7. April 2007
Neue Studie: Geschütztes Material spielt auf YouTube nicht die Rolle, wie behauptet
Es war keine perfekte Studie, aber eine, die zumindest erklären könnte, weshalb Google ziemlich cool auf die Milliarden-Klage von Viacom reagiert hat. Vidmeter hat ermittelt, dass die Clips bei YouTube mit Aufnahmen von alten und neuen Fernsehsendungen ein geringer Anteil der gesamten Aktivitität repräsentieren. Ihr Anteil liegt bei unter zehn Prozent aller gespeicherten Videos. Und bei den angeklickten Videos liegt ihre Quote sogar nur bei sechs Prozent. Mit anderen Worten: Die alte Behauptung, dass YouTube vor allem bewegte Bilder von Amateuren für Amateure sind - die sogenannte Community - ist damit mehr als bestätigt. Damit kann man bei der Mutterfirma Google auf jeden Fall folgendes Argument locker aus dem Feld schlagen: copyrightgeschützes Material sei die eigentliche Attraktion und das Lockmittel schlechthin für das Internetpublikum. Die New York Times (man muss sich kostenlos einloggen), die sich heute zu dieser Studie geäußert hat, weist darauf hin, dass die Daten im Detail nicht völlig abgesichert sind. Aber dass der Trend am Ende in die Gegenrichtung deuten wird, glaubt niemand. Auf die anhängige juristische Auseinandersetzung wird das einen gewissen Einfluss haben. Unter anderem auch, um das Ausmaß des behaupteten Schadens zu ermitteln. Auf der anderen Seite hat die Studie festgestellt, dass Viacom die am stärksten ausgeschöpfte Quelle bei den geschützten Videos war. Die Firma hat tatsächlich hinreichend Grund, sich zu wehren.
Auf total verlorenem Posten
Man fragt sich, weshalb gehen zwei so unterschiedlich starke Mannschaften aufs Eis und spielen ernsthaft um Punkte gegeneinander? Kanadas Frauen-Eishockey-Nationalmannschaft war gegen Deutschland so überlegen, dass die Statistiker bei der WM in Winnipeg kaum noch nachkamen. 70 mal ballerten sie den Puck Richtung deutsches Tor. Die Gäste kamen nur fünfmal zum Schuss. Endergebnis: 8:0 für die Gastgeber, die beim Kampf um den Titel jetzt auf Finnland und die USA treffen.
6. April 2007
Masters: Die sechs, die haben, was man braucht, um zu gewinnen
Der Freitag beim Masters hat die Spieler, denen man einen Sieg zutrauen kann, weiter reduziert. Der Zwischenstand allein verrät noch nicht die ganze Geschichte. Die Art und Weise, wie sich Leute wie Geoff Ogilvy, Paul Casey, Tiger Woods und Phil Mickelson abgemüht haben und trotzdem nicht Kiel über gegangen sind, schon eher. Woods: So viele Fehler, der Ball zweimal im Wasser - und trotzdem kein Doppel-Bogey. "Ich habe eine 90 in eine 74 verwandelt", sagte er hinterher. Mickelson: zwischen den Bäumen an der 11. Bahn, schießt sich mit dem zweiten Schlag noch tiefer ins Dickicht - und produziert trotzdem nur einen Bogey. Ogilvey und Casey auf der anderen Seite zeigten, dass man auf dem schweren Platz Runden unter Par schaffen kann und sich auf diese Weise von den schlechteren Plätzen des Leaderboards nach vorne hangelt. Und dann ist da noch Vijay Singh, der Stetigste von allen. Einer von diesen fünfen sollte das Turnier gewinnen. Mit dem Südafrikaner Tim Clark als Außenseiter, der einen Vorsprung mitbringt und im Interview zu erkennen gab, dass er sich sklavisch an den einzigen Plan halten will, mit dem man hier Erfolg haben kann: keine Experimente, keine hero shots, sondern golferisches Graubrot. Clark war vor einem Jahr Zweiter und hatte damals durchaus Chancen auf den Sieg.
