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16. Juli 2010

Irokesen: Fehl-Pass

29th November 1938:  Champion snow-shoe hurdler and racer, Prince Poking Fire, jumping over his suitcase in London, where he will be taking part in the Winter Sports to be held at Earls Court. He is the son of a native American Iroquois Chief and is seen wearing his traditional clothing.  (Photo by William Vanderson/Fox Photos/Getty Images)
Es gibt im internationalen Fußball "National"-Mannschaften aus England, Schottland, Nordirland und Wales. Man hat sich daran gewöhnt – auch daran, dass sie aus Lokalpatriotismus darauf verzichten, sich zusammen zu tun und eine stärkere gesamtbritische Nationalmannschaft auf die Beine zu stellen. Aber das ist nichts im Vergleich zu Lacrosse, wo mehrere Indianerstämme diesseits und jenseits der US-kanadischen Grenze die Nationalmannschaft der Iroquois Confederacy stellen.

Indianerstämme sind – zumindest wenn man die über Jahrhunderte entwickelte amerikanische Rechtsprechung zurate zieht – tatsächlich Nationen. Aber gleichzeitig sind sie es auch wieder nicht. Die Auswirkungen eines solchen Umgangs mit Ungereimtheiten der amerikanischen Kolonialgeschichte und der Entmündigung und Entrechtung der Ureinwohner wirken nicht immer konsequent. So haben die Indianer heute auf ihrem Reservatsgelände eine Unabhängigkeit, die der eines Staates, sagen wir mal, ähnelt. Mit eigener Polizei und eigenen Gerichten, aber auch einer zentralen Aufsicht über alle Stämme, dem Bureau of Indian Affairs, das in Washington sitzt.

Die Rechtslage bildet die Basis für die im ganzen Land entstandenen Casinos, die in vielen Fällen die Nachfahren der von den Einwanderern dezimierten Stämmen zum ersten Mal einen ansehnlichen Wohlstand verschafft hat. Steuern abführen müssen diese Wirtschaftsbetriebe nicht. Jedenfalls nicht an Washington und nicht an die Regierung des Bundesstaates, in dem sie sich befinden. Ihr wirtschaftlicher Erfolg beruht darauf, dass der weiße Mann (und die weiße Frau) – besonders im Rentenalter – eben gerne den ganzen Tag lang an den Spielautomaten in heruntergekühlten, neonbestrahlten Sälen herumdaddelt, in denen eine klimpernde Plastikmusik als Hintergrundgeräusch fungiert.

Die Iroquous Confederacy stellt übrigens ihren Bürgern Reisepässe aus. Und mit diesen Dokumenten können sie ganz offensichtlich zwischen den USA und Kanada ungestört hin und herpendeln. Aber wenn es um den Besuch anderer Länder geht, sieht die Sache etwas anders aus. Das konnte man in dieser Woche sehen, als die Nationalmannschaft in New York strandete und nicht zur Weltmeisterschaft nach England fliegen durfte. Die Briten akzeptieren die Indianer-Pässe nicht. Und vermutlich würden sich die Amerikaner bei der Rückkehr ebenfalls ziemlich anstellen. In den letzten Jahren wurden angesichts von befürchteten Terroranschlägen sehr viele Bestimmungen verschärft. So können ganz normale US-Bürger nicht länger ohne Reisepass die Grenze zwischen Kanada und den USA überqueren. Vor gar nicht so langer Zeit reichte noch ein Führerschein.

Die betroffenen Indianer, die in der Geschichte des Lacrosse einen ähnlichen Stellenwert haben wie die Schotten im Golf, betrachten die Affäre als Politikum erster Ordnung. Eines, das den Rest der Welt daran erinnert, dass die USA (und auch Kanada) voller unauflöslicher Widersprüche sind. Dass die Stämme in Nordamerika irgendwann den Rang von komplett selbständigen Staaten erwerben, scheint unwahrscheinlich. Es sei denn, sie haben mehr Erfolg vor Gericht beim Einklagen von Land, das ihnen widerrechtlich weggenommen wurde. Weiße Gerichte. Keine Tribal Courts.

