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19. November 2008

Der Klingelbeutel: Hoppe, hoppe Ryder

• Das ist doch mal eine gute Nachricht: Bernhard Langer hat die Funktionärsriege im deutschen Golf auf seine Seite gebracht und lässt ausrichten, dass man sich für Deutschland um den Ryder-Cup 2018 bewirbt. Das ist noch lange hin, wird aber schon bald von einem Gremium der European Tour entschieden. Alle anderen Termine zwischen jetzt und dann sind bereits vergeben. Wenn es mit dem Projekt nicht klappt, kommt erst wieder 2022 in Frage, weil der Ryder-Cup nur alle zwei Jahre und im steten Wechsel mal an einem Austragungsort in den USA und mal an einem in Europa ausgespielt wird. Für Deutschland spricht, dass die bisherigen Wettkämpfe auf europäischer Seite (außer 1997 in Spanien und 2006 in Irland) immer nur in Großbritannien ausgetragen wurden, die Mannschaften jedoch längst ein ganz anderes Flavor haben. Es spricht auch dafür, dass man mit Martin Kaymer einen Repräsentanten hat, der in den kommenden Jahren Stammspieler im Team werden dürfte. Den Rest muss Langer selber hinbekommen (was angesichts der Sympathie, die er international genießt, nicht so schwierig sein wird). Der Knackpunkt: Es muss ein neuer Platz gebaut werden, die sowohl sportlich als auch von der infrastrukturellen Anbindung und der Zuschauerkapazität her passt. Man darf davon ausgehen, dass Bernhard Langer rund um diesen Problemkreis hinter verschlossenen Türen bereits einige Pflöcke eingeschlagen hat.

Hiobsbotschaften aus Vancouver 15 Monate vor den Olympischen Winterspielen: Es gibt finanzielle Schwierigkeiten, die durch die derzeitige Finanzkrise noch größer werden können. Der kanadische Steuerzahler wird es ausbaden.

• Die NFL und das Wettgeschäft: Am Sonntag ging das Match zwischen den Pittsburgh Steelers und den San Diego Chargers auf merkwürdige Weise zu Ende. Zum Leidwesen von tausenden, die mit Millionen von Dollar gewettet hatten.

21. Juni 2007

FedEx-Cup ohne Langer

Drüben bei Plock (via foremenblog) kam gestern aus Anlass der BMW International in Eichenried das Thema FedEx-Cup auf. Und zwar hochgeharkt aus dem Blickwinkel von Bernhard Langer, der trotz einer relativ guten Ausgangsposition signalisiert, dass ihn dieser neue Wettbewerb nicht interessiert. Er will sich nicht mehr bei jeder Gelegenheit mit den Topleuten seiner Branche messen, die in diesem neuen Punkterennen, einer Art Playoff-System, das die PGA Tour der NASCAR-Serie und den Mannschaftssportarten abgeschaut und extrem verfeinert hat, um einen Siegerscheck von 10 Millionen Dollar spielen. Der Mann hat damit die eigentliche Schwäche des FedEx-Cups auf den Punkt gebracht: Wer keine realistische Chance darauf hat, sich in bis in die Tour Championship der besten 30 vorzuarbeiten, braucht gar nicht erst seine Zeit damit vertun, es zu versuchen. Das Pensum besteht aus vier Turnieren. Die Verlockung besteht (im Fall von Langer) aus dem unbehaglichen Gedanken, dass man gegen Konkurrenten antreten muss, die 20 oder gar 30 Jahre jünger sind (und dass man nur mithalten kann, wenn die alle schlapp machen) und sehr viel stärker motiviert. Ganz viel Geld kann Langer ab dem Herbst sehr viel entspannter auf der Champions Tour gewinnen.

