ESPN-Reporter Marc Stein, der in den Anfangsjahren von Dirk Nowitzki in der NBA als Reporter der Dallas Morning News im Einsatz war, muss eine besondere Schwäche für den Deutschen haben. Anders kann man nicht erklären, weshalb er seinem amerikanischen Publikum heute eine ausführliche Betrachtung über ein rein deutsches Thema servierte. Auslöser: Dirk Nowitzki war am Wochenende in Los Angeles zusammen mit Chris Kaman essen. Wir erinnern uns: Kaman von der Clippers ist der Mann, der rechtzeitig zur Olympia-Qualifikation im vergangenen Jahr ohne irgendein Kriterium des zuständigen Gesetzes zu erfüllen, die deutsche Staatsangehörigkeit geschenkt bekam. Ein Center, der anschließend für Deutschland in Peking spielte und danach deutlich machte, dass er womöglich nie wieder in Bauermanns Mannschaft auflaufen werde.
Da der normale ESPN-Leser diese Sachverhalte nicht kennen kann, muss Stein ziemlich weit ausholen und sich in Andeutungen ergehen, auf welche Weise die Antipoden Kaman und Deutschland vor London 2012 doch noch irgendwie auf einen Spielberichtsbogen gelangen könnten. Denn sonst stände ja die Idee für die schöne Geschichte nur einem dünnen Bein und würde in sich zusammenfallen. Falls der Reporter über diesen Teil der Zukunft etwas wissen sollte: Geschrieben hat er es jedenfalls nicht. Der ganze lange Artikel dient eigentlich nur als kaugummiartige Einleitung zu einem kurzen spekulativen Gedanken am Schluss: Da sich Kaman und Nowitzki so gut privat verstehen, wären sie doch sicher auch daran interessiert, mal in der NBA zusammen in einer Mannschaft zu spielen. Und was hat Stein darüber von Nowitzki in Erfahrung bringen können?
"Darüber reden wir kaum", sagte der Mavericks-Mann, der einen Beißer und Rackerer vom Typ Kamen in Dallas hervorragend gebrauchen könnte. "Darüber haben wir keine Kontrolle."
Na, supi. So etwas hatten wir uns bereits gedacht (Hat Tip an Björn Hesse).
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4. November 2009
15. August 2009
Dirk sagt "Nein, danke"
Dirk Nowitzki wird bei der Europameisterschaft nicht für die deutsche Nationalmannschaft spielen. Das hat er am Freitag offiziell bekannt gegeben. Die Interessen seines Arbeitgebers gehen vor. Mark Cuban hat in diesem Sommer neue Leute verpflichtet und braucht einen ausgeruhten Starspieler. Nicht einen ausgepumpten wie im vergangenen olympischen Jahr. Die Hoffnung, dass sie auf Chris Kaman zurückgreifen können, wollen die Verantwortlichen des Basketballbundes noch nicht aufgeben. Ob der sich aber noch daran erinnert, wie man ihm vor einem Jahr im Supersondereilverfahren den deutschen Pass zukommen liess?
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18. August 2008
Abgesang auf die Leiharbeiter aus der NBA
Der Fahnenträger hat zum Schluss seines Auftritts in Peking angekündigt, was er schon vorher angedeutet hatte: eine Pause von der deutschen Nationalmannschaft. Vielleicht war es auch ein Abschied für immer. Das werden wir erst in ein paar Jahren wissen. Was das für die Zukunft von Chris Kaman im Bundestrikot bedeutet, wissen wir: Der hat keine Lust, ohne Dirk Nowitzki irgendwelche Kärrner-Arbeit zu leisten. Der wollte nur zu den Olympischen Spielen. Herr Schäuble und die Kinderlandverschickung vom Deutschen Basketballbund haben das hinbekommen.
