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26. Juni 2008

Da war doch noch was: das NFL-Spiel in London im Oktober

Die NFL bemüht sich weiter darum, ihre Abstecher nach Europa zu promoten. Vor ein paar Tagen war deshalb Reggie Bush von den New Orleans Saints in London. Falls es jemand vergessen haben sollte (so wie ich): die Saints spielen in Wembley gegen die San Diego Chargers. Das Vorab-Interview mit dem Running Back kann man auf der Seite des Guardian lesen. Vorsicht: Wirklich spannende Dinge kamen nicht zur Sprache (außer jemand entwickelt bereits ein Gefühl von Aufregung bei der Erwähnung von Kim Kardashian, die einen Namen als Privatporno-Darstellerin besitzt. Was der Interviewer vom Guardian dezent zu erwähnen unterließ. Genauso wie den Hinweis auf den Termin. Also holen wir das hier nach: 26. Oktober, bitteschön.

11. Oktober 2007

Die Bush-Trommeln sagen: USC bekommt noch viele Probleme

...und dann war da noch ein gewisser Reggie Bush, der nach allem, was man inzwischen weiß, im Laufe seiner Zeit als Running Back am College Geld und Sachzuwendungen in der beachtlichen Höhe von fast 280.000 Dollar erhalten haben soll. Das kam auf das Stipendium, das ihm die Studiengebühren und die Unterbringung finanziert hat, noch obendrauf. Bush kann das heute, mehr als ein Jahr nach seinem Übertritt zu den Profis ziemlich egal sein. Er hat kein Gesetz gebrochen (was das Finanzamt dazu zu sagen hat, weil die Einnahmen eventuell nicht deklariert wurden, werden wir vielleicht noch erfahren). Sollte er die Heisman Trophy wieder abgeben müssen, weil Regeln der NCAA gebrochen wurde, wird er das verschmerzen.

Das Problem trifft die Universität. Und zwar knüppeldick und hart. Collegesport in den USA findet unter dem Dach der NCAA statt. Und die haben bestimmte Regeln aufgestellt, an die sich die beteiligten Bildungseinrichtungen zu halten haben. Geld- und Sachzuwendungen an Studenten mit Stipendium sind nicht gestattet. Die Sportabteilungen der Universitäten haben selbst darauf zu achten, dass keiner der Studenten solche Bestimmungen missachtet. Und wenn nicht, kann alles möglich den Bach runter gehen: die errungenen Meisterschaften und die Beteiligung an zukünftigen Wettbewerben. Im Prinzip passiert so etwas jeder besseren Universität im wieder. Aber es ist besonders peinlich bei einer Mannschaft wie USC, die jahrelang unschlagbar schien (inzwischen verliert man schon mal gegen solche niederklassigen Teams wie Stanford - eine Sensation) .

27. Juni 2007

Beckham spielt mit Bush (dem Running Back)


Man nehme: drei Streifen, zwei Typen und eine lahme Idee und begebe sich in ein kleines Stadion, um dort stundenlang diese lahme Idee mit den zwei Typen auf Video zu bannen, um damit Reklame für die drei Streifen zu machen. Es ist eher ein Armutszeugnis für die geistige Frische der Kreativen in Herzogenaurach geworden, die sich nichts Besseres ausmalen konnten, als Reggie Bush (Running Back der New Orleans Saints) und den Neu-Amerikaner David Beckham mit Fußbällen und Football-Eiern herumhantieren zu lassen, um sich bei der Gelegenheit gegenseitig zu bestätigen, dass sie nicht genug vom Gewerbe des anderen verstehen und auch nicht tauschen würden. Beckham braucht beim besten Willen keine Einführung mehr in den USA. Er ist bekannt. Und Reggie Bush, der demnächst ins Trainingslager für seine zweite Saison einziehen wird, hat bislang noch nicht den Rang eines Spitzenspielers erreicht. Er gehört noch in die Abteilung "Talent mit Potenzial". Wobei man allerdings sagen muss: So gesehen ähneln sich die beiden schon sehr. Beckham hat schießlich auch nie mehr symbolisiert als Potenzial. In entscheidenden Momenten kam davon nicht viel zum Vorschein (via withleather)

22. März 2007

Bei Mayo droht Ketchup von oben

Wer am Rande des March-Madness-Turniers (über das man bei allesaussersport aktuell hervorragend informiert wird) noch ein paar Schmankerl aus der College-Szene erfahren will, sollte an dieser Geschichte dran bleiben: O. J. Mayo, das vielgepriesene Basketballtalent, das soeben seine High-School-Karriere beendete, und sein guter Freund, der den Kontakt zu Tim Floyd und USC in Los Angeles strickte, könnten gemeinsam noch in einen tiefen Topf Tinte geraten. Das liegt daran, dass die Amateurregeln der National Collegiate Athletic Association (NCAA) zwar uralt und kurios sind, aber immer noch gelten und in prominenten Fällen auch strikt angewandt werden.

