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17. September 2009
Boston-Celtics-Mann will nach Washington – in den Kongress
Als Nachfolger für den unlängst verstorbenen Edward Kennedy im amerikanischen Senat bewerben sich zahlreiche Interessenten. Zu denen gehört auch der Miteigentümer der Boston Celtics. Der Mann heißt Stephen Pagliuca und ist Mitglied der Demokratischen Partei, deren Kandidaten in Massachusetts traditionell die Mehrheit der Stimmen für sich gewinnen. Mit anderen Worten: Die eigentliche Hürde für den Multimillionär, der nebenbei in den Vorständen von fünf anderen Firmen sitzt, sind deshalb die parteiinternen Vorwahlen. Seine Gegner sind langjährige Politiker. Im Kongress wäre Pagliuca nicht der einzige NBA-Mann. Dort sitzt seit 1988 Herb Kohl, der Besitzer der Milwaukee Bucks. Auch er ist Mitglied der Demokratischen Partei.
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23. Juni 2009
Der Klingelbeutel: Musik drin
Die Sängerin Gloria Estefan übernimmt eine kleine Tranche der Miami Dolphins. Ist da wirklich Musik drin? Immerhin gelang ihr etwas, was Celine Dion nicht gelungen ist. Die Montreal Canadiens gingen an Molson.
• Michael Stich hat in London zu Beginn des Wimbledon-Turniers, das er immerhin schon mal gewonnen hat, eine Mini-Kontroverse angezettelt. Es geht um Frauen und Tennis und um die Frage, weshalb sich Menschen wohl ernsthaft für deren Spiel interessieren. Stich, der (anders als Jermaine Jones) hervorragend Englisch spricht, wird etwas mysteriös aus dem Zusammenhang gerissen zitiert und wirkt dabei doch nur so, als ob er eine Urerkenntnis des Kapitalismus zitiert: Sex sells. Aber wer das sagt, der bekommt heutzutage gleich was vor den Koffer.
• Eishockey-Dinosaurier Chris Chelios ist 47 und hat wohl auch deshalb von den Detroit Red Wings keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Verständlich auch deshalb: Im Stanley-Cup-Finale saß er nicht mal auf der Bank. Trotzdem will er weitermachen. Irgendwo in der NHL.
• Irgendjemand bei den Boston Celtics ist nicht mit dem Kader zufrieden. Nehmen wir mal an, es handelt sich dabei vor allem um Manager Danny Ainge. Sonst wäre nicht neulich folgendes Tauschgeschäft ins Gespräch gebracht worden: Ray Allen und Rajon Rondo für Tayshaun Prince, Richard Hamilton und Rodney Stuckey von den Detroit Pistons. Aus der Sache wurde nichts.
• Der Chef der mächtigen Baseballspieler-Gewerkschaft gibt seinen Posten auf. Donald Fehr geht nach nach 26 Jahren im Amt. Er ist 61 und wird den Leuten wegen drei Dingen im Gedächtnis bleiben: Der Streik in den neunziger Jahren, dem eine World Series zum Opfer fiel, dem beharrlichen Verhindern eines brauchbaren Anti-Dopingreglements und den extrem gestiegenen Gehältern der Profis. ESPN hat eine Liste mit der Entwicklung der Durchschnittssummen.
• Michael Stich hat in London zu Beginn des Wimbledon-Turniers, das er immerhin schon mal gewonnen hat, eine Mini-Kontroverse angezettelt. Es geht um Frauen und Tennis und um die Frage, weshalb sich Menschen wohl ernsthaft für deren Spiel interessieren. Stich, der (anders als Jermaine Jones) hervorragend Englisch spricht, wird etwas mysteriös aus dem Zusammenhang gerissen zitiert und wirkt dabei doch nur so, als ob er eine Urerkenntnis des Kapitalismus zitiert: Sex sells. Aber wer das sagt, der bekommt heutzutage gleich was vor den Koffer.
• Eishockey-Dinosaurier Chris Chelios ist 47 und hat wohl auch deshalb von den Detroit Red Wings keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Verständlich auch deshalb: Im Stanley-Cup-Finale saß er nicht mal auf der Bank. Trotzdem will er weitermachen. Irgendwo in der NHL.
• Irgendjemand bei den Boston Celtics ist nicht mit dem Kader zufrieden. Nehmen wir mal an, es handelt sich dabei vor allem um Manager Danny Ainge. Sonst wäre nicht neulich folgendes Tauschgeschäft ins Gespräch gebracht worden: Ray Allen und Rajon Rondo für Tayshaun Prince, Richard Hamilton und Rodney Stuckey von den Detroit Pistons. Aus der Sache wurde nichts.
• Der Chef der mächtigen Baseballspieler-Gewerkschaft gibt seinen Posten auf. Donald Fehr geht nach nach 26 Jahren im Amt. Er ist 61 und wird den Leuten wegen drei Dingen im Gedächtnis bleiben: Der Streik in den neunziger Jahren, dem eine World Series zum Opfer fiel, dem beharrlichen Verhindern eines brauchbaren Anti-Dopingreglements und den extrem gestiegenen Gehältern der Profis. ESPN hat eine Liste mit der Entwicklung der Durchschnittssummen.
15. Juni 2008
Lakers und der grüne Klee

Man ist versucht, den seltsamen Kollaps der Los Angeles Lakers im vierten Spiel der Finalserie gegen die Boston Celtics als klares Anzeichen dafür zu bewerten, dass der Mannschaft das gewisse Etwas fehlt. Wer lässt sich schon in einem so wichtigen, vorentscheidenden Match derartig ratlos die Butter vom Brot nehmen? Doch wohl nur ein Team mit Mängeln, oder? Verzeihung, aber das ist alles relativ und wahrscheinlich nur eine Frage der Wahrnehmung. Das fängt schon damit an, dass die Lakers bis zuletzt auf eine Weise über den grünen Klee gelobt wurden, dass sie vermutlich angefangen haben, selbst daran zu glauben. Das geht weiter damit, dass viele Mannschaften auf Resultat spielen, wenn sie mit großem Vorsprung führen. Das kann aber auch ins Auge gehen. Gerade im Basketball, wo das Tempo so hoch ist und die rechnerische Kraft von Dreiern so massiv das Gefühl für die sich entwickelnde Dramatik beeinflussen kann. Auch die Celtics sahen in solchen Situationen schon ziemlich dumm aus - zum Beispiel in der Serie gegen die Detroit Pistons.Die einzige eindeutige Information, die sich aus der Niederlage herauslesen lässt, hat mit dem Timing zu tun. Dieser Tage wird viel davon gesprochen, dass NBA-Schiedsrichter am Ausgang der Begegnungen herumbasteln. Entweder weil man den Verdacht hat, dass sie mit Wetten ihr Gehalt verbessern wollen oder dass die Liga Regieanweisungen gibt. Eine NBA, die manipuliert, hätte den Celtics in Spiel vier nicht den Sieg gegeben, sondern den Lakers, um die Sache offen zu halten und die Serie möglichst auf sieben Partien auszudehnen. So kann der Titel schon heute nach Boston gehen. Natürlich müssen sie erst mal gewinnen. Und deshalb bleibt es spannend.
