Es hat ein Jahr gedauert, den Fall zu untersuchen, und zehn Jahre, um den Regelverstoß offiziell zu brandmarken. Entsprechend leise kam die Nachricht über den Ticker, die bestätigt, was in China an der Tagesordnung ist: Sie fälschen das Alter ihrer Turnerinnen. Der Internationale Turnverband konnte vor anderthalb Jahren in Peking nicht viel ausrichten, obwohl die Indizien überwältigend waren. Jetzt will er die Bronzemedaille aus dem Mannschaftswettbewerb von Sydney wiederhaben und den Amerikanerinnen geben, die damals auf dem vierten Platz landeten. Die fragliche Turnerin heißt Dong Fangxiao und war damals ganze 14 Jahre alt.
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27. Februar 2010
1. Oktober 2008
Neue olympische Disziplin: Dreimaliges Niederwerfen
23. August 2008
Selbstbedienung nach Art des Hauses
Immer mal wieder landen wir an dieser eigenartigen Kreuzung aus Musik und Sport und reiben uns die Augen und natürlich auch die Ohren. Wenn die alten Rocker beim Super Bowl auf die Bühne steigen. Oder wenn es Pannen gibt beim Abspielen von Nationalhymnen. Nicht zu reden von den zahlreichen Besuchen von amerikanischen Sportveranstaltungen, an deren Anfang immer Star Spangled Banner gesungen wird (plus beim Eishockey das Opus der Kanadier, O, Canada). Nicht zu vergessen die Abstecher zum Baseball mit dieser Leierkasten-Weise Take Me Out To The Ball Game während des Seventh Inning Stretch.
Aber so kurios die Beziehung der beiden Kulturbereiche auch wirken mag, sie findet in diesem Teil der Welt nach bestimmten Regeln statt. Dazu gehört, dass man nicht einfach in einer Halle oder einem Stadion, ohne die sogenannten Leistungsrechte zu erwerben und für die zu bezahlen, ein paar alte Aufnahmen abspielt. Im Land der Copyright-Piraten kennt man solche Umschweife natürlich nicht. Man greift einfach hinein ins Archiv und – bingo – spart ein paar Taler, die andernfalls ein paar Musiker verdienen würden.
Peter Breiner, der über 200 Nationalhymnen für die Spiele von Athen arrangiert und orchestriert hat, ist sich jedenfalls "100 Prozent sicher", dass die Chinesen in den letzten beiden Wochen nichts anderes getan haben und seine Arbeit ausgeschlachtet. Ein Kulturkritiker der Washington Post machte den Hörtest und bestätigte den Sachverhalt. Die Noten der Hymnen selbst sind zwar rechtefrei, aber nicht die Bearbeitungen. Natürlich lautet der erste Kommentar von offizieller chinesischer Seite nicht: "Das überprüfen wir, wäre schade, wenn uns da ein Fehler passiert sein sollte. Und wenn ja, bringen wir das in Ordnung." Nein. Man streitet mit Pauken und Trompeten einfach ab. Das hätten alles Chinesen orchestriert, lautet die Stellungnahme. Zum Glück sind die Medaillenüberreichungen und die Eröffnungszeremonie im Rahmen der Fernsehübertragungen aufgezeichnet worden. Jetzt braucht Breiner nur noch einen guten Anwalt.
Aber so kurios die Beziehung der beiden Kulturbereiche auch wirken mag, sie findet in diesem Teil der Welt nach bestimmten Regeln statt. Dazu gehört, dass man nicht einfach in einer Halle oder einem Stadion, ohne die sogenannten Leistungsrechte zu erwerben und für die zu bezahlen, ein paar alte Aufnahmen abspielt. Im Land der Copyright-Piraten kennt man solche Umschweife natürlich nicht. Man greift einfach hinein ins Archiv und – bingo – spart ein paar Taler, die andernfalls ein paar Musiker verdienen würden.
Peter Breiner, der über 200 Nationalhymnen für die Spiele von Athen arrangiert und orchestriert hat, ist sich jedenfalls "100 Prozent sicher", dass die Chinesen in den letzten beiden Wochen nichts anderes getan haben und seine Arbeit ausgeschlachtet. Ein Kulturkritiker der Washington Post machte den Hörtest und bestätigte den Sachverhalt. Die Noten der Hymnen selbst sind zwar rechtefrei, aber nicht die Bearbeitungen. Natürlich lautet der erste Kommentar von offizieller chinesischer Seite nicht: "Das überprüfen wir, wäre schade, wenn uns da ein Fehler passiert sein sollte. Und wenn ja, bringen wir das in Ordnung." Nein. Man streitet mit Pauken und Trompeten einfach ab. Das hätten alles Chinesen orchestriert, lautet die Stellungnahme. Zum Glück sind die Medaillenüberreichungen und die Eröffnungszeremonie im Rahmen der Fernsehübertragungen aufgezeichnet worden. Jetzt braucht Breiner nur noch einen guten Anwalt.
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22. August 2008
Respekt, Respekt
Die neue Realität des internationalen Sports wurde soeben vom Trainer der chinesischen Turner so formuliert: "The Chinese government and the Chinese athletes must be respected." Wenn sie sagen, sie fälschen keine Dokumente, dann fälschen sie keine. Wenn sie sagen, sie dopen nicht, dann dopen sie nicht. Und wenn sie sagen, sie erlauben Proteste, dann..... Geschenkt.
