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10. Juli 2010

LeBron & Co. – im Zirkus der Alpha-Tiere

Das größte Spektakel abseits vom Spielfeld, das die NBA je erlebt hat, hinterließ am Ende nur einen faden Eindruck. Es ging zwar um viel. Schließlich war (ist?) LeBron James der rundum beste Spieler in der Liga. Aber das ändert sich nicht durch seinen Wechsel zu einem anderen Club. Er wird, was seine Solo-Performances angeht, in Miami nicht mehr bieten als in den sieben Jahren bisher in Cleveland. Wenn man so will: das Beste von LeBron James haben wir bereits gesehen. Im neuen Trikot mit der Nummer sechs wirken die Kabinettstückchen nicht besser.

Wovon wir allerdings nur einen Vorgeschmack erhalten haben, ist die extreme ESPN-fizierung der Sportberichterstattung. Denn die Sondersendung am Donnerstagabend aus Greenwich/Connecticut sorgte für eine bemerkenswerte Einschaltquote. Der Rating-Wert belief sich auf 7,3, was ungefähr acht Millionen Haushalten entspricht. Das ist das Grundrauschen, um einen Begriff aus der WM-Berichterstattung von dogfood auf allesaussersport zu entlehnen. Eine Kennziffer für den Buzz, der dem Basisinteresse in den USA an einer Figur wie LeBron James, entspricht wenn ein paar Kriterien erfüllt werden:

• Die Ausstrahlung muss in der Prime Time stattfinden.
• Das Sportangebot auf anderen Kanälen muss dünn sein.
• Es muss vorher hinreichend Spannung aufgebaut worden sein, damit die Mitteilung der bereits gefassten Entscheidung als besonderes Ereignis verkauft werden kann.
• Es müssen sich hinreichend andere Medien-Outlets nicht zu schade sein, um den Vorgang selbst tagelang aus allen spekulativen Richtungen zu beackern.
• Die Hauptfigur muss ein Sympathieträger sein, vom dem sich viele wünschen, er käme womöglich auch zu ihrem Club.

Die Ironie der Geschichte ist: LeBron James selbst hat in der Abteilung "Sympathieträger" an diesem Abend sehr viel Kredit verspielt. Da half es auch nichts, dass er ESPN den Weg verbaute, aus dem Event mehr als 2 Millionen Dollar an Werbeeinnahmen zu vereinnahmen (die Werbespots wurden von einem eigens von James und seiner Marketingfirma gegründeten Unternehmen an langjährige Werbepartner verkauft und die Einnahmen angeblich für wohltätige Zwecke bereitgestellt). Die Einlassungen über die Gründe seines Wechsels wirkten schlichtweg nicht begründet, sondern fischig. Denn dass jemand wie er mit den Cleveland Cavaliers keine Titel gewinnen kann, ist schlichtweg nicht wahr. Die Mannschaft zeigte Jahr und Jahr in leicht unterschiedlichen Besetzungen, dass sie Chancen auf die Meisterschaft hat. Die einzige Frage, die sich über die Zeit stellte, war: Ist LeBron James als Star einer Mannschaft überhaupt in der Lage, solch eine Leistung zu produzieren? Es ist die gleiche Frage, die man sich bei Dirk Nowitzki vorlegt. Manche Basketballer sind einfach keine Meisterschafts-Typen, weil sie die innere Struktur eines Teams nicht auf eine Weise dominieren wie das etwa Michael Jordan bei den Chicago Bulls getan hat. In Chicago vergingen übrigens auch viele Jahre, ehe die Bulls eine Formation zusammen hatten, die mehr war als eine Jordan-Highlight-Show. Nicht zu unterschätzen: Der Trainerwechsel, der Phil Jackson, Tex Winter und die Triangle Offense zu den Bulls brachte.

