11. Dezember 2008

Landon Donovan: Hängen im Schacht

Die vorweihnachtliche Stille aus München in Sachen Landon Donovan kann vieles bedeuten. Dass man keine Eile hat, den Transfer verbindlich zu klären. Oder dass die Details zu vielfältig sind, um sie mit einem simplen Federstrich verbindlich abzuhandeln. Dieses ausführliche Spekulationsstück von einem der bestinformierten amerikanischen Fußball-Insider deutet an, dass vor allem Major League Soccer, aber vermutlich auch Los Angeles Galaxy verlegen von einem Bein aufs andere treten, weil sie nicht wissen, was ihnen der Verlust eines ihrer Vorzeigespielers wert ist. Der Text enthält zwei hübsche Randnotizen: Donovans Ehefrau Bianca Kajlich (im Bild oben rechts) ist im Moment noch ortsgebunden – als eine der Hauptdarstellerinnen in der Sitcom Rules of Engagement, der aber womöglich schon bald der Stecker herausgezogen wird. Und: David Beckham hat eine Klausel in seinem Fünf-Jahres-Vertrag mit Galaxy, der es ihm gestattet, schon nach Ende der kommenden Saison die Koffer zu packen. Nicht dass er Amerika wirklich fehlen würde, sollte er wieder von dannen ziehen. Aber es wäre ein weiterer Beleg dafür, dass MLS trotz einem enormen Einsatz (auch an Geld) einfach nicht vom Fleck kommt und noch mindestens zehn Jahre braucht, um sich auf ein Niveau im US-Sportgeschäft hochzuhangeln, wo man an das Wort Relevanz denkt.

Kommentare:

Jenpet hat gesagt…

Donovan muss sich absolut wohl fühlen bei seinem Verein, damit er Leistung zeigt. Mit einer der entscheidenen Gründe, warum es mit Bayer so gar nicht geklappt hat. Ohne Frau und Freunde ging da nichts. Er ist zwar inzwischen älter und kann mit sowas vermutlich besser umgehen, aber warum sollte er sich Deutschland nochmal geben, wo es doch damals schon sooo schrecklich für ihn war?

Jürgen Kalwa hat gesagt…

Die Antwort auf diese Frage wüsste ich auch gerne. Aber ich nehme ihm ab (nach einem kurzen Interview, das ich mit ihm im Juni in Los Angeles geführt habe), dass er sich nach oben orientiert. Und nach oben heißt nach Europa. Man darf übrigens eines nicht unterschätzen. Hausintern hat der berufliche Erfolg der Ehefrau sicher auch anstachelnde Wirkung. Und gemessen an den abghalfterten Ausländern, die die MLS zur Zeit holt, verdient er ziemlich schlecht. Plus: Mit 26 kann man doch noch träumen.

Jenpet hat gesagt…

Klar mit 26 kann man noch einiges erreichen und ich wünsche ihm, dass es klappt, aber München ist auch kein Pappenstiel. Was ein Spieler, der nicht glücklich ist, dort leistet, sieht man ja dort auch am Beispiel Podolski, aber vielleicht hat er ja jetzt einfach die Reife.