Der Rücktritt von Urban Meyer als Coach der Footballmannschaft der University of Florida hat ganz viel Luft aus dem Bowl-Getöse herausgesaugt, mit dem um diese Zeit des Jahres die College-Football-Saison austrudelt. Wie immer, wenn mit abgezirkelten Formulierungen durchsetzte schriftlichen Erklärungen das Nachrichtenbild prägen, arbeiten die Reporter wie die Schaufelbagger. Alle wollen wissen: Wie krank ist Urban Meyer, der erfolgreichste Coach der letzten Jahre, dass er zu diesem Zeitpunkt in den Sack haut? Ehe die Geräuschkulisse zu laut wird: Hier der Hinweis auf ein exzellentes Lesestück, das unlängst S. L Price in Sports Illustrated abgeliefert hat (Hat-Tip an Lee Jenkins und The Big Lead für den Retweet). Der Text erinnert einen an eine Zeit, als dieses Magazin hauptsächlich aus solchen Reportagen bestand und sich Sportautoren (zwecks wegen der Inspiration) und Leser jede Woche genüsslich die Zeit für die neueste Ausgabe gönnten. Und er öffnet ein kleines Schatzkästchen über die Abstammung des erst 45-jährigen Trainers.
Seine Mutter Gisela, geborene Gumpert, wanderte Ende der fünfziger Jahre aus Oberfranken in die USA aus. Ihre Familie aus dem benachbarte Thüringen hatte zuvor die Heimat verlassen, nachdem ihr Vater von den Sowjets nach Sibirien verschleppt wurde. Die Schlussredaktion des Magazins hat dabei einen kleinen Schreibfehler produziert, wie er mit deutschen Namen in amerikanischen Medien an der Tagesordnung ist. Man fummelt gerne noch irgendwo einen Buchstaben ein oder lässt einen weg. Die Gumperts waren aus Mupperg nicht Muppberg. Und Mupperg liegt nicht in Bayern, sondern ganz nah an der Grenze.
Übrigens: Solche Stammbäume haben fast keine der herausragenden Figuren im US-Sport. Aber hier wären zumindest zwei Namen: Football-Coach Herm Edwards (Mutter Martha aus dem hessischen Gelnhausen). Die Familie von Lou Gehrig (Heinrich and Christina Gehrig). Beide waren aus Deutschland in die USA ausgewandert. Lou, geboren in New York, hieß eigentlich Ludwig Heinreich.
Als Nachschlag: Ein Video, in dem Urban Meyer seine Philosophie beschreibt – ein Leistungswahnsinn, der vermutlich nirgendwo im Sport so angedockt ist wie im Football.
Nachtrag: Die New York Times berichtet über eine Gesundheitskrise bei Meyer nach dem Spiel neulich gegen Alabama, als er ins Krankenhaus musst. Die Info kommt wohl vom Coach persönlich.
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26. Dezember 2009
17. Oktober 2009
Wenn der College-Trainer mit dem Helikopter kommt...
Wie beeindruckt man einen jungen hochtalentierten High-School-Footballspieler, der noch nicht weiß, bei welcher Universität er sich einschreiben soll? In dem der College-Trainer einen Hubschrauber chartert und zu einem Spiel einfliegt. Das unterschwellige Signal an den Nachwuchsathleten: Wir scheuen keine Mühe und kein Geld, um dich bei uns willkommen heißen zu können. Die Show-Einlage gehört zu den ohnhin schon bizarren Gepflogenheiten im amerkanischen College-Football, wo die Coaches mehrere Millionen Dollar im Jahr verdienen und als Halbgötter verehrt werden und man selbst jenen Studenten, die nicht richtig lesen oder schreiben können durch heimliche Unterstützungsmaßnahmen den Stress einer vernünftigen akademischen Ausbildung erspart. Die NCAA, die als Aufsicht den Sportbetrieb überwacht und extrem viele Regeln hat, die dafür sorgen sollen, dass die Chancengleichheit zwischen den Universitäten erhalten bleibt, hat die Hubschrauber-Arie noch nicht verboten. Aber dank dieses Artikels in der New York Times wird sie sich vermutlich erstmals damit beschäftigen müssen.
Keine Hilfe vom Touchdown Jesus
Das ist Nate Montana. Sohn von Joe Montana, einer der besten Quarterbacks in der Geschichte der NFL, der mit den San Francisco 49ers viermal den Super Bowl gewann (und zwar teilweise auf phantastische Art und Weise).

Im letzten Jahr gehörte der Sohn noch zum Aufgebot der College-Mannschaft von Notre Dame (also jener Universität, an der sich im Schatten von Touchdown Jesus sein damals vergleichsweise dünner Vater damals ohne dicke Muskelpakete auf den Knochen mühsam ins Team kämpfte) und stand im Match gegen USC an der Seitenlinie. Zum Einsatz kam er nicht. Dann wollen wir mal aus Anlass de heutigen Begegnung zwischen Notre Dame und USC in South Bend erzählen, was aus dem Sohn geworden ist. Er wechselte für das Herbst-Semester zu einem Junior College in Kalifornien, um nicht länger am Rand herumzustehen, sondern Spielpraxis zu erleben. Im Frühjahr will er nach Indiana zurückgehen.
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31. August 2009
Wenn College-Trainer den Tränen nah sind
Es hat nicht lange gedauert, bis der ominöse Football-Trainer Rich Rodriguez in eine Situation geriet, die sein Image und seine Karriere als College-Coach endgültig als das entlarvt, was es ist: die eines Scheinriesen. Das letzte Mal, als er den Leuten unangenehm aufgefallen ist, da machte er sich über Nacht in West Virginia vom Acker und brach dabei einen Vertrag, der ihn dazu zwang, im Falle eines vorzeitigen Abschieds 4 Millionen Dollar an die Universität zu bezahlen. Eine außergerichtliche Einigung sorgte dafür, dass sein neuer Arbeitgeber, die University of Michigan in Ann Arbor, 2,5 Millionen Dollar der ausstehenden Summe übernahm. Rodriguez muss 1,5 Millionen abdrücken – in Raten von 500.000 Dollar pro Jahr.
Derselbe Mann zeigte jedoch bei seiner neuen Aufgabe in Michigan, wo man bei Heimspielen ein Stadion mit einer Kapazität von 100.000 Zuschauern füllt, noch nicht die Qualitäten, die soviel finanzielle Unterstützung wert wären. In der ersten Saison lieferte er eine Bilanz von 3:9 ab, die schlechteste in der Geschichte der Bildungseinrichtung. Vor Beginn dieser Saison wurde bekannt, dass er seinen jungen Spielern Trainingseinheiten abverlangt, die weit über das hinausgehen, was die Aufsichtsgremien der NCAA zulassen. Gewinnen um jeden Preis und Profitieren auf Teufel komm raus sind aber keine Prinzipien, die man im College-Football ohne weiteres durchdrücken kann.
Vielleicht gab Rodriguez deshalb heute bei einer Pressekonferenz das Opfer und spielte den Mann, der notfalls ein paar Tränen heult, wenn es um sein eigenes prinzipienloses Dasein geht. In West Virginia parodiert man den Trainer mit dem doppeldeutigen Spruch: "I wanna be Rich".
Der weinerliche Auftritt von heute bei ESPN.
