Das Projekt für Samstag, diesmal mit Vorankündigung: Live-Blog zum Basketball-Match zwischen den USA und Spanien aus Peking. Das Spiel beginnt gegen 16 Uhr MEZ und liegt damit quer zur Fußball-Bundesliga. Aber da die niemand in den USA im Fernsehen überträgt, entsteht an dieser Stelle überhaupt kein zeitlicher Konflikt.
A propos Bundesliga: Das ehrenwerte Radiomagazin Market Place, das sich mit Wirtschaftsthemen beschäftigt und von Public-Radio-Stationen landesweit ausgestrahlt wird, hat heute seinen Millionen von Zuhörern das Thema TSG Hoffenheim und Hopp in einem mehrminütigen Beitrag serviert. Wer möchte, kann ihn hier anhören.
Vorsicht: Der Beitrag ist voller alberner Übertreibungen wie "the world's top soccer league - the Bundesliga", "Hoffenheim shocked the nation, when it scored its way into the big league, the Bundesliga". Das sind die Stilmittel, mit denen man Zuhörer bei der Stange halten will, die weder etwas von Fußball verstehen noch vom europäischen Konzept mit Aufstieg und Abstieg. Also greift man zum Holzhammer und behauptet: Der Rest von Fußball-Deutschland hasst Hoffenheim, weil da ein Investor mit viel Geld eine Mannschaft nach oben gepusht hat. Das klingt so, als würden Fans von alteingesessenen Bundesliga-Clubs normalerweise die anderen alteingesessenen Mannschaften respektieren.
Leider wird dieser Mythos nicht vom deutschen Fußball-Experten zurückgewiesen, sondern noch verstärkt. Im Eintopf aus Vereinfachungen schwimmt diese kleine Fleischeinlage von Mathias Klappenbach vom Tagesspiegel (O-Ton auf Englisch) "In Germany, when you have money, people don't like you. If you have success people don't like you. So the fans of the other clubs they hate Hoffenheim."
So simpel? Und abgesehen davon: Stimmt das überhaupt?
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15. August 2008
26. Juni 2008
Radio: Den Dampfplauderern geht die Luft aus
Wer glaubt, dass die neue Welt der Online-Medien nur die Tageszeitungen durchschüttelt, wo immerhin parallel neue Jobs in den langsam wachsenden und aufblühenden Web-Redaktionen entstehen, der sollte sich mal mit der Zukunft von Radio beschäftigen. Und zwar hauptsächlich mit sogenanntem Talk-Radio, was in den USA in den letzten zwei Jahrzehnten in den Themengebieten Politik und Sport enorme Erfolge verbuchen konnte. Langsam zeichnet sich ab, dass dort das Eis immer dünner wird. Und man darf davon ausgehen, dass wieder mal die Blogger – ungewollt und indirekt – zu den treibenden Kräften gehören. Warum ist das so? Die amerikanischen Sportblogger absorbieren mittlerweilee einen enormen Teil der Neugier von jungen Leuten, die vielleicht sonst das Radio anhätten, um sich ihren täglichen Fix an Gossip und Geschwätz abzuholen. Die Sender können allenfalls dort mit Zuspruch rechnen, wo Radio seine letzte Zuflucht gefunden hat: bei den Autofahrern auf dem Weg von und zur Arbeit. Aber diesen Zeiten dominieren bereits andere - Entertainer und Seriöse wie NPR. Der Verdrängungswettbewerb im Kampf um die Quote dürfte demzufolge für eine starke Verschlankung sorgen. Um Mike and the Mad Dog von WFAN in New York wäre es wirklich nicht schade. Die beiden Jungs sind so etwas von enervierend, dass man sich ihren Abgesang schon seit langem wünschen durfte.