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21. August 2008
Im Keller des Internet finden Blogger noch immer die Wahrheit
Arglose Chinesen, die gedacht haben, sie könnten für die eigens für Proteste vorgesehenen Zonen in Peking bei den Behörden tatsächlich um eine Erlaubnis zum Protest nachsuchen, sind auf dem Weg ins Arbeitslager. Wie wird angesichts solcher Härte in harmlosen Fällen das Strafmaß gegen die chinesische Fälscherbande ausfallen, die für die Teilnahme von Turnerinnen bei den Olympischen Spielen verantwortlich ist, die nicht alt genug sind? Das werden wir vielleicht nie erfahren. Denn zuerst einmal muss das IOC, das nach einer ewig langen Karenzzeit endlich die Ermittlungen eingeleitet hat, die Belege für den Fälschungsakt als plausibel akzeptieren. Wer weiß, ob Jacques Rogge daran ein Interesse hat. Und zweitens müssen erst einmal die Sportfunktionäre in China ihre Betrugsversuche zugeben. Aber falls sie den krassesten Fall weiter abstreiten, werden sie das vor allem mit einer Paranoia unterfüttern, die alle Beschuldigungen erst mal auf die bösen Ausländer schiebt, das wären die, die ein Problem mit der chinesischen Unterdrückungskultur haben.
Aber vielleicht erstmal zu dem konkreten Vorgang, der nach Informationen der Londoner Times endlich vom IOC untersucht wird, nachdem der Internationale Turnverband offensichtlich seine Unfähigkeit dokumentiert hat, eine Angelegenheit zu klären, die in seiner Zuständigkeit liegt, weil sie das Regelwerk betrifft: Man muss 16 sein, um international turnen zu dürfen. Die fragliche Chinesin ist 14.
Es gab in den letzten Tagen schon Fundstellen im Internet, die belegten, dass die Aufsicht gepennt hat. Ich schrieb dann aber lakonisch: "Niemand hat den Mut oder möchte in China den Chinesen ins Gesicht sagen, dass sie betrügen." Warum? Die Turnwettbewerbe und die Spiele standen noch am Anfang. Eine Aufklärung des Sachverhalts und die Aufhellung der unmoralischen Haltung der Chinesen hätte mit einem Schlag die Stimmung gekippt – und das mehr als eine Woche vor dem Ende der Veranstaltung.
Kurz vor Schluss der Spiele ist diese Gefahr gebannt. Zumal sich die betroffenen US-Turnerinnen und ihre Begleiter nicht sonderlich echauffierten. Wer weiß, welchen Dreck die am Stecken haben, dass sie (außer Ex-Trainer Bela Karoly, der im Studio als Fachkommentator seinen Einschätzungen freien Lauf ließ) so still vor sich hin schwiegen? Sie hatten jeden Grund zu meckern: Sie haben schließlich die Goldmedaille in der Mannschaft und am Stufenbarren verpasst.
Als ich gestern las, was der New Yorker Blogger Mike Walker herausgefunden hatte, habe ich denn auch ehrlich gedacht: Das wird niemanden weiter beschäftigen, dass es nun noch mehr Beweise für den Betrug gibt. Denn obwohl die Hinweise auf die Verschleierungsmaßnahmen der chinesischen Sportführung nun klar und deutlich werden, nachdem sie die entscheidenden Webseiten mit den inkriminierenden Excel-Dateien klammheimlich aus dem Netz genommen hat: Wahrscheinlich brauchen die Verantwortlichen die Beweise auf dem Silbertablett, ehe sie einen Anfangsverdacht entwickeln und selbst ermitteln. Aus diesem Grund habe ich nichts über die Fundsachen geschrieben. Obwohl es mich ziemlich in den Fingern gejuckt hat.
Einen Tag später hat sich der Skandal weiterentwickelt und der Blogger scheint auf dem Weg zum Stardetektiv. Ich denke, er wird (sicher nicht bei NBC) im Fernsehen auftauchen. Und er wird allen kleinen Kindern, die davon träumen, mal selbst einen großen Fall zu knacken, als Vorbild dienen. Man fühlt sich übrigens unweigerlich an dogfood, allesaussersport und die "Tonstörung namens Godefroot" erinnert. Denn auch in jenem Fall vor einem Jahr war kein Journalist in der Lage gewesen, den Knackpunkt aufzuhellen. Das war die Leistung eines Bloggers gewesen. Etwas, was man beim Spiegel in der umstrittenen Blogger-Geschichte neulich sehr gerne übersehen hat. Einen Monat später allerdings zollt man dem findigen Blogger Walker bei diesem Spiegel sehr viel mehr Respekt. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht weil er in New York sitzt und nicht in Hamburg?
Walker selbst spielt sich in der Sache bis zu einem gewissen Grad herunter. "I am one, but You are Many. Good luck.", schrieb er seine Leser, um sie ermuntern, sich mit der Technik des Auffindens von Informationen im Internet vertraut zu machen. Sein eigentliches Thema: Das Ausmaß an Zensur, in die offensichtlich in China auch Google verwickelt ist. Denn über die chinesische Suchmaschine Baidu gab es bei seiner Suche durchaus relevante Resultate.
Aber vielleicht erstmal zu dem konkreten Vorgang, der nach Informationen der Londoner Times endlich vom IOC untersucht wird, nachdem der Internationale Turnverband offensichtlich seine Unfähigkeit dokumentiert hat, eine Angelegenheit zu klären, die in seiner Zuständigkeit liegt, weil sie das Regelwerk betrifft: Man muss 16 sein, um international turnen zu dürfen. Die fragliche Chinesin ist 14.
Es gab in den letzten Tagen schon Fundstellen im Internet, die belegten, dass die Aufsicht gepennt hat. Ich schrieb dann aber lakonisch: "Niemand hat den Mut oder möchte in China den Chinesen ins Gesicht sagen, dass sie betrügen." Warum? Die Turnwettbewerbe und die Spiele standen noch am Anfang. Eine Aufklärung des Sachverhalts und die Aufhellung der unmoralischen Haltung der Chinesen hätte mit einem Schlag die Stimmung gekippt – und das mehr als eine Woche vor dem Ende der Veranstaltung.
Kurz vor Schluss der Spiele ist diese Gefahr gebannt. Zumal sich die betroffenen US-Turnerinnen und ihre Begleiter nicht sonderlich echauffierten. Wer weiß, welchen Dreck die am Stecken haben, dass sie (außer Ex-Trainer Bela Karoly, der im Studio als Fachkommentator seinen Einschätzungen freien Lauf ließ) so still vor sich hin schwiegen? Sie hatten jeden Grund zu meckern: Sie haben schließlich die Goldmedaille in der Mannschaft und am Stufenbarren verpasst.