Die Positionen der Arena-Favoriten nach zwei Runden und die Zahl ihrer Schläge:
1. Tim Clark 71 71 -2 142
Audio
4. Vijay Singh 73 71 E 144
8. Geoff Ogilvy 75 70 +1 145
15. Paul Casey 79 68 +3 147
15. Tiger Woods 73 74 +3 147
27. Phil Mickelson 76 73 +5 149
Audio
Die Positionen der Arena-Favoriten nach zwei Runden und die Zahl ihrer Schläge:
1. Tim Clark 71 71 -2 142
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4. Vijay Singh 73 71 E 144
8. Geoff Ogilvy 75 70 +1 145
15. Paul Casey 79 68 +3 147
15. Tiger Woods 73 74 +3 147
27. Phil Mickelson 76 73 +5 149
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Bruce Springsteen - "Because the Night"
Bruce Springsteen ist einer der produktivsten, intelligentesten und verbindlichsten Rockmusiker Amerikas. Seine Live-Auftritte sind vitale Veranstaltungen von oft drei Stunden Musik quer durch sein Repertoire, das durch eine Reihe von kreativen Phasen gegangen ist. Der Ur-Springsteen war eher leise und liedermacherig. Der Springsteen der E Street Band war ein athletischer Macho-Meister mit Dampf und roher, fast zu ungehobelter Energie. In den Arrangements auf den Alben jener Zeit schwebte immer ein Hauch von "ist noch nicht fertig" mit. Andere haben einen Teil seiner Songs aufgenommen und gezeigt, dass in denen noch andere Facetten stecken. Operettenhafte Züge wie bei den Versionen von Manfred Mann. Frigide Lebensangst wie bei Patti Smith. Der Springsteen von Nebraska und danach ist nicht mehr kopierbar, allenfalls parodierbar. Irgendwie zu rund und zu fertig und zu gesetzt in den vier Wänden seiner künstlerischen Ideen. Because the Night hat Springsteen laut Wikipedia nie auf einem Studioalbum veröffentlicht. Aber er hat den Song im Laufe der Jahre immer wieder bei Live-Auftritten gespielt und dabei das Arrangement von Patti Smith genommen. Es war einfach die attraktivere Fassung.
5. April 2007
Masters: Warten auf einen europäischen Sieg
Es ist allerhöchste Zeit, dass mal wieder ein Europäer das Masters gewinnt. Das Turnier war jahrelang eine Domäne einer ganzen Spielergeneration angefangen von Bernhard Langer über Nick Faldo bis José Maria Olàzabal. Dann kam Tiger Woods, und die glorreiche europäische Delegation wurde älter. Und schon drohte die Veranstaltung genauso einseitig auszufallen wie die drei anderen Majors, bei denen die Golfer aus der alten Welt kurioserweise immer wieder den Kürzeren ziehen (besonders extrem die Bilanz bei der PGA Championship, aber auch die US Open ist kein Ruhmesblatt).
In diesem Jahr stellen die Auswärtigen (inklusive den Australiern und Südafrikanern und einigen Asiaten) erstmals die Mehrheit in der Geschichte des Turniers. Ein Zeichen dafür, dass sich die oberen Plätze der Weltrangliste dieser Tage anders verteilen als früher. Der Unterbau der amerikanischen Golferelite ist schwächer geworden. Die Golfer von anderen Kontinenten haben aufgeholt. Ob es reicht, um an diesem Wochenende den besten US-Golfern wie Woods das grüne Veston streitig zu machen, lässt sich nach dem ersten Tag nicht sagen. Prognose, gewagt, aber angesichts ihrer verblüffend ratlosen Spielweise durchaus berechtigt: Titelverteidiger Phil Mickelson (vier über Par), Ernie Els (sechs über Par), Retief Goosen (vier über Par) können es knicken. Wer nicht so spielt wie US-Open-Sieger Geoff Ogilvey, der einen Triple-Bogey am zweiten Loch produzierte und trotzdem noch mit einer drei über Par ins Clubhaus kam, hat nicht die Abwehrkräfte für den nächsten Gang am Freitag, wenn weiter gesiebt wird. Der Engländer Justin Rose liegt vorne (drei unter Par). Was einen daran erinnert, dass er diese Position vor drei Jahren schon einmal inne hatte und sogar nach der zweiten Runde noch an der Spitze lag. Dann aber ging ihm die Puste aus. Ist Rose jetzt stärker?
