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7. Mai 2009

Manny hatte genascht

Manny Ramirez lebt nicht gesund. Das hat ein Dopingtest gezeigt, der ihm die Einnahme einer Substanz nachwies, die auf der Liste steht. Normalerweise behandelt man mit dem Stoff die Fruchtbarkeit von Frauen oder auch Probleme von Jungen in der Pubertät. Ramirez muss 50 Spiele aussitzen. Das entspricht einem Drittel der regulären Saison. Das Geräusch aus Boston anlässlich der Nachricht? Ein Raunen der Erleichterung. Man hatte Ramirez in der letzten Saison an die Los Angeles Dogers abgegeben, weil man ihn nicht mehr tragbar fand. Man wird in den nächsten Tagen sicher lesen könnnen, ob der Outfielder eventuell auch schon in Boston von verschreibungspflichtigen Mitteln genascht hat. Die Anti-Ramirez-Stimmung bei den Red Sox ist ziemlich ausgeprägt. Hier erst mal nur der Hinweis auf eine Meldung von neulich über eine Aussage von Jose Conseco, der schätzt, dass Ramirez' Name auf der Liste der mehr als hundert Spieler steht, die 2003 bei der allerersten Testrunde positiv auffielen. Auf dieser Liste befand sich unter anderem auch Alex Rodriguez.

9. März 2009

Wo Vick wohnte

Michael Vick braucht Geld. Also kommt jetzt seine Villa außerhalb von Atlanta unter den Hammer. Es ist eines dieser Protzpaläste, wie man sie in den USA in der oberen Kategorie häufiger findet. Die Nachrichtenagentur AP wollte offensichtlich den Verkauf ankurbeln helfen und schickte einen Reporter.

Das Minimum-Gebot sind 3,2 Millionen Dollar. Hundeliebhaber Vick darf im Juli vorzeitig sein gegenwärtiges Domizil verlassen – das Gefängnis. Ob und wie seine Karriere als Football-Quarterback weitergeht, wird das Thema der nächsten NFL-Saison sein.

Während dessen will der nicht vorbestrafte Manny Ramirez für sein Penthouse in Boston 8,5 Millionen Dollar haben. Ob der gegenwärtige Immobilienmarkt mit seinen düsteren Wolken am Horizont solche Preise abwirft, lässt sich nicht sagen. Die Aussicht allerdings ist nicht schlecht. Auch wenn dieses Foto nicht besonders einladend wirkt. Boston ist im Winter nun mal nicht hübsch. Nicht mal der Blick über den Charles River Richtung Harvard.

Nachtrag: Vicks Haus will keiner. Zumindest nicht für den Preis.

2. August 2008

Auf leisen Socken

Nur einen Tag nach dem Trade, der Manny Ramirez nach Los Angeles expedierte, hat man in Boston sehr gute Arbeit abgeliefert und die vielen Facetten aufgeblättert, die zu der Aktion führten. Zu den Neuigkeiten in der Geschichte gehörte, dass der Agent des Outfielders kurz nach dem Vollzug der Transaktion mitteilen ließ: Ramirez, der eine No-Trade-Klausel in seinem Vertrag hat, habe sich alles anders überlegt und wolle doch in Boston bleiben und – viel wichtiger – sich fortan mannschaftsdienlicher gerieren. Diese Information, die man im Umfeld von Club-Manager Theo Epstein vermutlich sehr gerne an wissbegierige Journalisten weitergegeben, um den teuren vorfristigen Abschied von einem Arbeitsverweigerer und Clown zu rechtfertigen, der an seinen guten Tagen unzweifelhaft zu den Leistungsträgern der Red Sox gehörte.

Solche atmosphärischen Aspekte des Geschäfts gehören in Boston wohl einfach dazu. Die Beziehung von Medien und Fans zum Club und den wichtigen Spielern ist intensiver als in anderen Städten in den USA. Leute, die einst in Boston zentrale Bausteine der Mannschaft waren, haben sich nach ähnlichen Tauschaktionen oft genug über die Taktik des Club-Managements beschwert. Auch dazu hatte der Boston Globe heute ein paar Zitate – aus dem Mund von Nomar Garciaparra zum Beispiel (Shortstop und Ehemann von Fußball-Halbgöttin Mia Hamm). Auch er habe nicht die Stadt verlassen wollen. Mit anderen Worten: Schuld an der abrupten Luftveränderung von damals hatte angeblich das Management der Red Sox. Pitcher Derek Lowe erinnerte sich ebenfalls nur ungerne an der Ausbürgerung aus der Red Sox Nation.