Als ich gestern las, was der New Yorker Blogger Mike Walker herausgefunden hatte, habe ich denn auch ehrlich gedacht: Das wird niemanden weiter beschäftigen, dass es nun noch mehr Beweise für den Betrug gibt. Denn obwohl die Hinweise auf die Verschleierungsmaßnahmen der chinesischen Sportführung nun klar und deutlich werden, nachdem sie die entscheidenden Webseiten mit den inkriminierenden Excel-Dateien klammheimlich aus dem Netz genommen hat: Wahrscheinlich brauchen die Verantwortlichen die Beweise auf dem Silbertablett, ehe sie einen Anfangsverdacht entwickeln und selbst ermitteln. Aus diesem Grund habe ich nichts über die Fundsachen geschrieben. Obwohl es mich ziemlich in den Fingern gejuckt hat.
Einen Tag später hat sich der Skandal weiterentwickelt und der Blogger scheint auf dem Weg zum Stardetektiv. Ich denke, er wird (sicher nicht bei NBC) im Fernsehen auftauchen. Und er wird allen kleinen Kindern, die davon träumen, mal selbst einen großen Fall zu knacken, als Vorbild dienen. Man fühlt sich übrigens unweigerlich an dogfood, allesaussersport und die "Tonstörung namens Godefroot" erinnert. Denn auch in jenem Fall vor einem Jahr war kein Journalist in der Lage gewesen, den Knackpunkt aufzuhellen. Das war die Leistung eines Bloggers gewesen. Etwas, was man beim Spiegel in der umstrittenen Blogger-Geschichte neulich sehr gerne übersehen hat. Einen Monat später allerdings zollt man dem findigen Blogger Walker bei diesem Spiegel sehr viel mehr Respekt. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht weil er in New York sitzt und nicht in Hamburg?
Walker selbst spielt sich in der Sache bis zu einem gewissen Grad herunter. "I am one, but You are Many. Good luck.", schrieb er seine Leser, um sie ermuntern, sich mit der Technik des Auffindens von Informationen im Internet vertraut zu machen. Sein eigentliches Thema: Das Ausmaß an Zensur, in die offensichtlich in China auch Google verwickelt ist. Denn über die chinesische Suchmaschine Baidu gab es bei seiner Suche durchaus relevante Resultate.
19. August 2008
Baseball in Peking: Knallhart
Es scheint zu den Eigenheiten von chinesischen Sportlern zu gehören, dass sie in Mannschaftssportarten gerne zu Mitteln greifen, die unweigerlich zum Platzverweis führen. Da waren zum Beispiel vor einem Jahr in England gleich zwei Zwischenfälle mit der Fußball-Olympiamannschaft. Ich schrieb in einem zweiten Eintrag: "Die Kicker aus Asien haben viel zu dünne Nerven für eine Sportart, bei der es gelegentlich ziemlich ruppig zugeht." Vor ein paar Tagen gegen Belgien gingen die Burschen schon wieder zur Sache – man tritt in die Weichteile. Im Baseball können ähnlich gezielte Attacken lebensgefährlich werden, wenn der Pitcher den Kopf des Batters trifft. Dieses Video zeigt nur einen Wurf aus dem Match der Chinesen gegen die Amerikaner, in dem sich die Heimmannschaft ganz offensichtlich extrem provoziert fühlte, nachdem die US-Spieler beim Kampf um Home Plate hemmungslos den Catcher aufs Korn genommen hatten. Die Amerikaner gewannen das Match haushoch, mussten aber einen Spieler ins Krankenhaus transportieren. In jedem Stadion in den USA hätten sich die Mannschaften eine Schlägerei geliefert. Aber Jacques Rogges olympischer Geist scheint das diesmal verhindert zu haben.
14. August 2008
Altersfrage: Erste chinesische Turnerin entlarvt
Die ersten Dokumente sind aufgetaucht, die belegen, dass zumindest ein Mitglied der chinesischen Turnerinnen-Mannschaft nicht so alt sein kann, wie in ihrem aktuellen Reisepass steht. Der erste Verdacht, der Ende Juli von der New York Times gestreut und auch in Deutschland zitiert wurde, lässt sich durch Kopien von Artikeln und Listen erhärten. Eine Arbeit, um die sich der internationale Verband bislang gedrückt hat. Wie so oft, wenn es um Politik hinter den Kulissen geht, dürften die Funktionäre im Moment vor allem herumtaktieren, um das Problem vom Tisch zu schieben. Niemand hat den Mut oder möchte in China den Chinesen ins Gesicht sagen, dass sie betrügen. Ein Nebenaspekt, wenn Olympische Spiele in Ländern stattfinden, in denen das Volk nur auf dem Papier etwas zu sagen hat.
13. August 2008
Weg und wegger
Einer der Nachteile, wenn Olympische Spiele in China stattfinden: Die meisten Skandale kommen gar nicht richtig hoch und werden nicht in der notwendigen Energie breitgetreten. Man nehme den Verdacht, dass einige chinesische Turnerinnen noch nicht das notwendige Alter von 16 erreicht haben (oder im Verlauf dieses Jahres noch 16 werden). Der Verband wischt das weg. Das IOC wischt es noch wegger. Und die Medien von Belang und mit den entsprechenden Resourcen haken nicht nach, weil sie in dem riesigen Land mangels Sprachkenntnissen gar nicht wissen, wo und wie und was. So hat selbst die New York Times mit ihrem riesigen Reporter-Team nur Zeit für ein Lamento von einem Kolumnisten. Dabei gebe es auch andere Wege, das Problem anzupacken. So wie bei der Achterbahn, wo man einen Längenstab einsetzt, um zu bestimmen, wer mitfahren darf und wer nicht. Die Chinesinnen sind zwischen 1,35 und 1,40 Meter groß. Weshalb gibt es keine Mindestmaß von, sagen wir, 1,50 Meter? Das wäre für alle gesünder. Und die Zwerge gehen gleich zum Zirkus. Sie rücken nicht über Los. Und sie ziehen keine Goldmedaillen ein.