Schwamm drüber. Strich drunter. Und auf zu neuen Ufern. Und zwar in jenem Land, in dem man als überdurchschnittlicher Basketball-Profi auch wirklich stattlich entlohnt wird. The American Dream in der Nowitzki-Version geht so: Er will mit den Dallas Mavericks NBA-Meister werden. Kaman spielt bei den Los Angeles Clippers und hofft auf eine Qualifikation für die Playoffs im kommenden Frühjahr.
Übrigens: Der Fahnenträger genießt bei anderen Olympiateilnehmern aus den USA einen guten Ruf. So erwähnte der Über-Athlet der Spiele, der amerikanische Schwimmer Michael Phelps, nicht etwa die Mitglieder vom Redeem Team, sondern die Tennisprofis Rafael Nadal und Roger Federer sowie Dirk Nowitzki, als er von einem amerikanischen Reporter nach seinen Eindrücken aus dem Olympischen Dorf gefragt wurde.
Kamans Vater hat sich wohl insgeheim gefreut, dass Kobe und Co. heute die Deutschen klar und deutlich aus dem Turnier geworfen haben. Er ist Amerikaner – durch und durch.
Schwamm drüber. Strich drunter. Und auf zu neuen Ufern. Und zwar in jenem Land, in dem man als überdurchschnittlicher Basketball-Profi auch wirklich stattlich entlohnt wird. The American Dream in der Nowitzki-Version geht so: Er will mit den Dallas Mavericks NBA-Meister werden. Kaman spielt bei den Los Angeles Clippers und hofft auf eine Qualifikation für die Playoffs im kommenden Frühjahr.
Übrigens: Der Fahnenträger genießt bei anderen Olympiateilnehmern aus den USA einen guten Ruf. So erwähnte der Über-Athlet der Spiele, der amerikanische Schwimmer Michael Phelps, nicht etwa die Mitglieder vom Redeem Team, sondern die Tennisprofis Rafael Nadal und Roger Federer sowie Dirk Nowitzki, als er von einem amerikanischen Reporter nach seinen Eindrücken aus dem Olympischen Dorf gefragt wurde.
Kamans Vater hat sich wohl insgeheim gefreut, dass Kobe und Co. heute die Deutschen klar und deutlich aus dem Turnier geworfen haben. Er ist Amerikaner – durch und durch.
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16. August 2008
Das war unser Fahnenträger
Sicher, einmal dürfen sie noch ran, die deutschen Basketballer, die nicht das Zeug haben, um Mannschaften wie China, Griechenland oder Spanien zu schlagen. Der Gegner am Montag heißt USA. Zeit um abzuhaken. Nehmen wir den Fahnenträger: 13 Punkte gegen Griechenland, 11 gegen Spanien. Heute gegen China eine Ausbeute von sieben Verwandelten bei 20 Wurfversuchen. Das entspricht etwa 35 Prozent und reicht nicht. Aber, hey, macht nichts. Man verliert NBA-Finalserien, Erst-Runden-Playoff-Serien gegen schwächere Gegner und eben auch bei Olympia. Oder in den Worten von Dirk Nowitzki (zitiert bei der Dallas Morning News): "Aber, hey, unser Traum, war hierherzukommen. Es ist eine unglaubliche Erfahrung gewesen, diese zwei Wochen, die wir jetzt hier waren. Ich glaube nicht, wir können uns selbst die Schuld geben. Wir haben heute unser Bestes gegeben." Dann wollen wir ganz beruhigt sein.
Detlef Schrempf hat übrigens zum Einbürgerungsfall Kaman Stellung genommen. Und zwar ganz vorsichtig. Er lebt seit mehr als 20 Jahren in den USA und hat inzwischen einen amerikanischen Pass. 1984 und 1992 spielte er für Deutschland bei den Olympischen Spielen. Die Mannschaft hatte damals auch kaum eine Chance. Aber niemand wäre auf die Idee gekommen, aus ihrer Mitte einen Fahnenträger herauszugreifen.