28. Mai 2008
Die Kraft aus der Hypnose
Das Risiko, beim Dopen erwischt zu werden, scheint größer geworden zu sein. Sonst würde sich ein Kugelstoßer mit Ambitionen nicht einer neuen Technik bedienen: Hypnose. Das amerikanische Radioprogramm NPR hat die gesamte Geschichte über den Kugelstoßer Adam Nelson und das Video von einer Seance. Der Mann hat bislang zweimal Silber bei Olympia gewonnen. In Peking soll es endlich Gold werden. Sein Hypnotiseur namens Pete Siegel hat übrigens eine Berufsbezeichnung, die früher bei Robert Lembke sicher dem einen oder anderen richtige Kopfschmerzen eingehandelt hätte: Sporthypnotherapeut. Nelson gibt sich wirklich Mühe. Erst neulich hat er an seiner Technik herumgebastelt. Radioreporter Tom Goldman hat auf jeden Fall einen Narren an dem Athleten gefressen. Er berichtet seit April über dessen Vorbereitungen auf die Spiele.
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6. April 2008
Man nennt es: Turmwochen
Es wird deutlich schwieriger, die regelmäßigen Besucher dieses Schaufensters zu entertainen, wenn sich die Arbeit türmt. Und die letzte Woche war solch eine Turmwoche, in der eine ganze Reihe von guten Themen und Geschichten umgesetzt werden mussten. Manchmal sogar im Eiltempo. Kaum ist die Woche um und kaum ist der Beitrag über Doping, BALCO, das Urteil gegen Tammy Thomas wegen Meineid und den Ermittler Jeff Novitzky im Deutschlandfunk gelaufen, geht es auch schon weiter. Für American Arena bleibt da meistens nur noch wenig Zeit. Nicht mal, um auf solche Abhandlungen hinzuweisen wie die über die Pläne und Konzepte der NBA, die mit einer Ausdehnung nach Europa liebäugelt, aber von einem Optimismus getrieben werden, der jeder Grundlage entbehrt. Die FAZ wird Anfang der Woche - rechtzeitig vor den Playoffs der NHL eine Geschichte über Christoph Schubert und sein komisches Los in Ottawa bringen.
Die Senators haben sich qualifiziert, dürften aber in der ersten Runde nur dann eine Chance haben, wenn sie - ohne den verletzten Kapitän Daniel Alfredsson - auf einen müden Gegner treffen. Boston - mit Marco Sturm - hat es übrigens mal wieder in die Playoffs geschafft. Buffalo - mit Jochen Hecht - war nach dem Aderlass vor der letzten Saison zu schwach. Gespannt sein darf man auf die San Jose Sharks mit Christian Ehrhoff und Marcel Goc, die bestechend spielen und Trainer Ron Wilson endlich den Pott bringen sollen, den er als Spieler nicht gewonnen hat. Wir werden wenigstens immer wieder ein Auge darauf werfen. Versprochen.
Die Senators haben sich qualifiziert, dürften aber in der ersten Runde nur dann eine Chance haben, wenn sie - ohne den verletzten Kapitän Daniel Alfredsson - auf einen müden Gegner treffen. Boston - mit Marco Sturm - hat es übrigens mal wieder in die Playoffs geschafft. Buffalo - mit Jochen Hecht - war nach dem Aderlass vor der letzten Saison zu schwach. Gespannt sein darf man auf die San Jose Sharks mit Christian Ehrhoff und Marcel Goc, die bestechend spielen und Trainer Ron Wilson endlich den Pott bringen sollen, den er als Spieler nicht gewonnen hat. Wir werden wenigstens immer wieder ein Auge darauf werfen. Versprochen.
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28. März 2008
In eigener Sache: Radio
Das war eine Art Premiere - und zwar im Kleinen: der fünfminütige Radio-Beitrag über den Golfer Martin Kaymer, der am Ostermontag beim Deutschlandfunk (übrigens in einer wirklich bestens gemachten Sportsendung) in den Äther geschickt wurde. Bei dem Erstwerk soll es nicht bleiben. Es sind bereits andere Themen angedacht. Vielleicht greift sogar in Zukunft bei der fertigen Ware auch noch der eine oder andere ARD-Sender zu und strahlt die fertigen Sprechkonserven ebenfalls aus. Es wird nicht ganz leicht sein, von hier aus - früh genug - jeweils konkrete Hinweise auf Sendetermine oder Streams oder Podcasts zu geben. Vielleicht lassen sich wenigstens nach der Ausstrahlung mitunter Links posten. Das alles wird sich weisen.
