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19. März 2009
Madness und Anwälte: Die NCAA fährt einen harten Kurs
Das kommt dabei heraus, wenn eine Institution, die dem Allgemeinwohl verpflichtet ist, sich geistig zu einer Cash-Maschine entwickelt. Nein, wir reden diesmal nicht vom IOC und nicht vom Württembergischen Fußballverband, sondern von der NCAA und jenem Theater, das heute offiziell beginnt und ein paar Wochen lang die meisten Sportfans in den USA in Bann schlagen wird. Die National Collegiate Athletic Association ist derart angetan von der Begeisterung, dass sie jetzt die Anwälte losschickt, um jene Leute zu Schadensersatzzahlungen heranzuziehen, die einfach warenzeichenrechtlich geschützten Begriffe wie "March Madness," "Elite Eight" oder "Final Four" benutzen. Angeblich bringt die schwierige wirtschaftliche Lage immer mehr Leute auf die Idee, sich per Huckepack-Marketing an der Euphorie zu beteiligen.
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14. März 2008
Der Klingelbeutel: Gebrauchte Urinale teuer abzugeben
MITTEN IN INDIANA, also mitten in den USA, haben die Menschen das ziemlich auspeprägte Gefühl, den wahren Geist des Landes zu repräsentieren. Wir in New York nennen das auch gerne Fly-Over Country, weil wir auf solche Dinge wie dies nur von oben herabschauen: Die Indianapolis Colts versteigern die Urinale aus der Umkleidekabine der Spieler im RCA Dome.
Die Porzellangefäße sind überflüssig geworden, weil die Mannschaft ein nagelneues Stadion bezieht und die alten Dinger nicht mitnehmen will.
NEULICH HABEN wir Martin Kaymer von dieser Stelle aus den Tipp gegeben, eine Scorekarte gut aufzuheben - als Souvenir und zur Erinnerung an eine formidable Runde. Diese hier sollte er allerdings gleich in Orlando lassen oder verbrennen. Hatte der 23-jährige nach der ersten Runde durchaus noch eine realistische Chance, den Cut zu schaffen, kegelte er sich heute in der zweiten Runde mit zwei frühen Doppel-Bogeys aus dem Feld der Geldverdiener heraus. Alex Cejka ist mit einem 17. Platz in der Zwischenwertung auf einem guten Weg. Kaymer hat nächste Woche in Miami eine neue Chance. Es ist, weil unter dem Banner der World Golf Championship ein auserlesenes Teilnehmerfeld. Der Platz - Doral - sollte ihm jedoch liegen.
IN DER HEIMAT von Kige Ramsey hat man die Nase voll von anonymen Bloggern und Kommentaristas. Und so hat jemand einen Gesetzesentwurf eingebracht, um dem Internet endlich Manieren beizubringen. Nicht anzunehmen, dass es durchkommt. Und wenn, betrifft es nur die Hinterwäldler in diesem Landstrich. Kige ist nicht betroffen. Er nennt ja jedes Mal brav seinen Namen, wenn er sich von seinen Videozuschauern verabschiedet. Der Blogger, bei dem der Hinweis auf dieses Thema heute auftauchte, hat übrigens nach mehreren Jahren seine Anonymität frewillig aufgegeben. Das könnte ein Trend werden, denn im Februar hatte bereits Fire Joe Morgan die Maske fallen lassen. Eine der Mitstreiter schreibt übrigens für die Sitccom The Office.
NIEMAND WEISS WIRKLICH, wieviel die amerikanische Wirtschaft an Sozialprodukt einbüßt, wenn Millionen die Live-Übertragungen vom College-Basketball anschauen und wegen March Madness ihre Arbeit ignorieren. Aber die Zahlen sind wilde Schätzungen und provozieren zurecht jemanden wie King Kaufman bei salon.com zu einem Beschwerde-Post.
Die Porzellangefäße sind überflüssig geworden, weil die Mannschaft ein nagelneues Stadion bezieht und die alten Dinger nicht mitnehmen will.