Kleine Kuriosität am Rande: Zum Masters werden auch die Amateurmeister der USA und aus Großbritannien eingeladen. Das sind diesmal ein Schotte (gewann den Titel in den Vereinigten Staaten) und ein Franzose (gewann auf der Insel). Der junge Schotte - Richard Ramsay - hält bisher fabelhaft mit (vier über Par) und hat Chancen, den Cut zu schaffen. Der Franzose - Julien Guerrier - liegt mit elf über Par schon abgeschlagen weit hinten.
In diesem Jahr stellen die Auswärtigen (inklusive den Australiern und Südafrikanern und einigen Asiaten) erstmals die Mehrheit in der Geschichte des Turniers. Ein Zeichen dafür, dass sich die oberen Plätze der Weltrangliste dieser Tage anders verteilen als früher. Der Unterbau der amerikanischen Golferelite ist schwächer geworden. Die Golfer von anderen Kontinenten haben aufgeholt. Ob es reicht, um an diesem Wochenende den besten US-Golfern wie Woods das grüne Veston streitig zu machen, lässt sich nach dem ersten Tag nicht sagen. Prognose, gewagt, aber angesichts ihrer verblüffend ratlosen Spielweise durchaus berechtigt: Titelverteidiger Phil Mickelson (vier über Par), Ernie Els (sechs über Par), Retief Goosen (vier über Par) können es knicken. Wer nicht so spielt wie US-Open-Sieger Geoff Ogilvey, der einen Triple-Bogey am zweiten Loch produzierte und trotzdem noch mit einer drei über Par ins Clubhaus kam, hat nicht die Abwehrkräfte für den nächsten Gang am Freitag, wenn weiter gesiebt wird. Der Engländer Justin Rose liegt vorne (drei unter Par). Was einen daran erinnert, dass er diese Position vor drei Jahren schon einmal inne hatte und sogar nach der zweiten Runde noch an der Spitze lag. Dann aber ging ihm die Puste aus. Ist Rose jetzt stärker?
Kleine Kuriosität am Rande: Zum Masters werden auch die Amateurmeister der USA und aus Großbritannien eingeladen. Das sind diesmal ein Schotte (gewann den Titel in den Vereinigten Staaten) und ein Franzose (gewann auf der Insel). Der junge Schotte - Richard Ramsay - hält bisher fabelhaft mit (vier über Par) und hat Chancen, den Cut zu schaffen. Der Franzose - Julien Guerrier - liegt mit elf über Par schon abgeschlagen weit hinten.
NBA: Agent Zero ist kaum aus der OP, da bloggt er bereits
Keine Ahnung, was die Washington Wizards in diesem Jahr in den Playoffs gerissen hätten, wenn er dabei gewesen wäre. Nur soviel war seit Monaten klar: die Eastern Conference ist in dieser Saison so schwach, dass jede Mannschaft ins Finale kommen kann. Aber die besagten Wizards sicher nicht. Denn Gilbert Arenas wurde am Sonntag bei einem Zusammenprall mit Jake Voskuhl von den Charlotte Bobcats so schwer am Knie verletzt, dass er mindestens zwei Monate ausfällt. Die notwendig gewordene Meniskusoperation fand bereits statt. Den besten Informationsstand hat Don Steinberg ("Mr. Stone Mountain") vom D. C. Sports Bog, der berichtet, dass Arenas schon wieder bloggt. Bei den Wizards fehlt außerdem Caron Butler wegen einer gebrochenen Hand. Zum Trost hier der Werbespot von adidas. Der Sportausrüster hatte zuletzt eine ganze Serie mit Fußballern wie David Beckham und Lionel Messi und der Sprinterin Allyson Felix unter der Tagline "Impossible Is Nothing" herausgebracht. Darin erzählen die Stars jeweils, wie schwer es ihnen anfänglich in ihrer Karriere ergangen ist, und fabrizieren kleine und große Kinderzeichnungen, deren Charme die dünnbrüstige Theorie "Schwierigkeiten überwinden macht groß, stark und reich" auf attraktive Weise übertüncht.
Adidas hat eines dieses heute üblichen Extras - "Blick hinter die Kulissen der Werbespot-Studio-Session" - mit all den Sportlern ins Netz gestellt. Auch das Video ist zumindest einen Klick wert.
