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27. September 2009
Warten auf Vick
Michael Vick kehrt heute als rehabilitierter Quarterback in die NFL zurück. Ob er gut spielt, wie oft er eingesetzt wird? Alles Fragen, auf deren Antwort man gespannt sein darf. Sein neues Team, die Philadelphia Eagles, spielen zu Hause gegen die Kansas City Chiefs, ein ganz schwacher Gegner. Das Match wird in wenigen Minuten angepfiffen.
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16. August 2009
Vicks erstes Fernsehinterview
Michael Vick hat heute abend in der amerikanischen Magazinsendung 60 Minutes sein erstes Fernsehinterview gegeben. Das Timing für den Auftritt und die Auswahl der Sendung war sicher kein Zufall. Denn nachdem er vor ein paar Tagen einen Vertrag bei den Philadelphia Eagles unterschrieb, interessierte sich die Sportwelt dafür, wie er denn einer wie er nach zwei Jahren Gefängnis seine Läuterung dokumentiert. Er hat geweint, sagt er, hat erkannt, dass er Schuld auf sich geladen hatte, sagt er. Aber den Hassgefühlen vieler Amerikaner kann er trotz alle dem nicht entgehen. Der Medienblog Gawker verweist auf die Kommentare auf der CBS-Seite, auf der das Interview gepostet wurde und auf Twitter, wo viele Leute ihr krudes Gefühl artikulieren, dass Vick noch nicht genug bestraft worden ist.
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14. August 2009
Der Klingelbeutel: Rehabilitation ist schwierig
Michael Vick hat bei den Philadelphia Eagles unterschrieben. Damit haben wir neben Terrell Owens und den Buffalo Bills ein zweites Dauerthema, das die NFL-Experten beschäftigen wird. ie Dauerwurst Brett Favre rückt damit auf einen Schlag endlich nach ganz hinten in den Ballschrank.
• Das Thema "Rick Pitino hat Sex mit einer Frau in einem Restaurant und gibt ihr ein paar Wochen später Geld für eine Abtreibung" bietet das perfekte Material aus dem sonst so lupenreinen College-Basketball für eine weitergehende Boulevardisierung der Sportberichterstattung. Der Fall kam ins Rollen, weil die Dame ganz offensichtlich mit den 3000 Dollar, die ihr der Coach der Mannschaft von Louisville gezahlt hatte, nicht zurecht kam und ihn zu weiteren "Geschenken" nötigen wollte. Eine Art von Erpressungsversuch, könnte man auch sagen. Was den angeht, wird die gute Frau vermutlich im Gefängnis landen. Denn die Gesetze in den USA sehen für vieles ziemlich hohe Strafen vor. Aber auch Pitino dürfte nicht schadlos davon kommen. Dabei geht es nicht nur um die Libido eines verheirateten und hochbezahlten Trainers, der die Aufsichtsperson und das Vorbild für junge Sportler ist, die offiziell zu hohen Verhaltensstandards angehalten werden. Sondern vor allem um das Stichwort "Abtreibung" - damit kann man in weiten Teilen der Vereinigten Staaten ganze Bevölkerungskreise gegen sich aufbringen. Vermutlich auch im Bundesstaat Kentucky. Pitino hatte die pikanten Details übrigens nicht freiwillig der Öffentlichkeit anvertraut. Die kamen aufgrund einer Anfrage der örtlichen Zeitung ans Tageslicht. In den USA gibt es auf Bundesebene, aber auch in den meisten Staaten, Gesetze, die es gestatten, dass man Einsicht in die Akten der Behörden nehmen darf. In dem Fall handelt es sich um Vernehmungsprotokolle der Polizei aus ihren Emittlungen rund um Erpressungsversuch. Wer sich für die Protokolle interessiert, kann sie bei Smoking Gun als pdf-Dateien herunterladen.
• Nach dem schlechten WM-Qualifikationsspiel der Amerikaner in Mexiko (1:2) hatte Landon Donovan zumindest eine Erklärung für seine Leistung: Er hat sich die Schweineinfluenza eingehandelt. Mutmaßlicher Übertragungsweg: zwei Galaxy-Mitarbeiter, die vom Virus in Boston bei den New England Revolution angesteckt wurden. Für die USA war das Resultat auch deshalb nicht gut, weil die Aspiranten in der Sechser-Tabelle näher zusammengerückt sind. Drei kommen weiter. Jedes Team hat noch vier Begegnungen abzuwickeln.
• Für Michael Phelps sind die Tage, an denen er nicht in einem Becken schwimmt, kein Vergnügen. Egal, was er macht, ob er tätowierte Barfrauen anbaggert oder Marihuana inhaliert – immer ist jemand zur Stelle, der die Nachricht ausplaudert. Diesmal ist es die Meldung von einem Autounfall, bei dem Phelps unverletzt blieb. Wer den Crash verursacht hat, steht noch nicht fest.
• Und der Sieger im diesjährigen Sportler-Wettbewerb "Die Reise nach Jerusalem" heißt? Quentin Richardson. Der Basketballprofi wurde zwischen dem Ende der letzten NBA-Saison und heute bereits viermal getradet. Der Trip begann bei den New York Knicks, ging über die Memphis Grizzlies, die Los Angeles Lakers und die Minnesota Timberwolves. Sein derzeitiger Arbeitgeber sind die Miami Heat. Jerusalem, here we come.
• Das Thema "Rick Pitino hat Sex mit einer Frau in einem Restaurant und gibt ihr ein paar Wochen später Geld für eine Abtreibung" bietet das perfekte Material aus dem sonst so lupenreinen College-Basketball für eine weitergehende Boulevardisierung der Sportberichterstattung. Der Fall kam ins Rollen, weil die Dame ganz offensichtlich mit den 3000 Dollar, die ihr der Coach der Mannschaft von Louisville gezahlt hatte, nicht zurecht kam und ihn zu weiteren "Geschenken" nötigen wollte. Eine Art von Erpressungsversuch, könnte man auch sagen. Was den angeht, wird die gute Frau vermutlich im Gefängnis landen. Denn die Gesetze in den USA sehen für vieles ziemlich hohe Strafen vor. Aber auch Pitino dürfte nicht schadlos davon kommen. Dabei geht es nicht nur um die Libido eines verheirateten und hochbezahlten Trainers, der die Aufsichtsperson und das Vorbild für junge Sportler ist, die offiziell zu hohen Verhaltensstandards angehalten werden. Sondern vor allem um das Stichwort "Abtreibung" - damit kann man in weiten Teilen der Vereinigten Staaten ganze Bevölkerungskreise gegen sich aufbringen. Vermutlich auch im Bundesstaat Kentucky. Pitino hatte die pikanten Details übrigens nicht freiwillig der Öffentlichkeit anvertraut. Die kamen aufgrund einer Anfrage der örtlichen Zeitung ans Tageslicht. In den USA gibt es auf Bundesebene, aber auch in den meisten Staaten, Gesetze, die es gestatten, dass man Einsicht in die Akten der Behörden nehmen darf. In dem Fall handelt es sich um Vernehmungsprotokolle der Polizei aus ihren Emittlungen rund um Erpressungsversuch. Wer sich für die Protokolle interessiert, kann sie bei Smoking Gun als pdf-Dateien herunterladen.
• Nach dem schlechten WM-Qualifikationsspiel der Amerikaner in Mexiko (1:2) hatte Landon Donovan zumindest eine Erklärung für seine Leistung: Er hat sich die Schweineinfluenza eingehandelt. Mutmaßlicher Übertragungsweg: zwei Galaxy-Mitarbeiter, die vom Virus in Boston bei den New England Revolution angesteckt wurden. Für die USA war das Resultat auch deshalb nicht gut, weil die Aspiranten in der Sechser-Tabelle näher zusammengerückt sind. Drei kommen weiter. Jedes Team hat noch vier Begegnungen abzuwickeln.
