3. Februar 2007

Super Bowl: Wo die Verlierer die Gewinner sind

Wahrscheinlich haben die Marketingstrategen der NFL das irgendwann erfunden: dass Mannschaften gleich nach dem Schlusspfiff mit einer Kappe auf dem Kopf und einem T-Shirt über dem Trikot zur Siegerehrung marschieren, auf dem steht, dass sie das Ding gewonnen haben. Es muss jedem klar sein, dass niemand im Keller vom Stadion sitzt und innerhalb von Sekunden knapp 300 Leibchen und Schirmmützen bedruckt. Das passiert Tage vorher. Die Kartons stehen schon vor dem Match bereit. Da aber nur eine Mannschaft gewinnt, bleibt eine Kollektion ungenutzt übrig: die Wirkwaren des Verlierers (auf denen steht, das Team habe gewonnen). Was passiert damit? Diese Frage hat die New York Times recherchiert. Und das ist das Ergebnis: Sie landen - mit dem historisch falschen Aufdruck - in Ländern wie Uganda und Sierra Leone. Für den Vertrieb sorgt eine karitative Organisation namens World Vision, deren Sprecher dieses nette Bonmot zum besten gab: "Dort, wo diese Sachen hingehen, haben die Leute keinen Strom und kein fließendes Wasser. Sie würden gar nicht wissen, wer den Super Bowl gewonnen hat. Sie wüssten nicht mal etwas über Football."

NHL: Was zum Teufel machen die Devils-Fans?

Interesse an einem schrägen Vergleich zwischen einem erfolgreichen Old-Media-Produkt und einem Up-Start aus der Kategorie Web 2.0? Hier wir gehen: Die New York Times meldete vor ein paar Tagen, dass das Eishockeyspiel zwischen den Florida Panthers und New Jersey Devils am Samstag vor einer Woche, das abends in der New Yorker Region auf dem Kabelkanal MSG lief, in einer verblüffenden Zahl an Haushalten über die Bildschirme flackerte: 736 (in Worten: siebenhundertsechsunddreißig). Es gibt 7,4 Millionen Haushalte, in denen MSG empfangen werden kann. Ergibt also eine Einschaltquote von 0,01 Prozent. "Diese Zahl", schrieb die New York Times, ist beschämend." Das kann man wohl sagen: An guten Tagen hat dieser Blog - American Arena - auch ohne je einen Stanley-Cup gewonnen zu haben, inzwischen genausoviele Besucher wie die Devils: etwas mehr als 700. Der Unterschied? Keine Kameras, kein Zwei-Reporter-Team, kein Ü-Wagen, keine Satellitenschaltung, kein Studiomoderator und...kein schlechtes Gefühl.

Holyfields Bentley: Keine Gebote

Nachtrag zu einer Meldung vom 29. Januar: Der Bentley des ehemaligen Box-Schwergewichtsweltmeisters Evander Holyfield, der 1 Million Dollar bringen sollte, hat keinen Käufer gefunden. Die ebay-Webseite besagt, dass die Auktion zu Ende ist. Der Gebotszähler steht auf Zero.

2. Februar 2007

Kontrastprogramm zum Super Bowl: Einstimmung auf Prince


Keine Ahnung, was Prince am Sonntag auf der Bühne in Miami auf die kleinen, dünnen und so beweglichen Beine stellen wird. Für Kompromisse war er nie zu haben. Weshalb er sich jahrelang selbst exiliert hat und aus dem Streit mit seiner Plattenfirma viel Geld herauszog und sehr viele kreative Freiheit, die zu jeder Menge Dreifach-CDs führten, aber auch Schritt für Schritt aus dem Scheinwerferlicht der interessierten Öffentlichkeit.

