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2. November 2009
A-Rod in der World Series: Wie befreit
Wenn jetzt noch jemand erklären könnte, weshalb Alex Rodriguez in diesem Jahr zum ersten Mal so spielt, wie man das von ihm erwarten durfte und wie er bezahlt wird, wäre das sehr schön. Welche Knöpfe sind bei dem Mann aufgegangen, seit er sich von seiner Ehefrau und dann von Madonna trennte, seit er sich aus den Armen seines Agenten Scott Boras befreite und sich am Knie operieren ließ? Seit er öffentlich zugab, dass er Doping à la DomRep betrieb? Und seit er mit Kate Hudson liiert ist? Ganz viele. Der Mann wird einem plötzlich fast sympathisch. Und die Yankees des Jahres 2009, gesteuert von Skipper Joe Girardi, dessen verspanntes Gesicht im Dugout immer so aussieht, als ob ihm gleich das Gebiss rausflutscht, weil er er die zugekorkte mentale Energie nicht länger in sich halten kann, werden einem auch sympathisch. Sagte ich schon, dass die Yankees gestern dank A-Rod mit 3:1 in der World Series gegen die Philadelphia Phillies in Führung liegen? Damit dürfte das meiste gesagt sein.
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23. März 2009
Geschichten vom Waschlappen
Vor ein paar Tagen stand eine ziemliche brave Geschichte in der New York Times aus Vail, wo ein Reporter der Zeitung Baseballprofi Alex Rodriguez kurz nach seiner Hüftoperation in einem Restaurant abgepasst hatte. Der höchstbezahlte Sportler Amerikas war nicht erfreut, dem Medienmann über den Weg zu laufen. Vail, das Skisportmekka in Colorado, in dem die Stadtplaner gezielt für ein Alpen-Styling gesorgt haben, liegt weit vom Schuss. Er muss gehofft haben, endlich mal seine Ruhe zu haben.Aber das wird dem Third Baseman der New York Yankees auch weiterhin nicht vergönnt sein. Nachdem er vor ein paar Wochen zu Beginn des Spring Training in Florida eingestehen musste, dass er mehrere Jahre lang Anabolika genommen hatte, wurde jetzt bekannt, dass er lange Kunde eines Prostituiertenrings war. Eine Firma, die vor einem Jahr in den Schlagzeilen war, als bekannt wurde, das auch der Gouverneur des Staates New York sich dort mit jungen Frauen versorgte. Elliot Spitzer trat von seinem Amt zurück.
Die Verwicklung in Prostitution ist gewöhnlich nicht mehr als ein PR-Dilemma, auch wenn sie im Staat New York theoretisch strafbar ist. Denn die Staatsanwälte jagen gewöhlich nur hinter den Frauen her. Es genügt ihnen, wenn sie die männlichen Kunden auf andere Art bestrafen: zum Beispiel durch öffentliche Bloßstellung. Wozu unter anderem auch der simple Sachverhalt gehört: ein Mann, der für Sex bezahlen muss, wirkt immer gleich wie jemand, der auf andere Art bei Frauen nicht zum Zug kommt. Also wie ein Waschlappen.
A-Rod, inzwischen zu A-Roid umgetauft, kann offensichtlich gar nichts richtig machen. Denn ebenfalls dieser Tage kam die Männerzeitschrift Details mit einer Bildstrecke heraus, die Rodriguez als extrem eitlen Gockel zeigt. Okay eitel für das Publikum des Magazins, zu dem jede Menge schwule Männer gehören. Aber nicht okay für die traditionelle Baseballanhängerschaft, die ihre Bewusstseinsspaltungen und ihre romantischen Vorstellungen von den traditionellen Werten und dem Image der Matadoren des Spiels nicht überwinden kann. Schon gar nicht bei einem Spieler, der so viel Geld verdient und dafür trotz zahlreicher guter Nebenleute so wenige World-Series-Erfolge vorweisen kann, nämlich zero. Eine Verarsche in der neuen Late Night Show with Jimmy Fallon folgte auf dem Fuße.
Wie sich das alles auf seine Produktivität und sein Arbeitsverhältnis bei den New York Yankees auswirkt, lässt sich nicht prophezeien. Rund um die Sportart Baseball herrschte schon immer ein erstaunliches Maß an Toleranz, anders etwa als beim Basketball, so schon ein kürzeres folgenloses Handgemenge auf dem Platz zwischen Spielern oder auch mit Zuschauern im Publikum für dramatische Reaktionen sorgt. Eine der Gründe für den Unterschied in der Rezeption dürfte sein, dass im Basketball vor allem Schwarze spielen. Im Baseball hingegen sind die Profis fast allesamt Weiße.
24. Oktober 2008
Kobe spielt Tom Cruise
...und dann waren da noch Kobe Bryant, Michael Phelps, Alex Rodriguez und ein Drummer mit einem Helm, die von der Firma Guitar Hero für einen Werbespot zusammengetrommelt wurden. Kann man machen. Aber die Original-Szene mit Tom Cruise im Film Risky Business (Deutscher Titel: Lockere Geschäfte) war origineller.
.
Die Musik ist übrigens von Bob Seeger. Das Link hat The Big Lead gefunden und damit der viralen Marketing-Kampagne den bislang fehlenden Startschuss gegeben.
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21. Oktober 2008
Wenn man Nachbarn hat, die jeder kennt
Jedes Mal, wenn in Deutschland das Feuerwerk der Berichterstattung über amerikanische Promis explodiert, ziehe ich – im Geiste – die Baseball-Kappe tiefer ins Gesicht. So wie neulich bei den Nachrichten über Madonna und ihrer Scheidung von Guy Ritchie. Vielleicht liegt es daran, dass man in New York eine ganz andere Beziehung zu diesem Paparazzi-Phänomen entwickelt. Nicht nur leben hier mehr berühmte Leute als anderswo. Man sieht sie auch gelegentlich. Das sind die Momente, in denen jeder echte New Yorker sein wahres Gesicht gezeigt: Er ignoriert die Figuren aus der Welt der Klatsch-Postillen und halbseidenen Entertainment-Magazine im Vorabendprogramm des Fernsehens. Das ist gewiss die gesündere Einstellung als das ständige Lugen in die bunten Wochenblätter, die in den USA vor fast jeder Kasse im Supermarkt hängen und in unmissverständlichen Schlagzeilen auf eine voyeuristische Weise ohnehin nur eine sehr schlichte Botschaft wiederkäuen: Promis sind auch nur Menschen wie du und ich. Ja, wer hätte das gedacht?
