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20. Mai 2009
Cubs-Besitzer will Hollywood-Stars als Investoren gewinnen
Warum nicht mal wohlhabende Menschen aus der Entertainment-Industrie als Miteigentümer eines Baseball-Clubs? Im Fall der Chicago Cubs scheint die Tür offen, denn der Mann, der den Club aus dem Medienkonglomerat der Firma Tribune herausgekauft hat, kann wohl doch noch ein bisschen Geld gebrauchen. Bill Murray, der seinen Ruf als Mitwirkender in der Aufbauphase von Saturdayr Night Live begründete und später als Filmschauspieler reüssierte (richtig gut ist er in Lost in Translation, wo ihm nicht mal eine gewisse Scarlett Johansson das Wasser abgräbt), wäre wohl ein Kandidat. Genauso wie John Cusack, der auf der Leinwand ein paar ganz bemerkenswerte Auftritte hatte (empfehlenswert: Grifters, Lieblingsfilm: High Fidelity). Die alle eint eine innige Beziehung zu einer Mannschaft, die seit hundert Jahren immer wieder einen Weg findet, nicht das World Series Championat zu gewinnen, und die ein gemütliches altes Stadion besitzt, in dem man meilenweit von dem Gefühl entfernt, das die aseptischen neuen Sowieso-Arena ausstrahlen (selbst die, die auf Retro getrimmt sind, wirken temporär und wie ein Verbrauchsartikel). Wrigley Field ist da aus einem anderen Holz (ja, Holz ist dort einer der Baustoffe).
21. April 2009
Zwischen Dementi und Demens
Mark Cuban ist nicht wie der Pauker im Spielmannszug, der hinten mitmarschiert und seinen Kollegen einfach nur stramm das Tempo signalisiert. Er ist auch der Tambourmajor und manchmal spielt er dazu noch eine schrille Flöte. Das klingt eigentlich nie gut, sondern immer nur nach Aufmerksamkeit heischend. Und es läuft mittlerweile auf unterschiedlichen Medienkanälen ab. Natürlich auch auf Twitter.
Das hat einen Blogger in Phoenix (von Bright Side of the Sun), der sich naturgemäß für den Status von Shaquille O'Neal interessiert und die Spekulationen über seinen eventuellen Wechsel nach Dallas, an seine Fähigkeiten als Ermittler in seiner Militärzeit erinnert. Und so hat er sich mit Emails an einen Bloggerkollegen in Texas gewannt und am Ende auch an Mark Cuban. Nur um festzustellen, dass Cuban selbst einfache Fragen, bei denen er in die Enge geraten könnte, rhetorisch geschickt nicht beantwortet (via Deadspin). In einem Interview mit spox hat Cuban zumindest eine Frage deutlich und klar beantwortet: Ja, es stimmt, er interessiert sich nicht mehr für den Kauf der Chicago Cubs. Allerdings ist die Begründung nachgerade unverständlich: "Dann kam aber die Wirtschaftskrise und plötzlich sah eine vernünftige Business-Entscheidung gar nicht mehr so vernünftig aus. Da habe ich mein Angebot zurückgezogen." Denn was soll die aktuelle Wirtschaftskrise mit einer langfristig gedachten Entscheidung über die Anschaffung eines populären Sportteams zu tun haben? Clubs wie die Cubs verdienen Geld. Auch in schlechten Zeiten. Und würde die Mannschaft es jemals wieder bis in die World Series schaffen und sie vielleicht sogar gewinnen, wären die finanziellen Eckdaten noch besser. Es kann aber sein, dass Meister Cuban mal wieder nur etwas ummänteln wollte und sich nicht klar ausdrücken. Sollte er das Projekt mit geliehenem Geld und mit Partnern finanzieren wollen, die im Moment auf dem Papier viel weniger wert sind als noch vor einem Jahr, hat er natürlich ein Problem.
Zum gegenwärtigen Stand der Entwicklung rund um die Cubs lohnt sich die Lektüre dieser Reuters-Meldung von vor ein paar Tagen. 900 Millionen Dollar wurde als Preis für das Team plus Wrigley Field und einen 25prozentigen Anteil an einem Sportfernsehkanal ausgehandelt, der viele Spiele der Mannschaft überträgt. Ob der Verkauf stattfindet, hängt davon ab, ob die anderen Clubeigentümer von Major League Baseball mehrheitlich dafür sind. Und der Konkursverwalter des gegenwärtigen Besitzers, des Tribune-Medienkonzerns, hat noch ein Wort mitzureden. Vielleicht denkt er ja, man hätte für das Paket weit mehr Geld herausholen können.
