Was am Ende bei einem Konflikt herauskommt, lässt sich schwer abschätzen. Es wäre keine Überraschung, wenn die Gewerkschaft zunächst einmal die Sache mit den garantierten Verträgen durchdrückt (etwas was zum Beispiel in der NBA und in Major League Baseball gibt, nicht jedoch in der NFL). Denn gegen einen solchen Fortschritt werden sich vermutlich die Clubeigentümer nicht sträuben, wenn sie sehen, dass sich auf dem internationalen Transfermarkt trotzdem gutes Geld mit den Spielern verdienen lässt (Kenny Cooper ging jetzt für rund eine Million Dollar zu TSV 1860 München, was knapp der Hälfte des Gehaltsbudgets der gesamten Mannschaft entspricht).
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4. August 2009
US-Fußballer wollen mehr Geld
Was am Ende bei einem Konflikt herauskommt, lässt sich schwer abschätzen. Es wäre keine Überraschung, wenn die Gewerkschaft zunächst einmal die Sache mit den garantierten Verträgen durchdrückt (etwas was zum Beispiel in der NBA und in Major League Baseball gibt, nicht jedoch in der NFL). Denn gegen einen solchen Fortschritt werden sich vermutlich die Clubeigentümer nicht sträuben, wenn sie sehen, dass sich auf dem internationalen Transfermarkt trotzdem gutes Geld mit den Spielern verdienen lässt (Kenny Cooper ging jetzt für rund eine Million Dollar zu TSV 1860 München, was knapp der Hälfte des Gehaltsbudgets der gesamten Mannschaft entspricht).
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23. Juni 2009
Der Klingelbeutel: Musik drin
Die Sängerin Gloria Estefan übernimmt eine kleine Tranche der Miami Dolphins. Ist da wirklich Musik drin? Immerhin gelang ihr etwas, was Celine Dion nicht gelungen ist. Die Montreal Canadiens gingen an Molson.
• Michael Stich hat in London zu Beginn des Wimbledon-Turniers, das er immerhin schon mal gewonnen hat, eine Mini-Kontroverse angezettelt. Es geht um Frauen und Tennis und um die Frage, weshalb sich Menschen wohl ernsthaft für deren Spiel interessieren. Stich, der (anders als Jermaine Jones) hervorragend Englisch spricht, wird etwas mysteriös aus dem Zusammenhang gerissen zitiert und wirkt dabei doch nur so, als ob er eine Urerkenntnis des Kapitalismus zitiert: Sex sells. Aber wer das sagt, der bekommt heutzutage gleich was vor den Koffer.
• Eishockey-Dinosaurier Chris Chelios ist 47 und hat wohl auch deshalb von den Detroit Red Wings keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Verständlich auch deshalb: Im Stanley-Cup-Finale saß er nicht mal auf der Bank. Trotzdem will er weitermachen. Irgendwo in der NHL.
• Irgendjemand bei den Boston Celtics ist nicht mit dem Kader zufrieden. Nehmen wir mal an, es handelt sich dabei vor allem um Manager Danny Ainge. Sonst wäre nicht neulich folgendes Tauschgeschäft ins Gespräch gebracht worden: Ray Allen und Rajon Rondo für Tayshaun Prince, Richard Hamilton und Rodney Stuckey von den Detroit Pistons. Aus der Sache wurde nichts.
• Der Chef der mächtigen Baseballspieler-Gewerkschaft gibt seinen Posten auf. Donald Fehr geht nach nach 26 Jahren im Amt. Er ist 61 und wird den Leuten wegen drei Dingen im Gedächtnis bleiben: Der Streik in den neunziger Jahren, dem eine World Series zum Opfer fiel, dem beharrlichen Verhindern eines brauchbaren Anti-Dopingreglements und den extrem gestiegenen Gehältern der Profis. ESPN hat eine Liste mit der Entwicklung der Durchschnittssummen.
• Michael Stich hat in London zu Beginn des Wimbledon-Turniers, das er immerhin schon mal gewonnen hat, eine Mini-Kontroverse angezettelt. Es geht um Frauen und Tennis und um die Frage, weshalb sich Menschen wohl ernsthaft für deren Spiel interessieren. Stich, der (anders als Jermaine Jones) hervorragend Englisch spricht, wird etwas mysteriös aus dem Zusammenhang gerissen zitiert und wirkt dabei doch nur so, als ob er eine Urerkenntnis des Kapitalismus zitiert: Sex sells. Aber wer das sagt, der bekommt heutzutage gleich was vor den Koffer.
• Eishockey-Dinosaurier Chris Chelios ist 47 und hat wohl auch deshalb von den Detroit Red Wings keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Verständlich auch deshalb: Im Stanley-Cup-Finale saß er nicht mal auf der Bank. Trotzdem will er weitermachen. Irgendwo in der NHL.
