Posts mit dem Label Rick Reilly werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rick Reilly werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2. Juli 2009

ESPN tanzt mit (2)

...und da dachten wir noch, die Burschen in Bristol haben alles im Griff inklusive Fußball. Und dann passiert so etwas. In einem ausführlichen Video-Essay des teuer bezahlten Rick Reilly über England und seine Sportkultur, in dem die alten Klischees über eine Monarchie aus dem Schrank gezogen werden, legt einer die falsche Platte auf. Statt God Save the Queen erklingt die Musik von Haydn, die den Rest der Welt bisweilen an die umstrittenen ersten Zeilen der ersten Strophe des dazugehörigen Textes von Fallersleben erinnert (und fast nie an die Orginalzeilen: "Gott erhalte Franz den Kaiser" aus dem habsurgischen Österreich). Kurios genug: die britische Nationalhymne war vor langer, langer Zeit auch mal in Deutschland im Einsatz sowie in der Schweiz und Russland.

Und nun schalten wir um nach Bristol. Reilly, take it away...





28. Mai 2009

Marken-Bewusstsein in der Journaille

...und dann war da noch der Sportjournalist, der den Titel seiner Kolumne bei der zuständigen Behörde als Markenzeichen anmeldete. Er heißt Rick Reilly und verdient seit seinem Wechsel von Sports Illustrated zu ESPN extrem gutes Geld. Eine Anmeldung ist vergleichsweise preisgünstig zu haben. Die Idee für den Kolumnentitel ist übrigens die schlichte Abwandlung des Titels eines Radioprogramms aus den vierziger Jahren, die vom US-Fernsehen adaptiert wurde, aber 1951 ihr Leben aushauchte. Wenn es sie noch gäbe, hätte das Amt in Washington dem Schreiber etwas gehustet und ihm keine Zulassung für seine Version gegeben. Markenschutz dient vor allem einer Idee: Verwechslungsgefahr zu vermeiden. Exakt dieser Umstand könnte diesem Herrn noch Schwierigkeiten bereiten. Der Ausdruck scheint übrigens sehr viel älter zu sein als Mitte des letzten Jahrhunderts. Das zumindest behauptet diese Webseite.

6. April 2008

Zuviel Leder, zuwenig Lacher


Au weia. Rick Reilly hat nicht viele Freunde in den Medien. Kaum hat der Mann Sports Illustrated verlassen, um in zwei Monaten für 2 Millionen Dollar im Jahr bei ESPN wieder ins Journo-Geschäft einzusteigen, wird er querbeet abgeschlachtet. Und nicht wegen seiner mal mehr, mal weniger klugen und witzigen Texte, sondern wegen eines Drehbuchs. Der Film über Football in den zwanziger Jahren - Titel Leatherheads - kam am Donnerstag in die Kinos und bekommt von allen Seiten sehr viel Lob für seine Darsteller und seine Umsetzung. Aber das Script wird überall verrissen. Und das stammt - zumindest zu 50 Prozent - aus der Kiste von Rick Reilly. George Clooney spielt die Hauptrolle und führt Regie. Das Einspielergebnis vom ersten Wochenende war denn auch erwartet schwach.

24. Februar 2007

Baseball: Warum es Sosa immer so sah

Baseballkundige werden sich an den Namen Sammy Sosa erinnern. Die meisten, weil er in einem Wettstreit um die meisten Home Runs anno 1998 mit Mark McGwire ganz knapp das Nachsehen hatte. Die wenigsten, weil ihm Sports-Illustrated-Kolumnist Rick Reilly im Jahr 2002 in einem Gespräch in der Umkleidekabine von Wrigley Field in Chicago die Frage vorlegte: Was dagegen spräche, wenn der Athlet nach dem Interview zu einem Labor ein paar Minuten entfernt fahren würde und eine Probe seines Urins abgeben. "Du zeigst allen, dass du sauber bist. Es zeigt den Fans, dass all diese riesigen Zahlen, die du hinbekommst, echt sind." Die Herausforderung war simpel und brachte die ganze Bigotterie rund um die Anabolika-Epidemie unter den Spielern von Major League Baseball auf den Punkt. Denn Sosa hatte großmütig verkündet, er würde sich testen lassen, wenn ihm das jemand offerieren würde. Und er wäre "der erste in der Schlange", wenn die Liga die Athleten zur Urinprobe bitten würde.

Nicht an dem Abend. Da spielte Sosa die verfolgte Unschuld mit der Perfektion eines Juristen. Das ging damals noch: So tun, als sei der Journalist das Schwein, weil er auch nur die Courage hatte, das Thema aufzuwerfen. Und als sei er als Muskelpaket von Michelin-Mann-Dimensionen der Öffentlichkeit gar nichts schuldig, sondern dürfe unbeschwert selbige Öffentlichkeit vergackeiern und sich von angesehenen Magazinen wie Sports Illustrated zusammen mit anderen Anabolika-Konsumenten ungestraft zum "Sportler des Jahres" ausrufen lassen (sieh Bild).

Sosa war neulich eine ganze Saison lang abgängig. Vor ein paar Tagen tauchte er im Trainingslager der Texas Rangers wieder auf. Ein Mensch, der deutlich weniger wiegt und sich noch immer herausredet, wenn sich jemand traut, die Frage auf das Thema Anabolika zu lenken. "Ich muss niemanden überzeugen", sagte er am Freitag. "Ich weiss, wer ich bin. Ich bin gut für dieses Spiel gewesen. Ich werde auch weiterhin hervorragend für dieses Spiel sein."

Wie bitte? Derselbe Sammy Sosa, der vor zwei Jahren wie ein hilfloser Junge vor dem ermittelnden Ausschuss des Kongresses saß, wo der der ganze Dopingzauber mit der Macht von Zwangsvorladungen und Aussagen unter Eid auf seinen Kern reduziert wurde? Ja, derselbe: "Ich will nicht darüber reden", sagt Sammy Sosa, der inzwischen 38 Jahre alt ist. "Lass uns über Baseball reden." Das wollte er schon immer am liebsten. Über die Hilfsmittel, mit denen man sich zu einem Home-Run-Hitter aufpumpt, natürlich nicht.