Das hat einen Blogger in Phoenix (von Bright Side of the Sun), der sich naturgemäß für den Status von Shaquille O'Neal interessiert und die Spekulationen über seinen eventuellen Wechsel nach Dallas, an seine Fähigkeiten als Ermittler in seiner Militärzeit erinnert. Und so hat er sich mit Emails an einen Bloggerkollegen in Texas gewannt und am Ende auch an Mark Cuban. Nur um festzustellen, dass Cuban selbst einfache Fragen, bei denen er in die Enge geraten könnte, rhetorisch geschickt nicht beantwortet (via Deadspin). In einem Interview mit spox hat Cuban zumindest eine Frage deutlich und klar beantwortet: Ja, es stimmt, er interessiert sich nicht mehr für den Kauf der Chicago Cubs. Allerdings ist die Begründung nachgerade unverständlich: "Dann kam aber die Wirtschaftskrise und plötzlich sah eine vernünftige Business-Entscheidung gar nicht mehr so vernünftig aus. Da habe ich mein Angebot zurückgezogen." Denn was soll die aktuelle Wirtschaftskrise mit einer langfristig gedachten Entscheidung über die Anschaffung eines populären Sportteams zu tun haben? Clubs wie die Cubs verdienen Geld. Auch in schlechten Zeiten. Und würde die Mannschaft es jemals wieder bis in die World Series schaffen und sie vielleicht sogar gewinnen, wären die finanziellen Eckdaten noch besser. Es kann aber sein, dass Meister Cuban mal wieder nur etwas ummänteln wollte und sich nicht klar ausdrücken. Sollte er das Projekt mit geliehenem Geld und mit Partnern finanzieren wollen, die im Moment auf dem Papier viel weniger wert sind als noch vor einem Jahr, hat er natürlich ein Problem.
Zum gegenwärtigen Stand der Entwicklung rund um die Cubs lohnt sich die Lektüre dieser Reuters-Meldung von vor ein paar Tagen. 900 Millionen Dollar wurde als Preis für das Team plus Wrigley Field und einen 25prozentigen Anteil an einem Sportfernsehkanal ausgehandelt, der viele Spiele der Mannschaft überträgt. Ob der Verkauf stattfindet, hängt davon ab, ob die anderen Clubeigentümer von Major League Baseball mehrheitlich dafür sind. Und der Konkursverwalter des gegenwärtigen Besitzers, des Tribune-Medienkonzerns, hat noch ein Wort mitzureden. Vielleicht denkt er ja, man hätte für das Paket weit mehr Geld herausholen können.
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10. Oktober 2008
Zu früh gefreut
Ein Möbelhaus in Chicago hat vorher den Werbefilm gedreht, den man hinterher nicht mehr rechtzeitig fertigbekommen würde: den Film mit den strahlenden Gesichtern von ehemaligen Chicago-Cubs-Spielern, die sich über den World-Series-Erfolg der Mannschaft freuen. Das wäre wirklich was gewesen. Die Cubs haben schließlich seit hundert Jahren nicht mehr gewonnen und sind nach dem Ende der Durststrecke in Boston so etwas wie das arme Waisenkind von Major League Baseball. Die Hoffnungen der Alten und der Jungen platzten in der ersten Runde der Playoffs gegen die Los Angeles Dodgers.
Andere Hoffnungen platzen in diesen Tagen ebenfalls. Zum Beispiel jene von Team-Besitzer Sam Zell, der bis vor kurzem den Eindruck hatte, dass er den Club für über eine Milliarde Dollar verkaufen kann. Das war der Preis, den Mark Cuban geboten hatte. Die Finanzkrise, die soeben an der Wall Street alle in Dollar und Cent ermittelten Wertmaßstäbe pulverisiert, wird auch auf den Marktwert von Teams durchschlagen. Vor allem dann, wenn jemand gezwungen ist, wie vor ein paar Minuten auf dem Börsensender CNBC geunkt wurde, den gesamten Club oder Anteile daran zu verkaufen, weil er dringend Geld braucht. So etwas drückt die Preise. Ob der Kollege dabei an die Probleme der Moores-Familie gedacht hat?
Mark Cuban war mit den Dallas Mavericks am Donnerstag zu einem Vorbereitungsspiel gegen die Chicago Bulls in Chicago und wurde natürlich vor allem wegen der Cubs von den Reportern gelöchert.