Der frühe Prince war einflussreich - vor allem bei anderen Musikern. Er konnte Songs schreiben, die im Top-40-Radio funktionieren, und die er in seinen Videos zu kunstvollen, übertriebenen, erotisch aufgeladenen Darbietungen aufputschte. Seine Bühnenperformance war bis auf den letzten Lidstrich durchgestylt und seine Strahlkraft kam auch noch in der letzten Reihe an. Der extrem extrovertierte Prince muss dabei immer wieder mit dem inneren Widerspruch gekämpft haben: Dass noch mehr in ihm steckt - zum Beispiel ein ziemlich erwachsener Musiker ohne Zicken, der eine erstaunliche musikantische Fingerfertigkeit auf der (akustischen) Gitarre besitzt. Dieser Clip von einem Soloauftritt im US-Fernsehen aus dem Jahr 2004 - Überschrift: The Art of Musicology - lässt ahnen, was er alles kann und wie er mit diesem Können früher die Frauen in seiner Band geschurigelt haben muss.


Eine andere Facette des Gitarristen Prince ist das ausgiebige Solo auf seiner Telecaster, das er in einer All-Star-Band hinlegte, als George Harrison in Cleveland in die Rock 'n' Hall of Fame aufgenommen wurde. While My Guitar Gently Weeps heißt das Stück. Enough said.

NFL News: London, Favre, Geld für Ex-Spieler

Das Wembley-Stadion wird Schauplatz des ersten NFL-Spiels außerhalb der Grenzen der USA sein, bei dem es um etwas geht. Die Mannschaften stehen ebenfalls fest: Wie schon spekuliert worden war, werden zwei Ostküstenteams gegeneinander antreten: die Miami Dolphins (offiziell die Heimmannschaft) und die New York Giants. Auch das Datum wurde am Freitag am Rande des Super Bowl offiziell bestätigt: der 28. Oktober. Die Zeit für den Kick-off passt bestens: 18 Uhr in London ist 13 Uhr im Osten der USA. Exakt die Uhrzeit, wenn die erste Hälfte der Sonntagsspiele angepfiffen werden. Fox wird übertragen. Hier die Meldung vor einiger Zeit über den Umstand, dass man bei der NFL den deutschen Footballfans mit der Entscheidung für London eine lange Nase dreht.

In einer Geschichte über Brett Favre, den Quarterback der Green Bay Packers in der Welt stand vor ein paar Wochen, dass er mit dem Footballspielen aufhört. Die Information kam verfrüht. Totgesagte leben länger. Solche Schnellschüsse gibt es manchmal. Die verwegenste Aussage des Textes ging allerdings in eine andere Richtung. Da hieß es, der 37jährige sei "vermutlich der beste Spielmacher, den die National Football League je gesehen hat". Zu solchen Schlüssen kann man nur kommen, wenn man Joe Montana nie spielen gesehen hat. Vielleicht kann man ihn in Berlin jetzt wieder vom Podest herunterholen, nachdem er angedeutet hat, dass er weitermachen will, ihn abstauben und noch einmal ganz genau anschauen.

Commissioner Roger Goodell hat bei seiner Pressekonferenz in Miami die Pensionsregelung für ehemalige NFL-Profis als Problemfall akzeptiert. Die Spielergewerkschaft konnte zwar im Laufe der Jahre im Rahmen der Tarifvertragsverhandlungen das innovative Grundprinzip durchsetzen, wonach ausgemusterte Spieler ab der Mitte ihres Lebens monatliche Zahlungen beziehen. Aber für viele ist das weniger als der bekannte Tropfen auf den heißen Stein. Über die gegenwärtige Situation gibt es einen guten Beitrag im Blog Sports Frog. Die Schätzungen über den finanziellen Bedarf, um jenen zu helfen, die zu einer Zeit gespielt haben, als es noch keine riesigen Gehälter gab: 8 Millionen Dollar im Jahr. Das entspricht mal gerade etwa dem Sechsfachen eines heutigen Durchschnittsgehalts (2005: 1,4 Millionen Dollar laut New York Times).

Super Bowl: Die Jagd nach den teuren Tickets

Der Schwarzmarkt für Eintrittskarten zum Super Bowl tendiert nach einem massiven Hoch wieder leichter. Das ist die Kernaussage von Howard Blooms Geschichte auf dem Sports Business News Blog. Wobei: Verschenkt wird nichts. Die Tickets kosten schließlich offiziell bereits mindestens 600 Dollar. Auf dem Höhepunkt der Nachfrage vor ein paar Tagen wurden 4100 Dollar für einen Sitzplatz nahe Endzone verlangt. Am Donnerstagabend waren es nur 1800 Dollar.

