Erste Einstimmung auf heute abend: Ein Text in der FAZ über das Partyprogramm der Fans der New Orleans Saints, die zum ersten Mal in der Geschichte des Clubs den Super Bowl erreicht haben und wenn es nach den Simulationen einer Reihe von Videospielen auch das Spiel gegen die Indianapolis Colts gewinnen wird. Zu dem ausführlichen Bericht von dieser Stelle noch ein paar Links zu einer wichtigen Figur: dem vor ein paar Jahren verstorbenen Sportreporter Bernard Diliberto, genannt Buddy D., der das alles nicht mehr erlebt hat:
• sein Wikipedia-Eintrag
• die Seite von Buddy's Broads, die sein Gedenken hochhalten
Go Saints:
Die Idee, ein derart altes Videospiel mit den Informationen von Anfang der Saison zu füttern, wurde von pwncastpodcast.com umgesetzt.Wer den Ausgang der Begegnung wissen will, sollte sie sich bis zum Schluß anschauen.
Nachtrag: Eine weitere Einstimmung auf das Match zwischen den Colts und den Saints: eine Geschichte über Peyton Manning, der nach einem Sieg heute in Miami voraussichtlich von den den meisten Football-Experten in den USA zum besten Quarterback aller Zeiten ernannt wird. (Der Text aus der FAS wurde vor kurzem online gestellt). Seine Qualitäten sind unbestritten. Was ihm an Charisma auf dem Platz fehlt, macht er in seinen Auftritten in den Werbespots wett. Hier ist eine Seite mit einer wirklich guten Auswahl. Darunter solchen, die beweisen, dass der Mann nicht nur Humor hat, sondern bereit ist, auf die sanfte Tour die gesamte Fankultur rund um die NFL zu karikieren. In der Kollektion fehlt übrigens der ESPN-Sportscenter-Spot, in dem die beiden Manning-Söhne so tun, als seien sie sieben Jahre alt und mit ihren Eltern auf einer Besichtigung des Senders unterwegs. Das Video darüber, was bei dem Projekt hinter den Kulissen ablief:
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7. Februar 2010
5. Februar 2010
Zeit für ein paar Häppchen zum Super Bowl
Hier eine Salatplatte zum Super Bowl zwischen den Indianapolis Colts und den New Orleans Saints (Sonntag in Miami, live ab 23.35 Uhr in der ARD, Kommentatoren Andres Witte, Dirk Forberg, Moderation Rolf Scholt):• Tony Dungy prophezeit überlegenen Sieg seines Ex-Clubs.
• Die beiden Videospiele EA Team und Madden sehen es anders: Beide tippen auf einen knappen Erfolg für die Saints. Die Madden-Vorhersagen sind besonders aufschlussreich. Ihre Super-Bowl-Simulationen liegen in fünf von sechs Fällen richtig.
• Wir dürfen aus gegebenem Anlass auf einen Beitrag von Ende Dezember verweisen. Eine Anlayse der Treffgenauigkeit von Quarterback Drew Brees (mit Video). Mal abgesehen von dem schrägen Vergleich mit den Bogenschützen. Unterm Strich bleibt zumindest eines: Der Mann ist extrem präzise.
• Da Super-Bowl-Ringe so prestigeträchtig sind, lotet diese Geschichte von Mike Wise in der Washington Post eine gewisse emotionale Tiefe aus. Die Hauptperson: ein ehemaliger Redskins-Spieler, der auf die schiefe Bahn kam. Die Nebenperson, der Mann, der dafür sorgte, dass der Ring dabei nicht in den Gully kullerte und weggespült wurde.
• Übrigens: Samstag in der gedruckten Ausgabe der FAZ: ein Porträt der New Orleans Saints, die fast 40 Jahre lang in der NFL nichts zu bestellen hatten, aber sich trotzdem nicht unterkriegen ließen. Big Easy nahm es locker. Jetzt allerdings wird's ernst.
