Die Weißwaschkampagne des ehemaligen Trainers von Marion Jones, Tim Montgomery und Justin Gatlin hat begonnen. New-York-Times-Reporter Duff Wilson durfte Trevor Graham in seinem Haus in Raleigh/North Carolina besuchen, wo er bis zum letzten Freitag als Teil seiner Strafe unter Hausarrest stand. Graham hatte eines die Kanüle mit jenem Stoff an ein Dopinglabor in Los Angeles geschickt, die das Ausmaß der bestens verschleierten Dopingaktivitäten der Firma BALCO dokumentierten. Der amerikanische Leichtathletikverband hat Graham auf Lebzeiten gesperrt. Angeblich trainiert er jedoch wieder Sportler. Welche das sind, wollte er der Zeitung nicht verraten. Nur soviel wollte er sagen: Natürlich hat er niemals niemandem Dopingmittel gegeben. Wer etwas anderes im Prozess gegen ihn gesagt hat, der habe gelogen. Graham gegen den Rest der Welt...
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25. Oktober 2009
21. Mai 2008
Dem Redakteur ist nichts zu schwör
Es gibt Leute in der Medienbranche, die haben einen Hang zur Vorverurteilung. Sie wollen Klarheit und Eindeutigkeit. Und solche Wörter wie "mutmaßlich" oder "angeblich", "Verdacht" oder "Vorwurf" stehen ihnen dabei im Weg. Es gibt auch welche, die keine Ahnung haben. Und trotzdem geradewohl drauf los schreiben. Was meistens auf das gleiche herauskommt.
Aktuelles Beispiel: In San Francisco läuft ein Prozess gegen den Leichtathletik-Trainer Trevor Graham, der einen bemerkenswerten Kader an Sprintern betreut hat: Sie haben Medaillen gewonnen und Rekorde aufgestellt. Bis irgendwann.....
Marion Jones und Tim Montgomery, das einstige Liebespaar, landete vor Gericht. Sie sitzt im Gefängnis. Er muss noch. Ein weiterer Sprinter, Justin Gatlin, ist gesperrt. Alle drei sind über die Dopingbestimmungen gestolpert. Und alles nur weil sie so wie andere auch glaubten, die könnten das existierende System aus Urinkontrollen, Tests und Strafen austricksen.
Graham hat nach eigenen Angaben 2003 jene Injektionsspritze an das Doping-Labor in Los Angeles geschickt, in der sich das bis dahin noch nicht identifizierte THG befand, das ein gewisser Patrick Arnold in Illinois entwickelt hatte und ein gewisser Victor Conte über seine Firma BALCO unter dem Namen "the clear" unters Volk brachte. Das war eine gute Tat. Denn es war eine entscheidende Hilfe im Kampf gegen die Doping-Epidemie in der amerikanischen Leichtathletik.
Graham steht NICHT wegen Doping vor Gericht oder weil er allem Anschein nach den Stoff besorgt und verteilt hat, mit dem sich seine Sprinter aufpumpt haben. Die Ermittler, die ihn im Jahr 2004 vernommen haben, sicherten ihm etwas zu, was es im amerikanischen Strafrecht gibt, wo man viele Verfahren aus einem Tauziehen zwischen Anklagevertreter und Verteidiger bestehen und Zeugen mitunter Immunität, sprich Straffreiheit erhalten, damit sie mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. Denn zur Aussage zwingen kann man in den USA niemanden. Einzige Bedingung in solchen Situationen: Sie müssen bei ihren Aussagen bei der Wahrheit bleiben.
Graham soll allerdings bei seiner Vernehmung gelogen haben (was er bestreitet) und dadurch die Behörden in ihrer Aufklärungsarbeit behindert haben. Das hat zu diesem Prozess geführt, in dem die Anklage auf uneidliche Falschaussage in drei Fällen lautet. Uneidlich, wohlgemerkt. Kein Meineid, wie Die Zeit online publiziert. Der Unterschied? Er ist so groß, dass es im deutschen Strafgesetzbuch dafür zwei unterschiedliche Paragraphen gibt: 153 und 154. Dazu kommt ein Rattenschwanz an Variablen und Abwägungen, jede schön in einen eigenen Paragraphen verpackt.