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16. Oktober 2007
Zerplatzte Ballons
Man kann einen erfolgreichen Nena-Song durchaus dazu verwenden, das Leid der Anhänger der Chicago Cubs zu illustrieren. Das Lied leidet darunter überhaupt nicht. An der traurigen Geschichte der Cubs - seit 99 Jahren kein Erfolg mehr in der World Series - wird es nichts ändern. Das Lied war in der deutschen Fassung ein Erfolg in den USA, mit einem englischen Text - 99 Red Balloons - in Großbritannien.
via With Leather und Home Run Derby.
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23. September 2007
A-Rod und die Cubs - ein pikantes Gerücht
Die Quelle ist nicht die übliche Pipeline für Sportklatsch, sondern eine seriöse und sehr lesenswerte General-Interest-Zeitschrift namens New York Magazine. Das macht die Information so bemerkenswert: Alex Rodriguez, der bestbezahlte Baseballprofi und zur Zeit im Dienst der New York Yankees, verhandelt angeblich mit den Chicago Cubs. Sein alter Vertrag über 252 Millionen Dollar und zehn Jahre, den er ursprünglich mit den Texas Rangers abgeschlossen hatte, besitzt eine Klausel, die ihm erlaubt, am Ende dieser Saison seiner Wege zu gehen (natürlich ohne die ausstehenden garantierten Bezüge). Das neue Angebot liegt angeblich bei 30 Millionen Dollar im Jahr und schließt einen völlig neuen Dreh ein: Dass der Shortstop (der in New York wegen Derek Jeter Third Baseman spielen muss) einen Anteil am Club erhält. Die Geschichte ist pikant. Denn offiziell hat der mächtige Agent von A-Rod, Scott Boras, gar nicht das Recht, zu diesem Zeitpunkt Gespräche mit wem auch immer zu führen.
Blick zurück: Vor der Saison war A-Rod in New York kein bisschen beliebt, inzwischen mögen sie ihn
Blick zurück: Vor der Saison war A-Rod in New York kein bisschen beliebt, inzwischen mögen sie ihn
19. September 2007
Der Klingelbeutel: Boxer, Bierbrauer, Baseball und ein Spiel im Freien
Es war schon länger mal an der Zeit, eine Rubrik einzuführen, die den Kleinkram einfängt, der sonst unter den Tisch fällt. Die Kollekte derselben nennen wir in American Arena den Klingelbeutel. Heute ging er zum ersten Mal herum und fing folgende Themen ein:
EIGENTLICH ist es nur fair, dass in der Coors Arena in Boulder Colorado kein Bier der Brauerei Coors verkauft werden darf (und auch kein anderes Bier). In der Allianz Arena in München werden ja auch keine Versicherungen verkauft.
MAN FRAGT SICH, wieviel Karten hätten die Buffalo Sabres eigentlich losgeschlagen, wenn das Football-Stadion der Buffalo Bills größer wäre? Die Eishockey-Mannschaft spielt am 1. Januar nicht in der eigenen Halle, sondern zieht unter freiem Himmel ihr Spiel gegen die Pittsburgh Penguins auf. Alle 40.000 frei verkäuflichen Eintrittskarten gingen innerhalb weniger als einer Stunde über den Internet-Makler Ticketmaster weg. Die 30.000 Jahreskarten-Besitzer der beiden Teams bekommen den Rest. Alle wollen (durch ihr Fernrohr) Thomas Vanek sehen. Und Sydney Crosby. Und sich dabei das Gesäß abfrieren. Buffalo im Winter ist schweinekalt.
BISLANG LIEF DIE SAISON bei den Dallas Cowboys ganz gut. Terrell Owens hat noch keinen Weg gefunden, den Laden aufzumischen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Der frisch verpflichtete Ex-Sträfling Tank Johnson, der von den Chicago Bears heraus geworfen wurde, wird schon einen Weg finden, die innere Balance des Teams zu kippen. Wenn nicht in diesem Monat, dann im nächsten.

DIE VOR-PLAYOFF-PHASE in Major Leage Baseball ist so spannend wie schon lange nicht mehr. Das liegt auch daran, dass die Chicago Cubs ihrer Tradition zufolge kurz vor Schluss einen Durchhänger haben. Die New York Mets am laufenden Band verlieren und die Boston Red Sox sehr wenig tun, um sich die verhassten New York Yankees vom Hals zu halten. Vor allem die Cubs würden uns mit ihrem Formabtief einen Gefallen tun. Wir wollen sehen, ob die Fans der Milwaukee Brewers ihrem Gelübde folgen und sich in die Hose machen, wenn ihr Team die Division gewinnt.
