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27. September 2009

Warten auf Vick

Michael Vick kehrt heute als rehabilitierter Quarterback in die NFL zurück. Ob er gut spielt, wie oft er eingesetzt wird? Alles Fragen, auf deren Antwort man gespannt sein darf. Sein neues Team, die Philadelphia Eagles, spielen zu Hause gegen die Kansas City Chiefs, ein ganz schwacher Gegner. Das Match wird in wenigen Minuten angepfiffen.

14. August 2009

Der Klingelbeutel: Rehabilitation ist schwierig

Michael Vick hat bei den Philadelphia Eagles unterschrieben. Damit haben wir neben Terrell Owens und den Buffalo Bills ein zweites Dauerthema, das die NFL-Experten beschäftigen wird. ie Dauerwurst Brett Favre rückt damit auf einen Schlag endlich nach ganz hinten in den Ballschrank.

• Das Thema "Rick Pitino hat Sex mit einer Frau in einem Restaurant und gibt ihr ein paar Wochen später Geld für eine Abtreibung" bietet das perfekte Material aus dem sonst so lupenreinen College-Basketball für eine weitergehende Boulevardisierung der Sportberichterstattung. Der Fall kam ins Rollen, weil die Dame ganz offensichtlich mit den 3000 Dollar, die ihr der Coach der Mannschaft von Louisville gezahlt hatte, nicht zurecht kam und ihn zu weiteren "Geschenken" nötigen wollte. Eine Art von Erpressungsversuch, könnte man auch sagen. Was den angeht, wird die gute Frau vermutlich im Gefängnis landen. Denn die Gesetze in den USA sehen für vieles ziemlich hohe Strafen vor. Aber auch Pitino dürfte nicht schadlos davon kommen. Dabei geht es nicht nur um die Libido eines verheirateten und hochbezahlten Trainers, der die Aufsichtsperson und das Vorbild für junge Sportler ist, die offiziell zu hohen Verhaltensstandards angehalten werden. Sondern vor allem um das Stichwort "Abtreibung" - damit kann man in weiten Teilen der Vereinigten Staaten ganze Bevölkerungskreise gegen sich aufbringen. Vermutlich auch im Bundesstaat Kentucky. Pitino hatte die pikanten Details übrigens nicht freiwillig der Öffentlichkeit anvertraut. Die kamen aufgrund einer Anfrage der örtlichen Zeitung ans Tageslicht. In den USA gibt es auf Bundesebene, aber auch in den meisten Staaten, Gesetze, die es gestatten, dass man Einsicht in die Akten der Behörden nehmen darf. In dem Fall handelt es sich um Vernehmungsprotokolle der Polizei aus ihren Emittlungen rund um Erpressungsversuch. Wer sich für die Protokolle interessiert, kann sie bei Smoking Gun als pdf-Dateien herunterladen.

• Nach dem schlechten WM-Qualifikationsspiel der Amerikaner in Mexiko (1:2) hatte Landon Donovan zumindest eine Erklärung für seine Leistung: Er hat sich die Schweineinfluenza eingehandelt. Mutmaßlicher Übertragungsweg: zwei Galaxy-Mitarbeiter, die vom Virus in Boston bei den New England Revolution angesteckt wurden. Für die USA war das Resultat auch deshalb nicht gut, weil die Aspiranten in der Sechser-Tabelle näher zusammengerückt sind. Drei kommen weiter. Jedes Team hat noch vier Begegnungen abzuwickeln.

• Für Michael Phelps sind die Tage, an denen er nicht in einem Becken schwimmt, kein Vergnügen. Egal, was er macht, ob er tätowierte Barfrauen anbaggert oder Marihuana inhaliert – immer ist jemand zur Stelle, der die Nachricht ausplaudert. Diesmal ist es die Meldung von einem Autounfall, bei dem Phelps unverletzt blieb. Wer den Crash verursacht hat, steht noch nicht fest.