Madonna wohnt zwei Straßen weiter am Central Park. Gesehen habe ich sie noch nie. Was viele Gründe haben kann, unter anderem, dass ich nicht vor ihrer Haustür herumhänge und warte, dass sie herauskommt. Dafür sind mir im Laufe der Jahre andere Figuren über den Weg gelaufen: Demi Moore, der man nachsagte, sie sei eng mit Madonna befreundet. Woody Allen, als er noch regelmäßig seine einstige Lebensgefährtin Mia Farrow besuchte, deren Wohnung ebenfalls in der Nähe liegt. Abgesehen von den Filmleuten, die man manchmal wie Jim Jarmusch sogar in der U-Bahn erspähen kann, sieht man Fernsehleute, die in den USA jeder kennt. Der ehemalige Clinton-Berater George Stephanopoulos, der jeden Sonntag eine Politik-Sendung moderiert, wanderte neulich durch unsere Straße und fummelte an seinem Blackberry herum. Lesley Stahl von 60 Minutes bediente sich am Bankautomaten um die Ecke. John McEnroe mit Kindern im Fitness-Center ein paar Häuser weiter. Und dann und wann hält einem einer von CNN ein Mikrofon ins Gesicht, und man erklärt ihnen, "Nein", man habe ihnen nichts zu sagen. CNN und ABC haben ihre Studios in unserer Gegend, die wir die Upper Westside nennen, was ein ziemlich langweiliger Name für ein Viertel ist, in dem sich die Metropolitan Opera befindet und das Museum of Natural History und jenes Stück vom Broadway, an dem sich drei hervorragende Feinkostläden um uns bemühen (in einem faszinierenden Konkurrenzkampf, in deren Rahmen alle drei immer größer und immer besser geworden sind). Nicht wegen Madonna, sondern wegen Leuten wie uns.
Seit gestern geht das Gerücht, dass auch Madonna-Freund Alex Rodriguez in die Nachbarschaft ziehen wird. Eine Geschichte, an der nur eines bemerkenswert ist: dass sie von einer Zeitung in London groß recherchiert und ausgewalzt wurde. Was könnte die Leser in London ernsthaft an der Geographie von Manhattan interessieren? Ich komme fast jeden Tag an dem Apartmentgebäude vorbei. Ich weiß noch, wie der alte Kasten aussah, der an der gleichen Stelle stand und vor ein paar Jahren abgerissen wurde. Und wie der World Gym im zweiten Stock, in dem sich damals der Verleger Si Newhouse von Conde Nast (New Yorker, Vanity Fair, Vogue) auf dem Laufband abrackerte. Seit heute weiß ich, dass auch noch Sting in dem Hochhaus lebt. Nur warum mich diese Information interessieren sollte, weiß ich leider nicht.
Madonna wohnt zwei Straßen weiter am Central Park. Gesehen habe ich sie noch nie. Was viele Gründe haben kann, unter anderem, dass ich nicht vor ihrer Haustür herumhänge und warte, dass sie herauskommt. Dafür sind mir im Laufe der Jahre andere Figuren über den Weg gelaufen: Demi Moore, der man nachsagte, sie sei eng mit Madonna befreundet. Woody Allen, als er noch regelmäßig seine einstige Lebensgefährtin Mia Farrow besuchte, deren Wohnung ebenfalls in der Nähe liegt. Abgesehen von den Filmleuten, die man manchmal wie Jim Jarmusch sogar in der U-Bahn erspähen kann, sieht man Fernsehleute, die in den USA jeder kennt. Der ehemalige Clinton-Berater George Stephanopoulos, der jeden Sonntag eine Politik-Sendung moderiert, wanderte neulich durch unsere Straße und fummelte an seinem Blackberry herum. Lesley Stahl von 60 Minutes bediente sich am Bankautomaten um die Ecke. John McEnroe mit Kindern im Fitness-Center ein paar Häuser weiter. Und dann und wann hält einem einer von CNN ein Mikrofon ins Gesicht, und man erklärt ihnen, "Nein", man habe ihnen nichts zu sagen. CNN und ABC haben ihre Studios in unserer Gegend, die wir die Upper Westside nennen, was ein ziemlich langweiliger Name für ein Viertel ist, in dem sich die Metropolitan Opera befindet und das Museum of Natural History und jenes Stück vom Broadway, an dem sich drei hervorragende Feinkostläden um uns bemühen (in einem faszinierenden Konkurrenzkampf, in deren Rahmen alle drei immer größer und immer besser geworden sind). Nicht wegen Madonna, sondern wegen Leuten wie uns.
Seit gestern geht das Gerücht, dass auch Madonna-Freund Alex Rodriguez in die Nachbarschaft ziehen wird. Eine Geschichte, an der nur eines bemerkenswert ist: dass sie von einer Zeitung in London groß recherchiert und ausgewalzt wurde. Was könnte die Leser in London ernsthaft an der Geographie von Manhattan interessieren? Ich komme fast jeden Tag an dem Apartmentgebäude vorbei. Ich weiß noch, wie der alte Kasten aussah, der an der gleichen Stelle stand und vor ein paar Jahren abgerissen wurde. Und wie der World Gym im zweiten Stock, in dem sich damals der Verleger Si Newhouse von Conde Nast (New Yorker, Vanity Fair, Vogue) auf dem Laufband abrackerte. Seit heute weiß ich, dass auch noch Sting in dem Hochhaus lebt. Nur warum mich diese Information interessieren sollte, weiß ich leider nicht.
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11. Juli 2008
Nike-Fußball-Werbespot: Die lange Fassung
Eine ziemlich späte Verbeugung von dieser Stelle aus vor der Arbeit von Nike und Regisseur Guy Ritchie. Man muss dazu nicht viel erklären. Es ist ein Point-of-View-Film. Niemand weiß, wer der Spieler ist, der mit der Kamera unterwegs war. Diese Version ist der Director's Cut. Was vermutlich heißt, dass es in den Entwicklungsschritten der Kampagne mal eine lange Fassung gab, die so lange heruntergeschreddert wurde, bis sie in das Format kurzer Werbefenster passte. Wer nach diesem Video Lust auf mehr hat, kann sich diesen etwas älteren BMW-Spot anschauen. Die Pointe ganz am Schluss geht auf Kosten der Hauptdarstellerin, die aber im echten Leben vermutlich zuletzt lacht. Grinsen wird sie bereits über die jüngste Behauptung von Ex-Baseball-Profi Jose Canseco, wonach sie vor ein paar Jahren ein Kind von ihm haben wollte. Das erzählte er einem US-Magazin, nachdem er gelesen hatte, dass die Dame etwas mit seinem Erzfeind Alex Rodriguez gehabt haben soll.
