Wenn man liest, was sie in diesem Jahr aufgeboten haben, um eines der bedeutendsten Tennisturniere der Welt zu lancieren, fällt einem nichts mehr ein: Box-Promoter Don King bei einer Art von Wiegen mit Roger Federer und Rafael Nadal und eine Wrestling-Parodie für einen Werbespot, den man sich bei YouTube reinziehen kann. Was kommt als nächstes?
Hatten wir neulich nicht in Wimbledon eines der besten und spannendsten Tennisfinale aller Zeiten? Ach so, die allgegenwärtige Firma Nike ist verwickelt und bezahlt diesen Spaß – Titel Grapple in the Apple – mit dem einstigen Knacki Don King, der seine Boxer regelmäßig wirtschaftlich über den Tisch gezogen hat und berühmt ist für ein kreatives Idioten-Englisch und seine Beziehung zu Mike Tyson. Die Rolle der Ausrüsterfirma erklärt die Sache natürlich schon sehr viel besser. Denn die Marketing-Leute dieser Firma interessieren sich nicht für Tennis, sondern nur für den Verkauf von Paraphernalia. Das angesprochene Turnier, die US Open, hat übrigens heute angefangen.
via Awful Announcing
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25. August 2008
8. September 2007
Kardinalsünden aufgedeckt
Die Staatsanwaltschaft in Albany, die vor ein paar Monaten mit Hilfe der örtlichen Behörden einer Apotheke in Orlando/Florida einen Besuch abstattete und deren Geschäftspraktiken untersucht, leistet umfängliche Arbeit. Die Sperren der Wrestling-Organisation WWE gegen zehn ihrer Besten waren nur eine Folge der Ermittlungen. Die Vier-Spiele-Sperre der NFL gegen Rodney Harrison, den Safety der New England Patriots, eine weitere. Zur Zeit müssen sich ein paar Baseball-Profis, wie der wiedererstarkte Rick Ankiel von den St. Louis Cardinals, Fragen gefallen lassen und hoffen wohl, dass sie sich auf der Basis formaljuristischer Finessen aus der Sache herausdrehen können. Ankiel bekam aus Orlando eine ganze Jahresdosis an Wachstumshormonen. Bereits im Juni hatten sich die Pittsburgh Steelers von ihrem Mannschaftsarzt getrennt, der offensichtlich selbst in riesigen Mengen in Orlando geordert hatte. Der Club hatte zwar im Rahmen interner Untersuchungen keinen Beleg dafür gefunden, dass er, der für 150.000 Dollar Wachstumshormon und Testosteron gekauft hatte, die Spieler bestückt hatte. Trotzdem wurde die Beziehung zu dem Mediziner aufgekündigt. Der Ruch des Illegalen war bereits genug. Dr. Richard Rydze hatte übrigens 1972 in München eine Silbermedaille im Turmspringen gewonnen.
14. August 2007
Sterben wie die Fliegen: Wrestler leben gefährlich
Wie so viele Seuchen verbreitete sich auch diese eher still und heimlich. Mittlerweile stehen die Signale auf Alarm: Besonders nachdem soeben in Tampa der nächste Muskelmann, der als sogenannter Wrestler sein Geld verdient hat, aus bislang noch nicht geklärten Gründen einfach gestorben ist. Brian Adams, genannt Crush, wurde mal gerade 44. Er hatte vor vier Jahren die Arbeit im Ring aufgeben müssen, nachdem er sich eine Wirbelsäulenverletzung zugezogen hatte. Adams gehört zu insgesamt fast 100 Toten aus der Wrestling-Szene seit 1985, die nicht das Rentenalter erreicht haben. Solch dramatischen Zahlen gibt es in keinem anderen Zweig der Unterhaltungsindustrie. Ein paar Fälle hat USA Today mal vor ein paar Jahren zusammengestellt, die einen klaren Trend zeigen: Missbrauch von Anabolika, Schmerztabletten und anderen Drogen holen die Kraftmenschen irgendwann ein. Das spektakulärste Ereignis war unlängst der Doppelmord des Kanadiers Chris Benoit, der im Juni in seinem Haus in Georgia zuerst seine Frau und seinen siebenjährigen Sohn umbrachte und anschließend sich selbst. Die jüngste Nachricht zu diesem Thema: Die Polizei ermittelt bei Benoits Arzt, der offensichtlich Rezepte en masse verschrieben hat. Inzwischen scheint sich wenigstens der amerikanische Kongress für das Thema zu interessieren, nachdem sich die Betreiber der Veranstaltungsserien nicht um solche Dinge kümmern und schlechte Schlagzeilen nur als geschäftsschädigend abtun. Der wichtigste Kasper im Hintergrund ist Vince McMahon, über den man hier eine lange und kritische Abhandlung finden kann. Er wurde leider vor ein paar Jahren trotz eigenen Anabolika-Missbrauchs frei gesprochen. Wenn die Geschworenen damals etwas härter zugepackt hätten, wäre der Spuk vermutlich schon lange vorbei. Das Schicksal droht der Show-Disziplin ohnehin. Auf dem Vormarsch in den USA: Mixed Martial Arts (mehr darüber bei einer anderen Gelegenheit).
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