12. August 2008
32 Amerikaner mit dem Kontrabass
Diese Zahlen sind hochgerechnet und bestenfalls Näherungswerte. Aber sie vermitteln das Dilemma der besten Tageszeitung der Welt ganz gut: Die Blogger von Gawker schätzen, dass die New York Times mehr als 400.000 Dollar ausgibt, um die aufwändige Olympia-Berichterstattung zu finanzieren. Viel Geld für eine Zeitung, die sparen muss, wenn sie in zehn Jahren noch im großen Stil weiterarbeiten will. 32 Reporter hat das Blatt nach China geschickt, um Geschichten zu liefern, die über den von den Nachrichtenagenturen abgekauten Wettbewerbsalltag hinausgehen. Die Ausbeute bisher ist erstaunlich dünn. Ein ausführlicher Artikel über die Dopingaktivitäten der Chinesen und ihre Kontrollen im Land ist von einer Gutgläubigkeit durchmasert, bei der man sich an den Kopf fasst. Die Beleginformationen aus dem Film von Hajo Seppelt und Jo Goll Olympia im Reich der Mittel neulich in der ARD haben sich offensichtlich nicht bis zu allen Redakteuren der Times herumgesprochen. Auch wenn es ein paar Zeilen über deren Erkenntnisse sogar bis in die Zeitung geschafft hatte. Die jüngste Arbeit von Jere Longman und Gina Kolata ist auch eher lau. Das größte Problem für alle Printmedien in den USA: Aufgrund des Zeitunterschieds von zwölf Stunden sind viele Informationen schon ziemlich alt, wenn sie am nächsten Tag in der Zeitung stehen.
Mehr über die Stimmung der amerikanischen Medienabgesandten kurz vor Beginn der Spiele konnte man im New York Observer lesen.
Disclosure: Habe am Seppelt/Goll-Film mitgewirkt.
Mehr über die Stimmung der amerikanischen Medienabgesandten kurz vor Beginn der Spiele konnte man im New York Observer lesen.
Disclosure: Habe am Seppelt/Goll-Film mitgewirkt.
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11. August 2008
Ein verräterischer Augen-Blick
Der Guardian, der das Foto ausgebuddelt hat und behauptet, es sei copyrightfrei (public domain), war dann doch ein wenig entsetzt über soviel Chuzpe (oder handelt es sich um machismo?). Das Bild lief als ganzseitige Anzeige in einer Sportzeitung. Aber dies ist Spaniens Jahr im Sport. Und so wächst das Selbstbewusstsein. Im Sport geht so etwas immer auf Kosten von anderen. Ob vordergründig oder hintenrum. Im spanischen Sport scheint Rassismus an der Tagesordnung. Die Zeitung nennt mehrere Beispiele (via deadspin).Übrigens hätte der Golfer Sergio Garcia sicher gestern Padraig Harrington auch gerne eine Fratze geschnitten. Aber der Bursche zeigte erstaunlich viel Haltung, nachdem er bereits zum zweiten Mal in einem Jahr gegen denselben Mann um wenige Zentimeter ein wichtiges Turnier verloren hatte. Nach den British Open in Carnoustie 2007 (damals im Stechen), diesmal die PGA Championship in Oakland Hills. Harringtons Leistung – in Abwesenheit von Tiger Woods – ist bemerkenswert. Drei Siege bei den letzten sechs Majors. 'nuff said.
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10. August 2008
Olympia-Live-Blog: Basketball USA gegen China
10:41 h: Mit etwas Verspätung Einstieg in ein Spiel, das bereits im ersten Viertel gezeigt hat, dass sich die Amerikaner etwas mehr anstrengen müssen, wenn sie hier einen bleibenden Eindruck hinterlassen wollen. Spielstand zum Ende des ersten Viertels: 20:16 für die All-Stars aus den USA.
10:45 h: yahoo Sports meldet, dass man mit einer unglaublichen Zuschauerzahl rechnet: eine Milliarde Menschen an den Fernsehgeräten weltweit (aber hauptsächlich in China).
10:47 h: Das Rezept der Chinesen bis jetzt: Sie spielen körperlich enorm robust und furchtlos. Die Schiedsrichter finden das in Ordnung. Die Zuschauer in der Halle natürlich auch. 31:29 für die USA der Zwischenstand knapp fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Viertels. Timeout China.
10:50 h: Teamchef Jerry Colangelo (früher Besitzer der Phoenix Suns) im Interview im US-Fernsehen während des Timeout (statt Werbung): Blabla "wirklicher Stolz und Integrität" blabla "nicht selbstsüchtig und egoistisch" blabla "großartige Gruppe von Jungs" blabla "Sie sind vorbereitet, um zu gewinnen" blabla "Das größte Problem? Jedes Spiel" blabla. Die Goldmedaille im Sprechblasenblubbern geht an die USA.
10:52 h: 39:32 für die USA mit 2:40 Minuten vor Ende der Spielhälfte. Die Amerikaner können es nicht lassen: Ohne Dunks und Alley-Oops sind sie einfach nicht glücklich. Möglich wird das, weil die Chinesen bei ihren Angriffen sehr viele Abspielfehler produzieren oder den Korb nicht treffen. 45:32 für die USA nach einem 16:3-Lauf.
10:54 h: Basketball hat angeblich Fußball als Sportart Nummer eins in China abgelöst, sagen die US-Kommentatoren und sagen: "Kaum zu glauben". Dem möchte man von so weit weg zustimmen.