• Jason Whitlock denkt schon eine Ecke weiter: an den anstehenden Tarifstreit zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft und dass es vermutlich keine Aussperrung geben wird. Warum auch? Die NFL-Profis sind die härtesten Typen, wenn es darum geht, auf dem Spielfeld ihre Knochen hinzuhalten. Aber die schwächsten, wenn es um Arbeitskämpfe geht. Die werden schon keinen Streik ausrufen – aus lauter Angst, dass er in sich zusammenbricht. Da können die Liga-Fürsten auf die sanfte Tour arbeiten. Was besser fürs Bild in der Öffentlichkeit ist. Allerdings hat der neue Gewerkschaftschef schon mal die Trommel in die Hand genommen und artikuliert lauthals seine Befürchtungen in Sachen Aussperrung. Interessantes Detail in diesem Beitrag: Die NFL hat Fernsehverträge, die ihr die üblichen Einnahmen garantieren, selbst wenn die Spiele einem Arbeitskampf zum Opfer fallen. Dieses Faktum zeigt, welche Macht die Liga gegenüber den TV-Sendern entwickelt hat. Keine andere Sportinstitution, abgesehen vielleicht vom IOC, könnte solche Vereinbarungen durchsetzen. Die Leute von den Sendern würden wohl eher nur leicht lachen, wenn sie mit derartigen Forderungen konfrontiert würden.
17. Januar 2010
Die Luxus-Suite und der Scrabble-Haufen
Vier Spiele und nur eines davon war halbwegs spannend. Leider war das mehr ein Punt-Festival und eine Ansammlung von unsinnigen Penalties und die Implosion eines Kickers, der in der laufenden Saison eine formidable Präzision an den Tag gelegt hatte, aber heute aus dem Tritt kam. Mit anderen Worten: Die NFL dokumentiert gegen Mitte der Playoffs eine Zweiklassen-Gesellschaft von krassem Zuschnitt: Die New Orleans Saints, die Minnesota Vikings und die Indianapolis Colts repräsentieren die Luxus-Suite. Der Rest wirkt wie ein Haufen zusammengeschüttete Scrabble-Buchstaben, aus dem man so gut wie keine vernünftigen Wahrheiten herausschnitzen kann. Die drei Top-Teams hingegen lassen sich leicht beschreiben: Rund um die hervorragenden Quarterbacks existieren quicklebendige, ideenreiche und zielstrebige Spieler. Die Defensivformationen sind unglaublich schnell zu Fuß unterwegs und kaltblütig.
Und was ist mit den New York Jets, die im letzten Spiel der Divisional Playoff-Runde in San Diego die Chargers demontierten? Die konnten echt froh sein, dass ihnen die Chargers einen Teil der schweren Arbeit abgenommen haben. Die Jets brauchten bis kurz vor Ende der ersten Halbzeit, um ihren allerersten First Down zu erzielen. Der entscheidende Touchdown entsprang einer Interception in der Nähe der Chargers-Endzone – in der Wirkung gedoppelt durch ein albernes Head-Butt-Foul, durch das die Jets noch ein paar wichtige Yards näher ans Ziel heranrücken durften. Und selbst danach hätte es San Diego zumindest in die Verlängerung schaffen können. Aber Kicker Nate Keading hatte heute einen tiefdunklen Tag. Er verschoss im entscheidenden Augenblick aus harmloser Distanz auf trockenem Rasen und ohne irgendwelchen Wind. Vermutlich werden die Jets den Colts in einer Woche das Leben schwer machen. New York hat zwar eine beeindruckende Defensive. Aber selbst wenn die Offensive 17 Punkte gegen die Colts schaffen sollte wie heute gegen die Chargers, wird das nicht reichen. Und viel mehr sind nicht drin.
Allerdings wird einem angesichts der Jets die Football-Saison wenigstens einigermaßen schmackhaft. Denn die straften die sogenannten Fachleute Lügen, von denen sage und schreibe vier im Studio der übertragenden Network CBS herumsitzen (auch Fox hat vier dieser Bauchredner im Einsatz). Alle vier erklärten die San Diego Chargers vor der Begegnung zum Sieger. Und alle vier werden wir nächste Woche wiedersehen (Colts gegen die Jets). Solche Leute werden einfach nicht entlassen.
Das Spiel der Woche wird allerdings auf Fox laufen. Mehr als 100 Oktan stecken in der NFC Championship-Begegnung zwischen den Vikings und den Saints im Tank. Die Auseinandersetzung im Superdome in New Orleans ist ein Sahneklecks auf zehn Jahre einer Evolution des Spiels zu einer ungemein schnellen und (vor allem auch) reaktionsschnellen Angelegenheit. Eine Spielkultur, die wirkt wie herausgemeißelt aus den Köpfen genialer Videospiel-Designer, die den Mut hatten, sich Spielzüge auszumalen, bei denen Quarterbacks zentimetergenaue Pässe werfen. Diese NFL sieht neuerdings wie eine Versammlung von Feinmechanikern aus. Gut, dass man das alles inzwischen auf HD serviert bekommt.
