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26. April 2009

Gut gepanzert

Die Dallas Mavericks haben sich durch ihren Sprung auf den sechsten Platz in den letzten Tagen der Tabellenrunde einen hübschen Gegner für die erste Playoff-Runde gezogen: die San Antonio Spurs, die den Weg allen Irdischen gehen. Schwerkraft inklusive. Der alt gewordenen Mannschaft fehlt gegen die gut eingestellen Mavericks der letzte Tick Tempo und der letzte Tick Energie. Nowitzkis Team steht mit einem Zwischenstand von 3:1 zum ersten Mal seit drei Jahren mit einem Bein in der zweiten Runde. Basketball wird übrigens immer härter. Das sieht man schon daran, dass die New York Times heute berichtet, dass Spieler unter dem Trikot spezielles Dämpfungsmaterial tragen, damit sie den Körperkontakt besser wegstecken können. Die Liga hat die Auflage ausgegeben, dass man diese Unterwäsche nicht sehen kann. Adidas ist der Hersteller.

6. Dezember 2007

Nike monopolisiert den Markt für Basketballschuhe

Den Charlotte Bobcats kann er nicht helfen, aber der Firma Nike um so mehr. Wie viel mehr? Der größte Sportausrüster der Welt hat im letzten Jahr seinen enormen Anteil am Markt der Basketballschuhe von 77 auf unglaubliche 85 Prozent weiter ausgebaut. 85 Prozent von einer Umsatzgrößenordnung, die bei 2,5 Milliarden Dollar liegt. Da bleibt sozusagen so gut wie nichts übrig für adidas. Natürlich kommen sie auch im ersten House of Hoops nicht vor, ein Spezialladen, der vor einem Monat in Harlem aufgemacht wurde. Dafür aber die Marken Converse und Jordan. Weitere 50 Läden werden in den nächsten drei Jahren folgen, und alle werden nach dem gleichen Gestaltungskonzept eingerichtet: Nike-Werbespots an der Wand, Basketball-Nachrichten auf Spezialbildschirmen, und manchmal kommt ein richtiger Spieler von Rang und Namen vorbei.

Die Marke Jordan bietet längst mehr auf als den Altmeister, der nicht mehr spielt und deshalb auch nur halb so wirksam sein kann wie einst. Inzwischen werden die Produkte von Sportlern wie Carmelo Anthony (Denver Nuggets), Chris Paul (New Orleans Hornets), Ray Allen (Boston Celtics), Richard Hamilton (Detroit Pistons) und Derek Jeter (New York Yankees) vertreten. Man arbeitet mittlerweile sogar mit der Jeansfirma Levi's zusammen.

26. November 2007

Wenn bei Agent Zero etwas kaputt geht, dann gleich richtig

Wer schon immer mal wissen wollte, wie ein Mann, der sein Leben von innen nach außen gedreht hat, mit der Trennung von seiner Freundin fertig wird, sollte sich mal den Blog von Gilbert Arenas anschauen. Nur wenig Gesülze. Nur wenig Herzschmerz und dies und das. Einfach nur eine - fast- sachliche Abarbeitung einer Krise. Jetzt fehlt eigentlich nur der Standpunkt der Gegenseite (und die Erinnerung an diese Äußerung über Sex mit Halle Berry).

Bei Arenas läuft's nicht gut dieser Tage. Agent Zero, zwischendurch wegen seines Humors und seiner Präsenz auf dem Spielfeld eine Art Jim Knopf der NBA (neben David Stern, der Lukas, den Lokomotivführer gibt) fällt nach einem erneuten Eingriff am Knie auf jeden Fall drei Monate aus. Es gibt Kommunikationsprobleme mit dem Club in Sachen Vertragsverlängerung. Und eine unglaublich schreckliche Ansammlung an neuen adidas-Werbespots, die zeigen, wie man einen verwundeten Krieger mit Hang zum Clown NICHT veräppeln sollte.

Wieviel besser geht da Nike mit Steve Nash um. Der darf zeigen, wie er mit dem Fußball umgeht. Die meisten Bilder wurden im Sommer in New York gedreht, als Nash auch sein Interview für die große Geschichte in der New York Times gab.