• Und der Sieger im diesjährigen Sportler-Wettbewerb "Die Reise nach Jerusalem" heißt? Quentin Richardson. Der Basketballprofi wurde zwischen dem Ende der letzten NBA-Saison und heute bereits viermal getradet. Der Trip begann bei den New York Knicks, ging über die Memphis Grizzlies, die Los Angeles Lakers und die Minnesota Timberwolves. Sein derzeitiger Arbeitgeber sind die Miami Heat. Jerusalem, here we come.

13. November 2008

Internet-Zensur für Sportjournalisten

Was bei den Olympischen Spielen in Peking noch für sehr viel Aufregung gesorgt hat, gibt es auch in den USA. Nur finden das offensichtlich nur sehr wenige Journalisten wirklich bemerkenswert: Im Arbeitsbereich für Journalisten im Stadion der Philadelphia Eagles wird die Online-Nutzung zensiert. Nicht nur ist der Zugang zu Porno-Seiten blockiert, sondern auch zu Politik-Portalen und zu einer erstaunlichen Menge an Sport-Blogs. Rein rechtstheoretisch haben wir hier, in der Stadt, in der die Gründervater der Vereinigten Staaten einst den Ball in Sachen Freiheit und Gerechtigkeit ins Rollen brachten, ein interessantes Territorium erreicht. Die Frage lautet: Wie weit darf der Betreiber eines NFL-Spiels gehen, wenn er die Arbeit einer freien Presse beschränkt? Kann er sich aufs Hausrecht berufen? Muss er überhaupt irgendwelche transparenten Kriterien für seine Vorgehensweise haben (und etwa ihm Rahmen eines Aushangs im Arbeitsbereich der Journalisten erklären und beschreiben)? Und wer wird die Eagles verklagen, um den Rechtsanspruch auf freien Zugang zu frei zugänglichen Informationsquellen durchzusetzen?

29. Januar 2008

Der Klingelbeutel: Webber heuert in Golden State an

DIE BOMBE ist gebastelt: Chris Webber hat in einer Email an die Nachrichtenagentur AP bestätigt, dass er wieder bei den Golden State Warriors anheuert. Jetzt warten wir auf die zündenden Momente und auf den Lärm, wenn's knallt. Die Ausgangslage haben wir schon vor ein paar Tagen beschrieben - in froher Erwartung, dass sich das Gerücht als echte Nachricht herauskristallisiert.

DAS GANZE THEATER vor zwei Jahren in Philadelphia hat Terrell Owens eine Menge Geld gekostet. Ein Schiedsmann, den die Spielergewerkschaft angerufen hatte, entschied den Streit mit den Eagles zu Ungunsten des Wide Receivers, der damals wegen seiner Aktionen vom Team gefeuert wurde und heute bei den Dallas Cowboys spielt. In Texas gab er neulich eine Heuleinlage und war vorher schon mal wegen Suizidverdacht im Krankenhaus. Der wirtschaftliche Verlust - Owens muss einen erheblichen Anteil des Bonus zurückzahlen, den er bei der Vertragsgunterzeichnung in Philadelphia bekommen hatte, liegt bei insgesamt 1,725 Millionen Dollar.

DIE FINANZIELLE BASIS der WNBA scheint gesichert. Die Liga und die Spielerinnen einigten sich auf einen Tarifvertrag über eine Laufzeit von sechs Jahren. Zusatzinfo: In Seattle, wo die Weichen für einen Umzug der SuperSonics nach Oklahoma City gestellt werden, konnte eine Gruppe von Investoren vor kurzem das WNBA-Team aus dem Konglomerat herauskaufen. Das Team - Seattle Storm - kostete die neuen Besitzer 10 Millionen Dollar. Die Liga mit ihren 14 Mannschaften spielt jeweils im Sommer, wenn die Männer pausieren.

4. Dezember 2007

NFL: Wenn man gegen die Patriots gewinnen will, darf man sich nicht selbst schlagen

Die NFL hat in diesem Jahr ein hübsches Programm auf die Beine gestellt: Die New England Patriots gegen alle. Theoretisch könnte so etwas langweilig sein. Besonders im Fall einer Mannschaft, die bisweilen eine Gegner derartig klar dominiert, dass dabei Basketballresultate herauskommen. Aber tatsächlich wird es von Woche zu Woche immer spannender. Die Affäre mit der Videokamera und den New York Jets war nur die Aufwärmphase. Dann kam das Match gegen die Indianapolis Colts, das als Revanche für die Niederlage der Patriots im Frühjahr fungierte und Football-Fans gestattete, sich ein Bild vom Leistungsstand der Mannschaft zu machen.