Und was ist mit den New York Jets, die im letzten Spiel der Divisional Playoff-Runde in San Diego die Chargers demontierten? Die konnten echt froh sein, dass ihnen die Chargers einen Teil der schweren Arbeit abgenommen haben. Die Jets brauchten bis kurz vor Ende der ersten Halbzeit, um ihren allerersten First Down zu erzielen. Der entscheidende Touchdown entsprang einer Interception in der Nähe der Chargers-Endzone – in der Wirkung gedoppelt durch ein albernes Head-Butt-Foul, durch das die Jets noch ein paar wichtige Yards näher ans Ziel heranrücken durften. Und selbst danach hätte es San Diego zumindest in die Verlängerung schaffen können. Aber Kicker Nate Keading hatte heute einen tiefdunklen Tag. Er verschoss im entscheidenden Augenblick aus harmloser Distanz auf trockenem Rasen und ohne irgendwelchen Wind. Vermutlich werden die Jets den Colts in einer Woche das Leben schwer machen. New York hat zwar eine beeindruckende Defensive. Aber selbst wenn die Offensive 17 Punkte gegen die Colts schaffen sollte wie heute gegen die Chargers, wird das nicht reichen. Und viel mehr sind nicht drin.
Allerdings wird einem angesichts der Jets die Football-Saison wenigstens einigermaßen schmackhaft. Denn die straften die sogenannten Fachleute Lügen, von denen sage und schreibe vier im Studio der übertragenden Network CBS herumsitzen (auch Fox hat vier dieser Bauchredner im Einsatz). Alle vier erklärten die San Diego Chargers vor der Begegnung zum Sieger. Und alle vier werden wir nächste Woche wiedersehen (Colts gegen die Jets). Solche Leute werden einfach nicht entlassen.
Das Spiel der Woche wird allerdings auf Fox laufen. Mehr als 100 Oktan stecken in der NFC Championship-Begegnung zwischen den Vikings und den Saints im Tank. Die Auseinandersetzung im Superdome in New Orleans ist ein Sahneklecks auf zehn Jahre einer Evolution des Spiels zu einer ungemein schnellen und (vor allem auch) reaktionsschnellen Angelegenheit. Eine Spielkultur, die wirkt wie herausgemeißelt aus den Köpfen genialer Videospiel-Designer, die den Mut hatten, sich Spielzüge auszumalen, bei denen Quarterbacks zentimetergenaue Pässe werfen. Diese NFL sieht neuerdings wie eine Versammlung von Feinmechanikern aus. Gut, dass man das alles inzwischen auf HD serviert bekommt.
29. Dezember 2009
NFL-Quarterback Drew Brees trifft
Die Magazinsendung Sport Science hat einen etwas anderen Zugang zu Themen, die amerikanische Sportfans interessieren. Sie widmet sich mit Hilfe von ein paar technischen Messgeräten solchen Fragen wie: Kann man eigentlich mit einem Eishockey-Knüppel-Golfschwung wie im Film Happy Gilmore weiter schlagen? Das Dumme sind die Antworten. Wirklich überraschen können Sie einen nicht. Weshalb die Beiträge mit sehr viel visuellem und akustischem Konfetti aufgepimpt werden, damit der Zuschauer auf der minutenlangen Strecke von Einstieg bis Ausstieg nicht abschaltet.