15. November 2009

"Lust am eigenen Gefühlsrausch"

Es hat ein paar Tage gedauert, bis sich die Erkenntnis durchsetzte, dass man diese Trauershow à la Prinzessin Diana nicht ohne Nachdenken über sich hinwegschwappen lassen kann. Denn was der Freitod von Robert Enke in Deutschland ausgelöst hat, war schlichtweg...echt ohne Worte. "Gefehlt hätte schließlich nur noch eine Fan-Meile mit Robert-Enke-Devotionalien und der Bau eines Mausoleums", schrieb Christian Paschwitz auf sport1.

Es hätte durchaus eine kluge Maßnahme gegeben, diese Stimmung zu kanalisieren und auf angemessene Proportionen zurechtzudengeln: Wenn man seitens des DFB die Erkenntnis gehabt hätte, dass es sinnvoller ist, das geplante Spiel gegen Chile nicht einfach abzusagen. Es wäre die adäquate Gelegenheit und der richtige Rahmen gewesen, taktvoll, ausführlich und angemessen das Leben des Ersatztorwarts der Nationalmannschaft zu würdigen. Aber stattdessen ließ man sich treiben und surfte auf der hochwabernden Grundstimmung und wurde dafür auch noch belohnt. Am Wochenende wurde dem Verband in einem Teil der Öffentlichkeit tatsächlich bescheinigt, er habe an sozialer Kompetenz gewonnen.

Ehrlich gesagt: Der Verband hat, angetrieben von populistischen Instinkten und in Ermangelung einer angemessenen Vorstellung von seinem Rangplatz in der Gesellschaft, schlichtweg versagt. "Manchmal aber kippt der öffentliche Diskurs in einen geistigen Nihilismus ab, der durchaus etwas Beängstigendes hat", merkte denn auch Burkhard Müller-Ulrich am Samstag im Deutschlandfunk an, der zu den ersten gehörte, die sich kritisch mit dem Thema beschäftigten. "Die schrille Trauerekstase um einen Fußballer, der sich das Leben nahm, ist dafür ein Beispiel. Der Medieneinsatz war fast so exorbitant wie derjenige am Tag zuvor zum Gedenken an den Mauerfall vor 20 Jahren." Dazu passt, was Richard Wagner in der FAZ schrieb: "Der Trauerfuror, der über das Land hereinbrach und den die Medien - dabei nicht nur der gefräßige Boulevard - durch immer ausführlichere Berichte anheizten, ist abstoßend. Als das Ganze heute mit einem vom Boulevard mit Gebrüll angekündigten Spektakel in Enkes Heimstadion in Hannover seinen Höhepunkt fand, wurde es endgültig zu etwas Unangemessenem, Maßlosem. Enkes Selbstmord wirkte auf einmal wie ein beliebiger Anlass für eine massenhafte Lust am eigenen Gefühlsrausch."

Es ist bemerkenswert, dass sich die Kritiker nicht von dem etwaigen Vorwurf der Pietätlosigkeit mundtot lassen machen, sondern ansprechen, auf welche Weise eine Woche lang sich eine Allianz aus Fußballverband, Medien und tausenden von sich irgendwie ratlos und betroffen fühlenden Menschen die Projektionsfläche aus Fußballplatz und Depression "die Funktionsweise unserer modernen Gesellschaft als Erregungsgemeinschaft" vorexerzierte (Müller-Ulrich) und mit Leergut anfüllte . Keiner rief: "Halt, ich will runter von dieser Achterbahn". Tagelang raste der Waggon durch alle Schleifen und über alle Holterdiepolter-Hügel und besorgte Deutschland die "Inszenierung des künstlichen Herzens". Auch das eine gute Beschreibung der losgelassenen Emotionen von dem bereits zitierten Burkhard Müller-Ulrich.

Ich nehme an, dass ein anderer Mensch als Theo Zwanziger und sein Umfeld an der Spitze des DFB die Unverhältnismäßigkeit dieser Entwicklung erkannt hätte und den traurigen Fußballspielern des deutschen Nationalmannschaftskaders Mitte der Woche auf einfühlsame Weise erklärt hätte, dass man einen Freund und Kollegen eher dadurch ehrt, in dem man nicht einfach inne hält mit dem Spiel, das einen miteinander verbunden hat, sondern in dem man es spielt. Vor tausenden von Zuschauern im Stadion und Millionen live am Fernsehapparat. Aber die Fußballführung hatte eine andere Agenda. Sie wollte wohl auf eine unterschwellige Weise drei Jahre nach der WM mal wieder klar machen, dass ihr Deutschlands liebste Puppenbühne gehört, auf der tausende von Profis und Millionen von Amateuren tanzen. Immerhin wissen wir nun wieder, warum sie uns fasziniert: Sie hat "keinen anderen Sinn als gemeinsame Ekstase".