Detlef Schrempf hat übrigens zum Einbürgerungsfall Kaman Stellung genommen. Und zwar ganz vorsichtig. Er lebt seit mehr als 20 Jahren in den USA und hat inzwischen einen amerikanischen Pass. 1984 und 1992 spielte er für Deutschland bei den Olympischen Spielen. Die Mannschaft hatte damals auch kaum eine Chance. Aber niemand wäre auf die Idee gekommen, aus ihrer Mitte einen Fahnenträger herauszugreifen.
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11. August 2008
"Sag mir ein Wort auf Deutsch"
Kobe Bryant ist bei der Eröffnungsfeier im Olympiastadion zu Chris Kaman gegangen und hat ihn angewanzt: "Sag mir ein Wort auf Deutsch. Ein Wort." Sein Vater LeRoy hat ihm gesagt: "Du bist kein Deutscher, du bist ein amerikanischer Staatsbürger." Und die Clippers hätten ihm beinahe den ganzen Trip vermasselt. Das und noch viel mehr über den "Olympic mercenary" Chris Kaman hat der NBA-Kolumnist Adrian Wojnarowski bei Yahoo! Sports in einem langen Gespräch herausgefiltert. Wie praktisch. Dann haben die deutschen Berichterstatter vor Ort schon mal eine gute Grundlage, wenn sie sich vor dem USA-Match mit dem Gastarbeiter beschäftigen. Oder werden sie wie schon vor Olympia über die Feinheiten einer fragwürdigen Einbürgerung hinwegsehen?
Nachtrag: Der beste Blogger in Peking, Dan Steinberg von der Washington Post, hat die Geschichte darüber, wie Kaman einem Teil seiner Mannschaftskollegen die Olympischen Ringe in die Haare hineingefräst hat. Der Blog (Sports Bog) wurde eigens für die Spiele umgetauft – in Sports Smog.
Nachtrag: Der beste Blogger in Peking, Dan Steinberg von der Washington Post, hat die Geschichte darüber, wie Kaman einem Teil seiner Mannschaftskollegen die Olympischen Ringe in die Haare hineingefräst hat. Der Blog (Sports Bog) wurde eigens für die Spiele umgetauft – in Sports Smog.
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10. Juli 2008
Der Klingelbeutel: Es bleibt in der Familie
• Es wird nicht ganz so herbe ausgehen wie damals zwischen Kain und Abel. Aber die Sachlage kann man durchaus vergleichen. Mit nur einem Unterschied: Die Jungs aus dem Alten Testament hatten einen gemeinsamen Promi-Vater. Die Burschen in Thousand Oaks in Kalifornien haben zwei verschiedene: Joe Montana und Wayne Gretzky. Aber beide Söhne haben ein ähnliches Problem. Sie streiten sich um die Erbfolge auf der wichtigsten Position in derselben Mannschaft: die um den Quarterback im High School Team. Wir reden von Football, bekanntlich ein ruppiges Spiel. Übrigens der Sohn von Will Smith spielt auch in der Mannschaft.
• Manchmal erfährt man über die seltsamsten Umwege, dass es Sportarten gibt, die vermutlich mehr Beachtung verdient haben. Diesmal Slamball, und zwar die Profiversion. Obwohl: erstmal verdient vermutlich diese Fernsehreporterin Beachtung und ihre Geschichte von dem Kerl, der sie geschlagen hat (via Deadspin).
• Das Porträt in der FAZ von Chris Kaman kann man jetzt auch online lesen. Alles weitere von den fachkundigen Kollegen vor Ort. Der letzte Stand: Er hat noch immer nicht gespielt, und ohne ihn haben sie ganz bestimmt keine Chance in Athen. Wie er sich einfindet ins Team? Das werden wir bald wissen.