Unbedeutend? Ganz sicher nicht. Und in einem Prozessbericht aus Deutschland würde das sicher auch korrekt wiedergegeben. Aber diesmal geht um die USA. Und da nimmt man es schon mal bei der Übersetzung von relevanten Begriffen nicht so genau. Aber das ist noch nicht alles: Der Text beginnt mit einer hammerartigen Feststellung: "Die Beweislage ist eindeutig." Nicht "sieht eindeutig aus", "wirkt überwältigend", "dürfte schwer vom Tisch zu wischen sein". Nein glasklar: IST eindeutig. Was weiß der Autor, was wir nicht wissen? Oder ist er ein Meinungsmacher? Ein Kampagnenjournalist im Stil der BILD-Zeitung?
Der Autor redet dabei offensichtlich von den vielfältigen Dopinganschuldigungen an die Adresse von Graham (die er abstreitet). Von denen sind bereits vor dem Prozess eine ganze Reihe an die Öffentlichkeit gesickert. Aber Graham steht in San Francisco NICHT wegen Verstößen gegen das amerikanische Arzneimittelgesetz vor Gericht. Das heißt: Wenn es überhaupt um Beweislage geht, dann um die Frage: Kann ihm die Staatsanwaltschaft wirklich nachweisen, ob er gelogen hat? Der Nachweis muss so überzeugend sein, dass die Geschworenen "beyond a reasonable doubt" (jenseits eines jeden begründeten Zweifels) die Überzeugung gewonnen haben, dass die Vorwürfe stichhaltig sind. Und nicht nur das: Sie müssen bei ihren Beratungen zu einem einstimmigen Resultat kommen. Die Anklagevertreter brauchen ein 12:0 gegen Graham. Sonst gewinnt der Angeklagte den Prozess.
Weiß das der Autor? Weiß das der Online-Redakteur, der den Text beim Tagesspiegel abgegriffen hat, wo die Spur dann zum Mitarbeiter einer großen deutschen Nachrichtenagentur führt und mit etwas Googelei zu anderen Seiten, die alle bei diesem Falschmünzer-Spiel mitgemacht haben?
Trevor Graham muss damit rechnen, dass er im Gefängnis landet. Genauso wie die Bahnradsportlerin Tammy Thomas (die neulich als erste aus dem BALCO-Komplex einen Prozess riskierte und wegen Meineid (!) verurteilt wurde). Es kann sein, dass er gelogen hat. Aber das können wir auch noch schreiben, wenn die Geschworenen ihre Entscheidung bekannt gegeben haben.
Aktuelles Beispiel: In San Francisco läuft ein Prozess gegen den Leichtathletik-Trainer Trevor Graham, der einen bemerkenswerten Kader an Sprintern betreut hat: Sie haben Medaillen gewonnen und Rekorde aufgestellt. Bis irgendwann.....
Marion Jones und Tim Montgomery, das einstige Liebespaar, landete vor Gericht. Sie sitzt im Gefängnis. Er muss noch. Ein weiterer Sprinter, Justin Gatlin, ist gesperrt. Alle drei sind über die Dopingbestimmungen gestolpert. Und alles nur weil sie so wie andere auch glaubten, die könnten das existierende System aus Urinkontrollen, Tests und Strafen austricksen.
Graham hat nach eigenen Angaben 2003 jene Injektionsspritze an das Doping-Labor in Los Angeles geschickt, in der sich das bis dahin noch nicht identifizierte THG befand, das ein gewisser Patrick Arnold in Illinois entwickelt hatte und ein gewisser Victor Conte über seine Firma BALCO unter dem Namen "the clear" unters Volk brachte. Das war eine gute Tat. Denn es war eine entscheidende Hilfe im Kampf gegen die Doping-Epidemie in der amerikanischen Leichtathletik.