Derselbe Mann zeigte jedoch bei seiner neuen Aufgabe in Michigan, wo man bei Heimspielen ein Stadion mit einer Kapazität von 100.000 Zuschauern füllt, noch nicht die Qualitäten, die soviel finanzielle Unterstützung wert wären. In der ersten Saison lieferte er eine Bilanz von 3:9 ab, die schlechteste in der Geschichte der Bildungseinrichtung. Vor Beginn dieser Saison wurde bekannt, dass er seinen jungen Spielern Trainingseinheiten abverlangt, die weit über das hinausgehen, was die Aufsichtsgremien der NCAA zulassen. Gewinnen um jeden Preis und Profitieren auf Teufel komm raus sind aber keine Prinzipien, die man im College-Football ohne weiteres durchdrücken kann.
Vielleicht gab Rodriguez deshalb heute bei einer Pressekonferenz das Opfer und spielte den Mann, der notfalls ein paar Tränen heult, wenn es um sein eigenes prinzipienloses Dasein geht. In West Virginia parodiert man den Trainer mit dem doppeldeutigen Spruch: "I wanna be Rich".
Der weinerliche Auftritt von heute bei ESPN.
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25. August 2009
Sportmonopole vs. Medienmacht: Das Beispiel SEC
Der Collegesport in den USA wird von mehreren Verwertungsmaschinen in Schwung gehalten. Das Reglement wird von der NCAA bestimmt (die im Football aber auch nach hundert Jahren noch keine amerikanische Meisterschaft auf die die Beine bekommen hat), die Organisationstruktur von den sogenannten Conferences. Die haben meistens engeren regionalen Zuschnitt, was die Reisekosten im Zaum und die traditionellen Rivalitäten zwischen einzelnen Universitäten in Schwung hält. Die Conferences sind mächtig. So mächtig, dass sie jetzt in der populärsten aller Sportarte – im Football – als Speerspitze im Kampf gegen die Verwertung von Informationen, Bildern und Videos durch die traditionellen Medien antreten.
Das interessante an dem aktuellen Tauziehen, ist, dass es nicht vor Gericht ausgetragen wird wie etwa der Streit des Württembergischen Fußballverbandes mit dem Internetportal Hartplatzhelden. Es ist mehr das typisch amerikanische Powerplay, in dem zwei Seiten die Muskeln spielen lassen und sich vermutlich am Ende irgendwo auf halbem Weg einigen werden. Die treibende Kraft ist zur Zeit die Southeastern Conference (SEC), die Journalisten, die sich zu ihren Spielen akkreditieren wollen, ein Papier vorgelegt hat, dass journalistische Arbeit im Internet-Zeitalter (mit Video, Audio-Dateien, Blogs) unmöglich macht. Wer das Papier unterschreibt, bekommt zwar Zugang, aber soll gleichzeitig noch seine eigenen Rechte zur Verwertung an die Conference abtreten. Zur SEC gehören überwiegend staatliche Universitäten in Arkansas, Louisiana, Kentucky, Tennessee, Alabama, Mississippi, Georgia und Florida.
Nun haben die Nachrichtenagentur Associated Press und der Großverlag Gannett (USA Today und rund zwölf Zeitungen im Verbreitungsgebiet der Conference) den Leuten von der SEC erklärt, dann müssten sie eben ohne die Berichterstattung dieser beiden Institutionen auskommen. Nicht schlecht. Aber die Frage stellt sich mittlerweile: Brauchen solche mächtigen Einrichtungen wie die SEC mit ihrem eingebauten Fan-Gerüst und eigenen Webseiten und modernen technischen Ausstattungen, um eigene Medienarbeit zu betreiben, überhaupt noch die klassischen Medien? Würden sie ohne den PR-Effekt der Agenturen und Verlage wirtschaftlich zurecht kommen?
Vermutlich durchaus. Das einzige, was sie nicht gewinnen können, ist guter Wille. Die Universitäten betreiben nämlich mit Hilfe ihrer Vermarktungsstrategien ein perverses Spiel. Sie nutzen zu einem erheblichen Teil öffentliche Ressourcen (in Form von Steuersubventionen und kostenlosen Polizeieinsätzen), um Trainern von lupenreinen Amateuren Gehälter jenseits der 2 Millionen Dollar pro Jahr zu bezahlen. Obendrein sind sie als steuerbefreite und staatliche Bildungseinrichtungen, die sich über hohe Studiengebühren finanzieren, dem Grundgedanken des Allgemeinnutzens verpflichtet. Da kann man nicht so ohne weiteres der Öffentlichkeit den nackten Allerwertesten ins Gesicht strecken.
Ähnlich wie bei den Hartplatzhelden geht es um mehr als um den Einzelfall. Andere Ligen und Sporteinrichtungen dürften sich brennend dafür interessieren, wie die Sache ausgeht. So viel ist klar: Dass die Monopolbetriebe des Sport freiwillig und ohne Druck irgendetwas aufgeben, was sie für ihres halten, sollte man gar nicht erst vermuten. Sie ticken da so ähnlich wie die Ölkonzerne und die Investmentbanken an Wall Street. Sie betrachten das Ganze als ihr Casino. Wir sind nur willkommen, solange wir die einarmigen Banditen mit Chips füttern und am Roulette-Tisch brav unser Erspartes verzocken.
Das interessante an dem aktuellen Tauziehen, ist, dass es nicht vor Gericht ausgetragen wird wie etwa der Streit des Württembergischen Fußballverbandes mit dem Internetportal Hartplatzhelden. Es ist mehr das typisch amerikanische Powerplay, in dem zwei Seiten die Muskeln spielen lassen und sich vermutlich am Ende irgendwo auf halbem Weg einigen werden. Die treibende Kraft ist zur Zeit die Southeastern Conference (SEC), die Journalisten, die sich zu ihren Spielen akkreditieren wollen, ein Papier vorgelegt hat, dass journalistische Arbeit im Internet-Zeitalter (mit Video, Audio-Dateien, Blogs) unmöglich macht. Wer das Papier unterschreibt, bekommt zwar Zugang, aber soll gleichzeitig noch seine eigenen Rechte zur Verwertung an die Conference abtreten. Zur SEC gehören überwiegend staatliche Universitäten in Arkansas, Louisiana, Kentucky, Tennessee, Alabama, Mississippi, Georgia und Florida.
Nun haben die Nachrichtenagentur Associated Press und der Großverlag Gannett (USA Today und rund zwölf Zeitungen im Verbreitungsgebiet der Conference) den Leuten von der SEC erklärt, dann müssten sie eben ohne die Berichterstattung dieser beiden Institutionen auskommen. Nicht schlecht. Aber die Frage stellt sich mittlerweile: Brauchen solche mächtigen Einrichtungen wie die SEC mit ihrem eingebauten Fan-Gerüst und eigenen Webseiten und modernen technischen Ausstattungen, um eigene Medienarbeit zu betreiben, überhaupt noch die klassischen Medien? Würden sie ohne den PR-Effekt der Agenturen und Verlage wirtschaftlich zurecht kommen?
Vermutlich durchaus. Das einzige, was sie nicht gewinnen können, ist guter Wille. Die Universitäten betreiben nämlich mit Hilfe ihrer Vermarktungsstrategien ein perverses Spiel. Sie nutzen zu einem erheblichen Teil öffentliche Ressourcen (in Form von Steuersubventionen und kostenlosen Polizeieinsätzen), um Trainern von lupenreinen Amateuren Gehälter jenseits der 2 Millionen Dollar pro Jahr zu bezahlen. Obendrein sind sie als steuerbefreite und staatliche Bildungseinrichtungen, die sich über hohe Studiengebühren finanzieren, dem Grundgedanken des Allgemeinnutzens verpflichtet. Da kann man nicht so ohne weiteres der Öffentlichkeit den nackten Allerwertesten ins Gesicht strecken.