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11. April 2008
MVP-Mauschelei um Kobe
Die Lobbyisten aus dem journalistischen Umfeld der NBA sind an der Arbeit. Jeder zweite scheint Kobe Bryant zum MVP hochschreiben zu wollen. Der Versuch ist nicht strafbar, aber extrem dämlich. Denn wenn man für die Wahl überhaupt irgendwelche Kriterien anwendet, zum Beispiel jene, die bei der Wahl von Dirk Nowitzki im letzten Jahr eine Rolle spielten (bester Mann im besten Team der regulären Saison), dann kommt Bryant nicht in Frage. Dann wäre Kevin Garnett an der Reihe, der in Boston für das Wunder mit verantwortlich ist, über das kam noch jemand schreibt, weil es inzwischen als Normalzustand empfunden wird (Nach dem Motto: Hey, Jesus, kannst du diesen Wein mal auf Flaschen ziehen, den du da immer aus diesem Wasser in Kana machst? Der schmeckt gut. Davon hätten wir gerne mehr. Denn an den haben wir uns ziemlich schnell gewöhnt). Oder Chris Paul bekommt den Zuschlag, weil man einen Spieler in der stärkeren Western Conference auszeichnen möchte. New Orleans ist nicht nicht nur besser als die Lakers. Es hat auch den längeren Weg aus dem Keller der Tabelle hinter sich. Oder denken die Leute, dass der ganze Erfolg der Hornets auf die Rechnung von Byron Scott geht? Das wäre dann aber Grund genug, ihn zum Coach des Jahres ernennen. Ehrlich gesagt: Dass das passiert, ist kaum zu erwarten. Auch Scott fehlen die Lobbyisten, die im Moment wohl eher Doc Rivers von den Celtics favorisieren, obwohl der nun wirklich nicht viel macht - außer die Mannschaft spielen zu lassen, ohne groß zu stören.
Nicht in diesem Zusammenhang, aber trotzdem eine Erwähnung wert: Die Dallas Mavericks haben sich für die Playoffs qualifiziert. Der Knöchel von Dirk Nowitzki scheint unverwüstlich. Und es sieht für die erste Runde nach einer Auseinandersetzung gegen die Lakers oder die San Antonio Spurs aus. Eine Niederlage wäre nicht so blamabel wie die Chose im letzten Jahr.
Nicht in diesem Zusammenhang, aber trotzdem eine Erwähnung wert: Die Dallas Mavericks haben sich für die Playoffs qualifiziert. Der Knöchel von Dirk Nowitzki scheint unverwüstlich. Und es sieht für die erste Runde nach einer Auseinandersetzung gegen die Lakers oder die San Antonio Spurs aus. Eine Niederlage wäre nicht so blamabel wie die Chose im letzten Jahr.
29. November 2007
Winter Lager im Time Out
Zwei Blocks weiter Uptown ist Time Out, eine sogenannte Sports Bar, die früher mal Quarterback Boomer Esiason gehörte, der den zweiten Teil seiner Football-Karriere bei den New York Jets verbracht hat und aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund seitdem zum Fernseh- und Radio-Establishment gehört. Der Mann hat nichts zu sagen. Aber das sagt er ziemlich eloquent. Seine ehemalige Kneipe war irgendwann ab dem zweiten Viertel der Begegnung zwischen den Dallas Cowboys und den Green Bay Packers knallvoll. Was an der verrtrackten Übertragungssituation liegt. Time Out hat NFL Network. Auf den zahllosen Falchbildschirmen lief nicht nur Football. Es gab Eishockey und die NBA (mit dem erstaunlichen Schlachtfest der Boston Celtics, die die New York Knicks komplett auseinander nahmen).
Die Biertrinker im Time Out (5 Dollar für ein Pint Samuel Adams Winter Lager) schienen sich aber nur auf die Üubertragung aus Texas zu interessieren. Wobei sich irgendwann herausstellte, dass die Leute in der Mehrzahl waren, die für die Green Bay Packers brüllten und klatschten. Dass überhaupt Fans der Cowboys anwesend waren, ist schwer zu erklären. Die Cowboys spielen seit Generationen in einer Division gegen die New York Giants und sollten in der Stadt eigentlich keinen Widerhall finden. Aber amerikanische Sportfans sind einigermaßen tolerant (und kommen, wenn sie in Manhattan wohnen, aus allen Ecken des Landes). Trotzdem war die Stimmung eher verhalten. Vielleicht lag es an dem Spiel selbst, in dem vor allem die Cowboys mit der Schärfe eines guten Bowie-Messers in der Offensive und der Defensive attackierten. Die Punktezahl ging mit einer Geschwindigkeit nach oben, die man sonst nur aus der American Conference kennt. Besonders bemerkenswert sind die Würfe von Cowboys0-Quarterback Tony Romo, der nach dem vergölsten Field Goal im Frühjahr in den Playoffs wie ein Fall für den Sportpsychologen aussah und den Rücktritt von Coach Bill Parcells mit auf dem Gewissen hat. Die sehen zwar aus, als habe er sie sich in jahrelangem Solotraining selbst beigebracht, aber sie kommen an.