4. November 2009

Extrablatt, Extrablatt: Kaman und Nowitzki waren zusammen essen

ESPN-Reporter Marc Stein, der in den Anfangsjahren von Dirk Nowitzki in der NBA als Reporter der Dallas Morning News im Einsatz war, muss eine besondere Schwäche für den Deutschen haben. Anders kann man nicht erklären, weshalb er seinem amerikanischen Publikum heute eine ausführliche Betrachtung über ein rein deutsches Thema servierte. Auslöser: Dirk Nowitzki war am Wochenende in Los Angeles zusammen mit Chris Kaman essen. Wir erinnern uns: Kaman von der Clippers ist der Mann, der rechtzeitig zur Olympia-Qualifikation im vergangenen Jahr ohne irgendein Kriterium des zuständigen Gesetzes zu erfüllen, die deutsche Staatsangehörigkeit geschenkt bekam. Ein Center, der anschließend für Deutschland in Peking spielte und danach deutlich machte, dass er womöglich nie wieder in Bauermanns Mannschaft auflaufen werde.

Da der normale ESPN-Leser diese Sachverhalte nicht kennen kann, muss Stein ziemlich weit ausholen und sich in Andeutungen ergehen, auf welche Weise die Antipoden Kaman und Deutschland vor London 2012 doch noch irgendwie auf einen Spielberichtsbogen gelangen könnten. Denn sonst stände ja die Idee für die schöne Geschichte nur einem dünnen Bein und würde in sich zusammenfallen. Falls der Reporter über diesen Teil der Zukunft etwas wissen sollte: Geschrieben hat er es jedenfalls nicht. Der ganze lange Artikel dient eigentlich nur als kaugummiartige Einleitung zu einem kurzen spekulativen Gedanken am Schluss: Da sich Kaman und Nowitzki so gut privat verstehen, wären sie doch sicher auch daran interessiert, mal in der NBA zusammen in einer Mannschaft zu spielen. Und was hat Stein darüber von Nowitzki in Erfahrung bringen können?

"Darüber reden wir kaum", sagte der Mavericks-Mann, der einen Beißer und Rackerer vom Typ Kamen in Dallas hervorragend gebrauchen könnte. "Darüber haben wir keine Kontrolle."

Na, supi. So etwas hatten wir uns bereits gedacht (Hat Tip an Björn Hesse).

3. Juli 2009

Eishockey-Soldaten für Vancouver in Marsch gesetzt

Mitten im Sommer beginnt man in Kanada bereits an den nächsten Winter zu denken. Genauer an die Eishockeymannschaft, die bei den Olympischen Spielen in Vancouver zum Gewinnen der Goldmedaille vergattert ist. Heute wurden die Namen der Spieler bekannt gegeben, die ins erste Trainingslager eingeladen wurden. Es ist eine riesige Liste, die sicher nur solche Leute interessiert, die sich fragen, weshalb bestimmte Namen fehlen (zum Beispiel Red-Wings-Torwart Chris Osgood). Wer sich noch mehr damit beschäftigen will: hier geht's lang.

28. Juni 2009

US-Fußballnationalmannschaft: Diese Formation hat Potenzial

Es reicht noch nicht ganz, was die amerikanische Nationalmannschaft auf die Beine stellen kann. Jedenfalls nicht gegen Brasilien, das die USA in Johannesburg mit 3:2 schlagen konnte (und dabei noch vom Schiedsrichter um ein Tor gebracht wurde, als Howard in der 60. Minute den Ball von hinter der Linie an die Latte hochklatschte, von wo er ins Feld zurückprallte). Aber nach dem Spanien-Sieg im Halbfinale zeigten die Jungs erneut eine beachtliche Entwicklung: Sie haben zum ersten Mal opportunistische Angriffspieler, die viel aus wenig machen können, weil sie einen Blick für freie Räume entwickelt haben. Sie haben eine kopfballstarke robuste Verteidigung, deren Abpraller von den eigenen Spielern mit defensiven Mittelfeldaufgaben abgefangen werden, und einen erstklassigen Torwart (Tim Howard). Und so gingen sie auf ziemlich beeindruckende Weise mit 2:0 in Führung. Richtig gut: das zweite Tor von Landon Donovan, der einen schnellen Konter mit zwei gegen zwei einleitete und nach einer geschickten Körpertäuschung, bei der er die Flanke mit rechts annahm, mit links von der Strafraumkante aus abzog. Schwer zu sagen, ob diese US-Formation eine solche strukturelle Steigerung konservieren kann. In den Spielen der WM-Qualifikation gegen die Gegner aus Mittelamerika sahen sie meistens vergleichsweise ratlos aus. Da arbeiten sie meistens wie redliche Klempner mit großen Rohrzangen, um die Löcher aufzureißen, die sie brauchen. Es fehlt ihnen an kreativer Beweglichkeit und Intuition. Vielleicht können Trainer Bob Bradley und seine Leuten aus dem Südafrika-Trip etwas lernen. Diese Mannschaft hat Potenzial.