Ähnlich wie bei den Hartplatzhelden geht es um mehr als um den Einzelfall. Andere Ligen und Sporteinrichtungen dürften sich brennend dafür interessieren, wie die Sache ausgeht. So viel ist klar: Dass die Monopolbetriebe des Sport freiwillig und ohne Druck irgendetwas aufgeben, was sie für ihres halten, sollte man gar nicht erst vermuten. Sie ticken da so ähnlich wie die Ölkonzerne und die Investmentbanken an Wall Street. Sie betrachten das Ganze als ihr Casino. Wir sind nur willkommen, solange wir die einarmigen Banditen mit Chips füttern und am Roulette-Tisch brav unser Erspartes verzocken.
12. November 2008
Wenn der Archetyp mal muss
In der Evolutionsgeschichte des Sportfans gibt es eine neue Stufe zu vermelden: Nach dem Hooligan nun der Archetyp des betrunkenen weiblichen Zuschauers, den man nirgendwo so authentisch erlebt wie in den Kavernen des Stadions. Beleg? Dieses Video von einem College-Football-Match, das User waneils 1 bei YouTube abgeliefert hat. Die entscheidende Stelle: 1:13 Min und bitte genau hinsehen – eine wichtige Rolle wird von einer Tür gespielt (via Deadspin).
2. November 2008
Der Klingelbeutel: Tendenz rot

Wir haben heute nacht eine dringend benötigte Extra-Stunde auf die Uhr bekommen und haben dann gleich das Gefühl, mehr Zeit zu haben. Mehr Zeit zum Schreiben, zum Lesen und zum Staunen. Heute über die Kreativität von Fans der Universität Ohio State, die sich mit Michigan und Florida um den inoffiziellen Titel der sportverrücktesten Bildungseinrichtung des Landes streitet. Dies ist das neueste Resultat einer etwas zu intensiven Beschäftigung mit dem Thema: Das T-Shirt (Bild oben links), das so aussieht, als trage einer ein Polohemd und einen ärmellosen Pullover drüber. Die Idee ist eine Verbeugung vor Ohio-State-Football-Coach Jim Tressel (Bild oben rechts). Die Uni, die das Recht hat, den Gebrauch des Logos zu sanktionieren, sah in dem Kleidungsstück nur Gutes und gab dem Erfinder eine Lizenz. Mehr als 10.000 Leibchen sind bereits verkauft.• A propos Geld: Baseball-Profi Manny Ramirez hat in Los Angeles ein Angebot der Dodgers abgelehnt, das ihn zum höchstbezahlten Spieler der Liga (und in allen Mannschaftssportarten der USA) gemacht hätte. 30 Millionen Dollar im Jahr sind ihm zu wenig.
• Das kommt davon, wenn man monströse Sportanlagen baut und dem Spruch aus dem Baseball-Film Field of Dreams glaubt ("When you build it, they will come"): In Texas wird man an diesem Sonntag beim NASCAR-Rennen auf einem Teil der Karten für das 160.000 Zuschauer fassende Oval sitzen bleiben. Die ersten Anzeichen für eine schleichende Krise im Stock-Car-Geschäft gab es, als im Frühjahr die Öl- und damit auch die Benzinpreise explodierten. Jetzt wird man die heraufdräuende Rezession für die Abstinenz von tausenden verantwortlich machen. Wie wär's mit einer anderen Erklärung? Vielleicht hat das Nudeltopf-Rennformat einfach das Ende des Wachstums erreicht und langweilt immer mehr Leute?
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14. September 2008
Kaputte Knie (Teil 2)
Der schwergewichtige Cheftrainer der Universitäts-Football-Equipe von Notre Dame war vor seinem Wechsel in die Division I der Offensive Coordinator der New England Patriots in der NFL. Dort war er unter anderem für die Entwicklung von Quarterback Tom Brady zum besten Spielgestalter der Liga mitverantwortlich. Brady wurde vor einer Woche umgenagelt und wird Monate brauchen, um sich von den Folgen des gerissenen Außenbands im Knie zu erholen. Seine Saison ist zu Ende. Kurios, aber wahr: Eine Woche später widerfährt Weis, bei Amerikas erfolgreichster Football-Uni mangels Erfolg ziemlich unter Schuss, ein ähnliches Schicksal, als er im Match gegen Michigan an der Seitenlinie von einem eigenen Spieler umgerannt wurde. Er litt einen zweifachen Bänderriss im rechten Knie. Vor einer Woche hatte Weis Brady noch nette Genesungsgrüße getextet. Der Coach wird nicht ausfallen, sondern auf Krücken seine Arbeit abwickeln. Warum auch nicht? In dieser Saison läuft es erstmals seit seiner Amtsübernahme einigermaßen in South Bend. Das Video oben ist übrigens nichts für schwache Nerven.
P.S.: Weis gehört mit über 2 Millionen Dollar Jahresgehalt übrigens ebenfalls in die Top Ten der Geldschneider im College-Football. Er stand nur deshalb nicht auf der Liste, weil er für eine private Uni arbeitet. Die im letzten Eintrag erwähnten sind Angestellter von öffentlichen Bildungseinrichtungen.
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13. September 2008
Repressiv meets depressiv
Man sollte annehmen, dass die Verantwortlichen im College-Football andere Sorgen haben. Man denke nur an die grotesken Entwicklungen bei der Vergabe von Stipendien an Studenten, die vermutlich nicht mal richtig lesen und schreiben können, aber trotzdem von den Universitäten zugelassen werden. Aber wahrscheinlich ist das Problem wirklich lesen und schreiben. Sonst hätte das Athletic Department der University of Virginia nicht das Ausbreiten von selbst produzierten Schrifttafeln, Bannern, großen Zetteln etc. bei Spielen der Football-Mannschaft im eigenen Stadion verboten. Repressiv meets depressiv. Oder so.
Zum ersten Thema empfiehlt sich die Lektüre dieses Artikels im Indianapolis Star und das Herunterladen der dort verlinkten pdf-Datei. Denn sie zeigt das ganze Ausmaß der verkappten Manipulation, mit dem mit Steuergelder finanzierte Bildungseinrichtungen den eigenen Auftrag mit Football-Füßen und Stollenschuhen treten. Die Entschuldigung für das Verhalten ist überall die gleiche: Footbal produziert angeblich Überschüsse für den gesamten Sportbetrieb an den jeweiligen Division-I-Universitäten. Und wenn nicht Überschüsse (bei den Trainergehältern, Stpendien, Reisekosten, Baukosten für Stadien und Trainingsgelände sowieso ziemlich unwahrscheinlich), dann eben Prestige. Football-Universitäten sind berühmt und haben höheren Zulauf von High-School-Absolventen, lautet die Kalkulation, die zwar im Prinzip sicher stimmt, aber nirgendwo genau über eine ehrliche Buchhaltung durchgerechnet wird.
Die Football-Stipendiaten, die nicht genug in der Birne haben, um die eingeschlagenen Studiengänge abzuschließen, sind in dieser Maschine nur billiger Treibstoff. Sie kommen und schnüren die Stiefel, weil sie hoffen, von den NFL-Scouts entdeckt zu werden und irgendwann ihre Knochen für Geld hinzuhalten. Tatsächlich ist das Nadelöhr für den Nachwuchs ungeheuer klein. Keine zehn Prozent bekommen einen Profivertrag in einer Liga, die wiederum überhaupt kein Interesse daran hat, dass sich etwas ändert. Die NFL kann sich das Geld für jede Form des Unterbaus und der Nachwuchsarbeit sparen. Das Förderband finanzieren die Hochschulen, also der Steuerzahler und die Nicht-Sport-Studenten mit ihren inzwischen extrem hohen Gebühren.