NEULICH HABEN wir Martin Kaymer von dieser Stelle aus den Tipp gegeben, eine Scorekarte gut aufzuheben - als Souvenir und zur Erinnerung an eine formidable Runde. Diese hier sollte er allerdings gleich in Orlando lassen oder verbrennen. Hatte der 23-jährige nach der ersten Runde durchaus noch eine realistische Chance, den Cut zu schaffen, kegelte er sich heute in der zweiten Runde mit zwei frühen Doppel-Bogeys aus dem Feld der Geldverdiener heraus. Alex Cejka ist mit einem 17. Platz in der Zwischenwertung auf einem guten Weg. Kaymer hat nächste Woche in Miami eine neue Chance. Es ist, weil unter dem Banner der World Golf Championship ein auserlesenes Teilnehmerfeld. Der Platz - Doral - sollte ihm jedoch liegen.
IN DER HEIMAT von Kige Ramsey hat man die Nase voll von anonymen Bloggern und Kommentaristas. Und so hat jemand einen Gesetzesentwurf eingebracht, um dem Internet endlich Manieren beizubringen. Nicht anzunehmen, dass es durchkommt. Und wenn, betrifft es nur die Hinterwäldler in diesem Landstrich. Kige ist nicht betroffen. Er nennt ja jedes Mal brav seinen Namen, wenn er sich von seinen Videozuschauern verabschiedet. Der Blogger, bei dem der Hinweis auf dieses Thema heute auftauchte, hat übrigens nach mehreren Jahren seine Anonymität frewillig aufgegeben. Das könnte ein Trend werden, denn im Februar hatte bereits Fire Joe Morgan die Maske fallen lassen. Eine der Mitstreiter schreibt übrigens für die Sitccom The Office.
NIEMAND WEISS WIRKLICH, wieviel die amerikanische Wirtschaft an Sozialprodukt einbüßt, wenn Millionen die Live-Übertragungen vom College-Basketball anschauen und wegen March Madness ihre Arbeit ignorieren. Aber die Zahlen sind wilde Schätzungen und provozieren zurecht jemanden wie King Kaufman bei salon.com zu einem Beschwerde-Post.
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10. März 2008
March Madness für Fortgeschrittene: Wie wär's mit einem kleinen Eingriff?
Der Blog, auf dem es die Illustration gibt, hat übrigens noch eine ganz andere Idee, wie man die Zeit überbrücken kann: mit Musik, die irgendwie zum Thema passt: Dies ist die Liste der "zehn Songs für deine Vasektomie". Auf Platz eins steht Love Removal Machine von The Cult.
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26. März 2007
March Madness: Nur einer kam nicht durch
Wir hatten bislang ein March-Madness-Turnier ohne wirkliche Überraschungen. Es gab zwar Außenseiter und Aschenputtel-Teams, die im Laufe eines Spiels beachtliche Vorsprünge herausspielen konnte. Aber am Ende waren die Favoriten cool und gut genug, um sich jedes Mal an den eigenen Schnürsenkeln aus der sumpfigen Gemengelage herauszuziehen. Die einzige Topmannschaft, die auf unerklärliche Weise verlor, war North Carolina am Sonntag. Den Tar Heels ging zum denkbar falschesten Zeitpunkt das Zielwasser aus. Am Ende der Verlängerungen gegen Georgetown sahen sie wirklich so aus, als gehören sie nicht in die Final Four. Egal, was die T-Shirts sagen, die eilige Produzenten vor dem Wochenende bedrucken ließen (siehe Foto, via deadspin). Nun haben wir also zwei Prominentenkinder am kommenden Samstag in Atlanta im Visier - Floridas Joakim Noah, über den ich in der vergangenen Woche eine ausführliche Geschichte in der Printausgabe der FAZ hatte, und Georgetowns Patrick Ewing jr. Nachdem Noah bereits im letzten Jahr die Tabloidinstinkte von all jenen Medienleuten bediente, die lieber über das Drumherum schreiben als über die temporeichen und risikofreudigen Spiele selbst, und zum MVP der Final Four ausgerufen wurde, wird vermutlich diesmal der Scheinwerfer auf Ewing gerichtet werden. Das werden wir sicherlich auch tun. Denn Vater Patrick war selbst eine College-Basketball-Legende, später Mitglied des Dream Team in Barcelona und jemand, dem die größte sportliche Auszeichnung einer NBA-Karriere versagt blieb. Ihm gelang es mit den New York Knicks nicht, den Titel zu gewinnen.