Das Schwarzmarktgeschäft beim Super Bowl ist deshalb so groß, weil die Liga fast alle Eintrittskarten in Form von Kontingenten an die 32 Clubs abgibt. Die größten Tranchen gehen an die beiden teilnehmenden Clubs mit jeweils 17,5 Prozent. Die Miami Dolphins erhielten als Ausrichter 5 Prozent. Weitere 34,8 Prozent stehen den 29 verbleibenden Teams zu. Das System sorgt dafür, dass jeder Profi ein kleines Quantum erhält. Das Ligabüro verwaltet 25,2 Prozent und reicht sie an die Medien, an Sponsoren und an NFL-Mitarbeiter weiter. Da viele der Empfänger gar keine Lust haben, sich das Spiel vor Ort anzuschauen, und wissen, dass sie eine schöne Stange Geld verdienen können, wenn sie sich von ihren Billets trennen, sickern tausende von Karten auf anderen Kanälen bis zum Veranstaltungsort durch. Früher war das das Metier ziemlich mafiamäßiger fliegender Händler. Durch das Internet hat sich das Geschäft gewandelt.

In Miami scheint man jeden zu beneiden, der am Sonntag ins Stadion kann. Selbst die Offiziere der Einwanderungsbehörde am Flughafen. Das hat Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer ("Indiskretion Ehrensache") bei der Einreise erlebt. Er liefert inzwischen seine ersten Impressionen aus Miami - in Ton, Bild und Schrift.

1. Februar 2007

Alle Super-Bowl-Weisheiten auf einen Blick/Click

Diese kleine Sammlung begann mit einem aufgeklaubten Statement am zweiten Weihnachtstag und steht vor einer logischen Zäsur: Sonntag ist Super Bowl. Kennziffer römisch 41. Einer mehr in einer Kette, deren Ende sich nicht absehen lässt. Am Sonntag werden die meisten Weisheiten auf dem Rasen von den schweren Jungs ad absurdum geführt und die berufsmäßigen Experten und selbst ernannten Wahrsager von den Spielern beim Umgang mit dem rumpumpelnden Ei zum 41. Mal widerlegt.

Diese Kollektion sollte eigentlich etwas länger halten. Wie das? Sehen Sie selbst. Dafür ist diese Zusammenstellung gedacht.

Super-Bowl-Weisheiten, Folge 1: Wir fragen den Fachmann
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 2: Das Los der deutschen Kommentatoren
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 3: Statistik vs. Risiko - ein Zielkonflikt
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 4: Weshalb die Colts es nicht packen - die Defensive hat Schuld
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 5: Wenn man so oft beteiligt war und so wenig vorzuzeigen hat
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 6: Football Is Everything - zumindest für die Nike-Stars
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 7: Ohne Dirk Forberg geht's nicht. Aber geht's mit ihm?
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 8: Joe Montana kennt den Unterschied
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 9: Die DSF-Arithmetik. Man rechnet mit allem
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 10: Manche kennen keine Verwandten
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 11: Colleges, die Männer im Weißen Haus und das große Spiel
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 12: Professor Baade stutzt die NFL-Propaganda auf ein nachvollziehbares Maß
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 13: Das Milliardenspiel

Bears vs. Colts: Eine Super-Bowl-Vorschau in Bildern


Wir beginnen unsere aktuelle Super-Bowl-Vorberichterstattung mit einer kleinen Auswahl an Videos, die auf jene Qualitäten der beiden Mannschaften aufmerksam machen sollen, die das Spiel entscheiden können. Der erste Spieler ist Devin Hester, Spitzname Windy City Flyer. Ein Kick-off- und Punt-Return-Spezialist, der in der vergangenen Saison mit seinen sechs Touchdowns sehr viel Aufsehen erregt hat. SECHS Touchdowns in einer Saison. Das hat es noch nie gegeben. DAs Video oben bringt die entscheidenden Läufe aus den letzten Monaten.