Dass diese Manipulation kaum jemanden weiter aufregt und nicht mal die Professoren in den anderen Fakultäten auf die Straße und mit Protestbannern in die Stadien bringt, ist der eigentliche Skandal. Denn intellektuell hätten diese Hochschullehrer durchaus die Kapazität, den Mechanismus und die epidemische Systemerkrankung zu analysieren und zu desavouieren. Aber unter denen kommt es bestenfalls hin und wieder zu Einzelaktionen. Der Status Quo ist nun mal der Lieblingszustand der Mehrheit. Eine Haltung, die nur so lange funktioniert, wie das Schiff nicht Leck schlägt, auf dem man sitzt.
Dazu passt die jüngste Übersicht aus dem Wall Street Journal mit den Gehältern der College-Footballtrainer. Die Liste wird angeführt mit Boob Stoops von Oklahoma, der 3,6 Millionen Dollar im Jahr verdient. Sie stellt übrigens einen ziemlich kruden Versuch dar, die Gehälter für die Trainer gegen ihre Erfolgsbilanz aufzurechnen (man nimmt die Zahl der Stimmen aus dem AP-Poll als Rechengrundlage). Diese vermeintlich so neutrale Betrachtungsweise stellt jedoch überhaupt nicht den Wahnsinn in Frage, der als Grundströmung heutzutage College-Football beherrscht: Nämlich: Was soll das Ganze? Und wie kann es weitergehen?
Aus der Liste lässt sich folgende Hitparade der teuersten Fachkrâfte destillieren:
1. Bob Stoops, Oklahoma, 3,6 Millionen Dollar
2. Urban Meyer, Florida, 3,25 Millionen Dollar
3. Mack Brown, Texas, 2,8 Millionen Dollar
3. Pete Carroll, USC, 2,8 Milionen Dollar
5. Tom Tuberville, Auburn, 2.6 Millionen Dollar
5. Jim Tressel, Ohio State, 2,6 Millionen Dollar
7. Phillip Fulmer, Tennessee, 2,05 Millionen Dollar
8. Frank Beamer, Virginia Tech, 2,008 Millionen Dollar
9. Mark Richt, Georgia, 2.0 Millionen Dollar
10. Mike Bellotti, Oregon, 1,9 Millionen Dollar
Zum ersten Thema empfiehlt sich die Lektüre dieses Artikels im Indianapolis Star und das Herunterladen der dort verlinkten pdf-Datei. Denn sie zeigt das ganze Ausmaß der verkappten Manipulation, mit dem mit Steuergelder finanzierte Bildungseinrichtungen den eigenen Auftrag mit Football-Füßen und Stollenschuhen treten. Die Entschuldigung für das Verhalten ist überall die gleiche: Footbal produziert angeblich Überschüsse für den gesamten Sportbetrieb an den jeweiligen Division-I-Universitäten. Und wenn nicht Überschüsse (bei den Trainergehältern, Stpendien, Reisekosten, Baukosten für Stadien und Trainingsgelände sowieso ziemlich unwahrscheinlich), dann eben Prestige. Football-Universitäten sind berühmt und haben höheren Zulauf von High-School-Absolventen, lautet die Kalkulation, die zwar im Prinzip sicher stimmt, aber nirgendwo genau über eine ehrliche Buchhaltung durchgerechnet wird.
Die Football-Stipendiaten, die nicht genug in der Birne haben, um die eingeschlagenen Studiengänge abzuschließen, sind in dieser Maschine nur billiger Treibstoff. Sie kommen und schnüren die Stiefel, weil sie hoffen, von den NFL-Scouts entdeckt zu werden und irgendwann ihre Knochen für Geld hinzuhalten. Tatsächlich ist das Nadelöhr für den Nachwuchs ungeheuer klein. Keine zehn Prozent bekommen einen Profivertrag in einer Liga, die wiederum überhaupt kein Interesse daran hat, dass sich etwas ändert. Die NFL kann sich das Geld für jede Form des Unterbaus und der Nachwuchsarbeit sparen. Das Förderband finanzieren die Hochschulen, also der Steuerzahler und die Nicht-Sport-Studenten mit ihren inzwischen extrem hohen Gebühren.
Dass diese Manipulation kaum jemanden weiter aufregt und nicht mal die Professoren in den anderen Fakultäten auf die Straße und mit Protestbannern in die Stadien bringt, ist der eigentliche Skandal. Denn intellektuell hätten diese Hochschullehrer durchaus die Kapazität, den Mechanismus und die epidemische Systemerkrankung zu analysieren und zu desavouieren. Aber unter denen kommt es bestenfalls hin und wieder zu Einzelaktionen. Der Status Quo ist nun mal der Lieblingszustand der Mehrheit. Eine Haltung, die nur so lange funktioniert, wie das Schiff nicht Leck schlägt, auf dem man sitzt.
Dazu passt die jüngste Übersicht aus dem Wall Street Journal mit den Gehältern der College-Footballtrainer. Die Liste wird angeführt mit Boob Stoops von Oklahoma, der 3,6 Millionen Dollar im Jahr verdient. Sie stellt übrigens einen ziemlich kruden Versuch dar, die Gehälter für die Trainer gegen ihre Erfolgsbilanz aufzurechnen (man nimmt die Zahl der Stimmen aus dem AP-Poll als Rechengrundlage). Diese vermeintlich so neutrale Betrachtungsweise stellt jedoch überhaupt nicht den Wahnsinn in Frage, der als Grundströmung heutzutage College-Football beherrscht: Nämlich: Was soll das Ganze? Und wie kann es weitergehen?
Aus der Liste lässt sich folgende Hitparade der teuersten Fachkrâfte destillieren:
1. Bob Stoops, Oklahoma, 3,6 Millionen Dollar
2. Urban Meyer, Florida, 3,25 Millionen Dollar
3. Mack Brown, Texas, 2,8 Millionen Dollar
3. Pete Carroll, USC, 2,8 Milionen Dollar
5. Tom Tuberville, Auburn, 2.6 Millionen Dollar
5. Jim Tressel, Ohio State, 2,6 Millionen Dollar
7. Phillip Fulmer, Tennessee, 2,05 Millionen Dollar
8. Frank Beamer, Virginia Tech, 2,008 Millionen Dollar
9. Mark Richt, Georgia, 2.0 Millionen Dollar
10. Mike Bellotti, Oregon, 1,9 Millionen Dollar
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28. November 2007
Der Klingelbeutel: Hundefutter im Stadion
Ruud Gullit ist seit ein paar Tagen bei den Los Angeles Galaxy im Einsatz. Der neue Trainer von David Beckhams Team kommt auf diese Weise in den Genuss einer kleinen Weltreise. Die Mannschaft ist auf einer bestens bezahlten Tournee und produzierte soeben in Sydney eine mittelschwere Sensation. Nicht auf dem Rasen des Olympiastadions, wo man gegen den Sydney FC mit 3:5 verlor. Aber auf den Rängen. Mehr als 80.000 Zuschauer waren gekommen um, sich das Gastspiel anzuschauen.
Dass Footballspieler gefährlich leben, muss man keinem sagen. In Miami wurde gerade mit Sean Taylor ein Profi der Washington Redskins unter noch immer nicht geklärten Umständen angeschossen - in seinem eigenen Haus - und starb später an den Folgen. In derselben Stadt, in der vor einem Jahr ein prominenter Collegespieler ermordet wurde. Aber bislang konnte davon davon ausgehen, dass die Gefahr nur außerhalb des Stadions lauerte. Seit der Geschichte mit Michael Vick scheint das nicht mehr der Fall zu sein. Jetzt attackieren sogar die Polizeihunde (via Deadspin):
Die vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit zwischen der Bundesliga und Major League Soccer hat bislang so gut wie keine Resultate gezeigt. Das soll sich jetzt ändern. Ein bis zwei Mannschaften aus Deutschland sollen in Zukunft Trainingslager in den USA beziehen. Und im All-Star-Spiel soll nach Gastauftritten von Celtic Glasgow und Chelsea ein noch nicht benannter Vertreter der Bundesliga antreten.