WER WEISS, auf welche Ideen Leute kommen, der Beruf darin besteht, sich für viel Geld die Birne weich kopfen zu lassen? Im Fall von Oscar de la Hoya war es Cross-Dressing in Netz-Outfit. Und nun - dank x17 online - weiß es auch der Rest der Welt (via SportbyBrooks und Deadspin). Nachtrag: De la Hoyas Manager hat sich gemeldet und gesagt, die Bilder seien eine Fälschung und zusammengedoktert. Dann sind als nächstes wohl die Beschaffer der Fotos am Zug. Denn denen droht eine Klage.
EIGENTLICH ist es nur fair, dass in der Coors Arena in Boulder Colorado kein Bier der Brauerei Coors verkauft werden darf (und auch kein anderes Bier). In der Allianz Arena in München werden ja auch keine Versicherungen verkauft.
MAN FRAGT SICH, wieviel Karten hätten die Buffalo Sabres eigentlich losgeschlagen, wenn das Football-Stadion der Buffalo Bills größer wäre? Die Eishockey-Mannschaft spielt am 1. Januar nicht in der eigenen Halle, sondern zieht unter freiem Himmel ihr Spiel gegen die Pittsburgh Penguins auf. Alle 40.000 frei verkäuflichen Eintrittskarten gingen innerhalb weniger als einer Stunde über den Internet-Makler Ticketmaster weg. Die 30.000 Jahreskarten-Besitzer der beiden Teams bekommen den Rest. Alle wollen (durch ihr Fernrohr) Thomas Vanek sehen. Und Sydney Crosby. Und sich dabei das Gesäß abfrieren. Buffalo im Winter ist schweinekalt.
BISLANG LIEF DIE SAISON bei den Dallas Cowboys ganz gut. Terrell Owens hat noch keinen Weg gefunden, den Laden aufzumischen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Der frisch verpflichtete Ex-Sträfling Tank Johnson, der von den Chicago Bears heraus geworfen wurde, wird schon einen Weg finden, die innere Balance des Teams zu kippen. Wenn nicht in diesem Monat, dann im nächsten.

DIE VOR-PLAYOFF-PHASE in Major Leage Baseball ist so spannend wie schon lange nicht mehr. Das liegt auch daran, dass die Chicago Cubs ihrer Tradition zufolge kurz vor Schluss einen Durchhänger haben. Die New York Mets am laufenden Band verlieren und die Boston Red Sox sehr wenig tun, um sich die verhassten New York Yankees vom Hals zu halten. Vor allem die Cubs würden uns mit ihrem Formabtief einen Gefallen tun. Wir wollen sehen, ob die Fans der Milwaukee Brewers ihrem Gelübde folgen und sich in die Hose machen, wenn ihr Team die Division gewinnt.
WER WEISS, auf welche Ideen Leute kommen, der Beruf darin besteht, sich für viel Geld die Birne weich kopfen zu lassen? Im Fall von Oscar de la Hoya war es Cross-Dressing in Netz-Outfit. Und nun - dank x17 online - weiß es auch der Rest der Welt (via SportbyBrooks und Deadspin). Nachtrag: De la Hoyas Manager hat sich gemeldet und gesagt, die Bilder seien eine Fälschung und zusammengedoktert. Dann sind als nächstes wohl die Beschaffer der Fotos am Zug. Denn denen droht eine Klage.