Mayo kann das egal sein, denn der will - aus Altersgründen - nur ein Jahr lang irgendwo günstig unterkommen, an seinem technischen Können arbeiten und sich dann bei der NBA zum Dienst melden. Seinem Kumpel, dessen schattiges Treiben schon bei zwei anderen jungen Basketballern zu Sperren führte, könnte das allerdings das Geschäft verderben. Sein Ziel ist schließlich, junge Basketballer einem Agenten seiner Wahl zuzutreiben. Doch bei dem kann der gute O. J. erst unterschreiben, wenn er sich offiziell zum Profi erklärt (womit dann die Collegelaufbahn zu Ende wäre).

Je mehr man hier und hier über die Angelegenheit liest, desto mehr beschleicht einen das Gefühl, dass USC-Trainer Tim Floyd vielleicht aus taktischen Gründen der New York Times erzählt hat, auf welche Weise ihm Mayo zugelaufen ist. Dann kommen hinterher keine Verdächtigungen auf. Vielleicht will er sich auf diese Weise auch von einer moralischen Last befreien. Denn sein Kollege von der USC-Football-Abteilung hat gerade genau solche Sorgen wegen eines ehemaligen Studenten, der sich parallel zum Stipendium noch an andere Futtertrögen bediente und die Einnahmen über seine Eltern laufen ließ. Sollte die NCAA diese Verstöße als erwiesen ansehen, muss USC mit dem Verlust des Meistertitels von 2004 rechnen. Der Spieler, um den es geht, spielt längst in der NFL und muss sich keine Sorgen machen (was wird es ihn schon kümmern, dass ihm nachträglich die Heisman Trophy aberkannt würde). Er heißt Reggie Bush und hat in dieser Saison gezeigt, das er sein Geld wert ist.

16. September 2006

Lug und Betrug dein Name sei Bush

Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Treiben hinter den Kulissen von erfolgreichen College-Footballmannschaften an die Öffentlichkeit gerät und die Beteiligten in die Enge treibt. Niemand anderer als Running Back Reggie Bush, der nach seiner Zeit an der University of Southern California (USC) von den New Orleans Saints gedraftet wurde und vorher noch die Heisman Trophy erhielt, steht im Verdacht, die Amateurregeln des Collegesports verletzt zu haben. Verletzt ist gar nicht der richtige Ausdruck. Der Vorwurf lautet, dass seine Familie während seiner Zeit an der Uni Sachgeschenke und Bargeld im Wert von 100 000 Dollar von potenziellen Agenten erhalten haben soll, die offensichtlich schon früh gute Beziehungen pflegen wollten, um später lukrative Werbeverträge mit Bush abschließen zu können. Keine der Gaben hätte die Familie annehmen dürfen, um nicht die Spielberechtigung des Spielers und die der Mannschaft zu gefährden.

Sollten sich die Vorwürfe erhärten, die zur Zeit heraussickern, wird Bush die Heisman Trophy aberkannt. Eine weitere Konsequenz könnte der Verlust der Meisterschaft 2004 sein. Weder das eine noch andere hat es in der mehr als hundert Jahre langen Geschichte der College-Footballmeisterschaft gegeben.

Den bisher größten Anteil der Aufklärungsarbeit hat Yahoo Sports, wo man acht Monate lang recherchierte und herausfand, welche Gratifikationen an den Stiefvater, die Mutter und den Bruder von Bush gingen: kostenslose Hotelzimmer, Flugtickets, Kleidung sowie Geld für ein Auto und erlassene Miete. Der Footballprofi bestreitet. "Jeder wird sehen, dass wir nichts falsch gemacht haben. Ich kenne die Wahrheit. USC kennt sie auch."

Wir sind gespannt, wie die aussieht.

Blick zurück: Die Mafia und Maurice Clarett und die Schwierigkeiten amerikanischer Sportler mit dem Gesetz