Wer den Spielverlauf nachlesen will: der Live-Blog-Text von Unprofessional Foul.

5. Juli 2008

"...wenn Bindungen an Deutschland bestehen"

Man fragt sich: Wieso gibt es eigentlich ein Staatsangehörigkeitsgesetz, dass so ziemlich alles ziemlich genau regelt? Denn tatsächlich kann man auch so, allein auf der Basis von Paragraph 14 und ein paar guten Beziehungen, im Eilverfahren Deutscher werden. Das erzähle mal einer den Asylanten und Flüchtlingen, die sich nicht mehr wünschen als einen deutschen Pass. Die werden sich über den Hinweis auf dieses Schlupfloch bestimmt freuen:
"Ein Ausländer, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hat, kann unter den sonstigen Voraussetzungen der §§ 8 und 9 eingebürgert werden, wenn Bindungen an Deutschland bestehen, die eine Einbürgerung rechtfertigen."

Wir reden nicht nur über das Gesetz. Wir reden vor allem über Chris Kamen. Der erfüllt in Paragraph 8 nur ein Kriterium (mit zehn Millionen Dollar Gehalt im Jahr), wonach der Antragsteller "sich und seine Angehörigen zu ernähren imstande" sein muss. Aber in Paragraph 9 erfüllt er nicht mal den zweiten Punkt: Danach soll "gewährleistet" sein, dass sich der Neubürger "in die deutschen Lebensverhältnisse einordnen" wird. Oder ist die Einordnung ins Team von Dirk Bauermann im Rahmen des Qualifikationsturniers in Athen bereits alles, was dieses unser Gesetz verlangt, damit der Rechtssicherheit und der Gleichheit vor dem Gesetz genüge getan wird? Wann zieht Chris Kaman nach Deutschland?

Und was es mit den bestehenden Bindungen auf sich hat, bleibt allen ein Rätsel. In einer geordneten Welt würde jetzt mal ein Journalist zu dem zuständigen Amt gehen und fragen, welche Informationen man hatte, um diesen Fall von geistiger Akrobatik zu rechtfertigen. Aber wir sind ja im Olympiafieber. Wir nehmen jeden (zumindest jeden mit Geld). Wir stellen keine Fragen zu Recht und Ordnung. Nicht wir. Wir sind tolerant.

Die Amerikaner stellen sich solche Fragen durchaus und beantworten sie auch:
"So lange wie Chris Kaman gestattet wird, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, weißt du, dass das alles Müll ist. Was für ein Witz." (Larry Brown Sports)

"Das ist absurd....Wenn wir Kamann die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes geben würden, wäre der Mars viel naheliegender." (Faniq)

"Abgesehen von der Verbindung seiner Urgroßeltern und seiner deutschen Herkunft hat Kaman wirklich keine Beziehung zu einem anderen Land als den Vereinigten Staaten." (So-Cal Sports Hub)

"Hätten die Mächtigen im Basketball im Vaterland diesen Clip gesehen, in dem die Reportage-Qualitäten von Eli "Ich bringe" Sechback, wäre die Einladung bestimmt schon früher gekommen. (Can't Stop the Bleeding).