Denn auch wenn die Kohle in Los Angeles stimmt: Die Beachtung, die ein Baseballprofi in der Stadt findet, steht in einem reziproken Verhältnis zu den Vorstellungen von der Magie der Metropole im Showgeschäft. Die Basketballspieler der Lakers sind Stars in der Stadt. David Beckham zieht einen Schweif von Paparazzi hinter sich her. Dagegen fällt der Stellenwert der Dodgers ziemlich ab. Immerhin haben sich die wirtschaftlichen Eckdaten in den letzten Jahren verbessert. Der Club machte jahrelang im großen Stil Verluste, inzwischen bleibt auch wieder Geld in der Kasse. Die beste Invesition der jüngeren Vergangenheit: die 60 Millionen Dollar, die in eine Renovierung des Stadions gesteckt wurden. Man sieht: Es geht auch ohne einen Neubau, wenn der Eigentümer nicht auf großformatige Subventionen spekuliert. Sportlich zehrt das Team von der Vergangenheit. Und wir reden nicht von der Zeit in Brooklyn und dem schmählichen Umzug, sonder von den siebziger und achtziger Jahren, als die Mannschaft in der National League zu den Spitzenclubs gehörte. Letzten November wurde Joe Torre als Manager verpflichtet, der vorher bei den New York Yankees an den Gang getan wurde, weil die Mannschaft zu lahm geworden war und ganz offensichtlich frischen Wind brauchte. Für die Playoffs wird es jedoch nur dann reichen, wenn man in der schwachen Western Division den Arizona Diamondbacks die Taellenspitze abjagen kann. Beim ersten Auftritt von Ramirez gegen die Diamondbacks am Freitag hätte man dabei einen guten Schritt nach vorne tun können. Die Dodgers verloren mit 1:2.

31. Juli 2008

Ken Griffey jr. zu den White Sox

Alles deutet darauf hin, dass Outfielder Manny Ramirez in diesem Jahr von den Boston Red Sox an einen anderen Club abgegeben wird. Wen nicht heute, dann am Ende der Saison. Manny ist hoch talentiert, aber im Laufe der Jahre schlichtweg zum Inbegriff des faulen Sacks geworden. Und der Satz "That's Manny being Manny..." ein geflügeltes Wort für das Achselzucken das einen erfasst, wenn man sieht, wie wenig er sich für das Konzept Baseball als Mannschaftssport interessiert. Wie sehr der Mann Leuten auf die Nerven geht, kann man in diesem Artikel des Wirtschaftsmagazins Portfolio nachlesen. Vorsicht: Der Einstieg ist etwas unappetitlich.

(Nachtrag um 18.30 Uhr: Manny geht zu den Los Angeles Dodgers in die National League. Die Red Sox zahlen das Gehalt für den Rest des Jahres.)

Während wir warten, dürfen wir allerdings vermelden, dass sich ein anderer berühmter Baseball-Profi auf dem Weg an einen neuen Arbeitsplatz befindet: Ken Griffey jr., sozusagen das Gegenstück zu Ramirez. Der Mann, der das Zeug hatte, den Namen Barry Bonds vom ersten Platz in der Home-Run-Statistik zu verdrängen, aber vorläufig nur dem anderen Doper Sammy Sosa auf den Schuhen steht. Sosa steht auf Platz fünf all-time. Griffey hat jahrelang in Seattle bei den Mariners unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt und nicht die Spur einer Chance auf einen Auftritt in der World Series gehabt. Dann kam der Wechsel zu den Cincinnati Reds in die National League, zu einem Club, der über diese Personalie hinaus nichts getan hat, um an seinen hervorragenden Ruf aus den siebziger und frühen achtziger Jahren anzuküpfen. Die Zeit, in der sein Vater für die Reds spielte und in der er in der Industriestadt aufwuchs.

Griffey jr. wechselt zu den Chicago White Sox, zurück in die American League, wo man sich Chancen auf eine erfolgreiche Saison ausrechnet.