Dass Footballspieler gefährlich leben, muss man keinem sagen. In Miami wurde gerade mit Sean Taylor ein Profi der Washington Redskins unter noch immer nicht geklärten Umständen angeschossen - in seinem eigenen Haus - und starb später an den Folgen. In derselben Stadt, in der vor einem Jahr ein prominenter Collegespieler ermordet wurde. Aber bislang konnte davon davon ausgehen, dass die Gefahr nur außerhalb des Stadions lauerte. Seit der Geschichte mit Michael Vick scheint das nicht mehr der Fall zu sein. Jetzt attackieren sogar die Polizeihunde (via Deadspin):
Die vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit zwischen der Bundesliga und Major League Soccer hat bislang so gut wie keine Resultate gezeigt. Das soll sich jetzt ändern. Ein bis zwei Mannschaften aus Deutschland sollen in Zukunft Trainingslager in den USA beziehen. Und im All-Star-Spiel soll nach Gastauftritten von Celtic Glasgow und Chelsea ein noch nicht benannter Vertreter der Bundesliga antreten.
20. November 2007
Der Stipendiat unterwegs: Wie man sein Taschengeld nicht aufbessert
College-Footballspieler in den USA sind zwischen 19 und 23 Jahren alt und also volljährig. Das heißt nicht, dass sie wissen, wie die Welt funktioniert. Dass ihnen jemand ein Stipendium im Wert von 20.000 Dollar pro Jahr zubilligt, weil sie als Linemen oder als Cornerback ins System passen, halten sie für normal. Dass sie auf der anderen Seite neben dem eigentlichen Studium und dem Training keine Zeit habem, ihr Taschengeld aufzubessern, für schwierig. Angesichts solcher Verhältnisse kommen dann schon mal ein paar von ihnen auf die Idee, sich bei Auswärtsspielen selbst zu bedienen. Nach dem Motto: Wenn das Hotel die Radiowecker und Kissen nicht festgenagelt hat, darf man davon ausgehen, dass sie im Übernachtungspreis enthalten sind und deshalb mitgenommen werden dürfen. Ein Gag oder prank, wie man das in den USA nennt? Das muss man ausschließen, wenn die gleichen 20 Leute sich gleich in mehreren Städten und Hotels so verhalten. Die Leitung der Sportabteilung der Universität Mississippi (Ole' Miss) in Oxford hat die betroffenen Burschen trotzdem nicht gleich von der Hochschule geworfen. Das seien alles gute Jungs, die einfach falsche Entscheidungen getroffen haben, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme. Die haben dann auch für die Ware bezahlt, als die Rechnungen der Hotels eintrafen. Jetzt können sie die Sachen weiterverhökern - ohne schlechtes Gewissen.
19. Oktober 2007
Der Klingelbeutel: Jäger und Sammler
Endlich schreibt mal einer der Paparazzi in Los Angeles darüber, wie es ist, wenn man es zu seinem Beruf gemacht hat, Tag für Tag Fotos von den Beckhams zu schießen. Danach hat man Mitleid mit den Beckhams UND den Fotografen und fragt sich, wie isses nur möglich und wo wird das alles enden? (via The Big Lead)
Wie macht man Vollblüter schneller? Offensichtlich mit der einen oder anderen Dosis Kobra-Gift. Aus irgendeinem Grund fand man das in den USA allerdings kurz vor dem Breeders Cup eher unangebracht und hat dem Mann mit dem Stoff im Kühlschrank - dem Franzosen Patrick Biancone - gesagt, er brauche gar nicht erst zu kommen. Die sieben Galopprennpferde, die er trainiert und die für den Cup gemeldet wurden, werden jemand anderem in Obhut gegeben.
South Carolina? Muss man nicht hin. Kann man durchfahren. Drüber fliegen. Links liegen lassen. Es sei denn, man möchte mal wissen, wie das ist, wenn man auf der Suche nach einer einzigen Verkaufsstelle für die New York Times an gefühlten 80 Kirchen vorbei fährt. Denn davon haben sie zum Schaufeln. Bildung? Eher nicht. Stört die Praxis der Verdummteufelung der Welt. Aber dann das: Humor, der weiter geht, als was man von normalen Zeitungen gewöhnt ist. Die Ortszeitung in Columbia veräppelt Football Head Coach Steve Spurrier von der sehr verehrten College-Mannschaft der örtlichen Universität, der für Millionen von Dollar verpflichtet wurde, nachdem er in der NFL (bei den Washington Redskins) für viele Millionen von Dollar gezeigt hatte, was er alles NICHT kann (via SportbyBrooks).
Das Bild des Tages hat die New York Times, um das Ende der Ära Joe Torre bei den New York Yankees zu illustrieren. Dem hatte man vor zwei Tagen einen Ein-Jahres-Vertrag zu gekürzten Bezügen angeboten. Was der Erfolgs-Manager dankend ablehnte. Warum auch nicht? Niemand streicht Derek Jeter oder A-Rod das Gehalt.
Wie macht man Vollblüter schneller? Offensichtlich mit der einen oder anderen Dosis Kobra-Gift. Aus irgendeinem Grund fand man das in den USA allerdings kurz vor dem Breeders Cup eher unangebracht und hat dem Mann mit dem Stoff im Kühlschrank - dem Franzosen Patrick Biancone - gesagt, er brauche gar nicht erst zu kommen. Die sieben Galopprennpferde, die er trainiert und die für den Cup gemeldet wurden, werden jemand anderem in Obhut gegeben.
South Carolina? Muss man nicht hin. Kann man durchfahren. Drüber fliegen. Links liegen lassen. Es sei denn, man möchte mal wissen, wie das ist, wenn man auf der Suche nach einer einzigen Verkaufsstelle für die New York Times an gefühlten 80 Kirchen vorbei fährt. Denn davon haben sie zum Schaufeln. Bildung? Eher nicht. Stört die Praxis der Verdummteufelung der Welt. Aber dann das: Humor, der weiter geht, als was man von normalen Zeitungen gewöhnt ist. Die Ortszeitung in Columbia veräppelt Football Head Coach Steve Spurrier von der sehr verehrten College-Mannschaft der örtlichen Universität, der für Millionen von Dollar verpflichtet wurde, nachdem er in der NFL (bei den Washington Redskins) für viele Millionen von Dollar gezeigt hatte, was er alles NICHT kann (via SportbyBrooks).
Das Bild des Tages hat die New York Times, um das Ende der Ära Joe Torre bei den New York Yankees zu illustrieren. Dem hatte man vor zwei Tagen einen Ein-Jahres-Vertrag zu gekürzten Bezügen angeboten. Was der Erfolgs-Manager dankend ablehnte. Warum auch nicht? Niemand streicht Derek Jeter oder A-Rod das Gehalt.