• Für Michael Phelps sind die Tage, an denen er nicht in einem Becken schwimmt, kein Vergnügen. Egal, was er macht, ob er tätowierte Barfrauen anbaggert oder Marihuana inhaliert – immer ist jemand zur Stelle, der die Nachricht ausplaudert. Diesmal ist es die Meldung von einem Autounfall, bei dem Phelps unverletzt blieb. Wer den Crash verursacht hat, steht noch nicht fest.
• Und der Sieger im diesjährigen Sportler-Wettbewerb "Die Reise nach Jerusalem" heißt? Quentin Richardson. Der Basketballprofi wurde zwischen dem Ende der letzten NBA-Saison und heute bereits viermal getradet. Der Trip begann bei den New York Knicks, ging über die Memphis Grizzlies, die Los Angeles Lakers und die Minnesota Timberwolves. Sein derzeitiger Arbeitgeber sind die Miami Heat. Jerusalem, here we come.
23. Juli 2009
Wer die Qual hatte, hat die Wahl
Michael Vick soll nach Informationen von zwei ESPN-Reportern in der nächsten Woche die Chance erhalten, jenen 31 Clubs der National Football League seine Dienste anzubieten, die ihn noch nicht unter Vertrag hatten. Die Atlanta Falcons hatten sich angesichts der strafrechtlichen Probleme des Quarterbacks von ihm, so schnell es ging, distanziert, aber erst im Juni vertraglich getrennt. Bis dahin hatte das Team den im Mai aus dem Gefängnis entlassenen Football-Profi überall herumgereicht. Aber kein Club wollte ihn haben, beziehungsweise für ihn im Rahmen eines Tausches irgendeinen Spieler abgeben. Das hatte womöglich damit zu tun, dass die NFL-Spitze den wegen Tierquälerei verurteilten Vick auf unbestimmte Zeit gesperrt hatte. Eine solche Sanktion kann eine Liga jedoch nicht ewig aufrecht erhalten, wenn sie nicht Gefahr laufen will, wegen Diskriminierung verklagt zu werden. So soll der 29-jährige in dieser Saison noch einen Nachschlag von vier Spielen Sperre erhalten. Und dann wird ein Strich unter die Angelegenheit gezogen.In seiner besten Zeit war Vick der höchstbezahlte Spieler in der NFL. Die beiden Strafprozesse (bundesrechtlich sowie in Virginia auf der Basis des dort geltenden bundestaatlichen Rechts) haben sein Vermögen auf Fingerhutgröße reduziert.
Blick zurück: Vick zahlt Millionen an Atlanta, um aus seinem Vertrag herauszukommen
Blick zurück: Die Villa, die keiner haben will
Blick zurück: 23 Monate Freiheitsentzug und ein Schrieb an den Richter
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13. Juni 2009
Der Klingelbeutel: Von Manchester über Paris nach Madrid
Christiano Ronaldo hatte offensichtlich noch nicht genug von diesem Video gesehen. Also machte er sich auf nach Los Angeles, zwecks wegen des eigenen Augenscheins. One Night in Paris...
Nachtrag: Guter Spruch zum Thema vom twitternden Oliver Fritsch: "Warum knutscht Ronaldo eigentlich mit der Hilton rum? Kann der sich keinen richtigen Mann nehmen?"
... Michael Vicks Zukunft in Atlanta ist offiziell zu Ende. Die Falcons haben versucht, den Quarterback an ein anderes NFL-Team abzugeben. Die Tauschambitionen führten ins Nichts. Jetzt wurde er aus seinen Vertragsverpflichtungen entlassen. Theoretisch könnte er bereits in der nächsten Saison als Free Agent irgendwo unterkommen.
...Nicht alle Leute, die man extra anheuert, um sich zuhause etwas sicherer zu fühlen, sind wirklich koscher. Basketballprofi Tony Parker (San Antonio Spurs) weiß von einem solchen Fall zu berichten. Ein Teil seines Privateigentums wurde von einem Angestellten auf Craigslist angeboten. Die Geschichte hat eine hübsche Pointe, die zeigt, dass Verbrecher auch im Zeitalter des Internet noch nicht viel schlauer geworden sind. Der mutmaßliche Täter bot ein Trikot von Tony Parker für 500 Dollar an, dass nach Schätzungen der Polizei um die 20.000 Dollar wert sein dürfte.
...Die Aktion von NASCAR-Fahrer Kyle Busch, der vor einer Woche nach dem Sieg in Nashville im Stil von Pete Townshend anno 1966 auf spektakuläre Weise die Gitarre zertrümmerte, die ihm als Ehrenpreis überreicht wurde, klingt noch nach. Busch sieht keinen Grund, sich für die radikale Tat zu entschuldigen (das spricht für ihn). Und sein Spruch über die Qualität der Arbeit des Gitarrenherstellers Gibson ist geradezu grandios: "Das Auseinanderbrechen verlief nicht ganz nach Plan. Gibson macht verdammt solide Gitarren." Das kann ich übrigens bestätigen. Von einem Besuch in der Fabrik vor ein paar Jahren in Memphis, wo wir zwar keine Zerstörungswut an den Objekten auslassen durften, aber sehen konnten, in welchem Zustand sich reparaturbedürftige Instrumente befinden: meistens in einem noch ziemlich brauchbaren. Noch mehr off topic: Im gleichen Haus sitzt Rock N Soul Museum. Das ist anders als die Manufaktur wirklich einen Besuch wert.
Nachtrag: Guter Spruch zum Thema vom twitternden Oliver Fritsch: "Warum knutscht Ronaldo eigentlich mit der Hilton rum? Kann der sich keinen richtigen Mann nehmen?"
... Michael Vicks Zukunft in Atlanta ist offiziell zu Ende. Die Falcons haben versucht, den Quarterback an ein anderes NFL-Team abzugeben. Die Tauschambitionen führten ins Nichts. Jetzt wurde er aus seinen Vertragsverpflichtungen entlassen. Theoretisch könnte er bereits in der nächsten Saison als Free Agent irgendwo unterkommen.
...Nicht alle Leute, die man extra anheuert, um sich zuhause etwas sicherer zu fühlen, sind wirklich koscher. Basketballprofi Tony Parker (San Antonio Spurs) weiß von einem solchen Fall zu berichten. Ein Teil seines Privateigentums wurde von einem Angestellten auf Craigslist angeboten. Die Geschichte hat eine hübsche Pointe, die zeigt, dass Verbrecher auch im Zeitalter des Internet noch nicht viel schlauer geworden sind. Der mutmaßliche Täter bot ein Trikot von Tony Parker für 500 Dollar an, dass nach Schätzungen der Polizei um die 20.000 Dollar wert sein dürfte.
...Die Aktion von NASCAR-Fahrer Kyle Busch, der vor einer Woche nach dem Sieg in Nashville im Stil von Pete Townshend anno 1966 auf spektakuläre Weise die Gitarre zertrümmerte, die ihm als Ehrenpreis überreicht wurde, klingt noch nach. Busch sieht keinen Grund, sich für die radikale Tat zu entschuldigen (das spricht für ihn). Und sein Spruch über die Qualität der Arbeit des Gitarrenherstellers Gibson ist geradezu grandios: "Das Auseinanderbrechen verlief nicht ganz nach Plan. Gibson macht verdammt solide Gitarren." Das kann ich übrigens bestätigen. Von einem Besuch in der Fabrik vor ein paar Jahren in Memphis, wo wir zwar keine Zerstörungswut an den Objekten auslassen durften, aber sehen konnten, in welchem Zustand sich reparaturbedürftige Instrumente befinden: meistens in einem noch ziemlich brauchbaren. Noch mehr off topic: Im gleichen Haus sitzt Rock N Soul Museum. Das ist anders als die Manufaktur wirklich einen Besuch wert.