13. September 2007
Auf dem Dach und aus dem Häuschen
Foto: flickr/creativecommons/jillFür Major League Soccer haben die Leute in den USA gerne sehr viel Spott parat, weil die Spiele mal gerade 10.000 oder 12.000 Zuschauer auf die Beine bringen, die sich dann in den großen Stadien der NFL-Teams verlaufen. Immerhin ist Abhilfe geplant. Überall werden neue kleine Fußball-Schatullen mit einem Fassungsvermögen von knapp 30.000 gebaut. Vielleicht sollten sich die Soccer-Manager an dem einen oder anderen Ort noch eine Alternative ausdenken: die Zusammenarbeit mit den Baseball-Clubs, die beim besten Willen niemand sehen will, aber ebenfalls in riesigen Stadien vor sich hin pitchen. Das Spiel am Mittwoch in Miami war fast schon obszön. Geschätzte 400 Besucher (in Worten: vierhundert) hatten sich im Dolphins-Stadion eingefunden, um das Spiel der Florida Marlins gegen die Washington Nationals anzuschauen. Das Fassungsvermögen: in der Football-Konfiguration etwa 75.000. Es half natürlich nicht gerade, dass beide Mannschaft in der National League ganz tief im Tabellenkeller logieren und null Chance auf die Playoffs haben. Was Stimmung in einem schicken alten Baseball-Stadion ist, konnte ich letzte Woche in Wrigley Field in Chicago bei einem ausverkauften Spiel der Cubs erleben. Ausverkauft. Und alle Sitze auf den Dächern der Häuser außerhalb des Stadions proppenvoll. Die Ränge auf den Privathäusern (siehe Bild aus dem Flickr-Archiv) sind eine echte Kuriosität. Man kommt dort auch gar nicht kostenlos hin. Das Eintrittsgeld allerdings ging früher nicht an die Cubs. Weshalb der Club vor ein paar Jahren eine Zivilklage anstrengte und im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs einen Teil der Einnahmen erstritt.
Im Rahmen der Recherche stieß ich auf den Verweis auf eine richterliche Entscheidung zum Thema Urheberrecht und Sportveranstaltungen. Etwas, das in Deutschland durch das Verhalten der Bundesliga akut geworden ist. Zugegeben, die Buchstaben des Gesetzes in den USA und in Deutschland sind nicht gleich. Aber der Grundgedanke, der in den Vereinigten Staaten formuliert wurde, ist dennoch bemerkenswert. Wohlgemerkt: Fernsehaufzeichungen (oder Radioaufnahmen etc.) werden in den USA vom Urheberrecht geschützt, nicht aber das Originalereignis selbst, weil es kein "orginäres Produkt einer Autorenleistung" ist.
Das fragliche Gesetz benennt acht unterschiedliche Autorenleistungen, darunter "literarische Werke", "musikalische Werke" und "dramatische Werke", aber nicht die kreative Leistung von Sportlern. Anders als Filme, Bücher, Theaterstücke und ähnliche klassische Werke im Sinne des Urheberrechts, fehlt Sportveranstaltungen eine rechtsrelevante Schöpfungshöhe. Athleten müssen sich zwar intensiv vorbereiten und bringen ein gewisses Können mit, aber dem Ereignis fehlt etwas Wesentliches: ein Manuskript, ein Gestaltungskonzept, eine Handlungsvorlage, ein Plan. Sport ist - außer wenn abgekartet wird - das Produkt von Zufallsketten. Für Sportarten wie Turnen oder Eiskunstlauf, in denen Athleten eindeutig kreativ tätig sind und Sprünge oder Bewegungskombination erfinden, zog das Gericht damals gleich noch eine interessante Linie. Wer einen Axel, Rittberger oder einen Gienger-Salto unter Urheberrechtsschutz stellen wolle, konterkariere das ganze Konzept von Sport und Wettbewerb. Der Anspruch, dass man "der einzige Athlet sei der ein bestimmte Leistung erbringen darf, bedeutet nicht viel, wenn niemand anderer das gleiche versuchen darf".
Blick zurück: Die Bundesliga und ihre Jagd auf Fans, die im Stadion fotografieren und Videos aufnehmen
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11. April 2007
Chicago Cubs auf dem Markt: Wer will einen Loser kaufen?
Foto: flickr/creative commons/Shane BeeWas sind die herzerweichenden Loser wert, die seit 99 Jahren nicht mehr die World Series im Baseball gewonnen haben? Das werden wir in den nächsten Wochen sehen, wenn sich der neue Eigentümer daran macht, die Offerten zu sortieren. Vor kurzem war die Medienholding, zu der der Club gehört (Tribune Company), komplett verkauft worden. Und zwar an einen Immobilienspezialisten, der gar nicht alles das ganze Gedöns in dem auf Pump finanzierten 8,2 Milliarden-Dollar-Paket behalten wollte. Die Chicago Cubs und ihr Wrigley Field (benannt nach dem Kaugummi-Clan, dem zwischendurch mal der Baseball-Club gehörte) werden als erstes zu Geld gemacht.