11. Oktober 2007
Die Bush-Trommeln sagen: USC bekommt noch viele Probleme
...und dann war da noch ein gewisser Reggie Bush, der nach allem, was man inzwischen weiß, im Laufe seiner Zeit als Running Back am College Geld und Sachzuwendungen in der beachtlichen Höhe von fast 280.000 Dollar erhalten haben soll. Das kam auf das Stipendium, das ihm die Studiengebühren und die Unterbringung finanziert hat, noch obendrauf. Bush kann das heute, mehr als ein Jahr nach seinem Übertritt zu den Profis ziemlich egal sein. Er hat kein Gesetz gebrochen (was das Finanzamt dazu zu sagen hat, weil die Einnahmen eventuell nicht deklariert wurden, werden wir vielleicht noch erfahren). Sollte er die Heisman Trophy wieder abgeben müssen, weil Regeln der NCAA gebrochen wurde, wird er das verschmerzen.
Das Problem trifft die Universität. Und zwar knüppeldick und hart. Collegesport in den USA findet unter dem Dach der NCAA statt. Und die haben bestimmte Regeln aufgestellt, an die sich die beteiligten Bildungseinrichtungen zu halten haben. Geld- und Sachzuwendungen an Studenten mit Stipendium sind nicht gestattet. Die Sportabteilungen der Universitäten haben selbst darauf zu achten, dass keiner der Studenten solche Bestimmungen missachtet. Und wenn nicht, kann alles möglich den Bach runter gehen: die errungenen Meisterschaften und die Beteiligung an zukünftigen Wettbewerben. Im Prinzip passiert so etwas jeder besseren Universität im wieder. Aber es ist besonders peinlich bei einer Mannschaft wie USC, die jahrelang unschlagbar schien (inzwischen verliert man schon mal gegen solche niederklassigen Teams wie Stanford - eine Sensation) .
Das Problem trifft die Universität. Und zwar knüppeldick und hart. Collegesport in den USA findet unter dem Dach der NCAA statt. Und die haben bestimmte Regeln aufgestellt, an die sich die beteiligten Bildungseinrichtungen zu halten haben. Geld- und Sachzuwendungen an Studenten mit Stipendium sind nicht gestattet. Die Sportabteilungen der Universitäten haben selbst darauf zu achten, dass keiner der Studenten solche Bestimmungen missachtet. Und wenn nicht, kann alles möglich den Bach runter gehen: die errungenen Meisterschaften und die Beteiligung an zukünftigen Wettbewerben. Im Prinzip passiert so etwas jeder besseren Universität im wieder. Aber es ist besonders peinlich bei einer Mannschaft wie USC, die jahrelang unschlagbar schien (inzwischen verliert man schon mal gegen solche niederklassigen Teams wie Stanford - eine Sensation) .
23. September 2007
Fake Field Goal - Football von der süffisanten Art
Eigentlich gäbe es viele Gründe, eine Eloge auf Quarterback Brett Favre zu schreiben. Der Mann hat heute eine NFL-Bestleistung von Dan Marino egalisiert. Aber da die Green Bay Packers mit dem Erfolg gegen die San Diego Chargers nach drei Wochen eine Bilanz von 3:0 Siegen aufweisen, werden wir noch häufiger mit diesem Team und ihrem Ausnahme-Quarterback zu tun haben. An Gelegenheiten wird also kein Mangel bestehen. So kreativ und risikofreudig und unwiderstehlich Favre seine ganz Laufbahn über auch gespielt hat, im Vergleich zu so manchem College-Football-Match fehlt es den Profis an Überraschungsmomenten. Deshalb diese Szene vom Samstag: LSU (Louisiana State für Nichteingeweihte) gegen South Carolina (mit dem von den Washington Redskins nach einer blamablen Zeit auf die Collegeebene zurückgekehrten Coach Steve Spurrier an der Linie). Da zeigt eines der Top-Teams der Saison, wie man ein Field Goal antäuscht, die Defensive düpiert und so ziemlich leicht einen Touchdown erzielt. Erst ab 1:00 gibt's die Kameraeinstellungen, die den Spielzug in seiner Kunstfertigkeit demonstrieren. Endstand 28:16 für LSU, die schnurstracks und pfiffig auf die Meisterschaft zusteuern.
17. September 2007
Notre Dame: Weis weiß nicht weiter

Wir sollten mal über Notre Dame reden. Über den Klang des Namens im amerikanischen College-Football und das Wrack, das daraus geworden ist und wie hässlich es sich dieser Tage bei näherem Ansehen gestaltet. Drei Spiele, drei Niederlagen, kein einziger Touchdown der Offensive Line. Aber ein dicker fetter Fernsehvertrag mit NBC, der noch bis 2010 dem Team als einzigem in den USA exklusive Lizenzeinnahmen garantiert, aber immer mehr an Wert für den Sender verliert, weil die Zuschauerzahlen von seit 1993 (6,2 Millionen Haushalte waren im Schnitt eingeschaltet) auf unter 3 Millionen gefallen sind und weiter sinken werden.
Sagte jemand dick und fett? Angesichts des Sechs-Jahres-Vertrages über 2 Millionen Dollar im Jahr, den Trainer Charlie Weis bekam, als man ihn von den New England Patriots weglotste, sicher kein so falscher Eindruck. Der war in der NFL Offensive Coordinator und ersetzte in Notre Dame einen Trainer, der gefeuert wurde, weil er in seiner letzten Saison eine 6:5-Bilanz aufwies. So hoch waren mal die Ansprüche. In seinen zwei ersten Jahren kam Weis auf Saisonleistungen von 9:2 respektive 10:2. Damit löste er die anfänglichen Erwartungen ein.
Und jetzt das. Wenn ein Deutscher Papst werden kann, warum soll dann nicht eine katholische Universität in den USA beim Footballspiel ins Schleudern kommen? Nichts ist mehr so wie es war. Nicht mal der Mythos vom Touchdown Jesus zieht, der direkt hinterm Stadion an der Wand hängt (siehe Bild). Nicht der Glaube daran, dass eine Mannschaft, die mehr amerikanische Collegemeisterschaften gewonnen hat als jede andere (elf) und sieben Heisman-Trophy-Gewinner hervorgebracht hat, quasi durch Handauflegen die Gegner bezwingt. The Fighting Irish, so der Spitzname, waren sicher mal etwas Besonderes, besonders zu jener Zeit, als College-Football noch dem Profi-Football den Rang ablief und Geschichten über Spieler wie über die Four Horsemen die Runde machten:
"Outlined against a blue-gray October sky, the Four Horsemen rode again. In dramatic lore they are known as famine, pestilence, destruction and death. These are only aliases. Their real names are: Stuhldreher, Miller, Crowley and Layden. They formed the crest of the South Bend cyclone before which another fighting Army team was swept over the precipice at the Polo Grounds this afternoon as 55,000 spectators peered down upon the bewildering panorama spread out upon the green plain below."So schrieb der Sportjournalist Grantland Rice anno 1924. Epigonen von heute können diese Passage auswendig herunterbeten.
In Notre Dame, was in einer kleinen Stadt namens South Bend/Indiana direkt an der Grenze zu Michigan liegt, haben sie solche Reverenz stets genossen und poliert. So tragen die Spieler nicht nur goldene Helme, sondern bekommen sie jede Woche von fleißigen Kommilitonen frisch lackiert, damit sie im herbstlichen Sonnenlicht so grell glänzen wie nur möglich. Vor jedem Spiel geht die Mannschaft zur einer Messe in der Sacred Heart Basilika, nach der Fans Spalier auf dem Weg zum Stadion stehen, durch das die Spieler marschieren. Nun muss Weis wohl woanders hinpilgern, um himmlischen Ratschluss der Qualitätsstufe extrastark zu finden. Ein lautes plärriges Hosianna, das wusste schon Alois Hingerl, der Münchner im Himmel, reicht nicht. Und dieses Video von seinem legendären Vorgänger Knut Rockne, einem der mitreißendsten Motivatoren, den es im US-Sport je gab, das hat er sicher auch schon hundertmal angeschaut.