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31. März 2009
Der Klingelbeutel: Plaxico muss rein, Vick kommt raus
Mr. Plaxico Burress hat eine Frist bekommen, in der er die frische Luft da draußen in New Jersey noch ein bisschen genießen kann. Der Wide Receiver der New York Giants, der sich neulich mit einer illegal herumtransportierten Schusswaffe in einer Kneipe ins eigene Fleisch schoß, muss mit Gefängnis rechnen. Alles sieht nach einem Geständnis und einer Vereinbarung mir der Staatsanwaltschaft aus (plea bargaining). Einen Prozess will der Footballprofi wohl nicht riskieren.
• Mr. Michael Vick wird demnächst (im Mai) das Gefängnis verlassen können, weil er seine Strafe wegen Tierqäulerei abgesessen hat. Heute lief die Meldung über eine Einigung zwischen ihm und seinem alten Team, den Atlanta Falcons, über den Ticker. Der Club erhält Geld von ihm. Viel Geld: 6,5 Millionen Dollar. Auf diese Weise kommt der Quarterback aus seinem alten Vertrag heraus und kann seine Dienste anderen Mannschaften in der NFL anbieten. Für diese Dienste rechnet er mit einem Salär von 10 Millionen Dollar pro Jahr. Davon müsste er allerdings einen erheblichen Teil bei seinen Schuldnern abliefern. Er hatte vor einer Weile privat Konkurs angemeldet, weil er zahlungsunfähig wurde.
• Es gab den Pferdeflüsterer in Buchform und dann mit Robert Redford im Kino (nicht zu vergessen mit einer gewissen Scarlett Johansson, deren riesiger Schmollmund quasi über allem schwebte). Dann kam der Dog Whisperer, der Hundebesitzern hilft und auf einem Kabelkanal tief hinten im Sendergestrüpp einen Köter nach dem anderen an die Kandarre nimmt. Die nächste Flüstertüte ist ein ehemaliger Anwalt ohne brauchbare sportliche Erfahrung, dem einige NBA-Profis trauen, wenn sie ihr Spiel verbessern wollen. Ihn nennt man den Hoops Whisperer. Seine Methoden sind noch unkonventioneller als die des Nowitzki-Mentors Holger Geschwindner. Und das will was heißen. Ausgegraben hat ihn das Wall Street Journal. Zu seinen Kunden gehören: Carmelo Anthony (Denver Nuggets), Jason Richardson (Phoenix Suns) und Gilbert Arenas (Washington Wizards), um den es zuletzt etwas sehr still geworden ist. Idan Ravin heißt der Zauberer.
• Im Internet sind noch Stellen frei. Auch für Sportschreiber, die bei den Printerzeugnissen keine Zukunft mehr sehen. AOL Fanhouse hat gerade sechs Leute angestellt.
• Mr. Michael Vick wird demnächst (im Mai) das Gefängnis verlassen können, weil er seine Strafe wegen Tierqäulerei abgesessen hat. Heute lief die Meldung über eine Einigung zwischen ihm und seinem alten Team, den Atlanta Falcons, über den Ticker. Der Club erhält Geld von ihm. Viel Geld: 6,5 Millionen Dollar. Auf diese Weise kommt der Quarterback aus seinem alten Vertrag heraus und kann seine Dienste anderen Mannschaften in der NFL anbieten. Für diese Dienste rechnet er mit einem Salär von 10 Millionen Dollar pro Jahr. Davon müsste er allerdings einen erheblichen Teil bei seinen Schuldnern abliefern. Er hatte vor einer Weile privat Konkurs angemeldet, weil er zahlungsunfähig wurde.
• Es gab den Pferdeflüsterer in Buchform und dann mit Robert Redford im Kino (nicht zu vergessen mit einer gewissen Scarlett Johansson, deren riesiger Schmollmund quasi über allem schwebte). Dann kam der Dog Whisperer, der Hundebesitzern hilft und auf einem Kabelkanal tief hinten im Sendergestrüpp einen Köter nach dem anderen an die Kandarre nimmt. Die nächste Flüstertüte ist ein ehemaliger Anwalt ohne brauchbare sportliche Erfahrung, dem einige NBA-Profis trauen, wenn sie ihr Spiel verbessern wollen. Ihn nennt man den Hoops Whisperer. Seine Methoden sind noch unkonventioneller als die des Nowitzki-Mentors Holger Geschwindner. Und das will was heißen. Ausgegraben hat ihn das Wall Street Journal. Zu seinen Kunden gehören: Carmelo Anthony (Denver Nuggets), Jason Richardson (Phoenix Suns) und Gilbert Arenas (Washington Wizards), um den es zuletzt etwas sehr still geworden ist. Idan Ravin heißt der Zauberer.
• Im Internet sind noch Stellen frei. Auch für Sportschreiber, die bei den Printerzeugnissen keine Zukunft mehr sehen. AOL Fanhouse hat gerade sechs Leute angestellt.
9. März 2009
Wo Vick wohnte
Michael Vick braucht Geld. Also kommt jetzt seine Villa außerhalb von Atlanta unter den Hammer. Es ist eines dieser Protzpaläste, wie man sie in den USA in der oberen Kategorie häufiger findet. Die Nachrichtenagentur AP wollte offensichtlich den Verkauf ankurbeln helfen und schickte einen Reporter.
Das Minimum-Gebot sind 3,2 Millionen Dollar. Hundeliebhaber Vick darf im Juli vorzeitig sein gegenwärtiges Domizil verlassen – das Gefängnis. Ob und wie seine Karriere als Football-Quarterback weitergeht, wird das Thema der nächsten NFL-Saison sein.
Während dessen will der nicht vorbestrafte Manny Ramirez für sein Penthouse i
n Boston 8,5 Millionen Dollar haben. Ob der gegenwärtige Immobilienmarkt mit seinen düsteren Wolken am Horizont solche Preise abwirft, lässt sich nicht sagen. Die Aussicht allerdings ist nicht schlecht. Auch wenn dieses Foto nicht besonders einladend wirkt. Boston ist im Winter nun mal nicht hübsch. Nicht mal der Blick über den Charles River Richtung Harvard.
Nachtrag: Vicks Haus will keiner. Zumindest nicht für den Preis.
Das Minimum-Gebot sind 3,2 Millionen Dollar. Hundeliebhaber Vick darf im Juli vorzeitig sein gegenwärtiges Domizil verlassen – das Gefängnis. Ob und wie seine Karriere als Football-Quarterback weitergeht, wird das Thema der nächsten NFL-Saison sein.
Während dessen will der nicht vorbestrafte Manny Ramirez für sein Penthouse i
n Boston 8,5 Millionen Dollar haben. Ob der gegenwärtige Immobilienmarkt mit seinen düsteren Wolken am Horizont solche Preise abwirft, lässt sich nicht sagen. Die Aussicht allerdings ist nicht schlecht. Auch wenn dieses Foto nicht besonders einladend wirkt. Boston ist im Winter nun mal nicht hübsch. Nicht mal der Blick über den Charles River Richtung Harvard.Nachtrag: Vicks Haus will keiner. Zumindest nicht für den Preis.
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14. Dezember 2007
Vick bat um Milde

Ehe Michael Vick am letzten Montag zu 23 Monaten Freiheitsentzug verurteilt wurde, schrieb er einen handschriftlichen Brief an den Richter und warb um Milde, Rücksicht und Verständnis. Und eine ganze Reihe von Prominenten tat es ihm gleich: George Foreman, Hank Aaron, Warrick Dunn, der Bürgermeister von Atlanta. Weil wir in den USA sind, gibt es diese Briefe mittlerweile auch online als pdf-Dateien. Zum Beispiel hier. Mehr zum Thema hat die Zeitung Daily Press aufgefahren (via You Been Blinded).
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9. Dezember 2007
Der Klingelbeutel: Urteil für Vick
• MONTAG IST großer Michael-Vick-Tag. Dann erfährt der ehemalige Quarterback der Atlanta Falcons, der schon seit ein paar Wochen aus freien Stücken im Gefängnis sitzt, wie lang die Strafe ausfallen wird, die er sich mit seinen Hundekämpfen eingehandelt hat. Das Maximum liegt bei fünf Jahren.