• Manchmal erfährt man über die seltsamsten Umwege, dass es Sportarten gibt, die vermutlich mehr Beachtung verdient haben. Diesmal Slamball, und zwar die Profiversion. Obwohl: erstmal verdient vermutlich diese Fernsehreporterin Beachtung und ihre Geschichte von dem Kerl, der sie geschlagen hat (via Deadspin).
• Das Porträt in der FAZ von Chris Kaman kann man jetzt auch online lesen. Alles weitere von den fachkundigen Kollegen vor Ort. Der letzte Stand: Er hat noch immer nicht gespielt, und ohne ihn haben sie ganz bestimmt keine Chance in Athen. Wie er sich einfindet ins Team? Das werden wir bald wissen.
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5. Juli 2008
"...wenn Bindungen an Deutschland bestehen"
Man fragt sich: Wieso gibt es eigentlich ein Staatsangehörigkeitsgesetz, dass so ziemlich alles ziemlich genau regelt? Denn tatsächlich kann man auch so, allein auf der Basis von Paragraph 14 und ein paar guten Beziehungen, im Eilverfahren Deutscher werden. Das erzähle mal einer den Asylanten und Flüchtlingen, die sich nicht mehr wünschen als einen deutschen Pass. Die werden sich über den Hinweis auf dieses Schlupfloch bestimmt freuen:
"Ein Ausländer, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hat, kann unter den sonstigen Voraussetzungen der §§ 8 und 9 eingebürgert werden, wenn Bindungen an Deutschland bestehen, die eine Einbürgerung rechtfertigen."
Wir reden nicht nur über das Gesetz. Wir reden vor allem über Chris Kamen. Der erfüllt in Paragraph 8 nur ein Kriterium (mit zehn Millionen Dollar Gehalt im Jahr), wonach der Antragsteller "sich und seine Angehörigen zu ernähren imstande" sein muss. Aber in Paragraph 9 erfüllt er nicht mal den zweiten Punkt: Danach soll "gewährleistet" sein, dass sich der Neubürger "in die deutschen Lebensverhältnisse einordnen" wird. Oder ist die Einordnung ins Team von Dirk Bauermann im Rahmen des Qualifikationsturniers in Athen bereits alles, was dieses unser Gesetz verlangt, damit der Rechtssicherheit und der Gleichheit vor dem Gesetz genüge getan wird? Wann zieht Chris Kaman nach Deutschland?
Und was es mit den bestehenden Bindungen auf sich hat, bleibt allen ein Rätsel. In einer geordneten Welt würde jetzt mal ein Journalist zu dem zuständigen Amt gehen und fragen, welche Informationen man hatte, um diesen Fall von geistiger Akrobatik zu rechtfertigen. Aber wir sind ja im Olympiafieber. Wir nehmen jeden (zumindest jeden mit Geld). Wir stellen keine Fragen zu Recht und Ordnung. Nicht wir. Wir sind tolerant.
Die Amerikaner stellen sich solche Fragen durchaus und beantworten sie auch:
"So lange wie Chris Kaman gestattet wird, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, weißt du, dass das alles Müll ist. Was für ein Witz." (Larry Brown Sports)
"Das ist absurd....Wenn wir Kamann die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes geben würden, wäre der Mars viel naheliegender." (Faniq)
"Abgesehen von der Verbindung seiner Urgroßeltern und seiner deutschen Herkunft hat Kaman wirklich keine Beziehung zu einem anderen Land als den Vereinigten Staaten." (So-Cal Sports Hub)
"Hätten die Mächtigen im Basketball im Vaterland diesen Clip gesehen, in dem die Reportage-Qualitäten von Eli "Ich bringe" Sechback, wäre die Einladung bestimmt schon früher gekommen. (Can't Stop the Bleeding).
"Ein Ausländer, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hat, kann unter den sonstigen Voraussetzungen der §§ 8 und 9 eingebürgert werden, wenn Bindungen an Deutschland bestehen, die eine Einbürgerung rechtfertigen."