Adidas hat eines dieses heute üblichen Extras - "Blick hinter die Kulissen der Werbespot-Studio-Session" - mit all den Sportlern ins Netz gestellt. Auch das Video ist zumindest einen Klick wert.
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Eine, die dem dicken Elefanten was auf den Rüssel geben soll
ESPN hat einen neuen Ombudsman...eine Frau. Eine ältere Frau. Eine, die auf dem Dorf lebt. Eine, die selber nie Sport getrieben hat, nie ein Fan von etwas war, nie bei ESPN gearbeitet hat und dort auch keinen Job haben will. Eine Frau, die kein klares Mandat hat, weil die ethischen Grundsätze in den Sportmedien komplett aufgeweicht sind (man kauft Rechte von Veranstaltern, man verkauft die Pausen zwischen den Übertragungen an Werbekundschaft, die gestreichelt und umschmeichelt werden will). Aber trotzdem eine vermutlich gute Wahl, um den wachsenden kleinen und großen Beschwerden über den "worldwide leader in sports", der sich ganz langsam zu einem riesigen Elefanten in jedem Wohnzimmer entwickelt hat, Gehör zu verschaffen. Ganz sicher ist es ein reizvolles Experiment. Die Frau heißt Le Anne Schreiber und besitzt hinreichend berufliche Erfahrung (unter anderem als Sportressortleiterin der New York Times) um ganz zu wissen, weshalb sie dieses Amt akzeptiert hat. Hier ihr erster Text, in dem sie sich den Lesern auf der Webseite selbst vorstellt.
Frau Fellner war immer dabei
Wer sich für das deutsche Fraueneishockey interessiert, sollte zur Abwechslung vielleicht mal eine kanadische Zeitung lesen. Nun, nicht irgendeine, sondern die beste des Landes, den Globe & Mail in Toronto. Der hat heute ein ausführliches und informatives Porträt der 33jährigen Christina Fellner im Blatt und auf der Webseite, die bereits die erste WM in Ottawa mitgemacht hatte. Zur Zeit läuft die Neuauflage in Winnipeg. Die Deutschen hatten einen schlechten Start. Sie verloren ihr erstes Spiel gegen die Schweiz mit 0:1 am Mittwoch.
Live vom Masters im Internet - ein erster Eindruck
Nach einer kurzen Testsitzung vor dem kleinen Bildschirm auf der Seite masters.org, dem offiziellen Mitteilungsorgan, des Turniers in Augusta, hier eine kleine Warnung: "Live from Amen Corner" ist wirklich das - man konzentriert sich auf die Löcher 11, 12, und 13. Der Ton kommt immer durch. Die bewegten Bilder bisweilen nicht. Den Golfball kann man nicht erkennen (außer bei Nahaufnahmen vom Putten), weil die Monitorfläche so klein ist. Gut: Man schneidet rasch von Schauplatz zu Schauplatz und gibt der Internetkundschaft einen akzeptablen Eindruck vom Geschehen. Im Grunde hat es den erwünschten Effekt: Es macht neugierig auf die Fernsehübertragung.
Wo die Zampano-Kultur ihre Blüten treibt
Wenn man die Zahlen nebeneinander legt, gehen einem plötzlich die Augen auf: College-Coaches in der obersten Kategorie der beiden populärsten Mannschaftssportarten Football und Basketball (genannt Division I oder auch I-A) verdienen im Schnitt etwa soviel wie die Trainer in den Profiligen NFL und NBA. Die Absurdität würde jedem Betriebswirtschaftstudenten im ersten Semester auffallen: Nicht nur verdienen die Übungsleiter an den Hochschulen inzwischen fünf bis zehnmal soviel wie die Präsidenten der Universitäten. Die Rechtfertigung für ihre extrem gute Entlohnung - dass sie mit ihren Teams Geld einspielen - hinkt. Der Blog Sports Economist nannte jetzt die Eckdaten, als er zu diesem Thema Andrew Zimbalist zitierte, einer der führenden Akademiker im Bereich Sport und Geld. "Das durchschnittliche I-A Football Team produziert im Jahr etwa 15 Millionen Dollar Umsatz; das durchschnittliche NFL erzielt etwa 160 Millionen Dollar. Wie kann ein College-Coach soviel Mehrwert erzeugen wie ein NFL-Coach?"Die Antwort ergibt sich von selbst. Er tut es nicht. Sein Gehalt verdient er auf dem Rücken der Studenten, die allenfalls ein Stipendium bekommen (und mit der Hoffnung gefüttert werden, dass sie eines Tages bei den Profis einen gut dotierten Vertrag erhalten).