Der ist nicht wirklich berauschend, wie sich vor einer Woche erstmals in einem Match gegen die Philadelphia Eagles zeigte und gestern in einer Begegnung gegen die Baltimore Ravens erneut dokumentiert wurde. Sowohl die Eagles als auch die Ravens waren gut genug, die Spiele zu gewinnen. Beide Teams brachten es jedoch am Schluss nicht fertig, die völlig verdiente Führung über die Ziellinie zu bringen. Denn Quarterback Tom Brady braucht am Ende einer Partie nur ein paar Gelegenheiten für seine messerscharfen Würfe, um sich und den Seinen einen Sieg herauszuschnitzen.

Die letzten beiden Spiele waren formidables Theater. Denn es geht nicht um die alberne statistische Frage: Schafft es New England, ungeschlagen bis in den Super Bowl zu kommen? Sondern es geht um die Frage: Was muss ein Gegner alles auf die Beine stellen, um die beste Footballmannschaft Amerikas aus den Angeln zu heben? Eine Menge. Das steht fest. Man muss mit unglaublicher Energie und Kraft attackieren und sich auf das Laufspiel konzentrieren. Und man darf in der Defensive keine Fehler machen. Und seien es solche Fehler wie der Timeout vor dem Versuch der Patriots im letzten Viertel, einem vierten Down mit einem zu erkämpfenden Yard als Ausgangslage. Die Schiedsrichter pfiffen in dem Moment ab, als Bradys den Quarterback-Sneak vergölst hatte. Der Timeout wurde von der Ravens-Seitenlinie signalisiert. Die Spieler auf dem Feld waren extrem sauer. Sie lagen in Führung. Sie hätten den Ball zurückbekommen. Und sie hätten das Spiel nach Hause geschaukelt.

Nächsten Sonntag steht den Patriots ein weiterer Test bevor: die Pittsburgh Steelers, die ihnen womöglich in den Playoffs noch einmal über den Weg laufen werden.

22. September 2007

Der Klingelbeutel: Trikottausch? Nicht möglich

Jemand, der die Philadelphia Eagles so sehr verehrt, dass er sich das Trikot auf die Haut pinseln lässt und nicht im Fanartikel-Laden kauft, wird es akzeptieren, dass die Mannschaft so schlecht ist wie schon lange nicht mehr. Am Sonntag geht es nach zwei Auftaktniederlagen gegen die Detroit Lions, die ein ganzes Jahrzehnt total Banane waren, aber derzeit mit zwei Siegen aus zwei Begegnungen ziemlich gut aussehen. Dieses Trikot kann man nicht gegen das der Lions tauschen, höchstens abwaschen (via The 700 Level).

Christoph Schubert ist zu gut für die Ottawa Senators. Nein, wirklich. Erst geben sie ihm einen Vertrag über drei Jahre und 2,65 Millionen Dollar, was lächerlich anmutet, wenn man sieht, was andere bekommen (und wofür). Jetzt schieben sie ihn einfach nur herum. Am liebsten würde er in der Verteidigung spielen. Aber er muss meistens erneut im Sturm ran. Im ersten Spiel der Vorsaison gegen die Montreal Canadiens hatte er zwei Vorlagen.

Dafür scheinen sie in Ottawa endlich einen Club gefunden zu haben, bei dem sie den Emmentaler Torwart Martin Gerber los werden können. Der Schweizer sitzt seit Monaten auf einem finanziell gut gepolsterten Stuhl und wartet darauf, wohin die Reise geht. Er hatte die ihm zugedachte Position des Torhüters Nummer eins verloren und ist mit 4,75 Millionen Dollar Gehalt pro Jahr als Ersatzmann zu teuer für die Senators, die an allen Ecken und Enden sparen müssen, um die Salary Cap nicht zu überschreiten. Das neue Team? Unbestätigt, aber wahrscheinlich die Los Angeles Kings. Damit wäre Gerber wieder ziemlich genau dort, wo er mal angefangen hat - als Nummer zwei bei den Anaheim Mighty Ducks (inzwischen nur noch Ducks genannt).