• Irgendjemand bei den Boston Celtics ist nicht mit dem Kader zufrieden. Nehmen wir mal an, es handelt sich dabei vor allem um Manager Danny Ainge. Sonst wäre nicht neulich folgendes Tauschgeschäft ins Gespräch gebracht worden: Ray Allen und Rajon Rondo für Tayshaun Prince, Richard Hamilton und Rodney Stuckey von den Detroit Pistons. Aus der Sache wurde nichts.
• Der Chef der mächtigen Baseballspieler-Gewerkschaft gibt seinen Posten auf. Donald Fehr geht nach nach 26 Jahren im Amt. Er ist 61 und wird den Leuten wegen drei Dingen im Gedächtnis bleiben: Der Streik in den neunziger Jahren, dem eine World Series zum Opfer fiel, dem beharrlichen Verhindern eines brauchbaren Anti-Dopingreglements und den extrem gestiegenen Gehältern der Profis. ESPN hat eine Liste mit der Entwicklung der Durchschnittssummen.
2. Mai 2009
Der Klingelbeutel: Segnungen des Südens
Wie jedes Jahr: Ja, es gibt den 1. Mai in Amerika. Nein, es ist kein Feiertag. Wir haben Labor Day Anfang September, immer ein Montag, immer ein Feiertag. Man kommt ohne Kundgebungen aus. Kein Wunder, angesichts einer allgemeinen Haltung, die die Gewerkschaften in eine Kuriosität verwandelt hat. Besonders in den Südstaaten ist man stolz darauf, dass die Arbeitnehmer so gut wie nirgendwo ihre eigenen Vertreter haben, die für sie kämpfen. Auch die Arbeitnehmer sind stolz darauf. Sie sind auch stolz auf ihre niedrigen Löhne, besonders in diesen Tagen, wenn man in Detroit und anderen Teilen der einst so mächtigen Autoindustrie alles kurz und klein haut, was auch nur nach einer Entlohnung aussieht, mit der man sich in den unsozialen USA eingermaßen komfortabel über Wasser halten kann. Dafür beten sie zum Beispiel in Tennessee am Anfang von öffentlichen Veranstaltungen (wie ich in der letzten Woche mal wieder aus nächster Nähe erleben durfte) und sprechen danach wie in einem Massengebet den Treueschwur (Pledge of Allegiance) auf die Fahne des Landes. Die Pastorin bat übrigens nicht nur um Segen für das (ziemlich schlechte) Essen, das uns bei der Gelegenheit serviert wurde, sondern auch für die Hände, die das Essen zubereitet hatten (also Arbeiter, die gewerkschaftlich nicht organisiert sind). Es waren jene Hände, die meinen Nebenmann einen seltsamen Gruß in den Salat gerührt hatten: die Spitze eines Fingers von einem Plastikhandschuh.
• Eine ganze Frisbeemannschaft in Oregon wurde vom Sport ausgeschlossen, weil einige Mitglieder ohne Hosen und ohne Unterwäsche angetreten waren. Wie auszüglich.
• David wer? Die Zuschauer der LA Galaxy warten auf die Rückkehr ihres berühmten Mittelfeldspielers. Vorher gehen sie wohl nicht mehr ins Stadion.
• Die erste Runde der NBA-Playoffs hat in diesem Jahr ein paar anregende Begegnungen produziert. Auch wenn, anders als beim Eishockey, wo es immer wieder Außenseiter-Erfolge gibt, am Ende meistens die auf dem Papier bessere Mannschaft gewinnt. Boston Celtics gegen Chicago Bulls mit ihren mehrfachen Mehrfach-Verlängerungen sind diesmal die größte Attraktion. Die Glückspilze der Saison sind die Dallas Mavericks, die sich am Ende der Tabellenrunde noch so gerade eben auf den sechsten Platz hangelten und auf diese Weise nicht nur den Los Angeles Lakers als Erstrundengegner auswichen, sondern mit den San Antonio Spurs (ohne Manu Ginobili) eine völlig wehrlose Truppe aus dem Rennen werfen durften. Ab Sonntag gegen die Denver Nuggets in der zweiten Runde sieht die Sache ganz anders aus. Verstärkt durch Chauncey Billups, der im Tausch für die Abwrackprämie namens Iverson aus Detroit kam, dürfte das Team den schönen Träumen in Dallas schnell und zackig das Licht ausmachen.
• Eine ganze Frisbeemannschaft in Oregon wurde vom Sport ausgeschlossen, weil einige Mitglieder ohne Hosen und ohne Unterwäsche angetreten waren. Wie auszüglich.
• David wer? Die Zuschauer der LA Galaxy warten auf die Rückkehr ihres berühmten Mittelfeldspielers. Vorher gehen sie wohl nicht mehr ins Stadion.