Graham steht NICHT wegen Doping vor Gericht oder weil er allem Anschein nach den Stoff besorgt und verteilt hat, mit dem sich seine Sprinter aufpumpt haben. Die Ermittler, die ihn im Jahr 2004 vernommen haben, sicherten ihm etwas zu, was es im amerikanischen Strafrecht gibt, wo man viele Verfahren aus einem Tauziehen zwischen Anklagevertreter und Verteidiger bestehen und Zeugen mitunter Immunität, sprich Straffreiheit erhalten, damit sie mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. Denn zur Aussage zwingen kann man in den USA niemanden. Einzige Bedingung in solchen Situationen: Sie müssen bei ihren Aussagen bei der Wahrheit bleiben.
Graham soll allerdings bei seiner Vernehmung gelogen haben (was er bestreitet) und dadurch die Behörden in ihrer Aufklärungsarbeit behindert haben. Das hat zu diesem Prozess geführt, in dem die Anklage auf uneidliche Falschaussage in drei Fällen lautet. Uneidlich, wohlgemerkt. Kein Meineid, wie Die Zeit online publiziert. Der Unterschied? Er ist so groß, dass es im deutschen Strafgesetzbuch dafür zwei unterschiedliche Paragraphen gibt: 153 und 154. Dazu kommt ein Rattenschwanz an Variablen und Abwägungen, jede schön in einen eigenen Paragraphen verpackt.
Unbedeutend? Ganz sicher nicht. Und in einem Prozessbericht aus Deutschland würde das sicher auch korrekt wiedergegeben. Aber diesmal geht um die USA. Und da nimmt man es schon mal bei der Übersetzung von relevanten Begriffen nicht so genau. Aber das ist noch nicht alles: Der Text beginnt mit einer hammerartigen Feststellung: "Die Beweislage ist eindeutig." Nicht "sieht eindeutig aus", "wirkt überwältigend", "dürfte schwer vom Tisch zu wischen sein". Nein glasklar: IST eindeutig. Was weiß der Autor, was wir nicht wissen? Oder ist er ein Meinungsmacher? Ein Kampagnenjournalist im Stil der BILD-Zeitung?
Der Autor redet dabei offensichtlich von den vielfältigen Dopinganschuldigungen an die Adresse von Graham (die er abstreitet). Von denen sind bereits vor dem Prozess eine ganze Reihe an die Öffentlichkeit gesickert. Aber Graham steht in San Francisco NICHT wegen Verstößen gegen das amerikanische Arzneimittelgesetz vor Gericht. Das heißt: Wenn es überhaupt um Beweislage geht, dann um die Frage: Kann ihm die Staatsanwaltschaft wirklich nachweisen, ob er gelogen hat? Der Nachweis muss so überzeugend sein, dass die Geschworenen "beyond a reasonable doubt" (jenseits eines jeden begründeten Zweifels) die Überzeugung gewonnen haben, dass die Vorwürfe stichhaltig sind. Und nicht nur das: Sie müssen bei ihren Beratungen zu einem einstimmigen Resultat kommen. Die Anklagevertreter brauchen ein 12:0 gegen Graham. Sonst gewinnt der Angeklagte den Prozess.
Weiß das der Autor? Weiß das der Online-Redakteur, der den Text beim Tagesspiegel abgegriffen hat, wo die Spur dann zum Mitarbeiter einer großen deutschen Nachrichtenagentur führt und mit etwas Googelei zu anderen Seiten, die alle bei diesem Falschmünzer-Spiel mitgemacht haben?
Trevor Graham muss damit rechnen, dass er im Gefängnis landet. Genauso wie die Bahnradsportlerin Tammy Thomas (die neulich als erste aus dem BALCO-Komplex einen Prozess riskierte und wegen Meineid (!) verurteilt wurde). Es kann sein, dass er gelogen hat. Aber das können wir auch noch schreiben, wenn die Geschworenen ihre Entscheidung bekannt gegeben haben.
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12. Januar 2008
Es kann schon sein...
...dass der Chef vom Madison Square Garden doch noch die Geduld verliert, die er bisher mit Isiah Thomas in seiner Rolle als Manager und Trainer der New York Knicks hatte. Bloss wann?