Auf jeden Fall war das Footballmatch reizvoller als die Extremblamage der Knicks in Boston, die unter anderem unterstrich, wie gut die Celtics sind, die zwischendurch mit 52 Punkten in Führung lagen und auch mit der zweiten Garnitur im vierten Viertel nicht nachließen. Falls die Eigentümer des Madison Square Garden diese Versammlung von Schwachköpfen nicht auseinanderkegeln, werden sich das Publikum und die Medien der Stadt noch deutlich zu Wort melden. 104:59. Was soll man da noch sagen? Bloß gut, dass Knicks-Coach Isiah Thomas nicht die Parole ausgab, eine Schlägerei zu provozieren, wie er das vor einem Jahr gegen die Denver Nuggets getan hatte. Das hätte der Bankrotterklärung auf dem Platz die Krone aufgesetzt.
Die Packers wirkten in der ersten Hälfte nur zeitweilig so gut wie das Team, das bisher zusammen mit Cowboys die NFC dominiert hat. Dann musste Quarterback Brett Favre im zweiten Viertel nach einem harten Tackle mit Problemen am Wurfarm aussetzen, und Ersatz-QB Aaron Ridgers kam ins Spiel. Vielleicht war das keine schlechte Lösung. Der immer risikofreudige Favre hatte an diesem Abend eine Reihe von Fehlwürfen produziert und auf diese Weise seiner Mannschaft Probleme bereitet. Auffallend: die Qualitat der Cowboys-Verteidigung, die mehr als einmal bei langen Pässen zwei Leute eng auf einen Packers-Wide Receiver angesetzt hatte, der den Ball in Empfang nehmen sollte, aber nie auch nur eine Chance hatte, ihn zu fangen. So etwas schaffen die blitzenden Defensivreihen de AFC nicht, weil ihnen dann hedes Mal notgedrungen im Rückraum die Leute fehlen. Die einzige Frage, die bleibt? Spielt Dallas so gut, weil Parcells weg ist? Oder war die Mannschaft schon im letzten Jahr so gut und der neue Trainer Wade Phillips lässt sie einfach gewähren?
Die Biertrinker im Time Out (5 Dollar für ein Pint Samuel Adams Winter Lager) schienen sich aber nur auf die Üubertragung aus Texas zu interessieren. Wobei sich irgendwann herausstellte, dass die Leute in der Mehrzahl waren, die für die Green Bay Packers brüllten und klatschten. Dass überhaupt Fans der Cowboys anwesend waren, ist schwer zu erklären. Die Cowboys spielen seit Generationen in einer Division gegen die New York Giants und sollten in der Stadt eigentlich keinen Widerhall finden. Aber amerikanische Sportfans sind einigermaßen tolerant (und kommen, wenn sie in Manhattan wohnen, aus allen Ecken des Landes). Trotzdem war die Stimmung eher verhalten. Vielleicht lag es an dem Spiel selbst, in dem vor allem die Cowboys mit der Schärfe eines guten Bowie-Messers in der Offensive und der Defensive attackierten. Die Punktezahl ging mit einer Geschwindigkeit nach oben, die man sonst nur aus der American Conference kennt. Besonders bemerkenswert sind die Würfe von Cowboys0-Quarterback Tony Romo, der nach dem vergölsten Field Goal im Frühjahr in den Playoffs wie ein Fall für den Sportpsychologen aussah und den Rücktritt von Coach Bill Parcells mit auf dem Gewissen hat. Die sehen zwar aus, als habe er sie sich in jahrelangem Solotraining selbst beigebracht, aber sie kommen an.
Auf jeden Fall war das Footballmatch reizvoller als die Extremblamage der Knicks in Boston, die unter anderem unterstrich, wie gut die Celtics sind, die zwischendurch mit 52 Punkten in Führung lagen und auch mit der zweiten Garnitur im vierten Viertel nicht nachließen. Falls die Eigentümer des Madison Square Garden diese Versammlung von Schwachköpfen nicht auseinanderkegeln, werden sich das Publikum und die Medien der Stadt noch deutlich zu Wort melden. 104:59. Was soll man da noch sagen? Bloß gut, dass Knicks-Coach Isiah Thomas nicht die Parole ausgab, eine Schlägerei zu provozieren, wie er das vor einem Jahr gegen die Denver Nuggets getan hatte. Das hätte der Bankrotterklärung auf dem Platz die Krone aufgesetzt.
Die Packers wirkten in der ersten Hälfte nur zeitweilig so gut wie das Team, das bisher zusammen mit Cowboys die NFC dominiert hat. Dann musste Quarterback Brett Favre im zweiten Viertel nach einem harten Tackle mit Problemen am Wurfarm aussetzen, und Ersatz-QB Aaron Ridgers kam ins Spiel. Vielleicht war das keine schlechte Lösung. Der immer risikofreudige Favre hatte an diesem Abend eine Reihe von Fehlwürfen produziert und auf diese Weise seiner Mannschaft Probleme bereitet. Auffallend: die Qualitat der Cowboys-Verteidigung, die mehr als einmal bei langen Pässen zwei Leute eng auf einen Packers-Wide Receiver angesetzt hatte, der den Ball in Empfang nehmen sollte, aber nie auch nur eine Chance hatte, ihn zu fangen. So etwas schaffen die blitzenden Defensivreihen de AFC nicht, weil ihnen dann hedes Mal notgedrungen im Rückraum die Leute fehlen. Die einzige Frage, die bleibt? Spielt Dallas so gut, weil Parcells weg ist? Oder war die Mannschaft schon im letzten Jahr so gut und der neue Trainer Wade Phillips lässt sie einfach gewähren?
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28. November 2007
Marbury gegen Garnett: Das Prickeln vor dem Spiel
Stephon Marbury und Kevin Garnett haben schon oft gegeneinander gespielt, seitdem sich der eine aus Minneapolis verabschiedete und der andere bei den Timberwolves das Unmögliche probierte: die Mannschaft zu einem Meisterschaftsanwärter zu machen. Aber selten war eine Begegnung so interessant wie die heute abend. Marbury und die Knicks gegen Garnett und die Celtics. Der eine, der Beweis dafür, dass die Mannschaftssportart Basketball nicht floriert, wenn einer dabei ist, der ausschließlich seinen eigenen Stiefel spielt. Der andere endlich auf dem Weg Richtung Titel. Man muss über Marbury nicht mehr viele Worte verlieren. Der ist auf diesen Seiten schon mehrfach hinreichend präsentiert worden. Und auch über Garnett, den besten und effektivsten Spieler der NBA, braucht man nicht viel zu sagen. Nur soviel: Wo Marbury weg geht, werden die Mannschaften besser, wo er hingeht werden sie schlechter. Und er ist ein egozentrischer Neidhammel erster Güte. Die Boston Celtics (mit KG) sind das beste Team der Saison. Die New York Times hat die Beziehung (oder besser: Nicht-Beziehung) der beiden in einer ausführlichen Geschichte nachgezeichnet. Es lohnt sich die zu lesen.
