15. August 2008

Basketball-Live-Blog und Wissenswertes über Hoffenheim

Das Projekt für Samstag, diesmal mit Vorankündigung: Live-Blog zum Basketball-Match zwischen den USA und Spanien aus Peking. Das Spiel beginnt gegen 16 Uhr MEZ und liegt damit quer zur Fußball-Bundesliga. Aber da die niemand in den USA im Fernsehen überträgt, entsteht an dieser Stelle überhaupt kein zeitlicher Konflikt.

A propos Bundesliga: Das ehrenwerte Radiomagazin Market Place, das sich mit Wirtschaftsthemen beschäftigt und von Public-Radio-Stationen landesweit ausgestrahlt wird, hat heute seinen Millionen von Zuhörern das Thema TSG Hoffenheim und Hopp in einem mehrminütigen Beitrag serviert. Wer möchte, kann ihn hier anhören.


Vorsicht: Der Beitrag ist voller alberner Übertreibungen wie "the world's top soccer league - the Bundesliga", "Hoffenheim shocked the nation, when it scored its way into the big league, the Bundesliga". Das sind die Stilmittel, mit denen man Zuhörer bei der Stange halten will, die weder etwas von Fußball verstehen noch vom europäischen Konzept mit Aufstieg und Abstieg. Also greift man zum Holzhammer und behauptet: Der Rest von Fußball-Deutschland hasst Hoffenheim, weil da ein Investor mit viel Geld eine Mannschaft nach oben gepusht hat. Das klingt so, als würden Fans von alteingesessenen Bundesliga-Clubs normalerweise die anderen alteingesessenen Mannschaften respektieren.

Leider wird dieser Mythos nicht vom deutschen Fußball-Experten zurückgewiesen, sondern noch verstärkt. Im Eintopf aus Vereinfachungen schwimmt diese kleine Fleischeinlage von Mathias Klappenbach vom Tagesspiegel (O-Ton auf Englisch) "In Germany, when you have money, people don't like you. If you have success people don't like you. So the fans of the other clubs they hate Hoffenheim."

So simpel? Und abgesehen davon: Stimmt das überhaupt?

Kommentare:

stereodee hat gesagt…

Es stimmt schon, dass es überwiegend negative Meinungen bezüglich des Aufstiegs von Hoffenheim in die 1. Bundesliga gibt.
Aber ich denke es liegt weniger am Neid als vielmehr daran, dass ein Verein wie Hoffenheim (und auch Wolfsburg) das jahrelang gültige 'Ökosystem' der Bundesliga ins Wanken bringt. Viele Fans und vor allem die Ultras ("Tradition und Herz sind geiler als Kommerz" oder "Gegen den modernen Fussball") denken und fühlen sehr traditionell und konservativ.
Ein Team wird eher respektiert, wenn es sich 'ehrenhaft/ehrlich' in die Bundesliga gekämpft hat. Bei Hoffenheim ist die Überwiegende Meinung, dass man sich ausschliesslich mit der finanziellen Kraft von Hopp in die Bundesliga gekauft hat.

Jürgen Kalwa hat gesagt…

Diese Grundstimmung kann ich durchaus nachvollziehen. Ich vermute aber mal, dass Fans, die den Traditionsgedanken so hoch halten, gerne ignorieren, woher die Spieler aus den von ihnen so geschätzten Clubs kommen (und woher das Geld kommt, mit dem sie bezahlt werden). In der Bundesliga sind 50 Prozent aus dem Ausland importiert. Das sind Söldner von altem Schrot und Korn. Hoffenheim hat die Spieler nicht mehr oder nicht weniger "gekauft", mit denen Rangnick den Durchmarsch geschafft hat, als die anderen.

Die Abneigung muss also an etwas anderem liegen. Ich tippe mal, dass eine einflussreiche Kerngruppe im Fanlager quer durch die Liga ihre Anhängerschaft seit Jahr und Tag auf eine extreme Weise psychologisiert. In dieser Erlebnisperspektive ist der sportliche Erfolg zweitrang. Das Mitfiebern und das Mitleiden sind sehr viel stärkere Wertvorstellungen. Natürlich leiden Fans von alteingesessenen Clubs und Fahrtstuhlmannschaften schon lange. In Hoffenheim und Umgebung kennt man dieses Gefühl noch gar nicht. Ich glaube, wenn die anderen Fans neidisch sind, dann auf das.

Jürgen Kalwa hat gesagt…

Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat ebenfalls Hoffenheim entdeckt:
http://www.forbes.com/feeds/ap/2008/08/14/ap5324868.html
Viele Infors basieren auf einem Interview mit Dietmar Hopp, der erklärt, seine 150 Millionen Euro Investition müsse jetzt wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen. Ich halte das für realistisch.

Jürgen Kalwa hat gesagt…

Weil die Geschichte so viel besser ist, als das, was man sonst so geboten bekommt, noch dieser Hinweis auf das Fußballunternehmen Hoffenheim:
http://www.faz.net/s/RubBC20E7BC6C204B29BADA5A79368B1E93/Doc~E23FE82CA7E40448BA1C8468EB54E8B2E~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

Florian hat gesagt…

ich habe schon das gefühl, dass es bei hoffenheim auch um neid von anderen geht. diese traditionsnummer wird natürlich auch gerne verwendet (eben wegen jener tradidtionsnummer muss der hsv ja auch ein echt toller verein sein), doch wird dadurch der neidgedanke einfach kaschiert. denn was sollte an hoffenheim denn wirklich stören, außer, dass sie auf rosen gebettet gefühlt jeden spieler der welt verpflichten können. warum sollte das jemanden stören? ich gehe davon aus, dass die meisten fussballfans gerne eine starke, international anerkannte bundesliga sehen wollen. und hoffenheim trägt - glaube ich - in zukunft dazu bei. hoffenheim ist momentan innovativ.
und wenn sie verlieren, dann hagelt es häme oder schadenfreude. und wenn sie gewinnen, sind viele neidisch, denn der erfolg ist ja "nur gekauft".