Im Moment zeichnet sich noch nicht ab, ob andere Spieler in den USA es Langer gleich tun werden und souverän diesem prestigelosen, aber geldsäckigen Format den Rücken zudrehen. Das dürfte jedem Spieler schwer fallen, der keine gute Entschuldigung hat (Verletzung, Frau ist hochschwanger, Vater liegt im Sterben etc.). Die Veranstalter von Turnieren und das Netzwerk aus Sponsoren auf der PGA Tour zeigen Spielern, die sich allzu offensichtlich verächtlich geben, schon mal die sprichwörtliche kalte Schulter (nur John Daly hat den Narren-Bonus und kommt auch so durch). Das kann dann manchmal weh tun. Zum Beispiel, wenn man einen Brief schreiben und darum bitten muss, zu einem Turnier eingeladen zu werden, an dem man unbedingt teilnehmen möchte.

Langer passiert so etwas nicht.
So kantig er oft auch rüber kommt (das liegt an seiner Geradlinigkeit), - er ist einer der großen Stilisten und Diplomaten des Spiels. Er fand eine wunderbare Ausrede für sein Desinteresse: Man hat ihn und seinen 17jährigen Sohn Stefan zu den KLM Open in die Niederlande eingeladen (23. bis 26. August). So wirkt die Entscheidung nicht brüsk, sondern nachgerade sympathisch. Vater und Sohn beim Golf. Wer hätte dafür kein Verständnis?

27. Mai 2007

Bernhard Langer: Manchmal hilft ein Brief

In Gedanken ist er zwar schon fast auf der Champions Tour, auf der er im Herbst spielen kann, wenn er 50 geworden. Dann werden die Plätze leichter und die Konkurrenz ist nicht halb so stark. Man spielt nur drei Runden und verdient trotzdem sehr viel Geld. Aber bis dahin wollte Bernhard Langer sein Spiel nicht schleifen lassen. Also hat er vor ein paar Wochen dem Turnierdirektor vom Colonial in Fort Wort/Texas einen Brief geschrieben und um einen der zwölf Startplätze gebeten, die der Sponsor vergeben kann. Zu solchen Maßnahmen sind Golfprofis mitunter gezwungen, wenn sie beim Meldeschluss auf der Geldrangliste zu weit unten stehen und trotzdem gerne mitmachen wollen. Langer erhielt die erhoffte Einladung und bedankte sich mit einem bestechenden Auftritt. Er hätte das Turnier sogar gut und gerne gewinnen können. Am Ende gab ein Birdie auf der ersten Bahn in einem Sudden-Death-Playoff mit drei Spielern den Ausschlag, den der Südafrikaner Rory Sabbatini verwandelte. Der zweifache Masters-Gewinner hätte mit seinem Putt aus zweieinhalb Metern gleichziehen können und eine Verlängerung erzwingen. Der Ball rollte jedoch knapp am Loch vorbei. Langer wurde zusammen mit dem Amerikaner Jim Furyk Zweiter. Fürs erste hat Langer damit genug Geld auf dem Konto, um an jedem Turnier teilnehmen zu können. Es könnte sogar knapp für eine direkte Qualifikation für die US Open reichen, die im kommenden Monat in Oakmont/Pennsylvania ausgetragen werden.

Während dessen sah Alex Cejka zwar auf dem geteilten 36. Platz auch nicht schlecht aus. Er krebst aber auch nach diesem Wochenende weiterhin im Mittelfeld der Geldrangliste herum und wird auch den Rest des Jahres sein Beißen haben.

26. Februar 2007

Kaymer weiter bester Deutscher in der Golf-Weltrangliste

Für Martin Kaymer gab es in diesem Jahr noch nichts zu feiern. Der rasante Sprung von der dritten in die erste europäische Liga innerhalb von einer Saison ist schwerer zu verkraften, als man hoffen durfte. Bei keinem der Turniere, an denen er bisher teilgenommen hat, schaffte er den Cut, der nach zwei Tagen das Feld in zwei Hälften teilt. Die einen fahren wieder nach Hause und bekommen gar nichts - kein Geld und damit auch keine Ranglistenpunkte. Die anderen dürfen zwei weitere Runden spielen und können selbst mittelmäßige erste Tage noch einigermaßen wett machen. Doch in diesen Wochen sollte der 22jährige aus Mettmann trotzdem immer mal wieder in den Weltranglisten-Computer schauen. Einfach aus Lust und Laune. Denn dort wird er seit ein paar Wochen als bester deutscher Profigolfer notiert. Zur Zeit steht Kaymer auf Platz 164, Bernhard Langer auf Platz 171. Der Stand der Dinge spiegelt die guten Resultate des letzten Sommers wieder, als der Nachwuchsprofi fleißig Punkte sammelte, die erst langsam vom Computer wieder weggefressen werden.