• VOR EINER GANZEN WEILE erlitt ein Projekt Schiffbruch, das auf dem Papier zumindest nach Gold und Diamanten roch: Es hieß mvp und hatte als Protagonisten die Herren Michael Jordan, Wayne Gretzky und John Elway. Es sollte auf den Wogen des ersten Internetbooms segeln, bis sich zeigte, dass die enormen finanziellen Erwartungen der Vermarktungsplattform dreier Sportlegenden außer Spesen und vielen Kosten nichts produziert. Die Stars verbrannten 65 Millionen Dollar aus der eigenen Tasche. Man fühlt sich unweigerlich daran erinnert, wenn man liest, wie sich Basketballer LeBron James im zarten Alter von 22 auf eine Rolle als primus inter pares bei der Vermarktung anderer Sportler zutraut. Sein Laden - genannt LRMR - dürfte zwar im Moment sehr viel Rückenwind haben, weil seine Position als erfolgreiche Werbefigur unangetastet ist. Aber das viele Geld, das er und seine engen Berater in die Hand nehmen, um langsamm aber sicher ein kleines Imperium aufzubauen, bringt vorläufig überhaupt keine Zinsen, falls es überhaupt je dazu kommt. Viel mehr über die Rolle, die James im amerikanischen Sportkommerz spielen will, findet man in einer umfangreichen und ausführlich recherchierten Geschichte des US-Wirtschaftsmagazins Fortune (via nba-blog).
• DAVID BECKHAM will bekanntlich dem Fußball in den USA aus seinem Stadium eines Schwellenlandes heraushelfen und ganz nach oben führen. Und zwar ganz persönlich. Wenn er so weiter macht, wird er in etwa 3000 Jahren jedem Aspiranten im direkten Gegenüber eine kleine Unterrichtseinheit vermittelt haben. So eine wie im Fall der Kinder des Rappers Snoop Dog. Diese soll allerdings im Fernsehen laufen. Sie muss besonders beeindruckend ausgefallen sein. Was aus der Sache mit Angelina Jolies Sohn geworden ist, bleibt weiterhin ein Rätsel. Im Moment ist der allerdings in New Orleans schwer beschäftigt und hat das Projekt vielleicht schon wieder vergessen.
• VOR EINER GANZEN WEILE erlitt ein Projekt Schiffbruch, das auf dem Papier zumindest nach Gold und Diamanten roch: Es hieß mvp und hatte als Protagonisten die Herren Michael Jordan, Wayne Gretzky und John Elway. Es sollte auf den Wogen des ersten Internetbooms segeln, bis sich zeigte, dass die enormen finanziellen Erwartungen der Vermarktungsplattform dreier Sportlegenden außer Spesen und vielen Kosten nichts produziert. Die Stars verbrannten 65 Millionen Dollar aus der eigenen Tasche. Man fühlt sich unweigerlich daran erinnert, wenn man liest, wie sich Basketballer LeBron James im zarten Alter von 22 auf eine Rolle als primus inter pares bei der Vermarktung anderer Sportler zutraut. Sein Laden - genannt LRMR - dürfte zwar im Moment sehr viel Rückenwind haben, weil seine Position als erfolgreiche Werbefigur unangetastet ist. Aber das viele Geld, das er und seine engen Berater in die Hand nehmen, um langsamm aber sicher ein kleines Imperium aufzubauen, bringt vorläufig überhaupt keine Zinsen, falls es überhaupt je dazu kommt. Viel mehr über die Rolle, die James im amerikanischen Sportkommerz spielen will, findet man in einer umfangreichen und ausführlich recherchierten Geschichte des US-Wirtschaftsmagazins Fortune (via nba-blog).• DAVID BECKHAM will bekanntlich dem Fußball in den USA aus seinem Stadium eines Schwellenlandes heraushelfen und ganz nach oben führen. Und zwar ganz persönlich. Wenn er so weiter macht, wird er in etwa 3000 Jahren jedem Aspiranten im direkten Gegenüber eine kleine Unterrichtseinheit vermittelt haben. So eine wie im Fall der Kinder des Rappers Snoop Dog. Diese soll allerdings im Fernsehen laufen. Sie muss besonders beeindruckend ausgefallen sein. Was aus der Sache mit Angelina Jolies Sohn geworden ist, bleibt weiterhin ein Rätsel. Im Moment ist der allerdings in New Orleans schwer beschäftigt und hat das Projekt vielleicht schon wieder vergessen.
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30. November 2007
Der Klingelbeutel: NFL auf Dänisch
Zwei Mitangeklagte von Michael Vick im Tierquäler-Prozess wissen jetzt, was gefängnistechnisch auf sie zukommt. Der eine bekam 18 Monate, der andere 21. Und das obwohl sie als erste im Verfahren gestanden hatten und der Staatsanwaltschaft helfen wollten, den Quarterback als Hauptübeltäter zu fingern. Vick kann deshalb damit rechnen, dass seine Strafe noch höher ausfällt. Er marschierte bereits vor ein paar Tagen freiwillig in eine Strafanstalt und erhält als Belohnung noch ein getrenntes Verfahren des Staates Virginia an den Hals. Dass der einstige NFL-Star so etwas nicht hat kommen sehen und eine andere Freizeitbeschäftigung finden konnte, bleibt das große Mysterium.
Ein US-Blogger hatte den Mut, die dänische Version der gestrigen Übertragung vom NFL-Top-Spiel Dallas gegen Green Bay anzuschauen und sie zu beschreiben. So verwegen und so bedürftig waren manche, um das Spiel anzuschauen, das in den Vereinigten Staaten unter Ausschluss eines großen Teils der Öffentlichkeit stattfand.
Wenn NASCAR-Manager nach einer Erklärung dafür suchen sollten, wieso der enorme Publikumszuwachs der letzten Jahre abrupt zum Stoppen gekommen ist, sollten sie mal die Motorhaube öffnen und diesen Umstand reparieren: Seit fünf Jahren gewinnt ein Mann die Wahl zum populärsten Fahrer, der nicht die Spur einer Chance auf den Nextel Cup (demnächst Sprint Cup) hat. Was da passiert, nennen wir auf gut Englisch: disconnect. Wie funktioniert das? Dale Earnhardt jr. ist zwar in der Lage, einen Tross von Fans für sich einzunehmen - charmant und gut mit Werbeverträgen ausgestattet, wie er nun mal ist - aber die schalten nicht ein, solange er nicht vorne mitfährt. Die New York Times, die nur selten die Rennserie ausführlich unter die Lupe nimmt, vermerkte vor ein paar Tagen dieses überraschende Resultat: Das letzte Rennen aus Homestead außerhalb von hatte einen jämmerlichen 79. Platz in der Wochentabelle der Einschaltquoten produziert. Für die gesamte Saison meldete Bloomberg News dieses Resultat: Alle außer sieben Rennen von insgesamt 36 haben in der abgelaufenen Saison Zuschauereinbußen hinnehmen müssen. Natürlich könnte sich das ändern, falls Earnhardt in der nächsten Saison mal wirklich vorne mitjagt, und die Basis dafür ist mit seinem Teamwechsel auch gelegt. Aber die Konkurrenz pennt nicht und fährt vermutlich einfach besser Windschatten.
Blick zurück: Welche Themen die NASCAR-Welt in Fahrt bringen
Ein US-Blogger hatte den Mut, die dänische Version der gestrigen Übertragung vom NFL-Top-Spiel Dallas gegen Green Bay anzuschauen und sie zu beschreiben. So verwegen und so bedürftig waren manche, um das Spiel anzuschauen, das in den Vereinigten Staaten unter Ausschluss eines großen Teils der Öffentlichkeit stattfand.
