16. September 2009

Ein Geschäftsmodell zeigt seine Schwächen

Bei den Miami Heat zeigt sich die wirtschaftliche Flaute auf folgende Weise: Die Angestellten des Clubs erklären sich bereit, auf bis zu 20 Prozent ihres Gehalts zu verzichten. Dadurch wurden zunächst mal Entlassungen verhindert. Für die Spieler mit ihren Millionengehältern gilt die Maßnahme nicht.

In Jacksonville, ebenfalls in Florida gelegen, zeigt sich die wirtschaftliche Flaute auf folgende Weise: Die Spiele der NFL-Mannschaft Jacksonville Jaguars sind nicht ausverkauft. Und zwar so sehr nicht ausverkauft, dass man davon ausgehen muss, dass alle acht Heimbegegnungen nicht lokal im Fernsehen übertragen werden. Das wird von der sogenannten Blackout-Regel der Liga bestimmt.

In Arlington, Texas, zeigt sich die wirtschaftliche Flaute in den Problemen von Sportunternehmer Tom Hicks (Mit-Eigentümer des FC Liverpool), der seine Schulden und die Zinsen nicht mehr bezahlen kann und bereits bei den Texas Rangers Personal entlassen hat. Der Club steht zum Verkauf. Wenn er 400 Millionen Dollar erlöst, ist das viel.

In der NBA zeigt sich die wirtschaftliche Flaute ligaweit in den ins Stocken geratenen Verhandlungen zwischen der Führung und den Schiedsrichtern um einen neuen Tarifvertrag. Die Liga will einen zehnprozentigen Abschlag auf das Referee-Budget durchdrücken, weil sie sparen will. Die Unparteiischen hätten gerne etwas mehr. Die NBA hat angefangen, Ersatzpfeifenmänner anzuheuern, damit im Fall eines Arbeitskampfes der Spielbetrieb weitergehen kann. Einen ähnlichen Fall hatten wir schon mal. Die Not-Schiedsrichter waren ihr weniges Geld nicht wert. Was verdient ein NBA-Referee? Zwischen 90.000 und 225.000 Dollar pro Saison, je nach Berufserfahrung und Einsatzzahl.

Weitere Hiobsbotschaften bei Gelegenheit.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Und was hat die finanzielle Schwäche der Clubs mit dem "Geschäftsmodell" zu tun, wie in der Überschrift suggeriert wird?

Jürgen Kalwa hat gesagt…

Das Geschäftsmodell der Clubs basiert darauf, dass man glaubt, ohne Eigenkapital oder mit ganz wenig Eigenkapital über die Runden kommen zu können. Und dass man den Spielern endlos viel Geld bezahlen kann und den Städten und Gemeinden abnötigt, die Hallen und Stadien zu finanzieren, in denen man sein Geschäft betreibt. Ihm liegt das Prinzip Hoffnung zu Grunde und nicht etwa solide wirtschaftliche Überlegungen. Sobald die Einnahmen nachlassen, zeigt sich das Fehlen jeder Substanz.