...Dirk Nowitzki nie wieder Trompete spielt, vielleicht auch nie wieder wieder Scottie Pippen als Arschloch bezeichnet und nie wieder eine ausführliche Fernsehdokumentation mit einem Sender in Europa dreht, in der er soviel von seiner privaten Seite zeigt. Denn dieser Beitrag auf arte (auf YouTube in sieben Teilen) ist bereits vier Jahre alt. Und wenn überhaupt, dann ist er mit zunehmendem Erfolg noch zugeknöpfter geworden. Aber damals mit Till Brönner war das noch ganz anders (via Ball in Europe).
...dass Marion Jones demnächst als Zeugin der Anklage gegen ihren alten Trainer Trevor Graham aussagen wird. Weil ihr Prozess am Freitag mit einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten zu Ende ging, kann sie nicht mehr ihre Kooperation verweigern. Mehr über den Urteilsspruch morgen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
...dass Brett Favre noch eine Saison dranhängt. Mit 38 Jahren. Heute spielt er erst mal gegen seinen Ex-Coach Mike Holmgren und die Seahawks. Playoff-Time in der NFL. Wir sind gespannt.
...dass Glen Rice einfach zu keiner anderen Reaktion fähig war, als er den Geliebten seiner Gattin in einem Kleiderschrank vorfand. Obwohl: Es gibt da so einen Besitzstandskomplex, der durch zuviel Testosteron eher schlimmer wird. Dann zählt auch nicht mehr, dass man selbst und die Gattin ein ziemlich abgearbeitetes Verhältnis haben, das Richtung Scheidung driftet. Der Bericht sagt, dass der Mann ins Krankenhaus musste, wo eine Wunde, die ihm der ehemalige Basketballprofi zugefügt hatte, mit neun Stichen genäht werden musste. Schlecht für Rice. Das nennt man Körperverletzung. Und es ist strafbar.
...dass es keine bessere Lösung gab, als die letzten 51,8 Sekunden des Spiels Miami Heat gegen die Atlanta Hawks noch einmal neu zu spielen. Die Fehlentscheidung in Sachen Shaquille O'Neal, der fälschlicherweise wegen zu vieler Fouls gegen Ende des Matches in die Kabine geschickt wurde, war schließlich von einer spielentscheidenden Bedeutung. Es kann aber auch sein, dass einem unsereins diese dauernden Live-Übertragungen mit den Miami Heat im Fernsehen langsam zum Hals raushängen. Gestern war es das Match gegen die New Orleans Hornets. Kann nicht jemand mal den Programmplanern sagen, das es kaum eine Mannschaft in der NBA gibt, die schlechter spielt? Und dass wir gerne mal die Portland TrailBlazers sehen würden? Oder genießen die auch nach ihrer jüngsten Bilanz - 17 Siege in 19 Spielen im Dezember und Januar - noch immer keinen Respekt?
...Dirk Nowitzki nie wieder Trompete spielt, vielleicht auch nie wieder wieder Scottie Pippen als Arschloch bezeichnet und nie wieder eine ausführliche Fernsehdokumentation mit einem Sender in Europa dreht, in der er soviel von seiner privaten Seite zeigt. Denn dieser Beitrag auf arte (auf YouTube in sieben Teilen) ist bereits vier Jahre alt. Und wenn überhaupt, dann ist er mit zunehmendem Erfolg noch zugeknöpfter geworden. Aber damals mit Till Brönner war das noch ganz anders (via Ball in Europe).
...dass Marion Jones demnächst als Zeugin der Anklage gegen ihren alten Trainer Trevor Graham aussagen wird. Weil ihr Prozess am Freitag mit einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten zu Ende ging, kann sie nicht mehr ihre Kooperation verweigern. Mehr über den Urteilsspruch morgen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
...dass Brett Favre noch eine Saison dranhängt. Mit 38 Jahren. Heute spielt er erst mal gegen seinen Ex-Coach Mike Holmgren und die Seahawks. Playoff-Time in der NFL. Wir sind gespannt.
...dass Glen Rice einfach zu keiner anderen Reaktion fähig war, als er den Geliebten seiner Gattin in einem Kleiderschrank vorfand. Obwohl: Es gibt da so einen Besitzstandskomplex, der durch zuviel Testosteron eher schlimmer wird. Dann zählt auch nicht mehr, dass man selbst und die Gattin ein ziemlich abgearbeitetes Verhältnis haben, das Richtung Scheidung driftet. Der Bericht sagt, dass der Mann ins Krankenhaus musste, wo eine Wunde, die ihm der ehemalige Basketballprofi zugefügt hatte, mit neun Stichen genäht werden musste. Schlecht für Rice. Das nennt man Körperverletzung. Und es ist strafbar.