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19. November 2007
Der Klingelbeutel: Meineid, Deineid, Seineid
Nachdem die Staatsanwaltschaft von San Francisco Anklage gegen den Baseballprofi Barry Bonds wegen Meineid erhoben hat, lohnt es sich, den Scheinwerfer auf den Ermittler zu richten, der seit mehreren Jahren den BALCO-Fall auf allen Haupt- und Nebengeleisen vorangetrieben hat. Da wir das bereits im Jahre 2004 in der FAZ getan haben, fällt es etwas schwer, das alles noch mal zu wiederholen. Also hier dann ein Blick auf die aktuelle Geschichte in der New York Times. Sie bringt ein seltendes Foto von jenem Strafverfolger, der Marion Jones und Victor Conte und vielen anderen unerbittlich nachgesetzt hat.
Hinreichend bekannt unter Leuten, die den amerikanischen Sport verfolgen: Der Fluch, den jemand vefällt, wenn er auf dem Titel der Zeitschrift Sports Illustrated aufgetaucht ist. Und der Madden Curse, der etwas mit dem populären Football-Videospiel zu tun hat. Jetzt neu: Die geschäftsschädigende Wirkung der anspruchsvollen Zeitschrift The New Yorker, die neulich den mächtigen Baseball-Agenten Scott Boras in einem wirklich lebenswerten Porträt ausleuchtete. Der Autor hatte Zeit und Zugang. Nun feuerte der Pitcher Kenny Rogers Boras und beschloss, Vertragsserhandlungen alleine zu führen. Und auch sein prominentester Mandant - Alex Rodriguez oder auch A-Rod genannt - marschiert auf eigenen Wegen.
Das war kein gutes Wochenende für Boston: die Fußballer von New England Revolution haben die Meisterschaft verpasst. Und die bislang ungeschlagenen Celtics aus der NBA mussten die erste Niederlage hinnehmen. Angesichts der vorausgegangenen Erfolgsserien (noch intakt: der streak der Patriots in der NFL) und der Meisterschaft der Boston Red Sox werden plötzlich junge Republikaner ganz hibbelig. Einer glaubt: Präsidentschaftskandidat Mitt Romney (war bisher Gouverneur in Massachusetts, davor Chef des Organisationskomitees der Olympischen Spiele von Salt Lake City) habe demnach ebenfalls die besten Karten, um die Vorwahlen zu gewinnen, die im Januar beginnen. Kann schon sein. Der bislang populärste Konkurrent in seiner Partei, der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, hat noch sehr viele Probleme vor sich. Und dass der angebliche lebenslange Yankees-Fan neulich erklärte, er halte den Red Sox bei der World Series die Daumen, hat seine Populariät auch nicht befördert. Dafür wurde er als eindeutiger Opportunist geoutet.
Hinreichend bekannt unter Leuten, die den amerikanischen Sport verfolgen: Der Fluch, den jemand vefällt, wenn er auf dem Titel der Zeitschrift Sports Illustrated aufgetaucht ist. Und der Madden Curse, der etwas mit dem populären Football-Videospiel zu tun hat. Jetzt neu: Die geschäftsschädigende Wirkung der anspruchsvollen Zeitschrift The New Yorker, die neulich den mächtigen Baseball-Agenten Scott Boras in einem wirklich lebenswerten Porträt ausleuchtete. Der Autor hatte Zeit und Zugang. Nun feuerte der Pitcher Kenny Rogers Boras und beschloss, Vertragsserhandlungen alleine zu führen. Und auch sein prominentester Mandant - Alex Rodriguez oder auch A-Rod genannt - marschiert auf eigenen Wegen.
Das war kein gutes Wochenende für Boston: die Fußballer von New England Revolution haben die Meisterschaft verpasst. Und die bislang ungeschlagenen Celtics aus der NBA mussten die erste Niederlage hinnehmen. Angesichts der vorausgegangenen Erfolgsserien (noch intakt: der streak der Patriots in der NFL) und der Meisterschaft der Boston Red Sox werden plötzlich junge Republikaner ganz hibbelig. Einer glaubt: Präsidentschaftskandidat Mitt Romney (war bisher Gouverneur in Massachusetts, davor Chef des Organisationskomitees der Olympischen Spiele von Salt Lake City) habe demnach ebenfalls die besten Karten, um die Vorwahlen zu gewinnen, die im Januar beginnen. Kann schon sein. Der bislang populärste Konkurrent in seiner Partei, der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, hat noch sehr viele Probleme vor sich. Und dass der angebliche lebenslange Yankees-Fan neulich erklärte, er halte den Red Sox bei der World Series die Daumen, hat seine Populariät auch nicht befördert. Dafür wurde er als eindeutiger Opportunist geoutet.
13. November 2007
Der Klingelbeutel: Zanardi handgetrieben immer noch schnell
Nach etwas mehr als einer Woche ist ein Bericht über den Ritt von Alex Zanardi beim New York Marathon aufgetaucht. Nachdem wir seine Teilnahme angekündigt hatten, soll der Hinweis auf sein recht erfolgreiches Rennen nicht fehlen.
Es kostet 300 Dollar Strafe, wenn man auf die Autohupe drückt und die Polizei findet, das sei nicht nötig gewesen. Warum sollte man dann nicht 1000 Dollar für das Füttern von Tauben bezahlen? Ausgemacht ist noch gar nichts. Aber wenn sich die Idee tatsächlich durchsetzt, schicke ich dem Politiker minimum ein Dankschreiben. Tauben sind eine Pest in Manhattan. Und die Leute, die sie füttern, auch. Aus diesem Grund an dieser Stlele der alte Song von Georg Kreisler:
Die Red Sox haben die World Series gewonnnen, die New England Patriots sind mit 9:0 Siegen in die neue Saison gestartet. Die Celtics sind das einzige ungeschlagene Team in der NBA (5:0), New England Revolution steht im Finale der Fußballmeisterschaft. Wo kommt das ganze Gewicht her, das sich plötzlich in der Nortdostecke des Landes aufstaut? Es kann da keinen Zusammenhang geben, oder? Keine noch so fadenscheinige Theorie, die alles erklärt? Sonst würde doch Marco Sturm die Boston Bruins in eine siegreiche Schlacht nach der anderen führen? Aber das klappt beim besten Willen nicht. Stephen Hawkings bitte übernehmen.
