1958 mit Beschreibungen der Skifans, die damals zu solchen Events anreisten
"The modern millionaires of the Ruhr and their wives, expensively and inelegantly dressed, sat all week long by the gross marble columns and under the immense chandeliers, their stately and stuffy presence a baroque contrast to the hearty, informal, booted ski crowd."
2. März 2008
Dem Bode Miller sein Humor
Bode Miller hat beste Aussichten den Gesamt-Welt-Cup gewinnen. Denn nach diesem Wochenende in Norwegen liegt er mit deutlichem Vorsprung an der Spitze der Wertung. Genauso wie in der inoffiziellen Wertung im Videowettbewerb der internationalen Sportgrößen um Selbstdarstellung und Eigenwerbung. So selbstironisch wie der amerikanische Skifahrer, der in diesem Winter erstmals abseits vom verhassten Verband unterwegs ist, ist noch niemand mit seinem eigenen Ruhm umgegangen.
Blick zurück: Die Solo-Tour beginnt
Blick zurück: Mord und Totschlag in der Familie
22. Januar 2008
Ski unheil
Er galt wohl als eines der Top-Talente auf dem Sektor Extreme Skifahrerei. Aber sein Ehrgeiz war größer als seine Fähigkeit, die Risiken abzuschätzen. Und so ist Billy Poole heute bei Dreharbeiten in Utah bei einem Sturz ums Leben gekommen.. Er wurde 28 Jahre alt. Dieses Video gibt einem Gefühl für das Abenteuer, das er im jungfräulichen Pulverschnee suchte.
Im zweiten Video redet er über seine Ambitionen und den Reiz des Skifahrens in unzugänglichen Regionen von Alaska:
Im zweiten Video redet er über seine Ambitionen und den Reiz des Skifahrens in unzugänglichen Regionen von Alaska:
25. Dezember 2007
Mal Federer treffen
Weil das noch nicht geklappt hat, liest sie derzeit das Buch, das René Stauffer über den Schweizer Tennisspieler geschrieben hat (Titel: Das Tennis-Genie, näheres weiter unten in der rechten Spalte bei den Buchempfehlungen). Und zwar auf Deutsch, obwohl das Buch inzwischen auch auf Englisch zu haben ist. Das hat jedenfalls der Kollege von der New York Times geschrieben, der allerdings in einem Satz gleich zwei Fehler produziert: Es handelt sich nicht um eine Autobiographie, und es ist nicht in der Mundart der Schweizer erschienen, sondern in der Schriftsprache des deutschen Sprachraums, auch Hochdeutsch genannt. Dass die Mitarbeiter der besten Zeitung der Welt schnell mal irgendetwas hinschludern, wussten wir ja schon (siehe die Desinformationskampagne vor dem Irak-Krieg). Aber zwei Schnitzer in einem Satz?
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31. Oktober 2007
Mancuso-Video: Frechheit siegt?
Die Medienarbeit vorausschauender Athleten wird immer umfassender. Eigene Webseite? Standard. Bloggerei? Die Zahl der Sportler, die es mit Witz und Würze betreiben, wächst (siehe Hinweise hier und hier). Jetzt hat die amerikanische Skifahrerin Julia Mancuso einen Weg gefunden, das Ganze noch zu toppen. Mit einem Video von ihrem ersten Rennen der Saison in Sölden, in dem sie aus dem Off (in Studioqualität) die beiden Riesenslalomläufe kommentiert, die der Kameramann über weite Strecken von der großen Projektionsfläche im Zielraum abgefilmt hat (ebenfalls in bemerkenswerter Qualität ). Man darf davon ausgehen, dass Sportler in und Videoteam das Gefühl haben, sie könnten auf diese Weise das Problem umschiffen, dass die Bilder der übertragenden Fernsehgesellschaft gehören und sie vermutlich nicht zum freien Kopieren zur Verfügung gestellt hat. Naiv? Frech? Bahnbrechend? Wer fünf Minuten Zeit hat, sollte sich das Resultat mal anschauen und sich schon mal fragen, wann es wieder von der Seite (und aus dem Archiv des Videoproviders verschwunden sein wird.