Besonders störend ist der pseudo-wissenschaftliche Anstrich, wie er jetzt auch in dem Beitrag über die Wurfgenauigkeit von Quarterback Drew Brees an den Tag gelegt wurde. Seinem Ball wurden Messsonden angepappt, die ergaben, dass der Football-Profi den Ball aus dem Stand und bei der immer gleichen Entfernung von 20 Yards mit der immer gleichen Geschwindigkeit wirft, den immer gleichen Wurfwinkel hinbekommt und dem Ei die immer gleiche Rotation mit auf den Weg gibt, die der braucht, um auch zielgenau anzukommen. Mit anderen Worten: Drew Brees ist so etwas wie ein Automat. Und nur ein Automat kann in der NFL was werden. Aber aus soviel Banalität schlägt man bei Sport Science die Funken eines bengalischen Feuers. Die Antwortet lautet in diesem Fall: Drew Brees trifft eine Bogenschützen-Zielscheibe aus dieser Entfernung genauer als ein guter Bogenschütze. Ja. Und das ist eine Erkenntnis, die uns alle sehr bewegt. Denn in den Playoffs spielt er mit den New Orleans Saints bekanntlich gegen eine Bogenschützenmannschaft und nicht gegen die Minnesota Vikings. Und da wollten wir vorher wissen, wie das ausgeht.
Das ist das Problem mit solchen Pseudo-Analysen: Während die videotechnische Darstellung der Präzision des Quarterbacks sehr animierend ausfällt – der Mann trifft nämlich bei zehn Versuchen tatsächlich zehnmal in die kleine gelbe Mitte, und die Kamera bringt uns das aus allen möglichen Richtungen – bleibt die Frage ungeklärt: Weshalb ist es überhaupt interessant, die Wurfleistung eines Footballspielers mit der eines Bogenschützen zu vergleichen? Die Jungs können doch beim besten Willen nicht als Maßstab für Treffgenauigkeit herhalten. Da hätte ich mir eher einen Trap- oder Skeet-Schützen als Vergleich ausgemalt. Der muss ein bewegliches Ziel treffen, kennt in etwa die Route und die Fluggeschwindigkeit der Tonscheibe. Wie oft hätte Drew Brees wohl eine Tontaube getroffen? Zehnmal bei zehn Versuchen? Vermutlich nicht.
Besonders störend ist der pseudo-wissenschaftliche Anstrich, wie er jetzt auch in dem Beitrag über die Wurfgenauigkeit von Quarterback Drew Brees an den Tag gelegt wurde. Seinem Ball wurden Messsonden angepappt, die ergaben, dass der Football-Profi den Ball aus dem Stand und bei der immer gleichen Entfernung von 20 Yards mit der immer gleichen Geschwindigkeit wirft, den immer gleichen Wurfwinkel hinbekommt und dem Ei die immer gleiche Rotation mit auf den Weg gibt, die der braucht, um auch zielgenau anzukommen. Mit anderen Worten: Drew Brees ist so etwas wie ein Automat. Und nur ein Automat kann in der NFL was werden. Aber aus soviel Banalität schlägt man bei Sport Science die Funken eines bengalischen Feuers. Die Antwortet lautet in diesem Fall: Drew Brees trifft eine Bogenschützen-Zielscheibe aus dieser Entfernung genauer als ein guter Bogenschütze. Ja. Und das ist eine Erkenntnis, die uns alle sehr bewegt. Denn in den Playoffs spielt er mit den New Orleans Saints bekanntlich gegen eine Bogenschützenmannschaft und nicht gegen die Minnesota Vikings. Und da wollten wir vorher wissen, wie das ausgeht.
Das ist das Problem mit solchen Pseudo-Analysen: Während die videotechnische Darstellung der Präzision des Quarterbacks sehr animierend ausfällt – der Mann trifft nämlich bei zehn Versuchen tatsächlich zehnmal in die kleine gelbe Mitte, und die Kamera bringt uns das aus allen möglichen Richtungen – bleibt die Frage ungeklärt: Weshalb ist es überhaupt interessant, die Wurfleistung eines Footballspielers mit der eines Bogenschützen zu vergleichen? Die Jungs können doch beim besten Willen nicht als Maßstab für Treffgenauigkeit herhalten. Da hätte ich mir eher einen Trap- oder Skeet-Schützen als Vergleich ausgemalt. Der muss ein bewegliches Ziel treffen, kennt in etwa die Route und die Fluggeschwindigkeit der Tonscheibe. Wie oft hätte Drew Brees wohl eine Tontaube getroffen? Zehnmal bei zehn Versuchen? Vermutlich nicht.