22. März 2007
Bei Mayo droht Ketchup von oben
Wer am Rande des March-Madness-Turniers (über das man bei allesaussersport aktuell hervorragend informiert wird) noch ein paar Schmankerl aus der College-Szene erfahren will, sollte an dieser Geschichte dran bleiben: O. J. Mayo, das vielgepriesene Basketballtalent, das soeben seine High-School-Karriere beendete, und sein guter Freund, der den Kontakt zu Tim Floyd und USC in Los Angeles strickte, könnten gemeinsam noch in einen tiefen Topf Tinte geraten. Das liegt daran, dass die Amateurregeln der National Collegiate Athletic Association (NCAA) zwar uralt und kurios sind, aber immer noch gelten und in prominenten Fällen auch strikt angewandt werden.
Mayo kann das egal sein, denn der will - aus Altersgründen - nur ein Jahr lang irgendwo günstig unterkommen, an seinem technischen Können arbeiten und sich dann bei der NBA zum Dienst melden. Seinem Kumpel, dessen schattiges Treiben schon bei zwei anderen jungen Basketballern zu Sperren führte, könnte das allerdings das Geschäft verderben. Sein Ziel ist schließlich, junge Basketballer einem Agenten seiner Wahl zuzutreiben. Doch bei dem kann der gute O. J. erst unterschreiben, wenn er sich offiziell zum Profi erklärt (womit dann die Collegelaufbahn zu Ende wäre).
Je mehr man hier und hier über die Angelegenheit liest, desto mehr beschleicht einen das Gefühl, dass USC-Trainer Tim Floyd vielleicht aus taktischen Gründen der New York Times erzählt hat, auf welche Weise ihm Mayo zugelaufen ist. Dann kommen hinterher keine Verdächtigungen auf. Vielleicht will er sich auf diese Weise auch von einer moralischen Last befreien. Denn sein Kollege von der USC-Football-Abteilung hat gerade genau solche Sorgen wegen eines ehemaligen Studenten, der sich parallel zum Stipendium noch an andere Futtertrögen bediente und die Einnahmen über seine Eltern laufen ließ. Sollte die NCAA diese Verstöße als erwiesen ansehen, muss USC mit dem Verlust des Meistertitels von 2004 rechnen. Der Spieler, um den es geht, spielt längst in der NFL und muss sich keine Sorgen machen (was wird es ihn schon kümmern, dass ihm nachträglich die Heisman Trophy aberkannt würde). Er heißt Reggie Bush und hat in dieser Saison gezeigt, das er sein Geld wert ist.
Mayo kann das egal sein, denn der will - aus Altersgründen - nur ein Jahr lang irgendwo günstig unterkommen, an seinem technischen Können arbeiten und sich dann bei der NBA zum Dienst melden. Seinem Kumpel, dessen schattiges Treiben schon bei zwei anderen jungen Basketballern zu Sperren führte, könnte das allerdings das Geschäft verderben. Sein Ziel ist schließlich, junge Basketballer einem Agenten seiner Wahl zuzutreiben. Doch bei dem kann der gute O. J. erst unterschreiben, wenn er sich offiziell zum Profi erklärt (womit dann die Collegelaufbahn zu Ende wäre).
Je mehr man hier und hier über die Angelegenheit liest, desto mehr beschleicht einen das Gefühl, dass USC-Trainer Tim Floyd vielleicht aus taktischen Gründen der New York Times erzählt hat, auf welche Weise ihm Mayo zugelaufen ist. Dann kommen hinterher keine Verdächtigungen auf. Vielleicht will er sich auf diese Weise auch von einer moralischen Last befreien. Denn sein Kollege von der USC-Football-Abteilung hat gerade genau solche Sorgen wegen eines ehemaligen Studenten, der sich parallel zum Stipendium noch an andere Futtertrögen bediente und die Einnahmen über seine Eltern laufen ließ. Sollte die NCAA diese Verstöße als erwiesen ansehen, muss USC mit dem Verlust des Meistertitels von 2004 rechnen. Der Spieler, um den es geht, spielt längst in der NFL und muss sich keine Sorgen machen (was wird es ihn schon kümmern, dass ihm nachträglich die Heisman Trophy aberkannt würde). Er heißt Reggie Bush und hat in dieser Saison gezeigt, das er sein Geld wert ist.
