25. Oktober 2009

Jetzt redet Trevor Graham

Die Weißwaschkampagne des ehemaligen Trainers von Marion Jones, Tim Montgomery und Justin Gatlin hat begonnen. New-York-Times-Reporter Duff Wilson durfte Trevor Graham in seinem Haus in Raleigh/North Carolina besuchen, wo er bis zum letzten Freitag als Teil seiner Strafe unter Hausarrest stand. Graham hatte eines die Kanüle mit jenem Stoff an ein Dopinglabor in Los Angeles geschickt, die das Ausmaß der bestens verschleierten Dopingaktivitäten der Firma BALCO dokumentierten. Der amerikanische Leichtathletikverband hat Graham auf Lebzeiten gesperrt. Angeblich trainiert er jedoch wieder Sportler. Welche das sind, wollte er der Zeitung nicht verraten. Nur soviel wollte er sagen: Natürlich hat er niemals niemandem Dopingmittel gegeben. Wer etwas anderes im Prozess gegen ihn gesagt hat, der habe gelogen. Graham gegen den Rest der Welt...
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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Was ist Doping? Doping ist das, was als solches definiert wird. Die Grenze zwischen Doping und Nicht-Doping wird also immer von Menschen gemacht, die wiederum von Interessen geleitet sind. Binsenweisheiten, oder?

Anstatt immer nur mit dem Finger auf die bösen Doper zu zeigen, würde es einem sportkritischen Blog daher gut zu Gesicht stehen, sich mehr der Kernfrage zu widmen: Wie kann die Chancengleichheit im Sport wieder hergestellt werden? Und darüber könnte man zu der Diskussion vordringen, die unbedingt geführt werden muss: Wenn man "Doping" ohnehin nicht verhindern kann und Sportler in vielen Sportarten "ohne" schlicht chancenlos sind, wäre dann die Freigabe nicht die einzig sinnvolle Konsequenz?

Jürgen Kalwa hat gesagt…

Wenn man Mord und Totschlag nicht verhindern kann, wäre dann die Freigabe nicht die einzige sinnvolle Konsequenz?

Anonym hat gesagt…

Man kann es ja (weitgehend) verhindern, jedenfalls sind diese Verbrechen in den westlichen Gesellschaften keine Normalität. Man kann auch erfolgreich sein und große Ziele erreichen, ohne zum Mörder zu werden.

Beim Doping jedoch sieht es deutlich anders aus. Weder kann man es in vielen Sportarten auch nur ansatzweise verhindern, noch ist es in vielen Sportarten möglich, ohne Doping ewas zu erreichen.

Und hier wird es für den Sport brandgefährlich. Wenn die Chancengleichheit nicht mehr gegeben ist, stirbt der Sport.

Wie gesagt, eine breitere, unvoreingenommenere Diskussion erscheint notwendig. Immer nur das Doping/die Doper zu verteufeln bringt einfach nichts voran. Viel Stoff für einen kritischen Sportblog. Oder?