...dass es keine bessere Lösung gab, als die letzten 51,8 Sekunden des Spiels Miami Heat gegen die Atlanta Hawks noch einmal neu zu spielen. Die Fehlentscheidung in Sachen Shaquille O'Neal, der fälschlicherweise wegen zu vieler Fouls gegen Ende des Matches in die Kabine geschickt wurde, war schließlich von einer spielentscheidenden Bedeutung. Es kann aber auch sein, dass einem unsereins diese dauernden Live-Übertragungen mit den Miami Heat im Fernsehen langsam zum Hals raushängen. Gestern war es das Match gegen die New Orleans Hornets. Kann nicht jemand mal den Programmplanern sagen, das es kaum eine Mannschaft in der NBA gibt, die schlechter spielt? Und dass wir gerne mal die Portland TrailBlazers sehen würden? Oder genießen die auch nach ihrer jüngsten Bilanz - 17 Siege in 19 Spielen im Dezember und Januar - noch immer keinen Respekt?
2. Januar 2008
Gatlin muss weiter aussitzen
Der amerikanische Sprinter Justin Gatlin wollte eigentlich noch in diesem Jahr wieder seine Spikes anziehen und in Peking seine Goldmedaille von Athen über 100 Meter verteidigen. Daraus wird nichts. Das von ihm angerufene Schiedsgericht reduzierte zwar seine ursprüngliche Sperre von acht auf vier Jahre. Aber das bedeutet, dass er erst 2010 wieder einsteigen kann. Dann ist er 27 Jahre alt. Und bis dahin muss er sich irgendwie finanziell über Wasser halten. Wie teuer es werden kann, wenn man in die Aufklärung von Dopingfällen verwickelt wird und angehalten wird, die Wahrheit zu sagen, muss gerade Gatlins ehemaliger Trainer Trevor Graham feststellen. Der wartet noch immer auf seinen Prozess wegen uneidlicher Falschaussage - ein Kollateralfall der BALCO-Ermittlungen. Aber Grund für die letzte Verzögerung waren seine wirtschaftlichen Verhältnisse. Graham muss auf einen Pflichtverteidiger zurückgreifen, der sich erst noch in den Fall einarbeiten muss.
Mehr zum Entwicklungsstand in Sachen Gatlin, Graham, Marion Jones (wir warten auf das Strafmaß) und einen Namen, den wir bislang noch gar nicht auf dem Radarschirm hatten, findet man bei faz.net. Überschrift: "Ich bin meiner Chance beraubt worden". Der Text wird morgen in der Printausgabe erscheinen.
Blick zurück: Die Akte Marion Jones
Blick zurück: Justin Gatlin probierte es mit Football - vergeblich
Blick zurück: Trevor Graham angeklagt
Mehr zum Entwicklungsstand in Sachen Gatlin, Graham, Marion Jones (wir warten auf das Strafmaß) und einen Namen, den wir bislang noch gar nicht auf dem Radarschirm hatten, findet man bei faz.net. Überschrift: "Ich bin meiner Chance beraubt worden". Der Text wird morgen in der Printausgabe erscheinen.
Blick zurück: Die Akte Marion Jones
Blick zurück: Justin Gatlin probierte es mit Football - vergeblich
Blick zurück: Trevor Graham angeklagt
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1. November 2006
Doping-Coach Graham wird angeklagt
Vom BALCO-Skandal und seinen späten Auswirkungen war hier schon häufiger die Rede. Auch von Trevor Graham, einst der Trainer der Sprinter Marion Jones und Tim Montgomery. Zuletzt der Betreuer von Justin Gatlin. Ein Mann, der einen traurigen Rekord hält: Keiner hatte eine so große Dopergemeinde unter seinen Fittichen. Er war der lange Zeit unbekannte Coach, der eine Kanüle mit THG anonym in einem Labor abliefern ließ, wodurch die lange Zeit praktizierte doppelte Moral in der amerikanischen Leichtathletik entlarvt werden konnte.