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17. März 2007
Collegesportler verklagen Universitäten: Es geht um 300 Millionen Dollar
Die Begeisterung rund um March Madness verwischt für ein paar Wochen lang, dass Amerikas beste Mannschaftssportler in den Colleges auf eine Weise ausgebeutet werden, die schon nicht mehr schön ist. Früher, als es noch nicht die Milliardeneinnahmen aus Fernsehgeldern und aus dem Verkauf von Logo-Produkten gab, war die Sache noch im Lot: Die jungen Athleten gaben neben und zusätzlich zum Studium ihr Bestes und bekamen dafür ein Stipendium, das ihnen die Tür zu einem Examen und einem beruflichen Werdegang öffnete, den sie andernfalls vielleicht nie erreicht hätten.
Eine Zivilklage im Namen von mehr als 20.000 aktuellen und ehemaligen Football- und Basketballspielern von den 144 sportlich ambitioniertesten Universitäten des Landes, die in der Division I der National Collegiate Athletic Association (NCAA) zusammengefasst werden, illustriert, wie sich die Gewichte verschoben haben. Der Prozess basiert auf einem Paragraphen des Sherman Act, der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Basis für das Vertragswesen im Geschäftsleben bildet. Unter anderem untersagt er willkürliche einseitige Einschränkungen. Im vorliegenden Fall geht es formaljuristisch darum, dass die Sportstipendiaten nicht alle Kosten für ihr Studium erstattet bekommen. Sie erhalten zwar kostenfrei ein Zimmer, das Essen in der Mensa und die Bücher fürs Studium und müssen die teilweise horrende Studiengebühren nicht bezahlen. Aber das sind nciht die einzigen Aufwendungen eines Studenten. Im Laufe eines Studienjahrs geben die meisten im Schnitt zwischen 2500 und 3500 Dollar fürs Wäschewaschen, Telefongebühren, Reisekosten und andere Dinge aus, die nicht ersetzt werden. Die Studenten sind jedoch in den vershcultern Unterricht und das Trainingsprogramm derart eingespannt, dass sie keine Chance haben, diese Geld auf andere Weise zu verdienen. Wer keine Eltern hat, die einspringen, kommt in Schwierigkeiten. Geld von Sportagenten, Schuhfirmen und anderen Repräsentanten des Profigeschäfts dürfen die Athleten nicht annehmen, sonst verlieren sie das Stipendium. Der Mannschaft droht die Aberkennung von sportlichen Erfolgen und Meisterschaftsstiteln. Eine Situation, wie sie derzeit rund um Running Back Reggie Bush in Los Angeles hochkocht, dessen Eltern in seiner Zeit bei USC jede Menge teure Geschenke gemacht wurden.
Daneben will die Klage die Universitäten dazu zwingen, die Krankenversicherungsleistungen und Lebensversicherungen zu verbessern und ihnen den Weg verbauen, verletzten Studenten das Stipendium zu streichen. Eine Praxis, die üblich ist und von den mächtigen Trainern gehandhabt wird, die hervorragend bezahlt werden und Halbgötter auf dem Campus sind. Gibt das Gericht den Klägern in vollem Umfang recht, dann dürften die Colleges einer Rechnung von 300 Millionen Dollar entgegensehen.
Sympathien schlägt den Athleten unter anderem von anderen Hochschullehrern entgegen, die schon lange machtlos mit ansnehen müssen, wie sich der Studentensport verselbständigt hat und die eigentlichge akademische Arbeit und Integrität der Bildungseinrichtungen immer wieder unterwandert. Wer sich für das Thema interessiert, findet im Sports Law Blog mehr. Dort schreiben mehrere Juristen. Dieser Beitrag ist von Michael McCann, der als Assistenzprofessor an der School of Law am Mississippi College in Jackson/Mississippi arbeitet. Weitere Informationen zum aktuellen Fall gab es in einem Artikel in der Pittsburgh Tribune-Review, die in ihrer Schlagzeile eine kurioses Detail der Geschichte bereit hält: Die Studenten werden von der Stahlarbeitergewerkschaft juristisch vertreten.