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26. Oktober 2007
Der Klingelbeutel: Bode Miller fährt mit Amerika Schlitten
Auf eine solche Weise gelingt es dem leidlich renitenten Skifahrer Bode Miller, mal wieder mit den USA Schlitten zu fahren. Nachdem er sich vor ein paar Monaten offiziell aus der Mannschaft des amerikanischen Skiverbandes absetzte, ließ er jetzt durchblicken, wie sein Ein-Mann-Laden heißen wird: Team America. Miller kann beim World Cup als Solist starten, nicht jedoch bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Das kommt davon, wenn man ohnehin schon unter Verdacht steht, Spiele wegzuschenken, die bei den Sportwettbüros mit dubiosen Quoten gehandelt werden: Nikolai Dawidenko wurde von der ATP mit einer Busse von 2000 Dollar belegt, nachdem er in einem Match bei den St. Petersburg Open eine etwas andere Methode praktizierte, das Ding noch zu verlieren. Er hatte den ersten Satz mit 6:1 in 27 Minuten gewonnen, aber sich danach aufs Produzieren von Doppelfehlern verlegt. Vier Doppelfehler im zweiten Satz, folgten sechs im dritten. Davidenkos Gegner Marian Cilic nahm das gelassen. Der Stuhlschiedsrichter jedoch nicht. Er ermahnte den an Nummer eins gesetzten Russen wegen seiner unsportlichen Haltung. Die ATP sah es nicht anders.
Die Miami Dolphins und New York Giants spielen am Sonntag in London, was ein Vorgeschmack auf kommende Saison werden könnte: Dass die NFL dann zwei Begegnungen in Europa auf die Beine stellen wird. Eine erneut in London, die andere in Deutschland. Die Dallas Cowboys werden nicht zu den Teams gehören, die den Flug nach Europa antreten. Eigentümer Jerry Jones ist das zu mühsam. Also wird man sie und ihre Trikots auch weiterhin aus der Ferne studieren müssen.
Der gute Jason Whitlock hat sich das Video-Wunderwerk der E:60-Redaktionskonferenz angeschaut und war begeistert: Die Sendung habe das Zeug "zur ehrlichsten, unabsichtlich lustigen Show im Kabelfernsehen" - vorausgesetzt sie zeige einfach nur die Themenkonferenzen und verzichtet auf den Rest. Auf diese Weise erhalte man "einen echten Einblick darin, wie die Medien arbeiten und warum so viele Märchen senden und publizieren". Whitlock kann das nur ironisch meinen. Denn tatsächlich muss man in den USA mindenstens derart gekonnt an die Sache herangehen wie die Daily Show auf Comedy Central, wenn man den Medien-Märchenwald täglich aufmischen will. Wir hatten das Gusterl-Stückerl schon gestern im Visier.
Das kommt davon, wenn man ohnehin schon unter Verdacht steht, Spiele wegzuschenken, die bei den Sportwettbüros mit dubiosen Quoten gehandelt werden: Nikolai Dawidenko wurde von der ATP mit einer Busse von 2000 Dollar belegt, nachdem er in einem Match bei den St. Petersburg Open eine etwas andere Methode praktizierte, das Ding noch zu verlieren. Er hatte den ersten Satz mit 6:1 in 27 Minuten gewonnen, aber sich danach aufs Produzieren von Doppelfehlern verlegt. Vier Doppelfehler im zweiten Satz, folgten sechs im dritten. Davidenkos Gegner Marian Cilic nahm das gelassen. Der Stuhlschiedsrichter jedoch nicht. Er ermahnte den an Nummer eins gesetzten Russen wegen seiner unsportlichen Haltung. Die ATP sah es nicht anders.
Die Miami Dolphins und New York Giants spielen am Sonntag in London, was ein Vorgeschmack auf kommende Saison werden könnte: Dass die NFL dann zwei Begegnungen in Europa auf die Beine stellen wird. Eine erneut in London, die andere in Deutschland. Die Dallas Cowboys werden nicht zu den Teams gehören, die den Flug nach Europa antreten. Eigentümer Jerry Jones ist das zu mühsam. Also wird man sie und ihre Trikots auch weiterhin aus der Ferne studieren müssen.
Der gute Jason Whitlock hat sich das Video-Wunderwerk der E:60-Redaktionskonferenz angeschaut und war begeistert: Die Sendung habe das Zeug "zur ehrlichsten, unabsichtlich lustigen Show im Kabelfernsehen" - vorausgesetzt sie zeige einfach nur die Themenkonferenzen und verzichtet auf den Rest. Auf diese Weise erhalte man "einen echten Einblick darin, wie die Medien arbeiten und warum so viele Märchen senden und publizieren". Whitlock kann das nur ironisch meinen. Denn tatsächlich muss man in den USA mindenstens derart gekonnt an die Sache herangehen wie die Daily Show auf Comedy Central, wenn man den Medien-Märchenwald täglich aufmischen will. Wir hatten das Gusterl-Stückerl schon gestern im Visier.