Das heißt: Der Wechsel ist ein Eingeständnis von Schwäche. Das ist a priori kein Problem. Basketball ist eine Mannschaftsportart. Da braucht man eine Reihe von guten Leuten, um eine derartige Mammutsaison an der Spitze zu beenden. Und ebenso ein hervorragendes Trainerteam, das im entscheidenden Moment mit taktischen Geniestreichen aufwarten kann. Aber die Vermarktungsarena rund um den Sport von heute tickt nicht derart differenziert. Alles in der Außendarstellung – vor allem in der NBA – baut sich auf eine Reduktion der Auseinandersetzungen auf dem Platz auf eine Willensleistung der Stars im direkten Spiel gegeneinander auf. Die Medien sind auf diesen Alpha-Tiere-Zirkus hereingefallen und stricken an den entsprechenden Mythen. Sei es in der Vorberichterstattung, wenn die Begegungen von Teams mit namhaften Profis als Duell der stars charakterisiert wird, oder in der Nachbearbeitung, wenn am liebsten spektakuläre Einzelleistungen gefeiert werden. In diesem Schema sah das bisher so aus: In Cleveland war James der King. In Miami ist das Dwayne Wade. LeBron – ein König ohne Land.

Diese Denkfixierungen auf Individuen und deren Persönlichkeitsmerkmale macht nirgendwo halt. So hatten sowohl Dwayne Wade in einem Fernsehinterview bei ESPN als auch LeBron James bei seinem seltsamen Auftritt erklärt, dass sie mit dem seit zwei Jahren amtierenden Trainer Erik Spoelstra zusammen werden. Woher kam die Neugier nach Spoelstra? Nun Team-Präsident Pat Riley hatte schon einmal einen jüngeren Trainer, den er selbst installiert hatte, ohne erkennbaren Grund auf die Seite geschoben und sich selbst wieder zum Inszenator Rex ernannt. Das war die Saison, in der Miami am Ende zum ersten und bisher einzigen Mal die Meisterschaft gewann. Der geschasste Stan van Gundy (offiziell hatte er seinen Rücktritt eingereicht, um "mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen"), zeigte wenig später in Orlando, was er kann. Rileys Post-Titel-Phase hingegen entblößte ihn schließlich als Kaiser ohne neue Kleider. Der höchst unzufriedene Shaquille O'Neal wurde nach Phoenix weggetauscht (für Shawn Marion and Marcus Banks). So zog er sich 2008 wieder in die Chefetage zurück und übergab seinem langjährigen Assistenten Erik Spoelstra den Posten.

Spoelstra hat in der NBA nur in einem Club gearbeitet – bei den Miami Heat, wo er 1995 als Videospezialist anfing und sich allmählich nach oben arbeitete. Als die Mannschaft nach zwei Niederlagen in der Finalserie 2006 gegen die Dallas Mavericks im letzten Viertel des dritten Spiels einen Rückstand von 13 Punkten aufholte und das Match gewann und anschließend auch die Serie, war Spoelstra Chefscout und Taktikfuchs auf der Bank. Eine Rolle, die er heute gerne herunterspielt. Ich nehme mal an, weil man das in der Zunft so macht. Und weil er nicht den Eindruck erwecken möchte, als bräuchte eine Figur wie Pat Riley wirklich Hilfe.

Niemand sollte sich wundern, wenn die Spekulationen eintreffen, die seit gestern von der New York Daily News und von yahoo gestreut werden. Bis zum Beginn der Saison ist es noch weit. Ich tippe allerdings, dass Spoelstra, der mit einer nicht besonders guten Mannschaft in der ersten Runde der Playoffs gegen die Boston Celtics ausschied, eine ganze Weile lang fest im Sattel sitzen wird. Der Rest hängt, wie immer, von den Ergebnissen ab, die die Mannschaft einfährt.

Mehr zu dem LeBron-Tamtam gleich im Deutschlandfunk in der Sendung Sport am Samstag (Beginn: 19.10 Uhr).

Sehr zu empfehlen: Diese Betrachtung von Matt Taibbi im Rolling Stone zum Donnerstags-Ereignis und den Weiterungen dieses Inszenierungsstils aus der Reality-TV-Ecke auf das amerikanische Fernsehen und die von der Medienkultur beherrschte amerikanische Politik.