Eine Zivilklage im Namen von mehr als 20.000 aktuellen und ehemaligen Football- und Basketballspielern von den 144 sportlich ambitioniertesten Universitäten des Landes, die in der Division I der National Collegiate Athletic Association (NCAA) zusammengefasst werden, illustriert, wie sich die Gewichte verschoben haben. Der Prozess basiert auf einem Paragraphen des Sherman Act, der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Basis für das Vertragswesen im Geschäftsleben bildet. Unter anderem untersagt er willkürliche einseitige Einschränkungen. Im vorliegenden Fall geht es formaljuristisch darum, dass die Sportstipendiaten nicht alle Kosten für ihr Studium erstattet bekommen. Sie erhalten zwar kostenfrei ein Zimmer, das Essen in der Mensa und die Bücher fürs Studium und müssen die teilweise horrende Studiengebühren nicht bezahlen. Aber das sind nciht die einzigen Aufwendungen eines Studenten. Im Laufe eines Studienjahrs geben die meisten im Schnitt zwischen 2500 und 3500 Dollar fürs Wäschewaschen, Telefongebühren, Reisekosten und andere Dinge aus, die nicht ersetzt werden. Die Studenten sind jedoch in den vershcultern Unterricht und das Trainingsprogramm derart eingespannt, dass sie keine Chance haben, diese Geld auf andere Weise zu verdienen. Wer keine Eltern hat, die einspringen, kommt in Schwierigkeiten. Geld von Sportagenten, Schuhfirmen und anderen Repräsentanten des Profigeschäfts dürfen die Athleten nicht annehmen, sonst verlieren sie das Stipendium. Der Mannschaft droht die Aberkennung von sportlichen Erfolgen und Meisterschaftsstiteln. Eine Situation, wie sie derzeit rund um Running Back Reggie Bush in Los Angeles hochkocht, dessen Eltern in seiner Zeit bei USC jede Menge teure Geschenke gemacht wurden.
Daneben will die Klage die Universitäten dazu zwingen, die Krankenversicherungsleistungen und Lebensversicherungen zu verbessern und ihnen den Weg verbauen, verletzten Studenten das Stipendium zu streichen. Eine Praxis, die üblich ist und von den mächtigen Trainern gehandhabt wird, die hervorragend bezahlt werden und Halbgötter auf dem Campus sind. Gibt das Gericht den Klägern in vollem Umfang recht, dann dürften die Colleges einer Rechnung von 300 Millionen Dollar entgegensehen.
Sympathien schlägt den Athleten unter anderem von anderen Hochschullehrern entgegen, die schon lange machtlos mit ansnehen müssen, wie sich der Studentensport verselbständigt hat und die eigentlichge akademische Arbeit und Integrität der Bildungseinrichtungen immer wieder unterwandert. Wer sich für das Thema interessiert, findet im Sports Law Blog mehr. Dort schreiben mehrere Juristen. Dieser Beitrag ist von Michael McCann, der als Assistenzprofessor an der School of Law am Mississippi College in Jackson/Mississippi arbeitet. Weitere Informationen zum aktuellen Fall gab es in einem Artikel in der Pittsburgh Tribune-Review, die in ihrer Schlagzeile eine kurioses Detail der Geschichte bereit hält: Die Studenten werden von der Stahlarbeitergewerkschaft juristisch vertreten.