Nike strengt sich sehr an, aus dem Vertrag mit Brian Urlacher möglichst viel herauszuholen. Dieses Video zeigt den Linebacker und Chef der Bears-Abwehr dabei, wie er auf bestimmte Formationen reagiert und seine Verteidigerkollegen vorwarnt. Die Erläuterungen sind nicht ganz leicht für Football-Anfänger nachzuvollziehen. Sie zeigen allerdings, dass das Spiel extrem durchdacht ist und von planvollem Handeln lebt. Urlacher ist einer der schnellsten, reflexstärksten und körperlich wuchtigsten Defensivspieler in der Liga. In den schlechten Jahren zehrten die Bears fast von ihm alleine, weil er eine Deckung kommandiert, die in der Lage ist, den Gegner komplett alle Wege zu verriegeln und Interceptions einzusammeln. Dass die Mannschaft den Super Bowl erreichen konnten, verdanken sie zwar auch Urlacher. Aber inzwischen hat er tatkräftige Hilfe. Vor allem im Angriff. Wir wollen nicht vergessen zu erwähnen, dass Urlacher im Jahre 2003 ein kurzes Techtelmechtel mit Paris Hilton gehabt haben soll. Wir wollen hier schließlich die Clickrate hochbringen.

Die Automarke Cadillac hat zum ersten Mal ein Interview-Programm vor dem Super Bowl gesponsert, das über YouTube publiziert wird, aber dort nur sehr wenig Leute erreicht. Warum? Das Konzept ignoriert, dass amerikanische Football-Zuschauer all das bereits wissen, was die Experten am Mikrofon abhandeln. Interessenten aus Deutschland, die sich auf das Match einstellen wollen, bietet das Ganze durchaus ein paar gute Aspekte. Einziges Problem: Die Burschen reden ziemlich schnell. Man kann leicht den Faden verlieren. Hier ist Teil 2 mit Bilder von einem fürchterlich dicken Typen, der beim Media Day Spieler zu einem Spiel herausforderte.

Die folgenden zwei Videos sind Teil 1 und 2 einer sehr gut montierten Zusammenfassung des American Conference Championship-Matches der Colts gegen die New England Patriots. Ein Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Hälften. Die Aufnahmen zeigen, dass die Colts nicht nur einen guten Quarterback haben - Peyton Manning - sondern auch eine unerhört vielseitige Angriffsformation, der es nicht schwer fällt, unter Zeitdruck zu punkten.

Das Spiel war eine der attraktivsten Begegnungen der letzten 20 Jahre. Bislang hatte noch keine Mannschaft in der Conference-Championship-Spiel einen Rückstand von 18 Punkten aufgeholt. Allerdings bleibt die Aufholjagd der Buffalo Bills in den Playoffs des Jahres 1993 gegen die Houston Oilers auch weiterhin das dramatischste Comeback aller Zeiten. Damals machten die Bills 32 Punkte wett und gewann in der Verlängerung. Doch zurück zu den Colts und dem Spiel, mit dem sie zum ersten Mals im entscheidenden Moment den alten Rivalen aus New England bezwingen konnten. Dies ist Teil 2:

Das Geheimnis eines Mannes

Heute war ein bedeutendes Ereignis in der deutschen Fernsehgeschichte: Zwei bei Kallwass lief. Die 1000. Ausgabe. Bei Sat1. Thema: "Das Geheimnis eines Mannes". Es gibt Leute, die den Namen der Hauptfigur falsch schreiben und die dann hier landen. Das sind die Zuschauer dieser Sendung. Die wollen es nicht so ganz genau wissen. Nur so ungefähr. Weil dass in Zukunft sicher noch häufiger passieren wird, wurde dieser Post geschrieben. Und von wegen Geheimnis eines Mannes. Geheimnisse haben wir hier keine. Wir heißen ja nicht Tom Brady von den New England Patriots, der vor ein paar Tagen morgens aus Giselle Bündchens New Yorker Apartment kam und erleben musste, dass da gleich jede Menge Fotografen und Amateurvideofilmer auf ihn warteten. Womit diese kleine süffisante Nachricht nun auch noch nachgereicht wurde. Brady war echt sauer und hat sich die Kapuze über den Kopf gezogen. Als ob das was nützt. Fragen Sie Frau Kallwass, die kann Ihnen das ganz genau erklären.