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12. Mai 2007
Bode Miller steigt aus US-Verband aus
Bode Miller zieht einen Strich unter seine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Skiverband und geht seiner eigenen Wege. Er hatte genug von der ständigen Gängelei. Für Weltmeisterschaften und Olympische Spiele der Zukunft bedeutet das: Entweder schließt er sich einem dieser Auffangverbände wie Luxemburg oder Niederlande ein, wo frustrierte Skiläufer schon des öfteren ein Exil gefunden haben. Oder er geht nicht mehr an den Start. Die Agenturmeldung zu der Karriereentscheidung ist noch etwas undurchsichtig. Miller hat bislang noch keine klare öffentliche Stellungnahme abgegeben.
30. März 2007
Ski unheil
Aus der Abteilung: "So was könnte auch in Amerika passiert sein, war aber nicht möglich, weil die Rolltreppen in London länger sind". Unterabteilung: "Noch ein Norweger versucht Julia Mancuso zu beeindrucken - mal schauen, wer gewinnt". Der Bursche heißt angeblich Andreas Hatveit. Und angeblich stand unten einer, der die Passanten abgehalten hat. Na, hoffentlich.
(via Deadspin)
(via Deadspin)
21. März 2007
Die Prinzessin und der Elch
Manchmal wird man neugierig, wenn sich Leute zu American Arena durchgooglen und mit Suchbegriffen daher kommen, die irgendwie Sinn machen und gleichzeitig aber nur neue Rätsel aufgeben. Der jüngste Fall betrifft die amerikanische Skifahrerin Julia Mancuso, die hier das populärste Thema ist (bereits mehr als 2000 Besucher haben nach ihr gefahndet). Ihr Werbevideo im Bikini im Jacuzzi für die Schuhfirma Lange gehört zu den Dauerbrennern. Vor ein paar Tagen trudelten die ersten Neugierigen ein, die Mancuso mit dem Wort "Blick" koppelten. Es stand also zu vermuten, dass das Schweizer Boulevardblatt gleichen Namens irgendetwas publiziert hatte, was die Gemüter beunruhigt. Warum landen die Wissbegierigen hier? Weil der Blick die Klatschmeldung, die alle interessiert, nicht auf seiner Webseite platziert hat. (Dafür gibt es eine Dia-Show mit zahllosen Mancuso-Bildern, die leider kaum erkennen lassen, was die Zeitung an der Sportlerin findet. Das Profilbild im BH kann es eigentlich nicht sein. Darauf kann man die Mancuso ja nicht mal erkennen.)Die Geschichte, wonach die Amerikanerin mit dem Gesamtweltcupsieger Aksel Lund Svindal angebandelt habe, hat sich allerdings bis nach Norwegen herumgesprochen. Auf der Seite VGnett wird sie auf ebenso abgehandelt wie beim Aftonposten, der sogar berichtet, dass die Schweizer Yellow-Press-Künstler ihren Landsmann als coolen Elch bezeichnet haben. Auf wcsn.com kann man die Angelegenheit immerhin auch in einer Sprache nacharbeiten, die die halbe Welt versteht: auf Englisch. Und was lesen wir da? Ein volles Dementi (von Svindal, der sicher nichts dagegen hat, wenn man ihm die heißeste Skiprinzessin aus dem Weltcup-Zirkus andichtet und der zugab, einmal mit der 23-jährigen Essen gegangen zu sein) und einen Spruch von Mancuso, die sich aber nicht konkret äußern wollte.
Aus der Ferne lässt sich das Thema am allerwenigsten einschätzen. Beim Blick liegt man nicht immer so daneben wie bei der Bild-Zeitung, weil man sich hin und wieder noch geniert, Geschichten total frei zu erfinden. Ich erinnere mich an einen Fall, da besaß der Blick durchaus die korrekte Information (über den ersten Liebhaber von Martina Hingis). Das Problem: Sie haben die Klatschnachricht - Datelinie Miami - nicht sofort gedruckt. Dem Reporter, der auf der Geschichte kommod sitzen geblieben war, wurde damals gehörig der Kopf gewaschen. Warum? Sein Langmut gab der Konkurrenz - dem Tages-Anzeiger - die Chance, die News vom Blick unbemerkt als erster zu bringen. Wieso ich das weiß? Dreimal raten, bitte.