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27. Juli 2009
NFL: Nachwuchs für die Chef-Etagen
Die Verjüngungskur in den oberen Etagen des amerikanischen Sports geht nahtlos weiter (während an manchen Stellen noch immer die Patriarchen mit dem Geist des 19. Jahrhunderts regieren, also Figuren wie Joe Paterno in Penn State. Der ist fast hundert Jahre alt). Ende letzten Jahres wurde bei den San Francisco 49ers mit Jed York ein 27-jähriger in den Sattel gehoben. Der Job (Team President) ist alles andere als einfach. Der einst so erfolgreiche Club bedarf dringend einer sportlichen Energieauffrischung.
Es gibt Ambitionen für ein neues Stadion außerhalb der Stadt. York hinterließ einen ersten Eindruck seiner Entscheidungsfreude, als er den Trainer entließ und Mike Singletary verpflichtete, dem ein Ruf als Schinder und Diktator vorausging. Jetzt wurde er vom Blog Niners Nation interviewt. Ein Indiz dafür, dass er einen entwickelten Spürsinn für die neue Medienrealität besitzt.
Bei den New Orleans Saints handelt es sich um eine junge Frau, der Enkelin von Club-Besitzer Tom Benson, die ganz offensichtlich für die Aufgabe ausersehen wurde, der Mannschaft neuen Schwung zu geben. Assoziationen an Any Given Sunday werden wach, dem Football-Film von Oliver Stone, wo die junge Cameron Diaz den altenn Coach Al Pacino nervt. Die Neue – Rita Benson LeBlanc – ist keine Schauspielerin, sondern eine Marketing-Spezialistin, die nach dem Studium zunächst in den Büros anderer NFL-Clubs gearbeitet hat und seit einer Weile die Karriereleiter bei den Saints hochklettert. Ihr offizieller Titel: Executive Vice President.
Es gibt Ambitionen für ein neues Stadion außerhalb der Stadt. York hinterließ einen ersten Eindruck seiner Entscheidungsfreude, als er den Trainer entließ und Mike Singletary verpflichtete, dem ein Ruf als Schinder und Diktator vorausging. Jetzt wurde er vom Blog Niners Nation interviewt. Ein Indiz dafür, dass er einen entwickelten Spürsinn für die neue Medienrealität besitzt.

Bei den New Orleans Saints handelt es sich um eine junge Frau, der Enkelin von Club-Besitzer Tom Benson, die ganz offensichtlich für die Aufgabe ausersehen wurde, der Mannschaft neuen Schwung zu geben. Assoziationen an Any Given Sunday werden wach, dem Football-Film von Oliver Stone, wo die junge Cameron Diaz den altenn Coach Al Pacino nervt. Die Neue – Rita Benson LeBlanc – ist keine Schauspielerin, sondern eine Marketing-Spezialistin, die nach dem Studium zunächst in den Büros anderer NFL-Clubs gearbeitet hat und seit einer Weile die Karriereleiter bei den Saints hochklettert. Ihr offizieller Titel: Executive Vice President.
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27. Juni 2007
Beckham spielt mit Bush (dem Running Back)
Man nehme: drei Streifen, zwei Typen und eine lahme Idee und begebe sich in ein kleines Stadion, um dort stundenlang diese lahme Idee mit den zwei Typen auf Video zu bannen, um damit Reklame für die drei Streifen zu machen. Es ist eher ein Armutszeugnis für die geistige Frische der Kreativen in Herzogenaurach geworden, die sich nichts Besseres ausmalen konnten, als Reggie Bush (Running Back der New Orleans Saints) und den Neu-Amerikaner David Beckham mit Fußbällen und Football-Eiern herumhantieren zu lassen, um sich bei der Gelegenheit gegenseitig zu bestätigen, dass sie nicht genug vom Gewerbe des anderen verstehen und auch nicht tauschen würden. Beckham braucht beim besten Willen keine Einführung mehr in den USA. Er ist bekannt. Und Reggie Bush, der demnächst ins Trainingslager für seine zweite Saison einziehen wird, hat bislang noch nicht den Rang eines Spitzenspielers erreicht. Er gehört noch in die Abteilung "Talent mit Potenzial". Wobei man allerdings sagen muss: So gesehen ähneln sich die beiden schon sehr. Beckham hat schießlich auch nie mehr symbolisiert als Potenzial. In entscheidenden Momenten kam davon nicht viel zum Vorschein (via withleather)