9. Oktober 2009

Der Klingelbeutel: Pfänderspiele

Der Arm der amerikanischen Justiz ist nicht wahnsinnig lang, aber ziemlich stark und ausdauernd. Das dürfte Olympiakos Piräus in diesen Tagen zu spüren bekommen. Die Mannschaft befindet sich im Anflug auf die USA zu einem Freundschaftsspiel gegen die Cleveland Cavaliers mit LeBron James und Shaquille O'Neal. Da aber noch aus einem alten Rechtsstreit um die Bezahlung eines amerikanischen Spieleragenten eine Rechnung offen ist, hat dieser Agent vor Gericht den Antrag gestellt, dass die für solche Aufgaben zuständigen US Marshalls alles pfänden, was am griechischen Team nicht niet- und nagelfest ist. Eventuell sogar das Flugzeug, mit dem die Truppe anreist. Der Betrag, um den es geht, ist nicht gering. Er liegt bei 400.000 Dollar. Das Spiel ist für Montag geplant. Die ausführliche Geschichte über den Fall gibt es hier.

* Golf und Rugby wurden heute ins Programm der Olympischen Spiele aufgenommen. Darüber wird an anderer Stelle noch ein wenig ausführlicher zu berichten sein. Nur soviel: Rio de Janeiro als erster Austragungsort, den die Expansion betrifft, hat keinen passenden Golfplatz und wird noch ein paar Millionen Dollar mehr im Budget finden müssen, um das Problem zu lösen.

• Die mysteriöse Rolle des ehemaligen Football- und Baseballprofis Deion Sanders und derzeitigen Fernsehkommentators im privaten Umfeld von jungen amerikanischen Sportlern wie Michael Crabtree. "Seit Jim Jones eine Gruppe von Anhängern nach Guayana führte, ist kein religiöser Hochstapler mehr für soviele irregeleitete junge Leute verantwortlich gewesen." Schreibt Jason Whitlock. Der Vergleich mit Jones ist extrem, aber griffig. In Jonestown starben mehrere hundert Menschen bei einem von Jones angeordneten Massen-Suizid. Bei den jungen Leuten steht allenfalls die sportliche Karriere auf dem Spiel.

25. Juni 2009

Shaq muss wandern – von einem Ort zum andern

Wenn der Handlungszwang zu groß wird, kommt so etwas dabei heraus: Ben Wallace, Sasha Pavlovic und ein Draft-Platz plus eine Summe Bargeld für Shaquille O'Neal. Das ist das Arrangement zwischen den Cleveland Cavaliers und den Phoenix Suns, das beiden Mannschaften auf unterschiedliche Weise NICHT hilft, sondern nur an der Optik bastelt. In Phoenix ist es die Optik der Gehaltsstruktur, weil man in O'Neal einen extrem teuren Center hatte. Jetzt kann man ein Sparprogramm fahren. In Cleveland ist es die Anmutung einer Lösung für ein Problem auf dem Platz. Und das funktioniert auch nur unter einer Bedingung: Dass O'Neal nicht verletzt zuschauen muss. Aber der Umbau sorgt wirklich für nicht mehr als ein Heftpflaster. Dass LeBron James jetzt manchmal den Ball an jemanden in Korbnähe abgeben kann, der ihm diesen Ball dann wieder zuwirft, führt gegen die beste Verteidigungsarbeit der Liga, also das, was die Los Angeles Lakers zuletzt gezeigt haben, zu nicht mehr als Geplänkel. Tempogegenstöße mit O'Neal? Viel Glück, möchte man da sagen. Die letzte Mannschaft, die noch etwas von diesem einst wirklich ganz bemerkenswerten und wirkungsvollen Spieler hatte, war Miami Heat. Lang, lang ist's her. Immerhin: Die Gerüchte um einen Wechsel von Yao Ming sind damit vom Tisch.