Spontan würde man denken: Es muss doch einen Weg geben, diesen Wahnsinn zu beenden und die Gehälter der Trainer zurückzufahren (das Geld könnten die Universitäten bestimmt an anderer Stelle gut gebrauchen). Aber dieser Weg wird wohl nicht von oben - von der NCAA - kommen, die den
Collegesport in den USA organisiert. Das käme einem Eingriff in solche Gebiete des bürgerlichen Rechts wie Vertragsfreiheit gleich und würde von jedem Gericht abgeschmettert.Ein paar Stimmen sagen: Bezahlt den Studenten ein Honorar (und nehmt das Geld aus dem existierenden Topf). Das sorgt für mehr Balance. Aber an den Gedanken will niemand heran: Collegesport gilt als letzte Bastion des Amateurgedankens. Etwas, was das IOC jahrelang ebenso pflegte, bis man irgendwann die Illusion nicht mehr aufrecht erhalten konnte und Wege fand, sich dem Profiwesen zu öffnen.
Die Gehälter für College-Coaches fallen übrigens genauso extrem aus dem Rahmen wie die Entlohnung von Vorstandsvorsitzenden in großen und mittelgroßen amerikanischen Unternehmen. Die sind in den letzten 20 Jahren exorbitant gestiegen, während die Durchschnittsentlohnung von Angestellten kaum mit der Inflationsrate Schritt hält. Die Mechanismen sind ähnlich. Chef-Trainer und Unternehmenschefs profitieren von dieser Zampano-Kultur, die so tut, als wäre vor allem die Personality und die Leistungsfähigkeit an der Spitze der Pyramide für das Resultat zuständig. Wenn das so wäre, müssten Chefs Geld mitbringen, wenn Firmen Verluste machen oder sinkende Aktienkurse verbuchen. Aber das ist nicht der Fall. Solche Fehleistungen werden wegrationalisiert. Dafür werden dann gerne die Ameisen weiter unten im Haufen angeschwärzt. Selten genug, dass Chefs ihrer Posten enthoben werden. An den Colleges ist das ähnlich.
Nun gut, könnte man sagen, so funktioniert Kulturdarwinismus, und mit den Achseln zucken. Wenn man aber gleichzeitig sieht, wie Arbeiter und Angestelle darin sabotiert werden, sich ganz legal in Gewerkschaften zu organisieren (prominente Stichwörter sind hier Wal-Mart und neuerdings auch Starbucks), dann erkennt man, wie schwer es ist für Gegenkräfte, sich zu formieren und den Zampanos etwas wirksam entgegen zu stellen.
An den Universitäten gäbe es durchaus Potenzial für eine Rebellion - wenn schon nicht seitens der Studenten (die oft aus armen Verhältnissen mit schlechten Schulen kommen), dann seitens der Professoren in den anderen Fächern, deren Entlohnung sicher nicht annähernd so gut ist wie die der Trainer. Ein anderer Weg ist auch denkbar: die Abschaffung von Sportstipendien., um diese Monstermannschaften auf die Beine zu stellen. Das haben die Universitäten, die Amerikas Collegesport erfunden haben - die Ivy-League-Hochschulen Harvard, Yale, Princeton, Dartmouth, Columbia - schon vor einer ganzen Weile getan. Die waren eben klüger als der Rest.
Nachtrag: Wenn sich an dem System nichts ändert, wird es demnächst noch mehr solcher Fälle geben wie in Toledo/Ohio, wo College-Footballspieler aus der Wetterszene ansgesprochen wurden. Für ein paar Geschenke sollten sie dafür sorgen, dass ihre Mannschaft verliert. Korruption wächst dort am besten, wo die Belohnung, relativ gesehen, am größten ist. Spieler, die kein Geld verdienen und stattdessen trotz Stipendium sogar noch draufzahlen müssen, sind sicher sehr leicht zu bestechen.
Blick zurück: Was die College-Trainer im Football verdienen
Blick zurück: College-Sportler verklagen Unis mit Hilfe von Gewerkschaften
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