10:59 h: Halbzeitstand 49:37. Nachdem Kobe Bryant wegen Schrittfehler abgepfiffen wurde. Das hat Dwayne Wade vorher auch schon erlebt. In der NBA passiert das nie. Nicht, weil sie dort besser dribbeln, sondern weil man den Stars alles mögliche durchgehen lässt.
Halbzeit in Peking – eine gute Gelegenheit zu einem Abstecher zur deutschen Mannschaft und deren Söldner-Center Chris Kaman. Den wird man in den USA, wo man Kindern Vaterlandsliebe schon in der Schule eintrichtert, noch ziemlich auseinandernehmen. Wenn er sich wenigstens zu seiner neuen Wahl-Heimat bekennen würde. Aber nein. Das sind seine lauen Bekenntnisse (laut Michael Reinsch in der FAZ):
"Ich habe meinen amerikanischen Pass noch.“
"Meine Entscheidung ist nicht gegen die Vereinigten Staaten gerichtet.“
"Ich fühle mich schlecht, für Becky und für mich...Sie und ich wir sind Amerikaner. Wir wollen nur Basketball spielen.“ (Becky ist Becky Hammons, die Amerikanerin, die für Russland spielt).
Besonders reizvoll: Wenn Fahnenträger Dirk Nowitzki nicht mehr im deutschen Team spielen sollte, will er auch nicht mehr mitmachen. Vielen Dank Chris Kaman für die Offenheit. Wir hatten uns schon so etwas gedacht.
11:20 h: Die Amerikaner bauen nun doch langsam aber sicher ihren Vorsprung aus. 53:39.
11:23 h: Für das Vorrundenspiel der Chinesen gegen Deutschland ein Hinweis: Yao Ming ist nach seiner langen Verletzungspause noch immer nicht hundert Prozent fit. Das kann man nach mehr als der Hälfte und mit noch 5 Minuten im dritten Viertel ziemlich deutlich erkennen.
11:25 h: 56:43 mit 4:20 auf der Uhr. Die gut gefüllte amerikanische Trainerbank mit Coach K und dem neuen Knicks-Vorarbeiter D'Antoni wirkt ziemlich uninspiriert. Wenn diese Mannschaft auf einen technisch besseren Gegner trifft, müssen sie sich ein bisschen mehr zum Ein- und Auswechseln einfallen lassen.
11:27 h: Bester Spieler: LeBron James. Dwayne Wade wirkt deutlich verbessert. Kobe souverän. 65:48 mit rund zwei Minuten im dritten Viertel. Yao Ming hat etwas am rechten Knöchel abbekommen und geht auf die Bank.
11:32 h: Die beiden Kommentatoren Mike Breen und Doug Collins holen natürlich wie in der NBA nie auch nur Luft. Aber Breen besitzt diese angenehme distanzierte Haltung. Er klingt nie wie ein Cheerleader für eine Seite, sondern wie ein Basketball-Fan. Das funktioniert am Ende auch in diesem Setting ganz gut. 72:48 für die USA.
11:34 h: 26 Punkte Vorsprung für die Amerikaner am Schluss des dritten Viertels. Was am Anfang ein reizvoller Leistungsvergleich war, ist ziemlich einseitig geworden.
11:40 h: Carlos Boozer, Tayhaun Prince, Michael Redd - Zeit für Garbage Basketball. Spielstand: 79:50
11:42 h: NBC überträgt das Spiel an der Westküste der USA nicht live, sondern zeitversetzt. und das betrifft viele andere Wettbewerbe. Zum Thema tape delay eine Beschwerde für zwischendurch.
11:47 h: Zwischenstand 89:54. Kollektives Gähnen. In vier Minuten ist die Sache vorbei.
11:49 h: Da fällt mir plötzlich die interessanteste Reminiszenz des Tages ein: Kommentator Doug Collins war Mitglied der US-Nationalmannschaft, die bei den Spielen in München 1972 im Finale gegen die Sowjetunion von einer Allianz aus Funktionären und Schiedsrichtern über den Tisch gezogen wurde. Die Mannschaft verweigerte damals die Annahme der Silbermedaille und hat auch im Laufe der Jahre ihren Standpunkt nicht geändert.
11:55 h: Spiel in Peking vorbei. Endstand 101:70. Nächster Gegner für die USA: Angola am Dienstag.
10:45 h: yahoo Sports meldet, dass man mit einer unglaublichen Zuschauerzahl rechnet: eine Milliarde Menschen an den Fernsehgeräten weltweit (aber hauptsächlich in China).
10:47 h: Das Rezept der Chinesen bis jetzt: Sie spielen körperlich enorm robust und furchtlos. Die Schiedsrichter finden das in Ordnung. Die Zuschauer in der Halle natürlich auch. 31:29 für die USA der Zwischenstand knapp fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Viertels. Timeout China.
10:50 h: Teamchef Jerry Colangelo (früher Besitzer der Phoenix Suns) im Interview im US-Fernsehen während des Timeout (statt Werbung): Blabla "wirklicher Stolz und Integrität" blabla "nicht selbstsüchtig und egoistisch" blabla "großartige Gruppe von Jungs" blabla "Sie sind vorbereitet, um zu gewinnen" blabla "Das größte Problem? Jedes Spiel" blabla. Die Goldmedaille im Sprechblasenblubbern geht an die USA.
10:52 h: 39:32 für die USA mit 2:40 Minuten vor Ende der Spielhälfte. Die Amerikaner können es nicht lassen: Ohne Dunks und Alley-Oops sind sie einfach nicht glücklich. Möglich wird das, weil die Chinesen bei ihren Angriffen sehr viele Abspielfehler produzieren oder den Korb nicht treffen. 45:32 für die USA nach einem 16:3-Lauf.
10:54 h: Basketball hat angeblich Fußball als Sportart Nummer eins in China abgelöst, sagen die US-Kommentatoren und sagen: "Kaum zu glauben". Dem möchte man von so weit weg zustimmen.