Wenn NASCAR-Manager nach einer Erklärung dafür suchen sollten, wieso der enorme Publikumszuwachs der letzten Jahre abrupt zum Stoppen gekommen ist, sollten sie mal die Motorhaube öffnen und diesen Umstand reparieren: Seit fünf Jahren gewinnt ein Mann die Wahl zum populärsten Fahrer, der nicht die Spur einer Chance auf den Nextel Cup (demnächst Sprint Cup) hat. Was da passiert, nennen wir auf gut Englisch: disconnect. Wie funktioniert das? Dale Earnhardt jr. ist zwar in der Lage, einen Tross von Fans für sich einzunehmen - charmant und gut mit Werbeverträgen ausgestattet, wie er nun mal ist - aber die schalten nicht ein, solange er nicht vorne mitfährt. Die New York Times, die nur selten die Rennserie ausführlich unter die Lupe nimmt, vermerkte vor ein paar Tagen dieses überraschende Resultat: Das letzte Rennen aus Homestead außerhalb von hatte einen jämmerlichen 79. Platz in der Wochentabelle der Einschaltquoten produziert. Für die gesamte Saison meldete Bloomberg News dieses Resultat: Alle außer sieben Rennen von insgesamt 36 haben in der abgelaufenen Saison Zuschauereinbußen hinnehmen müssen. Natürlich könnte sich das ändern, falls Earnhardt in der nächsten Saison mal wirklich vorne mitjagt, und die Basis dafür ist mit seinem Teamwechsel auch gelegt. Aber die Konkurrenz pennt nicht und fährt vermutlich einfach besser Windschatten.
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10. Oktober 2007
Der Klingelbeutel: Wahrsager im Football und Marathon im Handbetrieb
Machen die Bemühungen um Football-Ligen im Hinterhof der NFL Fortschritte? Davon möge sich jeder Neugierige selbst überzeugen. Das angesehene Wochenmagazin Time versucht eine Analyse. Sie fällt nicht gerade überzeugend aus.Blick zurück: Die Vorboten einer neuen Liga
Alex Zanardi, der in der Lausitz bei einem grässlichen Unfall beide Beine verlor und und wieder Rennen fährt, hat sich etwas Neues ausgedacht: Er macht beim New York Marathon in der Rollstuhlfahrer-Kategorie mit.
Blick zurück: Der Crash auf Video
Die Bemühungen, dem geständigen Tierquäler Michael Vick die Vorabprämie aus dem Vertrag mit den Atlanta Falcons abspenstig zu machen, gehen weiter. Ein Schiedsgericht hat dem Club Recht gegeben. Die Spielergewerkschaft hält dagegen. Es ist ein Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen.
Was wusste der Computer, der das Football-Videospiel Madden NFL 08 kalkuliert, vor dem Spiel zwischen den Buffalo Bills und den Dallas Cowboys, was sonst keiner ahnte? Die Simulation besagte: Dallas gewinnt 26:24 mit einem Field Goal 47 Sekunden vor Schluss. Das war von der Realität wenige Tage später nur hauchdünn entfernt. Dallas gewann 25:24. Und das entscheidende Field Goal kam zwei Sekunden vor dem Ende.
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27. September 2007
Der Klingelbeutel: Rollen, Rauch und Revanche
War jemand am Wochenende beim World Inline Cup in Mainz? Dann hat er wahrscheinlich mitbekommen, dass die Neuseeländerin Nicole Begg das Frauen-Rennen gewonnen hat. Was er vermutlich nicht mitbekommen hat, ist der Hinweis auf die Tatsache, dass Ms. Begg zu der wachsenden Zahl von Sportlerinnen gehört, die glauben, sie würden noch schneller berühmt, wenn sie die Hose runter lassen.
Wenn man wie Michael Vick einer längeren Gefängnisstrafe entgegen sieht (wahrscheinlich gibt's noch Nachschlag im Rahmen eines Verfahrens des Staates Virginia), ist einem vermutlich irgendwann auch egal, dass man in der Zwischenzeit regelmäßig auf die Einnahme von verbotenen Substanzen untersucht wird. Ron Mexico mag also Marihuana. Wer hätte das gedacht?
Der Mann, der den von Barry Bonds bei seinem Rekord-Home-Run geschlagenen Ball ersteigert hat, hat sein Geld nicht umsonst ausgegeben. Das Artifakt wird mit einem Sternchen versehen (auf Englisch Asterisk), um so unterschwellig auf die Doping-Phase in der Karriere von Bonds hinzuweisen und damit den Wert der Bestleistung in Frage zu stellen. Und dann geht der Ball an die Hall of Fame in Cooperstown, damit jeder Anhänger der Sportart bei einem Besuch daran erinnert wird, dass Bonds ein Sportbetrüger war. Die Revanche des kleinen Mannes.
Wenn man wie Michael Vick einer längeren Gefängnisstrafe entgegen sieht (wahrscheinlich gibt's noch Nachschlag im Rahmen eines Verfahrens des Staates Virginia), ist einem vermutlich irgendwann auch egal, dass man in der Zwischenzeit regelmäßig auf die Einnahme von verbotenen Substanzen untersucht wird. Ron Mexico mag also Marihuana. Wer hätte das gedacht?
Der Mann, der den von Barry Bonds bei seinem Rekord-Home-Run geschlagenen Ball ersteigert hat, hat sein Geld nicht umsonst ausgegeben. Das Artifakt wird mit einem Sternchen versehen (auf Englisch Asterisk), um so unterschwellig auf die Doping-Phase in der Karriere von Bonds hinzuweisen und damit den Wert der Bestleistung in Frage zu stellen. Und dann geht der Ball an die Hall of Fame in Cooperstown, damit jeder Anhänger der Sportart bei einem Besuch daran erinnert wird, dass Bonds ein Sportbetrüger war. Die Revanche des kleinen Mannes.
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Nicole Begg
24. September 2007
Der Klingelbeutel: Becks to where he belongs?
Irgendjemandem muss aufgefallen sein, dass die Saison von Major League Soccer bald zu Ende ist und vor dem kommenden April nicht wieder beginnt. Und dann hat er sich gesagt: Da ist doch dieser Beckham. Und der hat doch bisher auch jeden Winter gespielt. Kann man den nicht nach England holen, wo er dann bei einem dieser Edelclubs trainiert? Wäre doch eine prima PR-Aktion. Und so kam das Gerücht in den Sunday Mirror, wonach Becks den Winter womöglich bei Arsenal verbringt.
Die Anklage lautet auf Körperverletzung und wird von Videoaufnahmen untermauert. Trotzdem hat sich Jose Offerman in Bridgeport im ersten Teil des Verfahrens für nicht schuldig erklärt. Sein Anwalt erklärte, er glaube nicht, dass sein Mandant irgendeinen der Gegner mit dem Baseball-Schläger getroffen habe. Im Oktober geht's in medias res.
Michael Vick wartet auf das Strafmaß. Aber das hält niemanden davon ab, das Haus zu besuchen, in dem er seine Kampfhunde hielt und umbrachte. Es ist zur Touristenattraktion geworden. Vermutung: Bald wird an Ort und Stelle der erste Hot-Dog-Stand aufmachen, und Leute werden T-Shirts verhökern.
Die Anklage lautet auf Körperverletzung und wird von Videoaufnahmen untermauert. Trotzdem hat sich Jose Offerman in Bridgeport im ersten Teil des Verfahrens für nicht schuldig erklärt. Sein Anwalt erklärte, er glaube nicht, dass sein Mandant irgendeinen der Gegner mit dem Baseball-Schläger getroffen habe. Im Oktober geht's in medias res.
Michael Vick wartet auf das Strafmaß. Aber das hält niemanden davon ab, das Haus zu besuchen, in dem er seine Kampfhunde hielt und umbrachte. Es ist zur Touristenattraktion geworden. Vermutung: Bald wird an Ort und Stelle der erste Hot-Dog-Stand aufmachen, und Leute werden T-Shirts verhökern.