20. Juni 2009

Kavaliere der Landstraße gesucht

Es ist ein bisschen zu mühsam, dem Knistern der Gerüchtemühle rund um die Cleveland Cavaliers zu folgen. Klar ist nur soviel: Die Mannschaft ist nicht gut genug, um LeBron James dabei zu helfen, den Olymp der NBA zu erklimmen. Und: Der Club offeriert mit Ben Wallace (einst Meister in Detroit, dann bei den Chicago Bulls in Verwahrung) und Sascha Pavlovic gleich zwei Spieler, um sich im Tausch etwas Besseres zu holen. Die Kollegen aus den amerikanischen Medien, die ihre Ohren intensiv auf die Gleise gepresst haben, scheinen aber nur zu hören, was sich selbst wünschen. Dass die Cavaliers einen guten Center holen. Also wurde zunächst Shaquille O'Neal gehandelt. Was ein völlig unsinniger Trade wäre. O'Neal verdient irre Summen und ist inzwischen nur noch ein Schatten seiner ursprünglichen Platzpräsenz.

Also kam ein neuer Name auf – der von Yao Ming. Das macht nach einer schlichten Arithmetik Sinn, weil nämlich neulich chinesische Investoren mit einer Einlage in den Club eingestiegen sind. Chinesisches Geld für chinesische Sportler in Amerika? Das klingt nach "Deutsche esst deutsche Bananen". Ganz abgesehen davon, könnte Ben Wallace einfach seinen Rücktritt erklären, wofür es ebenfalls Anzeichen gibt. Dann fällt der ganze Luftballon einer Tauschaktion in sich zusammen, und Cleveland müsste sich auf dem Markt der Free Agents verstärken. Dort ist zur Zeit nicht viel zu holen. Ich tippe mal, dass eher diese Lösung ausgekocht wird: Antawn Jamison von den Washington Wizards geht nach Cleveland. Aber diese Spekulation ist so gut wie jede andere auch.

31. Mai 2009

Kobe vs. LeBron: Schön wär's gewesen

Beim Schuhhersteller Nike haben sie darauf gesetzt, dass LeBron James und die Cleveland Cavaliers und Kobe Bryant und die Los Angeles Lakers in den nächsten zehn Tagen den neuen NBA-Meister ausspielen. Während der gestrigen Übertragung aus Orlando, wo die Cavaliers im sechsten Spiel aus dem Rennen geworfen wurden, wurde ein Teil dieser Werbespots ausgestrahlt und wirkte ein wenig deplatziert. Cleveland hatte das ganze Match über keine Schnitte, und LeBron konnte nichts dran ändern. Aber weil die Umsetzung der Idee – LeBron und Kobe als Muppet-Puppen, die zusammen wohnen - sehr gelungen ist, wollen wir sie dem werten Publikum nicht vorenthalten. Wer weiß, ob die beiden noch mal in einer Finalserie aufeinandertreffen?





15. August 2008

Von Stadt zu Stadt

Aus der Abteilung "Manchmal kommt es schneller, als man denkt": Der NBA-Profi Damon Jones saß am Mittwochmorgen im Fernsehstudio von ESPN in Bristol und diskutierte mit seinem Gesprächspartner die Frage: Wie kommt es eigentlich, dass die Cleveland Cavaliers so wenig man Kader herumbasteln. Wenn LeBron James (zur Zeit in Peking aktiv) demnächst wirklich mal die NBA-Meisterschaft gewinnen will, braucht er doch Verstärkung, oder etwa nicht? Kurze Zeit später, auf dem Weg zum Flughafen, saß Jones in einer Limo, und der Fahrer hat ihm erzählt: Damon, du bist gerade von den Cavaliers zu den Milwaukee Bucks geschippert worden. Der hatte die Nachricht bei einem Telefongespräch mit seinem Sohn aufgeschnappt, der bei ESPN arbeitet. Jones war drei Jahre in Cleveland und rechnet nicht damit, dass er an seinem neuen Arbeitsplatz die Trainingsjacke ausziehen muss. Point Guards wie ihn hat man dort genug (via SportsbyBrooks)