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17. März 2007
Collegesportler verklagen Universitäten: Es geht um 300 Millionen Dollar
Die Begeisterung rund um March Madness verwischt für ein paar Wochen lang, dass Amerikas beste Mannschaftssportler in den Colleges auf eine Weise ausgebeutet werden, die schon nicht mehr schön ist. Früher, als es noch nicht die Milliardeneinnahmen aus Fernsehgeldern und aus dem Verkauf von Logo-Produkten gab, war die Sache noch im Lot: Die jungen Athleten gaben neben und zusätzlich zum Studium ihr Bestes und bekamen dafür ein Stipendium, das ihnen die Tür zu einem Examen und einem beruflichen Werdegang öffnete, den sie andernfalls vielleicht nie erreicht hätten.
Eine Zivilklage im Namen von mehr als 20.000 aktuellen und ehemaligen Football- und Basketballspielern von den 144 sportlich ambitioniertesten Universitäten des Landes, die in der Division I der National Collegiate Athletic Association (NCAA) zusammengefasst werden, illustriert, wie sich die Gewichte verschoben haben. Der Prozess basiert auf einem Paragraphen des Sherman Act, der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Basis für das Vertragswesen im Geschäftsleben bildet. Unter anderem untersagt er willkürliche einseitige Einschränkungen. Im vorliegenden Fall geht es formaljuristisch darum, dass die Sportstipendiaten nicht alle Kosten für ihr Studium erstattet bekommen. Sie erhalten zwar kostenfrei ein Zimmer, das Essen in der Mensa und die Bücher fürs Studium und müssen die teilweise horrende Studiengebühren nicht bezahlen. Aber das sind nciht die einzigen Aufwendungen eines Studenten. Im Laufe eines Studienjahrs geben die meisten im Schnitt zwischen 2500 und 3500 Dollar fürs Wäschewaschen, Telefongebühren, Reisekosten und andere Dinge aus, die nicht ersetzt werden. Die Studenten sind jedoch in den vershcultern Unterricht und das Trainingsprogramm derart eingespannt, dass sie keine Chance haben, diese Geld auf andere Weise zu verdienen. Wer keine Eltern hat, die einspringen, kommt in Schwierigkeiten. Geld von Sportagenten, Schuhfirmen und anderen Repräsentanten des Profigeschäfts dürfen die Athleten nicht annehmen, sonst verlieren sie das Stipendium. Der Mannschaft droht die Aberkennung von sportlichen Erfolgen und Meisterschaftsstiteln. Eine Situation, wie sie derzeit rund um Running Back Reggie Bush in Los Angeles hochkocht, dessen Eltern in seiner Zeit bei USC jede Menge teure Geschenke gemacht wurden.
Daneben will die Klage die Universitäten dazu zwingen, die Krankenversicherungsleistungen und Lebensversicherungen zu verbessern und ihnen den Weg verbauen, verletzten Studenten das Stipendium zu streichen. Eine Praxis, die üblich ist und von den mächtigen Trainern gehandhabt wird, die hervorragend bezahlt werden und Halbgötter auf dem Campus sind. Gibt das Gericht den Klägern in vollem Umfang recht, dann dürften die Colleges einer Rechnung von 300 Millionen Dollar entgegensehen.
Sympathien schlägt den Athleten unter anderem von anderen Hochschullehrern entgegen, die schon lange machtlos mit ansnehen müssen, wie sich der Studentensport verselbständigt hat und die eigentlichge akademische Arbeit und Integrität der Bildungseinrichtungen immer wieder unterwandert. Wer sich für das Thema interessiert, findet im Sports Law Blog mehr. Dort schreiben mehrere Juristen. Dieser Beitrag ist von Michael McCann, der als Assistenzprofessor an der School of Law am Mississippi College in Jackson/Mississippi arbeitet. Weitere Informationen zum aktuellen Fall gab es in einem Artikel in der Pittsburgh Tribune-Review, die in ihrer Schlagzeile eine kurioses Detail der Geschichte bereit hält: Die Studenten werden von der Stahlarbeitergewerkschaft juristisch vertreten.
Eine Zivilklage im Namen von mehr als 20.000 aktuellen und ehemaligen Football- und Basketballspielern von den 144 sportlich ambitioniertesten Universitäten des Landes, die in der Division I der National Collegiate Athletic Association (NCAA) zusammengefasst werden, illustriert, wie sich die Gewichte verschoben haben. Der Prozess basiert auf einem Paragraphen des Sherman Act, der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Basis für das Vertragswesen im Geschäftsleben bildet. Unter anderem untersagt er willkürliche einseitige Einschränkungen. Im vorliegenden Fall geht es formaljuristisch darum, dass die Sportstipendiaten nicht alle Kosten für ihr Studium erstattet bekommen. Sie erhalten zwar kostenfrei ein Zimmer, das Essen in der Mensa und die Bücher fürs Studium und müssen die teilweise horrende Studiengebühren nicht bezahlen. Aber das sind nciht die einzigen Aufwendungen eines Studenten. Im Laufe eines Studienjahrs geben die meisten im Schnitt zwischen 2500 und 3500 Dollar fürs Wäschewaschen, Telefongebühren, Reisekosten und andere Dinge aus, die nicht ersetzt werden. Die Studenten sind jedoch in den vershcultern Unterricht und das Trainingsprogramm derart eingespannt, dass sie keine Chance haben, diese Geld auf andere Weise zu verdienen. Wer keine Eltern hat, die einspringen, kommt in Schwierigkeiten. Geld von Sportagenten, Schuhfirmen und anderen Repräsentanten des Profigeschäfts dürfen die Athleten nicht annehmen, sonst verlieren sie das Stipendium. Der Mannschaft droht die Aberkennung von sportlichen Erfolgen und Meisterschaftsstiteln. Eine Situation, wie sie derzeit rund um Running Back Reggie Bush in Los Angeles hochkocht, dessen Eltern in seiner Zeit bei USC jede Menge teure Geschenke gemacht wurden.
Daneben will die Klage die Universitäten dazu zwingen, die Krankenversicherungsleistungen und Lebensversicherungen zu verbessern und ihnen den Weg verbauen, verletzten Studenten das Stipendium zu streichen. Eine Praxis, die üblich ist und von den mächtigen Trainern gehandhabt wird, die hervorragend bezahlt werden und Halbgötter auf dem Campus sind. Gibt das Gericht den Klägern in vollem Umfang recht, dann dürften die Colleges einer Rechnung von 300 Millionen Dollar entgegensehen.
Sympathien schlägt den Athleten unter anderem von anderen Hochschullehrern entgegen, die schon lange machtlos mit ansnehen müssen, wie sich der Studentensport verselbständigt hat und die eigentlichge akademische Arbeit und Integrität der Bildungseinrichtungen immer wieder unterwandert. Wer sich für das Thema interessiert, findet im Sports Law Blog mehr. Dort schreiben mehrere Juristen. Dieser Beitrag ist von Michael McCann, der als Assistenzprofessor an der School of Law am Mississippi College in Jackson/Mississippi arbeitet. Weitere Informationen zum aktuellen Fall gab es in einem Artikel in der Pittsburgh Tribune-Review, die in ihrer Schlagzeile eine kurioses Detail der Geschichte bereit hält: Die Studenten werden von der Stahlarbeitergewerkschaft juristisch vertreten.