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24. August 2007
Vick besiegelt sein Schicksal
Die Akte Vick ist heute um einen Vorgang dicker geworden: den sogenannten plea deal, eine Vereinbarung zwischen ihm und der Staatsanwaltschaft, sich zu einem Teil der vorgebrachten Anklagepunkte schuldig zu bekennen. Am Montag wird das Ganze in einem Gerichtssaal in Richmond/Virginia noch einmal durchgekaut und Amerikas talentiertester Quarterback wird vom zuständigen Richter gefragt werden, ob er das wirklich alles so unterschreiben will. Danach kann er sich geistig aufs Gefängnis einstellen und noch ein paar Dinge sortieren. Die NFL hat ihn unbeschränkt gesperrt. Nike hat den Vertrag mit ihm gekündigt. Die Vertragsauflösung mit den Atlanta Falcons wird noch ein bisschen Mühe machen. Die Vereinbarung - mit allerei Vorab-Boni für den Spieler gepolstert - scheint ziemlich komplex.
Es traf also offensichtlich nicht den Falschen, auch wenn es in Amerika hunderte von Leuten geben dürfte, die nachwievor Hundekämpfe ausrichten und Pit-Bull-Terrier darauf abrichten, sich gegenseitig zu zerfleischen. Es traf einen Prominenten, der, wie die Flittchen Paris Hilton und Lindsay Lohan, vermutlich zu jung ist, um wirklich genau zu verstehen, wie man sich so verhält, dass man nicht in die Mühlen der Justiz gerät. Es traf einen Schwarzen, was viele Afro-Amerikaner als ungerecht empfinden. Es traf einen reichen Sportler, von denen immer weniger begreifen, dass es keine Privilegien für Rechtsbrecher gibt. Schon gar nicht für die, die erwischt werden.
Es traf also offensichtlich nicht den Falschen, auch wenn es in Amerika hunderte von Leuten geben dürfte, die nachwievor Hundekämpfe ausrichten und Pit-Bull-Terrier darauf abrichten, sich gegenseitig zu zerfleischen. Es traf einen Prominenten, der, wie die Flittchen Paris Hilton und Lindsay Lohan, vermutlich zu jung ist, um wirklich genau zu verstehen, wie man sich so verhält, dass man nicht in die Mühlen der Justiz gerät. Es traf einen Schwarzen, was viele Afro-Amerikaner als ungerecht empfinden. Es traf einen reichen Sportler, von denen immer weniger begreifen, dass es keine Privilegien für Rechtsbrecher gibt. Schon gar nicht für die, die erwischt werden.
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20. August 2007
Erfolg für die Behörden: Vick wird sich schuldig bekennen
Michael Vick hat am Wochenende eingesehen, dass er einen Prozess kaum gewinnen kann, wenn die wichtigsten Zeugen allesamt gegen ihn aussagen werden. Und so hat er heute der Staatsanwaltschaft signalisiert, dass er zu einem Schuldgeständnis bereit ist und eine Strafe akzeptieren wird, deren Höhe vorläufig noch nicht feststeht. In amerikanischen Medien haben sich die Spekulationen auf zwölf bis 18 Monate Gefängnis eingepegelt. Damit kann die Staatsanwaltschaft einen Kriminalfall abhaken, der andernfalls viel Geld gekostet und sich eine Weile hingezogen hätte. Und Vick kann sich Gedanken über eine Zukunft als entlassener Häftling machen. Die NFL kann gute Quarterbacks immer gebrauchen.Wer die Vorgeschichte nacharbeiten will: Die wurde auf American Arena im Laufe der letzten Wochen ausführlich abgehandelt und kann mit einem Klick auf dieses Link abgerufen werden.
Nachtrag: Bei Sports By Brooks gab es diesen Hinweis auf einen älteren Fall von Tierquälerei und Hundekämpfen in South Carolina. Da wurde vor drei Jahren ein Pit-Bull-Züchter, der sich für schuldig bekannt hatte, zu 40 (in Worten: vierzig) Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann war damals 57.
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17. August 2007
Finito la musica für Vick: Alle Kumpels haben gesungen
Keine Ahnung, ob Leser dieses Blogs wirklich gerne die Kopien von offiziellen Dokumenten lesen, wie sie sich Sportler in den USA einhandeln, wenn sie die Gesetze übertreten. Manchmal ist viel Kauderwelsch involviert. Es mangelt an knackigen Zusammenfassungen. Es sind halt Akten. Aber man kann die Lektüre wirklich empfehlen. Zum Beispiel im Fall von Quarterback Michael Vick, der, nachdem sich alle drei Mitangeklagten in seinem Hundekampf-Prozess für schuldig erklärt haben und er damit kaum noch eine Chance hat, aus der Nummer herauszukommen, in einem riesigen Dilemma steckt. Soll er jetzt noch den Prozess riskieren? Oder lieber mit der Staatsanwaltschaft feilschen und eine (Gefängnis-)Strafe akzeptieren? Was The Smoking Gun hochgeladen hat, ist auch deshalb interessant, weil es aufschlüsselt, wie die amerikanischen Ermittlungsbehörden arbeiten und denken, wenn sie einen Verbrecher überführen wollen. Wie methodisch die Jungs vorgehen, wird selten in den Hollywood-Krimis deutlich. Auch nicht bei Law and Order. Die Qualität dieser Akten ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Bundesregierung ("the Feds") die besten Polizisten und Staatsanwälte hat, aber nur einen geringen Teil der Strafprozesse abwickelt. Die wissen, wie man sich aufs Wesentliche konzentriert. Die meisten Kriminalfälle werden hingegen auf Bundesstaatsebene von meistens nicht halb so talentierten Leuten abgespult. Und die sind oft auch noch überlastet.
Punkt 46 auf Seite 11 ist besonders wichtig (und wohl auch deshalb von The Smoking Gun markiert): Michael Vick soll nicht nur sein Geld in die Kampfarie gesteckt haben, sondern im April mit zwei anderen Angeklagten acht Tiere umgebracht haben, die bei sogenannten Tests nicht die erhoffte Leistung gebracht hatten.
Blick zurück: Vicks Probleme in Kurzfassung
Punkt 46 auf Seite 11 ist besonders wichtig (und wohl auch deshalb von The Smoking Gun markiert): Michael Vick soll nicht nur sein Geld in die Kampfarie gesteckt haben, sondern im April mit zwei anderen Angeklagten acht Tiere umgebracht haben, die bei sogenannten Tests nicht die erhoffte Leistung gebracht hatten.
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14. August 2007
NBA-Wettskandal und Vicks Anklage: Schuldgeständnisse?
Noch immer keine Details darüber, wie der beschuldigte NBA-Schiedsrichter Tim Donaghy den Ausgang von Spielen manipulierte. Dafür aber ein Gerücht, dass AP aus mehreren Quellen bestätigt sieht: Der Referee wird sich am Mittwoch in Brooklyn schuldig bekennen. Mehr darüber, wenn es mehr gibt.
Ähnlch kryptisch ist die Lage rund um Quarterback Michael Vick und seine Anklage wegen Tierquälerei und Betreiben von verbotenen Hundekämpfen. Angeblich sind zwei weitere Mitangeklagte im Begriff, Geständnisse abzulegen, um auf diese Weise einen Prozess und längere Gefängnisstrafen zu vermeiden. Und noch angeblicher soll auch Vick mit so etwas liebäugeln. Sein Hauptproblem: Er muss sich mit der NFL arrangieren, um auch nach einer eventuellen Strafe wieder Football spielen zu können (es gibt da einige prominente Fälle in der Vergangenheit, die das sehr geschickt gelöst haben).