Nun kommt der Bumerang zurück: Trevor Graham wird in San Francisco am Donnerstag eine Anklage wegen uneidlicher Falschaussage und Behinderung von staatsanwaltlichen Ermittlungen serviert werden. Das berichtet AP (via yahoo)
Blick zurück: Die Vertragskündigung von Nike
Blick zurück: Graham unterzieht sich einem Lügendetektortest
Blick zurück: Hausverbot vom Olympischen Komitee
Blick zurück: Die Geschichte vom beschuldigten Gatlin-Masseur
Nun kommt der Bumerang zurück: Trevor Graham wird in San Francisco am Donnerstag eine Anklage wegen uneidlicher Falschaussage und Behinderung von staatsanwaltlichen Ermittlungen serviert werden. Das berichtet AP (via yahoo)
Blick zurück: Die Vertragskündigung von Nike
Blick zurück: Graham unterzieht sich einem Lügendetektortest
Blick zurück: Hausverbot vom Olympischen Komitee
Blick zurück: Die Geschichte vom beschuldigten Gatlin-Masseur
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3. August 2006
Der Nachtwächter ist aufgewacht
Irgendwann wird selbst der harmloseste Nachtwächter ärgerlich und verriegelt die Tür. Der Nachtwächter ist das amerikanische NOK in Colorado Springs, das vor ein paar Jahren nur mit Mühe seine eigenen Betrugsskandale hinter sich bringen konnte (mehr darüber im Buch über Korruption im Sport, das vom sportnetzwerk herausgegeben wurde).
Das Ziel der Aktion: das mafiöse Dopingnetzwerk mit Sprintertrainer Trevor Graham im Zentrum lahmzulegen. Die Maßnahme: Zum ersten Mal in der Geschichte der Organisation bekam ein Trainer Hausverbot auf allen Sportanlagen des NOK. Die Begründung weist juristische Schwächen auf, denn sie stützt sich ausschließlich auf "die ungewöhnliche Zahl an Sportlern, die er trainiert hat und die wegen Doping bestraft worden sind".
Graham weigerte sich bisher, zu dem Vorgang eine Stellungnahme abzugeben.
Blick zurück: Die Geschichte vom beschuldigten Masseur, der in Indianapolis verprügelt wurde
Blick zurück: Der Auslöser für die jüngste Lawine
Blick zurück: Die Journalisten, die am meisten getan haben, um den BALCO-Sumpf auszuleuchten
Das Ziel der Aktion: das mafiöse Dopingnetzwerk mit Sprintertrainer Trevor Graham im Zentrum lahmzulegen. Die Maßnahme: Zum ersten Mal in der Geschichte der Organisation bekam ein Trainer Hausverbot auf allen Sportanlagen des NOK. Die Begründung weist juristische Schwächen auf, denn sie stützt sich ausschließlich auf "die ungewöhnliche Zahl an Sportlern, die er trainiert hat und die wegen Doping bestraft worden sind".
Graham weigerte sich bisher, zu dem Vorgang eine Stellungnahme abzugeben.
Blick zurück: Die Geschichte vom beschuldigten Masseur, der in Indianapolis verprügelt wurde
Blick zurück: Der Auslöser für die jüngste Lawine
Blick zurück: Die Journalisten, die am meisten getan haben, um den BALCO-Sumpf auszuleuchten
Die Nike-Connection
Und gib uns unsere tägliche Doping-Meldung heute und vergib uns unsere Schuld: Der von Justin Gatlin und seinem Trainer Trevor Graham bezichtigte Masseur sagt, er habe saubere Hände. Das ist wichtig. Denn angeblich soll er mit diesen Händen dem der illegalen Manipulation überführten Sprinter - ganz heimlich und in fiesester Absicht - das Testosteron in die Haut gerieben haben. Der Masseur heißt Christopher Whetstine und arbeitet für Nike. Diese Information ist vielleicht auch wichtig. Denn Gatlin arbeitet für Nike (wahrscheinlich bald nicht mehr). Der Schuhhersteller stellte übrigens dem Therapeuten, der vor ein paar Jahren wegen Marihuana-Besitz bestraft wurde, und früher auch schon die harten Muskeln von Marion Jones geknetet hatte, ein gutes Führungszeugnis aus.Aber jetzt kommt's: Wie jede gute Geschichte hat auch diese einen interessanten Dreh. Der 42-jährige erholt sich zur Zeit von Verletzungen, die er sich am 22. Juni während der amerikanischen Leichtathletikmeisterschaften zugezogen hatte. Er wurde vor einem Hotel in Indianapolis von jemandem attackiert. Der Verdächtige: Der ehemalige Weitspringer Llewellyn Starks, der ebenfalls für Nike arbeitet und als Berater von Marion Jones und Tim Montgomery gearbeitet hat. So steht es heute in der New York Times.