Es kostet 300 Dollar Strafe, wenn man auf die Autohupe drückt und die Polizei findet, das sei nicht nötig gewesen. Warum sollte man dann nicht 1000 Dollar für das Füttern von Tauben bezahlen? Ausgemacht ist noch gar nichts. Aber wenn sich die Idee tatsächlich durchsetzt, schicke ich dem Politiker minimum ein Dankschreiben. Tauben sind eine Pest in Manhattan. Und die Leute, die sie füttern, auch. Aus diesem Grund an dieser Stlele der alte Song von Georg Kreisler:
Die Red Sox haben die World Series gewonnnen, die New England Patriots sind mit 9:0 Siegen in die neue Saison gestartet. Die Celtics sind das einzige ungeschlagene Team in der NBA (5:0), New England Revolution steht im Finale der Fußballmeisterschaft. Wo kommt das ganze Gewicht her, das sich plötzlich in der Nortdostecke des Landes aufstaut? Es kann da keinen Zusammenhang geben, oder? Keine noch so fadenscheinige Theorie, die alles erklärt? Sonst würde doch Marco Sturm die Boston Bruins in eine siegreiche Schlacht nach der anderen führen? Aber das klappt beim besten Willen nicht. Stephen Hawkings bitte übernehmen.
30. Oktober 2007
Super Groups
Die Online-Redaktion der FAZ hat den Nowitzki-Artikel vom Sonntag hochgeschaltet, von dem hier bereits in Andeutungen die Rede war. In der Printausgabe von heute gibt es eine weitere Geschichte zum NBA-Saison-Start: Sie handelt von den Boston Celtics, deren Management im Laufe des Sommers mit Hilfer massiver Tauschgeschäfte eine Mannschaft mit gleich drei Spitzenspielern - Kevin Garnett, Ray Allen und Paul Pierce - zusammengebaut hat. Die Combo erinnert einen an die Super Groups, die Ende der sechziger Jahre enstanden (Beispiel: Blind Faith). Die Erwartungen sind hoch - nicht nur in Boston - sondern überall im Osten der USA.
Übrigens: Was aus Blind Faith wurde, wissen wir. Es war eine künstlerisch sehr bemerkenswerte Kombination, aber trotzdem kein Meilenstein. Mehr ein Schnappschuss, eine Momentaufnahme. Allerdings auch ein Verkaufserfolg. Clapton wurde erst als Chef im eigenen Laden zu einem Meister des Fachs. Und Steve Winwood orgelte sich bei Traffic einen ab und erreichte nie den Status, der einem Vollblutmusiker wie ihm gebührt. Hier ein Ausschnitt aus dem Blind-Faith-Debütkonzert im Hyde Park 1969.
Übrigens: Was aus Blind Faith wurde, wissen wir. Es war eine künstlerisch sehr bemerkenswerte Kombination, aber trotzdem kein Meilenstein. Mehr ein Schnappschuss, eine Momentaufnahme. Allerdings auch ein Verkaufserfolg. Clapton wurde erst als Chef im eigenen Laden zu einem Meister des Fachs. Und Steve Winwood orgelte sich bei Traffic einen ab und erreichte nie den Status, der einem Vollblutmusiker wie ihm gebührt. Hier ein Ausschnitt aus dem Blind-Faith-Debütkonzert im Hyde Park 1969.
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27. Oktober 2007
Verdirkte Welt
Nächste Woche beginnt die neue NBA-Saison, auf die man sich allmählich auch im deutschsprachigen Raum einstimmt. Am Sonntag gibt es in der FAZ einen Text, der sich mit dem merkwürdigen Verhältnis von Avery Johnson und Dirk Nowitzki in Dallas beschäftigt, das der Grundstein dafür ist, dass der Trainer ständig so tut, als habe er lernbedürftige Schüler zu betreuen, die nicht richtig Basketball spielen können. Der MVP wiederum denkt gar nicht daran, die Verantwortung zu übernehmen und drückt sich vor dem dringend notwendigen Aufstand gegen Johnson. Die beiden werden auf diese Weise noch viel Spaß aneinander haben. Zumal Nowitzki dem Spiegel (via NBA-Blog) deutlich gemacht hat, dass er ganz offensichtlich das Kernproblem gar nicht erkennt. Er habe zwar nach der Saison alles in Frage gestellt - "sogar die ganze Karriere". Aber alles, was am Ende dabei herauskam, war die Feststellung: "Wir haben auch so eine gute Mannschaft, die stark genug ist." Eine Mannschaft, die auf keiner Position verstärkt wurde, in der er keine Nebenleute hat, die ihn in der Rolle des Scorers zuverlässig unterstützen können. Und keinen vernünftigen Center, der unterm Korb die Arbeit macht. Das soll reichen? Wer macht hier eigentlich wem was vor?
Der andere Text wird in der SonntagsZeitung in der Schweiz erscheinen und die Chicago Bulls und Boston Celtics behandeln, die nach Expertenansicht die stärksten Rivalen um den Top-Platz in der Eastern Conference sein werden. Die Bulls liegen den Schweizern natürlich auch deshalb nahe, weil dort Nationalspieler Thabo Sefolosha spielt, dessen Option auf ein drittes Vertragsjahr soeben von Chicago wahr genommen wurde.
Sowohl Dallas als auch Chicago sind noch immer die vielversprechendsten Kandidaten für einen Deal mit den Los Angeles Lakers in Sachen Kobe Bryant. Die Signale sind aber eher schwach. Die Bulls müssten sich wohl von Luol Deng verabschieden, dem sie gerade ein maßvolles Angebot für einen langfristigen Vertrag gemacht haben. Die Offerte sollte man auf keinen Falls als Trade-Hinweis deuten, sondern eher als Teil einer konsequenten jahrelangen Gehaltspolitik, bei der man sich an der Salary Cap orientiert und nicht an dem Wettrennen von solchen Verschwendern wie den New York Knicks oder den Dallas Mavericks.