Wir reden nicht nur über das Gesetz. Wir reden vor allem über Chris Kamen. Der erfüllt in Paragraph 8 nur ein Kriterium (mit zehn Millionen Dollar Gehalt im Jahr), wonach der Antragsteller "sich und seine Angehörigen zu ernähren imstande" sein muss. Aber in Paragraph 9 erfüllt er nicht mal den zweiten Punkt: Danach soll "gewährleistet" sein, dass sich der Neubürger "in die deutschen Lebensverhältnisse einordnen" wird. Oder ist die Einordnung ins Team von Dirk Bauermann im Rahmen des Qualifikationsturniers in Athen bereits alles, was dieses unser Gesetz verlangt, damit der Rechtssicherheit und der Gleichheit vor dem Gesetz genüge getan wird? Wann zieht Chris Kaman nach Deutschland?
Und was es mit den bestehenden Bindungen auf sich hat, bleibt allen ein Rätsel. In einer geordneten Welt würde jetzt mal ein Journalist zu dem zuständigen Amt gehen und fragen, welche Informationen man hatte, um diesen Fall von geistiger Akrobatik zu rechtfertigen. Aber wir sind ja im Olympiafieber. Wir nehmen jeden (zumindest jeden mit Geld). Wir stellen keine Fragen zu Recht und Ordnung. Nicht wir. Wir sind tolerant.
Die Amerikaner stellen sich solche Fragen durchaus und beantworten sie auch:
"So lange wie Chris Kaman gestattet wird, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, weißt du, dass das alles Müll ist. Was für ein Witz." (Larry Brown Sports)
"Das ist absurd....Wenn wir Kamann die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes geben würden, wäre der Mars viel naheliegender." (Faniq)
"Abgesehen von der Verbindung seiner Urgroßeltern und seiner deutschen Herkunft hat Kaman wirklich keine Beziehung zu einem anderen Land als den Vereinigten Staaten." (So-Cal Sports Hub)
"Hätten die Mächtigen im Basketball im Vaterland diesen Clip gesehen, in dem die Reportage-Qualitäten von Eli "Ich bringe" Sechback, wäre die Einladung bestimmt schon früher gekommen. (Can't Stop the Bleeding).
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3. Juli 2008
Kaman kommt
Die Nachricht ist schon mehrere Stunden alt und war keine wirkliche Überraschung. Sport- und Überwachungsminister Schäuble weiß, dass man einem Mann wie Chris Kaman nicht einfach einen deutschen Pass verweigern kann. Schließlich braucht die deutsche Basketballnationalmannschaft jeden Mann. Aber vor allem braucht sie einen Rebounder und Vollstrecker, der unterm Korb nicht viel fackelt, sondern macht und tut. 26 Jahre ist er alt, der Center von den Los Angeles Clippers, über den die Kollegen sicher demnächst aus Athen noch das eine oder andere berichten werden. Was es von dieser Stelle aus über den Doppelstaatsbürger zu sagen gibt, wird in der Samstagausgabe der FAZ stehen. Sollte der Artikel online auftauchen, wird er hier verlinkt.
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27. Juni 2008
Patrioten und Söldner
Rick Carlisle, der neue Trainer der Dallas Mavericks war vor ein paar Tagen in Würzburg, um sich noch etwas besser mit Dirk Nowitzki und seinem Privat-Coach und Manager Holger Geschwindner anzufreunden. Dem Reporter der Dallas Morning News hatte er hinterher nur gute Dinge zu berichten. Vor allem darüber, mit welchem Fleiß der deutsche Nationalspieler an sich arbeitetet und mit welchem Ernst er die Qualifikation für die Olympischen Spiele betreibt. "Er muss das nicht machen. Aber es ist eine patriotische Angelegenheit und ein Traum. Und ich drücke ihm wirklich die Daumen."