10:59 h: Halbzeitstand 49:37. Nachdem Kobe Bryant wegen Schrittfehler abgepfiffen wurde. Das hat Dwayne Wade vorher auch schon erlebt. In der NBA passiert das nie. Nicht, weil sie dort besser dribbeln, sondern weil man den Stars alles mögliche durchgehen lässt.
Halbzeit in Peking – eine gute Gelegenheit zu einem Abstecher zur deutschen Mannschaft und deren Söldner-Center Chris Kaman. Den wird man in den USA, wo man Kindern Vaterlandsliebe schon in der Schule eintrichtert, noch ziemlich auseinandernehmen. Wenn er sich wenigstens zu seiner neuen Wahl-Heimat bekennen würde. Aber nein. Das sind seine lauen Bekenntnisse (laut Michael Reinsch in der FAZ):
"Ich habe meinen amerikanischen Pass noch.“
"Meine Entscheidung ist nicht gegen die Vereinigten Staaten gerichtet.“
"Ich fühle mich schlecht, für Becky und für mich...Sie und ich wir sind Amerikaner. Wir wollen nur Basketball spielen.“ (Becky ist Becky Hammons, die Amerikanerin, die für Russland spielt).
Besonders reizvoll: Wenn Fahnenträger Dirk Nowitzki nicht mehr im deutschen Team spielen sollte, will er auch nicht mehr mitmachen. Vielen Dank Chris Kaman für die Offenheit. Wir hatten uns schon so etwas gedacht.
11:20 h: Die Amerikaner bauen nun doch langsam aber sicher ihren Vorsprung aus. 53:39.
11:23 h: Für das Vorrundenspiel der Chinesen gegen Deutschland ein Hinweis: Yao Ming ist nach seiner langen Verletzungspause noch immer nicht hundert Prozent fit. Das kann man nach mehr als der Hälfte und mit noch 5 Minuten im dritten Viertel ziemlich deutlich erkennen.
11:25 h: 56:43 mit 4:20 auf der Uhr. Die gut gefüllte amerikanische Trainerbank mit Coach K und dem neuen Knicks-Vorarbeiter D'Antoni wirkt ziemlich uninspiriert. Wenn diese Mannschaft auf einen technisch besseren Gegner trifft, müssen sie sich ein bisschen mehr zum Ein- und Auswechseln einfallen lassen.
11:27 h: Bester Spieler: LeBron James. Dwayne Wade wirkt deutlich verbessert. Kobe souverän. 65:48 mit rund zwei Minuten im dritten Viertel. Yao Ming hat etwas am rechten Knöchel abbekommen und geht auf die Bank.
11:32 h: Die beiden Kommentatoren Mike Breen und Doug Collins holen natürlich wie in der NBA nie auch nur Luft. Aber Breen besitzt diese angenehme distanzierte Haltung. Er klingt nie wie ein Cheerleader für eine Seite, sondern wie ein Basketball-Fan. Das funktioniert am Ende auch in diesem Setting ganz gut. 72:48 für die USA.
11:34 h: 26 Punkte Vorsprung für die Amerikaner am Schluss des dritten Viertels. Was am Anfang ein reizvoller Leistungsvergleich war, ist ziemlich einseitig geworden.
11:40 h: Carlos Boozer, Tayhaun Prince, Michael Redd - Zeit für Garbage Basketball. Spielstand: 79:50
11:42 h: NBC überträgt das Spiel an der Westküste der USA nicht live, sondern zeitversetzt. und das betrifft viele andere Wettbewerbe. Zum Thema tape delay eine Beschwerde für zwischendurch.
11:47 h: Zwischenstand 89:54. Kollektives Gähnen. In vier Minuten ist die Sache vorbei.
11:49 h: Da fällt mir plötzlich die interessanteste Reminiszenz des Tages ein: Kommentator Doug Collins war Mitglied der US-Nationalmannschaft, die bei den Spielen in München 1972 im Finale gegen die Sowjetunion von einer Allianz aus Funktionären und Schiedsrichtern über den Tisch gezogen wurde. Die Mannschaft verweigerte damals die Annahme der Silbermedaille und hat auch im Laufe der Jahre ihren Standpunkt nicht geändert.
11:55 h: Spiel in Peking vorbei. Endstand 101:70. Nächster Gegner für die USA: Angola am Dienstag.
20. Mai 2008
Ira ist menschlich
Es gibt nur wenige Sportler, die begreifen, welche politische Kraft sie entwickeln könnten, wenn sie mal nur einen kurzen Moment lang nachdenken und den Mund aufmachen würden. Eigentlich verwunderlich, wenn man weiß, dass viele Athleten zumindest in den USA ein College besuchen und dort Bücher lesen und vielleicht auch mal einen Zeitungsartikel. Aber Profis wären nicht erfolgreich, wenn sie nicht in erster Linie Taktiker auf der Suche nach dem unfair advantage, nach dem Erfolg und nach der Knete wären. Niemand hat das deutlicher gemacht als Michael Jordan, als man ihm erklärt hat, unter welchen ausbeuterischen Bedingungen die Menschen in Asien die Schuhe und Sportklamotten herstellen, die Nike unter Jordans Namen verkauft und die ihm persönlich im Jahr mehr als 30 Millionen Dollar Lizenzeinnahmen bescheren. "Das ist Nikes Problem", hat er gesagt und kam damit tatsächlich ungeschoren davon.
Ira Newble ist nicht mal ein Mini-Jordan, sondern ein Ersatzmann auf der Bank der Los Angeles Lakers, die ab dieser Woche mit den San Antonio Spurs um den Einzug in die Finalserie der NBA kämpfen. Er ist ein Mensch, der gerne etwas tun würde, um das Elend der Welt zu reduzieren. Aber als er noch bei den Cleveland Cavaliers spielte, holte er sich seine erste große Abfuhr: LeBron James - Arbeitsziel: Milliardär - weigerte sich, eine Petition zu unterschreiben, mit denen Newbie auf die Rolle der Chinesen im Sudan (mit den schlimmen Auswirkungen für die Region Darfur) aufmerksam machen wollte.