Blick zurück: Hier die erste Gatlin-Geschichte von vor ein paar Tagen
Blick zurück Teil 2: Hier der Rekordlauf von Doha im Fernsehen
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31. Juli 2006
100 Meter in weniger als 10 Sekunden auf die Gatlin-Tour
Justin Gatlin flog nach Qatar, um der Welt zu zeigen, was in ihm steckt. Die Scheichs waren zufrieden. Solche Rekorde sehen sie nicht alle Tage. Dieser Clip aus dem YouTube-Fundus stammt aus einem Land mit einer schwer verständlichen Sprache. Wir tippen auf Norwegisch. Hat jemand eine bessere Idee?
Justin Gatlin flog nach Qatar, um der Welt zu zeigen, was in ihm steckt. Die Scheichs waren zufrieden. Solche Rekorde sehen sie nicht alle Tage. Dieser Clip aus dem YouTube-Fundus stammt aus einem Land mit einer schwer verständlichen Sprache. Wir tippen auf Norwegisch. Hat jemand eine bessere Idee?
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30. Juli 2006
Je schneller desto Do(ha)ping
Kaum schläft man mal einen Tag länger, verpaßt man einen richtig dicken Doping-Fall. Und wer wurde erwischt? Ein Amerikaner. Der schnellste von allen - Justin Gatlin sein Name (Bild oben bei seinem Rekordlauf in Doha). Das heißt, der Ordnung halber sei gesagt: Wir warten noch auf die Aufdeckung einer spektakulären Konspirationstheorie, die von seinem Trainer Trevor Graham in die Welt gesetzt wurde: Er kennt angeblich den wahren Täter. Der hat Gatlin das Zeug heimlich verabreicht: um ihn in Schwierigkeiten zu bringen.Warum ist das so interessant? Graham sitzt selber in der Tinte. Er hat zwar die berühmte Spritze aus dem BALCO-Labor herausgerückt und auf diese Weise dazu beigetragen, den massiven amerikanischen Drogenmissbrauch aufzudecken. Aber er hat vor der Staatsanwaltschaft, die den BALCO-Fall untersuchte, behauptet, er habe nichts gewusst und nichts getan - auch nicht seiner ehemaligen Sprinterin Marion Jones den leistungssteigernden Stoff besorgt. Diese Aussage wird von dem Mann bestritten, der als Schlepper sehr viel Zeug illegal aus Mexiko über die Grenze gebracht hat und Blutproben dem Graham-Stall nach Mexiko, wo sie unauffällig überprüft werden konnte. Grahams Problem: Er könnte wegen uneidlicher Falschaussage angeklagt werden. Wir reden - im Falle eines Schuldspruchs - von einer Gefängnisstrafe.
Das hübscheste Nugget heben wir uns für den Schluss auf: Gatlins Name stand schon vor Jahren in einem Memo, das BALCO-Chef Viktor Conte an Athleten schicken wollte. Darin erklärte er, dass es ein Mittel gäbe - "Testosteron Undeconat" - das dafür sorgt, dass man nach einer Woche keine Dopingspuren mehr im Körper habe. Diese Info von den beiden investigativ arbeitenden Kollegen vom San Francisco Chronicle. Siehe Ihre Geschichte vom Sonntag. Der Hinweis auf Ihr Buch steht hier
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