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21. Januar 2007
Eine Premiere: Der erste schwarze Trainer im Super Bowl
Der erste schwarze Trainer im Super Bowl: Das ist Lovie Smith, der mit den Chicago Bears die New Orleans Saints auseinandergenommen hat. So gut die Gäste aus Louisiana im Schneeregen von Soldier Field zwischendurch aussahen - am Ende produzierten sie zuviele Fehler, um die Schraubzwingen anzubringen. Am Anfang verloren sie häufiger den Ball und konnten froh sein, dass die Bears die sich eröffnenden Chancen nur zu drei Field Goals ummünzen konnten. Als die Saints fast aufgeholt hatten und alles auf der Kippe stand, machte Quarterback Drew Brees einen dummen Fehler und warf regelwidrig und mit Absicht den Ball weg. Das wird immer bestraft, aber ist am teuersten, wenn man dabei in der eigenen Endzone steht. Dann kostet es einen Safety (zwei Punkte für den Gegner) und man gibt den Ball mit einem Punt an den Gegner. Alle weiteren individuellen Fehlleistungen aufzuzählen, macht wenig Sinn. Die Mannschaft ist so gut wie noch nie und kam so weit wie noch nie. Was fehlte, war Cleverness, Abgeklärtheit, Erfahrung. 39:14 ist eine Packung und ein Resultat, das verdeckt, wie gut die Saints geworden sind (nachdem sie im letzten Jahr extrem schlecht waren). Über die Bears werden wir noch bei anderer Gelegenheit ein paar Worte verlieren. Sie haben heute über weite Strecken so gut gespielt wie am Anfang der Saison, als sie wie ein früher Favorit auf den Titel wirkten. Im November und Dezember war all das verschwunden - unter anderem auch, weil Quarterback Rex Grossman ziemlich viel Mist produzierte.
Aus Pittsburgh gibt es übrigens die Bestätigung - nach vielem Hin und Her -, dass der neue Trainer Mike Tomlin heißt, ein weiterer schwarzer Head Coach in der Liga und mit 34 Jahren der jüngste von allen. Was die Steelers an einem Mann mit einem Jahr NFL-Erfahrung (als Defensive Coordinator in Minnesota) finden, ist schwer herauszulesen. In den letzten Jahren haben sich die Männer auf diesem Stuhl in West-Pennsylvania sehr lange gehalten. Tomlin ist der dritte Head Coach in mehr las 30 Jahren. Normalerweise müsste die Entscheidung einen weiteren Mann auf den Arbeitsmarkt drängen: Russ Grimm, der als zweiter Mann in der Hierarchie übergangen wurde. Tomlin könnte dann komplett neu anfangen. Der anderen wichtige Trainer bei den Steelers - Ken Whisenhunt - wurde vor ein paar Tagen neuer Chef bei den Arizona Cardinals.
Blick zurück: Die Dampfwalze namens Bears am Anfang der Saison
Blick zurück: "Da Bears" - eine Liebeserklärung an einen Trainer und "sein" Team
Blick zurück: Der Höhepunkt der Saints-Saison
Blick zurück: Das Trainerkarussell in der NFL
Aus Pittsburgh gibt es übrigens die Bestätigung - nach vielem Hin und Her -, dass der neue Trainer Mike Tomlin heißt, ein weiterer schwarzer Head Coach in der Liga und mit 34 Jahren der jüngste von allen. Was die Steelers an einem Mann mit einem Jahr NFL-Erfahrung (als Defensive Coordinator in Minnesota) finden, ist schwer herauszulesen. In den letzten Jahren haben sich die Männer auf diesem Stuhl in West-Pennsylvania sehr lange gehalten. Tomlin ist der dritte Head Coach in mehr las 30 Jahren. Normalerweise müsste die Entscheidung einen weiteren Mann auf den Arbeitsmarkt drängen: Russ Grimm, der als zweiter Mann in der Hierarchie übergangen wurde. Tomlin könnte dann komplett neu anfangen. Der anderen wichtige Trainer bei den Steelers - Ken Whisenhunt - wurde vor ein paar Tagen neuer Chef bei den Arizona Cardinals.