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8. Juli 2008
Aus dem Wald zurück
Es ist noch nicht ganz klar, wo Alex Rodriguez überall in den Wald hinein gerufen hat. Aber dem Echo nach zu urteilen, dass wir derzeit vernehmen, muss es oft und viel gewesen sein. Der beste Baseballspieler diesseits des Mississippi klettert zwar weiterhin in der ewigen Home-Run-Statistik zielstrebig in Richtung Spitze und zog letzte Woche mit Mickey Mantle gleich, einem der ganz Großen des Spiels. Aber der Erfolg bleibt nicht ohne Folgen. Nicht ausgeschlossen, dass das Gedröhne sogar seine Leistungen beeinflusst. Aber der Reihe nach: Als erstes kam die Klatschgeschichte, wonach er ein Verhältnis zu niemand anderem als der Sängerin Madonna haben soll, was die Dame (verheiratet, Mutter von zwei Kindern) ein paar Tage später dementierte. Dann kam die Nachricht von der von seiner Frau Cynthia eingereichten Scheidung, zu der die Öffentlichkeit mittlerweile sogar Akteneinsicht nehmen kann. Und heute legte noch eine Stripperin aus Boston nach, die ihn einst nach und vor Red-Sox-Spielen nächtelang beim Entspannen half und das Gefühl hat, sie habe ihrer Mannschaft damals, im Jahr 2004, einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Denn die Red Sox gewannen das American League Championat gegen Rodriguez und die Yankees erst nach einem furiosen Comeback.Für A-Rod wird das größte Problem darin bestehen, sein Vermögen zusammenzuhalten. Die angedichteten und die tatsächlichen Verhältnisse werden eher seinen Ruhm mehren. Trophäen kommen schließlich in unterschiedlichen Ausführungen daher.
Blick zurück: Michael Jordan und das Thema "teure Scheidung"
Blick zurück: A-Rod, der unbeliebte Star
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27. März 2008
Alex - oder so ähnlich
Jeder kann herausfinden, welcher amerikanische Baseball-Profi ihm typmäßig am meisten ähnelt. Das dürfte besonders für Leute interessant sein, die keine Ahnung von dem Spiel haben. Und die nicht wissen, wer wer ist. Ich streue jedenfalls schon mal Asche auf mein Haupt. Denn das kam dabei heraus, als ich die Fragen des Computers beantwortet habe. 
Find out Which Major Leaguer Are You at LiquidGeneration.com!
Alex Rodriguez ist übrigens der neueste Schlagzeilenlieferant der von seinem ehemaligen Mannschaftkollegen Jose Canseco im Rahmen der PR für seines zweites Buch losgetretenen Dopingverdächtigungen. Cansecos erstes Buch Juiced, das ihm den Ruhm eines Verräters in der Branche eingebracht hat, wurde von den darin Benannten und Beschuldigten pauschal als Unsinn abgetan. Inzwischen wissen wir, wie wahr das alles gewesen muss.

Find out Which Major Leaguer Are You at LiquidGeneration.com!
Alex Rodriguez ist übrigens der neueste Schlagzeilenlieferant der von seinem ehemaligen Mannschaftkollegen Jose Canseco im Rahmen der PR für seines zweites Buch losgetretenen Dopingverdächtigungen. Cansecos erstes Buch Juiced, das ihm den Ruhm eines Verräters in der Branche eingebracht hat, wurde von den darin Benannten und Beschuldigten pauschal als Unsinn abgetan. Inzwischen wissen wir, wie wahr das alles gewesen muss.
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16. Dezember 2007
Der Klingelbeutel: Eine Null weniger
PSSST....DIE MIAMI DOLPHINS haben nach 13 Niederlagen ihr erstes Spiel in dieser Saison gewonnen. Damit haben sie ganz knapp die Chance verpasst, sich zum zweiten Mal mit einer Null in die Rekordlisten der NFL einzutragen. In seinem bisher besten Jahr - 1972 - blieb der Club die ganze Saison über ungeschlagen und gewann den Super Bowl. Die New England Patriots hielten sich die Tür offen, in dieser Saison das gleiche hinzubekommen. Sie schlugen die New York Jets.
DER KOMMENDE Baseball-Home-Run-König Alex Rodriguez hat bei CBS in der Sendung 60 Minutes nicht nur erzählt, weshalb er darauf verzichtete, sich bei der Vertragsverlängerungsverhandlung mit den New York Yankees selbst zu vertreten und seinen Agenten zu Hause zu lassen. Er hat auch bestritten, jemals leistungsfördernde Mittel genommen zu haben. Er sagte sinngemäß,
er sei immer gut genug gewesen und musste sich keine Gedanken über etwas Nachhilfe machen. Was man womöglich glauben kann. Aus seiner Sicht besteht Baseball zu 90 Prozent aus mentaler Leistung.
RUNNING BACK Warrick Dunn von den Atlanta Falcons (rechts) hat neulich etwas extrem Ungewöhnliches getan. Er ging ins Gefängnis, um den zum Tode verurteilten Mörder seiner Mutter zu treffen. Die Tat im Jahre 1993 zwang den Teenager, sich um seine Geschwister zu kümmern. Trotz der Last und Verantwortung gelang ihm eine beachtliche Karriere als Footballspieler.
MAN KANN DIE FRAGE ja mal stellen: Sollte es Männern, die das seltsame Bedürfnis haben, in ihrer Freizeit Trikots von Clubs zu tragen, gestattet sein, sich in Hemden der Frauen-Basketball-Liga WNBA zu zeigen?(via Deadspin). Unsere Antwort ist schnell gegeben: Keine Trikots. Niemals. Egal wo und unter welchen Umständen. Es gibt nichts Dümmeres als diese durchkommerzialisierte Fankultur.