Vor ein paar Wochen wurde er ausgiebig in einer Geschichte auf der Seite sportARD.de beschrieben. Da hatte er zu dem immer wieder vorgebrachten Vergleich zu Langer folgendes zu sagen und klang wohl ein bisschen genervt: "Bernhard Langer ist Bernhard Langer. Er hat wirklich sehr viel für den deutschen wie auch für den internationalen Golfsport getan. Ja, und Martin Kaymer ist Martin Kaymer."
Blick zurück: Das Loblied auf den Himmelsstürmer vor ein paar Monaten

17. Februar 2007

Ryder-Cup 2018 in Deutschland?

Na also, es kommt doch etwas in Bewegung: Der Deutsche Golf-Verband, die PGA of Germany und die Langer Golf GmbH haben eine Bewerbung bei den europäischen Ryder-Cup-Verantwortlichen eingereicht, um die Veranstaltung im Jahr 2018 nach Deutschland zu holen. Dass Bernhard Langer mitmacht, ist vermutlich der wichtigste Faktor, um das Projekt auch an Land ziehen zu können. Denn erstens ist er das Aushängeschild, zweitens war er einer der erfolgreichsten Ryder-Cup-Spieler, drittens hat er vor zwei Jahren als Captain triumphiert und dabei auch die allerskeptischsten Briten überzeugt und viertens versteht er etwas vom Golfplatz-Bau. Der letzte Punkt ist besonders wichtig, denn keine Anlage in Deutschland erfüllt die vielen sportlichen und logistischen Kriterien für eine solche Veranstaltung. Und die es womöglich bringen würden, sind in Privatbesitz und nicht darauf erpicht, ihren Club aus Anlass eines solchen Ereignisses wochenlang aus den Händen zu geben. Was schade ist. Alteingesessene Clubs in den USA sind da sehr viel geschickter. Sie lassen sich ihre Gastgeberrolle großzügig entlohnen und erhalten hinterher obendrein einen von den besten Designern architektonisch auf Vordermann gebrachten Platz zurück.

Da die Deutschen lieber neu bauen wollen, wird das Auftreiben von Geld zur größten Schwierigkeit. Sollte es fürs Jahr 2018 nicht reichen, käme erst wieder 2022 in Frage. Der Ryder-Cup wird im Zwei-Jahres-Rhythmus und im Wechsel zwischen Europa und den USA ausgetragen. Die nächsten beiden Ausrichter in Europa sind Wales (2010) und Schottland (2014).

11. Dezember 2006

Es geht doch: Deutschland gewinnt World Cup

Wenn Golf auf höchstem sportlichen Niveau einfacher zu erklären wäre, würde man mehr darüber lesen. Manchmal muss man ein ganzes Buch über jemanden schreiben, um seine Besonderheiten und Qualitäten zu erläutern (siehe hier). Das wird wohl in diesem Fall nicht notwendig sein. Bemerkenswert ist es trotzdem: Bernhard Langer und Marcel Siem gewinnen den World Cup auf Barbados. Und das, obwohl sie eingangs der letzten Runde noch mit fünf Schlägen auf die Spitze des Feldes zurücklagen und die Mannschaft Schottland mit niemand Geringerem als Colin Montgomerie am Ende in einem Sudden-Death-Stechen bezwingen mussten. Langers Leistung ist bemerkenswert - der Mann ist fast 50. Aber so ist die von Siem, der noch nicht viel in seinem Profi-Leben gewonnen hat und der denn auch meinte: "Das ist unglaublich. Ich liebe das. Das ist so ein großartiges Gefühl."

Der weitaus wohlhabendere und doppelt so alte Herr Langer war selbstverständlich ebenfalls zufrieden. Aber in seinen Sätzen liegt bereits die Weisheit des Methusalem: "Es zeigt einem einfach, dass der Golfball nicht weiß, wie alt du bist."