22. März 2007

Der Weltrekordler

Auf faz.net kann man eine faszinierende Geschichte über den ehemaligen Weltrekordler und 100-Meter-Olympiasieger Armin Hary lesen, der in seiner Laufbahn auch mal kurz in den USA studierte. Heute ist sein 70. Geburtstag. Alt? Keineswegs. Der Mann war und ist der Prototyp des erfolgreichen Einzelgängers, von dessen Selbstbewusstsein, Klugheit, Durchsetzungsvermögen und geistiger Frische viele Sportler auch noch heute eine Menge lernen könnten. Er selbst unterstützt - abseits vom Verband - aktiv junge Talente. Sehr lobenswert. Die Bildergalerie offenbart ein kurioses Detail: Hary lief auf der Aschenbahn im Olympiastadion von Rom in Puma-Spikes. Bei der Siegerehrung trug er adidas-Schuhe.
Nachtrag: Der Sport-Blogger hat den Endlauf aus Rom bei YouTube ausgegraben.

3. März 2007

Pulspunkte von Kopf bis Fuß

Im Woody-Allen-Film Match Point gibt es einen Dialog, in dem Scarlett Johansson in ihrer Rolle als Nola folgendes sagt: "Männer scheinen zu denken, dass ich jemand Besonderes bin." Ihr Gegenüber fragt zurück: "Und bist du das?" Ihre Antwort ist frivol und knapp zugleich: "Nun, bisher hat noch keiner sein Geld zurück verlangt".

In diesen Wochen will Sportausrüster Reebok herausfinden, ob eventuell auch Frauen die 21jährige mit dem Charme einer "Trailer-Park-Schlampe" (Esquire) und einer leicht angerauhten Stimme tatsächlich als etwas Besonderes empfinden. Oder ob sie eventuell doch lieber ihr Geld zurückhaben wollen. Denn die Tochter der deutschen Adidas AG beginnt jetzt mit ihrer Kampagne für die neue Bekleidungsserie Scarlett Hearts Rbk, die Label-Chef Paul Harrington im letzten Jahr vollmundig mit den Worten angekündigt hatte: “Scarlett verkörpert die Pulspunkte unserer Marke - Individualität, Authentiziät und ein Leben in ständiger Bewegung, voll gelebt bis zum Rand." Er sagte wirklich "Pulspunkte" ("pulse points") und nicht Pluspunkte. So etwas kann man gar nicht erfinden.

Dass die voluptuöse Jung-Diva sportlich sein soll, davon ist nichts bekannt. Vielleicht kann sie schwimmen. Obwohl, das dann mehr so aussieht, als ob sie einen Badeanzug vorführt, der als signalfarbene Packung für ihre ausladende Figur figuriert. Sie versteht es auf jeden Fall, einfach nur herumzulungern (Lost in Translation) oder trotzig in die Ferne zu schauen (Der Pferdeflüsterer). Das mag ja der weiblichen Reebok-Kundschaft bereits als Kaufanreiz genügen. Es soll sich bei der Jacke, der Hose und den Schuhen nämlich um eine Stilmischung "von ultrafeminin und urban" handeln, zitiert der Blog Girls Gone Sports aus einem nicht näher bezeichneten Statement (vermutlich von der Firma) und stuft die Schuhe als "niedlich" ein (via With Leather)

Reebok geht es nicht besonders. Was sicher auch die Mutterfirma Adidas beschäftigt, die das in Massachusetts beheimatete Unternehmen vor einem Jahr für 2,9 Milliarden Euro gekauft hatte. Anfang Februar wurde, nachdem 2006 die Umsätze um 7 Prozent gesunken waren, eine neue Strategie angekündigt. Sie soll darauf abzielen, eine Balance zwischen der Ankopplung an die Hip-Hop-Szene und die amerikanische Jugendkultur und einer Qualitätsaussage finden, die durch den Einsatz der Produkte im US-Profisport signalisiert wird. So hat die Firma einen Exklusivvertrag mit der NFL, der 2002 auf zehn Jahre abgeschlossen wurde. Noch für das laufende Jahr geplant: ein neuer Allen-Iverson-Basketballschuh und ein spezieller Laufschuh für Frauen.