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16. März 2007
Coach K und Duke: Dicker Kratzer im Lack
An Tagen wie diesen sehen Coach K und seine Recken ziemlich alt aus. Nicht so alt wie die Vorgänger von Duke University auf diesem Bild aus dem Jahr 1906, die bereits das kurz vorher erfundene Basketballspiel praktizierten. Aber alt genug, um die Frage zu stellen: Wann sollte ein Trainer übers Aufhören nachdenken? Vor einer Woche hatte er schon ziemlich dumm gewirkt, als er die rüpelhafte Attacke eines seiner Spieler im Prestigeduell gegen die Nachbaruniversität North Carolina herunterspielte (und gleich noch eine Unsportlichkeit seines einstigen Starspielers Christian Laettner aus den neunziger Jahren gleich mit). Aber da konnte man dem Trainer zubilligen, dass er sein Team vor weiteren Kontroversen schützen wollte, damit sie im Turnier der besten 64 Basketballmannschaften des Landes so unbeeindruckt wie möglich auf den Platz gehen. Aber nach einer ziemlich verkorksten Saison hatte das NCAA-Komitee Duke nur auf Platz 6 in ihrem Viertel der Setzliste platziert und mit dem Team von Virginia Commonwealth (gesetzt auf 11) einen kräftigen Widersacher in den Weg gestellt. Das Spiel hätten die Blue Devils aus Durham nie verlieren brauchen, denn auch noch Minuten vor Schluss lagen sie stabil in Führung. Aber gegen Ende war davon nichts mehr übrig. Die Außenseiter gewannen mit 79:77 und treffen als nächstes gegen die Nummer 3 Pittsburgh. Für Mike Krzyzewski, der im Sommer mit der amerikanischen Nationalmannschaft bereits ebne Pleite bei der WM erlebt hatte, bedeutet das frühe Aus einen dicken Kratzer im Lack. Schließlich war niemand im Studentenbasketball in den letzten 15 Jahren so erfolgreich wie er.
11. März 2007
March Madness beginnt: Die Setzlisten sind fertig
Alles geregelt. Jetzt geht's los. Titelverteidiger Florida, Ohio State, Kansas und North Carolina wurden als Nummer eins in den vier regionalen Setzlisten der amerikanischen Meisterschaft im Studentenbasketball platziert und werden dadurch frühestens im Halbfinale aufeinander treffen. Alle vier gewannen am Wochenende ihre Conferencetitelkämpfe und gehen als Favoriten in das Turnier, das am Dienstag mit dem Wurmfortsatz-Match 64. gegen 65. zwischen Florida A&M und Niagara beginnt. Ab Donnerstag geht es richtig los. Wobei die Setzliste über den Fortgang der Ereignisse entscheidet. Der erste gegen den 16. und so weiter. Florida etwa spielt gegen den 16. der Region - Jackson State - in New Orleans mit allen fünf Startern, die im letzten Jahr Erfolg hatten. Die Gruppe läuft unter dem missverständlichen Regionaletikett "Midwest". Vielleicht heißt das Ganze auch deshalb March Madness, weil man die Besonderheiten und Absurditäten des Turniers nicht versteht. Ausführliche Betrachtungen zum Turnier findet man bei allesaussersport.
Blick zurück: Das Noah-Sohndrom
Blick zurück: Das Noah-Sohndrom
10. März 2007
March Madness um eine Stunde verkürzt
Foto: flickr/creativecommons/chasingfunHeute nacht wird die Uhr in den USA auf Sommerzeit vorgestellt. Eine Stunde weniger Schlaf. Und eine Stunde weniger für das Phänomen, das seit ewigen Zeiten unter dem griffigen Spitznamen March Madness läuft. Richtig verrückt daran ist gar nichts, wenn 65 Collegemannschaften über drei Wochenenden verteilt ein bestens organisiertes Turnier austragen, bei dem es um die amerikanische Universitätsmeisterschaft im Basketball geht. Aber das bisschen Neben-der Kappe-Getue daran genügt bereits. Und so kommt die NCAA-Meisterschaft mit diesem unausrottbaren Kunstwort daher. Sicher: Diese Titelkämpfe sind anders als alle anderen im Ligasport in den USA. Es machen mehr Teilnehmer mit. Die Teams und ihre Anhänger sind übers ganze Land verstreut. Es gibt keine Best-of-Seven-Serien, sondern ein eiskaltes KO-System. In den Rängen sitzen Studentenorchester und betuten sich gegenseitig in einem eigenen inoffiziellen Blechblaswettbewerb. Und am Ende begeht der Sieger einen Akt der Sachbeschädigung und schneidet in einem uralten Ritual die Schnüre vom Basketballkorb ab. So ist das nun mal im STUDENTEN-Basketball.
