4. September 2009

Armstrong: Verdacht auf Blutdoping

Wir hatten schon fast aufgegeben zu hoffen, dass mal irgendjemand kommt und Lance Armstrong über eine Auswertung seiner Laborwerte etwas ans Zeug flickt. Aber nun hat es doch jemand geschafft: Der dänische Blutforscher Jakob Mørkeberg. Die einfache Interpretation seiner Erkenntnisse liest sich nach Angaben der Webseite der dänischen Sportethik-Organisation Play The Game so: Während des diesjährigen Giro zeigten die Daten das normale Profil eines Menschen, der jeden Tag Schwerstarbeit verrichtet. Bei der Tour de France, bei der Armstrong Dritter wurde, seien die Werte so gut wie unverändert geblieben. Ein Anzeichen für Blutdoping. Der Astana-Teamarzt hat die Mutmaßungen inzwischen als Spekulation abgetan. Armstrong selbst hat sich noch nicht geäußert. Woraus man nichts schlussfolgern sollte. Sobald die großen amerikanischen Medien einsteigen, wird er sich schon lauthals beschweren. Das einzige, was er diesmal nicht sagen kann, ist, dass ihm die Franzosen schlecht gesonnen sind, weil er deren Schleife beherrscht hat. Erstens hat er nicht gewonnen. Und zweitens kommt der Befund aus Dänemark.

Kommentare:

jens [catenaccio] hat gesagt…

Die Frage ist ja, was daraus gemacht wird. Und ob man jemanden aufgrund der Blutwerte verurteilen kann, obwohl kein Doping nachgewiesen wurde. Siehe Pechstein.

Enno hat gesagt…

Dänemark gehört doch ebenso wie Frankreich zum "alten Europa"... Armstrong wird sich und seine Urteile schon bestätigt sehen.

@Jens: Klar ist das kein fester Beweis, aber ein mehr als klares Indiz. Gäbe es den Blutpass, wäre eine Beweisführung unproblematisch. Aber genau deswegen gibt es ihn wohl nicht.