DER KOMMENDE Baseball-Home-Run-König Alex Rodriguez hat bei CBS in der Sendung 60 Minutes nicht nur erzählt, weshalb er darauf verzichtete, sich bei der Vertragsverlängerungsverhandlung mit den New York Yankees selbst zu vertreten und seinen Agenten zu Hause zu lassen. Er hat auch bestritten, jemals leistungsfördernde Mittel genommen zu haben. Er sagte sinngemäß,
er sei immer gut genug gewesen und musste sich keine Gedanken über etwas Nachhilfe machen. Was man womöglich glauben kann. Aus seiner Sicht besteht Baseball zu 90 Prozent aus mentaler Leistung.RUNNING BACK Warrick Dunn von den Atlanta Falcons (rechts) hat neulich etwas extrem Ungewöhnliches getan. Er ging ins Gefängnis, um den zum Tode verurteilten Mörder seiner Mutter zu treffen. Die Tat im Jahre 1993 zwang den Teenager, sich um seine Geschwister zu kümmern. Trotz der Last und Verantwortung gelang ihm eine beachtliche Karriere als Footballspieler.
MAN KANN DIE FRAGE ja mal stellen: Sollte es Männern, die das seltsame Bedürfnis haben, in ihrer Freizeit Trikots von Clubs zu tragen, gestattet sein, sich in Hemden der Frauen-Basketball-Liga WNBA zu zeigen?(via Deadspin). Unsere Antwort ist schnell gegeben: Keine Trikots. Niemals. Egal wo und unter welchen Umständen. Es gibt nichts Dümmeres als diese durchkommerzialisierte Fankultur.
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Warwick Dunn
19. November 2007
Der Klingelbeutel: Meineid, Deineid, Seineid
Nachdem die Staatsanwaltschaft von San Francisco Anklage gegen den Baseballprofi Barry Bonds wegen Meineid erhoben hat, lohnt es sich, den Scheinwerfer auf den Ermittler zu richten, der seit mehreren Jahren den BALCO-Fall auf allen Haupt- und Nebengeleisen vorangetrieben hat. Da wir das bereits im Jahre 2004 in der FAZ getan haben, fällt es etwas schwer, das alles noch mal zu wiederholen. Also hier dann ein Blick auf die aktuelle Geschichte in der New York Times. Sie bringt ein seltendes Foto von jenem Strafverfolger, der Marion Jones und Victor Conte und vielen anderen unerbittlich nachgesetzt hat.
Hinreichend bekannt unter Leuten, die den amerikanischen Sport verfolgen: Der Fluch, den jemand vefällt, wenn er auf dem Titel der Zeitschrift Sports Illustrated aufgetaucht ist. Und der Madden Curse, der etwas mit dem populären Football-Videospiel zu tun hat. Jetzt neu: Die geschäftsschädigende Wirkung der anspruchsvollen Zeitschrift The New Yorker, die neulich den mächtigen Baseball-Agenten Scott Boras in einem wirklich lebenswerten Porträt ausleuchtete. Der Autor hatte Zeit und Zugang. Nun feuerte der Pitcher Kenny Rogers Boras und beschloss, Vertragsserhandlungen alleine zu führen. Und auch sein prominentester Mandant - Alex Rodriguez oder auch A-Rod genannt - marschiert auf eigenen Wegen.
Das war kein gutes Wochenende für Boston: die Fußballer von New England Revolution haben die Meisterschaft verpasst. Und die bislang ungeschlagenen Celtics aus der NBA mussten die erste Niederlage hinnehmen. Angesichts der vorausgegangenen Erfolgsserien (noch intakt: der streak der Patriots in der NFL) und der Meisterschaft der Boston Red Sox werden plötzlich junge Republikaner ganz hibbelig. Einer glaubt: Präsidentschaftskandidat Mitt Romney (war bisher Gouverneur in Massachusetts, davor Chef des Organisationskomitees der Olympischen Spiele von Salt Lake City) habe demnach ebenfalls die besten Karten, um die Vorwahlen zu gewinnen, die im Januar beginnen. Kann schon sein. Der bislang populärste Konkurrent in seiner Partei, der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, hat noch sehr viele Probleme vor sich. Und dass der angebliche lebenslange Yankees-Fan neulich erklärte, er halte den Red Sox bei der World Series die Daumen, hat seine Populariät auch nicht befördert. Dafür wurde er als eindeutiger Opportunist geoutet.
Hinreichend bekannt unter Leuten, die den amerikanischen Sport verfolgen: Der Fluch, den jemand vefällt, wenn er auf dem Titel der Zeitschrift Sports Illustrated aufgetaucht ist. Und der Madden Curse, der etwas mit dem populären Football-Videospiel zu tun hat. Jetzt neu: Die geschäftsschädigende Wirkung der anspruchsvollen Zeitschrift The New Yorker, die neulich den mächtigen Baseball-Agenten Scott Boras in einem wirklich lebenswerten Porträt ausleuchtete. Der Autor hatte Zeit und Zugang. Nun feuerte der Pitcher Kenny Rogers Boras und beschloss, Vertragsserhandlungen alleine zu führen. Und auch sein prominentester Mandant - Alex Rodriguez oder auch A-Rod genannt - marschiert auf eigenen Wegen.
Das war kein gutes Wochenende für Boston: die Fußballer von New England Revolution haben die Meisterschaft verpasst. Und die bislang ungeschlagenen Celtics aus der NBA mussten die erste Niederlage hinnehmen. Angesichts der vorausgegangenen Erfolgsserien (noch intakt: der streak der Patriots in der NFL) und der Meisterschaft der Boston Red Sox werden plötzlich junge Republikaner ganz hibbelig. Einer glaubt: Präsidentschaftskandidat Mitt Romney (war bisher Gouverneur in Massachusetts, davor Chef des Organisationskomitees der Olympischen Spiele von Salt Lake City) habe demnach ebenfalls die besten Karten, um die Vorwahlen zu gewinnen, die im Januar beginnen. Kann schon sein. Der bislang populärste Konkurrent in seiner Partei, der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, hat noch sehr viele Probleme vor sich. Und dass der angebliche lebenslange Yankees-Fan neulich erklärte, er halte den Red Sox bei der World Series die Daumen, hat seine Populariät auch nicht befördert. Dafür wurde er als eindeutiger Opportunist geoutet.