Dallas und Kobe Bryant bleibt ein Thema, das vor allem von den texanischen Zeitungen hochgepeitscht wird. Der Bewegungsspielraum für Dallas ist minmal. Es sei denn, sie geben Josh Howard und Devin Harris ab. Dagegen spricht - siehe Boston - erst mal gar nichts. Außer dass die Mannschaft bei einem solchen Trade dringend das Loch in der Mitte stopfen müßte. Erick Dampier und die anderen Center haben nicht das Format, um einer Mannschaft mit Bryant und Nowitzki als Dreh- und Angelpunkt die Arbeit zu erleichtern.
Der andere Text wird in der SonntagsZeitung in der Schweiz erscheinen und die Chicago Bulls und Boston Celtics behandeln, die nach Expertenansicht die stärksten Rivalen um den Top-Platz in der Eastern Conference sein werden. Die Bulls liegen den Schweizern natürlich auch deshalb nahe, weil dort Nationalspieler Thabo Sefolosha spielt, dessen Option auf ein drittes Vertragsjahr soeben von Chicago wahr genommen wurde.
Sowohl Dallas als auch Chicago sind noch immer die vielversprechendsten Kandidaten für einen Deal mit den Los Angeles Lakers in Sachen Kobe Bryant. Die Signale sind aber eher schwach. Die Bulls müssten sich wohl von Luol Deng verabschieden, dem sie gerade ein maßvolles Angebot für einen langfristigen Vertrag gemacht haben. Die Offerte sollte man auf keinen Falls als Trade-Hinweis deuten, sondern eher als Teil einer konsequenten jahrelangen Gehaltspolitik, bei der man sich an der Salary Cap orientiert und nicht an dem Wettrennen von solchen Verschwendern wie den New York Knicks oder den Dallas Mavericks.
Dallas und Kobe Bryant bleibt ein Thema, das vor allem von den texanischen Zeitungen hochgepeitscht wird. Der Bewegungsspielraum für Dallas ist minmal. Es sei denn, sie geben Josh Howard und Devin Harris ab. Dagegen spricht - siehe Boston - erst mal gar nichts. Außer dass die Mannschaft bei einem solchen Trade dringend das Loch in der Mitte stopfen müßte. Erick Dampier und die anderen Center haben nicht das Format, um einer Mannschaft mit Bryant und Nowitzki als Dreh- und Angelpunkt die Arbeit zu erleichtern.
24. Oktober 2007
Wir präsentieren: Das NBA-Finale 2008
Ich weiß, ich weiß. Das kommt jetzt ein bisschen voreilig. Die NBA-Saison hat noch gar nicht angefangen. Und wenn sie los geht, stehen hunderte, wenn nicht tausende von Spielen auf dem Programm, ehe der neue Meister feststeht. Aber beim Blog of Hilarity hat man dieses Video gefunden und fragt nun: Sollte man angesichts solcher Aussichten nicht einfach die Saison sausen lassen und gleich die beiden nominell besten Mannschaften - Titelverteidiger San Antonio Spurs und die um Kevin Garnett und Ray Allen verstärkten Boston Celtics - gegeneinander antreten lassen? Der Computer wurde schließlich nicht von ein paar Armleuchtern programmiert. Irgendetwas muss doch dran sein, oder? Jedenfalls tickt die Software anders als John Hollinger, der neulich die Chicago Bulls so gelobt hat. Und die Gesichter von richtigen Menschen bekommt sie auch nicht hin. Aber das interessiert mich nicht. Ich besitze keine PlayStation und keinen xBox-Apparat. Ich bleibe lieber bei der echten NBA am Ball (via SportsbyBooks).
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18. Oktober 2007
Celtics: Es grünt Hoffnung
Wie gut sind die neuen Boston Celtics? Ziemlich gut. Zumindest so gut, dass die New York Knicks gestern so aussahen, als würden sie ihnen lieber bei der Arbeit zuschauen als gegen sie antreten. Die New York Times sprach in ihrem Bericht über den 101:61-Sieg von "überwältigen". Vom Comeback von Allan Houston sprach so gut wie niemand. Kevin Garnett, Ray Allen und Paul Pierce passen offensichtlich gut zusammen.
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15. Oktober 2007
Wenn im Herbst in Boston die bunten Blätter fallen...
Man wünscht sich, es wäre einfacher, den sauberen Strich zwischen berechtigter Kritik und sogenannter Korinthenkackerei zu ziehen. Um Korinthenkackerei handelt es sich, wenn pedantische und kleinliche Menschen mit dem Rotstift herumhantieren. Kritik ist ein substanzieller Einwand gegen eine Gedanken- und Arbeitsleistung.
Manche Menschen halten sich aus Takt lieber mit Einwänden zurück (das Glashaus-Syndrom). Vor allem dann, wenn man Sorge hat, ob man mit seinen Hinweisen falsch verstanden werden könnte. Ich sehe das bei Stefan Niggemeier und bei Indiskretion Ehrensache, deren Blogbetreiber einen Hang zum Aufspüren von Sachen haben, die schon mal so wirken wie der Splitter im Auge des anderen. Da kommen dann immer die Nörgler zum Vorschein, die es offensichtlich lieber sehen, wenn Fehler nicht benannt und richtig gestellt werden. Das könnte man verstehen, wenn die Leistung so vieler Medien-Outlets nicht so grotesk unter Niveau ausfallen würde.
Um es deshalb klar vorneweg zu sagen: Es geht bei diesem Post nicht um Personen, sondern um die Sache. Die Sache heißt: der unerträgliche Hang von Leuten im Sportjournalismus zum Superlativ. Unterabteilung: Nichts ist schlimmer als jener Superlativ, der auf mangelhaftem Wissen beruht.
Normalerweise wissen wir diese Disziplin in den festen Händen von BILD-Zeitungsreportern. Und wir verstehen auch warum (und zwar seit Günter Wallraf Hans Esser war). Und was jene Schreibkräfte in diesen Tagen auf die Beine stellen, kann man zum Glück seit Beginn des BILDBlog jeder Zeit nachlesen. Warum aber auch SpOn so arbeitet, wissen wir nicht. Denn wir wollen erst mal nicht unterstellen, dass man in der Online-Redaktion vom Spiegel ein ähnliches Verhältnis zu den Fakten hat.
Aber wenn dann ein einziger Artikel so viele Behauptungen auf einmal aufstellt (die man als Unsinn bezeichnen muss), die mehr als nur fehlerhaft sind, sondern superlativ fehlerhaft, dann ist vielleicht mal eine leise Anmerkung fällig. Besonders, wenn es um einen Themenbereich wie amerikanischen Sport geht, an dem zumindest unsereinem etwas liegt.