22. Februar 2008

Die unheilige Allianz

Wenn in der NBA eine ganze Mannschaft umgebaut wird, um einem Talent wie LeBron James neue Hilfskräfte zuzuführen, taucht als erstes immer die Frage auf: Wird die Maßnahme wirklich halten, was sich der Team-Manager von ihr verspricht? Aber dies ist vor allem eine Frage der Perspektive. Würde die Mannschaft noch so spielen, wie vor ein paar Monaten, als sie die Finalserie gegen die San Antonio Spurs erreichte, wäre die Aktion nicht so einschneidend ausgefallen. Aber die Cleveland Cavaliers haben irgendwann danach ganz viel Dampf gelassen (ähnlich wie die Chicago Bulls). Da macht es Sinn, sich neu zu orientieren, egal, ob die Umrüstung noch vor den Playoffs den erhofften Aufschwung bringt oder nicht. Denn man muss in Cleveland permanent zumindest einen Menschen davon überzeugen, dass man sich für sein Wohlergehen interessiert: den besagten LeBron James. Denn der könnte andernfalls eines baldigen Tages dem Club und der Stadt den Rücken zu drehen. Sportstars zieht es meistens unweigerlich in die Metropolen.

Die Dimension der inszenierten Sportlerpersönlichkeit LeBron James werden übrigens immer bizarrer. Das jedenfalls wird einem klar, wenn man sich zu dieser Seite durchklickt, wo die überzogenen und nicht immer bibelfesten Anspielungen seitens der Firma Nike analysiert werden. Die Firma hat offensichtlich beschlossen, den Status ihres neuen Aushängeschilds zu einer quasi-religiösen Figur bis zum Exzess zu betreiben. In China scheint man damit auf die Nase zu fallen. Der Blog Moderately Cerebral Bias spricht davon, dass der gezeigte Werbespot sogar verboten wurde.
Blick zurück: Sport in Cleveland

7. Juni 2007

Fron wie Fron

Feiertag in Deutschland, da möchte man sich doch ebenfalls entspannen. Aber heute gehen die NBA-Finals in San Antonio los. Und am Sonntag erscheint die FAZ und will einen Bericht darüber bringen, weshalb die Spurs so gut sind. Also heißt es wieder: in sich gehen, recherchieren, lesen, in die Tasten hauen und sehen, was LeBron James im ersten Match auf die Beine stellt. Fron wie Fron eben. Und nicht wie "Frohen" oder so. Nur soviel heute von hier aus: Wer glaubt, die Cavaliers hätten keine Chance, wird sich noch wundern...

2. Juni 2007

Spiel sechs: Cleveland macht die Pistons nass und steht im Finale

Eine massive Drei-Punkt-Woge hat am Samstagabend in Cleveland die höher eingeschätzen Detroit Pistons einfach weggefegt. Der kleine Daniel Gibson war der Mann mit der sicheren Hand, der nach einem dürftigen Auf und Ab b eider Mannschaften, das sich über drei Viertel hinzog, im vierten Viertel das Spiel und die Serie entschied. LeBron James, der vor zwei Tagen mit einer seltenen Energieleistung in Detroit das Match ganz alleine für die Cavaliers nach Hause geholt hatte, musste diesmal nicht das Letzte geben. Das Problem nahm im Gibson ab, der insgesamt fünf Drei schoss und bei seinem bislang besten Auftritt in der Liga 31 Punkte erzielte. Endstand: 98:82

Die Niederlage markiert das Ende einer guten Zeit in Detroit. Die Pistons hatten in den letzten Jahren einmal den Titel gewonnen, einmal das Finale erreicht und im letzten Jahr die Cavaliers auf dem Weg ins Halbfinale aus dem Weg geräumt. Das Team dürfte auseinanderfallen, sollte sich Spielmacher Chauncey Billups in den nächsten Wochen absetzen und woanders unterschreiben.