9. November 2007
Kobe vs. A-Rod: Die Abrechnung
Ich bin sicher, es gibt reichlich American-Arena-Leser, die sich sehr gut in den Katakomben des amerikanischen Sportalltags auskennen und die sich dann vermutlich auch für solche Analysen interessieren wie die von Jemele Hill auf Page 2. Genauso wie für die Replik eines Bloggers, der der Dame das ganze Gedankengebäude aus den Angeln nimmt. Mir gefallen solche Dispute - erstens - weil es so etwas in der Vor-Blog-Zeit gar nicht gab. Da bekam man als Autor allenfalls einen spitzfindigen Leserbrief und der lieferte meistens nur eine angehäufte Form von Ärger und Zorn nach dem Motto: Man habe keine Ahnung und schlimmer ging's wohl nicht. Das war geistig nicht sehr anregend. Zweitens produzieren sie erfrischende Gedanken. Ich bin noch immer ganz begeistert von diesem Spruch über Baseball im Kontext zweier moralphilosophischen Theorien, der von Ayn Rand und von Adam Smith:
Um was geht es? Eigentlich um nichts Geniales. Frau Hill hat die Verhaltensmuster und Persönlichkeitsmerkmale des Basketballers Kobe Bryant und des Baseballers Alex Rodriguez miteinander verglichen, die beide als ziemlich eitle Individuen gelten (und als Top-Typen in ihren Sportarten, was sich im Fall von Bryant übrigens leicht wiederlegen lässt). Und dabei kommt sie zu dem Schluss, dass Bryant der bessere Mensch sei, weil von seinen Anstrengungen und seinem Ehrgeiz seine Mannschaft - die Los Angeles Lakers - profitieren, während A-Rods Leistungen angeblich zeigen, dass Teams wie die Seattle Mariners, Texas Rangers und präsumptiv dann auch demnächst die New York Yankees ohne ihn besser dran sind.
Fire Jay Mariotti (benannt nach dem aufgeblähten Egomanen, der mehrfach die Woche in der Chicago Sun-Times schreibt und hin und wieder in ESPNs Around the Horn auftaucht), zersägt diese Behauptung auf eine bravouröse Weise (wenn auch nicht immer sehr gentlemanhaft geschrieben). Das schönste steht gleich am Anfang des Beitrags: Rodriguez verdient gar nicht mehr Geld als Bryant, wie immer angenommen wird, wenn man nur die Gehälter vergleicht. Bryant ist der Absahner von den beiden. Und so geht es munter weiter: mit Hinweisen darauf, dass Rodriguez nicht die Bälle pitcht, die dann von den Gegnern zu Home Runs verwertet werden. Und darauf dass A-Rod zwischendurch signalisiert hat, dass er unter bestimmten Umständen sogar auf einen Teil seines Honorars verzichten würde. Und dass die Lakers, seit Bryant Shaquille O'Neal weggebissen hat, rein gar nichts Bemerkenswertes auf die Beine gestellt haben.
Blick zurück: Ein anderer Fall von ESPN-Sense: Scoop Jackson
"Baseball ist großartig, weil es die einzige Sportart ist, bei der sich jeder Spieler auf dem Platz völlig eigennützig verhalten kann und das tun, was ihren persönlichen Wert auf ein Maximum steigert, und das dann auch noch im Interesse der Mannschaft ist. Jede andere Sportart produziert eine Nullsumme, bei der jeder Schuss von einem Spieler einem Mannschaftskollegen die Chance auf seine Möglichkeit nimmt. Im Baseball gibt du mit einem Hit einem Mannschaftskollegen eine Chance...Wenn Ayn Rand und Adam Smith gefickt hätten, hätte sie einen Baseball zur Welt gebracht."Womit wir bei dem dritten Aspekt sind: Andere Menschen - wie unsereins - können dann auch noch an diesen öffentlichen Streitgesprächen teilhaben und darüber schreiben.
Um was geht es? Eigentlich um nichts Geniales. Frau Hill hat die Verhaltensmuster und Persönlichkeitsmerkmale des Basketballers Kobe Bryant und des Baseballers Alex Rodriguez miteinander verglichen, die beide als ziemlich eitle Individuen gelten (und als Top-Typen in ihren Sportarten, was sich im Fall von Bryant übrigens leicht wiederlegen lässt). Und dabei kommt sie zu dem Schluss, dass Bryant der bessere Mensch sei, weil von seinen Anstrengungen und seinem Ehrgeiz seine Mannschaft - die Los Angeles Lakers - profitieren, während A-Rods Leistungen angeblich zeigen, dass Teams wie die Seattle Mariners, Texas Rangers und präsumptiv dann auch demnächst die New York Yankees ohne ihn besser dran sind.
Fire Jay Mariotti (benannt nach dem aufgeblähten Egomanen, der mehrfach die Woche in der Chicago Sun-Times schreibt und hin und wieder in ESPNs Around the Horn auftaucht), zersägt diese Behauptung auf eine bravouröse Weise (wenn auch nicht immer sehr gentlemanhaft geschrieben). Das schönste steht gleich am Anfang des Beitrags: Rodriguez verdient gar nicht mehr Geld als Bryant, wie immer angenommen wird, wenn man nur die Gehälter vergleicht. Bryant ist der Absahner von den beiden. Und so geht es munter weiter: mit Hinweisen darauf, dass Rodriguez nicht die Bälle pitcht, die dann von den Gegnern zu Home Runs verwertet werden. Und darauf dass A-Rod zwischendurch signalisiert hat, dass er unter bestimmten Umständen sogar auf einen Teil seines Honorars verzichten würde. Und dass die Lakers, seit Bryant Shaquille O'Neal weggebissen hat, rein gar nichts Bemerkenswertes auf die Beine gestellt haben.