3. Juli 2008

Kaman kommt

Die Nachricht ist schon mehrere Stunden alt und war keine wirkliche Überraschung. Sport- und Überwachungsminister Schäuble weiß, dass man einem Mann wie Chris Kaman nicht einfach einen deutschen Pass verweigern kann. Schließlich braucht die deutsche Basketballnationalmannschaft jeden Mann. Aber vor allem braucht sie einen Rebounder und Vollstrecker, der unterm Korb nicht viel fackelt, sondern macht und tut. 26 Jahre ist er alt, der Center von den Los Angeles Clippers, über den die Kollegen sicher demnächst aus Athen noch das eine oder andere berichten werden. Was es von dieser Stelle aus über den Doppelstaatsbürger zu sagen gibt, wird in der Samstagausgabe der FAZ stehen. Sollte der Artikel online auftauchen, wird er hier verlinkt.

28. Februar 2008

Hautsache bunt

Nicht ausgeschlossen, dass es Leser von American Arena gibt, die sich dafür interessieren, wie die Nationaltrikots von Fußballmannschaften wie Brasilien, Argentinien, Spanien, England und den USA aussehen, wenn sie jemand attraktiven Frauen direkt auf die Haut gepinselt hat. Das wären vermutlich jene, die sich bereits für die Rückseite von Serena Williams, die Badewanne von Julia Mancuso und die Unterwäsche von Britney Spears interessiert haben und die dabei am Ende doch wohl unzufrieden wieder ins große Google-Meer abgetaucht sind. Denn der voyeuristische Impuls ist leicht zu wecken, aber nur schwer zufriedenstellend zu bedienen. Bei diesem Fund (via With Leather) könnte die Enttäuschung schon darin bestehen, dass die Trikots nicht so aussehen wie aus dem Laden. Oder dass kein deutsches Leibchen dabei ist (weder in der Heimspiel- noch in der Auswärts-Variante). Das könnte am Pinsler liegen, der mit dem Namen Vargas vermutlich ganz bewusst arbeitet. Denn da war mal was.....

Richtig. Aber der echte, wahre einzigartige (Alberto) Vargas, lebt schon seit ein paar Jahren nicht mehr. Er war der Meister der Pinup-Zeichnung und lieferte einst seine Bilder bei Magazinen wie Esquire und Playboy ab. Wikipedia hat eines seiner Bilder: Das Cover eines Albums der Band The Cars.

22. Oktober 2007

Hopes Solo hat sich gelohnt: US-Coach darf packen

Das Programm für heute sah eigentlich vor, mich in die Telefonkonferenz einzuwählen, die der amerikanische Fußballverband für 16 Uhr New Yorker Zeit anberaumt hatte. Aber irgendwann vorher war ziemlich klar, dass dieser Termin ohne große Spannung ablaufen würde. Präsident Sunil Gulati wollte nur alleine auftreten, um sich zur Frauennationalmannschaft zu äußern. Von einem Auftritt von Trainer Greg Ryan war nicht die Rede. Und so war dann auch keine Überraschung, was wenig später als offizielle Mitteilung der Presseabteilung im Email-Eingangskorb landete: Coach Ryans Vertrag wird nicht erneuert. Der Mann, der ohne besondere Leistungsnachweise vor zwei Jahren in den Job hineingerutscht war, eine der - auf dem Papier - besten Mannschaften der Welt zu trainieren, darf sich eine neue Beschäftigung suchen. Die anspruchsvollen amerikanischen Fußballanhänger können froh sein, dass die Torfrau Hope Solo nach der Pleite bei der WM gegen Brasilien so offen den Mund aufmachte. Denn der von ihr heraufbeschworene Konflikt brachte mehr an den Tag als die pure Unfähigkeit von Ryan, der vor dem Halbfinale einen mysteriösen Goaliewechsel vornahm, der sich als Reinfall erwies. Es heizte eine Psychoterror-Stimmung in der Mannschaft an, die sich unsinnigerweise auch noch mit dem Trainer solidarisierte. So als ob es wirklich eine einzige Entschuldigung für seine Fehlleistung gegeben hätte. Gulati sah durch alles durch, zumal das Brodeln im Team nicht aufhören wollte, wo die gespenstige Abstrafaktion gegen Hope Solo, die beste Torfrau des Landes, in den letzten Wochen ständig weiterging. Er gab Ryan den Laufpass. Der Nachfolger/die Nachfolgerin darf nun im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Peking im nächsten Jahr einen Schnitt im Kader machen, der allen gut tun wird. Vor allem den alteingesessenen Stammspielern, die glauben, sie hätten die Macht im Gruppenprozess.
Blick zurück: Gewalt nach Art des Hauses