Die Latte, an der sich der Preis orientieren wird, sind die 660 Millionen Dollar, für die die Boston Red Sox im Jahr 2002 weitergereicht wurden. Tribune hatte 1981 20,5 Millionen Dollar bezahlt, und zwar fünf Monate, nachdem eine Investorengruppe mit Bulls-Besitzer Jerry Reinsdorf an der Spitze für 20 Millionen Dollar die Chicago White Sox in der American League erworben hatte. Die haben inzwischen wenigstens einmal die World Series gewonnen. Hier - Quelle: New York Times - die Preise für die letzten Clubverkäufe im Baseball:
Los Angeles Angels of Anaheim: 182,5 Millionen Dollar
Milwaukee Brewers: 223 Millionen Dollar
Los Angeles Dodgers: 430 Millionen Dollar
Washington Nationals: 450 Millionen Dollar
Atlanta Braves (noch nicht offiziell vollzogen): mindestens 460 Millionen Dollar.
Übrigens bei den Cubs immer noch im Gespräch (oder auch schon wieder, wer weiß das so genau) ist Mark Cuban von den Dallas Mavericks. Der wird sicher nicht im Alleingang tätig werden und müsste ein paar Partner motivieren, die mitmachen wollen. Es geht um eine ordentliche Stange Geld.
28. Februar 2007
Kein Miller und keine Cubs - Mark Cuban dementiert
Das Gerücht wurde anfänglich Mark Cuban zugeschrieben. Aber mittlerweile will keiner bei den Dallas Mavericks auch nur wissen, wie es entstanden ist. Und so wurde es am Mittwoch offiziell von Chefmanager Donnie Nelson beerdigt: Der 41jährige Reggie Miller wird nicht von seinem Reporterplatz beim Fernsehsender TNT geholt, um den freien Platz im Kader zu besetzen. Die Zeiten sind vorbei, in denen man in Dallas wild an der Mannschaft herumbastelte, um wenigstens Stimmung in den halb leeren Laden zu bringen. So kam damals Dennis Rodman für kurze Zeit zu den Mavericks und gab den viel beachteten Pfau. Die Mavericks von heute sind zu gut und zu eingespielt, als dass man mit einem Mann vom Zuschnitt Reggie Millers die Gemengelage verbessern würde. Die Integrationsprobleme wären größer als der Ertrag, den man sich von jemandem erhoffen darf, der sein ganzes Basketballerleben lang ein hervoragender Distanzschütze war, den seine Nebenleute aber suchen und finden müssen, um ihn produktiv zu nutzen. Die Chance, dass mehr Chaos entsteht, als Avery Johnson ertragen kann, ist groß. Ganz zu schweigen von dem, was Nelson "die Balance in der Umkleidekabine" nannte. Ein Euphemismus für die Art der Spieler, ganz genau nachzuhalten, wie viele Minuten sie eingesetzt werden, und zu murren und zu maulen, wenn sie nicht oft und lange genug auf dem Platz stehen.Aber wo wir schon bei Gerüchten sind: Wie wär's mit diesem? Angeblich will Mark Cuban den Baseball-Club Chicago Cubs kaufen. Mehr als 600 Millionen Dollar wären wohl fällig, um eine der traditionsreichsten Institutionen Amerikas zu übernehmen und eines der traurigsten Kapitel in der US-Sportgeschichte anzugehen: Die Cubs sind die Mannschaft, die am längsten keine World Series mehr gewonnen hat: seit 1908. Cuban hatte 2005 signalisiert, dass ihn die Anschaffung interessieren würde ("wenn sie zu haben sein sollten"). Inzwischen scheinen die gegenwärtigen Eigentümer, der Tribune-Medienkonzern, durchaus an einem Abstoßen interessiert zu sein. Vor einem Jahr wurde er von Fans bezirzt, es ernsthaft zu bedenken. Am Mittwoch hat Cuban auch diese Fama dementiert: "Nicht wahr. Passiert nicht", schrieb er in einer knappen E-Mail-Mitteilung an die Nachrichtenagentur Reuters.
Wahr war bisher nur soviel: Er hatte sich vor einiger Zeit mit einigen anderen Interessenten zusammen offiziell um die Pittsburgh Penguins bemüht. Das Projekt hatte zumindest etwas sentimental Zwingendes. Die Penguins sind der Eishockey-Club seiner Heimatstadt. Und der ist davon bedroht, woanders hin verkauft zu werden. Dass der erfolgreiche Unternehmer Sportclubs sammelt, um sein Vermögen oder auch nur seinen Wirkungskreis als egozentrischer Zirkusdirektor auszubauen, scheint unwahrscheinlich. Er ist bei den Mavericks ungeheuer präsent und findet das das Größte. Und als Ausgleichssport investiert er in Film- und Fernsehprojekte.
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