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7. November 2007
Schöner Wohnen
Wir berichten selten genug über die Immobiliengeschäfte der Stars, obwohl das sicher viele Leute interessiert. Wegen Geld und Glamour und so. Aber da wir vor einer Weile den Versuch von Shaquille O'Neal erwähnt haben, seine Riesen-Villa in Miami loszuschlagen (wie sich später herausstellte, hatte das mit der Scheidung zu tun), soll dann auch diese Meldung zur Komplettierung nachgereicht werden: Alex Rodriguez, der Golden Boy des amerikanischen Sportgeschäfts, der soeben seinen Vertrag mit den New York Yankees sausen ließ (weil er sich ausmalt, dass er woanders noch mehr bekommt als 25 Millionen Dollar im Jahr) wird Shaq wohl den Palast von der Hand nehmen. Der Preis ist auf rund 25 Millionen Dollar gefallen. A-Rod hat bislang ein pied-à-terre in Miami, das nur halb so groß ist. Welche Gründe Kobe Bryant haben könnte, sich für das riesige Anwesen von Michael Jordan zu interessieren (Foto: siehe hier), das sich außerhalb von Chicago befindet, ist nicht klar. Es sei denn, er weiß etwas, was sonst noch niemand weiß: daß er demnächst für die Bulls spielt, die momentan so aussehen, als ob sie einen Weckruf gebrauchen könnten. Auch Jordan hat eine Scheidungssache laufen und braucht die Anlage nicht mehr.Die Nachricht des Tages rund um Alex Rodriguez allerdings hat nichts mit schöner Wohnen zu tun, sondern mit Vertragsrecht. Die Yankees überlegen gerade, ob sie nicht einfach die Rechte an ihrem Third Baseman im Rahmen eines Schiedsgerichtsverfahrens (arbitration) beanspruchen sollen, was aufgrund des Tarifvertrags theoretisch möglich ist. Der Spieler wiederum kann das ablehnen. In einem solchen Fall aber bekämen die Yankees zwei Draftplätze von dem Team, das mit Rodriguez handelseinig wird. Es kann sogar theoretisch noch zu einer anderen Lösung kommen. Aber weil das alles wirklich viel zu hypothetisch und zu kompliziert ist, empfehlen wir unentwegten Baseballkundigen die Lektüre dieses Artikels in der New York Post.
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29. Oktober 2007
Red Sox gewinnen World Series - A-Rod macht von sich reden
So kurz und bündig wie die Boston Red Sox die World Series gewonnen haben, gibt es dann hier ebenso kurz und bündig das Resultat des letzten Spiels: 4:3 für die Red Sox, die erneut den Colorado Rockies in den vielen kleinen Dingen der hohen Baseballkunst überlegen waren.
Die Nachricht des Abends kommt aus New York: Die Wege von Alex Rodriguez und den New York Yankees trennen sich. A-Rod wollte nicht zu den alten Konditionen mit ein paar Millionen Aufschlag verlängern. Die Yankees sahen keinen Sinn darin, einen völlig neuen Deal auf die Beine zu stellen. Denn auf diese Weise hätten sie den enormen finanziellen Nachlass verloren, denen ihnen die Texas Rangers gewähren. Die Rangers hatten Rodriguez ursprünglich den 250-Millionen-Dollar-Wahnsinnskontrakt eingeräumt, dann aber nach einem Club gesucht, der ihnen die Last abnimmt. Es fanden sich nur George Steinbrenners Club und auch nur unter der Vorausetzung, dass die Rangers weiterhin knapp ein Drittel des Gehalts bezahlen. Welcher Club nun einsteigt, ist schwer zu sagen. Die Boston Red Sox haben die Mittel, aber theoretisch auch einen hervorragenden Third Baseman (Mike Lowell), der zum Most Valuable Player der World Series ernannt wurde. Allerdings ist der mit dem heutigen Tag Free Agent geworden. Das Tauziehen möge beginnen.
Die Nachricht des Abends kommt aus New York: Die Wege von Alex Rodriguez und den New York Yankees trennen sich. A-Rod wollte nicht zu den alten Konditionen mit ein paar Millionen Aufschlag verlängern. Die Yankees sahen keinen Sinn darin, einen völlig neuen Deal auf die Beine zu stellen. Denn auf diese Weise hätten sie den enormen finanziellen Nachlass verloren, denen ihnen die Texas Rangers gewähren. Die Rangers hatten Rodriguez ursprünglich den 250-Millionen-Dollar-Wahnsinnskontrakt eingeräumt, dann aber nach einem Club gesucht, der ihnen die Last abnimmt. Es fanden sich nur George Steinbrenners Club und auch nur unter der Vorausetzung, dass die Rangers weiterhin knapp ein Drittel des Gehalts bezahlen. Welcher Club nun einsteigt, ist schwer zu sagen. Die Boston Red Sox haben die Mittel, aber theoretisch auch einen hervorragenden Third Baseman (Mike Lowell), der zum Most Valuable Player der World Series ernannt wurde. Allerdings ist der mit dem heutigen Tag Free Agent geworden. Das Tauziehen möge beginnen.
23. September 2007
A-Rod und die Cubs - ein pikantes Gerücht
Die Quelle ist nicht die übliche Pipeline für Sportklatsch, sondern eine seriöse und sehr lesenswerte General-Interest-Zeitschrift namens New York Magazine. Das macht die Information so bemerkenswert: Alex Rodriguez, der bestbezahlte Baseballprofi und zur Zeit im Dienst der New York Yankees, verhandelt angeblich mit den Chicago Cubs. Sein alter Vertrag über 252 Millionen Dollar und zehn Jahre, den er ursprünglich mit den Texas Rangers abgeschlossen hatte, besitzt eine Klausel, die ihm erlaubt, am Ende dieser Saison seiner Wege zu gehen (natürlich ohne die ausstehenden garantierten Bezüge). Das neue Angebot liegt angeblich bei 30 Millionen Dollar im Jahr und schließt einen völlig neuen Dreh ein: Dass der Shortstop (der in New York wegen Derek Jeter Third Baseman spielen muss) einen Anteil am Club erhält. Die Geschichte ist pikant. Denn offiziell hat der mächtige Agent von A-Rod, Scott Boras, gar nicht das Recht, zu diesem Zeitpunkt Gespräche mit wem auch immer zu führen.