Wir gehen mal der Reihe nach vor. Es geht um die Teams aus Boston.
SpOn: "Der Rekordmeister ... hat in der Sommerpause gleich sieben Spieler zu den Minnesota Timberwolves geschickt..." (falsch: es waren fünf Spieler und zwei zukünftige Draft-Picks, daraus können Spieler werden oder auch nicht. Auf jeden Fall fehlen sie nicht den Celtics in der kommenden Saison.)
• Bei dem Tausch handele es sich um "den spektakulärsten Transfer der NBA-Geschichte" (falsch: es war allenfalls eine Bestleistung dafür, wieviele Leute man für einen Spieler bekommen kann. Aber das liegt an der Tarifordnung der NBA, die verlangt, dass bei einem Tausch das Gehalt auf der einen Seite mit dem auf der anderen aufgewogen werden muss. Wer viele billige Spieler hat, muss dann einfach mehr Personal abgeben. Wenn es um das Kriterium "spektakulär" geht, kann man dies ganz gewiss nicht toppen: die Transfers von Wilt Chamberlain und Kareem Abdul-Jabbar, die von Philadelphia beziehungsweise Milwaukee zu den Los Angeles Lakers wechselten. Sie waren jeweils im Alleingang für die Erfolge ihres neuen Teams verantwortlich.)
• "...seit Jahren ist jedes Spiel im Fenway-Park ausverkauft" (irreführend: Das Stadion war lange Zeit das kleinste in Major League Baseball und ist nach kleinen Modifikationen mit 38.000 Sitzplätzen nur das drittkleinste von 30. Gleichzeitig gehörten die Red Sox schon immer zu den populärsten Teams Amerikas, weit über die Grenzen von Boston hinaus. Es heißt übrigens nicht, dass bei allen Spielen alle Sitze besetzt sind. Auch die Red Sox haben Gegner, für die sich so gut wie niemand interessiert.)
• "Objektiv betrachtet hat Boston auf jeden Fall den teuersten Baseball-Spieler der Welt. Pitcher Daisuke Matsuzaka kam zu Saisonbeginn für 100 Millionen Dollar aus Japan an die Ostküste...." (wenn wir mal die Kleinigkeit vergessen, dass sich die komplizierte Transaktion zu 103 Millionen Dollar und ein paar zerquetschte hochrechnet, teilen wir den Betrag durch sechs Jahre Laufzeit und kommen auf eine Summe, die weit unter der für Alex Rodriguez liegt - 10 Jahre/252 Millionen Dollar. A-Rod ist der teuerste Baseball-Spieler der Welt nicht Dice-K.)
• "Im selben Jahr holten auch die New England Patriots den Superbowl" (falsch: man kann den Super Bowl nicht holen. Das ist der Name einer Veranstaltung, nicht der Name der Trophäe, die dabei ausgespielt wird. Die heißt Vince Lombardi Trophy.)
• "Ron Jaworski, bekannter Analytiker beim Sportsender ESPN" (problematisch: die Fachkommentatoren beim amerikanischen Fernsehen werden zwar schon mal analysts genannt. Unter Analytikern versteht man auf Deutsch etwas ganz anderes. Schlag nach bei Freud. In der Sprache der Finanzwirtschaft werden analysts mit Analysten übersetzt).
Und diese Anmerkungen schließen noch keine Beschwerden über den stilistischen Verhau ein ("Man muss kein Patriot sein, um zu sehen, dass die Patriots Nummer eins sind" - man muss nicht mal Sportjournalist sein, um zu sehen, dass man gar nichts sein muss, um das zu sehen). Oder: "Noch nie in der NFL-Historie war ein Passgeber nach sechs Spieltagen erfolgreicher" (WÄHREND der ersten sechs Spieltage? Oder hatte NACH den ersten Spieltagen keine bessere Leistungsstatistik?)
Normalerweise müsste der Text zumindest überarbeitet werden. Vielleicht sogar eingestampft. Denn wenn die heiße Luft mal weg ist, bleibt nicht mehr viel übrig. Aber für so etwas hat man in Hamburg womöglich keine Zeit. Schließlich müssen die nächsten Geschichten voller Superlative angekurbelt werden. Wie hält man sonst die Einschaltquote?
Manche Menschen halten sich aus Takt lieber mit Einwänden zurück (das Glashaus-Syndrom). Vor allem dann, wenn man Sorge hat, ob man mit seinen Hinweisen falsch verstanden werden könnte. Ich sehe das bei Stefan Niggemeier und bei Indiskretion Ehrensache, deren Blogbetreiber einen Hang zum Aufspüren von Sachen haben, die schon mal so wirken wie der Splitter im Auge des anderen. Da kommen dann immer die Nörgler zum Vorschein, die es offensichtlich lieber sehen, wenn Fehler nicht benannt und richtig gestellt werden. Das könnte man verstehen, wenn die Leistung so vieler Medien-Outlets nicht so grotesk unter Niveau ausfallen würde.
Um es deshalb klar vorneweg zu sagen: Es geht bei diesem Post nicht um Personen, sondern um die Sache. Die Sache heißt: der unerträgliche Hang von Leuten im Sportjournalismus zum Superlativ. Unterabteilung: Nichts ist schlimmer als jener Superlativ, der auf mangelhaftem Wissen beruht.
Normalerweise wissen wir diese Disziplin in den festen Händen von BILD-Zeitungsreportern. Und wir verstehen auch warum (und zwar seit Günter Wallraf Hans Esser war). Und was jene Schreibkräfte in diesen Tagen auf die Beine stellen, kann man zum Glück seit Beginn des BILDBlog jeder Zeit nachlesen. Warum aber auch SpOn so arbeitet, wissen wir nicht. Denn wir wollen erst mal nicht unterstellen, dass man in der Online-Redaktion vom Spiegel ein ähnliches Verhältnis zu den Fakten hat.
Aber wenn dann ein einziger Artikel so viele Behauptungen auf einmal aufstellt (die man als Unsinn bezeichnen muss), die mehr als nur fehlerhaft sind, sondern superlativ fehlerhaft, dann ist vielleicht mal eine leise Anmerkung fällig. Besonders, wenn es um einen Themenbereich wie amerikanischen Sport geht, an dem zumindest unsereinem etwas liegt.