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10. Januar 2007
Emmitt liefert Resultate
Ist Emmitt Smith der neue Quoten-Kaiser im amerikanischen Fernsehen? Man stelle sich nur folgende Koinzidenz vor: Die Unterhaltungsserie Dancing With the Stars, in der er den Wettbewerb gewann, provozierte beim Finale das höchste Zuschauerinteresse in Prime Time im Laufe der Saison. Am Montag, als der ehemalige Running Back der Dallas Cowboys als Interviewgast bei der Bowl Championship zwischen Florida und Ohio State auftauchte, produzierte die Übertragung Rang zwei in der Einschaltquoten-Hitparade der laufenden Saison. Die ersten Zahlen vom Spiel zeigen zwar einen Rückgang im Vergleich zum letzten Jahr (17,4% statt 21,7%, als Texas gegen USC spielte). Aber wenn man diese Info ohne Erläuterung weitergibt, entsteht ein schiefes Bild. Erstens war das gleichzeitig das Rose-Bowl-Match, das einen besseren Sendeplatz hat. Zweitens ziehen Universitätsmannschaften aus großen Metropolen mehr Zuschauer. USC ist in Los Angeles zu Hause. Texas U in Austin. Ohio State sitzt in Columbus, Florida U in Gainesville (via USA Today).Die Leute, die die offizielle Bowl-Championship-Webseite betreiben, müssen kurz nach dem Spiel in die Ferien gegangen sein. Das Ergebnis und andere Details haben sie noch eingetragen. Das Ranking haben sie so gelassen, wie es war: Ohio State die Nummer eins. Aua (via The Big Lead).
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9. Januar 2007
Mythen in Tüten: Die Heisman Trophy
Die College-Football-Welt in den USA wirft viele Fragen auf: Das System der Bowls und die Vergabe eines Meistertitels. Die heimlichen Hilfen für junge Spieler, die als Athleten gebraucht werden, aber eigentlich nicht genug Hirn haben, um an der Universität eine normale Seminararbeit abzuliefern. Die Gehälter der Coaches. Die Millionen für den Umbau von Stadien. Waffenbesitz der Studenten. Und und und... Aber da die Saison zu Ende geht und wir uns hier in den nächsten Monaten anderen Themen widmen werden, wollen wir uns wenigstens mit einem Aspekt verabschieden, der über alle Zweifel erhaben ist: die Heisman Trophy. Mit dieser Statue wird jedes Jahr der beste Collegespieler ausgezeichnet. Müsste doch einfach sein, wenn über 800 ausgewählte Medienleute und alle noch lebenden ehemaligen Trophy-Gewinner ihre Stimmen abgeben, einen jungen Mann zu finden, der später in der National Football League seine Karriere mit Glanz und Gloria in bare Münze umsetzt. Vor politischen Wahlen befragen die Demoskopen ein paar hundert weniger Leute und kommen doch auch mit ganz guten Näherungswerten nach Hause. Hier die Liste der letzten Heisman-Gewinner:1989 Andre Ware Houston Quarterback
1990 Ty Detmer BYU Quarterback
1991 Desmond Howard Michigan Wide Receiver
1992 Gino Torretta Miami Quarterback
1993 Charlie Ward Florida State Quarterback
1994 Rashaan Salaam Colorado Running Back
1995 Eddie George Ohio State Running Back
1996 Danny Wuerffel Florida Quarterback
1997 Charles Woodson Michigan Cornerback/Wide Receiver
1998 Ricky Williams Texas Running Back
1999 Ron Dayne Wisconsin Running Back
2000 Chris Weinke Florida State Quarterback
2001 Eric Crouch Nebraska Quarterback
2002 Carson Palmer USC Quarterback
2003 Jason White Oklahoma Quarterback
2004 Matt Leinart USC Quarterback
2005 Reggie Bush USC Running Back
2006 Troy Smith Ohio State Quarterback
Was fällt auf? Ziemlich viel footballerisches Unterholz. Super-Bowl-Gewinner? Desmond Howard mit den Washington Redskins. Die Einäuigigkeit der Jury: Spieler auf anderen Positionen als Quarterback und Running Back werden so gut wie gar nicht berücksichtigt. Und trotzdem wird im nächsten Herbst die ewige neue Debatte weitergehen: Wer gewinnt die Trophy? Who really cares?
Bowl Championship im College-Football: Florida gewinnt mühelos
Das war keine Niederlage. Das war ein Fall von Dampfwalze, bei dem die Außenseiter die Favoriten mit Tempo, Druck und noch mehr Tempo platt machen konnten. Ergebnis: Florida schlägt Ohio State mit 41:14 und wird Meister im College-Football. Die gute Nachricht für Ohio State: Coach Jim Tressel bleibt ihnen erhalten. Es muss kein neuer Vertrag gezimmert werden.
Blick zurück: Eigentlich sollte Oho State gewinnen....die Fehleinschätzung des Tages
Blick zurück: Eigentlich sollte Oho State gewinnen....die Fehleinschätzung des Tages
7. Januar 2007
College-Football: Zahltag für Tressel
Mehr Football heute abend mit dem Finale der Studentenmeisterschaft, bei dem eigentlich nur Prestige und Prahlrechte auf dem Spiel stehen. Aber der Blog The Sports Economist hat noch einen anderen Aspekt aufgespürt: Sollte Ohio State die Bowl Championship gegen Florida gewinnen, wird der Vertrag von Trainer Jim Tressel ungültig. Wie das? Tressel hatte diese Provision für den Erfolgsfall ausgehandelt, damit er dann entweder mehr Geld von seinem gegenwärtigen Arbeitgeber einfordern oder sich elegant zu neuen Ufern aufmachen kann. Die Konstellation könnte nicht besser für ihn sein: Alabama hat mit dem Anheuern von Nick Saban, der die Miami Dolphins sitzen liess, die Preisspirale nach oben gedreht. Dass ein wirklich erfolgreicher Coach wie Tressel mindestens ebenso viel Geld verdienen will wie der Schwätzer Saban, wird ihm niemand als Gier auslegen. Für Ohio State mögen 4 Millionen Dollar im Jahr allerdings den Rahmen sprengen. Dort pflegt man aus Tradition noch andere Sportarten, die ebenfalls Geld kosten. Was macht Tressel? Wie wär's mit einem Sprung in die die NFL? Zur Zeit stehen dort ein paar attraktive Positionen zur Disposition.
First things first: Eigentlich sollte Ohio State das Ding gegen Florida ohne viel Aufwand gewinnen und nicht so schummelig wie vor vier Jahren das Ding gegen Miami im Fiesta Bowl, als der umstrittene Sieg den Ausschlag für den Gewinn des Titels gab. Dann wird gefeiert und kurz darauf auch schon gefeilscht. Die Delegation aus der Politik des Staates Ohio im Stadio in Glendale ist riesig. Es wurden zwei Flugzeuge gechartert, um das Gefolge nach Arizona zu bringen. Eine normale Eintrittskarte in der Kategorie um 180 Dollar kann man nach Angaben des Cleveland Plain Dealer auf dem Schwarzmarkt für das zehnfache losschlagen.
First things first: Eigentlich sollte Ohio State das Ding gegen Florida ohne viel Aufwand gewinnen und nicht so schummelig wie vor vier Jahren das Ding gegen Miami im Fiesta Bowl, als der umstrittene Sieg den Ausschlag für den Gewinn des Titels gab. Dann wird gefeiert und kurz darauf auch schon gefeilscht. Die Delegation aus der Politik des Staates Ohio im Stadio in Glendale ist riesig. Es wurden zwei Flugzeuge gechartert, um das Gefolge nach Arizona zu bringen. Eine normale Eintrittskarte in der Kategorie um 180 Dollar kann man nach Angaben des Cleveland Plain Dealer auf dem Schwarzmarkt für das zehnfache losschlagen.
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