Blick zurück: Der Wett-Skandal bekommt Konturen
Blick zurück: Gedanken zum Kampf schwarzer Quarterbacks in der NFL
Blick zurück: Anklage gegen Vick
Ähnlch kryptisch ist die Lage rund um Quarterback Michael Vick und seine Anklage wegen Tierquälerei und Betreiben von verbotenen Hundekämpfen. Angeblich sind zwei weitere Mitangeklagte im Begriff, Geständnisse abzulegen, um auf diese Weise einen Prozess und längere Gefängnisstrafen zu vermeiden. Und noch angeblicher soll auch Vick mit so etwas liebäugeln. Sein Hauptproblem: Er muss sich mit der NFL arrangieren, um auch nach einer eventuellen Strafe wieder Football spielen zu können (es gibt da einige prominente Fälle in der Vergangenheit, die das sehr geschickt gelöst haben).
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29. Juli 2007
Warum Vick es reingerieben bekommt
Der rote Teppich, auf dem Michael Vick durchs Leben spazieren konnte, ist irgendwann mal ziemlich lang und breit gewesen. Was unter anderem daran liegt, dass Vick als exzellenter Athlet in Amerikas populärster Mannschaftsportart demonstrieren konnte, wie man eine ziemlich mechanische Arbeit auf eine eigensinnige, aber ebeno ertragreiche Weise abwickeln kann: mit überraschenden Sololäufen. Der Quarterback als Running Back, der im schnellen Zickzack durch die gegnerischen Reihen stürmt, aber ebenso leicht einen langen Pass nach vorne werfen kann. Auf den Gegenentwurf zu einem schmächtigen, aber nervenstarken Mann wie Joe Montana, der im letzten Augenblick den Ball an einen gut postierten Mitspieler abgab, ehe er von den herandampfenden Gegnern platt gemacht wurde, hat man lange warten müssen. Aber irgendwann dreht sich wohl auch im konservativen Football das Rad weiter.
Weißen Quarterbacks konnte man das jahrzehntelang einfach ausreden, diesen Hang zur Improvisation und Eigeninitiative, und sie zu einem anderen Verhalten nötigen - zu dieser Passivität, diesem Zocken und Zögern. Denn das hatte man ihnen von Anfang an eingetrichtert, dass der Capo di Capi auf dem Platz nur das brav umsetzt, was sich der wahre Boss, der Trainer, ausgedacht hat - das von einem Genie im Hintergrund inszenierte Chaos, das zeigt, wer das Spiel mit eiserner Hand im Griff hat: der Head Coach.
Schnellen schwarzen Athleten war das schon länger viel zu dämlich, weil es schließlich auch anders geht. Aber ihnen wurde von Trainern auf allen Ebenen jahrzehntelang der Weg auf die Position des Quarterbacks nach Kräften verlegt. Wenn sie wendig und willig waren, wurden sie auf andere Aufgaben umgeschult, wenn nicht, wurden andere angeheuert. Es gab stets genug Nachwuchs. Selbst in jener Phase, die vor etwa zehn Jahren begann, als die Dämme brachen und sich immer mehr schwarze Talente aufdrängten, waren NFL-Trainer überaus nervös angesichts des umfassenden Könnens und unkontrollierten Spielwitzes. So landete Charlie Ward, der Heisman Trophy-Gewinner des Jahres 1993, bei den New York Knicks in der NBA, nachdem er bei der NFL-Draft von allen Team ignoriert wurde. Was war das Problem? Scouts hatten übereinstimmend erklärt, dass seine Collegeleistungen bei den Profis nichts wert sein würden. Er hatte hauptsächlich in einer Shotgun-Offense gespielt. Der nächste Fall war das Multi-Talent Kordell Stewart bei den Pittburgh Steelers. Erneut zeigte sich, dass die eingefahrenen halsstarrigen Trainer mit einem Mann nicht viel anfangen konnten, der ihnen mehr spielerische Möglichkeiten bot, aber auch mehr Risikofaktoren brachte. Improvisation kann man nicht planen und nicht kontrollieren. Stewarts Karriere blieb - leider - so etwas wie eine unvollendete Symphonie.
Das droht jetzt auch Michael Vick, dem ersten schwarzen Quarterback, der zumindest auf dem Platz die alten Barrieren endgültig überwinden konnte und der zweitbestbezahlte Spieler in der NFL ist. Aber nicht weil er bei den Atlanta Falcons nicht den ganz großen Erfolg vorweisen kann (die Mannschaft brachte es mit ihm bisher nur bis zum Spiel um die NFC Championship, also bis unter die letzten vier), sondern weil er im Verdacht steht, ein Tierquäler zu sein, der seine Zeit mit Hundekämpfen verbringt. Und mit Verwandten und Freunden, die Hunde grausam umbringen und auf seinem Grundstück einbuddeln.
Wenn man sich das Spektrum der Reaktionen in den USA anschaut, wird man erkennen, dass unter der Oberfläche einer ganz legitimen Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft die Hautfarbe von Vick und sein Status als erfolgreicher schwarzer Sportler ebenfalls mitspielt. Das Ausmaß an moralischer Entrüstung, das der Fall ausgelöst hat, steht in keinem Verhältnis zu seiner eigentlichen Relevanz. Man muss nicht mal die Meinung des (weißen) Kolumnisten Dave Zirin teilen, der den amerikanischen Sportbetrieb schon lange aus einer linken politischen Haltung heraus attackiert, und neulich mit Chuck D. ein Buch herausgebracht hat (Welcome to the Terrordome). Der wundert sich zurecht, wie eine Gesellschaft, die unter anderem auch im Sport ein derartiges Maß an Gewalttätigkeit gutheißt, förmlich ausrastet, wenn es um tote Hunde geht. Man muss auch nicht die ständige Rassismus-Keule schwingen, wie das im sehr anregenden Blog The Starting Five von Co-Autor dwil bei jedem Thema (Barry Bonds etc. ) getan wird. Schließlich gibt es Gesetze, die das Verhalten von Menschen verbindlich regeln. Wer sie bricht, kann sich nicht den Mantel der verfolgten Unschuld überwerfen und so tun, als habe man ihn nur wegen seiner Hautfarbe festgenommen.
Auf der anderen Seite weiß man spätestens seit Muhammad Ali (einem genialen Techniker und Stilisten im Ring, aber eigenwillig und unberechenbar) und der gegen ihn verhängten Sperre der Boxverantwortlichen (er hatte den Kriegsdienst verweigert), dass schwarze Amerikaner sehr viel schneller sozial geächtet werden als Weiße, wenn sie aus dem Rahmen fallen (und nicht nur dann). Im Fall von Vick passiert das schrittweise: Die NFL hat ihn vom Trainingsbetrieb ausgeschlossen. Nike hat den Werbevertrag mit ihm aufgehoben. Andere Werbepartner kündigten verbindliche Vereinbarungen. Und alles, ehe das Strafverfahren begann. Es mag sein, dass Vick ein Tierquäler ist. Aber falls nicht: Seinen Stempel als Pariah hat er weg.
Weißen Quarterbacks konnte man das jahrzehntelang einfach ausreden, diesen Hang zur Improvisation und Eigeninitiative, und sie zu einem anderen Verhalten nötigen - zu dieser Passivität, diesem Zocken und Zögern. Denn das hatte man ihnen von Anfang an eingetrichtert, dass der Capo di Capi auf dem Platz nur das brav umsetzt, was sich der wahre Boss, der Trainer, ausgedacht hat - das von einem Genie im Hintergrund inszenierte Chaos, das zeigt, wer das Spiel mit eiserner Hand im Griff hat: der Head Coach.