Ehe wir hier die ganze Angelegenheit nacherzählen, empfehlen wir lieber die Lektüre dieses Blogeintrags und dieses Artikels in der Los Angeles Times, der das Thema ausführlicher abhandelt.
Blick zurück: Ein NBA-Profi, der politisch denkt
Ira Newble ist nicht mal ein Mini-Jordan, sondern ein Ersatzmann auf der Bank der Los Angeles Lakers, die ab dieser Woche mit den San Antonio Spurs um den Einzug in die Finalserie der NBA kämpfen. Er ist ein Mensch, der gerne etwas tun würde, um das Elend der Welt zu reduzieren. Aber als er noch bei den Cleveland Cavaliers spielte, holte er sich seine erste große Abfuhr: LeBron James - Arbeitsziel: Milliardär - weigerte sich, eine Petition zu unterschreiben, mit denen Newbie auf die Rolle der Chinesen im Sudan (mit den schlimmen Auswirkungen für die Region Darfur) aufmerksam machen wollte.
Ehe wir hier die ganze Angelegenheit nacherzählen, empfehlen wir lieber die Lektüre dieses Blogeintrags und dieses Artikels in der Los Angeles Times, der das Thema ausführlicher abhandelt.
Blick zurück: Ein NBA-Profi, der politisch denkt
7. April 2008
Brücken der Verständigung
Heute in San Francisco: der bisher sportlichste Protest gegen China und seine Menschenrechtspolitik. Mit Bildern vom Helikopter und einem Mobiltelefon fürs Interview.
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9. November 2007
NBA: Hunderte von Millionen Chinesen können nicht irren
Wenn Dirk Nowitzki spielt und Premiere die Begegnung nachts überträgt, dann versammeln sich etwa 7500 Menschen in Deutschland vor ihren Fernsehapparaten. Wenn heute Yao Ming mit den Houston Rockets zum ersten Mal auf Yi Jianlian und die Milwaukee Bucks trifft, darf man mit folgenden Größenordnungen rechnen: Mit einem neuen Rekord von mehr als 220 Millionen Fernsehzuschauern, der seit dem ersten Match von Yao gegen Shaquille O'Neal bei dieser Marke steht. Yi's erster Auftritt in dieser Saison verfolgten rund 100 Millionen Chinesen. Warum nur so wenige? Weil zur gleichen Zeit ein Rockets-Spiel auf einem anderen Kanal ausgestrahlt wurde. Mehr über das Massenphänomen im Houston Chronicle. Anders als in den USA, wo das Spiel in Freitagabend in der Prime-Time läuft, muss man in China am Samstagvormittag die Zeit finden, die NBA-Partie zu verfolgen.
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Yi Jianlian
27. Oktober 2007
Cejka: Wer die Wahl hat...
Man kann einen Menschen, der die meiste Zeit in hunderten von Hotels irgendwo in Amerika wohnt und in seiner Freizeit in Las Vegas ("Da habe ich mit einem kleinen, aber feinen Häuschen, übrigens in der Nähe von Steffi Graf und Andre Agassi, ein Schnäppchen gemacht.") als vieles bezeichnen. Auf die Idee, ihn einen Wahlmünchner zu nennen, muss man allerdings erst mal kommen. Aber das gehört zu den Mysterien rund um die Einschätzung der Person Alex Cejka, der einst mit seinem Vater aus der sozialistischen Tschechoslowakei in den Westen floh und später aus der europäischen Golferwelt in die USA, wo er seit dem einen schwierigen Kampf um die berufliche Existenz führt. Denn privat gibt es keine intakte Basis mehr: Die zwei Kinder aus einer gescheiterten Ehe leben im Heimatland der Mutter - in Tschechien. Immerhin: Cejka hat zuletzt sein bestes Turnier seit langem gespielt und sich mit der Gewinnsumme auf das rettende Ufer der Geldrangliste der PGA Tour geschwungen. Jetzt kann er weit gelassener nach vorne schauen als vor einem Jahr, als er erneut in die Qualifying School musste, um sich die Spielberechtigung zu erarbeiten. Der Kontakt zu Deutschland ist nachwievor nicht völlig abgebrochen, Als deutscher Passbürger wurde er in diesem Jahr neben Martin Kaymer in das Zweier-Team berufen, das als Titelverteidiger zum World Cup nach Mission Hills in Südchina fliegt, der vom 22. bis 25. November ausgetragen wird. Die beiden Schweizer Martin Rominger und Robert Wiederkehr hatten sich beim Qualifikationswettbewerb in Kuala Lumpur nicht behaupten können. Die Österreicher Markus Brier und Claude Grenier sind hingegen dabei.
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19. September 2007
Roger als Terracotta-Soldat
Die ATP besitzt eine gewisse Vorstellung davon, wie bedeutend die besten Tennisspieler der Welt sind/sein sollten/sein könnten. Normalerweise wird ihre Bedeutung in Geld aufgewogen. Das ist ziemlich kulturlos. Also sollen jetzt riesige Skulpturen im Stil der Soldaten der sogenannten Terracotta-Armee entstehen, die man vor einiger Zeit in China ausgegraben hat. Warum das China-Motiv? Zur Zeit findet die große Jahresabschlussveranstaltung, die je nach Sponsoren- und Fernsehgeld um den Globus tingelt, in Schanghai statt. Und die ATP hat keine Zweifel daran, welche Profis antreten werden. Das Video über das Projekt wurde von einer New Yorker Agentur gedreht (via The Big Lead).