Blick zurück: Die Dampfwalze namens Bears am Anfang der Saison
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Blick zurück: Das Trainerkarussell in der NFL
20. Januar 2007
"Da Bears" - Reverenz an den legendären Mike Ditka
"Am Donnerstagmorgen eierte Mike Ditka in das Restaurant, das seinen Namen und sein Gesicht an der Fassade trägt, und ging durch eine Menge, die sich so respektvoll teilte wie das Wasser des Roten Meers. Ditka hat in dieser Stadt seit über 40 Jahren keinen Pass mehr gefangen. Und es ist 14 Jahre her, dass er an der Seitenlinie stand. Aber die Stadt hängt an seinen Lippen. Und in diesem Moment schienen die Worte förmlich dran zu baumeln. Am Sonntag wird Chicago als Gastgeber das NFC Championship-Spiel gegen New Orleans ausrichten, dessen Sieger den Super Bowl in Miami erreicht. Und als waere es noch nicht genug, dass der Rest Amerikas bereits den Saints die Daumen drückt, hatten die Leute in Chicago die letzten vier Tage darauf gewartet zu erfahren, dass wenigstens er, "Da Coach", noch immer auf ihrer Seite ist. Aber bis dahin: nichts.Das ist ein Ausschnitt aus dem Artikel von Associated-Press-Kolumnist Jim Litke über Mike Ditka - vor 20 Jahren der Trainer der Bears, als sie den Super Bowl gegen die New England Patriots gewannen und eine der überragenden Mannschaften der NFL-Geschichte beieinander hatten. Ditka war später auch Trainer in New Orleans, wo er das Missgeschick fertig brachte, jede Menge Draftplätze wegzuschenken, um einen gewissen Ricky Williams zu draften. An Williams erinnert man sich inzwischen in Louisiana genausowenig wie an Ditka, Urgestein der grimmigen osteuropäischen Sorte, der als Tight End mit den Bears 1963 eine NFL-Meisterschaft gewann (damals gab es noch keinen Super Bowl) und inzwischen zwei künstliche Hüftgelenke sein eigen nennt. Football geht auf die Knochen.
Die Stadt ist die Basis für Ditkas wachsendes Imperium geblieben, Sitz seines über die Maßen erfolgreichen Restaurants und Hintergrund für viele seiner lukrativen Jobs als Werbebotschafter und das "Medienmonster von Midway". Aber von dem Augenblick an, als die Bears die Seahawks ausgeschaltet hatte, machte er auf verschämt."
Welchen Stellenwert Ditka im Laufe der Jahre in den USA errungen hat, kann man sehen, wenn man den inzwischen klassischen Sketch von Saturday Night Live aus dem Jahre 1991 betrachtet, in dem die Schauspieler einen polnisch angehauchten Akzent mimen, in dem aus dem bestimmten Artikel "the" ein "da" wird - wie in "Da Bears" oder "Da Bulls". Was ebenfalls mitschwingt ist jene einzigartige Sportbegeisterung in der Stadt Chicago, die sich gerne als "Second City" etikettiert (nach New York), was eigentlich nur liebenswürdiger, purer Größenwahn ist. Die Zeit ist längst an der Metropole mit der attraktivsten Wolkenkratzerlandschaft der Welt vorbeigerast. Zu mehr über Chicago und seinen Wahn schalten wir direkt zu Ditka's Restaurant und zu den "Superfans":
"Da Coach" Mike Ditka hat sich übrigens inzwischen geoutet: Er ist für "Da Bears". Was blieb ihm wohl auch anderes übrig? Und so schlecht wie 1991 sind die Bears ja beim besten Willen nicht. Die Saints allerdings sind die Favoriten - auch bei den Buchmachern.
13. Januar 2007
New Orleans: Mardi Gras im Januar
Man fühlte sich am Samstag an die guten alten Zeiten erinnert, in der die besten Mannschaften in der National Conference härter und kreativer waren, während die besten Teams in der American Conference nur schnell waren. Im Match zwischen den New Orleans Saints und den Philadelphia Eagles wurde doppelt so viel geboten wie in dem AFC-Ringkampf wenige Stunden davor. Die Saints gewannen mit 27:24 und haben sich damit zum ersten Mal in der Club-Geschichte für das Spiel um die Conference Championship qualifiziert. Ihre Pluspunkte: Ein unwiderstehlicher Deuce McAllister (zwei Touchdowns), ein Reggie Bush, der wenigstens manchmal glänzte, ein Punter, der einen Fake im Alleingang in einen First Down umwandelte, und eine Verteidigung, die im entscheidenden Moment den Eagles kurz vor der Endzone den Touchdown verwehrte, mit dem sie sich im vierten Spielabschnitt die Führung zurückgeholt hätten. So schafften sie nur ein Field Goal. Die Eagles hatten ähnlich wie gegen die New York Giants anfänglich Schwierigkeiten, warm zu werden, zeigten dann aber jede Menge Flair. In wichtigen Szenen rissen sie die Saints-Verteidigung einfach auf und kamen mit langen Pässen und starken Läufen zum Erfolg.