Blick zurück: Das Mancuso-Video, nach dem so viele in Österreich und der Schweiz fahnden
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6. Februar 2007
"Echt wahnsinnnig mit die Brettln"
Man sollte denken, dass Österreich mit ausreichend attraktiven Maderln ausgestattet ist und die Bewohner des Landes deshalb nicht gleich auf die Idee kommen würden, angesichts einer Amerikanerin wie Julia Mancuso weiche Knie zu bekommen. Aber irgendetwas bringt zwischen Bregenz und Wien die Leute in Wallung, sobald sie mit der Skifahrerin konfrontiert werden. Julia ("Kiss My Tiara") hat das bereits Mitte Januar in ihrem Blog vermerkt: "Die Österreicher sind verrückte Skifans. Ich werde umringt, wenn ich den Zielbereich verlasse!"In ihrem Blog schreiben manche gar auf Deutsch, um ihre Bewunderung in Worte fassen zu können:
"Hei hob gedacht ich probiers mal in Deutsch, Du fährst echt wahnsinnig mit die Brettln und machst eine extrem gute Figur dabei - bleib so hübsch und gewinne weiter. Viel Spaß für die weiteren Rennen und mein Moto lautet no risk no fun. Vielleicht treffen wir uns mal im nächsten leben."Frauen melden sich auch und versuchen, ihre Zerknirschung angesichts der österreichischen Niederlagen bisweilen auf Englisch zu artikulieren (Tipp- und Übersetzungsfehler inklusive):
"Many greets from the destroyed upper Ausria, Manuela"Die Neugier in den Alpen auf Julia und "Bilder" sorgt dafür, dass eine enorme Zahl von Google-Kunden in der American Arena landen. Schwer zu sagen, ob sie mit dem, was sie finden, zufrieden sind. Vermutlich nicht. Deshalb hier das Link zu ihrem Blog, wo es das obige Foto zu bewundern gibt.
20. Dezember 2006
Unterhöschen für den Ex
Unterhöschen für den Ex, der Großvater auf der Lohnliste von Al Capone, der Vater wegen Marihuanahandel einst im Knast ... nicht schlecht für eine Ski-Prinzessin, die den anderen eine Nase voraus ist. Dieser Artikel erklärt zwar nicht, weshalb sie so gut Ski fährt, aber er zeigt die amerikanische Ski-Olympiasiegerin Julia Mancuso in allen ihren bunten Farben und Facetten. Ach, ja. Und Bode Miller gewinnt wieder ... meistens. Ist also doch schon Winter...
4. Dezember 2006
Der Miller und sein Wohnmobil
Na, ist denn jetzt schon Winter? Wohl doch. Zumindest in den Rocky Mountains. Deshalb mehr zu Bode Miller: faz.net hat heute meine Geschichte online gestellt, die gleichzeitig in der Printausgabe erschien.
24. November 2006
Genug von Millers Soli: US-Skiverband will Fahrer gängeln
Den ersten ganz leichten Schnee der Saison gab es am Montagmittag in Buffalo zu erleben. Der flatterte in hauchzarten Flocken nach der Landung auf dem Flughafen herum, als sei dies in der Stadt an der kanadischen Grenze einfach das Begrüßungszeremoniell in dieser Jahreszeit (der Blogger auf den Spuren des Eishockey-Profis Thomas Vanek. Mehr darüber bei einer anderen Gelegenheit.) Dann reibt man sich auch nicht gleich die Augen, wenn man ein paar Tage später die New York Times kauft - in Buffalo nur sehr schwer zu erstehen und mit einem Preisaufschlag versehen - und Bode Miller sieht. Zeit für Ski alpin. Und Zeit für eine neue strenge Politik seitens des Verbandes, der in Turin so schlecht wie selten bei großen Ereignissen abschnitt. Die Mannschaftsführung würde sehr gerne das Gefühl haben, dass sie den Laden managt. Und dass ihnen die Fahrer nicht auf der Nase herumtanzen. So wurden im Mai sogenannte Rahmenrichtlinien verordnet, die unter anderem besagen: die Athleten können nicht einfach in einem mitgebrachten Campingbus wohnen, sondern haben gefälligst im Mannschaftshotel zu übernachten. Alkohol darf zwar getrunken werden, nicht jedoch bei Anlässen, bei denen Trainer und Betreuer mit den Fahrern zusammen sind. Das wirft ein schlechtes Licht auf die...Betreuer.Den ganzen Sommer zierten sich die Skifahrer, das Dokument ihrer eigenen Entmündigung zu unterzeichnen. Die Haltung sorgte dafür, dass der Kader lange Zeit überhaupt nicht benannt werden konnte. Dass sich Bode Miller beim World Cup wirklich einbinden und anbinden lässt, der an diesem Wochenende in Lake Louise in der kanadischen Provinz Alberta mit einem Super-G und einer Abfahrt beginnt, glaubt so gut wie niemand, auch wenn er das Papier unterschrieben hat. Die angereisten Print-Kollegen am Fuße des Berges (mit Verlaub: ein hervorragendes Skigebiet - selbst getestet) konnten bislang noch nicht nachfragen. Bode glitt beim Training einfach an der Mixed Zone vorbei.
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