Es macht wenig Sinn, sich die brackets - sprich den Setzplan - vorab auch nur spekulativ anzuschauen. Obwohl die beteiligten Fernsehsender und ihre weisen Propheten seit Wochen nichts anderes tun. Denn das Programm füllt sich nur zu einem Teil qua Qualifikation. Wobei hierbei nicht zählt, was eine Mannschaft im Laufe der voraufgegangenen Saison mit ihren 20 bis 25 Spielen geleistet hat, sondern der Sieg in der Conference Tournaments (ebenfalls KO-System), die in diesem Moment überall in den Vereinigten Staaten ihre entscheidende Phase erreichen.
Damit aber alles etwas gerechter zugeht, gibt es eine anonymes Komitee, das am Sonntagabend die restlichen Teilnehmer des Meisterschaftsturniers nominiert und dabei die unterschiedlichsten Kriterien abwägt. Diese burschen bestimmen darüberhinaus, wer von den Auserwählten in welches der vier Regional-Brackets gesetzt wird. Dieser Prozess ist sicher der verrückteste Aspekt an March Madness. Denn er ist durch nichts zu beeinflussen und durch nichts zu begreifen. Natürlich reicht es, sich erst bei den Final Four wieder einzuklinken, wenn die vier verbleibenden Mannschaft in zwei Halbfinal- und dem Finalspiel den Meister ermitteln. Denn das halten auch die meisten Amerikaner so, weshalb die Final Four ein hochrespektables Fernsehereignis sind. Aber wer trotzdem gerne schon vorher sein Herz an eine Mannschaft hängen will, darf es ruhig probieren. Warnung: Das Turnierformat macht die Sache ziemlich unvorhersehbar. Das beste an der Veranstaltung: Weil Boris Beckers Kinder noch kein College besuchen, muss man nicht damit rechnen, dass er bei einem Spiel auftaucht und irgendjemanden interviewt.
Obwohl es ihm bestimmt in den Fingern juckt. Denn einer der Spieler ist Joakim Noah, der Sohn von Yannick Noah, nach dem Beckers Ältester benannt ist. Joakim spielt für die University of Florida, die im letzten Jahr Meister wurde, woraufhin mal wieder eine dieser merkwürdigen Pawlowschen Gossip-Momente im deutschen Sportjournalismus ausbrach: Geschichten zu Hauf über einen Basketballer, den bis dahin keiner kannte, der in einem Turnier gewonnen hatte, das keinen interessiert. Der bei seiner Mutter (einer Schwedin) in New York aufgewachsen ist, von der noch nie jemand gehört hat. Und der ziemlich roh und unfertig eine Sportart praktiziert, die mit der seines Vaters nicht mal entfernt verwandt ist.
Aber das genügte:
Joakim, übrigens Amerikaner und kein Franzose, habe "augenscheinlich Agilität, Schnelligkeit und Charisma von seinem Vaters geerbt" (schrieb die Welt).
"Die erstaunliche Entwicklung hat ihren Ursprung in Kamerun. Im vergangenen Sommer nutzte Joakim die Semesterferien, um in die Heimat seiner Vorfahren zu reisen" (schrieb SpOn).
"Joakim eifert Vater Yannick nach" (schrieb Eurosport).
"An sportlicher Begabung hat der letzte Spross der Familiendynastie einiges mitbekommen" (schrieb die NZZ, die in ihrer Geschichte auf den Opa hinwies, den ehemaligen Fußballprofi Zacharie Noah aus Kamerun).
In diesem Jahr spielt Florida nicht halb so stark wie vor zwölf Monaten. Und der junge Noah, der im letzten Juni bei der NBA-Draft sicher als einer der Top Ten genommen worden wäre, sieht auch nicht aus, als ob er sehr viel dazu gelernt habe. Theoretisch dauert sein Studium noch ein weiteres Jahr. Es sei denn, er verzichtet auf den Abschluss und wird Profi.
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