Saints-Coach Sean Peyton wirkte in seinem ersten Playoff-Spiel cool und konzentriert. Er konnte allerdings von Glück sagen, dass seine Fehlentscheidung in Sachen Two-Point-Conversion gut ging. Das war die Situation in der sechsten Minute des dritten Viertels: Touchdown für die Saints, die zum 21:19 aufholen und durch einen Point-After-Kick nur auf 21:20 herankommen. Das heißt: Sie brauchen noch immer mindestens ein Field Goal, um den Rückstand wett zu machen. Haben Sie mit einem Two-Point-Versuch Erfolg, steht es ausgeglichen 21:21. Falls nicht, ist auch nichts passiert. Beim nächsten Touchdown in der 14. Minute des dritten Viertels - es steht damit 26:21 für die Saints - trifft er wiederum die falsche Entscheidung. Er setzt auf den Point-After-Kick. New Orleans erhöht auf 27:21. Problem: Mit einem Touchdown können die Eagles das Spiel gewinnen. Und dazu haben sie sehr viel Zeit. Schaffen die Saints die Two-Point-Conversion, ist das ausgeschlossen, denn die Saints haben 28 Punkte. Schaffen sie die Conversion nicht, ist nichts weiter passiert. Mit einem Spielstand von 26:21 ändert sich nichts an der Konstellation.
Die unnötig risikoscheue Haltung kam schon im ersten Viertel durch, als Peytons Team sich auf fünf Yards an die Eagles-Endzone herangekämpft hatte und dann den Field-Goal-Kicker antreten ließ, anstatt beim Fourth Down noch einmal aufs Ganze zu gehen. Wenn sich der Trainerstab in solchen Momenten weiterhin so ängstlich verhält, wird es die Mannschaft in einer Woche schwer haben - egal ob gegen die Bears oder die Seahawks.
Blick zurück: Das Statistik-Modell, dass das risikoscheue Verhalten der NFL-Trainer geißelt
Saints-Coach Sean Peyton wirkte in seinem ersten Playoff-Spiel cool und konzentriert. Er konnte allerdings von Glück sagen, dass seine Fehlentscheidung in Sachen Two-Point-Conversion gut ging. Das war die Situation in der sechsten Minute des dritten Viertels: Touchdown für die Saints, die zum 21:19 aufholen und durch einen Point-After-Kick nur auf 21:20 herankommen. Das heißt: Sie brauchen noch immer mindestens ein Field Goal, um den Rückstand wett zu machen. Haben Sie mit einem Two-Point-Versuch Erfolg, steht es ausgeglichen 21:21. Falls nicht, ist auch nichts passiert. Beim nächsten Touchdown in der 14. Minute des dritten Viertels - es steht damit 26:21 für die Saints - trifft er wiederum die falsche Entscheidung. Er setzt auf den Point-After-Kick. New Orleans erhöht auf 27:21. Problem: Mit einem Touchdown können die Eagles das Spiel gewinnen. Und dazu haben sie sehr viel Zeit. Schaffen die Saints die Two-Point-Conversion, ist das ausgeschlossen, denn die Saints haben 28 Punkte. Schaffen sie die Conversion nicht, ist nichts weiter passiert. Mit einem Spielstand von 26:21 ändert sich nichts an der Konstellation.
Die unnötig risikoscheue Haltung kam schon im ersten Viertel durch, als Peytons Team sich auf fünf Yards an die Eagles-Endzone herangekämpft hatte und dann den Field-Goal-Kicker antreten ließ, anstatt beim Fourth Down noch einmal aufs Ganze zu gehen. Wenn sich der Trainerstab in solchen Momenten weiterhin so ängstlich verhält, wird es die Mannschaft in einer Woche schwer haben - egal ob gegen die Bears oder die Seahawks.
Blick zurück: Das Statistik-Modell, dass das risikoscheue Verhalten der NFL-Trainer geißelt
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