Krisenfall Notre Dame stürzt im College-Football weiter ins Nichts. Nach drei erbärmlichen Niederlagen in Folge zu Beginn der Saison (ohne einen von der Offensive produzierten Touchdown), folgte heute gegen Michigan State Lektion Nummer vier (14:34). Was kommt als nächstes? Purdue, UCLA, Boston College und USC, ehe die Marineoffiziersanwärter der Navy aus Annapolis anreisen. Was wird passieren? Notre Dame wäscht Trainer Charlie Weis, weißer geht' nicht.

Foto: flickr/creativecommons/bearklektor

13. Januar 2007

New Orleans: Mardi Gras im Januar

Man fühlte sich am Samstag an die guten alten Zeiten erinnert, in der die besten Mannschaften in der National Conference härter und kreativer waren, während die besten Teams in der American Conference nur schnell waren. Im Match zwischen den New Orleans Saints und den Philadelphia Eagles wurde doppelt so viel geboten wie in dem AFC-Ringkampf wenige Stunden davor. Die Saints gewannen mit 27:24 und haben sich damit zum ersten Mal in der Club-Geschichte für das Spiel um die Conference Championship qualifiziert. Ihre Pluspunkte: Ein unwiderstehlicher Deuce McAllister (zwei Touchdowns), ein Reggie Bush, der wenigstens manchmal glänzte, ein Punter, der einen Fake im Alleingang in einen First Down umwandelte, und eine Verteidigung, die im entscheidenden Moment den Eagles kurz vor der Endzone den Touchdown verwehrte, mit dem sie sich im vierten Spielabschnitt die Führung zurückgeholt hätten. So schafften sie nur ein Field Goal. Die Eagles hatten ähnlich wie gegen die New York Giants anfänglich Schwierigkeiten, warm zu werden, zeigten dann aber jede Menge Flair. In wichtigen Szenen rissen sie die Saints-Verteidigung einfach auf und kamen mit langen Pässen und starken Läufen zum Erfolg.

Saints-Coach Sean Peyton wirkte in seinem ersten Playoff-Spiel cool und konzentriert. Er konnte allerdings von Glück sagen, dass seine Fehlentscheidung in Sachen Two-Point-Conversion gut ging. Das war die Situation in der sechsten Minute des dritten Viertels: Touchdown für die Saints, die zum 21:19 aufholen und durch einen Point-After-Kick nur auf 21:20 herankommen. Das heißt: Sie brauchen noch immer mindestens ein Field Goal, um den Rückstand wett zu machen. Haben Sie mit einem Two-Point-Versuch Erfolg, steht es ausgeglichen 21:21. Falls nicht, ist auch nichts passiert. Beim nächsten Touchdown in der 14. Minute des dritten Viertels - es steht damit 26:21 für die Saints - trifft er wiederum die falsche Entscheidung. Er setzt auf den Point-After-Kick. New Orleans erhöht auf 27:21. Problem: Mit einem Touchdown können die Eagles das Spiel gewinnen. Und dazu haben sie sehr viel Zeit. Schaffen die Saints die Two-Point-Conversion, ist das ausgeschlossen, denn die Saints haben 28 Punkte. Schaffen sie die Conversion nicht, ist nichts weiter passiert. Mit einem Spielstand von 26:21 ändert sich nichts an der Konstellation.

Die unnötig risikoscheue Haltung kam schon im ersten Viertel durch, als Peytons Team sich auf fünf Yards an die Eagles-Endzone herangekämpft hatte und dann den Field-Goal-Kicker antreten ließ, anstatt beim Fourth Down noch einmal aufs Ganze zu gehen. Wenn sich der Trainerstab in solchen Momenten weiterhin so ängstlich verhält, wird es die Mannschaft in einer Woche schwer haben - egal ob gegen die Bears oder die Seahawks.
Blick zurück: Das Statistik-Modell, dass das risikoscheue Verhalten der NFL-Trainer geißelt