In eigener Sache: Nachdem sich in diesem Sommer eine Menge auf dem Transfermarkt in der NBA getan hat, war es an der Zeit, die Aktivität und die Hintergründe für das nervöse Hin und Her auszuleuchten. Der Beitrag für die FAZ zu dem Thema wurde heute bei faz.net hochgeladen. Man kann bei einer solchen Gelegenheit in einer Tageszeitung, in der die NBA eine Nebenrolle spielt, die Flut der Ereignisse nicht auch nur annähernd im Detail abhandeln. Man muss sich schlichtweg für einen eigenen und ganz besonderen Themenzuschnitt entscheiden und durch den die bemerkenswerten Facetten auffächern.Die meisten würden in einer solchen Situationen vermutlich den Schwerpunkt im Text auf den Wechsel von namhaften Figuren wie Shaquille O'Neal (von den Phoenix Suns zu den Cleveland Cavaliers), Vince Carter (von den New Jersey Nets zu den Orlando Magic), Rasheed Wallace (von den Detroit Pistons zu den Boston Celtics) legen. Ich persönlich habe nichts gegen solch eine Herangehensweise, finde aber den Drang nach der Beschäftigung mit den großen Namen eher fad. Was sollen die uns auch schon aufzeigen? Bei solchen Geschäften wird doch nur eine einzige konzeptionelle Überlegung umgesetzt: Die klassische Arbeitshypothese von Clubverantwortlichen, die darauf spekulieren, ihre schon ziemliche gute Mannschaft durch die Verpflichtung eines ausgewiesenen älteren Einzelkönners um jenen Hauch besser zu machen. der ihnen gefehlt hat, um den Titel zu gewinnen. Wenn das drei Manager gleichzeitig machen, wird das am Ende für mindestens zwei von denen trotzdem zu einem Fehlschlag. Es gibt ja jedes Jahr nur einen Champion. Darüber zu spekulieren, wer das am Ende sein wird – die Cavaliers, die Celtics oder die Magic (oder vielleicht doch die Lakers) finde ich journalistisch ziemlich uninteressant. Selbst wenn sich die meisten NBA-Fans vermutlich am liebsten sehr gerne über solche Fragen unterhalten.
Da finde ich schon sehr viel interessanter und anregender, solch ein Thema aus einem etwas anderen Blick anzugehen. Zumal uns naturgemäß die Aussichten von Dirk Nowitzki auf eine Meisterschaft immer noch am meisten beschäftigen. Und in dem Zusammenhang gab es diesen, wie ich fand, sehr vielversprechenden und erst am Montag abgeblockten Versuch des Clubs, den Polen
Theoretisch hätte man den Artikel auch komplett auf die Orlando Magic zupitzen können, denn deren Einkaufspolitik (sie haben auch noch Brandon Bass verpflichtet, der zuletzt in Dallas als Ausputzer am Brett geglänzt hatte) ist wirklich bemerkenswert. Aber, ehrlich gesagt: Dazu ist noch Zeit, wenn sich abzeichnet, ob sich diese Investitionen gelohnt haben oder ein Schlag ins Wasser waren. Ich sah zunächst vor allem im Los des nunmehr ziemlich reichen, aber auch ziemlich traurigen Marcin Gortat die faszinierendere Schnittmenge eines hyperaktiven Trade-Sommers.
Übrigens auffällig, wenn auch nicht leicht in einen unmittelbaren Zusammenhang zu bringen: In diesem Jahr drehte sich nach dem Ende der Saison in der NBA das Trainerkarussell nur mäßig (anders als in den ersten Wochen der Spielzeit, als gleich sechs Leute ihres Amtes enthoben wurden). Ich tippe mal, dass die relative Ruhe bei den Coaches in einem reziproken Verhältnis zu dem Hin und Her auf dem Spielermarkt steht. Aber beweisen lässt sich das natürlich nicht.