Übrigens: Scarlett Johansson versucht sich als Multitalent. Vor ein paar Monaten erschien das Album Unexpected Dreams, auf dem zahlreiche Schauspieler für einen guten Zweck singen, begleitet vom Los Angeles Philharmonic Orchestra. Cut Nummer eins - eine melancholische Version des Gershwin-Klassikers Summertime - wird von ihr bestritten. Auf Amazon kann man sich das Lied passagenweise anhören. Die Klatschnachricht, wonach sich die Actrice inzwischen bereits an Material von Tom Waits herangewagt hat, um damit eine Solo-CD zu bestreiten, ist bislang nichts anderes als ein Gerücht.

9. Februar 2007

Zidane in New York: Kommt er zu den Red Bulls?

Als der kleine dicke Rooney vor ein paar Wochen in New York war, hat das niemand weiter beschäftigt. Major League Soccer vor Beckham: ein stilles Wasser. Diese Woche taucht Zinedine Zidane in der Stadt auf, und schon geht es los: Kommt er vielleicht zu den New York Red Bulls? Major League mit Beckham: eine Geräuschkulisse von einer gewissen Phonstärke. Dabei war an dem Besuch nichts weiter auffallend: adidas hat eine Y3-Linie. Manhattan hatte Fashion Week. Zidane hatte Zeit. Was sonst? Ja, was sonst?

Jeff Agoos, zur Zeit Technischer Direktor des Clubs, der von Jamie Trecker auf foxsports.com neuerdings liebevoll mit NYRB abgekürzt wird (ein Fimmel aus England, wo man QPR kennt), klang ziemlich dementativ: "Wir haben nicht mit ihm geredet. Und ich habe keine Pläne, ihn in der nahen Zukunft zu sehen." Aber man sei natürlich daran interessiert, ihn zu haben.

Im Liga-Büro herrscht merkwürdige Abneigung, überhaupt etwas zu sagen. Das klingt schon wieder verdächtig nach vielleicht reden sie doch. Demnächst mehr.

5. Dezember 2006

Klinsmann-Watch: Insider sagen, er macht's

Seit Wochen posaunen wir hier immer nur das gleiche: Jürgen Klinsmann wird der nächste Trainer der amerikanischen Fußballnationalmannschaft. Heute schiebt nun erstmals einer der bestinformierten Insider in den USA, Jamie Trecker von FoxSports, eine ordentliche Schippe Kohlen auf dieses Flämmchen. In seiner ausführlichen Meldung gibt es unter anderem Interna (unter Berufung auf mehrere nicht namentlich genannte Quellen) und eine handfeste Prognose: In zwei Wochen wird der Schwabe offiziell den Posten übernehmen.

Die Details in Kürze:
• Klinsmann gibt seine langjährige Beziehung zu adidas auf, um das Imageproblem vom Tisch zu bekommen, dass er mit einer Mannschaft haben würde, die komplett von Nike eingekleidet und stark finanziell unterstützt wird.

• Es hat eine Einigung über die Macht- und Einflusssphären gegeben. Vorgänger Bruce Arena hatte viel zu sagen, mochte aber nicht hören. So soll die Beziehung zwischen ihm und Generalsekretär Dan Flynn so zerrüttet gewesen sein, dass sie kaum noch miteinander redeten.

• Säuernis scheint es vor allem bei jenen Spielern aus dem Kader zu geben, die nicht in Europa unter Vertrag sind. Denn die lang hinausgezögerte Entscheidung hat dazu geführt, dass die Nationalmannschaft seit der verpatzten WM keine Spiele mehr ausgetragen hat. Damit sind den Aspiranten, die in der US-Liga ohnehin nicht gut bezahlt werden, einige Summen an Antrittsgeldern flöten gegangen.

Trecker wörtlich weiter: "Jetzt wird Klinsmann erst einmal über Weihnachten ein paar Flitterwochen genießen. Er wird wahrscheinlich die nächsten ein, zwei Monate in diesem Starbucks in Orange County verbringen und Spielern Emails schicken und Scouts verpflichten, die die bislang übersehenen Amerikaner in Skandinavien und England beobachten sollen. Wenn er klug ist, wird er eine Reform des Jugendprogramms zu einer Priorität machen, solange er innenpolitisch am meisten Einfluss nehmen kann."
Blick zurück: Holt Klinsmann Buchwald ins Betreuerteam?