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16. Mai 2007
Mal reinhören: NASCAR im deutschsprachigen Radio
22. April 2007
Fähnchen im Wind: Unser Mann Jason Whitlock soll Don Imus ersetzen
Die Fähnchen im Wind drehen sich in New York genauso schnell wie anderswo. Nur sieht es hier meistens weit weniger opportunistisch aus. Weshalb? Schwer zu erklären. Das hat sehr viel mit dem wirtschaftlichen Eigenwicht der Stadt, der überschwappenden Kreativitität vieler ihrer Einwohner und dem Tempo zu tun, mit dem hier Sachen erörtert, umgesetzt oder andernfalls verworfen werden. Hauptstadt der Welt, eben. Und nur so kann man erklären, weshalb der Radiosender WFAN nach ein paar Tagen der abebbenden Kontroverse rund um den abgesetzten weißen Verbal-Rassisten Don Imus einem Mann diesen Posten angeboten hat, der dem Skandal seinen eigenen Stempel aufgedrückt hat: Jason Whitlock, seines Zeichens Kolumnist und Blogger, schwarz und übergewichtig und nicht auf den Mund gefallen. Der hatte die Affäre zum Anlass genommen, Amerikas Hip-Hop-Industrie und ihre kulturellen Ausfallerscheinungen sowie die selbst ernannten Anführer und Sprachrohre des schwarzen Amerikas (Jesse Jackson, Al Sharpton) zu attackieren und damit sogleich sehr viel Echo produziert. Bei Oprah Winfrey, der First Lady of Talk, die jeden Nachmittag Millionen von Zuschauerinnen an die Bildschirme fesselt, saß er inmitten zahlloser Muttchen auf der Bühne und wirkte wie der attraktive, warmherzige Chedideologe einer neuen Bewegung: Schluss mit dem ständigen Gemecker Richtung Weiß-Amerika. Schwarz-Amerika hat mehr als genug eigene schmuddlige Wäsche zu waschen.Whitlock reagierte zunächst einmal reserviert auf die Offerte. Nicht wegen der Fallhöhe eines solchen neuen Podiums, sondern weil er nicht weiß, ob er wirklich aus Kansas City weg und nach New York ziehen will. "Ihr Jungs", sagte er den zwei Moderatoren, die zur Zeit die Morgensendung betreiben in einem Telefoninterview, "ihr alle denkt, New York ist das Größte. Und wie kann einer nicht dort leben wollen? Ich habe ganz gerne ein normales Leben."
Die Angst vor dem Leben in dieser, unserer Stadt kann man verstehen. Zumindest bei Leuten mit Promi-Bonus. So wie hier die Boulevardblätter arbeiten (und zunehmend auch die Gossip-Blogger) - das kann einem das Gefühl geben, man sei auf eine Zielscheibe gespannt und werde mit tausend Dartpfeilen abgeschlachtet. Aber Kansas City? Das soll eine Alternative sein?
Blick zurück: Die Imus-Story und die Folgen
Blick zurück: Jason Whitlock schreibt nach dem All-Star-Wochenende der NBA etwas ins Stammbuch
20. April 2007
Bob Dylan und Baseball - das hört sich schräg an
Durch ein bisschen Herumsurfen bin ich heute auf eine wirklich eklektische Fundsache gestoßen: Der große (und inzwischen schon ziemlich alte) amerikanische Songwriter Bob Dylan macht jede Woche einen Abstecher in seine Plattensammlung und wählt für eine thematisch gestaltete Sendung beim Satellitenradiosender XM die Musik aus. Solche Stoffe wie "Wetter" oder "Kaffee" werden hier die wenigsten interessieren. Aber wie wär's mit "Baseball"? Die Aufnahme der Sendung kann man herunterladen: bei Patrick Crosley. Es handelt sich um eine Zip-Datei vom mehr als 60 MB die leider etwas sehr lange braucht. (via deadspin und The Loss Column)
Blick zurück: Das Treffen mit dem Dylan-Fotografen
Blick zurück: Das Treffen mit dem Dylan-Fotografen
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