18. April 2009

Auf dem College gewesen. Nicht viel gelernt

Eines der herberen Schimpfworte in einer ernsthaften Diskussion mit einem feinfühligen Amerikaner lautet, man sei "condescending". Das lässt sich ganz gut mit "herablassend" übersetzen. Was nach meinem Gefühl etwas schwerer wiegt als "arrogant". Natürlich ist das mit der condescension eine Frage des Blickwinkels. Als dummer Mensch lässt man sich nicht gerne von seinem Gegenüber in einem Gespräch sagen, dass der eigene Mangel an Bildung das Niveau der Auseinandersetzung nach unten zieht. Der Vorwurf der Herablassung hat hauptsächlich die Funktion, dem besser argumentierenden Gegenüber nicht recht geben zu wollen. Die klassische Formulierung, mit der solche Debatten zu Ende gehen, lautet: "Everybody is entitled to his opinion". Ja, auch der Dumme darf eine Meinung haben.

Unter dieser Überschrift lässt sich dann besser ertragen, was ein – studierter – Footballspieler aus den USA zur Zeit über seine Erfahrungen in Österreich zum Besten gibt. Nein. Er kann die Sprache der Einheimischen nicht. Nein. Das stört ihn nicht. Nein. Er kennt die Gebräuche in der örtlichen Sauna nicht. Aber das reicht, um sich darüber lustig zu machen. Nein. Er versteht nicht die Feinheiten einer politischen Kultur, in der auch ein amerikanischer Politiker wie Barack Obama eine Symbolfigur werden kann. Aber das macht nichts. Denn die Leser seines Blogs und die von Deadspin (wo man nicht mal den Namen der fraglichen österreichischen Stadt richtig schreiben kann) werden das einfach nur lustig finden.

Frage: Was ist eigentlich schlimmer – die Herablassung der Dummen? Oder die der Intelligenten?

Kommentare:

korsakoff hat gesagt…

Zum verlinkten Blog: Dass Footballspieler hinnudhin nicht grad die größten Intelligenzien sind, okay. Aber so viel Mist auf einmal? Schon sagenhaft, wieviel Blödsinn man in einem Text verpacken kann.
Sofern jemand das lustig findet, bitte melden.

BTrain hat gesagt…

Oh man, was ist denn jetzt bitte los? Der Mann macht einen ironischen Blog über seine Zeit in Österreich und greift amüsiert die kleinen Unterschiede auf. Und wenn man es genau lesen würde, zeigt er auch gerne und deutlich öfter mit dem Finger auf so manche Verrücktheiten seiner Landsleute.

Immerhin reist er und kommt raus aus seinem Umfeld. Und wenn er dabei eine bunte Brille auflässt, was ist daran verwerflich?