Die Cavaliers hatten es in ihrer Clubgeschichte noch nie bis ins Finale geschafft. Während der letzten guten Phase Anfang der neunziger Jahre waren ihnen vor allem die Chicago Bulls im Weg. Die Finalserie gegen die San Antonio Spurs beginnt am 7. Juni. Cleveland hat dank LeBron James die Sympathien der meisten NBA-Fans. heißt nicht, dass sie auch nur eine Chance hätten, den Titel zu holen. Die Spurs sind rundum besser.

1. Juni 2007

LeBron James im Alleingang: eine Basketball-Gala

Es gibt also doch noch Hoffnung auf eine halbwegs interessante NBA-Finalserie. LeBron James hat gerade mit einer Super-Sondershow im Alleingang die Cleveland Cavaliers die Schweiß-Roboter der Detroit Pistons an die Wand geschoben. Das Spiel ging über zwei Verlängerungen und war denkbar knapp (109:107). Aber es brachte die Cavaliers mit 3:2 in der Serie in Führung. Nun brauchen sie nur noch einen Sieg - entweder am Samstagabend zu Hause oder notfalls in einem siebten Match in Detroit am Montag. Cleveland hätte das Marathon-Spiel am Donnerstag nicht nötig gehabt. Aber dazu hätten sie die eklatante Freiwurfschwäche ablegen müssen, wie sie die Mannschaft schon in der Tabellenrunde plagte. Mit nur verwandelten 71,8 Prozent nämlich hat man einen schweren Stand. Die ersten Reaktionen auf die Leistung von James, der fast alle von Clevelands Punkten im vierten Viertel und restlos alle in den beiden Verlängerungen erzielte und dabei aus allen Lagen traf waren emphatisch. AP spricht von "einer der spektakulärsten Leistungen in der Playoff-Geschichte" und Fernsehkommentator Steve Kerr nannte den Auftritt des 22jährigen "jordanesk".

Kerr, der neben Michael Jordan bei den Bulls dreimal Meister wurde und später bei den San Antonio Spurs zwei weitere Titel holte, wird Meldungen zufolge neuer Chefmanager der Phoenix Suns. Ihm gehört bereits ein geringer Anteil des Clubs.

Nachtrag: Eine paar Gustostückerl von King James aus dem Spiel gibt es in dieser kurzen Zusammenfassung.

15. Mai 2007

Lesestoff: Die LeBron-Geschichte vom Sonntag

Heute hat faz.net den Text über LeBron James aus der gedruckten Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung übernommen. Für den, der das rundum sehr lesenswerte Printprodukt nicht bezieht, hier das Link. Die Cleveland Cavaliers haben am Montagabend in New Jersey den Vorsprung in der Playoff-Serie auf 3:1 ausgebaut und können am Mittwoch vor eigenem Publikum den Sack zumachen. Cleveland hätte sich damit zum erste Mal seit 1992 wieder für ein Conference Final qualifiziert. Der mutmaßliche Gegner: die Detroit Pistons, die heute voraussichtlich die Chicago Bulls in die Ferien schicken werden. Noch eine Anmerkung zum Spiel der San Antonio Spurs gegen die Phoenix Suns am Montag: Die Spurs entwickeln sich zum unsympathischsten Team der Liga. Der jüngste Fall: Robert Horry rempelt Steve Nash auf fiese Art und Weise aus dem Spielfeld. Er wurde zwar wegen des Fouls vom Platz geworfen und muss mit einer Sperre rechnen. Aber als unmittelbare Reaktion rannten Boris Diaw und Amare Stoudamire von der Ersatzbank aufs Spielfeld, ohne jedoch in das Handgemenge einzugreifen. Das wird die beiden trotzdem ebenfalls teuer zu stehen kommen. Die NBA hat da ihre Regeln. Und so gewinnen die Spurs eben auf die üble Tour.
Blick zurück: Bruce Bowen liebt es dreckig