Blick zurück: Vor der Saison war A-Rod in New York kein bisschen beliebt, inzwischen mögen sie ihn
Blick zurück: Vor der Saison war A-Rod in New York kein bisschen beliebt, inzwischen mögen sie ihn
3. Juni 2007
Der Mann hinter den Boston Red Sox verbrennt sein Geld
Das eigentliche Ziel von Investmentfirmen ist Geld zu vermehren und nicht zu verbrennen. Das ist John W. Henry, dem Haupteigentümer der Boston Red Sox, über weite Strecken seiner Karriere auch gelungen. Aber kaum konnte das Baseball-Team Ende 2004 das Martyrium einer mehr als achtzigjährigen Flaute beenden und die World Series gewinnen, da ging es mit Mr. Henry bergab. Sein größter Aktienfonds, Strategic Allocation, hat seitdem nominell mehr ein Drittel verloren. Ein weiterer mit Namen GlobalAnalytics sank um 20 Prozent. Und das obwohl der Aktienmarkt in den USA in er gleichen Zeit stetig nach oben kletterte. Noch dramatischer ist der Verlust an Kapital, dass Henry im Auftrag von Kunden verwaltet: Das ging von gigantischen 3,3 Milliarden Dollar auf fast anämische 500 Millionen Dollar zurück. Entsprechend schrumpfen die Gebühren, die Henry seinen Kunden abknöpfen kann, um sich solche Vergnügungen wie dieses legendäre Baseball-Team zu leisten.Übrigens: die Red Sox spielen in diesem Jahr wieder ausnehmend gut. Ganz im Unterschied zu den Yankees, bei denen Alex Rodriguez ("A-Rod") allenfalls durch seine Kontakte zu männlich wirkenden Frauen auffällt, mit denen er nicht verheiratet ist (neuer Spitzname: "Stray-Rod"). Die jüngste Gefährtin kann man sich sowohl auf den Seiten der New Yorker Boulevardblätter anschauen als auch in ihrer puren Form auf diesen Seiten. Während dessen profiliert sich Red-Sox-Pitcher Curt Schilling immer mehr als Alpha-Blogger. Er kommt mit 38 Pitches nach Angaben von technorati auf mehr als 2000 Links. Das dürfte über allem liegen, was einem bekannten Sportler bislang auf die Beine gestellt hat.
Blick zurück: New York und die Beziehung der Fans zum teuersten Baseballprofi der Welt
Blick zurück: Das Sockenprogramm in Boston und Schillings Intimfeind
21. April 2007
Bomben und Baseball: Eine explosive Mischung
Wenn einem Reporter die Phantasie durchgeht, drohen irgendwann Konsequenzen. Der Radiomann John Sterling ließ neulich seiner Begeisterung freien Lauf, als er einen Home Run von Alex Rodriguez, dem hochbezahlten, aber bislang ungeliebten Third Baseman der New York Yankees, als "A-Bomb" bezeichnete. Rodriguez hat den Spitznamen "A-Rod". Daraufhin fragten sich einige laut, ob dem Kommentator so etwas eventuell auch in einem Match gegen den japanischen Pitcher Daisuke Matsuzaka ("Dice-K") passieren würde. Die Sache wäre mehr als peinlich. A-Bomb ist ein Kurzwort für Atombombe. Die Amerikaner warfen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gleich zwei davon auf die Industriestädte Hiroshima und Nagasaki, in dessen Inferno 155.000 Menschen unmittelbar ums Leben kamen. Weitere 110.000 Menschen starben innerhalb weniger Wochen an den Folgen radioaktiver Verstrahlung und geschätzte 100.000 weitere dürften an Folgeschäden in den Jahren und Jahrzehnten langsam zu Grunde gegangen sein. Das Audio-Zitat gibt es hier (via SportsbyBrooks)
"A-Rod" hat übrigens einen berauschenden Saisonstart vollbracht. Seine Home-Run-Bilanz steht bereits bei zwölf. Aber vor allem die Art und Weise, wie er mit seinen Treffern noch Spiele spät im neunten Inning zu Gunsten seiner Mannschaft dreht, hat die Zahl seiner Fans in New York rubbeldiekatz sagen wir mal verdoppelt. Wer weiß, ob ihm das öffentliche Genöle endlich so zugesetzt hat, so dass er sich darauf besann, seinen vielen Widersachern zu zeigen, was er kann. Er selbst schweigt sich dieser Tage lieber, trabt ausgelassen von Base zu Base und genießt die Ovationen.
Blick zurück: Wie A-Rod im Spring Training seine privaten Probleme mit Mannschaftskollege Derek Jeter abhandelte
"A-Rod" hat übrigens einen berauschenden Saisonstart vollbracht. Seine Home-Run-Bilanz steht bereits bei zwölf. Aber vor allem die Art und Weise, wie er mit seinen Treffern noch Spiele spät im neunten Inning zu Gunsten seiner Mannschaft dreht, hat die Zahl seiner Fans in New York rubbeldiekatz sagen wir mal verdoppelt. Wer weiß, ob ihm das öffentliche Genöle endlich so zugesetzt hat, so dass er sich darauf besann, seinen vielen Widersachern zu zeigen, was er kann. Er selbst schweigt sich dieser Tage lieber, trabt ausgelassen von Base zu Base und genießt die Ovationen.
Blick zurück: Wie A-Rod im Spring Training seine privaten Probleme mit Mannschaftskollege Derek Jeter abhandelte
21. Februar 2007
Im Baseball gehen die Uhren anders: Die Akte A-Rod
Man kann sagen: Football ist populärer. Und ganz normale NASCAR-Rennen haben mehr Zuschauer. Man kann sagen: die Gehälter sind astronomisch und das Interesse der Spieler daran, einander mit Hilfe von Anabolika, gekorkten Schlägern und eingeschmutzten Bällen zu übervorteilen, ist nahezu kriminell. Aber dann würde man trotzdem nicht verstehen, was Amerikaner an Baseball und vor allem auch an professionellem Baseball finden, und nicht erklären können, weshalb die Beschäftigung mit dem Spiel soviele spirituelle Metaphern produziert. Diese quasi-religiöse Antenne, die da bei etwa 50 Millionen Menschen ausfährt, wenn sie ins Stadion gehen, entspricht interessanterweise einem anderen Phänomen: Kein Land in der westlichen Welt hat - relativ gesehen - so viele Kirchgänger. Sie sind aufgesplittert in hunderte von Konfessionen, aber hängen einmal die Woche irgendwie alle an demselben Aufladegerät.