Schnellen schwarzen Athleten war das schon länger viel zu dämlich, weil es schließlich auch anders geht. Aber ihnen wurde von Trainern auf allen Ebenen jahrzehntelang der Weg auf die Position des Quarterbacks nach Kräften verlegt. Wenn sie wendig und willig waren, wurden sie auf andere Aufgaben umgeschult, wenn nicht, wurden andere angeheuert. Es gab stets genug Nachwuchs. Selbst in jener Phase, die vor etwa zehn Jahren begann, als die Dämme brachen und sich immer mehr schwarze Talente aufdrängten, waren NFL-Trainer überaus nervös angesichts des umfassenden Könnens und unkontrollierten Spielwitzes. So landete Charlie Ward, der Heisman Trophy-Gewinner des Jahres 1993, bei den New York Knicks in der NBA, nachdem er bei der NFL-Draft von allen Team ignoriert wurde. Was war das Problem? Scouts hatten übereinstimmend erklärt, dass seine Collegeleistungen bei den Profis nichts wert sein würden. Er hatte hauptsächlich in einer Shotgun-Offense gespielt. Der nächste Fall war das Multi-Talent Kordell Stewart bei den Pittburgh Steelers. Erneut zeigte sich, dass die eingefahrenen halsstarrigen Trainer mit einem Mann nicht viel anfangen konnten, der ihnen mehr spielerische Möglichkeiten bot, aber auch mehr Risikofaktoren brachte. Improvisation kann man nicht planen und nicht kontrollieren. Stewarts Karriere blieb - leider - so etwas wie eine unvollendete Symphonie.
Das droht jetzt auch Michael Vick, dem ersten schwarzen Quarterback, der zumindest auf dem Platz die alten Barrieren endgültig überwinden konnte und der zweitbestbezahlte Spieler in der NFL ist. Aber nicht weil er bei den Atlanta Falcons nicht den ganz großen Erfolg vorweisen kann (die Mannschaft brachte es mit ihm bisher nur bis zum Spiel um die NFC Championship, also bis unter die letzten vier), sondern weil er im Verdacht steht, ein Tierquäler zu sein, der seine Zeit mit Hundekämpfen verbringt. Und mit Verwandten und Freunden, die Hunde grausam umbringen und auf seinem Grundstück einbuddeln.
Wenn man sich das Spektrum der Reaktionen in den USA anschaut, wird man erkennen, dass unter der Oberfläche einer ganz legitimen Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft die Hautfarbe von Vick und sein Status als erfolgreicher schwarzer Sportler ebenfalls mitspielt. Das Ausmaß an moralischer Entrüstung, das der Fall ausgelöst hat, steht in keinem Verhältnis zu seiner eigentlichen Relevanz. Man muss nicht mal die Meinung des (weißen) Kolumnisten Dave Zirin teilen, der den amerikanischen Sportbetrieb schon lange aus einer linken politischen Haltung heraus attackiert, und neulich mit Chuck D. ein Buch herausgebracht hat (Welcome to the Terrordome). Der wundert sich zurecht, wie eine Gesellschaft, die unter anderem auch im Sport ein derartiges Maß an Gewalttätigkeit gutheißt, förmlich ausrastet, wenn es um tote Hunde geht. Man muss auch nicht die ständige Rassismus-Keule schwingen, wie das im sehr anregenden Blog The Starting Five von Co-Autor dwil bei jedem Thema (Barry Bonds etc. ) getan wird. Schließlich gibt es Gesetze, die das Verhalten von Menschen verbindlich regeln. Wer sie bricht, kann sich nicht den Mantel der verfolgten Unschuld überwerfen und so tun, als habe man ihn nur wegen seiner Hautfarbe festgenommen.
Auf der anderen Seite weiß man spätestens seit Muhammad Ali (einem genialen Techniker und Stilisten im Ring, aber eigenwillig und unberechenbar) und der gegen ihn verhängten Sperre der Boxverantwortlichen (er hatte den Kriegsdienst verweigert), dass schwarze Amerikaner sehr viel schneller sozial geächtet werden als Weiße, wenn sie aus dem Rahmen fallen (und nicht nur dann). Im Fall von Vick passiert das schrittweise: Die NFL hat ihn vom Trainingsbetrieb ausgeschlossen. Nike hat den Werbevertrag mit ihm aufgehoben. Andere Werbepartner kündigten verbindliche Vereinbarungen. Und alles, ehe das Strafverfahren begann. Es mag sein, dass Vick ein Tierquäler ist. Aber falls nicht: Seinen Stempel als Pariah hat er weg.
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19. Juli 2007
"Kastriert Vick"
Man kann es sich ziemlich schnell mit den Tierfreunden verderben, wenn man Hundekämpfe organisiert oder gar sein Haus für solche Veranstaltungen zur Verfügung stellt. Insbesondere mit denen von der militanteren Sorte von der PETA-Fraktion, denen jeder Mensch suspekt ist, der sich gerne von tierischen Eiweißen ernährt oder gar Fleisch verzehrt. Die besprühen dann schon mal ihr eigenes Auto mit Parolen wie "Kastriert Vick". Vermutlich dürfte das für den Genital-Herpes-Verbreiter Michael Vick noch das geringere Problem sein. Die Meldung von heute ist das langsame Rückzugsmanöver, das Werbepartner Nike begonnen hat, um nicht in den Strudel gerissen zu werden, der sich rund um die Anklage für den Quarterback der Atlanta Falcons auftut. Die Firma, früher kein Kind von Traurigkeit, wenn es darum ging, rebellische Sportler-Typen und unsägliche Pfeifen wie Tonya Harding in Schutz zu nehmen, gab bekannt, dass sie die Auslieferung des neuen Schuhmodells Vick V verschiebt. Die Meldung kam dekoriert mit einer unmissverständlichen Erklärung, an der sich die Chefs von ARD und ZDF (betreffend Radsport) ein Beispiel nehmen könnten. Unter anderem auch deshalb, weil das Unternehmen in letzter Konsequenz 1,5 Millionen Dollar allein im Bereich Produktherstellung in den Sand setzen dürfte, von angehäuften Entwicklungs- und Vermarktungkosten nicht zu reden. Wir haben hier nicht die Absicht, den dicksten Gorilla der Branche über den grünen Klee zu loben. Solche Aktionen sind immer auch von der Sorge bestimmt, dass man zuviel Gegenwind abbekommt, wenn man sich neben oder hinter einen Mann stellt, dessen Bekleidung (inklusive Schuhe) demnächst von der amerikanischen Gefängnisverwaltung gestellt werden könnte. Bei der genannten Nike-Zahl handelt es sich um ein Schätzung. Offizielle Infos gibt es keine. Auf die werden die Aktionäre noch eine Weile warten müssen.
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18. Juli 2007
NFL-Quarterback Michael Vick auf die Anklagebank
Bis zu sechs Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 350.000 Dollar sind eine Menge Holz. Vor allem für das Ausrichten von Hundekämpfen. Aber das ist typisch für die USA, wo bei vielen Vergehen und Verbrechen exorbitante Strafandrohungen für relativ unbedeutende Aktivitäten im Spiel sind. Man nennt das Prinzip "Abschreckung". Es funktioniert nie, nicht mal bei Leuten mit einigermaßen Grips und Weitblick. Ob Michael Vick über Grips und Weitblick verfügt, wage ich nicht zu beurteilen. Dass jemand über ein beachtliches Talent verfügt, auf der intelligentesten Position einer Footballmannschaft, nämlich als Quarterback, zu bestehen, heißt ja nicht, dass er den Rest des Alltags überreißt. Im Gegenteil. Vick, mit 13 Millionen Dollar pro Jahr der am besten entlohnte Footballprofi nach Peyton Manning, wirkt bisweilen wie jemand, der denkt, dass er nach anderen Regeln lebt als der Durchschnittsbürger. Nun wurde er angeklagt, nachdem die Spurenfahndung den Garten seines Hauses auf der Suche nach Leichen von misshandelten Hunden umgegraben hatten. Die Anklageschrift bezieht drei weitere Verdächtige mit ein. Die NFL reagierte verhalten. Vicks Webseite reagierte noch gar nicht. Die Vorgeschichte aus Sicht eines amerikanischen Bloggers, der gewohnheitsmäßig hinter jedem Baum rassistische Amerikaner sieht, die versuchen, erfolgreiche Schwarze in den USA fertig zu machen.Blick zurück: Die erste Meldung über die Probleme von Vick
Blick zurück: Die Nike-Connection und die Sache mit dem Decknamen "Ron Mexico"
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