Spox hat ein langes Interview mit einem anderen Coach: Dirk Bauermann. Daraus erfahren wir, dass die Causa Kaman inzwischen bei Bundesinnenminister Schäuble auf dem Tisch gelandet ist. US-Bürger Kaman von den Los Angeles Clippers bewirbt sich um die deutsche Staatsangehörigkeit im Eilverfahren und wird als effektive Verstärkung für die Mannschaft betrachtet. Wenn er seine Papiere nicht vor Athen (14. bis 20. Juli) erhält, nutzt das allerdings wenig. Die Qualifikation ist die größte Hürde für die deutsche Mannschaft, denn nur drei kommen weiter. Theoretisch kann man eine positive Entscheidung im Hochdruck-Verfahren für jemanden, dessen Urgroßeltern aus Deutschland ausgewandert sind, nur bemängeln. Den Mann verbindet nichts mit dem Land
seiner Vorfahren, und er wird nicht dort leben. Er ist nicht mehr als ein billiger Söldner.
Aber solche gibt es mehr denn je. Man betrachte die Aufregung in den USA rund um die WNBA-Spielerin Becky Hammon, die als Vaterlandsverräterin diffamiert wird, weil sie die russische Staatsangehörigkeit angenommen hat und in der russischen Nationalmannschaft in Peking spielen wird. Sie spielt zwar neun Monate im Jahr in Moskau in einem Club, spricht aber kein Wort Russisch und betrachtet die Entscheidung aus einem rein geschäftlichen Blickwinkel. Anders als bei Kaman, der nie auch nur ernsthaft für das US-Männerteam im Gespräch war, wirkt Hammons Entscheidung wie eine Ausflucht. Sie war – wenn auch relativ spät – in eine Vorauswahl berufen worden und verzichtete darauf, sich mit ihren Landsleuten um die zwölf Positionen im Kader zu messen. Die Frau spielt hervorragend. Sie war im letzten Jahr in der WNBA zweite in der Wahl zum MVP.
Spox hat ein langes Interview mit einem anderen Coach: Dirk Bauermann. Daraus erfahren wir, dass die Causa Kaman inzwischen bei Bundesinnenminister Schäuble auf dem Tisch gelandet ist. US-Bürger Kaman von den Los Angeles Clippers bewirbt sich um die deutsche Staatsangehörigkeit im Eilverfahren und wird als effektive Verstärkung für die Mannschaft betrachtet. Wenn er seine Papiere nicht vor Athen (14. bis 20. Juli) erhält, nutzt das allerdings wenig. Die Qualifikation ist die größte Hürde für die deutsche Mannschaft, denn nur drei kommen weiter. Theoretisch kann man eine positive Entscheidung im Hochdruck-Verfahren für jemanden, dessen Urgroßeltern aus Deutschland ausgewandert sind, nur bemängeln. Den Mann verbindet nichts mit dem Land
seiner Vorfahren, und er wird nicht dort leben. Er ist nicht mehr als ein billiger Söldner.Aber solche gibt es mehr denn je. Man betrachte die Aufregung in den USA rund um die WNBA-Spielerin Becky Hammon, die als Vaterlandsverräterin diffamiert wird, weil sie die russische Staatsangehörigkeit angenommen hat und in der russischen Nationalmannschaft in Peking spielen wird. Sie spielt zwar neun Monate im Jahr in Moskau in einem Club, spricht aber kein Wort Russisch und betrachtet die Entscheidung aus einem rein geschäftlichen Blickwinkel. Anders als bei Kaman, der nie auch nur ernsthaft für das US-Männerteam im Gespräch war, wirkt Hammons Entscheidung wie eine Ausflucht. Sie war – wenn auch relativ spät – in eine Vorauswahl berufen worden und verzichtete darauf, sich mit ihren Landsleuten um die zwölf Positionen im Kader zu messen. Die Frau spielt hervorragend. Sie war im letzten Jahr in der WNBA zweite in der Wahl zum MVP.
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