Sicher, der kleinstädtische Baseballfan ist anders. Für den sind die Spiele aus der Show nicht mehr als ein fernes faszinierendes Echo, das er früher abends über Mittelwelle im Transistorradio aufgeschnappt hätte und das heute in den Übertragungen auf den hinteren Kabelkanälen schleppender wirkt denn je. Aber es gibt ja auch die großen Städte mit ihren Retro-Stadien, in denen ein heimeliges, launiges Gefühl entsteht, wo das Schleppende einfach unwiderstehlich wirkt. Wo gibt es das noch? Ein Spiel, bei dem die Zeit so langsam vergeht, dass man denkt: Sie steht still.Es gibt andere Anzeichen dafür, wie gemächlich die Zeit vergeht: Man denke nur an die seit drei Jahren anhaltenden Antipathien zwischen zwei der prominentesten Baseball-Profis Amerikas: Derek Jeter und Alex Rodriguez. Würde Rodriguez, genannt A-Rod, für die Boston Red Sox spielen oder die Baltimore Orioles, dann wäre das Verhältnis der beiden zueinander weit weniger quälend. Die beiden würden einander die Bälle um die Ohren ballern. Und die Fans würden sich an der Rivalität ergötzen. Dummerweise hat der wohlhabende Club-Besitzer George Steinbrenner die beiden dazu verdammt, für dieselbe Mannschaft zu spielen. Und so gehen sie jeden Sommer, Abend für Abend, für die New York Yankees auf den Platz.
Das Problem, das die beiden miteinander haben, lässt sich an zwei höchst widersprüchlichen Details nachzeichnen. Auf der einen Seite ist Rodriguez nicht nur der am besten bezahlte Baseball-Profi, der im Jahr 2000 (damals bei den Texas Rangers) einen Zehn-Jahres-Vertrag über 252 Milionen Dollar erhalten hatte, er ist auch der Spieler mit dem besten Sammelsurium an
Leistungsdaten: Keiner hat in den letzten zehn Jahren mehr Home Runs, Runs Batted In, Total Bases und Extra-Base-Hits verbucht. Wenn er so weiter macht, könnte er gleich in drei Prestige-Kategorien folgende Legenden überholen: Hank Aaron (Home Runs), Ricky Henderson (Runs Scored) und Pete Rose (Hits).Auf der anderen Seite steht diese dicke fette statistische Größe: Null. A-Rod hat noch nie die World Series gewonnen, nicht mit den Seattle Mariners, nicht mit den Texas Rangers und auch nicht mit den New York Yankees, was wirklich eine Kunst ist, denn diese Mannschaft ist so pickepackevoll mit Qualität besetzt wie der FC Chelsea. Nicht nur das: Vor der Zeit mit Rodriguez gewannen die Yankees jahrelang fast immer.
Womit wir zu dem Phänomen kommen, das Sportlern in anderen Sportarten nur sehr selten gelingt: Man kann im Baseball auf eigene Rechnung extrem gut aussehen, ohne dass die eigene Mannschaft davon profitiert. Bei den Yankees allerdings fällt so etwas - unangenehm - auf. In New York gibt es zu viele Reporter und Zeitungen, die überhaupt keine quasi-religiösen Empfindungen hegen, wenn sie ins Stadion gehen. Sie haben keine Ehrfurcht vor einem Statistik-Weltmeister. Sie wollen Meisterschaften sehen. Und sie können Statistiken lesen, die besagen, dass Rodriguez in Spielsituationen, in denen es darum geht, einen Vorsprung herauszuarbeiten oder einen knappen Rückstand aufzuholen, nicht viel leistet.
Warum aber steht A-Rod in der Schusslinie, wo doch in jeder Mannschaft der American League mindestens zehn Leute mitmischen (wenn man den Designated Hitter einrechnet)? Man muss nur ein bisschen zurückblättern ins Jahr 2000, als Rodriguez in Texas den Monster-Vertrag aushandelte und dabei auch mit den New York Mets buhlte und dort Folgendes verlangte: eine eigene Luxus-Loge im Shea Stadium für die Freunde, ein Privatflugzeug, damit er nicht mit dem Mannschaftsflieger reisen muss, ein großes Zelt während des Trainingslagers in Florida, um dort spezielles Rodriguez-Merchandising zu verkaufen, ein vierköpfiges Marketing-Team, um die außersportlichen Geschäfte abzuwickeln, und eine Garantie, dass er in New York auf mehr Werbetafeln zu sehen sein würde als der Publikumsliebling der Yankees, der bereits erwähnte Derek Jeter.Jeter hatte als Platzhirsch natürlich kein Interesse daran, sich von einer Primadonna wie A-Rod in den Schatten stellen zu lassen, als Steinbrenner vier Jahre danach Rodriguez holte. Er ist nämlich einer, der sich die Hände dreckig macht (und auch das Trikot) und der es im Testosteron-Department mit jedem aufnimmt, wenn auch nicht immer auf die laute Tour. A-Rod wurde also nicht Shortstop, das war Jeters Platz, sondern Third Baseman. A-Rod wurde auch nicht die Nummer 3 in der Reihenfolge der Spieler am Schlag (Batting Line-Up), was die zentrale Position im Angriff ist. A-Rod wurde Schönspieler, Einzelgänger, Weichei, Dekoration - und der Hauptschuldige für die Pleiten in den Playoffs.
In diesen Tagen würden die Zeitungen in New York die seltsame Ehe am liebsten sprengen. Aber die Spieler reden wie die besten Diplomaten im Auswärtigen Amt. Gemeckert wird nie. Gelobt wird in abgewogenen Sätzen. Man will es wohl miteinander versuchen. Man muss es wohl auch. Denn dass andere Teams ihnen diese Last abnehmen, ist kaum anzunehmen. Nicht, wenn sie schlau sind. Je mehr sich die Yankees miteinander beschäftigen, desto besser sind die Chancen für die anderen.
Blick zurück: Derek Jeter kommt gut an - vor allem bei den Film- und Gesangsstars
13. Oktober 2006
Wieder ein Yankees-Spieler in Flugzeugunglück verwickelt
Erst fliegt einer der Pitcher in ein Hochhaus. Dann sitzt der Third Baseman in einem Flugzeug, das im kalifornischen Burbank über die Landebahn hinausschießt. Das ist die Strähne der New York Yankees. Die Nachricht über den Zwischenfall lief gerade in den Fernsehnachrichten. Natürlich mit Bildern vom Schaden. Der betroffene Spieler - Baseball bestbezahlter Spieler namens Alex Rodriguez - kam mit dem Schrecken davon. Genauso wie die anderen Passagiere und die Besatzungsmitglieder der Gulfstream. Der Jet war von einem speziellen Notfallsystem am Ende der Landebahn aufgehalten worden.
Labels:
Alex Rodriguez,
Flugzeug-Unfall,
New York Yankees
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