Karmittwoch in der Bundesliga. Was für eine Show....

Man stelle sich vor, die Fußball-Bundesliga wäre ein bisschen amerikanischer. Wäre nicht dieser zugige Aufgang an der engen Tür zu den sogenannten großen europäischen Wettbewerben, wo das große europäische Fernsehgeld herkommt, sondern wäre der Zahlmeister und das Feuerwerk und der Glanz und die Herrlichkeit.

Man stelle sich vor, die erste Liga wäre nicht diese Vorstufe zur Vorhölle namens Zweite Liga, in der es nichts zu gewinnen gibt, außer Spott, wenn der Wiederaufstieg nicht klappt. Hätte keine wochenlange Winterpause, in der nur Zeit vergeht, während der die entscheidenden Leute nur von einem Bein auf das andere treten und warten. Hätte nicht diese pseudodramatischen 18. Spieltage, die nur deshalb so rasend wichtig sind, weil alle so lange warten mussten, um dann doch nur zu erkennen, dass die schlechten Mannschaften noch immer gurkig spielen und die vermeintlich besseren auch nicht besser.

Dann hätte es diese seltsame Kaskade vom Mittwoch nicht gegeben. Mit erst Jupp Heynckes, dann Felix Magath, dann Thomas Doll spät in der Nacht, die alle an einem Tag ans Kreuz genagelt werden - Karmittwoch. Das wirkte fast schon biblisch-dramatisch mit Leuten, die sich ihre Hände in Unschuld waschen. Mit Hohepriestern in der ersten Reihe und einem staunenden Publikum, das seltsam hingerissen die Ereignisse verfolgt, als handele es sich um mehr als ein Massenunfall auf der A1 auf der gegenüberliegenden Seite, nämlich um ein Ereignis mit allerlei göttlicher Regie und Deutungsbedarf.

Man fühlte sich aber gleichzeitig auch an ein prosaischeres Phänomen erinnert: an die Zeit, als am Rhein entlang immer möglichst zeitgleich das Fischsterben aus den Abflussrohren besorgt wurde, weil die Jungs an den Schalthebeln der großen Chemiekonzerne das geschickter fanden, als die Umweltkatastrophen in polizeilich identifizierbaren Schüben vorzunehmen. Krisen-Public-Relations gut gemanagt (siehe auch das Protokoll des Geschehens auf allesaussersport: "Hoeneß scheint förmlich davon beseelt zu sein, den Magath nicht madig zu machen um ihn schnell von der Gehaltsliste zu bekommen.")

Also, wenn die Liga amerikanischer wäre, hätten wir am Mittwoch vermutlich einen massiven Trade und ein paar kleine obendrein erlebt, die gezeigt hätten, dass man zuerst mal die Spieler neu sortieren muss und sich mit ihrem Können und ihrer Mannschaftskompatibilität beschäftigt, ehe man die Trainer nach Hause schickt. Dann hätte man in München nicht den Mann geholt, von dem man sich so noch gerne vor gar nicht so langer Zeit getrennt hatte.

Sicher: Man hätte keinen besseren Fußball (jedenfalls nicht gleich) und keine stärkere Liga. Aber man hätte auch nicht diese falsche Wahrheiten produzierenden Nebenspektakel, die so tun, als ob Trainer wirklich das ein und alles der Misere wären. Wenn die Bundesliga amerikanischer wäre, wären die Rummenigges und Konsorten nicht quasi unkündbar und könnten nicht permanent so tun, als ob die Fehler immer nur bei den anderen lägen, aber nie bei ihnen. Dann würden auch an sie an den Leistungen und den Erwartungen gemessen und an dem Geld, das sie verschleudern. Wenn die Liga amerikanischer wäre, würden Leute bei den Fernsehsendern sitzen, die sich Sorgen machen über den return on investment und wie das alles weitergehen soll. Denn wie soll es weitergehen? Auf diese gleiche unnütze Weise?