• Die erste Runde der NBA-Playoffs hat in diesem Jahr ein paar anregende Begegnungen produziert. Auch wenn, anders als beim Eishockey, wo es immer wieder Außenseiter-Erfolge gibt, am Ende meistens die auf dem Papier bessere Mannschaft gewinnt. Boston Celtics gegen Chicago Bulls mit ihren mehrfachen Mehrfach-Verlängerungen sind diesmal die größte Attraktion. Die Glückspilze der Saison sind die Dallas Mavericks, die sich am Ende der Tabellenrunde noch so gerade eben auf den sechsten Platz hangelten und auf diese Weise nicht nur den Los Angeles Lakers als Erstrundengegner auswichen, sondern mit den San Antonio Spurs (ohne Manu Ginobili) eine völlig wehrlose Truppe aus dem Rennen werfen durften. Ab Sonntag gegen die Denver Nuggets in der zweiten Runde sieht die Sache ganz anders aus. Verstärkt durch Chauncey Billups, der im Tausch für die Abwrackprämie namens Iverson aus Detroit kam, dürfte das Team den schönen Träumen in Dallas schnell und zackig das Licht ausmachen.
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20. Oktober 2007
Das Leid der alten Männer
Da war vor einer Weile diese Initiative von ein paar ehemaligen Footballprofis, die Spielergewerkschaft zu einer veränderten Haltung gegenüber der Frage von Rentenleistungen für schwerbehinderte Ex-Spieler zu bewegen. Das Thema ist ein bisschen komplizierter als man denkt. Tatsächlich haben ehemalige NFL-Recken gestaffelte Ansprüche - je nach Dienstjahren und je nach Alter. Für so manche allerdings ist der bislang übliche Rahmen zu wenig. Der vom Sport verursachte extreme körperliche Verschleiß macht aufwändige und teure Operation erforderlich. Manche haben so viele Gehirnerschütterungen davon getragen, dass schon früh ihr geistige Leistung abnimmt und sie auf Versorgung angewiesen sind. Die Gewerkschaft ist in dieser Frage deshalb am Haken, weil sie im Rahmen von Tarifverträgen mit der Liga Vereinbarungen über Rentenleistungen trifft. Die Liga brummt. Die Fernsehanstalten zahlen Milliarden. Warum fordert sie also nicht mehr, um den Gebrechlichen und Schwachen zu helfen. Der in diesem Teaser angekündigte Dokumentarfilm Blood Equity macht zumindest eines klar: Wer sich bewusst in Gefahr begibt und sein Gesundheit riskiert, bezahlt oft erst später einen enormen Preis. Der Titel des Film ist voll daneben und ein schiefes Wortspiel auf den Terminus sweat equity, den man unter anderem dafür benutzt, um die Eigenleistung via körperliche Arbeit von Eigentümern beim Bau eine Hauses zu klassifizieren. Die Spieler bezahlen nicht mit ihrem Blut, sondern mit Schmerzen, Frühinvalidität und Demens. Das ist nicht weniger schlimm, aber weniger emotional besetzt.
13. Februar 2007
Betrogene NFL-Spieler verklagen Gewerkschaft
Wenn es um 20 Millionen Dollar geht, die zwei Profis wieder haben wollen, weil sie an einen schlimmfingrigen Anlageberater geraten sind, wird man hellhörig. Besonders wenn es sich um gestandene NFL-Spieler handelt. Wir bringen Licht mit Hilfe einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg Licht ins Dunkel: Der achtfache Pro-Bowler Steve Atwater von den Denver Broncos und der vierfache Pro Bowler Blaine Bishop von den Philadelphia Eagles haben letzten Sommer Klage gegen die Gewerkschaft (und die Liga) eingereicht, weil diese beiden Institutionen ein Schlitzohr weiterempfohlen haben, das inzwischen unter der Anklage steht, seine Kunden betrogen zu haben. Der Finanzberater Kirk Sean Wright und seine Firma International Management Associates (IMA) in Atlanta sollen insgesamt zwischen 115 und 185 Millionen Dollar hinterzogen haben. Summen, die vermutlich auch ein Sieg im Strafverfahren nicht wieder ans Tageslicht bringen wird. Aber die Gewerkschaft hätte die Kohle durchaus. Und nun soll ein Gericht in Atlanta entscheiden, ob sich deren Spezialisten etwas zu Schulden kommen ließen, als sie den Spielern nichts von den existierenden wirtschaftlichen Problemen von Mr. Wright erzählten. Die Gewerkschaft betreibt ein spezielles Beratungsprogramm für ihre Mitglieder, das genau dazu da ist, solche Informationen herauszufinden und weiterzugeben und die Athleten vor Betrügern zu schützen. Die Aussichten der Spieler auf das Geld sind gut, wenn sie der Gewerkschaft Fahrlässigkeit nachweisen können (via Steroid Nation).
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