19. August 2007
US-Team in Las Vegas: Olympia im Visier
Die Tatsache, dass sich zur Zeit in Las Vegas eine Handvoll der besten amerikanischen Basketballer versammeln, um sich auf ein ziemlich wichtiges Turnier vorzubereiten, scheint momentan kaum jemanden zu interessieren. Komisch eigentlich: Das NBA-All-Star-Wochenende vor ein paar Monaten an gleicher Stelle produzierte einen Riesenrummel (und ein paar Nebengeräusche). Nun sind Kobe Bryant und LeBron James und Carmelo Anthony und Jason Kidd in der Stadt und fliegen quasi unter jedem Radarschirm. Das verspricht nichts Gutes für die Einschaltquoten des Qualifikationsturniers, das in der kommenden Woche in Las Vegas beginnt und den offiziellen Namen "FIBA Americas Championship" trägt. Dieser Name wirkt aus US-amerikanischer Sicht mehr als mysteriös. Denn erstens kennt man in diesem Land nur ein Amerika (sein eigenes) und keine vielen Americas. Und zweitens hat hier noch niemand etwas von FIBA gehört. Mit anderen Worten: Wenn man nicht weiß, um was es geht, kann man auch keine Neugier entwickeln. Dabei geht es um eine ganze Menge. Nämlich um die Qualifikation für die Oympischen Spiele in Peking im nãchsten Jahr. Die zu verpassen wäre für die USA nicht nur aus sportlicher Sicht eine Katastrophe. Die Chefs des Fernsehsenders NBC, die viel Geld für die Übertragungsrechte der Spiele ausgegeben haben, würden vermutlich aus dem Fenster ihres Hochhausturms im Rockefeller Center von Manhattan springen. Und die Jungs vom Sportausrüster Nike in den leider viel zu flachen Teich auf ihrem Campus in Beaverton. Denn die setzen vollends darauf, ihre Klamotten, aus Anlass der Spiele auf dem chinesischen Milliarden-Markt mit Figuren wie LeBron James zu vermarkten.
Die Leistung der Nationalmannschaft bei der WM in Japan im letzten Jahr hat nicht gerade für Optimismus gesorgt. Auch wenn die Gegner aus den Americas (am stärksten ist Brasilien) eigentlich nicht das Zeug haben sollten, den Erfindern der Sportart die Tour zu vermasseln. Immerhin kann man die Spiele der US-Mannschaft live im Fernsehen verfolgen.
Die Leistung der Nationalmannschaft bei der WM in Japan im letzten Jahr hat nicht gerade für Optimismus gesorgt. Auch wenn die Gegner aus den Americas (am stärksten ist Brasilien) eigentlich nicht das Zeug haben sollten, den Erfindern der Sportart die Tour zu vermasseln. Immerhin kann man die Spiele der US-Mannschaft live im Fernsehen verfolgen.
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3. April 2007
NFL: Ware für China kann verschleudert werden
Es ist eine Sache, wenn die NFL mit einem Federstrich den für August geplanten China-Trip der New England Patriots und Seattle Seahawks einfach zu den Akten legt (siehe hier). Es ist eine ganz andere Sache, wenn die Hersteller und Vertreiber von spezieller Souvenirware daraufhin in die Röhre schauen und Gefahr laufen, auf ihren Sachen sitzen zu bleiben. Deadspin hat das Link zu der Merchandising-Online-Seite der Patriots gebracht. Da kann man all die netten T-Shirts und Kappen mit chinesischen Schriftzeichen kaufen (wahrscheinlich demnächst zu Schlussverkaufspreisen). Darunter: der Kalender mit voluptuösen Cheerleadern des Teams - in Badeanzügen.
8. März 2007
Falsche Ernährung: Chinesen bei Fußball-Schlägereien benachteiligt
Aus den Schlägereien zwischen chinesischen Fußballspielern und Mitgliedern von Nachwuchsmannschaften der englischen Traditionsclubs Queens Park Ranger und Chelsea im letzten Monat kann man zwei Schlussfolgerungen ziehen. Die erste: Die Kicker aus Asien haben viel zu dünne Nerven für eine Sportart, bei der es gelegentlich ziemlich ruppig zugeht. Die zweite hat ein Berater des chinesischen Parlaments gezogen: Chinesische Athleten müssen dringend ihre Ernährung umstellen, wenn sie bei künftigen Prügeleien nicht als Verlierer vom Platz gehen wollen. Zhang Xinshi, ein anerkannter Biologe, dessen Gehalt von der Akademie der Wissenschaften in Peking bezahlt wird, brachte es nach einer Meldung der Agentur Reuters folgendermaßen auf den Punkt: "Es reicht nicht zu sagen, dass du nicht gewohnt bist, Rindfleisch und Milch zu verzehren und es dabei zu belassen. So kann unser Fußball nicht auf ein höheres Niveau kommen. Wir sind nur gut in technischen Sportarten. Zwei 45 Minuten lange Halbzeiten auf einem so großen Spielfeld rennen, wie können unsere Körper das leisten?"
Blick zurück: Die Videos von den zwei Zwischenfällen
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1. März 2007
Fußball liegt im Rennen um Chinas Sportfans zurück
Die Bemühungen von Clubs in der englischen Premier League, Geld in China zu verdienen, werden im eigenen Land mit sehr viel Skepsis verfolgt. Erstens weil die NBA mit ihren seit langem eingefädelten Kontakten und einem gewissen Yao Ming bereits einen großen Teil der Aufmerksamkeit absorbiert. Zweitens weil jetzt auch die National Football League das Territorium testet. Und drittens weil sich die Clubs gegenseitig auf den Füßen stehen und keine gemeinsame Vermarktungsstrategie betreiben, um das Thema Spitzenfußball zu verkaufen. Die isolierten Versuche von Teams wie Manchester United und Chelsea sind reine brandspezifische Werbeaktionen, die leicht gegen die US-Konkurrenz verpuffen können, schreibt Owen Gibson heute im Guardian. Die Geschichte kommt zwar nur mit einem engen Blickwinkel daher und dokumentiert eher dünn, was die Amerikaner auf die Beine stellen (so fehlen Hinweise auf Aktivitäten der großen Sportausrüster und deren Vernetzung in die Marketingpläne amerikanischer Ligen). Aber es deutet das eigentliche Thema zumindest an: Der Kampf der Sportbosse um China hat begonnen.
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