Wir gehen mal der Reihe nach vor. Es geht um die Teams aus Boston.
SpOn: "Der Rekordmeister ... hat in der Sommerpause gleich sieben Spieler zu den Minnesota Timberwolves geschickt..." (falsch: es waren fünf Spieler und zwei zukünftige Draft-Picks, daraus können Spieler werden oder auch nicht. Auf jeden Fall fehlen sie nicht den Celtics in der kommenden Saison.)
• Bei dem Tausch handele es sich um "den spektakulärsten Transfer der NBA-Geschichte" (falsch: es war allenfalls eine Bestleistung dafür, wieviele Leute man für einen Spieler bekommen kann. Aber das liegt an der Tarifordnung der NBA, die verlangt, dass bei einem Tausch das Gehalt auf der einen Seite mit dem auf der anderen aufgewogen werden muss. Wer viele billige Spieler hat, muss dann einfach mehr Personal abgeben. Wenn es um das Kriterium "spektakulär" geht, kann man dies ganz gewiss nicht toppen: die Transfers von Wilt Chamberlain und Kareem Abdul-Jabbar, die von Philadelphia beziehungsweise Milwaukee zu den Los Angeles Lakers wechselten. Sie waren jeweils im Alleingang für die Erfolge ihres neuen Teams verantwortlich.)
• "...seit Jahren ist jedes Spiel im Fenway-Park ausverkauft" (irreführend: Das Stadion war lange Zeit das kleinste in Major League Baseball und ist nach kleinen Modifikationen mit 38.000 Sitzplätzen nur das drittkleinste von 30. Gleichzeitig gehörten die Red Sox schon immer zu den populärsten Teams Amerikas, weit über die Grenzen von Boston hinaus. Es heißt übrigens nicht, dass bei allen Spielen alle Sitze besetzt sind. Auch die Red Sox haben Gegner, für die sich so gut wie niemand interessiert.)
• "Objektiv betrachtet hat Boston auf jeden Fall den teuersten Baseball-Spieler der Welt. Pitcher Daisuke Matsuzaka kam zu Saisonbeginn für 100 Millionen Dollar aus Japan an die Ostküste...." (wenn wir mal die Kleinigkeit vergessen, dass sich die komplizierte Transaktion zu 103 Millionen Dollar und ein paar zerquetschte hochrechnet, teilen wir den Betrag durch sechs Jahre Laufzeit und kommen auf eine Summe, die weit unter der für Alex Rodriguez liegt - 10 Jahre/252 Millionen Dollar. A-Rod ist der teuerste Baseball-Spieler der Welt nicht Dice-K.)
• "Im selben Jahr holten auch die New England Patriots den Superbowl" (falsch: man kann den Super Bowl nicht holen. Das ist der Name einer Veranstaltung, nicht der Name der Trophäe, die dabei ausgespielt wird. Die heißt Vince Lombardi Trophy.)
• "Ron Jaworski, bekannter Analytiker beim Sportsender ESPN" (problematisch: die Fachkommentatoren beim amerikanischen Fernsehen werden zwar schon mal analysts genannt. Unter Analytikern versteht man auf Deutsch etwas ganz anderes. Schlag nach bei Freud. In der Sprache der Finanzwirtschaft werden analysts mit Analysten übersetzt).
Und diese Anmerkungen schließen noch keine Beschwerden über den stilistischen Verhau ein ("Man muss kein Patriot sein, um zu sehen, dass die Patriots Nummer eins sind" - man muss nicht mal Sportjournalist sein, um zu sehen, dass man gar nichts sein muss, um das zu sehen). Oder: "Noch nie in der NFL-Historie war ein Passgeber nach sechs Spieltagen erfolgreicher" (WÄHREND der ersten sechs Spieltage? Oder hatte NACH den ersten Spieltagen keine bessere Leistungsstatistik?)
Normalerweise müsste der Text zumindest überarbeitet werden. Vielleicht sogar eingestampft. Denn wenn die heiße Luft mal weg ist, bleibt nicht mehr viel übrig. Aber für so etwas hat man in Hamburg womöglich keine Zeit. Schließlich müssen die nächsten Geschichten voller Superlative angekurbelt werden. Wie hält man sonst die Einschaltquote?
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30. Juli 2007
Also doch: Garnett zu den Celtics
Kein Gerücht mehr, sondern von AP bestätigt: Garnett nach Boston. Falls sich jemand dafür interessiert, wie schwierig es ist, einen Mann mit einem Vertrag wie seinem abzugeben und weshalb manche Clubs aus kuriosen finanziellen Erwägungen nicht in Frage kommen, der sollte mal diesen Text von Marc Stein durcharbeiten. Aber Warnung: Nicht für NBA-Neulinge und Menschen geeignet, denen die komplizierte Arithmetik von Salary Cap und aktuellem Tarifvertrag nicht einleuchtet. Als Sahneschnitte obendrauf: Der Adidas-Werbespot, der zeigt, wie sich KG bei den Timberwolves gefühlt haben muss. Ab jetzt sollte alles leichter werden.
Blick zurück: Als alles noch ein Gerücht war
Blick zurück: Als alles noch ein Gerücht war
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Garnett doch noch nach Boston?
Es ist nur ein Gerücht. Aber weil die NBA Sommerpause hat und der wegen Wettbetrugs in Verdacht geratene Schiedsrichter Tim Donaghy noch nicht gesungen hat, weil also nichts los ist, nehmen wir die Gelegenheit war, das Gerücht in die Welt hinauszuposaunen: Kevin Garnett von den Minnesota Timberwolves zu den Boston Celtics im Rahmen einer Tauschaktion, die vor der Draft schon einmal im Gespräch war, aber nicht zustande kam. Dass sich Garnett wenige Monate später - er genießt ein gewisses Mitspracherecht - den Ortswechsel doch noch vorstellen kann, liegt an der Aktion, die die Celtics am Draft-Tag auf die Beine gestellt hatten, als sie mit Ray Allen einen der besten Werfer der Liga aus Seattle herauseisten. Zusammen mit Stammspieler Paul Pierce käme dabei schon eine ziemlich respektable Mannchaft heraus. Statistisch gesehen ist KG der wirkungsvollste Spieler in der NBA, Allens Leistungsniveau liegt noch über dem meistens leicht überschätzten Kobe Bryant.
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